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Florence Arman schafft mit “Out of the Blue” eine Indie-Pop Hymne über den Break Up einer Freundschaft

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Irgendwo zwischen Phoebe Bridgers und Feist – so kann man die Musik der britischen Newcomerin Florence Arman beschreiben. Melodischer Indie-Pop, den man nicht an sich vorbeigehen lassen will. Mit ihrer neuen Single „Out of the Blue“ beweist sie, dass sie musikalisch das Potential für ganz oben hat. Und obendrauf ist sie auch eine unfassbar sympathische junge Künstlerin. Wie sie diesen Eindruck entstehen lässt und warum das Musikvideo zur Single das vielleicht lustigste ist, das ich dieses Jahr gesehen hab, lest ihr jetzt.

 
Verletzlichkeit im Indie-Pop Gewand

Out of the Blue erzählt die Geschichte einer verlorenen Freundschaft. Doch anstatt es in einer intimen Ballade zu verpacken, zaubert uns Florence Arman eine zuckersüße Melodie ins Ohr. Es sind locker-leichte Indie-Pop Melodien wie diese, die ich, einmal gehört, wochenlang im Ohr summen habe.

One day, maybe when I’m older

And a little wiser, I’ll get over you

But until then I wish you the best, friend

Hope that one day you’ll show up out of the blue

Tatsächlich trifft mich das Lied aber inhaltlich wirklich ziemlich. Zerstrittene Freundschaften, vor allem beste Freundschaften, sind etwas, über das man leider nie so redet wie über beendete (romantische) Beziehungen. Dabei ist es, wenn es passiert, irgendwie fast schlimmer. Jede Person, die schon mal ihren besten Freund oder beste Freundin verloren hat, weiß das. Sowas zu verarbeiten, dauert, und genau wie bei Florence, trifft es einen manchmal aus dem Nichts: Im Studio macht sie sich, britisch wie sie ist, einen Tee und sieht die Tasse mit dem Namen drauf. Für sie war das der Breaking Point, der sie zum Schreiben des Songs veranlasst hat:

“At the time, I was having a hard time getting over a friendship that had ended in a very mysterious way and in that session when we took a little break, I went to make myself a cup of tea in the studio kitchen. I picked up a mug from the shelf that happened to have this friend’s name on it (not such a coincidence with hindsight, he has a pretty generic name). Then I had a little cry on the loo and wrote down a bunch of stuff I needed to get off my chest, and that became a large part of lyrics.”

 
Kurzer Deep-Talk Einschub

Freundschaften wachsen über Jahre, werden enger je mehr Sachen man miteinander durchlebt. Sie sind was unfassbar Starkes, aber irgendwie auch unfassbar zerbrechlich. Wenn sich das eigene Leben durch Umziehen, Karriere oder andere Interessen ständig verändert, fällt es manchmal schwer, an den Jahren festzuhalten, die die Freundschaft so geprägt haben. Ich würde nie wieder 14 sein wollen (god no), aber ich hatte viele Freundschaften, die ich jetzt nicht mehr hab. Was ja irgendwie einfach Teil des Lebens ist (ich hör mich an wie meine Mutter), trifft aber bei den Freundschaften, die deeper waren als einfache Schulfreunde, mehr. Die Person zu verlieren, der man jahrelang alles anvertraut hat und die man einfach unglaublich mag, ist ein Heartbreak. Wenn es dann auch noch, wie bei Florence, auf Weisen passiert, die ihr nicht mal erklärt werden – Danke für nichts, würde ich mal sagen.

Okay, damit beende ich auch meinen kleinen eingeschobenen Deep-Talk über verlorene Freundschaften und geh wieder über zum Song. Oder noch besser, direkt zum Musikvideo. Da könnt ihr (1) den Song direkt hören, und (2) auch sehen, warum mir Florence Arman mit jedem neuen Song mehr ans Herz wächst. Es ist einfach wirklich zu sympathisch und lustig, um es nicht zu gucken:

 
Florence Arman präsentiert: How-To-Go-On-A-Run-After-Your-Friend-Breaks-Up-With-You

In dem Musikvideo zu Out of the Blue hat sich Florence was einfallen lassen, das nach außen hin sehr amüsant wirkt. Für diesen Kontrast alleine muss man sich das Video eigentlich angucken. Florence kombiniert Alkohol, Zigaretten und Schokolade mit Joggen. Was sich komplett absurd anhört, ist es auch. Doch manchmal wird es absurd, wenn man über etwas hinweg kommen will, es trotzdem nicht komplett aus seinem Kopf bekommt. Es gibt also den symbolischen Versuch des Neustarts, der immer wieder von aufkommenden Lastern überschattet wird. Und das war auch hinter der Kamera lustig:

“The worst scene to shoot was the chocolate eating scene. I had been looking forward to that scene because I bought Oreo chocolate in eager preparation, and didn’t realise I accidentally bought Oreo mint (!) chocolate. I don’t know what kind of a sadist thought this would be a good flavour, but it made me feel so sick, especially because we had to shoot it a bunch of times. But the beer scene definitely made up for it. That of course we had to film a few times too, every time opening a fresh can of beer, and by the end we had many many beers to finish, so we sat on a park bench and drank all of them, feeling slightly ashamed but had the best time ever. All in all it was a fantastic experience, even though I felt very sick most days (I don’t drink or smoke).”

Pro Tipp von Florence also: niemals Oreo-Mint kaufen (gibt’s hier aber glaub ich eh nicht). Und beim Joggen immer ein Bier mitnehmen, was man danach mit seinen Freunden auf der Bank trinken kann.

Zusätzlicher Pro Tipp von mir: Out of the Blue von Florence anhören und mitsummen.

 

Fotocredit: Marcella Ruiz Cruz

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