Schlagwort: New Wave

  • MODULAR im Interview: »Ich habe als Künstlerin den Anspruch, immer weiterzugehen«

    MODULAR im Interview: »Ich habe als Künstlerin den Anspruch, immer weiterzugehen«

    Das deutsche New Wave Universum brodelt nach wie vor, entwickelt sich jedoch mittlerweile in viele unterschiedliche Stränge auseinander. So fließt auch die Musik von MODULAR organisch in verschiedene Genrerichtungen. Weg von dem kühlen NNDW Synthie-Beat-Sound der ersten EP, hinüber zu großen Indie, Alt-Pop und sogar orchestralen Klängen auf der in diesem Jahr erschienen Trümmer EP

    Mit dem Song ‚Trümmer dieser Stadt‘ habe ich versucht, alles runterzubrennen: Ganz neuer Sound. Im Musikvideo mache ich mich nackt, um auf allen Ebenen zu symbolisieren, dass ich auf Null gehe und schaue, was danach kommt“, beschreibt die Musikerin. „Eigentlich war der Song als eine NNDW-Tanznummer geplant. Zum Glück ist er dann mit der Zeit ganz natürlich abgebogen und zu dem Sentimental-Pop-Song geworden, der er jetzt ist.

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    Mit den fünf Tracks der EP eröffnet sie sehr persönliche, sowie abstrakte emotionale Welten mit teilweise sphärischen Klängen und einem sich durchziehenden visuellen Konzept. Vor einer Weile habe ich mit MODULAR im Interview über die Entwicklung ihrer Musik, die Neue (Neue) Deutsche Welle, sowie Unsicherheiten auf der Bühne gesprochen. Auf die Frage, wie MODULAR ihre Trümmer EP in einzelnen Worten beschreiben würde, entgegnet sie: „Traurig, Tanzbar, Intim“. Die EP sei, anders als ihre ersten Songs, eine intime Offenbarung und Verarbeitung eigener Lebenssituationen. „Jeder Song ist wie ein Umzug von einer Stadt in die nächste. Auch das Verarbeiten davon, dass sich mein gesamtes soziales Umfeld ändert. Das Konzept der EP ist eine Reise, die ich angetreten habe. Bei ‚Endlich‘ versuche ich dann, mich selbst zu finden.

    Ich hake weiter nach der Bedeutung von kreativen Konzepten nach. MODULAR erzählt mir, dass sie selbst Fan von Artists wie Ashnikko oder Björk ist, weil ihre Künstlerinnenpersönlichkeiten sich durch ihr gesamtes Schaffen ziehen und sich nicht nur auf ein runtergeschriebenes Konzept für ein Werk begrenzen. „Ich glaube ein Outfit oder ein Look kann nicht unpolitisch sein, du kannst als Künstlerin nicht neutral sein, in dem was du trägst. Deshalb ist es mir wichtig, Dinge aufzubrechen. Zeigen, dass ich als Frau im kurzen Rock nicht nur schön anzuschauen bin, sondern auch ernst genommen werde.“ Dass ihre Outfits, Make Up und Haare meistens weiß sind, komme aus dem Interesse an der Bedeutung der Farbe: „Einerseits ist es eine Abgrenzung zu mir selbst, weil ich privat sehr selten weiß trage und andererseits mag ich es mit der Symbolik zu spielen, dass weiß für Unschuld steht. Ich mag es, die Themen zu eröffnen, mit den Sachen, die ich auf der Bühne trage. Ich finde das Aussehen ist ein großes weiteres Fenster, mit dem man sich ausdrücken kann. Das benutze ich sehr gerne.“ Auch ich als Hörerin und Konsumentin finde es eine schönere, spannendere Erfahrung in ein kreatives Gesamtwerk hineingezogen zu werden.

    Trotzdem frage ich mich, ob das als Künstlerin nicht auch Nachteile hat. Kann man da eine klare Grenze ziehen, wo MODULAR beginnt und endet? „Natürlich hat das an manchen Tagen auch Nachteile. Manchmal würde ich lieber auf der Bühne in kuscheliger oversized Hose stehen. Aber gleichzeitig hilft es mir, mehr zum Teil meiner eigenen Kunst zu werden. MODULAR ist auch immer Selena, aber Selena versucht nicht immer MODULAR zu sein„, beschreibt sie.

    Wenn wir schon von übergreifendem Stil und Ästhetik reden, will ich von MODULAR wissen, für welchen Film oder Art von Film ihre Musik der Soundtrack wäre. Ich habe schon ein konkretes Bild vor Augen. Sie freut sich darüber: „Ich finde wenn Musik auch bildlich wirkt, hat man alles erreicht.“ Wir sind uns einig, dass es sich um einen künstlerischen Coming of Age Film handelt. „Der Film sollte in Irland spielen und natürlich analog gefilmt sein. Alles passiert sehr langsam, aber bei Rennfahrer gibt es eine coole Partyszene. Der Film zeigt das Erwachsenwerden der Protagonistin in sehr entschleunigten, aber wunderschön anzuschauenden Szenen.“ Warum ausgerechnet Irland? „Ich will Wind und Mäntel tragen„, erklärt sie grinsend.

    Außerdem unterhalten wir uns über ihren Song Rennfahrer. Mein persönlicher Favorit – ein packend tanzbarer Mix einer starken Portion Drama und Selbstbewusstsein. „Es geht darin vor allem um eine Freundschaft zwischen zwei Girls. Ich war nicht immer supportive gegenüber anderen Mädchen. Es ist total wichtig zu realisieren, dass man Teil dieser internalisierten misogynen Struktur war oder vielleicht noch ist. Früher hatte ich nicht so viele FLINTA*-Freundschaften. Rennfahrer ist ein Song über eine weibliche Freundschaft die mir gar nicht gut getan hat. Da dachte ich aber, ich könnte die sehr enge Freundschaft nicht brechen, nur weil wir als Mädchen zusammenhalten müssten. Im Song löse ich mich tanzend von den Fesseln so einer ungesunden Freundschaft. Ich gehe und die Person kann mich dabei nicht mehr bremsen.

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    Anspielend auf ihren Song Zeit steht, frage ich MODULAR welcher Zustand ihr das Gefühl gibt, die Zeit einfrieren zu lassen. „Kennst du das, wenn man Streit mit einer geliebten Person hat und dann gerade nicht mit einander redet?„, fragt sie zurück und ich nicke nachdenklich. „Das ist für mich ultra schlimm. Ich finde man sollte nie im Streit schlafen gehen. Wahrscheinlich habe ich damit schon Grenzen übertreten, in dem ich unbedingt auf der Stelle den Konflikt klären wollte. Im Streit steht bei mir alles still, man befindet sich in einem luftleeren Vakuum voller Anspannung, die man unbedingt lösen will.“ Dieses Empfinden von Machtlosigkeit stecke für die Musikerin auch hinter der Bedeutung des Songs. Das zerrende und von Ungeduld geplagte Gefühl, wieder in Frieden bei einander sein zu wollen verpackt in Nostalgie getriebenen Wave-Pop. „Aber auch wenn ich mir die politische Lage anschaue, fühle ich mich machtlos. Ich heule viel, ich bin wütend. Man möchte das ganze einfach voranbringen und den Weg zum Guten schneller finden.

    MODULAR erwähnt nebenbei im Gespräch, dass sie auch mit ihrem Vater Musik macht und aufnimmt. Natürlich interessiert mich, wie die gemeinsame Beziehung sich darin verhält. Vor allem, wenn man intime Songs und Geschichten zusammen verarbeitet. „Es ist krank geil„, entgegnet sie lachend. „Wir haben es geschafft uns beide aus den Eltern-Kind-Rollen zu emanzipieren. Im Studio sind wir nicht Papa und Tochter, aber obviously kennen wir uns trotzdem sehr gut. Wir sehen uns als ebenbürtig.“ Das sei manchmal leichter und manchmal schwieriger, entwickle sich aber immer mehr auf dieser schönen und gesunden Ebene auf Augenhöhe.

    Der größte und wichtigste Unterschied der ersten und zweiten EP sei der emotionale Zugang zu MODULAR selbst. „Ich finde Stillstand ist der Tod, deshalb bin ich sehr froh, dass mein Sound, aber auch der Zugang, ehrlicher und emotionaler zu schreiben, sich so weiterentwickelt hat.“ Auf die Frage, ob sie sich selbst der sogenannten Neuen Neuen Deutschen Welle Bubble zuordnen würde, wie ihre Musik oft kategorisiert wird, beschreibt sie: „Die damalige Neue Deutsche Welle war nie eine einzige Musikrichtung, das war eine Bewegung cooler deutschsprachiger Musik. Genretechnisch gibt es das einfach nicht, auch jetzt nicht. Nils Keppel macht zum Beispiel ganz andere Musik als Serpentin. Und das ist auch das, was jetzt passiert: Es gibt einen Boom cooler Musik auf Deutsch. Ich finde es aber schwierig und doof, wenn mir jemand anderes von Außen ein Label aufrückt. Prinzipiell finde ich das eine ultra geile, liebe Community und Bubble. Aber ich habe den Anspruch als Künstlerin, immer weiter zu gehen. Es wäre schade, sich an einem Punkt fest zu fahren. Ich versuche mich weiterzuentwickeln, denke aber das Label NNDW wird weiter bleiben. Das ist auch in Ordnung, ich kämpfe nicht mit Fäusten dagegen.

    MODULARs am meistem gestreamter Song ist ein Cover von Joachim Witts 80er Jahre Hit Goldener Reiter. Ich erzähle von jemandem bei einer kürzlich besuchten Lesung zum Thema Neue Deutsche Welle, der behauptete, was jetzt in der deutschen Musik passiert, ist nicht zu vergleichen, weil keine Rebellion stattfindet. Wir sind uns beide bewusst, dass die Fußstapfen von Grauzone und co. unfassbar große sind. „Ich glaube die Form der Rebellion ist eine andere geworden. Du kannst nicht mehr wirklich mit Musik aufstoßen, weil es so ein Überangebot an verschiedener Musik gibt„, erklärt MODULAR. „Klar sind wir als Musiker*innen in unserer Kunst als Gesamtheit wesentlich unpolitischer, als die Bands der NDW damals. Aber vielleicht ist es für eine männlich gelesene Person schon eine Form von Rebellion über ihre Gefühle zu singen, weil das halt nicht easy ist. Außerdem gehen wir als Bubble weg von diesen Überproduzierten Mega-Popsongs der fettesten Produzenten, sondern gehen alleine mit Laptop in unser Schlafzimmer für Songs. Das ist auch Rebellion, nur zu einer anderen Thematik. Ich finde es aber auch sehr schön, wenn Leute sich nicht nur mit sich selbst in ihren Texten beschäftigen, sondern auch politisch aufschreien.

    Abschließend frage ich die Musikerin traditionell nach einer untold Story, also einem Geheimnis oder einer Geschichte, die sie noch nicht öffentlich erzählt hat. Nach einem lustigen Hin- und Her wird es doch unerwartet ernst. „Ich bodyshame mich übelst, wenn ich auf der Bühne stehe. Oft sehe ich Videos und Fotos von Auftritten und denke ‚Wie siehst du denn aus? Sowas kannst du nicht mehr anziehen‘. Ich bin super gerne extrovertiert auf der Bühne, ich liebe es aufzutreten. Aber in so vielen Fällen mache ich mich danach total für mein Aussehen runter. Solche Gedanken sind auf jeden Fall ein Aspekt, den ich versuche zu ändern. Aber gerade als Person des öffentlichen Lebens, die von Fremden gefilmt wird, denke ich mir währenddessen ‚Seh ich da gerade gut drauf aus? Ist mein Bauch eingezogen? Ist meine Schokoseite im Licht?‘, obwohl ich mich eigentlich freue, wenn jemand mich cool findet und filmen möchte. Ich glaube, das wissen die meisten nicht, dass ich damit auch viele Struggles habe.“ Wir stellen beide fest, dass auch das leider wieder auf internalisierte Misogynie zurückzuführen ist. „Niemals würde ich solche Gedanken über andere Künstler*innen auf der Bühne haben, nur über mich selbst. Das nervt, aber ich denke, ich bin da in einem guten Prozess. Wir sollten einfach mal darüber reden, dass es sich nicht immer geil anfühlt, auf einer Bühne vor Menschen zu stehen.

    Ich bin gespannt, was von MODULAR noch auf uns zu kommen wird. Aktuell ist sie auf Trümmer dieser Stadt-Tour durch Deutschland, hat seit der EP jedoch schon zwei weitere Singles in neuem Soundgewand veröffentlicht. Es ist klar – Die Zukunft ihrer Musik wird vielseitig, aber stets unfassbar schön.

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    Foto Credits: 1. CAPADOL, 2.-3. Fioniversace
  • Eves Jahresrückblick: back to the dark side

    Eves Jahresrückblick: back to the dark side

    Und schon wieder ist ein weiteres Jahr vorüber. Ich will jetzt nicht zu sehr in die Melancholie verfallen, aber etwas anderes geht mit diesem Artikel auch zu Ende: Meine Zeit bei untoldency. Schweren Herzens muss ich unserem Magazin zum Abschied winken. Denn schon seit einiger Zeit finde ich einfach keinen Platz mehr, um mich dem Schreiben in dem Maße zu widmen, wie ich mir und das Team es sich wünschen würde. Aber so ist es nun mal, der Alltag wird immer stressiger und man kommt seinen eigenen Hobbys gar nicht mehr hinterher. Hiermit also… meine letzten Worte (vorerst):

    So chaotisch wie das letzte Jahr und das zuvor, so geht es auch weiter. Viele neue Erfahrungen, aber auch viele unerwartete Veränderungen. Dieses Jahr ist so schnell an mir vorbeigezogen, dass es mir richtig schwergefallen ist, alles, was passiert ist, zu rekonstruieren. Auch mein musikalisches Jahr war von vielem Neuen gezeichnet. Jeden Freitag pack’ ich mir alle erdenklichen Releases in meine Playlist und haste mich diese bis zum folgenden Release Friday durchzuarbeiten. Aber trotzdem haben sich so einige Stammgäste in mein Spotify Wrapped eingeschlichen…


    Back to the dark side

    Ich hatte ja schon angeteasert, dass das Jahr von vielen Veränderungen geprägt war. Die einen positiv, die anderen eher weniger. Und weil mich Veränderungen extrem überfordern, verliere ich mich lieber in Erinnerungen an so wie es mal war. Auch musikalisch hat es mich somit in die Vergangenheit katapultiert. Hier spielten alle meine geliebten Hardcore Bands von vor 10 Jahren (wow ich klinge hier wirklich alt) die Hauptrolle. Jetzt wo alle um einen herum heiraten und Kinder kriegen, spiel’ ich dann lieber wieder 16 sein und höre Bands wie Movements, Bring Me The Horizon, Seahaven und Citizen. Mein absolutes Highlight dieses Jahr: Meine allerliebste Band in dem Genre Balance and Composure hat nach 6 Jahren wieder eine Single veröffentlicht. Andere honorable mentions wären hier cleopatrick und Sperling.

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    Eine neue Ära

    Neben den alten Bekannten aus meiner Hardcore-Zeit hab ich dieses Jahr eine Riesen-Neuentdeckung gemacht. Dank geht raus an Josy. Sehr late to the party, aber veliebt hab ich mich 2023 in Sleep Token. Beschreiben kann ich die Musik sehr schlecht, denn die Band, die völlig anonym auftritt, kombiniert gefühlt jedes erdenkliche Genre so gekonnt miteinander, dass jeder einzelne Song für unendliche Überraschungen sorgt. Man nehme bloß „The Summoning“ …mein absoluter Favourite.

    Ich weiß noch genau, wie ich reagiert hab, als ich den Song zum ersten Mal gehört hab. Auf Empfehlung einer Freundin hab ich frühs auf dem Weg zur Arbeit im Zug auf Play gedrückt und mich erstmal richtig erschrocken. Auf den Metal-achtigen Start hab ich mich überhaupt nicht vorbereitet. Ich muss sagen, dass ich von den ersten Sekunden etwas abgetan war, den aus der Zeit, wo ich das gehört hab, bin ich schon lange raus. Doch in den 6:35 Minuten wird man auf eine völlig verrückte Reise mitgenommen. Von Metal, zu leisen Klängen, über Rap bis hin zu Erotik – es ist alles dabei. Hört selbst rein!

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    Neue neue (deutsche) Welle

    Obwohl mein Leben hier in Belgien sich beinahe ausschließlich in Englisch abspielt, bleib’ ich meinem Heimatland musikalisch treu. Meine Lieblingsentdeckung hier war TYM – ein Mix aus Elektro, New Wave, Pop und ordentlich Experimentierfreude. Neben TYM brachten mich auch SERPENTIN, Saiya Tiaw, NILS KEPPEL, SKUPPIN, TEMMIS und GAST an regnerischen Tagen zum Nachdenken (Weiterer Gedanke: Wieso schreiben sich eigentlich so viele New Wave Artists mit Großbuchstaben?)

    International konnten distraction4ever, Death Bells, King Krule und The Drums mein New Wave-Herz erobern.

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    Leichte Kost

    Aber es war nicht alles so schwer verdaulich… Auch ein paar leichte Klänge haben sich in meiner Listening History zurückgefunden. Ein Wiederholungstäter hat sich dieses Jahr natürlich wieder einen Platz unter meinen Lieblingskünstler:innen gesichert: The amazing Gus Dapperton. Kleine Empfehlung hier: Wenn ihr die Chance habt ihn und seine Band live zu sehen, kauft euch ein Ticket. Es war eine der most wholesome Shows, die ich dieses Jahr besuchen durfte 🙂


    Und eine weitere Neuentdeckung darf hier natürlich auch nicht fehlen: die Girls von The Beaches. Ich hatte das Glück die Power-Ladies live zu sehen und bei der Souveränität und Coolness prompt den Wunsch gehabt, selbst eine Girlband zu gründen.


    Ich bin raus

    Und das war’s auch schon! Mit diesem Artikel, mit diesem Jahr und leider auch mit meiner Zeit bei untoldency. Ich möchte mich bei Jule und Anna für die schöne Zeit bedanken und die Möglichkeit, meine chaotischen Gedanken halbwegs verständlich runterzuschreiben und das Wort „melancholisch“ viel zu oft zu tippen. Aber auch für den Mut, dieses Magazin auf die Beine zu stellen und es gemeinsam mit dem tollen Team zu dem gemacht zu haben, was es jetzt ist: ein Safespace für alle Musikliebhaber:innen.

    Danke für die schöne Zeit und auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen!

    Jetzt bleibt mir noch ein wenig Eigenwerbung für die dazugehörige Playlist zu machen: Hört rein!


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  • untoldency proudly presents: BANDE Konzert mit MODULAR, Lyschko und Absteige am 28.10.2023 in Mainz

    untoldency proudly presents: BANDE Konzert mit MODULAR, Lyschko und Absteige am 28.10.2023 in Mainz

    Mainz erwartet ein musikalisches Highlight: Die BANDE Konzertreihe geht am 28. Oktober 2023 in die dritte Ruhe und verwandelt den Kulturclub schon schön in einen glänzenden Ort für düsteren NNDW. Auch diesmal erwartet euch ein einzigartiges, ausgewähltes Line-up: Lyschko, Absteige und MODULAR werden für eine Show voller Kreativität, Energie und Begeisterung sorgen. Die von MODULAR selbst organisierte Konzertreihe setzt nicht nur auf gut kombinierte Line Ups innerhalb der deutschen NNDW, New Wave und Post-Punk-Szene, sondern unterstützt vor allem gezielt FLINTA* Artists, um ihnen in einem von Männern dominierten Genre die Plattform zu geben, die ihnen zusteht.


    MODULAR

    MODULARs Musik nimmt das Publikum mit auf eine Reise von hypnotischen Beats bis hin zu abstrakten Klangwelten. Die Bühne wird zum Spielfeld für ihre Energie und progressiven Sound. Dabei vermengt sie geschickt das Dunkle und das Schöne, das Warme und das Kalte, und erschafft so eine einzigartige Neuinterpretation der romantischen 80er-Jahre Nostalgie. Es gelingt ihr mit ihrer Musik, besondere Räume zu schaffen, in denen man sich fallen lassen und verlieren möchte.

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    Lyschko

    Lyschko aus Nordrhein-Westfalen verkörpern die Melodien der Neuen Neuen Deutschen Welle und Post Punk perfekt in sich. Ihre Musik ist ein kraftvoller Mix aus brutalistischem Pop und tiefgründigen Texten. In ihren Songs spiegeln sich Frustration und Ängste ihrer Generation wider, gepaart mit utopischen Visionen von Veränderung und Überwindung. Lina Holzrichters Stimme transportiert viele Ebenen mit sich und lässt lässt ihre Musik als etwas ganz eigenes aufleben. Auf ihrem Debütalbum Brennen entstehen filmartige Bilder im Kopf, die die die Hörenden so schnell nicht mehr loslassen. Lyschkos Musik ist ein Spiegelbild von Unsicherheiten und großen Träumen.

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    Absteige

    Absteige sang sich mit ihrer rohen Leidenschaft im Post-Punk-Stil direkt in die Herzen der Bubble. Die Texte der Newcomerin bewegen sich zwischen euphorischen Vorstellungen von düsteren Tänzen, Vampiren und den schmerzhaften Facetten unerwiderten Liebeskummers. Ihre Musik reicht von 80er- Jahre-inspiriertem Gothic Rock bis zu aktueller NNDW und tanzbarem, futuristischem Electroclash. Musik, um alleine im Nachtbus zu sitzen und von fernen Realitäten zu träumen. Absteige spricht jene an, die Raum für Dunkelheit und Intensität in ihrem Inneren finden.

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    Die erste Ausgabe der BANDE-Konzerte fand Ende Mai im prall gefüllten Molotow in Hamburg mit SERPENTIN, Larasüß, Mia Morgan, MODULAR und Kerker statt. Ohne Zweifel hat man die unvergleichliche Energie, gegenseitige Unterstützung und Faszination für einander an dem Abend wahrgenommen. Ein Raum, eine Bühne und ein gedanklicher Space, der eben mal nicht größtenteils von Männern bespielt wird, hat so viel zu bieten! MODULAR, Lyschko und Absteige werden an diesem Abend ganz sicher wieder zu etwas kreieren, das hoffentlich nur der Anfang für etwas ganz Großes ist und Platz für Diversität, bewegende Musik und junge Talente schafft.

    Tickets für das Konzert gibt es HIER.

    BILDET BANDEN!

  • untoldency proudly presents: Miese Mau „Blumenstrauß“ Album Release Party am 09.06.23 in Berlin

    Miese Mau präsentiert neues Album „Blumenstrauß“ auf eigener Release Party im Humboldthain.

    Es ist soweit: Miese Mau präsentiert sein kommendes neues Album „Blumenstrauß“ auf einer besonderen Release Show in Berlin. Hier könnt ihr als erstes die neuen Songs des Musikers live erleben und euch von seinem Sound begeistern lassen. Im Stil der Neuen Neuen deutschen Welle zwischen Emotionen, Synthies, Drums und Gitarren will er neue Facetten von sich zeigen.

    Miese Mau ist bekannt für seine tiefgründigen Texte und den bewegenden Sound, in dem junge Melancholie mit Reflexion und einer Prise Selbstironie verarbeitet wird, was ihn zu einem besonders berührenden Texter in Mitten der aufsteigenden Musikrichtung macht.

    Nach den Singles „Nasser Hund“ und „Kalte Hände feat. bishkek“ gibt’s im Mai noch einen weiteren musikalischen Vorgeschmack auf das von Max Rieger gemixte Album. Die Release Show am 09. Juni wird ein besonderes Erlebnis in angenehm freundschaftlicher Atmosphäre, denn das ist noch nicht alles: Es wird auch Special Guests geben, die ebenfalls auf der Bühne stehen werden. Lasst euch überraschen – New Wave Liebhaber*innen werden nicht enttäuscht sein.

    Tickets für die Release Show sind ab sofort erhältlich. Das Event wird voraussichtlich ausverkauft sein, also am besten nicht verschlafen! Auch wir freuen uns schon sehr auf neue Songs von Miese Mau und darauf, die direkt live zu hören.

    Hier klicken für Tickets.

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    Poster: Jette Hielscher / Foto: Dominik Friess
  • Brenda Blitz im Interview: „Es fällt mir schwer, mich nach Strukturen von anderen zu richten“

    Brenda Blitz im Interview: „Es fällt mir schwer, mich nach Strukturen von anderen zu richten“

    Brenda Blitz veröffentliche im Juli ihre neue EP „Schock Herzbrand“. Sie ist schrill, mutig, aufregend und nimmt kein Blatt vor den Mund. So wie Brenda eben auch. Auf 6 Tracks zeigt Brenda Blitz, wer sie ist und dass es Gründe gibt, wieso man ihr zuhören sollte. Nach Supportshows für Querbeat, Ok Kid und Das Moped bewies sie, was sie live drauf hat und wie mitreisend ihr Auftreten funktioniert. Außerdem ist Brenda diesen Monat für den popNRW-Preis nominiert.

    Schock Herzbrand macht, ebenso wie ihr Debüt-Vorgänger, vor allem Spaß und lädt zum tanzen ein. Wobei dennoch sowohl textlich, als auch produktionstechnisch, eine deutliche Weiterentwicklung zu erkennen ist. Wir sind gespannt, was Brenda noch für uns in Zukunft bereit hält, denn an Energie und Motivation mangelt es ihr offensichtlich auf keinen Fall.

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    Brenda Blitz im Interview

    Dascha: Hi, schön, dass das geklappt hat. Magst du dich mal vorstellen, für alle, die dich noch nicht kennen?

    Brenda Blitz: Voll gerne. Ich bin Brenda Blitz. Aber eigentlich sag ich, auch auf der Bühne, lieber „Wir sind Brenda Blitz“, weil mein ganzes Team dazugehört. Also ja, ich bin Brenda und mache Wave-Pop.

    Dascha: Und wie würdest du deine Musik in drei Adjektiven beschreiben?

    Brenda Blitz: Auf jeden Fall knallig. Und, das ist zwar kein Adjektiv, aber: immer mit doppeltem Boden. Das find ich total wichtig. Der Sound ist ja meistens so treibend und happy, aber Themen nicht immer so. Also vor allem bei den neuen Songs sind Text und Melodie meistens konträr zu einander. Und als drittes experimentierfreudig.

    Dascha: Deine neue EP „Schock Herzbrand“ ist ja im Juli erschienen. Was war währenddessen die größte Herausforderung für dich und was die größte Freude?

    Brenda Blitz: Als ich die EP angefangen habe, habe ich noch nicht so unglaublich lange Musik gemacht und für mich war die größte Herausforderung, sie so klingen zu lassen, als würde ich schon ganz lange Musik machen. Ich wollte viele Einflüsse einbringen, mich an vielen verschiedenen Stilelementen bedienen, ich wollte einfach alles, was ich bin da reinpacken. Ich wollte einen Wiedererkennungswert erschaffen und mich von meiner vorherigen EP abheben. Im Endeffekt hab ich dann einfach gemacht. Die größten Herausforderungen kamen immer in den Zwischenschritten. Das Studio, wo ich aufgenommen hab, ist auf dem Land, dann musste ich Tausend Mal hin und her fahren. Die ganzen Fertigstellungsprozesse, die durchgemachten Nächte, die ganzen Leute, die wir bezahlen mussten, die Förderungen an den Start zu bekommen… Das hat so eine große Infrastruktur eine EP auf die Beine zu stellen. Also die Herausforderung lag darin, dass ich das alles so gut, groß und professionell wie möglich machen wollte. Ich glaube die Kapazität dieses Projekts war ein bisschen größer als ich. Ich dachte zwischendrin, dass ich das nicht packe, aber habe es doch durchgezogen. Es waren harte 1 ½ Jahre. Die größte Freude war, als alles fertig war und ich gemerkt hab, dass wir alles richtig gemacht haben. Ich musste anfangen zu weinen, als ich die fertige EP dann gehört habe, das war krass. Auch Nick, mit dem ich das produziert habe, hatte Tränen in den Augen und ich dachte okay, das ist ein gutes Zeichen, dass man was spürt. Ich glaube, das war die Antwort auf alles: Wenn ich nicht geweint hätte, hätte ich was falsch gemacht.

    Dascha: Voll schön! Du hast die Worte „Schock Herzbrand“ schon 2019 in deiner Single Durchsichtig erwähnt. Wieso wurde das nun der Titel deiner EP?

    Brenda Blitz: Ich hab einfach Wortschöpfungen oder neu definierte Begriffe, die ich gerne mag. Und den Ausdruck „Schock Herzbrand“ gibt es quasi ja noch gar nicht. Ich fand es war eine schöne Antwort darauf, dass ich aus der ersten EP etwas mitgenommen hab. Außerdem passt es einfach so gut zu dem Gefühl der Platte, dieses Verliebtsein, dass das Herz weh tut. Ich hab diese grätschigen Gitarren da drin, die manchmal viel zu hoch sind und fast weh tun. Einfach so reizüberflutend wie das Leben halt. Das war also nicht geplant, ich habe einfach überlegt und gemerkt, dass der Begriff mega gut passt.

    Dascha: Finde diese Wortschöpfung ruft einem mitten ins Gesicht. Von dem Song Energievampir bin ich großer Fan. Was raubt dir die Energie und was gibt dir Energie?

    Brenda Blitz: Menschen, jeder Art, die mir nicht gut tun, rauben mir die Energie. In dem Song geht’s ja auch nicht um eine klassische Beziehung, sondern um eine Art von Freundschaft. Außerdem Ungerechtigkeit. Dazu gehören auch Strukturen in der Musikbranche. Da gibt’s richtige Energiezieher, wo man sich so ungerecht behandelt fühlt. Dinge, die mir Energie geben, sind aber gute Freundschaften. Und Sport und Ernährung, damit kann ich meine Stimmung um 180 Grad umdrehen, wenn’s mir schlecht geht. Wenn ich einen neuen Track gemacht habe, gibt mir das auch richtig viel Energie. Ich würde sagen im Endeffekt ist es wirklich sehr entscheidend, was für Menschen man um sich rumhat, ob man Energie bekommt oder sie entzogen wird.

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    Dascha: Du hast außerdem einen Song auf der EP mit dem Titel 17. darin besingst du das Lebensgefühl aus der Perspektive eines Teenies. Was würdest der 17 jährigen Brenda heute raten?

    Brenda Blitz: Ich würde ihr raten, weniger Drogen zu nehmen. (lacht) Ich würde das heute nie machen. Meinem 17 jährigen Ich würde ich sagen „Ey, hör auf zu ballern und fang mal an Musik zu machen“. Ich würde ihr auch raten keine Energie an irgendwelche daher gelaufenen Typen zu verschwenden. Wenn ich die Zeit, die ich in Männer investiert habe, in Gitarren investiert hätte, wär ich heute Jimi Hendrix. (lacht) Aber im Endeffekt ist ja alles gut, ich bin jetzt hier, wo ich bin. Ist ja auch wichtig, dass man solche Phasen hatte, in denen man sich um nichts Gedanken gemacht hat, außer darum, wie das nächste Wochenende aussieht. Ich würde mir im Nachhinein aber raten nicht erst mit Anfang 20 richtig mit der Musik anzufangen. Einfach gesagt „Mach früher das, was dich weiter bringt“.

    Dascha: Und wie kamst du dann dazu Musik zu machen?

    Brenda Blitz: Eigentlich wollte ich das schon seit ich klein bin, habe mich aber für viele unterschiedliche kreative Dinge interessiert. Ich hab auch mal im Theater gearbeitet, manchmal beim Film, ich konnte immer vielen kreativen Spaten etwas abgewinnen. Dann hab ich aber gemerkt, dass die Musik mich von allen am meisten angezogen hat. 2019 habe ich mir gesagt „du machst das jetzt richtig“ und habe es dann angefangen durchzuziehen. Ich war auf einem Festival und dachte „Du willst da oben doch auch stehen“. Außerdem tu ich es mir mit Anstellungsverhältnissen sehr schwer. Ich hatte schon 28 verschiedene Jobs gehabt. Das liegt auch daran, dass ich mit Autoritäten so schwer klar komme. Auch in der Schule schon. Es fällt mir schwer, mich nach Strukturen von anderen zu richten. Das ist an Musik als Job auch so cool, dass man da so frei ist. Das ist jetzt drei Jahre her, seit ich gesagt hab ich ziehe das jetzt zu 100% durch. Und ich war damals wirklich bei 0. Ich kannte nicht eine Person, die Instrumente spielt und kein Studio, kannte gar keine Veranstalter*in oder so. Aber in mir war ein Feuer, das man nicht löschen konnte.

    Dascha: Und wenn du von dem Moment sprichst, in dem du wusstest, du willst das auch machen und auf einer Bühne stehen willst: Ist es jetzt so, wie du es dir in dem Moment vorgestellt hast?

    Brenda Blitz: Voll gute Frage. Manchmal, manchmal. Ich hatte natürlich vergessen, dass man nicht direkt bei einer ausverkauften Bühne startet wie zum Beispiel bei Nina Chuba. Künstler*innenwege können ja sehr unterschiedlich sein. Ich hätte mir damals nicht vorstellen können, dass es manchmal auch gar keinen Spaß machen wird. Der Sommer war auch ziemlich durchmischt, was die Liveshows anging. Wenn man sieht, dass Leute Spaß haben und sogar mitsingen, dann ist es so, wie ich es mir vorgestellt habe. Dass die Leute vor der Bühne einfach eine gute Zeit haben und es meine Aufgabe ist, ihr Freitagabend zu sein. Aber insgesamt ist es definitiv härter, als ich es mir vorgestellt habe. Ich liebe es wahnsinnig, aber es gibt viele anstrengende Momente. Die mich aber nicht 1cm davon wegtreiben würden.

    Dascha: Du meintest ja der Live-Sommer war durchmischt. Wieso hattest du das Gefühl?

    Brenda Blitz: Seit Anfang des Jahres hab ich eine Booking Agentur und ich habe gesagt, ich will dieses Jahr überall spielen, wo es möglich ist. Das Konzept: Wir nehmen alles mit. Aber dadurch hat sich rausgestellt, dass nicht unbedingt der richtige Weg ist. Ich denke da immer an das Altstadtfest in Trier. Das zählt zu den negativen Erlebnissen. Das war halt so ein dörfliches Stadtfest mit Bratwurst. Finde ich eigentlich mega cool, dass man sagt man bringt genau an solche Orte mal keine Coverband, sondern etwas ganz neues. Aber leider ist das nicht ganz so aufgegangen, weil das Publikum überhaupt nicht dafür da war. Da waren im Endeffekt nur noch drei Leute vor der Bühne, das war schon frustrierend. Und ich habe gemerkt, da gehör ich irgendwie nicht hin.

    Außerdem hab ich auch Konzerte gespielt wo kaum oder gar keine Gage da war. Die Range war sehr groß, von 0 bis 1200 € war diesen Sommer alles dabei. Man redet ja oft nicht offen über Gagen. Da frage ich mich manchmal schon, was andere Bands, die vielleicht nur white Dudes sind, bekommen. Ich mag es nicht, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt. Wahrscheinlich habe ich dieses Jahr auch festgestellt, dass es bei Festivals keine Sache von „Wir haben kein Geld“, sondern viel mehr eine Sache der Umverteilung ist. Der Main-Act kriegt ja meistens 80 % des Gesamtbudgets und für die kleinen Bands bleibt kaum etwas übrig. Das ist unfair, aber eben ein strukturelles Problem. Niemand würde in seinem Job gerne 20 Cent pro Stunde verdienen. Das macht mich schon traurig, ich möchte nämlich immer alles geben und die beste Show abliefern. Ich nehme teilweise allein für den Hinweg 6-7 Stunden auf mich, schleppe mich tot, schlafe im Zug und bin total kaputt. Wenn ich mir dann zurück ein Ticket am Bahnhof kaufe, ist meine Gage dann manchmal schon weg. Ist nicht immer so, aber kam oft vor. Da hat man schon das Gefühl, dass man nicht wertgeschätzt wird. Es gab zum Glück auch sehr geile Konzerte und Festivals, wo alles gestimmt hat. Was war für dich das coolste Festival oder Konzert dieses Jahr?

    Dascha: Ja voll, da hast du Recht. Jetzt spontan würde ich sagen das Stadt Ohne Meer Festival, das ist jedes Jahr eines der schönsten Erlebnisse des Jahres für mich. Das ist auch in meiner Heimat, also ein richtiges Herzensding.

    Brenda Blitz: Das war auch mein absolutes Lieblingsfestival. Die Leute waren alle super sweet und fair, sowohl vor, als auch hinter der Bühne.

    Dascha: Du meintest ja bei den negativen Auftrittserfahrungen war das Publikum nicht passend. Ich denke, es gibt viele Menschen, die einfach nicht bereit sind, sich auf etwas außerhalb ihres gewohnten Kreises einzulassen. Was würdest du sagen, muss man wissen oder verstehen, um Brenda Blitz zu verstehen? Wie kann man sich besser darauf einlassen?

    Brenda Blitz: Ich glaube, es ist ein Gefühl. Entweder du fühlst es oder du fühlst es nicht. Man kann ja auch niemanden dazu zwinge, etwas zu mögen. Ich fühl Trap zum Beispiel überhaupt nicht. Hip-Hop ist ja oft politisch, das ist cool und gut zu wissen, aber trotzdem erreicht mich der Sound einfach nicht. Da kann ich mir solche Liveshows egal wie oft anschauen, ich fühl’s nicht. Ich glaube manchen geht es so mit Brenda Blitz, aber das ist auch voll okay. Andersrum merke ich auch, dass wenn jemand davon gecatched ist, er oder sie das dann gar nicht richtig erklären kann. Ein Brenda Blitz-Gefühl haben oder eben keins.

    Dascha: Passend dazu: Was für Komplimente hörst du am liebsten zu deiner Musik? Was freut dich am meisten?

    Brenda Blitz: Also ich freue mich generell immer über alles, was mir schönes gesagt wird. Das aller schönste was mir wahrscheinlich gesagt wurde war von ein einem sweeten Teeniepärchen. Die meinten, als sie zusammengekommen sind, haben sie immer zusammen Küss Mich gehört. Das ist so cool, Teil von einem Erlebnis zu sein. Das kennt ja jeder, wenn man verliebt ist und einen Song auf Dauerschleife hört. Man wird für immer diesen Song mit dieser Situation verbinden. Ansonsten ist es auch immer schön, wenn jemand sowas sagt wie „Ich hatte eine schlechte Woche, aber dein Auftritt hat mir grad viel gegeben“. Wenn man Leute ein bisschen aus ihrem Alltag rausfischen konnte. Dafür macht man es ja auch. Ich freu mich aber sehr über detailliertes Profi-Feedback und wenn Leute auf kleine Akzente achten.

    Dascha: Und was würdest du dir wünschen, was die neue EP in den Hörer*innen auslösen soll?

    Brenda Blitz: Ich würde gerne eine neue Ebene aufmachen. Also zeigen, dass noch mehr möglich ist und dass Dinge nicht immer so sind, wie man denkt. Dinge sind nicht so festgefahren, wie sie scheinen. Auch soundmäßig würde ich gerne Horizonte erweitern. Die EP ist schon poppig geworden, aber es ist trotzdem ein alternativer Sound. Ich find’s cool, wenn Leute dadurch vielleicht eine Form von Musik kennen lernen, die sie vorher nicht kannten. Ansonsten auch noch eine Art Selbstermächtigung durch die Texte. Und auch, dass man den Humor und die Fähigkeit über sich selbst zu lachen nicht verlieren darf. Natürlich hoffe ich auch, dass die Leute bei Nicks quietschenden Gitarrensolos genau so mitfiebern und eine gute Zeit damit haben.

    Dascha: Was können wir noch von dir erwarten? Was sind deine kommenden Ziele und Träume?

    Brenda Blitz: Also ich bin schon an den nächsten Tracks dran. Ich hab ganz viele politische Skizzen bei mir rumliegen, bei denen ich immer unsicher war, ob ich sie rausbringen soll, weil es so aneckende Themen sind. Eins meiner Ziele ist also politischer in der Musik zu werden. Ansonsten auch meine Liveshow. Ich möchte eine unglaubliche Show auf die Beine stellen. Dafür wünsche ich mir, dass die Gagen bald gut genug sind, damit ich alle Tänzer*innen auf der Bühne immer dabei haben kann, wie ich es mir vorstelle. Es soll richtig aufregend werden. Und auch, dass Brenda Blitz sich bei den Leuten festsetzt, dass mehr Leute das kennenlernen.

    Dascha: Dann bin ich gespannt darauf! Deine Musik geht ja auch in Richtung New Wave. Hörst du in deiner Freizeit viel solcher Musik?

    Brenda Blitz: Das war auf jeden Fall meine erste Inspiration. New Wave war die erste Musik, bei der ich wirklich was gespürt habe. Auch in der Schule sind damals alle auf ihre Charts-Partys gegangen, ich war aber immer eher nischig unterwegs. Also nicht nur New Wave, auch viel Talking Heads, The Cure, The Smiths, Joy Division, die ganzen Klassiker. Ich hab daraus total viel gezogen. Aber auch von den neuen Bands in der Richtung, Black Marble zum Beispiel. Mittlerweile hör ich sowas aber weniger und jetzt auch viele poppigere Sachen, nicht nur ganz dunkle Sachen. Dua Lipa und HAIM zum Beispiel. Ich find das so geil produziert, da achte ich viel drauf. Aber ich höre immer noch gar keine deutschsprachige Musik.

    Dascha: Echt? Das hätte ich nicht gedacht.

    Brenda Blitz: Das Moped, mit denen ich auf Tour war, die sind mal wieder eine coole deutschsprachige Band. Und Drangsal mag ich auch. Aber ansonsten wirklich gar nichts. Inzwischen bin ich aber viel offener geworden, was das angeht. Ich interessiere mich jetzt auch für Musik in den Charts, das hätte ich früher niemals gedacht. Es ist einfach spannend sich mit Popkultur zu beschäftigen.

    Dascha: Cool, wie sich das ändert. Deine Musik klingt ja auch eher uplifting als dunkel. Ich bedanke mich für deine Zeit und deine Antworten!

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    Foto Credit: Frederike Wetzels
  • Exklusive Videopremiere: Traumatin und „Nur zu weit“

    Exklusive Videopremiere: Traumatin und „Nur zu weit“

    Hallo Alle, die genau wie wir der Neuen Neuen Deutschen Welle verfallen sind. Zu unseren Gunsten tauchen immer mehr Künstler:innen in dieser Bubble auf und beglücken uns mit Melancholie, übermäßigem Reverb und den schönsten Synths überhaupt. Dass wir bei untoldency große Fans von dem Ganzen sind, ist ja spätestens, seit dem wir dem Genre eine eigene Playlist (hier) gewidmet haben, nicht mehr zu leugnen.

    In genau dieser Blase finden wir auch Traumatin, welcher nun seit einigen Monaten mein persönlicher Geheimtipp ist, wieder. Vor knapp einem Jahr hat er mit Genug und Ich verdien dich nicht seine ersten Singles auf Spotify veröffentlicht. Zweitere ist mit über 20.000 Streams übrigens auch die bisher meistgehörte. If u ask me, Tendenz ganz safe steigend. 

    Da alle guten Dinge drei sind, kann ich meinen Favoriten auf keinen Fall unerwähnt lassen. Dieser trägt den Namen schließ bitte ab wenn ich geh und ist mindestens genauso vollgepackt mit Gefühlen, Melancholie und einer eindeutig herauszuhörenden großen Menge Schmerz.

    Alle besseren Dinge sind vier

    Kommen wir aber mal zum Anlass dieses Artikels. Das sehnsüchtige Warten auf weitere Lieder hat nämlich ein Ende! Passend zum Herbst gibt es jetzt einen weiteren Song, zu welchem man perfekt Nachts, alleine in der Kälte, im Regen stehend auf den Bus warten kann. Mit Nur zu weit veröffentlicht Traumatin (welcher übrigens nicht Martin heißt, just FYI) seinen vierten Track. Und -aufgepasst- auch sein erstes Musikvideo. Jenes dürfen wir euch hier heute präsentieren!

    Dunkle Nacht, helle Lichter, schnelle Cuts und Zigaretten
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    Im Video von Nur zu weit zieht die Protagonistin ohne erkennbares Ziel durch die Berliner Nacht. Dabei kommen vor allem die Lichter der dunklen Stadt besonders zur Geltung. Passend zum 80’s Wave Sound wird das Video natürlich in analoger Optik gehalten. Es wird von vielen dramatischen Cuts, Effekten und vereinzelten in Handschrift animierten Textzeilen geschmückt und unterstreicht damit bestens sowohl den Klang als auch die Lyrik.

    Erst wenn die Flut mich dann verschluckt
    Merkst du, dass ich gar nicht schwimmen kann

    Damit hab ich meiner Begeisterung genug Raum gegeben, hört und schaut euch Nur zu weit von Traumatin am allerbesten selbst an. I promise, ich hab nicht zu viel versprochen. Und da ich weiß, dass man nachdem man das Video gesehen hat, man nicht mehr genug bekommt, kannst du hier gleich auch die anderen Songs hören.

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  • Playlist: new wave universe

    Playlist: new wave universe

    Kommt, wir surfen gemeinsam auf der Neuen Neuen (Deutschen) Welle!

    Nena, Falco, Peter Schilling und Grauzone – diese Musiker*innen prägten unter anderem den Sound der 1980er-Jahre, besser bekannt als die Neue Deutsche Welle. Wofür ich meine Eltern früher noch belächelt habe und beschämt dachte „Oh Gott, nicht schon wieder 99 Luftballons oder Major Tom„, erwische ich mich heute selbst zu diesen Songs mitwippen. Dazu sind aber mittlerweile auch britische Bands wie The Smiths oder The Cure gekommen, die mir gezeigt haben, dass die New Wave Bewegung der 80er noch so viel zu bieten hat als auf Dorfparties „Der Kommisar“ laut mitzugröhlen.

    New Wave feiert sein Revival!

    Für alle, denen es genauso geht, habe ich eine gute Nachricht: Die Neue Deutsche Welle ist zurück! Und sie überschwemmt nicht nur Deutschland, sondern den halben Globus. Besonders beliebt ist sie dabei vor allem in Russland. Die (für mich) hart klingende russische Sprache vereint sich perfekt mit dem schnellen, forschen Sound der New Wave.

    Zur Vereinfachung: Wenn ich hier von New Wave rede, meine ich ab jetzt übrigens die aktuelle Bewegung und nicht die der 80er-Jahre. Doch was macht die New Wave Songs eigentlich aus? Wenn es ein Rezept für die Songs des Genres geben würde, dann sähe das wahrscheinlich ungefähr so aus:

    • eine Prise (Post-)Punk
    • eine Prise Psychedelic
    • ganz viel E-Gitarre
    • minimalistischer Synthesizer-Sound

    Und all diese Zutaten werden schnell und hektisch zusammengemischt auf einen schnellen Beat -wichtig ist der sich wiederholende, maschinelle Sound. Der Text ist mal mehr, mal weniger gut verständlich und wird von einer meist exzentrisch klingenden Stimme untermalt. Dass diese Beschreibung sehr vereinfacht ist und natürlich nicht jedem Song gerecht wird, erklärt sich von selbst. Aber als Grundgerüst für die New Wave Songs der Gegenwart funktioniert es ganz gut.

    Das Gesicht der Neuen Neuen Deutschen Welle: Edwin Rosen
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    Er ist wohl unter allen Indie und Dark Wave-Liebhaber*innen DER Künstler, um den man momentan einfach nicht herumkommt: Edwin Rosen. Für mich war seine Musik quasi die Tür in die Welt des New Wave. „1119“ war Ende 2020 der Song, der endgültig zu verstehen gegeben hat, dass deutsche Texte ja doch gar nicht so beschissen sind, wie ich lange Zeit gedacht habe, und nach und nach hat sich der Sound so sehr in mein Herz gespielt, dass meine Playlists voller Edwin Rosen-Songs waren (und immer noch sind).

    Neben dem Sound-Rezept, was ich vorhin schon versucht hab, zusammen zu basteln, vereint die deutschen Künstler*innen der New Wave-Bewegung auch die Inhalte der Texte. Sie sprechen die Ängste, Sorgen und verstohlenen Gedanken einer Generation aus. Ich nenne es gerne die Lasten der verlorenen Jugend – eine Jugend, die sich von exzessiven Parties zu Lockdown und unerfüllten Hoffnungen schleppt. Kein Wunder, dass vor allem seit Beginn der Pandemie die Songs so fleißig gestreamt werden. Wer kann sich nicht besser mit Songs über unausgesprochenes Verlangen, unerfüllte Wünsche und das Bedürfnis nach Nähe identifizieren, wenn man alleine zuhause vor seinem Bildschirm hockt. Klare Worte, die aus der Seele sprechen, sind genau das, was wir gerade brauchen! Hier mal ein kleiner Auszug:

    „Melancholie ist meine Boje, Distanz ist meine Flut“ – SALÒ

    „Ich verschwende meine Hoffnung und alles zerfällt“ – Edwin Rosen

    „Zeig mir was dich hält, hinter dieser Welt, die morgen schon zerfällt“ – Nils Keppel

    „Auf dem Zenit meiner Jugend hab ich vergessen, was Anstand heißt“ – Carlo Karacho

    „Wie ein Buch, das ich einst las, dessen Titel ich vergaß. Oder war es Murks?“ – Gwen Dolyn

    „Wie geht das scheiß Leben und was macht einen Sinn? Ich laufe vor mir davon“ – BRUCH

    Bleiben wir also nochmal kurz in der Bubble der deutschen New Wave Künstler*innen, denn da gibt es abseits von Edwin Rosen noch eine große Menge echt guter Artists. Mein neuester Liebling ist sind die Newcomer Temmis aus Tübingen. Ihr Song „Wenn du da bist“ hat sich in nur wenigen Wochen zu meinem Favoriten in der Playlist hochgemausert. Hinzu kommt, dass die Jungs live eine ungemeine Energie auf die Bühne bringen, die ich nur selten auf Konzerten erlebt habe. Ich durfte Temmis beim Club festival Pop Salon in Osnabrück sehen und bin jetzt sehr hyped für neue Songs auf ihrem Spotify Profil – denn davon haben sie auf jeden Fall noch ein paar parat.

    „Alles dreht sich, Uhrenblätter. Doch es dreht sich nicht zum Besseren“

    Ein paar weitere Künstler*innen, die ihr auf euren Radar packen solltet und die sich perfekt in das Edwin Rosen-Universum einreihen: Nils Keppel, Borninmay, Miese Mau, Gwen Dolyn, Yowlandi, Brenda Blitz, Steintor Herrenchor, diggidaniel.

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    „Ich finde Deutsch und Russisch sind sich von der Härte oder vom Gefühl schon ähnlich. Ich hab so eine wilde Theorie, dass jemand, der die deutsche Sprache beherrscht, diese selbe Härte sucht, mit der man irgendwie connecten kann“. Das hat Luis Ake letztes Jahr im Interview mit Dascha über den Song „Hey Du/Эй, Ты“ gesagt. Auch, wenn ich kein Wort Russisch verstehe, stimme ich ihm da zu. Vor allem in den Songs der New Wave funktioniert diese Kombination für mich perfekt.

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    Natürlich funktioniert das Revival der New Wave nicht nur auf Deutsch und Russisch oder einem Mix aus beidem. In der Playlist findet ihr deshalb auch Songs auf Französisch, Spanisch, Niederländisch und Englisch – letzteres ist wahrscheinlich wenig überraschend. Also gebt dem Ganzen doch einfach mal eine Chance und hört hier rein:

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    Fotocredit: Universal Music

  • Evelin und die emotionale Fahrt in die Sehnsucht

    Evelin und die emotionale Fahrt in die Sehnsucht

    Ich muss ehrlich sein, als ich so an meinen Jahresrückblick gedacht habe und worüber ich schreiben möchte, war ich massiv überfordert. Ich habe das ganze Jahr so viel Musik gehört, um genau zu sein 80.586 Minuten laut Spotify, da sind fast 2 Monate durchgehend. Aber was ist eigentlich hängengeblieben?

    Mein Goldfischgedächtnis konnte mir da nicht so wirklich weiterhelfen. Mein Spotify Wrapped schon eher. Bevor ich dazu komme… Shoutout an mein How Bad Is Your Streaming Music? Roundup. Wenn jemand weiß, was mir das sagen soll, hit me up.

    Jedenfalls habe ich dieses Jahr sehr viel neue Musik gehört, deshalb die Verwirrung. Ich habe auch kurz eine Ausfahrt Richtung K-Pop gemacht, bin dann aber auch schon wieder auf der Indie-Schnellstraße gelandet. Deshalb dachte ich mir, leite ich euch einfach durch die Songs durch, die ich in bestimmten Situationen und Gefühlslagen rauf und runter gehört habe. Eine Reise durch Sehnsuchtsgefühle, Flucht und Loslassen. Neuentdeckungen, meine persönlichen Dauerbrenner, es ist alles dabei. So, here we go!



    Ich, wie ich auf den verregneten Asphalt starre

    Lasst uns die Lieder, die das wohl unangenehmste Gefühl auslösen, gleich hinter uns bringen: die Depri-Songs… Lieben wir es nicht alle, ab und an in ein wenig Selbstmitleid zu planschen? Ich jedenfalls zu oft, obwohl das wahrscheinlich mehr Selbstsabotage als Wohlsein fördert.

    Gerade als ich den Text hier so schreibe, höre ich durch meine selbst zusammengestellte Jahresrückblick Playlist und der erste Song der spielt ist Long Way Off von Sam Fender. Ich bin mir zu 100 % sicher, dass ich von diesem Intro nie gelangweilt sein werde, egal wie oft ich es auch höre. Obwohl das Album Seventeen Going Under nicht allzu lang her erschienen ist, hab ich diesen Song so oft gespielt, dass es fürs ganze Jahr reicht, um in meinem Spotify Wrapped seinen festen Platz zu bekommen.

    Zwar keine Neuentdeckung dieses Jahres, aber genauso geht es mir mit Schmyt und Poseidon. Der mit Abstand geilste Schmyt-Song für mich. Er schafft es, eine ganze Welt mithilfe von gelungenen Metaphern und der im wahrsten Sinne des Wortes tiefen Melodie zu schaffen. Die Thematik des Songs wiegt sehr schwer und trotzdem kann man sich nur darin verlieben. Und in diesem Sinne darf ich hier auf keinen Fall die tolle Novaa vergessen. Mit ihrem Talent, schwermütige Themen mit ihrer sanften Stimme, so wunderschön wie keiner es kann, zu verpacken, hat sie sich dieses Jahr schnell einen Platz bei meinen Lieblings-Künstler:innen gesichert. An dieser Stelle: Hört euch bitte This Ain’t Your Home an. Ein unfassbar wichtiger Song und wie schön ist bitte dieses Artwork?!

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    In dieser Auswahl finden sich die meisten Schätze, die ich dieses Jahr neu entdeckt habe: u. a. School of X mit seiner unverkennbaren Stimme,. Tilman, die Newcomer-Band aus der Nähe meiner Heimat mit den poetischen Texten. NIGHT FLIGHT mit ihrer subtilen Mystik und viele mehr.


    Ich, wie die Sonne meinen aus dem Auto gestreckten Arm streicht 

    Mit Sicherheit möchten die meisten von uns aus der momentanen Situation entfliehen. Da wünsche ich mir, dass Paralleluniversen tatsächlich existieren. Oder wenn sie das tun, dann möchte ich bitte ein Reiseticket reservieren. In der Zwischenzeit habe ich hier ein paar Songs für euch, die eure Reiselust noch schlimmer machen. Ich entschuldige mich hiermit für alle Frustration und Sehnsucht, die ich damit erwecke. Aber es sind nun mal richtig gute Songs 😀

    Für Ben Howard habe ich schon immer viel Liebe übrig, aber das diesjährige Album Collections From The Whiteout hat mich wirklich begeistert. Meine Liebeserklärung bekommt ihr hier nochmal zu lesen. Aber besonders hat es mir Rookery angetan. So leicht und beflügelt der Song klingt, kann man nur dahinschmelzen. Wenn’s doch etwas mehr Energie sein soll, rate ich euch ganz stark an, The Pressure von VARLEY in eure Roadtrip Playlist aufzunehmen. Obwohl jeder andere Song von der Band aus Berlin da auch perfekt reinpasst.

    Zu meiner größten Neuentdeckung dieses Jahr: Die russische Band Увула. So gut wie jeder Song begeistert mich hier, aber für einen lauen Sommerabend mit einer guten Menge Wein und hurbeligen Gewippe ist Увидел другой der perfekte Soundtrack. Shoutout geht an Dascha raus, durch die ich die zweite Hälfte des Jahres Russian New Wave für mich entdeckt habe. Nicht nur musikalisch geil, sondern auch für mein mehr als eingefrorenes Russisch. Mama wäre stolz 😀

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    Ich wie ich meinem Teenager-Ich nach London folge

    Dieser emotionale Abschnitt schließt direkt weiter an die Reisesehnsucht an. Hier steht eine Band ganz besonders im Mittelpunkt. Nämlich ISLAND. Die britische Band kann seit diesem Jahr mein Herz voll und ganz ihr Eigen nennen. Ich habe schon in meinem Interview mit den Jungs von meiner Liebe zur Musik geschwärmt. Deshalb halte ich mich hier mal zurück und rate euch an, einfach mal durch die komplette Diskografie zu hören. Meine Jahresrückblicks-Playlist könnte auch nur aus ISLAND (und FIBEL) bestehen, aber hier ein paar meiner Favourites: God Forgive, All in My Head, The Day I Die und Try. Als offizieller Ambassador der Band (I wish lol): hört euch die Songs an, ihr werdet es sicher nicht bereuen. Trust me. Zwei weitere Favourites aus der UK, die dasselbe Gefühl in mir wecken, sind die Newcomer FLOWVERS und die immer bezaubernd bleibenden Her’s.


    Ich, wie meine Nachbarn sich über meine Solo-Tanzabende beschweren

    Wer dank TikTok seine Zubettgehzeit immer weiter nach hinten verlagert, dem wird der folgende Song wahrscheinlich bei jedem 3. Video entgegen gekommen sein. Wie oft ich schon zu Cloud 9 von Beach Bunny in meiner Küche wild herumgesprungen bin, kann ich schon gar nicht mehr zählen. Geht aber ja auch nirgends anders gerade 🙁 Als nächstes auf meiner Solo-Kochparty läuft talk to me von der Newcomer-Band UMBER aus Ravensburg. Während ich sehnsüchtig auf mehr von den Jungs warte, nerve ich halt mit diesem Song meine Nachbarn mit meinem Gehüpfe. “Noch eine Newcomerin!” – Kommt sofort! IUMA hab ich durch das c/o pop dieses Jahr entdeckt. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nur drei veröffentlichte Songs, die aber alle Ohrwurm-Potenzial haben. Spiel war bei mir das Jahr über auf Repeat. Ein voll und ganz gelungener runder tanzbarer Banger.

    Mehr Songs zum Abdancen oder trancigen Abdriften, über die es bereits in anderen Artikeln von mir viel zu lesen gab, aber die immer noch übertrieben geil sind: cbb to be sad von IDER, You’re The One von LAUREL und Burning Hour von Jadu Heart.


    Ich, wie ich meiner Post-Hardcore Zeit nachsehe

    Es überrascht mich selbst, aber ich wurde als gequälter Teenager vom Post-Hardcore verschluckt and I regret every single second of it. Na ja, vielleicht nicht jede 😀 Ich bin zwar dieses Jahr nicht zu meinen Pseudo-Emo-Roots zurückgekehrt, habe mich aber wenigstens wieder ins Planschbecken getraut. Für die, die ihrer Emo-Mucke aus der Teenager-Zeit einen hochwertigeren Anstrich verpassen wollen, gibt euch auf jeden Fall Cleopatrick und Nobody Wants You von Junodream. Außerdem geballert habe ich Control von Mannequin Pussy, um die Wiener-Party besonders in diesem Bereich mal zu crashen.


    Ich, wie ich bei tropischer Hitze am Strand das Leben genieße
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    Neben all dem tollen Indie, den ich Tag ein Tag aus höre, hab ich auch wahnsinnig viel für R’n’B und Neo-Soul übrig. In meinen Girl Crush Jorja Smith bin ich ja eh schon Jahre verliebt und das Album Be Right Back hat daran auch nichts geändert. Meine Neuentdeckung dieses Jahr war aber die dominikanisch-italienische Sängerin YEИDRY. Gerade als ich Spotify gecheckt habe, merke ich aber, dass ich etwas spät zur Party erschienen bin. Denn die Gute hören schon über zwei Millionen Menschen.



    Ich, wie ich versuche, cooler zu sein als ich es tatsächlich bin

    Wenn ich mich mal richtig edgy fühlen will, hör ich mir neben Russian New Wave eine meiner deutschen Lieblingsbands an: FIBEL (eine Träne fällt oder auch 27). Die ganze Avatar EP ist eine Eins plus mit Sternchen. Aber der Song, der bei mir in Dauerschleife lief, war wohl Zukunft. Dieselben Badass-Vibes gibt mir die Schweizer-Newcomerin LEILA mit Gun To My Head und Verifiziert mit Butterflies.


    Ich, wie ich mich auf der nächsten Hausparty blamiere

    In dem Bereich gab’s ja dieses Jahr nicht so viel Action, deshalb hier meine Ode an weirde Hauspartys, die so ausarten, dass man ¾ der Personen nicht kennt und keiner so genau weiß, was er hier eigentlich macht. Dance in Room Song von Sipper hat das Konzept voll und ganz verstanden. Zu Blade Runner von einer meiner Lieblings-Neuentdeckungen Supergold irre ich dann durch die Gänge des mir fremden Hauses und suche panisch meine Freund:innen, weil ich zu socially awkward bin und lieber bedröppelt an meinen Drink schlürfe als zu socializen. Sobald der Aperol dann aber kickt, mache ich meine Augen zu und lass zu когда? von источник komplett los.


    So viel zu meiner chaotischen emotionalen Reise in 2021. Natürlich gibt es da noch mehr, wo das herkommt. Wer meine mentalen Zustände genauso nacherleben will, hört sich meinen untold Jahresrückblick 2021 der Reihenfolge nach an. Und wer kein Fan von Ordnung ist, dann ist die Zufallswiedergabe the way to go 😉

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  • Von Doomer-Youtube-Playlists und euphorischen Dauerschleifen: Laras Jahresrückblick

    Von Doomer-Youtube-Playlists und euphorischen Dauerschleifen: Laras Jahresrückblick

    Wenn man meinem Spotify Wrapped Audio Vibe Check Glauben schenken mag, ist mein diesjähriger musikalischer Vibe von Wehmut und Euphorie geprägt. Als ich das gelesen hab, musste ich erst mal lachen. Nicht weil es nicht passt, sondern, weil dieser Vibe Check nicht nur meine im vergangenen Jahr gehörte Musik widerspiegelt, sondern auch mein letztes (aber wahrscheinlich auch das vieler anderer) mehr als passend beschreibt. Ob „wehmütig“ und „euphorisch“ als Beschreibung jetzt paradox oder logisch ist, sei jedem selbst überlassen. In diesem Jahresrückblick stelle ich einige meiner meistgehörtesten und bedeutsamsten Artists vor, bei denen ich es mir nicht verzeihen könnte, diese nicht in die Welt hinauszutragen.


    there is no guilt in pleasure

    First of all, muss ich zugeben, dass im vergangenem Jahr wohl eher der wehmütige Part dominiert hat. Es ist fast ein bisschen peinlich, wie viele Abende ich mit German-Doomers-Youtube-Playlists verbracht habe. Aber, ich versuche mir einfach immer einzureden: there is no guilt in pleasure. Oder so ähnlich zumindest. Auch wenn ich mich jetzt nicht gerade mit der Symbolik des Doomers identifizieren kann, fiel es mir erstaunlich leicht sämtliche Playlists immer und immer wieder durchzuhören. Manchmal braucht man das eben. Und manchmal braucht man das auch ein bisschen mehr. And that’s okay! Wunderschön melancholische, kaputt klingende New Wave/Post Punk Songs, mit den schönsten Bass-Lines überhaupt.

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    German-Doomer-Music Vol. 666 und Soundcloud

    Allen voran, in der deutschen ((New)New) Wave Szene, ist aktuell wahrscheinlich Edwin Rosen. Mit leichter//kälter bekam der Stuttgarter schon im letzten Jahr mietfrei Plätze in meinen Playlists, Ohren und meinem musikalischen Herzens (wow, wie dramatisch). Mit der Ende September erschienenen EP „mitleerenhänden“ und den insgesamt fünf Tracks, welche mit dieser einhergehen, konnte er diese Plätze easy festigen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn der namensgebende Song „mitleerenhänden“ nicht der zuletzt veröffentlichte Song der EP gewesen wäre, dieser mein meistgehörtester Track 2021 geworden wäre.

    Edwin Rosen & Flawless Issues at Oetinger Villa

    Schaut man sich etwas weiter in der aktuell immer populärer werdenden, deutschen Retrowavebewegung um, wird man direkt neben Edwin gleich auf Max Philipp, alias Flawless Issues stoßen. Er selbst beschreibt seine Musik als Surfgoth und Hyperwave. Sein Song „Cut the Rope“ sowie sein Darkwave-Cover „Good Vibrations“ von The Beach Boys haben es mir besonders angetan und liefen, mit den anderen drei auf Spotify veröffentlichten Songs, über das gesamte Jahr verteilt immer wieder in Dauerschleife.

    Wie vorhin schon verraten, habe ich einiges an Zeit auf Soundcloud verbracht. Ein Artist, welcher mir besonders im Kopf und Ohr umher schwirrt, ist diggidaniel. Die Tracks von diggidaniel liegen alle irgendwo zwischen New Wave, House und Pop. Einer meiner meistgehörtesten Songs trägt den schönen Namen vergiss nicht wer du bist (den kannst du hier hören) und ist auch sein bisher erfolgreichstes Piece auf Soundcloud. Mein Nr. 1 Toptrack auf Soundcloud ist ebenfalls von ihm und heisst hilflos vor dir. Und das, obwohl dieser Hit gerade erstmal drei Wochen alt ist. Und das, meine Freunde, heisst schon etwas. Erfreulicherweise ist hilflos vor dir auch der erste Track, welchen diggidaniel auch auf Spotify veröffentlicht hat.

    Wie sollte es auch anders sein, stammt mein liebstes Album des Jahres 2021 ebenfalls aus der „German-Doomers/Retrowave-Bubble“. Mit seinem Album „Rot“ hat Levin Goes Lightly bei mir vor allem mit wunderschönen Lyrics und der perfekten Unperfektheit schwer Eindruck hinterlassen.

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    Alte Liebe neu entfacht

    Jetzt komme ich zu einem Artist, bei dem es einfach weird wäre, wenn ich ihn nicht in meinem Jahresrückblick erwähnen würde. Weird deshalb, weil mich wohl keine anderen Artists so geprägt haben, wie dieser. Und wenn dieser Artist dann auch noch ein Album raushaut, muss man einfach davon schreiben.

    Die Rede ist natürlich von unserem Lieblingspfälzer, welcher auf den Namen Drangsal hört. 2016 habe ich total zufällig den Release von Harieschaim mitbekommen und vor allem Lieder wie Der Ingrimm oder Will ich nur dich haben mich voll und ganz gepackt. Damals war Drangsal noch irgendwie die Grumpy Cat der deutschen Indieszene (shame on me für diesen schrecklichen Vergleich) und hat mich, als damals 14-Jährige, mit dieser speziellen art total fasziniert.

    Aber jetzt genug Geschwafel; Drangsal hat sich im August mit dem Album „Exit Strategy“ zurück gemeldet. And I can not deny, ich war skeptisch. Bei den ersten Singlereleases war ich sogar schon fast etwas enttäuscht. Was ist bloß aus dem etwas vorlauten, rauchenden Bub geworden? Im Nachhinein kann ich sagen, er ist halt obvious einfach erwachsen(er) geworden.

    Ich musste mich selbst erstmal wieder daran erinnern, dass es GUT ist, wenn sich Künstler*innen und Bands weiterentwickeln und eben NICHT nur die Musik machen sollten, die von ihnen erwartet wird, selbst wenn sie nicht mehr denselben Sound haben, durch welchen man sich damals so in diese Band/Artists verknallt hat. Als ich mir diese Phrase nochmal selbst verdeutlicht habe und versucht hab, das Album aus einem neutraleren Standpunkt zu hören, hat es dann auch bei mir sofort „Klick“ gemacht. Und spätestens als ich Drangsal beim Popkulturfestival, einen oder zwei Tage nach Release die neuen Songs live performen gesehen hab, hab ich einfach gemerkt wie gut das ganze alles dem neuen Drangsal steht.


    Highlight
    Tom Taschenmesser, verstehst du nein gut, EP, review, untoldency, untold music, indie, post punk, singer, songwriter,

    Kommen wir zu meinem Highlight. Und das ist nicht etwa meine meistgehörte Platte, sondern die, die im vergangenen Jahr für mich am einprägsamsten war. Keine Platte hat mich 2021 so beschäftigt wie verstehst du nein gut von Tom Taschenmesser. Es ist für mich schon irgendwie etwas mental anstrengend, die EP zu hören. Nicht, weil sie so schrecklich schlecht, oder ähnliches wäre. Ganz im Gegenteil, die Platte ist sowohl musikalisch, als auch lyrisch unglaublich gut. Fast zu gut. Die Lyrics hämmern nämlich einfach direkt mitten auf die Seele und hinterlassen dort bleibenden Eindruck. Eine ausführliche Review findest du übrigens hier.


    Wo ist die Euphorie?

    Mit dieser Überschrift habe ich nicht nur die Band Trümmer zitiert, nein, das ist auch eine Frage an mein Spotify Wrapped. So richtig viel Euphorie habe ich in meinen Top 100 ehrlich gesagt nicht gefunden. Wenige, sind allerdings dann doch vorhanden.

    Denn wenn ich dann mal “happy” Songs gehört habe, dann auch auf voller Lautstärke und in Dauerschleife. Und wenn ich Dauerschleife schreibe, meine ich es auch so. Stunden(bis Tage)lang derselbe Song, ohne Pause? Kein Problem für mich. Und ja, ich wurde auch (berechtigterweise) des öfteren gefragt, warum ich das so mache und wie ich das aushalte, but what can I say; ich habe keine Ahnung. 

    Also; wer es bis hierhin geschafft hat, kommt jetzt in den Genuss, meine wenigen, aber dafür umso besseren euphoric Songs kennenzulernen. Den Anfang macht Declan McKenna mit Why do you feel so down? (Ok, Wow, was für ein euphorischer Titel). Declan habe ich ziemlich zeitgleich mit einer meiner Lieblingsbands Wallows entdeckt, welche es auch immer wieder schaffen meine Stimmung aufzuhellen. Ebenfalls ganz weit oben in meiner Liste ist Luis Ake mit Umweg zu finden. Eine Künstlerin die ich auch schon seit letztem Jahr mit ganzer Kraft verfolge, ist Verifiziert. Mein absoluter Favorit ist und bleibt Rote Gauloises, wobei ich auch alle anderen Tracks wärmstens empfehlen kann.

    Wenn ich schonmal bei deutschsprachigen female Artists bin, komme ich keinesfalls an Alli Neumann vorbei. Vor allem die Tracks Bike Boy und Madonna Whore Komplex haben’s mir angetan. Eine weitere deutsche Newcomerin, die mir dieses Jahr ans Herz gewachsen ist, ist Girlwomen. Let me be honest, als ich Rote Riesen schlafen nicht das erste mal gehört hab, hatte ich ein paar Tränen in den Augen. So ein wunderschöner Text, mit einer noch kraftvolleren Stimme.


    So schlimm war’s nicht

    Glücklicher Weise kann ich sagen, dass mein Jahr gar nicht so arg schlimm war, wie mein überwiegend melancholischer Rückblick vermuten lässt. Ich bin total happy, seit diesem Jahr ein Teil des Untoldency’s sein zu können. Ausserdem kam dieses Jahr wieder so viel gute Musik raus! Das kann einen doch nur freudig stimmen. Man kann erahnen, dass meine Liste an Artists und Bands eigentlich noch um einiges länger wäre. Leider, leider, kann ich nicht alle aufzählen und auf diese eingehen. Sonst würde ich wahrscheinlich nie ein Ende finden. Aber keine Angst, ich hab hier natürlich noch eine Playlist, passend zu meinem Jahresrückblick. Feel free to enjoy it!

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    Fotos: Lara, Philipp Czampiel

  • Luis Ake im Interview: „Liebe ist mein Lieblingshobby“

    Luis Ake im Interview: „Liebe ist mein Lieblingshobby“

    An einem kühlen August-Nachmittag traf ich Luis Ake für ein Gespräch vor seinem Konzert mit Edwin Rosen, mit dem er eine blitzschnell ausverkaufte Tour spielte. Der aufsehenerregende Künstler hat schon jetzt eine auffallende musikalische Entwicklung hingelegt. Wo auf seinem ersten Album noch düstere Songs mit morbidem Beigeschmack lauerten, bieten die neuen Singles mehr Euphorie als Trauer. Songs wie der energische Trance-Hit Sommer zeigen eine ganz neue Facette von Luis und machen neugierig auf das im September erscheinende zweite Album. Ich bin absoluter Fan von beiden Seiten und wünsche mir, dass noch viel mehr Leute das von sich behaupten können.

    Um mich kurz selbst aus einem älteren Artikel über Luis Ake zu zitieren: Hier geben sich Rave und Schlager die Hand. Und jetzt mehr denn je. Während er sich irgendwo zwischen NDW, Schlager, Pop und elektronischer Musik bewegt, gelingt es ihm die Hand freundlich auszustrecken und Hörer:innen mit auf ein Abenteuer zu nehmen. Skurrile Live-Performances, der Wechsel zwischen tiefem Sprechgesang zu hoher Kopfstimme und immer im Retro-Anzug vorzufinden, das alles macht Luis Ake als Erscheinung aus. Man ist sich nicht sicher, ob er nicht gerade aus einer Zeitmaschine gestiegen und eigentlich fremd in der heutigen Zeit ist. Genau das macht ihn wohl so spannend. Während des Konzerts am Abend im Bumann und Sohn beobachtete ich aufmerksam die Blicke des Publikums während seiner Show. Oft war es ein erstaunen und erschrecken, dann ein lachen, dann ein jubeln, dann ein fragendes Gesicht voller „Irgendwie versteh ich das nicht so ganz“. Und ich denke, diese Reaktionen treffen es genau auf den Punkt.

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    Luis Ake im Interview

    Dascha: Hey Luis, wie geht’s dir?

    Luis Ake: Gut, mir geht’s prima. Ich hab viel geschlafen, wenig Kater. Nur ein bisschen. Das ist gut, so kann das Wochenende beginnen.

    Dascha: Sehr schön! Willst du dich mal selbst ein bisschen vorstellen, für die, die dich noch nicht kennen? Und wie würdest du deine Musik selbst beschreiben?

    Luis Ake: Mein Name ist Luis Ake, ich bin 26 Jahre jung und ich mache hauptsächlich Liebeslieder. Popmusik, würde ich sagen. Ich beschäftige mich sehr viel mit dem Thema Liebe. Romantische Liebe, muss man dazu sagen. Oder eher Beziehungsliebe. Romantische Liebe kann ja auch viel anderes sein.

    Dascha: Da du heute Abend hier ein Konzert spielst – Wie läuft die Tour gerade?

    Luis Ake: Gut, es gab schon lange keine Tour mehr, das ist schön jetzt. Wenig schlafen, viel Action, gute Laune die ganze Zeit. Ich kann mich nicht beklagen! Morgen hab ich frei, das ist für mich sehr entspannend.

    Dascha: Gibt’s auch etwas am touren was du nicht so gern magst?

    Luis Ake: Hmmm, also am liebsten bin ich alleine auf Tour. Es ist zwar auch schön mit anderen zu touren, so wie jetzt gerade mit Leuten, die ich richtig gerne mag. Ich toure ja gerade mit Max (Flawless Issues), Edwin (Rosen) und Luca, das sind sehr gute Freunde von mir, deshalb ist es sehr sehr schön. Man kommt halt selten in den Genuss mal kurz einen Moment nur für sich zu haben. Aber das ist nicht schlimm, das gehört einfach dazu. Es gibt eigentlich nichts am touren, das ich gar nicht mag. Außer, dass ich nicht so viele Anzüge mitnehmen kann. Dann werden die schmutzig und das nervt mich ein bisschen. Ich hab jetzt nur zwei dabei für zehn Tage, das muss man sich mal überlegen. Ich reise nämlich gerne mit wenig Gepäck. Lieber hab ich zu wenig, als zu viel dabei. Ich finde beim Packen gibt es eine goldene Regel: Immer die Sache, die man am Ende noch mitnehmen will, nicht mitnehmen.

    Dascha: Und warum?

    Luis Ake: Na dann hat man zu viel dabei. Man muss immer das, was man in Frage stellt mit „nein“ beantworten.

    Dascha: Das werde ich mir für’s nächste Mal merken! Jetzt erscheint ja auch deine nächste Single „Blumen„. Magst du mal was zu dem Hintergrund erzählen? Was bedeuten die Blumen für dich? Deine Mama spricht auf dem Song auch einen Teil, wie kam es dazu?

    Luis Ake: Weil meine Mama eine großartige Frau ist! Und weil sie eine tolle Stimme hat. Dieser Sprechteil in dem Lied hat sich einfach wunderbar dafür angeboten. Sie hat sofort Lust darauf gehabt, meine Mama ist auch großer Fan. So hat sich das perfekt angeboten und ich bin sehr glücklich darüber. Zu dem Lied gibt es eigentlich viel zu sagen. Bald wird ja auch mein Album erscheinen, das ist insgesamt eine größere Arbeit. Da spielen die Songs schon eine entscheidende Rolle, da sie Teile von einem größeren Puzzle sind. Nämlich hab ich eine Maschine erfunden, die Beziehungsfragen beantworten kann. Jedes Lied hat einen Teil in diesem Mechanismus. Die Maschine besteht aus zehn Teilen und ein Teil ist eben das sogenannte Reich der Blumen. Das muss man sich vorstellen wie einen Stadtpark einer sauberen, reichen, gepflegten Kleinstadt und wenn man da hineingeht wird man sich sofort verlieben. In dem Lied an sich geht es darum, dass die Liebe wie eine Blume ist, die man gut pflegen muss. Damit sie groß und stark wachsen kann und damit sie den kalten Winter übersteht.

    Dascha: Das passt auch schon zu meiner nächsten Frage. Hast du dich schon beim Schreiben der Songs auf dem Album thematisch an dem Konzept festgehalten?

    Luis Ake: Die Auswahl der Songs erfolgte so, um jede Facette dieser Beziehungsliebe abzudecken. Diese Liebe ist ein bisschen wie ein Zyklus, der einen immer wieder packt. Ich war frustriert davon, dass ich immer wieder in dem selben Gemütszustand lande, der immer wieder gleich schmerzhaft oder gleich freudig ist. Die Maschine versucht sozusagen diesen Kreislauf zu ergründen, um am Ende größere Gelassenheit für den, der sich damit auseinander setzt, zu garantieren. Es ist sozusagen eine Studie zum Thema Liebe. Die hab ich erst nur für mich gemacht, aber im Rahmen des Albums öffne ich sie. Aber ich habe die Maschine wirklich auch als physisches Objekt gebaut, die wird man dann bei der Platte zu sehen bekommen.

    Dascha: Dann bin gespannt und jetzt echt neugierig. Schreibst du am liebsten nur über Liebe oder kommen auch andere Themen für dich in Frage? Woher nimmst du deine Inhalte?

    Luis Ake: Aus dem Alltag, einfach jeden Tag. Liebe ist mein Lieblingshobby, könnte man sagen. Darüber kann ich mich nicht emanzipieren, über die Macht der Romantik. Und so liegt es auch nah, dass sich das in einer Art Selbsttherapie in meinen Liedern widerspiegelt.

    Dascha: Und wie würdest du sagen hast sich deine Musik von früher zu jetzt verändert? Ich würde schon behauptet, dass sie von düster zu hell gewandelt ist. Was hatte darauf Einfluss?

    Luis Ake: Düstere Musik zu machen bedeutet meistens ja auch düstere Gedanken zu haben und eher Schmerz statt freudige Gefühle zu verarbeiten. Zu der Zeit damals gab es eben eher solche Sachen zu verarbeiten. Es ist total wichtig, dass es das negative Gefühl, was auch unheimlich schön ist, gibt. Trauer, Schmerz, sind ja alles Formen der Verarbeitung. Das ist irgendwie viel leichter zu greifen. Es ist wie ein Kaugummi-artiges Gefühl, man kann es richtig breit treten, man kann sich richtig in der Trauer suhlen. Irgendwie ist es auch schön, es zieht einen richtig nach unten und dann erreicht man den Boden und darunter kommt erstmal nichts. Das heißt man ist erstmal auf einer sicheren Plattform. Man kann es auch auf Dauer ziehen, heute fange ich an einen traurigen Song zu schreiben und ich weiß, morgen bin ich wahrscheinlich immer noch traurig, dann kann ich da wunderbar weitermachen.

    Wohingegen glückliche Lieder, von denen es welche auf dem Album gibt, viel schwieriger zu greifen sind. Das Glücksgefühl ist so flüchtig, es verpufft so schnell. Sobald man es anschaut, ist es schon wieder weg. Davon gibt es immer nur einen kurzen Moment, davon handelt das Lied Ein schöner Traum. So ist innerhalb des Albums auch die Maschine aufgebaut. Das Hohe, die Glücksmomente, die werden mit einer Wolke verglichen. Dann gibt es noch das Tiefe, den Boden. Zwischen diesen zwei Extremen wird Liebe irgendwie verhandelt. Ich wollte dieses Mal alles abdecken, ich denke das ist mir auch ganz gut gelungen. Glückliche Lieder zu schreiben ist viel schwieriger, deswegen habe ich versucht positive Musik mit positiven Gefühlen zu machen. Einfach, weil ich das auch können wollte.

    Dascha: Na dann bin ich auch sehr gespannt auf’s Album. Wie bist du eigentlich dazu gekommen Musik zu machen?

    Luis Ake: Ich bin in einer sehr musikalischen Familie aufgewachsen. Mein Vater ist Gitarrist und meine Mutter ist Sängerin. Da hab ich schon sehr sehr früh Musik gemacht, natürlich auch beeinflusst durch meine Eltern. Musik war immer da und man konnte immer alles fragen. Ich hab früher viel Gitarre gespielt, dann hat sich das so entwickelt und ich hab erst vor zwei Jahren angefangen zu singen. Davor hab ich eher in Bands Gitarre gespielt, viel Produktion, moderne Tanzmusik, Hip Hop alles mögliche. Und jetzt bin ich hier.

    Dascha: Was sind deine Ziele und Pläne, die du in deiner Musiklaufbahn noch erreichen willst?

    Luis Ake: Mich einfach nicht wiederholen. Eine Sache, die ich echt nicht will, ist immer dasselbe zu machen. Es ist einfach eine persönliche Reise, du hast ja auch schon festgestellt, dass sich die Songs verändert haben. Jetzt gerade ist es eine größere Arbeit für mich noch andere Dinge zu ergründen und so muss es einfach weitergehen. Ich will nichts zwei Mal machen. Allein dadurch kommt man ja immer weiter und immer weiter. Ich hab keine bestimmten Ziele, ich will einfach nur glücklich sein, das machen, worauf ich Lust hab und irgendwann sterben. Das wär perfekt so.

    Dascha: Mal kurz zurück zu 2020: Du hast letztes Jahr zusammen mit dem russischen Künstler Dima Midborn den billingiualen Song Hey Du/Эй, Ты gemacht. Der war einer meiner Lieblingssongs des Jahres! Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

    Luis Ake: Der Kontakt kam von außen. Ich hab Fans in Russland, ich bin sehr Russland-affin und mag das Land unheimlich gerne. Ist vielleicht sogar mein Lieblingsland. Ich hör auch viel russische Musik und so war das schon immer ein Traum von mir, dass ich mal einen russischen Song machen kann. Da hat das mit dem Dima super gepasst. Ich denke, das ist eine ganz nette Nummer geworden.

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    Dascha: Geht mir auch so. Ich höre sehr viel russische Musik, deswegen war das eine Kombination, die mir viel Freude bereitet hat.

    Luis Ake: Zweisprachige Songs gibt’s ja auch leider nicht so oft. Ich finde Deutsch und Russisch sind sich von der Härte oder vom Gefühl schon ähnlich. Ich hab so eine wilde Theorie, dass jemand, der die deutsche Sprache beherrscht, diese selbe Härte sucht, mit der man irgendwie connecten kann. Deutsch und Russisch haben so eine natürliche Verbindung, die sind auf einer ähnlichen Wellenlänge, anders als Deutsch und Französisch zum Beispiel. Würdest du mir da zustimmen?

    Dascha: Ja, doch, schon. Wobei ich finde, dass Russisch noch weicher ist als Deutsch.

    Luis Ake: Ja, das stimmt. Vielleicht kommt daher die Faszination vieler Russen und Russinnen für deutsche Musik.

    Dascha: Das kann sein. Es gibt wirklich viele Leute in Russland die deutsche Musik lieben, auch wenn sie es nicht verstehen.

    Luis Ake: Ich habe jetzt auch einen Remix für Nürnberg, eine Band aus Weissrussland, gemacht. Da hab ich zum ersten Mal auf Russisch gesungen, das war cool. Ich würde gerne Russisch lernen und am liebsten für eine längere Zeit dort leben.

    Dascha: Oh, das ist sehr cool! Nürnberg hör ich sehr gerne. Naja, zurück zu Stuttgart. Da gibt es ja schon einige Musiker:innen momentan. Gibt es da deinem Gefühl nach eine feste Szene? Wirkt sich das aufeinander aus?

    Luis Ake: Sicherlich. Ich muss aber gestehen, dass diese Künstler:innen, die gerade im Atemzug mit anderen Stuttgarter:innen genannt werden, erst recht spät kennengelernt hab. Klar, ich war zum Beispiel mit Max Rieger auf der Schule, ich war aber nie in dieser Szene drin. Erst jetzt im nachhinein, als ich gar nicht mehr dort gewohnt hab, hab ich alle kennengelernt. Ich würde mich eher als Einzelgänger beschreiben. Es ist aber trotzdem schön, eine Verbindung zueinander zu haben. Heute sind wir hier wieder eine richtige Stuttgarter Gruppe. Das ist schon ein schönes Gefühl, aber ich hab darüber nie wirklich nachgedacht.

    Dascha: Und wo hast du dann gelebt?

    Luis Ake: Ich hab viel Zeit in Karlsruhe verbracht. Dann in Berlin und mal hier und dort. Ich hatte eigentlich keinen festen Wohnort, immer noch nicht.

    Dascha: Welche Musiker oder Musikerinnen aus Deutschland kannst du empfehlen? Wen magst du im Moment besonders gerne?

    Luis Ake: Gerade mag ich Marion Maerz sehr gerne. Das ist eine Schlagersängerin aus den 60er, Anfang 70er Jahren. Wunderbar, ganz ganz toll, kann ich nur jedem empfehlen. Liebe auf den ersten Blick ist zum Beispiel sehr schön. Das hör ich Moment viel, aber ansonsten immer viel Ausdrucks-Pop und natürlich NDW, da kann man sich nie satthören. Der Schlager, nicht aus dieser Zeit, ist auch immer sehr gut und ergiebig, wenn man sich die Zeit nimmt und sich öffnet.

    Dascha: Ich glaube bei Schlager haben viele diese Blockade im Kopf, dass sie das gar nicht erst an sich ranlassen wollen.

    Luis Ake: Ja, das stimmt! Die hab ich zum Glück nie gehabt. Die will ich auch nie haben. (lacht)

    Dascha: Dann kommen wir auch schon zur letzten Frage: Das ist bei uns immer eine untold story. Also ein Geheimnis, eine Geschichte oder einen Fakt über dich, den noch nicht viele wissen.

    Luis Ake: Auch wenn ich vielleicht nicht so aussehe, versuche ich ein ziemlich primitives Leben zu leben. Ich liebe zum Beispiel Fußball, vor allem den Verein Vfb Stuttgart. Ich bin da ein sehr sehr dedicated Fan. Und ich liebe es KFZ als Hobby zu haben, ich liebe es an Autos rumzuschrauben. Das sind Dinge, die man vielleicht nicht von mir erwarten würde.

    Bis das neue Album von Luis erscheint, könnt ihr euch hier noch an seinen bisherigen Songs erfreuen:

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    Foto Credit: Alexander Theis