Autor: untoldency

  • Der weiße Streifen im Monochrom – Albumreview zu „Belaya Polosa“ von Molchat Doma

    Der weiße Streifen im Monochrom – Albumreview zu „Belaya Polosa“ von Molchat Doma

    Die folgende Review kommt von eine unserer liebsten Freundinnen im Musikjournalismus-Kosmos: Annekatrin Schulz von abgefreakt.de. Wie ihr lesen werdet, ist sie riesengroßer Molchat Doma Fan, so wie vielleicht ein paar von euch auch. Die weißrussische Post-Punk/Synthie-Pop Gruppe ist seit ein paar Jahren ein wahre Nischenempfehlung, für alle, die sich in der industriellen und burtal imposanten Ästhetik wohlfühlen. Insowweit man eine Band noch eine „Nischenempfehlung“ nennen kann, wenn sie weltweit als Headliner auftreten und heute ihr bereits viertes Album veröffentlichen. Was die Gruppe und ihr Sound so interessant machen, erfahrt ihr jetzt. Von Fan zu Fan:

    der weiße streifen im monochrom

    Ich habe den Titelsong des neuen, vierten Albums von Molchat Doma mittlerweile so oft gehört, dass ich nachts von der Gitarrenmelodie träume. Белая полосa / Belaya Polosa – Weißer Streifen. In das detaillierte Klangbild einer Sci-Fi Zentrale aus glattem Metall mit blinkenden Kontrollleuchten + mantrahaft repetitiven Mechanismen + metamorph aufsteigendem Dunst integriert sich langsam diese Gitarrenmelodie. Und bringt ein schmerzendes Gefühl in die kühle Umgebung und gleichzeitig eine schimmernde Hoffnung. Ein weißer Streifen am schwarzen Himmel – vielleicht durchbricht in der ersten Textzeile hier metaphorisch die Hoffnung als Lichtstrahl die trostlose Dunkelheit. Inspiriert vom ständigen Wandel des Lebens + dem Kommen und Gehen + der Verlagerung von Interessen, Bedenken, Zielen repräsentiert dieser Song nicht nur musikalisch, auch thematisch treffend die Stimmung des gesamten Albums.

    im umbruch / im aufbruch

    „Molchat Doma, band from Minsk“, so kenne ich die aufs Wesentliche reduzierte Vorstellung der Band bei ihren Konzerten. Nach extensiven Touren, die Molchat Doma weltweit in den Headlines jeglicher Festivals und Venues verorten, ließ sich das Trio nun in Los Angeles nieder. Auch wenn die Arbeit an dem Album bereits in ihrer Heimat Weißrussland begann, so zieht sich sich das Sentiment des Umbruchs / Umzugs / Umgangs mit erheblichen Veränderungen durch das aktuelle Werk. In diesem Kontext begleiten wir das lyrische Ich in den Songs dabei, wie es sich von einst geliebten oder vertrauten Menschen trennt + Bekanntes zurücklässt für einen Aufbruch ins Unbekannte + einen Sinn im konstanten Wandel sucht.

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    im kreis / in pyramiden

    Die prominenten Gefühle von Schmerz, Melancholie, Resignation werden durch hoffnungsvollere, umarmende Momente gebrochen mit der Erkenntnis, dass sich in Bewegung befinden auch kreislaufartig bedeutet: aus Vertrauten werden Fremde, doch aus Fremden werden wiederum Vertraute und mit dem Ablegen alter Sichtweisen werden gleichzeitig neue Perspektiven geschaffen. Dafür steht ebenfalls das Symbol der Pyramide, das in den Musikvideos zum neuen Album wiederkehrt – Grabmal zugleich Zeichen des Beginns einer Reise, Unendlichkeit.


    Ein Kreis schließt sich auch musikalisch. Ihr Umzug in die USA spiegelt sich im Sound der Band wider und wird, wie bereits vor Jahren in Interviews angekündigt, in die 90er fortgeführt. Die Bereitstellung von und breite Auswahl an Equipment und Instrumenten münden in einer ausgefeilten Produktion, die wenig mit dem 2017 Debüt der Band gemeinsam hat und sich trotzdem mit jedem Song anfühlt wie eine Heimkehr. Vor allem die der schwermütige Gesang und die hallenden Gitarrenmelodien ziehen einen roten Faden durch das Schaffen der Band, das nun zusätzlich durch unzählige auditive Details und Effekte geschmückt wird.

    im schwarz-weiß / in strukturen

    Die Band bedient sich an verschiedensten industriellen Klängen und Mustern, die an Motoren, Kraftwerke oder Turbinen erinnern. Ab und zu erscheinen glitzernde Töne, unkenntlich geschichtete Töne, in die Distanz verschwindende Töne. Die Songs fühlen sich so greifbar an, als wären sie in dreidimensionalen Strukturen komponiert, als würde man während des Hörens eine raue Häuserfassade streifen. In Kombination mit dem bekannten dystopisch Klang der Band ruft auch das neue Album unweigerlich die Assoziation brutalistischer Ästhetik hervor. Alles findet mehr denn je in einer monochromen Grauabstufung statt – sogar sie Songtitel sind ein Wechselspiel zwischen schwarz und weiß – Weißer Streifen (4. Белая полоса), Schwarzen Blumen (6. Черные цветы), Winter (10. Зимняя), Hoffnungsloser Walzer (5. Безнадежный вальс). Dieser Kontrast – um im Rahmen wieder auf den Titelsong des Albums zurückzukommen – wird im dazugehörige Musikvideo von Belaya Polosa visualisiert schwarz-weiß + kalten-fiebrig + nostalgisch-futuristisch.

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    Das neue Album könnt ihr jetzt überall da hören, wo ihr am liebsten eure Musik hört. Viel Spaß!

    Fotocredit: Alina Pasok, Karim Belkasemi 

  • untoldency proudly presents: Remote Bondage “Wenigstens kommen wir (in eure Stadt)“ Tour 2024

    untoldency proudly presents: Remote Bondage “Wenigstens kommen wir (in eure Stadt)“ Tour 2024

    „…wenigstens kommen wir (in eure Stadt)“ – so kündigt die Berliner Band Remote Bondage ihre allererste Headline-Tour an. Der Name ist Programm: So verspricht die Band, dass alle Kommenden sich auf ekstatische Höhepunkte freuen dürfen. Die Tour schließt genau da an, wo die Veröffentlichung ihrer Debüt-EP „Wir kommen in die Hölle, aber wenigstens kommen wir” im April angesetzt hat.

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    Völlig schamlos und unbeirrt von den Vorstellungen über die Hölle, macht die Band ihre Wut über Kirchen, Catcalling oder Skorpione laut mitsingbar. Zwischen Pop, Rock und Punk wird es manchmal theatralisch, vor allem aber unheimlich spaßig. Und wo könntet ihr euch besser davon überzeugen als bei einer Live-Show auf der Tour der Band? Hier die Daten:

    04.10.2024 – Oldenburg
    05.10.2024 – Köln

    06.10.2024 – Frankfurt am Main
    10.10.2024 – Hannover
    18.10.2024 – Leipzig
    19.10.2024 Bielefeld
    20.10.2024 – München

    Wir sehen uns da!

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    Fotocredit: Jeremy John

  • feinperlig. die musik-literarische Kolumne: Mitch Ryder & Engerling – und die einzig wahre Rock-Botschaft

    feinperlig. die musik-literarische Kolumne: Mitch Ryder & Engerling – und die einzig wahre Rock-Botschaft

    Wir freuen uns wahnsinnig, euch heute eine neue Rubrik vorzustellen! Sie heißt „feinperlig.“ und ist eine musikalisch-literarische Kolumne von Johannes Martin, die sich an seine seit 2022 laufende gleichnamige Interviewreihe anschließt. In dieser spricht er mit Künstler*innen, Verleger*innen, Booker*innen und anderen Persönlichkeiten in der deutschen Kulturlandschaft. In der jetzt schriftlichen Version dieser Reihe bekommt seine Kolumne und seine Einordnungen der musikalischen Kulturlandschaft endlich auch ihren Platz. Das erste Thema ist ein wenig im nischigen Blues-Rock der 80er unterwegs, doch dafür umso interessanter. Und für die Nische sind wir hier oder? Doch überlassen wir das Wort nun unserem Kolumnisten.

    Heute geht es um den Rhythm’n’Blues-Musiker Mitch Ryder, der die USA verlässt, um sich in der ehemaligen DDR neu zu erfinden. Die Band Engerling aus Berlin begleitet ihn. Mit überraschendem Ausgang, einem Elvis-Moment – und der einzig wahren Rock-Botschaft. 

    Naked but not dead – Mitch Ryder

    Die Geschichte beginnt mit einem Wendepunkt. Keinem Anfang im eigentlichen Sinne. Wir befinden uns in Las Vegas, Nevada, am 19. Juli 1968, um 17:43 Uhr Ortszeit. Es ist ein schwül-warmer Sommertag, durchdrungen vom Zirpen der Heuschrecken und den feuchten Winden die von Westen hereinströmen. Eine Gila-Krustenechse sucht in Eile Schutz hinter gezüchteten Kreosotbüschen. William S. Levise Jr. alias Mitch Ryder, 23 Jahre, lehnt in einem glitzernden Gold Lamé Suit an der Wand des Brooklyn Bowl, einem Konzert- und Bowlingschuppen am Rande der Fremont Street. Einen fast identischen Gold-Anzug trug Elvis Presley auf dem Cover des 50,000,000 Elvis Fans-Albums. Seiner ist durchnässt vom Schweiß, denn die Sonne brennt erbarmungslos. Der Detroiter ist an diesem Tag bereits unzählige Meilen gereist. Die Nachmittagsshow war ein Desaster. Elvis hat auch ihn soeben für immer verlassen, davon ist Mitch Ryder überzeugt.

    Es ist nicht einmal 6 Uhr und er hat schon einen sitzen. Er trank vorhin zwei oder drei Whiskey der Marke Journeyman, „one of the coolest distilleries in Michigan“, und fürchtet, so kann es nicht weitergehen. Es ist drei Jahre her, dass er mit seinen Musikern, der Band The Detroit Wheels, die Single „Jenny Take A Ride!“ einspielte. Der Song, eine Uptempo Beat- und Soul-Nummer,  sollte ihn über Nacht berühmt machen. Nach der Veröffentlichung des Albums „Take A Ride“ folgte prompt eine Konzertreise quer durch die Staaten. Und auch in Europa verzeichnet die Gruppe Chartplatzierungen. Doch Zeiten ändern sich. Detroiter Funk- und Soul-Geplänkel, Blues und Rock’n’Roll haben ihre besten Jahre hinter sich. Mit einer Bigband im Rücken scheitert der Musiker grandios. Die Zukunft führt ihn geradewegs in drittklassige Clubs, wo die Gagen niedriger sind. Mitch fühlt sich von der Musikindustrie verspottet. Tage und Nächte verbringen er und seine Bandkollegen im Rausch von Weed, Aufputschmitteln und Alkohol.

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    Um 17:57 Uhr trifft es den Sänger wie ein Schlag. Mit den Worten „Ich mach, was ich will“ verabschiedet sich Mitch Ryder in eine tiefe Ohnmacht. Der Rock’n’Roll kapituliert im verrottenden Elvis-Anzug – und ist bereit abzudanken. Punk, New Wave, Reggae und synthetische Sounds sollen an seine Stelle treten. Doch, der Rock’n’Roll in seiner Transzendenz würde niemals tot sein, das wusste Mitch auch in der dunkelsten Stunde seines Rock’n’Roller-Daseins. Er fühlt sich nackt, aber er ist am Leben. Elvis hin oder her.

    Beyond the Wall

    Cut – der Film ist gerissen. Stimm- und Drogenprobleme, menschliche Zerwürfnisse und lange Touren werfen Mitch Ryder zurück. Er wird einige Zeit in einer Detroiter Automanufaktur am Fließband arbeiten, bevor er 1978 mit neuformierter Band zur Musik zurückfindet. Seiner Enttäuschung gegenüber der Musikindustrie verleiht er Ausdruck indem er sein eigenes Plattenlabel Seed and Steems gründet. Wenig später wird Ryder nach Europa fliegen, vorerst nach Deutschland. Im Folgejahr brilliert er in gewisser Weise mehrfach bei der WDR-Rockpalast-Nacht in der Essener Grugahalle, wo er sich, ganz offensichtlich betrunken, erst mit dem Moderator Alan Bangs anlegt, später mit dem gesamten Publikum. Dennoch spielen die Band und er im Anschluss ein beeindruckendes Konzert.

    Mitch übersteht auch die 1980er-Jahre, nimmt unter anderem fünf Studioalben beim Hamburger Label Line Records auf und hält sich über Wasser. Das Album „Never Kick A Sleeping Dog“ wird ein Überraschungs-Hit. Den Drogen schwört er ab, auch wenn es ihm nicht immer leicht fällt. Das hat er vor allem seiner Frau Megan zu verdanken, die nicht weniger als Struktur in sein Leben bringt. Als in Berlin im Jahr 1989 die Mauer fällt, in Russland die Perestroika ihren Lauf nimmt und sich in ganz Osteuropa die Zeitenwende ankündigt, ist Mitch Ryder so weit weg von seinem alten Leben, wie er es sich immer erhofft hatte.

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    Da hilft kein Jammern – Engerling Blues

    Die Deutsche Demokratische Republik betritt Mitch erstmals im Januar 1988. In jenem nass-kalten Winter in Ost-Berlin gibt er im Rahmen von „Tage der Jugend im Palast“ ein Konzert im Palast der Republik. Dort, wo heute das Humboldt Forum steht. Im Publikum sitzt der Tourneeleiter und spätere Musikpromoter Gert Leiser, den Mitch wenig später in Dessau wiedertreffen wird. Und ihre Wege kreuzen sich erneut.

    Nach dem Mauerfall arrangiert Gert Leiser ein Treffen mit dem amerikanischen Gesangs-Derwisch und Engerling, der Band, die er zum Zeitpunkt managt und auf Konzertreisen begleitet. Engerling, gegründet im Jahr 1975 in Ost-Berlin, spielen Boogie- und Blues-Songs, Rock’n’Roll mit deutschsprachigen Texten sowie englischsprachige Coversongs. Sie sind trotz oder wegen ihrer Unangepasstheit angesagt. Die Hintergründe des Treffens schildert Gert Leiser so: „Im Jahr 1994 suchte Mitch Ryder eine Tourband, da es immer anstrengender und kostspieliger wurde, Musiker aus den Staaten einzufliegen. Zumeist kannten sie die Songs überhaupt nicht und mussten sich das Material innerhalb von zwei Tagen aneignen. Der Gruppe Engerling ging es gut. Wir haben bereits vor der Wende Auftritte in Hamburg gespielt. Da wir keine klassische DDR-Staatskapelle waren und immer gegen Gage spielten, war es für uns einfacher als für andere Bands damals, Konzerte zu spielen. Dennoch, die Chance mit Mitch zu spielen ließen wir uns nicht entgehen.“

    Rite of Passage – Mitch Ryder & Engerling

    Ausgerechnet im berühmten Hansa-Studio in der Köthener Straße in Berlin treffen sich der Sänger und die Mitglieder von Engerling zum gemeinsamen Dinner. In dem ehrwürdigen Studiokomplex arbeiteten bereits Ikonen wie Iggy Pop, Trio, Depeche Mode oder David Bowie an ihren Tonaufnahmen. Mitch trifft dort auf die zurückhaltenden Männer Peter Lucht, Wolfram Boddie Bodag, Manne Pokrandt und Heiner Witte. Das Ensemble ist eine formidable Rhythmusgruppe und spielt den Rhythm’n’Blues auf hohem internationalen Niveau. Den Ryder-Song „Ain‘t Nobody White Can Sing The Blues“ spielen Engerling auf beinahe jedem ihrer Konzerte. Sie schlagen ein – und gehen erst einmal statt auf die Bühne ins Studio.

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    Sie nehmen das Album “Rite Of Passage“ auf. Noch im selben Jahr touren Mitch Ryder & Engerling vier Wochen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Betäubungsmittel sind kein Thema mehr, Alkohol schon. Ein geheimnisvoller Drink wird Mitch allabendlich vor den Auftritten gereicht. Stark genug, um auf der Bühne 120 Minuten Fullpower zu geben. Engerling und Mitch verstehen sich gut. Ihren Sound würzen sie mit einer Note Hardrock. Manne Pokrandt, Bassist der Band, wird in den kommenden Jahren die Produktion und das Mastering einiger gemeinsamer Alben anleiten. Für die Arbeit mit dem Sänger findet Manne im Gespräch ein prägnantes Beispiel: „Mitch weiß im Studio, was er will – und er will den Rhythm’n’Blues auf seine ganz eigene Art arrangieren. Dabei konnte ich ihm behilflich sein. Als wir das Stück “Heaven Takes You Back“ aufnahmen, machte ich ihm den Vorschlag eine Duduk einzusetzen. „A Duduk? What’s that?“, fragte Mitch. „Eine armenische Flöte“, antwortete ich. Er ließ sich darauf ein und ich brachte den Dudukspieler Sören Birke ins Studio. Das Ergebnis war, wir schufen eines der herzergreifendsten und ungewöhnlichsten Stücke in Mitchs Karriere.“ Bis heute blicken die Musiker auf acht gemeinsame Studioalben zurück, von denen die allermeisten in Mannes Studio 1058 entstanden sind.

    Einmal im Jahr, zumeist in den Wintermonaten, fliegt Mitch nach Deutschland, um mit Engerling zu touren. Mit den Jahren werden sie besser, musikalisch und menschlich. Auf insgesamt 22 Tourneen wird Integrität beiderseits großgeschrieben. Lediglich die Corona-Pandemie unterbricht sie in ihrem transatlantischen Austausch. Gert Leiser berichtet von aufregenden, manchmal anstrengenden Momenten unterwegs – sowie irrwitzigen Begegnungen: „Es ist schon ein paar Jahre her, da gaben wir ein Konzert im Club Harmonie in Bonn, einem Traditionsladen. Ich betreute wie immer den Merch-Stand. Da kam ein älteres Paar zu mir, beglückwünschte mich zum gelungenen Auftritt, kaufte CD`s und fragte mich dann etwas ungläubig, wann denn der „echte“ Mitch Ryder gestorben sei. Wie jetzt? Wir konnten die Situation schnell aufklären.“ Gert Leiser lacht. Er überzeugte das Paar schließlich von Ryders Lebendigkeit.

    The Roof is on Fire

    Am Abend des 18. Februars 2024 spielen Mitch Ryder & Engerling ein sehr gelungenes Konzert im Berliner Kesselhaus in der Kulturbrauerei, im Rahmen ihrer 30th Anniversary-Tour. Während der zweistündigen Show riecht es im Saal nach Lederjacke, Bier und Schweiß. Etwa 600 Fans haben sich in der Halle versammelt. Es herrscht eine angenehm-ausgelassene Atmosphäre, das Publikum scheint sich untereinander zu kennen. Die Alten gingen schon früher auf die Engerling-Konzerte und bringen nun ihre Kinder mit. Neue Fans sind hinzugekommen. Mit seinen deutschen Fans pflegt Mitch ein besonders inniges Verhältnis, beteuert er stets. Nach einer Operation an der Wirbelsäule absolviert er die Konzertabende größtenteils im Sitzen. Im Kesselhaus jedoch steht Mitch. Er hat sich vorgenommen, von nun an besser auf sich acht zu geben.

    Wenige Wochen vor dem Auftritt in Berlin erscheint das Live-Doppelalbum „The Roof Is On Fire“, das es auf Platz drei der amerikanischen Billboard-Blues-Charts schafft. „Ob ich nun mit Anfängern oder erfahrenen Musikern zusammenkomme, (…), im Mittelpunkt steht nicht das Alter, sondern der gemeinsame Spaß an der Musik. Die meisten Musiker, die ihr auf diesem Album hört, kenne ich schon sehr lange.“, sagt Mitch im Interview mit einem Online-Musikmagazin. Zu diesem Zeitpunkt ahnen die Mitglieder von Engerling noch nicht, dass die Geburtstagstour auch ihre letzte werden soll. Mitch Ryder trifft sich bereits für Verhandlungsgespräche mit Thomas Ruf, über dessen Vertrieb das Livealbum läuft. Am 10. März ist dann Schluss. Die Band Engerling trifft das Aus unverhofft.

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    Gert Leiser bedauert den harten Schnitt: „Erst kürzlich sprach ich mit Mitch über die Zukunft. Er gab mir zu verstehen, dass es für ihn nur zwei Gründe gäbe, die Zusammenarbeit zu beenden, und das sind Krankheit und Tod. Er gab an, mit mir die nächste Tour planen zu wollen. Aber dann kam alles anders. Nach dem Top-Ten-Album wurden neue Begehrlichkeiten wach.“ Die öffentliche Stellungnahme folgt auf dem Fuß: Der Vokalist verlässt seine deutschen Kollegen und wechselt zu Ruf Records! Thomas Ruf, Labelinhaber, Agent, Promoter und Bluesenthusiast, machte Mitch Ryder ein Angebot, das er nicht ausschlagen wird.

    An Veranstalter, Kollegen und Freunde verschickt Leiser eine Mail: „Mitch Ryder hat sich nach 30-jähriger erfolgreicher Zusammenarbeit mit den Musikern von Engerling und mit mir als Tourpromoter entschieden, neue Wege zu gehen, mit anderen Musikern und einem anderen Tourpromoter (Ruf Records), und mit Blick auf den europäischen und den US-Markt. Im Klartext: Es wird keine gemeinsame Tour von Mitch Ryder mit Engerling und mir mehr geben. Wir bedauern diese Entscheidung!“

    Wenn der Dachstuhl brennt, nützt weder beten noch den Fußboden zu scheuern, so heißt es sprichwörtlich.

    Rock’n’Roll never dies – Epilog

    Mitch Ryder wird mit beinahe 80 Jahren musikalisch neu beginnen. Er soll ein Album in Memphis, Tennessee, aufnehmen, der Heimat des Blues, des Rock’n’Roll und von Elvis Presley. Seinen US-amerikanischen Landsleuten will er noch einmal zeigen, wo der Rhythm’n‘Blues-Hammer hängt. Begleitet vom legendären Gitarristen Bernard Allison und dem Produzenten Jim Gaines. Eine Tournee ist in Planung.

    Engerling wiederum feiern im kommenden Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum mit großem Finale im Berliner Kesselhaus – ohne Mitch. Es geht immer weiter. Und so beende ich den Text mit einer erneuten Wende. Einem Meilenstein. Nicht etwa einem Schlusspunkt. Denn der Rock’n’Roll stirbt nicht, solange DU ihn spielst, hörst und feierst.

    Quellen:

    Zitat musireview
    Beitrag Generalanzeiger/ Datum: Mai 2024
    Interview mit Gert Leiser/ Datum: 20.05.2024
    Interview mit Manne Pokrandt/ Datum: 29.05.2024
    „Bye bye Lübben City“ (Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf)

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  • Appletree Garden Festival begeistert mit viel Liebe zum Detail

    Appletree Garden Festival begeistert mit viel Liebe zum Detail

    Die Liste an Festivals im Sommer ist mittlerweile fast unendlich lang. Zwischen den großen Namen wie Rock am Ring, Deichbrand oder dem Fusion gehen die kleineren Festivals schnell mal unter – dabei sind das genau die, die eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Eins möchten wir euch heute vorstellen: Das Appletree Garden Festival.


    Gartenparty auf einer Apfelbaumwiese wird zum Festival

    Was einst als Gartenparty unter Freund*innen auf einer Apfelbaumwiese gestartet ist, zieht heute internationale Headliner in das beschauliche Städtchen Diepholz in Niedersachsen. Doch die familiäre Atmosphäre hat das Appletree Garden Festival nicht verloren. Organisiert wird das Festivals nämlich von Ehrenamtlichen, die schon Monate vorher dafür sorgen, dass das Festivalwochenende unvergesslich wird. Im Schatten von Eichen und Apfelbäumen präsentiert das Appletree drei Tage voller Lieblingsmusik, Kultur und Leidenschaft – von ausgewählten Newcomer*innen, über gefeierte Acts der Indie-, Pop- und Elektro-Szene bis hin zu einem liebevoll gestalteten Rahmenprogramm aus Zirkus, Diskurs und Workshops.

    Wenn man mit dem Zug in Diepholz ankommt, kann man das Festival eigentlich gar nicht verfehlen, denn man muss keine zehn Minuten zu Fuß gehen bis man auf dem Festivalgelände steht. Da die Besucher*innenzahl auf 5.500 beschränkt ist, ist hier auch alles schnell erreichbar. Großer Pluspunkt für einen heißen Sommer: Die vier verschiedenen Bühnen stehen im Wald auf kleinen Lichtungen und spenden so eine Menge Schatten. Es gibt eine Große Bühne, eine Waldbühne, den Spiegelpalais, das „Tiefe Holz“ und die „Oase“. Die letzten beiden sind verhältnismäßig klein, aber dafür mit besonders viel Liebe zum Detail gestaltet.

    Die „Oase“ beherbergt DJ’s. Jetzt könnte man fast denken: Wo ist denn hier die Bühne? Denn das Gerüst sieht aus wie ein Sprungturm aus dem Freibad, dem ein gigantischer Diamant aufgesetzt wurde. Das DJ Booth ist genau darin versteckt und die Besucher*innen können im Sand der „Oase“ bei Freibad-Gefühlen tanzen.


    Kein Appletree ohne das passende Accessoire

    Auch sonst ist das Gelände liebevoll gestaltet: Überall hängen Lichterketten, Diskokugeln und Sitzmöglichkeiten wurden aus Holz selbst gebaut. Die Liebe zum Detail bringen aber auch die Festivalgäste selbst mit. Mittlerweile ist es schon fast Tradition, dass beim Tanzen vor der Bühne ein selbstgebasteltes Accessoire mitgebracht wird. Das könnte zum Beispiel ein Regenschirm sein, der durch Verzierungen aussieht, wie eine Qualle – oder ein Besenstiel, der zu einem Apfelbaum umfunktioniert wurde. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

    Ansonsten wirken hier alle sehr entspannt. Das könnte auch daran liegen, dass ein Großteil der Besucher*innen nach dem Aufstehen morgens erstmal zum nahegelegenen Freibad wandert, um sich dort abzukühlen und etwas Ruhe zu finden. Aber auch im Freibad sind die Diepholzer natürlich auch die Festivalbesucher*innen eingestellt: Wenn der Bademeister morgens um 10 Uhr zur längsten Polonaise aufruft und „Pump up the jam“ aus den Lautsprechern dröhnt, dann ist das vermutlich nicht der Normalzustand in der nach eigenen Angaben 18.000 Einwohner-großen Stadt. Total egal, denn die längste Polonaise bekommt er natürlich trotzdem.


    Line Up: Von deutschen Hit-Garanten bis französischer New Wave

    Genug drum herum gequatscht: Wie sieht’s denn mit der Musik aus? Das diesjährige Line Up bestand aus run 70 musikalischen Acts, Workshops, Zirkus und Theater unter anderem mit: Wanda, Crystal Fighters, La Femme, Edwin Rosen, The Vaccines, Leoniden, Royel Otis, ÄTNA, Berq, Charlotte Adigéry & Bolis Pupul, Fatoni, Paula Carolina, Rachel Chinouriri, Derya Yildirim, Say Yes Dog, TRÄNEN, Futurebae und vielen mehr. Das persönliche Highlight ist natürlich total subjektiv, aber wir möchten euch trotzdem nicht unsere persönlichen Favoriten vorenthalten:

    Für den Zuckerschock direkt zu Beginn des Festivals haben die Tiny Wolves gesorgt. Der Kinderchor hat mit Klassikern von Coldplay und Co. direkt mal die Messlatte an Emotionalität ganz hoch gesetzt. Weiter ging es mit starken deutschsprachigen Acts: Paula Carolina, Marie Curry, Kasi und Buntspecht haben direkt angeschlossen. Vor allem Paula Carolina und ihre Band haben uns mit ihrer Energie und ausgefallenen Dance Moves überzeugt.

    Mit voller Energie ging es auch an den folgenden Tagen weiter. Der Freitag war vollgepackt mit Garanten der guten Musik: Leoniden, La Femme, Ätna, Get Jealous. Die große Überraschung war Bukahara, denn die Band war bis zum Festival beginn nur ein „secret act“ – es wusste also keine*r, dass sich die Indie vierköpfige Indie-Band hinter diesem Label versteckt. Dabei hätte es wohl einen passenderen Act für den Slot geben können. Besonders gefreut haben wir uns aber auch auf Royel Otis. Die Newcomer aus Australien sind innerhalb eines Jahres mit ihrem Album „Sofa King“ durch die Decke gegangen. Vermutlich angestoßen durch den TikTok-Erfolg ihres Covers „Murder on The Dancefloor„. Auf der Festivalbühne konnten die Australier aber auch mit ihren gefühlvollen Balladen punkten.

    Unser Geheimtipp (der für euch hoffentlich bald keiner mehr ist): Picture Parlour. Die female fronted Indie-Rockband aus Manchester bringt so eine Energie auf die Bühne, dass das Publikum gar nicht anders kann, als im Takt mitzuwippen und sich die Seele aus dem Leib zu grölen – genauso wie es Sängerin Katherine Parlour selbst vorgibt.

    Zugegeben waren wir am Samstag schon etwas mitgenommen vom bisherigen Festivalwochenende, aber nach einer Runde Aqua Fitness im Freibad und der Lesung von Miriam Davoudvandi ging es unaufhaltsam weiter mit guter Musik. Zwischen türkisch-deutschen Indie Folk Sounds von Engin und klassischem Rap von Fatoni stich vor allem die britische Pop-Sängerin Rachel Chinouriri mit geballter Portion Guter Laune auf der Bühne heraus – denn die war richtig ansteckend. Auch die passenden Dance Moves konnte die 25-Jährige uns präsentieren und hat den Bereich um die Bühne im Handumdrehen in eine Wohlfühloase verwandelt. Zum Abschluss hat NNDW-Liebling Edwin Rosen in mystischer Atmosphäre neue Songs präsentiert und seinen Fans versichert, dass er sich jetzt Zeit nimmt für neue Releases. Was für ein Versprechen zum Festivalabschluss!

    Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich das Appletree Garden Festival für das nächste Jahr gleich mal im Kalender notieren: 31.07. – 02.08.2025. Sehen wir uns da? Bis dahin könnt ihr hier nochmal die Banger des diesjährigen Line Ups nachhören:

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    Fotos: Anna Wyszomierska, Anna Niere

  • untoldency proudly presents: JUNKYARD OPEN AIR am 25.08.2024 in Dortmund

    untoldency proudly presents: JUNKYARD OPEN AIR am 25.08.2024 in Dortmund

    Am 25.08.2024 feiert das JUNKYARD OPEN AIR in Dortmund das Ausläuten der Festival-Saison mit einem Tag voller guter Vibes, Spaß und einem Newcomer:innen-Line Up vom Feinsten: Lena&Linus, Zartmann und jolle gehören zu den angesagtesten deutschen Durchstarter*innen 2024 – die gemeinsame Bubble der Acts trifft sich perfekt bei Indie, Pop und Rap. Alle Infos zum Festival und den Ticketlink findet ihr hier.


    Unkompliziert und gechillt steigt das kleine, feine Open Air im alternativen Kulturzentrum auf dem Gelände eines ehemaligen Schrottplatzes im Dortmunder Norden. Der urbane Ruhrgebietsflair sorgt dafür, dass die Stimmung entspannt, aber immer noch edgy und undergroundig bleibt – das JUNKYARD-Gelände hat die perfekte Größe für ein Geheim-Tipp-Prädikat und lädt ein zum Abhängen mit friends, der chosen family und guter Musik. Ein Tag Escape, Abfahrt und Musik von dreamy-emotional bis druckvollem Partyspass.

    Lena&Linus, Zartmann und jolle sind die Newcomer, die man gesehen 2024 haben muss. Das Line Up vom JUNKYARD OPEN AIR ist die perfekte Gelegenheit für alte und neue Fans, die auf richtig gute neue deutsche Musik stehen: Authentisch und berührend, von zart bis heftig. Neben dem Live-Happening gibt es beim JUNKYARD OPEN AIR auch Streetart- und Upcycling-Projekte, etwa Dortmunds größtes „Graffiti-Mural“, die die Atmosphäre bereichern – alles am Start für einen richtig guten Tag. 


    LENA&LINUS

    Mit den 2023 erschienenen EPs „Fühlst du dich allein?“ und „Sekundenschlaf“ gelang LENA&LINUS der Step in die nächste Liga. Ihr emotionalen Songs sprechen der Gen Z aus der Seele und machen sofort verliebt, ihre ehrliche Art wird enorm gefeiert. Ihre zweite Headliner-„Sekundenschlaf Tour 2024“ war so gut wie ausverkauft. Während sie auch schon regelmäßig Gäste auf großen Festivals sind (Deichbrand, Puls Open Air, Stadt ohne Meer, Das Ding, About You Pangea), ist hier die Gelegenheit, diesen starken Act nah und ungefiltert zu erleben. Live mit ihrer Band sind LENA&LINUS auf alle Fälle ein Feuerzeug- und Anlehn-Moment. Echtes Highlight!

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    ZARTMANN

    2024 ist sowas von sein Jahr: Sowohl sein eigenes Open Air Æden zum Release des Knallers „Rotkäppchen“ als auch seine Mini-Headlinertour „Einmal Hamburg und zurück 2024“ waren restlos ausverkauft. ZARTMANN legt hinter und auf der Bühne ein unglaubliches Tempo vor: Seine Shows sind Abriss mit Absage, es wird getanzt, gefeiert und im Moshpit an Endorphinen nicht gespart. Während er auch auf große Bühnen wie auf die vom Superbloom oder die vom Reeperbahn Festival eingeladen wird, geht er am heftigsten ab, wenn er sich direkt in die Menge katapultieren kann. Hier also die perfekte Gelegenheit!

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    JOLLE

    2022 machte jolle die ersten Steps im Musikbusiness und schon 2023 wurde sie vom preisgekrönten All-Female-Label 365XX gesignt. Ihr Rap-beeinflusster Pop-Sound lässt sich nicht von Genre-Grenzen einengen.  Sie fängt die Zwischentöne menschlicher Emotionen perfekt ein und baut darum derbe urbane und tanzbare Clubtempo-Beats. Und alles extrem nahbar in den deutschsprachigen Texten. Mit „Diffus“ erschien ihre Debüt-EP Ende 2023, mit „Parisienne“ und „Laster (feat. Wurms)“ ließ jolle 2024 zwei weitere Singles folgen. Definitiv eines der heißesten Newcomer*innen-Themen!

    https://youtu.be/pclQ9xPJBFo?si=bwg6oUd_e7M_Xosh

    Wenn das mal nicht nach einem vielversprechenden Festivaltag klingt? Wenn ihr jetzt genauso viel Bock auf das JUNKYARD OPEN AIR habt (verstehen wir), dann fackelt doch einfach nicht lange und besorgt euch eure Tickets, so lange sie noch verfügbar sind. Die bekommt ihr ganz easy über den nachfolgenden Button:

    Und haltet in den nächsten Wochen auch gerne eure Augen auf unserem Instagram-Profil offen, eventuell haben wir da für den/die eine/n oder andere/n noch eine SUPERCOOLE Überraschung geplant. Wenn es soweit ist, erfahrt ihr das natürlich auch hier.

  • untoldency proudly presents: Raketenumschau “Ist es die Euphorie?“ Tour 2024

    untoldency proudly presents: Raketenumschau “Ist es die Euphorie?“ Tour 2024

    „Stell dir vor, du stehst in der dritten Reihe bei einem Konzert. Du weißt irgendwie nichts mit dir und deinen Beinen anzufangen. Richtig tanzen kannst und willst du nicht und irgendwie ist das doch auch peinlich, oder? Du schaust auf die Bühne. Und da stolpern die vier Typen mindestens genauso unbeholfen hin und her, aber irgendwie scheinen sie an dieser Stolperei Gefallen gefunden zu haben. Ob das peinlich ist, scheint sich da keiner mehr zu fragen, es scheint einfach verdammt viel Spaß zu machen.“

    Holt euch die Euphorie ab in folgenden Städten:

    Das ist die Spotify-Bio von Raketenumschau, der neuen Indie-Rock Band, die in den nächsten Jahren alle eure Lieblingsplaylists durchmischen wird. Am bewährtesten funktioniert das live, deshalb werden sie im Ende September die Chance nutzen und sich in viele Indie-Herzen spielen – davon sind wir überzeugt. Deshalb freuen wir uns, euch die Tour präsentieren zu dürfen! Auf ganz direktem Wege also hier eine Empfehlung, das mal live zu erleben:

    21.08.2024 – Hamburg, Freundlich + Kompetent
    22.09.2024 – Greifswald, Huschecke

    23.09.2024 – Berlin, Badehaus
    27.09.2024 – Landshut, Rocketclub (Support)
    28.09.2024 – Köln, Stereo Wonderland
    02.10.2024 – Nürnberg, MUZ
    03.10.2024 – Augsburg, Soho Stage
    09.10.2024 – München, Strom
    11.10.2024 – Wien, Rhiz
    12.10.2024 – Esslingen, Komma

    Wie die Euphorie dann klingen könnte, zeigen euch Raketenumschau hier (gebt den Jungs zwei Minuten, um zu koordinieren, wer denn nun für das Musikvideo verantwortlich ist – es lohnt sich!)

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    Wer da dabei sein und die Newcomer-Band auf dem Weg nach ganz unterstützen mag, folgt hier direkt dem Ticketlink:

    Wir sehen uns da!

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    Fotocredit: Ramon Brussog

  • untoldency proudly presents: Youth Culture Festival am 06.07.2024 in Wiesbaden

    untoldency proudly presents: Youth Culture Festival am 06.07.2024 in Wiesbaden

    Das Youth Culture Festival geht in die nächste Runde und wir sind dabei! Am 06.07.2024 findet ihr wieder ein sorgfältig kuratiertes Line Up in zentraler Lage Wiesbadens. Der Kulturpark am Schlachthof dient als süßes Plätzchen zum Tanzen, Verweilen und miteinander Quatschen. Das Festival wird von jungen Erwachsenen ehrenamtlich organisiert und durchgeführt und hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendkultur zu fördern und zu feiern.

    Fotocredit: Paula Tauber

    Auch in diesem Jahr sind ein Paar unserer absoluten Lieblingsartists am Start. SERPENTIN, Urbannino und Leocardo DiNaprio werden garantiert für einen unvergesslichen Tag sorgen. Auch in die lokalen Artists des Line Ups lohnt es sich definitiv rein zu schnuppern. Alles von Rock und Pop Punk, über Elektropop, hinzu Dark- und New Wave ist vertreten. In den vergangenen Jahren durften hierfür bereits unter anderem Mia Morgan, Flawless Issues, Donkey Kid, Amilli und SALÒ nach Wiesbaden anreisen. Vor Ort wird es außerdem vegetarisches und veganes Essen geben, sowie interessante Stände zum Erkunden. Dazu kommt: Das Gelände ist unbeschränkt begehbar und somit für alle kostenlos! Anders als bei kommerziellen Veranstaltungen, steht der selbstgemachte, persönliche und kreative Aspekt mehr im Vordergrund. 

    Wenn ihr also Lust habt, tolle Livemusik ohne jeglichen Stress in einer angenehmen, familiären Atmosphäre zu erleben, seid ihr hier genau richtig. Packt euch eure Picknickdecken ein und ab geht’s nach Wiesbaden!

    Hier könnt ihr das Festival selbst auschecken.

  • untoldency proudly presents: Tal Arditi am 28.06.2024 in Berlin

    untoldency proudly presents: Tal Arditi am 28.06.2024 in Berlin

    Kennt ihr die Künstler*innen, die sich bei euch ins Herz stehlen sobald ihr sie das erste Mal live seht? Tal Arditi ist einer davon. Das allererste Mal als wir Tal live gesehen haben, war im Huxleys als Support von Black Sea Dahu im Huxleys, Berlin. Ganz alleine auf der großen Bühne mit nur Gitarre und Loop-Station hat er alle mit seiner sympathischen Art verzaubert und mit seinen Songs Ohrwürmer für die folgenden Tage geliefert. Das zweite Mal, als wir ihn live erleben durften, war bei der Aufnahme unserer untold pop up show (coming very soon!). Die Ohrwürmer von diesem Tag tragen uns bis zum 28. Juni, wenn wir Tal Arditi das nächste Mal live sehen werden! Seid ihr dabei?

    Support your local newcomer

    Es ist schwer zu sagen, was genau dieses gewisse Etwas ist, das uns an dem Singer/Songwriter und Produzent so verzaubert. Er verpackt sehr bewegende Texte in einen elektroakustischen Sound mit poppigen Melodien und der genau richtigen Menge Indie-Folk-Wehmut. Verspielt und unverblümt hört man ihm an, dass er schon mit 18 das Jazzstudium geschlossen hat und seinen ganz eigenen Weg in der umkämpften Musikwelt findet.

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    Seine aktuelle EP Open Heart nimmt er nun mit auf ein ganz besonderes Konzert in Berlin! Im PANDA Kulturzentrum wird er am 28.06. eine intime Headline-Show mit voller Bandbesetzung spielen! Wenn wir uns also in einen Künstler und einen Sound verliebt haben, der bisher alleine auf der Bühne stand, dann könnt ihr absehen, mit viel mehr Liebe und Leben seine Songs an diesem Abend in die Herzen anderer Menschen strömen werden. Falls ihr also Tal Arditi noch nicht kennt, könnt ihr ihn in diesen besten Bedingungen für nur schmale 13€ kennenlernen. Nehmt unsere Empfehlung also einfach mal mit und lasst euch auch ein wenig verzaubern!

    Auf unserem Insta-Kanal verlosen wir 1×2 Tickets, wenn ihr also für noch mehr Begleitung Tickets gewinnen wollt, schaut da einfach mal vorbei!

    Davor könnt ihr hier nochmal gegenhören oder euch einstimmen –  jenachdem!

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  • untoldency proudly presents: French Night @ Fête de la Musique am 21.06.2024 in Berlin

    untoldency proudly presents: French Night @ Fête de la Musique am 21.06.2024 in Berlin

    Am längsten Tag des Jahres, am 21. Juni, feiert ganz Berlin. Vielleicht wart ihr schon mal da, vielleicht habt ihr nur davon gehört, vielleicht es euch auch noch ganz neu. Aber am 21. Juni heißt es: alle auf die Straßen für die Musik! Die Fête de la Musique ist das größte und populärste Umsonst-und-draußen Festival Berlins, mit mehreren hundert Standorten in allen Bezirken der Hauptstadt. Seit 1981 entwickelt sich die Idee, gemeinsam den Sommer mit Musik im öffentlichen Raum der Großstädte zu begrüßen und Menschen in ihrer Liebe zur Musik zu vereinen. An dieser Stelle also eine große Empfehlung, das vielfältige Programm der Fête de la Musique mal auszuchecken! Den Abschluss findet sie am 21. Juni im Kesselhaus bei der French Night – die wir präsentieren dürfen!

    Bienvenue à la nuit française

    Nach dem vielfältigen Tagesprogramm wird die Fête de la Musique zur Fête de la nuite. Mit der French Night stellt sie nicht nur den Abschluss der Fête de la Musique dar, sondern würdigt vor allem ihren Ursprung. Ab 23 Uhr werden im Kesselhaus, einer der schönsten Live-Clubs Berlin, neue Klänge und Innovationen aus Frankreich vorgestellt. Dieses Jahr: das Pop-Duo Charlotte Fever aus Paris, welches wir euch ausführlich im Interview vorgestellt haben, und dem Pariser Produzent Airmow, der immersive und fesselnde Klanglandschaften schafft, die ab dem ersten Augenblick in den Bann ziehen.

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    Mehr Informationen

    Das Timing will es, dass zeitgleich zur Fête de la Musique auch die Europameisterschaft stattfindet. Wer Fan des Public Viewing ist, kann direkt vor dem Konzert auf dem Hof der Kulturbrauerei, auf dem sich auch das Kesselhaus befindet, das Spiel Frankreich gegen Niederlande auf großer Leinwand sehen. Anschließend könnt ihr euch von den französischen Künstler*innen bei der French Night entweder auffangen oder weiter euphorisieren lassen – getanzt wird so oder so. Und das alles umsonst! Ist das ein Deal oder ein Deal?

    Der Eintritt ist frei, die Musik ist grandios, die Liebe präsent. Das einzige, was fehlt, seid ihr! Also kommt vorbei! Hier gibt’s alle Infos.

    Schaut auch gerne mal hier auf unserem Instagram-Kanal vorbei, dort verlosen wir eine Goodie Bag der French Night!

    Fotocredit: Emma Birski

  • Group Hug über „Pouring Light From A Jar“

    Group Hug über „Pouring Light From A Jar“

    Ab und zu gehen wir einen Schritt zur Seite und übergeben unsere Plattform an die Künstler*innen selbst. Es gibt keine Vorgaben, keine Regeln, keine Guidelines. Nur ein space, in dem sie selbst ihre Musik in jeglicher kreativer Form vorstellen dürfen. Wir sind jedes Mal auf’s Neue gespannt, was bei rauskommt, und jedes Mal werden wir positiv überrascht! Den Space heute geben wir an Group Hug aka Nicolas Fehr, der mit seiner EP Pouring Light From A Jar Anfang Mai ein fantasievolles, mit Humor und Seele bestücktes Debüt veröffentlicht hat. Inspirationen flossen aus den ersten Monaten der Pandemie, in denen er in Los Angeles gestrandet war – zusammen mit Ilgen-Nur. Diese musikalische Freundschaft und die Erfahrungen in den Staaten wurden der Fluchtpunkt und Impuls für die Songs auf Pouring Light From A Jar. Aber lassen wir ihn einfach mal selbst erzählen:

    „Ich habe mir die Songs von der Pouring Light From A Jar-EP öfters als Soundtrack zu einer Coming-of-Age RomCom vorgestellt und fand es deshalb passend die Songtexte in einem Art Tagebuch-Format zu präsentieren. Als hätte das tagträumende Erzähler-Ich sie im Biologieunterricht aufgekritzelt um die Zeit zu überbrücken und ein wildes Wochenende festzuhalten.“

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    Mit so viel Liebe illustriert, können wir gar nicht anders als direkt die EP zu den Tagebucheinträgen zu hören. Ihr?! Group Hug – Pouring Light From A Jar, absolute untoldency Empfehlung für all die Tage, die sich anfühlen wie ein kleiner Tagtraum:

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