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Power Plush im Interview: “Wir wollen einen Safe Space, in dem man das Gefühl hat, sich mitteilen und äußern zu dürfen”

Weicher, sonniger Indie-Pop mit mehrstimmigem Gesang aus Chemnitz, der von ehrlichen Gefühlen handelt. Genau das bieten Power Plush auf ihrer Debüt-EP “Vomiting Emotions“, die vergangenen Monat erschien. Ein Intro und fünf Songs, die beim Hören das warme Gefühl, gut aufgehoben zu sein, hinterlassen. Wie der Titel bereits hindeutet, liegt der Fokus ganz darauf, Emotionen freien Lauf zu lassen und vor allem sie zu zu lassen. Mit dieser süßen Message im Gepäck bringen Svenja, Nino, Maria und Anja die passenden Soundtracks zum Tagträumen an Sonntagen im Bett oder Spaziergängen an lauwarmen Abenden mit. Bereits am Anfang des Jahres habe ich die Band zum Vorstellungsinterview eingeladen (hier geht’s zum Artikel), aber seit dem hat sich bei ihnen eine Menge getan. Power Plush haben einige Gigs und Supportshows für unter anderem Bands wie Von Wegen Lisbeth, Leoniden, Rikas und Pabst gespielt, sind nun beim von Blond gegründeten Musiklabel “Beton Klunker“, haben mehr Songs veröffentlicht und in der Szene Fuß gefasst. Beste Voraussetzungen, um jetzt richtig durchzustarten! Und seien wir ehrlich, wenn man ein Mal die herzliche, liebe Art, die auch in ihren Songs durchkommt, erlebt hat, schließt man die Vier direkt in’s Herz.

Maria und Anja von Power Plush im Interview

Dascha: Hey ihr Lieben, schön, dass das geklappt hat! Könnt ihr euch nochmal vorstellen für alle die euch noch nicht, aber hoffentlich bald, kennen?

Anja (Power Plush): Sehr gerne! Wir sind die Band Power Plush aus Chemnitz und seit letztem Jahr machen wir in dieser Konstellation Musik. Wir sind zu viert: Maria an Gitarre und Vocals, Svenja auch an Gitarre und Vocals, Nino am Schlagzeug und ich, Anja, am Bass und Vocals. Ich würde sagen wir machen dreamy Indie-Pop-Rock und wir bringen jetzt unsere EP raus. Unsere erste!

Dascha: Und wie geht’s euch damit? Seid ihr aufgeregt?

Maria (Power Plush): Schon!

Anja (Power Plush): Es gibt noch ein paar Sachen vorzubereiten und wir machen ja auch noch eine Releaseparty. Währenddessen wird man langsam schon etwas aufgeregt. Ich fange langsam an zu checken, dass die EP jetzt wirklich rauskommt.

Maria (Power Plush): Dito, ich war diese Woche im Record Store und hab mich mit den Menschen dort unterhalten, die wollen Exemplare unserer Platte verkaufen. Das war für mich total absurd, aber auch schön. Ich freu mich darauf, wenn wir in den Plattenladen gehen können und einfach unser Baby da liegt.

Dascha: Wie schön! Und wann hattet ihr die Realisation, dass ihr jetzt wirklich an eurer Debüt EP arbeitet? Hattet ihr so einen bestimmten Moment?

Anja (Power Plush): Ich würde schon sagen, dass wir so einen Moment hatten. So gegen Ende letzten Jahres hatte es sich abgezeichnet, dass wir ziemlich viele gute Songideen haben. Da waren wir kurz vor Release unserer dritten Single und wir dachten “Hmm, jetzt nochmal Singles wär eigentlich Quatsch. Wieso packen wir das nicht in ein Ganzes?”. Und dann dachten wir “Hey, lass uns doch einfach eine EP machen!”. Das war schon so ein Knackpunkt.

Maria (Power Plush): Ja, ich würde auch sagen, Ende letzten Jahres wurde das unser Plan für dieses Jahr. Wir wussten da zwar noch nicht genau, auf was für ein Endprodukt es letztendlich hinauslaufen würde. Aber spätestens als wir uns im Februar getroffen hatten, um über die Produktion zu sprechen, war es klar für uns.

Dascha: Ihr habt eure ersten Singles aber nicht auf die EP gepackt, wieso habt ihr euch dazu entschieden sie wegzulassen?

Anja (Power Plush): Die ersten Singles waren für uns eher viel ausprobieren. Also die EP ist natürlich auch noch viel ausprobiert, aber die Singles waren eher eine Art Vorstellung. Bei den ersten drei Songs hat jede von uns jeweils ein Mal die Mainvocals gesungen. Das war eher so “Lasst uns den Leuten mal ungefähr zeigen wer wir sind!” und auch um für uns rauszufinden, wie es sich anfühlt Sachen zu releasen. Aber damit war das dann abgeschlossen.

Maria (Power Plush): Ich würde mich dem anschließen. Intern haben wir das immer unsere “Vorstellungs-Ära” genannt. (lacht)

Anja (Power Plush): Auf der EP wollten wir dann zeigen was wir in der Zeit schon gelernt haben und anwenden können.

Maria (Power Plush): Die Singles sind ja auch ganz unterschiedlich, einerseits untereinander, aber andererseits auch im Vergleich zur EP. Für uns selbst ist das was ganz getrenntes, da waren wir noch nicht so weit mit unserem Instrumental-Können, so nenne ich es mal, aber auch einfach vom Klang, weil wir jetzt mit anderen Leuten zusammengearbeitet haben.

Dascha: Wie würdet ihr euren Songwriting Prozess beschreiben? Es kommt ja auch nicht so häufig vor, dass es mehrere Mainvocals in einer Band gibt. Denkt ihr, das hat gewisse Vorteile für euch?

Anja (Power Plush): Also die Mainvocals zu wechseln hat auf jeden Fall als Vorteil, dass man sich ein bisschen entspannen kann, wenn man gerade nicht dran ist. (lacht) Was das Songwriting angeht, wir bringen alle immer mal Songskizzen mit, die dann gemeinsam ausgearbeitet werden. Ich glaube ein Vorteil wenn mehrere Leute die Songs schreiben ist, dass es einfach etwas diverser wird. Man kann viel mehr unterschiedliche Ideen in den Prozess reinnehmen. Ich glaube das kann sich nur positiv auf die Songs auswirken.

Maria (Power Plush): Ich finde es auch immer schön einander mit den Stimmen kennenzulernen. Da kann man gucken, welche Stimme in welchem Kontext total gut passt. Manchmal schreibe ich eine Songskizze und denke mir “Uff, das ist ganz schön hoch, da komm ich gar nicht hin”, dann hab ich halt die Möglichkeit Anja zu fragen, ob sie Lust hat das zu singen. So kann man jegliche Ideen auch tatsächlich verwirklichen.

Anja (Power Plush): Genau, da ist einfach mehr Spielraum.

Maria (Power Plush): Das klingt vielleicht seltsam, aber live mag ich es viel lieber nicht zu singen. (lacht) Man kann viel besser viben und sich dem Song hingeben, wenn man nicht an das Mikrofon gebunden ist.

Dascha: Wie habt ihr die Reihenfolge der Tracks bestimmt?

Anja (Power Plush): Also natürlich entscheidet man da auch sehr viel nach Bauchgefühl. Wenn man die Songs aufnimmt lernt man die Songs nochmal ganz neu und intensiv kennen. Bei Smth Cool hatten wir das Gefühl, dass sich da wirklich etwas öffnet und dass der deswegen an den Anfang muss. Das ist so welcoming und so offen und frei, das hätte nicht zum Ende gepasst. So haben wir nach und nach die Tracklist erstellt. Bei Feelz ist es so ein abruptes Ende, dass man denkt “Kommt da jetzt noch was?”. Vielleicht haben die Leute dadurch am Schluss Bock sich die EP nochmal anzuhören. Vielleicht gibt das den Anreiz, dass man mehr möchte.

Dascha: Das hatte bei mir tatsächlich auch diese Wirkung. Ich hab immer vergessen, dass Feelz schon am Ende war und war kurz verwirrt, wieso da nichts kam. Und hab’s dann einfach im Loop laufen lassen.

Maria (Power Plush): Sehr gut, es hat funktioniert! (lacht)

Dascha: Mich hat I Need to Rearrange My Life sehr gecatched, den mag ich sehr sehr gerne. Wollt ihr mal erzählen, was der Hintergrund ist und was für Gedanken dahinter stecken?

Anja (Power Plush): Wir haben zwar keine Corona-Songs geschrieben, aber viele Songs sind halt in dieser ganz akuten Zeit der Pandemie entstanden. Da merkt man schon auch ein bisschen den Einfluss. Das war eine Zeit in der ich viele Entscheidungen treffen musste, von denen ich im Endeffekt dachte, es seien die falschen Entscheidungen, weil es am Anfang nicht so lief, wie ich es mir vorgestellt habe. Und wenn man sich dabei noch in dieser kompletten Ausnahmesituation befindet, denkt man “Du hast alles falsch gemacht, du musst komplett neu starten” und hinterfragt alle Entscheidungen. Dann gerät man in so eine Starre, in der man dann gar nichts mehr macht, weil man einfach mal auf “Stop” oder eher auf “Reset” drücken muss. Aus diesem akuten Gefühl ist der Song entstanden, weil ich dachte “Boah, ich muss jetzt mal alles umstellen”. Obwohl im Endeffekt alles gar nicht so schlimm ist, wie es sich in dem Moment anfühlt.

Dascha: Welcher Gefühl soll die EP an eure Hörer und Hörerinnen vermitteln? Was erhofft ihr euch da?

Maria (Power Plush): Ich glaube unser EP-Titel “Vomiting Emotions” ist da ein bisschen unser Lebensmotto. Wir als Band gehen relativ offen mit Emotionen, Stimmungen und Ängsten um, damit machen wir sehr positive Erfahrungen. Wir wollen den Leuten an die Hand geben, dass wenn sie etwas beschäftigt, Gefühle auskotzen wichtig und gesund ist. Im Idealfall kommt man sich dadurch noch näher und kann ein konkretes Verständnis für einander entwickeln.

Anja (Power Plush): Genau, wir wollen einfach einen Safe Space, in dem man das Gefühl hat, sich mitteilen und äußern zu dürfen. Das ist das, was wir uns immer von unserer Umgebung wünschen und vor allem in der Band auch haben. Das wollen wir auch nach Außen tragen und Leuten mitgeben.

Dascha: So schön! Funfact: Ich finde das Cover trägt zu dem Gefühl bei. Ich bin sehr picky bei Covern und finde das macht viel aus, euer EP-Cover und die von den Singles passen farblich so gut und sieht genauso aus, wie es klingt.

Anja (Power Plush): Oh, danke, das freut uns sehr!

Dascha: Ihr habt euch ja direkt als Band zusammengefunden, beziehungsweise ihr wurdet verkuppelt ohne euch vorher richtig gekannt zu haben. Glaubt ihr, es macht einen Unterschied, ob man sich für die Musik zusammenfindet oder ob man vor der Band schon lange befreundet war?

Anja (Power Plush): Ich glaube schon, dass es einen Unterschied macht. Wenn man vorher befreundet war, hat man ja direkt einen anderen Umgang miteinander und hat nicht erstmal diese Herantast-Phase. Fühl ich mich wohl? Trau ich mich, meine Ideen zu äußern? Sowas. Das hatten zwar sehr stark am Anfang, aber das war eigentlich ganz sweet, weil es uns allen so ging. Ich finde wir hatten extrem Glück, dass wir uns gefunden haben, weil wir uns so gut verstehen. Es gibt bestimmt auch Leute, die sich für die Musik zusammenfinden und dann passt es bei denen doch nicht so gut. Wobei ich glaube, dass wenn man schon ganz jung zusammen angefangen hat Musik zu machen oder aus diesem klassischen Schulband-Kontext kommt, da läuft das alles ganz organisch ab. Weil man sich aus anderen Situationen und die Persönlichkeitsmerkmale schon so gut kennt.

Maria (Power Plush): Wir hatten wirklich Glück! Am Anfang waren wir sehr pragmatisch, aber zum Glück sind schnell Freundschaften daraus entstanden.

Anja (Power Plush): Im Endeffekt gibt es ja nachweislich beide Formen. Aber uns hat es auf keinen Fall geschadet, dass wir uns erst als Band kennengelernt haben. Wir hatten halt extrem diese Energie, um direkt etwas zu veröffentlichen und gleichzeitig extremes Glück, dass wir uns so gern haben.

Dascha: Ich hab letztens an unser Interview im Winter im Lockdown zurück gedacht und daran, dass wir darüber geredet haben, wie geil es wäre, wenigstens mal sorgenfrei ein Bier mit Freund*innen trinken zu gehen. Jetzt sitzen wir hier und im Sommer ist doch noch eine Menge möglich gewesen. Vor allem bei euch, ihr habt ja einige Konzerte und große Supportshows gespielt! Wie war das für euch? Im Lockdown anzufangen Songs zu releasen und jetzt so richtig loszulegen?

Anja (Power Plush): Es war auf jeden Fall crazy. So im Frühling hatten wir schon ein paar Anfragen bekommen, wo wir einfach nur dachten “Geil, wir können ein, zwei Konzerte spielen!” Aber dass es dann so richtig Fahrt angenommen hat, war total verrückt für uns. Es hat ja angefangen mit dem Rikas Konzert in Berlin, wo wir Support waren, das war unser erstes Konzert dieses Jahr und unser erstes Konzert überhaupt zusammen mit Nino am Schlagzeug. Und direkt danach kam die Anfrage für das Leoniden Konzert wo wir uns einfach nur dachten “Whaaaaat?”

Maria (Power Plush): Das war ja so groß und so eine riesen Bühne! 1500 Leute oderso.

Anja (Power Plush): Das war überhaupt nicht vorstellbar für uns. Aber es ist auch einfach geil. Jedes Konzert mach auch einfach so viel Spaß! Wenn wir zusammen auf der Bühne stehen, ist es immer einfach nur schön. Das kann ruhig gerne so weitergehen. (lacht)

Dascha: Hattet ihr auch ein Lieblingskonzert diesen Sommer?

Anja (Power Plush): Ich würde sagen der Atomare Sommer.

Maria (Power Plush): Ja, das war auch einfach ein Heimspiel für uns.

Anja (Power Plush): Da gab es auch unseren aller ersten Moshpit in der Bandgeschichte! Das war schon ziemlich cool.

Maria (Power Plush): Das war so ein schöner Tag, kein Stress, wir hatten ja gar keine Anreise und kannten so viele Leute dort.

Anja (Power Plush): Und die Leoniden waren da! Wir lieben die Leoniden! Die sind einfach so so lieb.

Dascha: Das stimmt! Mal ein etwas anderes Thema – Habt ihr das Gefühl, dass Künstlerinnen und nichtmännlich besetzte Bands in der deutschen Indie-Szene Nachteile erfahren? Falls ja, was wünscht ihr euch für die Zukunft? Was soll sich ändern?

Maria (Power Plush): Das ist ja ein ganz großes Thema, aber aus eigener Erfahrung und von dem, was wir bisher kennen gelernt haben, muss ich sagen, dass es bisher positiv lief. Ich würde das aber auf sehr wichtige Vorarbeit von anderen Bands, wie zum Beispiel Blond, zurückführen. Nichtweibliche Bands legen mittlerweile auch mehr Wert darauf, dass zum Beispiel zumindest ein diverserer Support engagiert ist, damit das Line-Up nicht nur cis-männlich ist. Ich würde sagen, dass es sicherlich noch Nachteile gibt, wir haben die aber noch nicht so gespürt, weil wir ein super gutes Netzwerk und Umfeld haben, das uns unterstützt. Wir haben sehr viel Interesse zu spüren bekommen. Ich glaube es kommt aber auch auf’s Genre an. Bei Hip-Hop und Rap bin ich mir unsicher, wie gut es da für nichtmännliche Acts läuft. Aber generell buchen sehr große Veranstaltungen natürlich immer noch sehr männlich dominiert. Es gibt ja so so viele nichtmännliche Acts, die man buchen könnte. Wir wurden viel gebucht, das ist schön, aber wenn man sich andere Line Ups anschaut, gerade auf Festivals, ist es schon echt ernüchternd. Man fragt sich so “Hä, wo sind denn die ganzen Acts die ich höre, wieso werden die nicht gebucht?”

Anja (Power Plush): Es gab ja nachweislich in den letzten Jahrzehnten auf jeden Fall Nachteile für Frauen in der Musikbranche generell. Die Sichtbarkeit war einfach nicht da. Es gab zwar hin und wieder mal weibliche Bands, aber die hatten nie die Plattform wie männliche Bands. Ich würde sagen, jetzt schaffen es endlich auch nicht cis-männliche Acts Raum einzunehmen. Wir sind zum Glück bisher sehr in einer Bubble, in der sie sich diesen Raum auch nehmen dürfen. Langsam merkt man, da tut sich was und verändert sich was. Was man aber trotzdem manchmal spürt sind Sachen wie, dass man oft mit weiblichen Bands verglichen wird und nicht mit Bands generell. Oder dass einem an manchen Stellen nicht das selbe zu getraut wird wie cis-männlichen Bands oder das von einem bestimmte Sachen erwartet werden. Aber das waren die einzigen Sachen, die wir zu spüren bekommen haben, ansonsten haben wir wirklich Glück. Dadurch, dass mittlerweile viel mehr Menschen aware sind und etwas ändern wollen, bekommen wir diesen Raum.

Maria (Power Plush): Ich glaube es ist auch gut, dass wir auch immer Kritik äußern können. Wir geben uns nämlich keinen sexistischen Scheiß. Wenn sich die Person gegenüber nicht nach unseren Vorstellungen verhält, dann nehmen wir uns den Raum und Möglichkeit darüber zu sprechen. Somit passiert das anderen Personen vielleicht nicht mehr. Ich glaube Bands mussten da vorher einfach schon sehr viel abfedern und viele blöden Erfahrungen machen. Dann wurde aber auch viel Kritik geäußert und ich glaube in den letzten Jahren hat sich die Situation schon gebessert.

Dascha: Voll schön, dass ihr so positive Erfahrungen machen konntet! Das ist ein Thema, was mich auch beschäftigt. Jedes mal, wenn ein neues Festival Line Up veröffentlich wird, fällt mein Blick erstmal darauf, wie viele nichtmännliche Personen spielen. Meistens ist die Erkenntnis aber sehr traurig.

Anja (Power Plush): (Imitierend) Aber es gibt doch einfach gar nicht so viele female Bands!

Dascha: Ich habe gestern wieder die Kommentare unter einem Post gelesen, der das kritisiert hat und sehr viele Leute meinten da “Dann ist die Musik der Frauen halt einfach nicht gut genug”. Es ist immer wieder das selbe, ich kann’s nicht mehr lesen.

Anja (Power Plush): Aber es wird sich was ändern, ich glaube daran!

Dascha: Wer sind denn nichtmännliche Bands und Künstlerinnen, die ihr im Moment sehr gerne hört?

Anja (Power Plush): Also bei ist es momentan THALA. Ich höre sie gerade so so viel, ich lieb’s einfach. Ich mag ihre Musik total, ich mag ihre Art total, ihre Artworks, ihre Musikvideos – einfach top.

Maria (Power Plush): Es gibt dieses Jahr übelst viel geile Musik, das ist so schwer zu beantworten. Aber um mich mal zu beschränken: Mir hat es in diesem Jahr vor allem Frances Forever angetan. Das ist auch sehr sehr schöne Indie-Musik, manchmal etwas abgespaced. Aber ich finde dieses Jahr so crazy, was Musikveröffentlichungen betrifft, ich komme gar nicht drauf klar.

Anja (Power Plush): Das girl in red Album fand ich auch übelst geil. Und auch MAY-A hat ihr Debüt veröffentlicht, fand ich auch super.

Maria (Power Plush): Oder LAUREL oder Olivia Rodrigo, auch so gut – wow! Oder LOBSTERBOMB haben auch ihre EP rausgebracht.

Dascha: Da sieht man mal, wie viel Auswahl es eigentlich gibt. Ich bin dann bei meiner letzten Frage, also einer untold story. Jetzt müsst ihr euch eine neue Geschichte überlegen, die ihr noch nicht erzählt habt.

Anja (Power Plush): Wir haben dieses Jahr auf dem Jenseits von Millionen Festival gespielt, wo wir auch LOBSTERBOMB kennengelernt haben. Super Leute! Und danach mussten wir schon die Hälfte der Strecke zum nächsten Festival fahren, weil es sonst zu weit gewesen wäre. Wir kamen aber aus dem Ort, wo das Jenseits von Millionen war, einfach nicht raus. Wir sind alle möglichen Straßen lang gefahren, das Navi hat uns immer woanders hingeschickt und überall war Vollsperrung. In jeder einzelnen Straße.

Maria (Power Plush): Der Ort ist so klein und hat nicht mal viele Straßen, aber wir sind da mindestens eine dreiviertel Stunde rumgefahren. Man hatte auch keinen Internet-Empfang dort!

Anja (Power Plush): Wir sind mit zwei Autos unterwegs gewesen und mussten uns am Telefon irgendwie zusammen lotsen, um da rauszukommen.

Maria (Power Plush): Alle Wege aus der Stadt heraus waren gesperrt und wir wussten auch nicht genau, wo wir sind. Ich dachte zwischendrin echt, dass wir nie mehr rauskommen. (lacht)

Anja (Power Plush): Wir haben währenddessen schon angefangen Hörspiel-Ideen darüber zu erfinden. Vielleicht können wir das ja mal in Kooperation mit Blond machen, die haben ja Hörspiel-Erfahrung. Aber was vielleicht auch noch eine sweete untold story ist: Wir knüpfen ja gerne Band-Kontakte und wir planen das mit unserem portablen Nagelstudio. Wir bringen nämlich zu jedem Gig eine Variation an Nagellacken mit und dann Fragen wir die anderen Bands vor Ort, ob sie zufällig Nagellack wollen. Dann sitzt man ganz gemütlich da, lackiert sich gegenseitig die Nägel und lernt sich kennen. Das haben wir auf dem Jenseits von Millionen mit LOBSTERBOMB und Dolphin Love gemacht. Da saßen wir gemeinsam am Tisch und haben uns die Nägel lackiert.

Maria (Power Plush): Bands, die schon mal mit uns gespielt haben, schicken uns dann schon Bilder von ihren Nägeln.

Foto Credits: Daniel Fransk

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