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Der Musikstrudel 2021 – ODER: Wie oft kann Sarah einen Song hören, ohne dass es dieser in die Spotify Top 5 Tracks schafft?

Jahresrückblick Sarah

Ja Freunde, was soll ich sagen. Ich kann’s eigentlich selbst noch nicht fassen, dass ich gerade dabei bin, meinen Jahresrückblick zu schreiben. In vier Wochen schon 2022? Bisschen unrealistisch, wenn ihr mich fragt. Das letzte Jahr ist vorbeigerauscht wie nichts, hat aber trotzdem deutliche Spuren hinterlassen… in gutem sowie schlechten Sinne, i guess? Jedes Jahr denk ich mir wieder: mein Musikgeschmack hat sich krass verändert. Und wenn ich jetzt so meine On Repeat Playlist durchschaue… schwanke ich zwischen „schon geil, was für unterschiedliche Musik hier drin ist“ und „das kann man doch niemandem zeigen“???

TOP TRACK DES JAHRES

(und ein paar weitere abschweifende Gedanken)

Da ich gerade (30.11.) meinen Spotify Rückblick noch nicht habe, schätze ich jetzt einfach mal wie der Trend da so aussieht: Mein Top Track ist mit 99%iger Wahrscheinlichkeit Umweg von Luis Ake. Und der ballert! Hab ich zwar erst im August gefunden, aber seitdem so circa in Dauerschleife gehört……… und dann bin ich einfach 10 Minuten zu spät zum Maifeld Derby im September gekommen und hab genau das Lied verpasst. Just my luck. Aber wenn ihr diesen Artikel lest, bin ich gerade in Prag angekommen und hol das Verpasste heute Abend nach, und gönn mir dabei auch noch ne Ladung Molchat Doma.

(record scratch)

Das war jedenfalls mein eigentlicher Plan B.

Plan A war der Gig in Wien – dann ging das ganze Land in Lockdown.

Dann hab ich alles für Prag gebucht.. ZACK, Gig abgesagt. Aber gut, Plan C ist Berlin, und dafür sitze ich in Zug während ich diesen Artikel schreibe (Dienstagmorgen, hello). Das Recap habt ihr vermutlich schon in unserer Instagram Story gesehen! (Ganz ganz fettes Shoutout an Luca an dieser Stelle)

RUSSISCHER NEW WAVE

Womit mein 2020-Ich absolut nicht gerechnet hätte, ist das: ich, finde irgendwie meinen Weg zu russischem New Wave… gut, New Wave fand ich schon immer geil, und Oldies wie Blue Monday hab ich auch immer gerne gehört. Meine Duolingo App wartet zwar seit Monaten vergeblich darauf, dass ich meine Russisch-Grundkenntnisse weiter ausbaue, aber die Musik hat es mir doch ziemlich angetan.

Allen voran ist der bekannteste Genre-Vetreter wahrscheinlich Molchat Doma – die alle TikTok Süchtigen auf jeden Fall durch Sudno (судно) kennen dürften. Die Disco 80er Jahre vibes kombiniert mit moderner Sehnsucht, und das alles auf russisch? Wer meine Liebeshymne an russischen New Wave im September gelesen hat, sollte eigentlich schon wissen, dass das mein Jahreshighlight ist.

Auch wichtiger Teil meines Rückblicks ist Stereopolina (Стереополинa) geworden, obwohl ich über ihre Musik auch erst im letzten Drittel des Jahres gestolpert bin. Aber ey….. der Shit geht richtig ab. Synthies vom Feinsten und ein richtig nicer Beat drauf! (Ihre Musik macht auch den Großteil meiner Aufräum-Playlist aus, die wir im Café immer laufen lassen, wenn wir den Laden abends dicht machen).

Kann ich also nur empfehlen für einen kleinen Energieschub, etwas Feuer unterm Arsch.

WOMEN IN MUSIC

Ich hab wirklich wirklich viel gute neue Musik dieses Jahr gefunden. Aber was mir noch mehr am Herzen liegt ist, nicht mehr so viel Musik von Menners zu hören.

(Mein 13-Jähriges Ich, das unbedingt cOol unD AndErs sein wollte, hat damals noch behauptet, dass mir die Stimmen von Sängerinnen „einfach nicht so gut gefallen“. Dabei war ich, wenn ich daran zurückdenke, einfach nur stinkfaul und hab mir selten die Mühe gemacht überhaupt nach Künstlerinnen zu suchen und mir diese anzuhören. Jetzt, 10 Jahre später sieht das zum Glück deutlich anders aus.)

Meine beiden Band Highlights dieses Jahr waren eindeutig Wolf Alice und Men I Trust.

Das neuste Album von Wolf Alice wurde zwar bereits Anfang Juni released, so richtig reingefunden hab da ich aber erst im August. Und jetzt? ON. REPEAT. Mein Lieblings – Men I Trust – Album hat zwar schon Ende 2019 das Licht der Welt erblickt, aber das lassen wir jetzt einfach mal gelten. Hab ich schließlich auch erst 2021 entdeckt.

Und wenn man in mein Zimmer läuft, sieht man inzwischen immer entweder Blue Weekend von Wolf Alice ODER Oncle Jazz von Men I Trust auf meinem Plattenspieler liegen.

GIGS 2021

Leider (wie schon letztes Jahr) konnte ich auch 2021 meinen Rekord von 2019 nicht übertreffen. Nur 17 Gigs dieses Jahr? Schwach. Vor zwei Jahren waren es noch 50 innerhalb eines Jahres.

Wenn ich mir jetzt rückblickend den schönsten Tag des Jahres aussuchen müsste, würde die Wahl vermutlich auf den Maifeld Derby Freitag fallen. Auch wenn der Tag deutliche Startschwierigkeiten hatte (heißt: Streik der DB, also musste ich mit dem Auto fahren, und wurde dann in einen Auffahrunfall verwickelt, was auch der Grund für mein Zuspätkommen war) … der Blick über das Festivalgelände bei Sonnenuntergang hat irgendwie pure Glücksgefühle in mir ausgelöst.

Mein erstes richtiges Konzert, das sich wieder normal angefühlt hatte, war Zimmer90 und Bruckner. Beides Bands, bei denen sich andere in Punkto Liveauftritt noch einiges abschauen können – auch wenn Zimmer90 gerade erst aus dem Ei geschlüpft sind. Also, reinhören da! Und supporten wo geht!

Oh und uffff, Crowdsurfing, Moshpits, Tanzen – es hat sich fast wieder wie früher angefühlt. Jakob hat am Ende sogar noch einen Stagedive vom Feinsten hingelegt, den ihr euch hier noch anschauen könnt:

Fazit: Auch wenn ich mental noch irgendwo Ende 2019 festhänge, war der Strudel der mich 2021 mitgerissen hat wohl ein wichtiger Bestandteil meiner musikalischen Reise – und auch wenn meine Playlists manchmal absolut nicht zusammenpassen ……. was wäre denn das Leben ohne ein bisschen Abwechslung?

Hier nochmal alle Songs vom Artikel und ein paar Überraschungen!

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