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In den ersten Reihen nur Chayas und verbale Körperverletzung gegen Fritze Merz: so war OG LU am 14.12.2025 in Hamburg

OG LU-assig aber cute-tour-2025 -janis lueders

Einen Tag nach dem inoffiziellen Linke-Zecken-Feiertag besucht OG LU den ausverkauften Saal des Hamburger Uebel & Gefährlich anlässlich ihrer „assig aber cute“-Tour. Es ist ein frostiger Abend und trotzdem lässt sich schon an den cunty Outfits in der Queue erkennen, dass es sich um ein Konzert der Frankfurter Rapperin handeln muss. Sie ist bekannt für ihre gesellschaftskritischen Texte, in denen sie über Frankfurt, Haze und Kampfsport rappt. Sogar ihre Bühne sieht aus wie ein Boxring, gefüllt mit pinken Plüsch-Hanteln.


Macker gehören nach hinten und Girls auf die Bühne

Die Stimmung ist schon vor dem Konzert gut und die Fans spekulieren, wer wohl Support-Act sein könnte, viele vermuten die Hamburger Rap-Crew bangerfabrique. Entgegen einigen Erwartungen betritt aber direkt OG LU herself die Bühne und startet mit einem absoluten Banger. „Bossbabe“ setzt die Stimmung für den ganzen Abend: laut, wütend und geprägt von Schwesternschaft. Nach ihrem zweiten Song „hanni & nanni“ macht sie direkt klar, dass sie in den ersten Reihen nur Chayas sehen will und cis Männer zwar willkommen sind, aber nicht direkt vor der Bühne.

Nach ihrem Song „Ottić“ holt OG LU passenderweise zwei Fans auf die Bühne, um sie kompetitiv Joints bauen zu lassen. Da aber bekanntlich alles schöner ist, wenn man es zusammen tut, haben die beiden es zu einem Gemeinschaftsprojekt gemacht und sich, um vernünftig arbeiten zu können, hingehockt. Dafür haben sie von der Rapperin zwar den Kommentar „Digga, die setzen sich aufn Boden wie Hippies“ kassiert, aber fun war es bestimmt trotzdem. Passend dazu gab’s am Merch-Tisch auch pinke Purize Filter, Papes und Grinder.  


Sisterhood & Solidarity

Nur ein Lied später kommen drei weitere Gästinnen auf die Stage und zwar niemand geringeres als nebou, emmamaelo und melle, auch bekannt als bangerfabrique. Die Vermutung, dass die drei der Support-Act sein könnten war also gar nicht so abwegig. Sie performen drei ihrer Songs und werden von der Crowd wärmstens empfangen. Es wird schnell klar, wie sehr die Hamburgerinnen von ihrer Stadt gefeiert werden. Mindestens genauso schön ist es zu sehen, wie groß der Support der Rapperinnen untereinander ist. In einer Zeit, in der FLINTA*-Acts sich immer noch battlen müssen, um den 16:00 Uhr Slot auf einem Festival zu bekommen, macht es Hoffnung, dass sie sich trotzdem nicht als Konkurrenz sehen, sondern sich gegenseitig empowern und eine Bühne geben, wenn es sonst schon nur die wenigsten tun.

Während dem Track „Riot“, der sehr ehrlich die Wut auf rechte Politik und den Wunsch nach radikaler Veränderung in Worte fasst wurden im Publikum schon einige Kufiyas hoch gehalten. Danach geht es auch sehr emotional weiter. OG LU erklärt sich solidarisch mit Palästina, Kurdistan, dem Sudan und allen anderen unterdrückten Menschen und Antifaschist:innen in Gefangenschaft. Dass sie sich gegen jede Form der Repression einsetzt, ist nichts neues, schließlich rappt sie in den meisten ihrer Songs davon. Dennoch tut es gut, das auch noch einmal außerhalb dessen zu hören und diese Einstellung mit allen Anwesenden zu teilen.


Hoher Besuch aus der Hansestadt

Nach diesem sehr ernsten, aber wichtigen Konzertabschnitt, der mit dem Outro des Albums „TKO“ beendet wird, geht es weiter mit den Songs „Rihanna“ und „Bellydance“, die wieder zum dancen einladen, aber nicht weniger powerful sind. Für ihren Track „2 Etagen“ kommt als Surprise Act – ebenfalls aus dem Doppel-H-Rap-Kosmos – Tom Hengst mit auf die Bühne und die Stimmung in der Crowd erreicht hier ihr Maximum. Danach gibt’s von der Rapperin eine Runde Shots für alle die wollen und ein paar signierte Tampons landen im Publikum. Es ist ja schließlich ein OG LU Konzert.
It’s Anekdoten-Time und sie erzählt von dem Abend, an dem sie sich die Support-Show beim K.I.Z-Frauenkonzert geklärt hat. Um die Story zu hören, müsst ihr aber schon selbst mal zu einer ihrer Shows gehen. Darauf folgt ein unreleaseder Track, auf dem sie den K.I.Z-Klassiker „Böhses Mädchen“ sampled. Hoffentlich erlauben ihr die Jungs bald, den zu veröffentlichen, damit wir nicht mehr allzu lange auf diesen Banger warten müssen.
Zu ihren Songs „O’Malley“ und „Hasskick“ öffnet sich nochmal der Pit und von der ersten bis zur letzten Reihe sind alle am tanzen. Zum Abschluss darf sich das Publikum noch über ihre all time classics „Gegend“ und „Paar Ecken Hish“ freuen und ich kann mit Sicherheit sagen, dass alle das Uebel & Gefährlich mit einem guten, hoffnungsvollen, aber auch in ihrer Wut bestärkten Gefühl verlassen haben.

Foto: Janis Lueders

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