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Trunky Juno, seine neue EP „Good Dog” und strittige Pizzatoppings

Trunky Juno Presspic

Etwas Slacker-Bedroom-Pop aus Nordost-England gefällig? Dann seid ihr mit der neuen EP Good Dog von Trunky Juno sehr gut bedient! Dass sein Lieblingstier der treue beste Freund des Menschen ist, hätte man schon erahnen können. Denn alle seine Cover-Artworks bilden einen der Vierbeiner ab. Nur logisch, dass auch er selbst den Hunden im Gegenzug treu bleibt und neben den Single Artworks auch seine zweite EP nach diesen Good Dogs benennt.

Dabei geht es thematisch nicht wirklich um die felligen Freunde, sondern vielmehr um das Anderssein, merkwürdige soziale Interaktionen und kontroverse Pizzabeläge. Und das alle umhüllt in catchy Melodien, die nach leichten und unbeschwerten Tagen klingen. Also wie gemacht für diese Jahreszeit!


Tropes in pop culture

Mit dem ersten Song der EP greift Trunky Juno eine altbekannte Phrase in der Popkultur auf. Daddy’s Gone For Cigarettes beschreibt die Idee einfach aus dem eigenen Leben auszubrechen. Seine sieben Sachen (und natürlich den Hund) einzupacken, zu sagen, man geht kurz Zigaretten kaufen – und dann nie wieder zurückzukommen. Das Motiv dahinter ist wahrscheinlich einfach der Wunsch nach Freiheit und keine Verantwortungen tragen zu müssen.


“Daddy kissed your head
gone for cigarettes
took the dog instead
never coming back.”


Dabei habe ich mich gefragt, woher diese Redewendung eigentlich kommt. Nach einer nicht all zu langen Internetsuche bin ich auf ein irgendwie unbefriedigendes Ergebnis gestoßen: Es muss wohl einfach wirklich oft im echten Leben passiert sein. Väter sagten, sie würden nur kurz zum Zigarettenkaufen rausgehen (Zigaretten spezifisch, weil Männer damals natürlich keine Lebensmittel einkaufen gegangen wären 🤡) und so wurde dieses Narrativ über Generationen hinweg weitergetragen. Aber eigentlich auch total interessant, dass es dieses Bild immer noch gibt.

Etwas ruhiger und verträumter klingt der zweite Song Favourite Show, der auch einen kleinen nostalgischen Vibe durch die Synthies vermittelt. Trunky Juno sagt selbst über den Song: „From a songwriting perspective it’s definitely the most poppy song I’ve done, but it also still remains very Trunky at its core.“


It’s ok to be a weirdo

In der drittel Singleauskopplung erzählt Trunky Juno dann eine Geschichte, die nach einer halben Ewigkeit Lockdown und Social Distancing sicherlich jeder und jedem in der ein oder anderen Form bekannt vorkommen wird. Diese – wenn auch kurzen – merkwürdigen Momente in sozialen Interaktionen, wenn man nicht richtig weiß, wie man sich verhalten soll oder eben auch nicht verhalten soll. Also ich habe das inzwischen doch schon einige Male erlebt. Trunky Juno will damit die Perspektive einer Person aufzeigen, die ihr Bestes gibt, um nicht komisch rüberzukommen, es dann aber doch irgendwie tut.  

Apropos „it’s ok to be a weirdo“ – Hawaiipizza ist ja auch so ein viel diskutiertes Thema. Spaß beiseite, natürlich darf jede:r essen was sie oder er will. Ich persönlich hege jetzt auch keine so abgrundtiefe Abscheu gegen Ananas als Pizzabelag, aber würde selbst dann doch eher ein anderes Topping wählen. Naja, zurück zu den wichtigen Dingen: Die Musik. In seinem Track Hawaiian Pizza geht es um die Zweisamkeit, den eigenen Happy Place und die Unbeschwertheit – und natürlich um die Hawaii-Pizza im Ofen. Außerdem ist es der letzte Track der EP, der noch nicht im Vorfeld als Singlerelease veröffentlicht wurde.

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