Noah Elliott ist 23 Jahre alt, aus Oregon und veröffentlicht mit „Seeling Out“ seine erst zweite offizielle Single. Die erste kam im August raus, heißt Never Feels The Same und lässt mir immer noch ab und zu einen Ohrwurm da. Wir haben jetzt die Ehre, das Video zur zweiten Single exklusiv zu premieren. Buckle up, denn Noah nimmt uns mit auf eine Reise rund um dieWelt –und vor einen Green Screen.
Wer Noahs erste Single Never Feels The Same kennt (oder sie jetzt angehört hat), wird wissen, in welche Richtung von Musik es unsverschlägt. Ja, es ist leicht poppig, aber ja, es ist auch sehr tanzbar und bleibt einfach im Kopf. Selling Out schließt sich nahtlos daran an.
Trauriger Liebeskummer mit tanzbaren Synthie
Das Video ist vor einem Green Screen entstanden und das Konzept ist simpel: Noahs Silhouette tanzt vor abwechselnden Naturhintergründen und hat einfach eine gute Zeit –und ist dabei aber nie sich selbst. In seiner Sihoutte spielen kurze Videos von sehr zufälligen Themen ab. Von Hunden über Cookies zu Vintage bildern: Noah stellt alles mit seiner Silhouette dar, außer sich selbst. Das geht auch inhaltlich Hand in Hand. Selling Out beschreibt die toxische Situion, in der man sich befindet, wenn man zu sehr verliebt in eine Person ist, die diese Liebe nicht (mehr) erwidert, man das aber nicht so ganz verstehen will. Die Verweigerung, diese Situation zu akzetieren, geht so weit, dass man Teile seiner Selbst dafür aufgibt. Es ist eigentlich der perfekte Song für den Moment genau nach dem Break-Up, wenn alles, was vorherrscht, Betäubung, Verleugnung und eine Prise Selbstzerstörung ist.
„Where’d you hide my self esteem? Did I leave it in your bedroom like a t-shirt on a floor?”
Anfangs taumelt Noah noch halb durch dunkle Wüsten, begleitet von sanften melodischen Tönen. Der Refrain hat nicht so viel Sonntags-durch-die-Wohnung-tanzen-Potential wie Never Feels The Same, ist aber dennoch ein starker Vibe, zu dem auch Noah, trotz Herzschmerz, über Felsen bei Sonnenuntergang oder auf einem Van vor sich her tanzt. In seiner Silhoutte sind immer wieder mal mehr, mal weniger deutliche Fotos zu erkennen, die die Erinnerungen an die Beziehung widerspiegeln. Ist das alles, was ihn jetzt ausmacht?
Guckt euch das Video selbst an, lasst euch ein bisschen von den melancholischen tanzbaren Tönen von Noah Elliott anstecken und seid gespannt, denn eine EP ist auf dem Weg. Und: Verrennt euch nicht in einer toxischen Liebe, denn da kommt nie was Gutes raus. Das war mein Wort zum Donnerstag.
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MADANII & LLUCID könnten euch schon mal über den Weg gelaufen sein. Mit ihrem sehr eingängigen, aber auch abwechslungsreichen R’n’B haben sie sich schon das ein oder andere Mal auf unseren Radar geschlichen. Und das mit gutem Grund. Das Duo, welches aus, ihr könnt es euch denken, MADANII und LLUCID besteht, hat Anfang des Jahres ihre Debüt EP “ILLEGAL ALIEN” veröffentlicht und ist jetzt schon mit weiteren Single-Veröffentlichungen am Start –Daffodil ist ab heute die brandneue. Wir haben die Ehre, euch den offiziellen Visualiser dafür präsentieren zu dürfen.
Daffodil übersetzt sich aus dem Englischen in Narzisse, welche, wie wir alle wissen, eine im Frühling manchmal weiß oder gelb blühende, schöne Blume ist (ich musste googlen). Und als ich da so googelte, fand ich eine sehr passende mythologische Geschichte hinter der Wortfamilie Narziss:
“Narziss verliebte sich insein in einer Quelle spiegelndes Bild und starb an ungestillter Sehnsucht, worauf aus der Erde eine Narzisse erblühte.”
Jaa, das ist kopiert aus Wikipedia, aber das ist hier ja auch keine Hausarbeit. Was es ist, ist ein Vorstellung der Single von MADANII& LLUCID, und diese Herleitung ist bildlich optimal dafür. In Daffodil besingen sie nämlich genau jenes narzisstisches Verhalten aus der Sicht der Blume.
Man soll sie gießen, die Narzisse, und sich um sie sorgen, denn sie möchte wachsen. Doch zeitgleich bereut sie es, ihr Umfeld so zu manipulieren. Dieses Auf und Ab spiegelt sich nicht nur im Text wider, sondern vor allem auch in der Musik. Und darüber haben wir ja noch gar nicht geredet.
Melancholischer UpBeat-R‘n‘B –das geht?
Ja, das geht. Daffodil fängt langsam melancholisch an mit einem sehr, aber wirklich sehr schönem R’n’B Vibe. Und wenn ihr euch auf diesen einlasst, werdet ihr im Refrain dafür sehr belohnt. Die Melancholie macht Platz für einen tanzbaren Chorus, dem auch MADANII selbst im Video seine Upbeat-Melodie nicht absprechen kann. Das Hin und Her vom Refrain und Strophe erzeugt eine Spannung, die Daffodil zu einem einzigartigen Song macht. Ideal zu Hören beim: Kochen, Wohnung sauber Machen, zur Bahn Laufen, [insert anything else]. Der Song funktioniert einfach immer und überall.
MADANII & LLUCID spielen mit der Musik, mit Metaphern und mit Erwartungen. Sie nehmen einfach alles und machen ihr eigenes Ding draus. Sie machen es anders. Und gerade das ist es, was sie auch so anders und einzigartig macht. Denn natürlich haben MADANII & LLUCID kein “normales” Musikvideo mit der Single released, sondern einen Visualiser. Und das ist jetzt auch kein 0815 Lyrik-Video oder Ähnliches, sondern tatsächlich sowas wie eine kleine, exklusive und ästhetische Live-Performance. Sie stehen vor einem selbst zusammengestellten Set-Up, welches ich zusammenfassend nur als schillernd bezeichnen kann. Es hängen CDs von der Decke, alles ist silber und rosa, und sogar lila Bananen liegen auf kleinen Aufstell-Boxen, welche mit rosa Tüchern bedeckt sind. Was genau dahinter steckt, offenbart sich mir direkt nicht, aber der Blick bleibt auf jeden Fall hängen und hat ordentlich was zu tun, das alles einzufangen. Alles scheint rosa und silber, abstrakt und super random –aber vielleicht ist es genau das, was gewollt ist: Andersheit. Und eine Prise Narzissmus.
Schaut euch jetzt den offiziellen Visualiser von Daffodil an und macht euch ein eigenes Bild:
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Hände hoch oder sie schießt (wirklich): MELE veröffentlicht heute exklusiv bei uns das Musikvideo zu ihrer neuen Single „Rosalie“. Liebe, Leidenschaft, Flucht und naja, Straftaten. Jule legt euch nachfolgend sowohl MELE, den Song und natürlich auch das Video ans Herz.
MELE ist süße 25 Jahre jung, studiert am Institut für Musik in Osnabrück und hat gute Chancen, in meinem Spotify-Jahresrückblick 2020 ganz weit oben zu landen. Mit Songs wie „Monogamie“ oder „deine cousine“ hat sie in der Vergangenheit zurecht viel Aufmerksamkeit und Lob geerntet. Auch ich habe es schon mehrfach betont und laufe Gefahr, dass es langsam awkward wird, aber MELE = mein absoluter Girlcrush. Sie nimmt kein, und zwar wirklich gar kein, Blatt vor den Mund und verpackt Themen, die nicht unbedingt Smalltalk-kompatibel sind, mit Charme und Witz zu Popsongs aller erster Güte.
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Die am letzten Freitag erschienene Single „Rosalie“ wurde von ihrer Fangemeinde (zu der ich mich absolut zähle) wirklich sehnlichst erwartet. MELE hat diesen Song zuvor schon ein paar Mal in Livestreams zum Besten gegeben und damit böse Ohrwürmer ausgelöst. Eventuell habe ich diese Streams deshalb auch abgespeichert, um sie morgens in der Bahn in semiguter Qualität hören zu können. Hatte ein bisschen den Charme von YouTube-Konvertern, mit denen ich mir 2005 meine Lieblingssongs auf den MP3-Player gezogen habe.
„Rosalie“ beginnt mit einer knackigen Gitarre und MELE’s Stimme, die von Anfang einen bittersüßen Touch hat. Während des Gesangs hört man wunderbar die unterschiedlichen Gefühle raus. Sie klingt lieblich, wenn sie darüber singt, wie verliebt sie ist und super angriffslustig, wenn es um Rosalie geht. Im Refrain wird’s dann rockig, die Gitarre mündet in Power-Akkorde, die von pfeffrigen Drums angefeuert werden. Wer diese Melodie nicht feiert, dem kann ich auch nicht helfen. Die Strophen sind etwas beruhigter, ab der Hälfte des Songs spürt man aber, dass es eeecht ernst ist. Das heftige Gitarrensolo kurz vor Schluss tut da sein Übriges. Geil, geil, geil.
Zwischen uns fliegen die Funken Aber es funkt was dazwischen… Rosalie, ich bin in deinen Sohn verliebt Wenn er auf seinem Mofa flieht, vor der Polizei
Inspiriert ist der Song von MELE’s erster Jugendliebe und offensichtlich auch von dessen Mutter. Hollywood, RTL2 und ihr kennt das vielleicht: Die Mutter des/der Angebetenen ist einfach ein verdammtes Monster, das nicht checkt, wie krass ihr zusammengehört. Im schlimmsten Fall denkt sie sogar, dass du schlechter Einfluss für ihren Abkömmling bist – äh excuse me? So oder so ähnlich lässt sich Rosalie beschreiben, einfach ein Schwiegermonster (hey, das Jahr 2000 hat angerufen, es möchte sein Wort zurück). Deren Meinung interessiert MELE, rebellisch wie sie ist, aber herzlich wenig.
Genau mit dieser Uns-doch-egal-Attitüde zeigt sich auch das Musikvideo. Als ich mir das zum ersten Mal angeguckt habe, wäre ich fast aus dem Bett gefallen. Das Video ist ein verdammt geiler Kurzfilm, in dem sooo gut gespielt wird, dass ich mich kurz frage, ob es sich lohnt, noch schnell Popcorn zu machen. Achtet mal auf ihren durchbohrenden Blick – der ist so strong, dass ich mich echt kurz ertappt fühle. Viel besser hätte man das nicht in eine Bildsprache packen können, echt nicht. MELE und ihr von Jan van Putten verkörperter Partner in crime stolpern von leidenschaftlicher Liebe hinein in einen Überfall und wieder zurück. Und sind dabei immer auf der Flucht vor Rosalie, die die beiden erfolglos versucht aufzuhalten. Sorry Muddi, aber nicht mit uns, pow pow. Ich liebe wirklich alles an diesem Video, auch das Ende ist einfach nur der Shit!
Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Video. Und dir, liebe MELE, wünsche ich einen tollen video release evening, weil ich weiß, wie sehr dir das am Herzen liegt. <3
Color Comic bringen mit ihrer neuen Single It’s What You Want That I Don’t Have jazzigen Indie-Popwieder in meine Playlist und vielleicht auch in eure. Aber anstatt euch einfach nur aufzurufen, alles von Color Comic zu abonnieren, was geht (#unbezahlte Werbung), führt euch Anna in ein paar Absätzen genau auf, warum. Und dann könnt ihr selbst entscheiden. Wenn das kein Deal ist.
Entspannte Insel-Vibes for free
Color Comic sind eine kleine Band aus München, die in eigenen Worten Island-Indie-Pop machen. Ich war auch etwas verwundert,wie hört sich Island-Indie-Pop an? Also hab ich einfach mal reingehört und festgestellt: gut. Color Comic haben sich einen ganz eigenen Klang erschaffen. Mit träumerisch verspielten Gitarren und groovigen Basslines eröffnen sie einen musikalisch-künstlerischen Raum, der entspannt, inspiriert und sich einfach gut anfühlt. Island-Indie-Pop. Ich bin Fan.
It’s What You Want That I Don’t Have (ich werd das ab jetzt zu IWYWTIDH “abkürzen”) ist genau das. Entspannend und inspirierend. Mit Augen zu befindet ihr euch mit den ersten Sekunden schon an einer kleinen Insel-Bar, in einem coolen gesponserten Sierra-Strandstuhl, einem fancy Cocktail in der Hand, weil man gönnt sich ja sonst nichts, und lauscht Color Comic beim Jammen zu. Die Sonne strahlt euch leicht ins Gesicht, es ist warm, aber nicht zu warm, und alles stimmt. Das ist IWYWTIDH. Bevor ich hier in meinen eigenen Fantasien versinke, um dann frustrierend festzustellen, dass ich dieses Jahr diesen Moment nur auf der Couch nachleben kann (wie gesagt, Augen zu), hört einfach mal selbst rein. 100%ige Relax-Spätsommer-Vibes auf meinen und Color Comics Nacken.
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Da ihr ja jetzt alle das Video gesehen habt (bin da sehr optimistisch, so don’t let me down), wollen wir da einfachmal ein bisschen drüber reden? Ich bin tatsächlich riesengroßer Fan von ästhetischen Musikvideos, die nicht unbedingt eine riesen Story haben müssen, sondern einfach den Vibe des Songs in einer eigenen Ästhetik rüber bringen. Ganz vorne mit dabei sind Videos mit schöner Farb-Ästhetik, gefolgt von Ausdruckstanz. Was sich ein bisschen nerdig anhört, ist aber einfach nur richtig, richtig schön. Color Comic haben in ihrem Musikvideo beide Sachen vereint und mich gefragt, ob wir das exklusiv premieren wollen –und jetzt sind wir hier. Die zwei Hauptdarsteller treffen sich einem fast cinematischen Setting, machen sich „bühnenfertig“ und führen ihre Unstimmigkeiten in einem dramatischen und emotionalen Tanz aus. Es ist fast hypnotisch ihnen zuzusehen, wie sie sichumeinander drehen, fast berühren und dann doch wieder nicht. Dass hier eine Geschichte erzählt wird, liegt auf der Hand.
IWYWTIDH beschreibt das zerbrechliche Gefühl einer Beziehung, in der die Erwartungen des Anderen nicht erfüllt werden können. Nicht, weil man es nicht will, sondern weil es manchmal einfach nicht geht. Beziehungen wachsen auseinander, Menschen verändern sich und manchmal sind es auch einfach die Erwartungen an einen selbst, die man nicht zu erfüllen scheinen kann. Zu dem Thema und ähnlichen haben Comic Color die EP Aqua konzeptiert, die am 30.10.20 erscheint–also nächsten Monat. Bis dahin gönnt euch nochmal ein paar mal die Island-Indie-Vibes von It’s What You Want That I Don’t Have.
Zuhause ist’s doch immer noch am schönsten, oder? Vor allem dann, wenn die eine Person neben dir sitzt. Das dachte sich Trille auch und hat dazu den passenden Song released. Das Musikvideo zu „Santa Monica“ feiert heute exklusiv Premiere bei uns. Was den Track ausmacht und warum das Video unfassbar passend ist, erzählt euch Jule jetzt.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich ohne Zweifel der Girlboss im 1. offiziellen Trille Fanclub bin (sobald ich mit diesem Artikel durch bin, gründe ich den, versprochen – Mitgliedsanträge gerne per Mail). Bisher habe ich jeden einzelnen Release von ihm hemmungslos gefeiert. Und hey, was soll ich sagen, ist bei „Santa Monica“ auch so.
Roaming in Rom und dann landen in London
Im Song geht’s um Sehnsucht und das beschissene Gefühl, weil man seinem Glück nicht hinterherreisen kann. Pessimisten würden sagen, dass Trille sich vorwurfsvoll ausdrückt. Ich würde sagen, dass er mit klaren Worten seine Verzweiflung beschreibt. Ist doch wirklich scheiße, wenn man tausende Kilometer von einander entfernt aneinander vorbei lebt, obwohl man doch eigentlich zusammen sein sollte. Etwas erträglicher wird das Verlangen in „Santa Monica“ durch die sommerlichen Beats, die ihn umarmen und die nötige Geborgenheit schenken. Während die Gitarre für Aufmunterung sorgt und die Drums den nötigen soften Arschtritt verpassen, stehen allem voran Synthies und Bass, um dich aus deinem Bett zu zerren, wo du dich unter Kissen vergraben hast.
Trille versteht es auch mit „Santa Monica“, festgefahrene Genregrenze aufzuschütteln und auf seine eigene Art neu zu arrangieren. Die Stimmeffekte, die er sonst gerne nutzt, sind hier etwas reduzierter. Was ich ziemlich passend finde, weil so für mich genau das richtige Gefühl in seiner Stimme übertragen wird. In der Review zu „Multiple Universen“ habe ich sie zwar auch schon mal hervorgehoben, aber ich muss es einfach wieder tun: Wie geil sind denn die Lyrics bitte? Trille schafft es von Song zu Song mehr, mich damit zu catchen.
„Deine Ansichtskarte, ist nach meiner Ansicht schade Weil ich dich zu meiner Ansicht lieber bei mir habe“
Aber kommen wir mal zum Star des Tages: dem Musikvideo. Im Splitscreen performt Trille den Song gemeinsam mit seiner Band. Und zwar live, jeweils aufgenommen im heimischen Wohnzimmer. Damit wird das Thema von „Santa Monica“ natürlich super eingerahmt. Gleichzeitig kriegt man beim Gucken ein mini Konzertfeeling, was ja gerade im Jahr 2020 Gold wert ist. Auch ziemlich nice, dass man zwischen der Spotify– und der Live-Version eigentlich keinen Unterschied hört (Qualitätsmerkmal!). Und nebenbei kann ich nur empfehlen, sich das Video mindestens 5 Mal anzuschauen und dabei jedes Mal auf ein anderes Bandmitglied zu achten – einfach nur cute, wie jeder für sich den Song mega fühlt. ♡
Wo fliegst du denn schon wieder hin?
Ich lasse euch das Video natürlich nicht auschecken, ohne vorher eine facebookwürdige Lebensweisheit rauszulassen: Höher, schneller, weiter ist nicht so erstrebenswert und geil, wie es einem oft vorgegaukelt wird. In Monika’s Kneipe an der Ecke ist es mindestens genauso schön, wie in Santa Monica. Manchmal braucht es aber eben einen Song von Trille, um sich dessen wieder bewusst zu werden. Und jetzt viel Spaß mit dem Video (wie gesagt, bitte mindestens 5 Mal gucken):
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Videopremiere mit gleichzeitiger starker Song-Empfehlung: Adam Wendler mit seiner neuen Single „Smoking Gun“. Lasst euch vom Namen nicht abschrecken, es ist absolut keine Verbindung zu dem anderen Wendler vorhanden. Stattdessen gibt es hier einen sehr eingängigen, entspannten Folk-Pop-Song, der Anfang August rauskam und jetzt bei exklusiv bei uns Videopremiere feiert!
Der Folk-Pop Song des Sommers
Der Songwriter und Multi-Instrumentalist aus Kanada hat mit Smoking Gun nicht nur einen Sommer-Ohrwurm hervorgezaubert, sondern auch ein interessantes, ästhetisches Video vorgelegt, welches wir euch hier vorstellen. Aber guckt und hört vor allem erst einmal rein und lest dann weiter:
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Musikalisch ist Smoking Gun von Sekunde eins an unglaublich zugänglich. Ich würde jetzt schon ein bisschen (metaphorisches) Geld drauf setzen, dass euch der einsteigende Chorus mindestens einen Tag lang im Ohr hängen bleibt. In den ersten 15 Sekunden hört man nur Adam Wendlers Stimme selbst und die ist wirklich unverkennbar. Ich ziehe ein bisschen meinen Hut, denn Adam singt die erste Zeile des Refrains in die absolute Stille hinein und es funktioniert. I’m hooked. Melodisch steigt Smoking Gun dann mit zupfenden Gitarren und ein paar leichten Percussions ein, die Indie-Folk zu dem machen, was es ist: einfach perfekt für den leicht melancholischen Sommer. Denn auch wenn Smoking Gun keinen großen musikalischen Aufbau hat und auch nicht unbedingt an die Geschwindigkeit der sogenannten „Sommerhymnen“ rankommt, so ist es definitiv in meinen privaten Playlisten des Indie-Sommers gelandet, und das kann ich euch auch nur empfehlen.
Inhaltlich wiederum behandelt Adam Wendler keine Gute-Laune-Themen, sondern setzt sich mit den Dämonen toxischer Beziehungen auseinander. Smoking Gun handelt von einer Beziehung, in der man sich gefangen sieht und aus der man nicht rauszukommen scheint, auch wenn die Warnzeichen sich häufen. Laut Adam selbst kann die von ihm beschriebene toxische Beziehung auch die sein, die man mit sich selbst führt. Im Musikvideo ist Adam selbst zu sehen, der in verschiedenen Momentaufnahmen im Feld, im Wasser, auf der Brücke steht und singt –simple as that. Doch neben ihm steht immer sein Doppelgänger, der seine inneren Dämonen verkörpert und einfach nicht von der Seite zu weichen scheint. Adam macht mit seinem Song somit auch auf Mental Health Probleme und die toxische Beziehung, die man mit sich selbst führt, aufmerksam und zeigt: Wegrennen ist nicht immer die optimale Lösung, manchmal muss man sich seinen Problemen stellen. Oder sie stellen dich.
Was haben Dark Dream Folk und ein Underground Club in Berlin gemeinsam? Nicht viel sollte man meinen, aber die Newcomerin Mynolia hat es in ihrem Video zu ihrer neuen Single „Stall Stickers“ einfach mal vereint. Die Videopremiere jetzt direkt bei Untoldency!
Gerade bei dem derzeitigen 32° Sommer-Wetter ploppen Party-Hymnen auf wie [insert funny joke]. Aber während sich alle streiten, welcher Hit jetzt auf Dauerschleife im Radio gepumpt wird, gibt es auch Künstlerinnen wie Mynolia, die sich einfach eine VHS Kamera schnappen und die melancholische Seite des Sommers einfangen.Stall Stickers handelt voneiner Existenzkrise, die jeder von uns im Leben einmal durchmacht. Gedreht ein paar Tage vor dem Lockdown, behandelt es aber auch die unerwartete Sanftmut, die manchmal in Isolation und Selbstreflektion liegt.
Stall Stickers ist ein ruhiger Song, der schon mit entspannten melodischen Gitarrenklängen anfängt. Über die legt sich dann die leicht tiefe und fast schon balsame Stimme von Mynolia und das war’s eigentlich auch schon. Kein Trap-Beat, keine großen Riffs, einfach ein ehrlicher Ausdruck trauriger Gefühle. Zum Refrain wird Mynolias Stimme noch höher und ein paar Percussions kommen hinzu. Es könnte fast ein alter Mighty Oaks Track sein, in dem man sich einfach nur verliert.
Das Video ist ganz a lá Quarantäne self-made, verschiedene Frames flackern ständig durch’s Bild, es ist alles dunkel und ein bisschen mysteriös gehalten. Stall Stickers wirkt sehr intim, die Schatten, die im Video immer wieder auftauchen, werden immer wieder eins mit Mynolia selbst, um sich dann wieder zu trennen. Dieses Hin und Her wirkt wie eine Kommunikation mit ihrem Selbst, gefangen in der Existenzkrise in einem Berliner Underground-Club:
„Hey Baby, want some good advice? Just keep on dancing if you want to survive.”
Und tatsächlich lädt die melodische Musik und Mnyolias hohes Summen zu Tanzen ein –alles mit einem stark melancholischen Touch:Stall Stickers ist eine Existenzkrise im Nachtleben, traurig und verträumt zugleich. Hört auf jeden Fall rein!
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Leopard, eine quasi neugeborene Band aus Berlin, feiern heute exklusiv bei uns die Videopremiere zu ihrem Song „20.000 Sternis“. Jule hat dazu mit Sänger Lars und Gitarrist Christian einen Abend in Berlin-Schöneberg verbracht. Was Sternburg zu dem Song sagt und was für coole, engagierte Menschen hinter Leopard stecken, lest ihr jetzt in einem etwas anderen Interview.
Vorab: Leopard gibt es echt erst seit knapp einem halben Jahr. Ich habe sie kennengelernt, weil Christian vor einigen Wochen bei einem anderen Interview-Date dabei war und mir eine CD zum Reinhören in die Hand gedrückt hat. Habe ich natürlich getan: Den Sound ihrer am 12.06.2020 erschienen EP „Mysterium“ fand ich direkt spannend. Um es einmal genremäßig runterzubrechen: Es ist irgendwie schrammeliger, aber sau ehrlicher und authentischer Post-Punk mit deutschen Texten.
Es ist ein schöner Mittwochabend, als ich mich mit Lars und Christian in der Roten Insel treffe, weil sie hier, Zitat, „subkulturell sozialisiert“ sind und auch ihren Proberaum haben. Freudestrahlend kommen sie mir entgegen. Die Wellenlänge stimmt ab der ersten Sekunde. Gemeinsam trinken wir das erste Sterni und mampfen was, denn mittwochs gibt’s hier eine VoKü (hands down, ich habe schon lange nicht mehr so lecker gegessen). Etwas an der Roten Insel hat mich nachhaltig beeindruckt: Ich habe diesen Ort noch nie vorher besucht, mich aber von allen Seiten direkt herzlich aufgenommen gefühlt. Konsequenz: Liebe geht raus an die Rote Insel <3
Ziemlich schnell ging es im Gespräch mit Lars und Christian um ihr EP-Release-Konzert. Da ein normales Club-Konzert ja nicht möglich war, haben Leopard nämlich kurzerhand ein Soli-Konzert auf einem Dach gegenüber der JVA Berlin-Moabit gespielt.
Christian: Wir haben ja im Juni die EP rausgebracht und wollten unbedingt ein Release-Konzert spielen – war halt überhaupt gar nicht möglich. Für uns als Musiker sind sämtliche Beschränkungen natürlich absoluter Abfuck. Gerade, wenn du eben eine EP veröffentlicht hast und einfach spielen willst. Dann haben wir halt für die Insassen der JVA gespielt und das war echt geil.
Lars: Ich wohne da in der Nähe und wir haben sowas auch schon mal aus dem Fenster raus gemacht. Die Insassen freuen sich halt, wenn einfach auch mal irgendwas passiert. Wir haben dieses Konzert dann sowohl live gestreamt als auch mit drei Kameras gefilmt. Einen Zusammenschnitt davon gibt’s übrigens auf YouTube zu sehen.
Jule: Krasse Idee! Wie war das so? Wie waren die Reaktionen? Gab‘s Ärger?
Lars: Joa, wir haben am Ende schon eine Anzeige kassiert (lacht). Wir haben halt eine fette 1.300-Watt-Anlage auf das Dach einer Häuserreihe gestellt, weil wir den Knasthof richtig schön beschallen wollten. Die Insassen haben’s auch voll gefeiert. Irgendwann wurden sie leider wieder weggesperrt.
Nach dem Essen entführen mich die Jungs zum ehemaligen Drugstore bzw. zur Potse. Früher hatten sie im Drugstore ihren Proberaum. Es gab viele Konzerte und Möglichkeiten für Jugendliche, sich wie auch immer auszuleben. Die Mietverträge der selbstverwalteten Jugendzentren wurden nicht verlängert und neue Räume stehen aktuell (noch) nicht zur Verfügung. Stattdessen sollen in die Räume eine private Wirtschafts-Uni und ein Co-Working-Space einziehen. Der Drugstore ist bereits ausgezogen, die Potse ist seit dem Ende des Mietvertrages von Jugendlichen besetzt – um ihren Treffpunkt zu erhalten oder wenigstens neue Räumlichkeiten zugesagt zu bekommen. Dieses Thema liegt Leopard ziemlich am Herzen. Sichtlich bewegt und wütend erklären mir die beiden den aktuellen Stand. Ist in Berlin ja leider keine Seltenheit, dass Institutionen einfach ausradiert und weggentrifiziert werden, obwohl sie ein so wichtiger kultureller Strohhalm für viele Jugendliche und junge Erwachsene sind. Pfui Berlin, pfui!
Um die Gemüter wieder etwas zu beruhigen, steppen wir zum Späti, decken uns nochmal mit Sternis ein und setzen uns in den benachbarten Kleistpark. Als wir da ankommen, ist gerade eine Gruppe dabei, mit Schwertern zu kämpfen – die perfekten Klänge, um ein bisschen intensiver über die Musik von Leopard zu quatschen.
Lars: Unsere EP ist auf jeden Fall mega wichtig für uns, weil sie bisher der einzige musikalische Output ist. In unseren früheren Bands war es auch immer schwierig was zu kreieren, womit alle glücklich sind. Das war hier einfach völlig anders. Wir haben die EP bei Thies in der Tonbrauerei produziert, vorher war das immer DIY und klang irgendwie nicht soo geil (lacht). Ich habe bei der Platte jetzt wirklich das Gefühl, dass das ein Sound ist, der uns gut steht und eben auch der Sound ist, den wir im Proberaum spielen.
Christian: Thies hat auch sofort gecheckt, wie wir den Sound haben wollen. Es war ein super natürlicher Prozess. Wir haben die EP live aufgenommen, sie ist einfach aus einem Guss. Obwohl wir sie schon nach zwei Monaten Bandgeschichte aufgenommen und das im Endeffekt nur viermal geprobt haben. Wir wussten einfach, was wir wollten, es war super harmonisch.
Jule: Wie entstehen eure Songs denn? Schreibt sie gemeinsam oder gibt’s eine Art Rollenverteilung?
Christian: Das ist ganz unterschiedlich. Es gibt Songs, die ich geschrieben habe, es gibt welche die Lars geschrieben hat. Das ist sehr offen bei uns: Wer eine Idee hat, der wird unterstützt und dann arbeiten wir das gemeinsam aus. Einen richtig festen Prozess haben wir da nicht.
Die beiden erzählen mir weiter, dass die Mysterium-EP ein absolutes Herzensprojekt ist. Es sind Songs, die schon vor längerer Zeit hätten vertont werden sollen. Ein übergeordnetes Thema gab es daher nicht. Das Mindset war, ehrliche Texte zu schreiben. Für Lars klingen die Texte anderer Künstler:innen oftmals designt, es wird erst darüber nachgedacht, was man ausdrücken möchte, welche Attitüde, welches Lebensgefühl. Bei ihm ist das umgekehrt. Er schreibt die Texte einfach aus der Emotion heraus, ohne darüber nachzudenken, wie sich der Text am Ende als Ganzes liest. Die Songs von Leopard sind Abbilder ihres Lebens, gerade in der aktuellen Situation. Momente krasser Lebensfreude, aber auch das Gefühl des Verlorenseins.
Jule: Kommen wir doch mal zum Song des Tages, „20.000 Sternis“. Wie ist der denn entstanden?
Lars: Den habe ich zu Weihnachten bei meinen Eltern geschrieben. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall eine Abfuck-Zeit, deshalb ist „20.000 Sternis“ auch ein klassisch trotziger Abfuck-Song. Sollte er eigentlich nicht sein, aber natürlich ist er auch irgendwie ein Werbe-Song (lacht).
Christian: Da gibt es übrigens eine witzige Anekdote zu: Wir haben Sternburg gefragt, ob sie mit dem Song Werbung machen wollen. Sie haben geantwortet mit dem Wortlaut: „Wir finden den Song wirklich cool, aber die Hauptaussage dieses Liedes lässt sich leider überhaupt nicht mit bewusstem Konsum von Alkohol in Verbindung bringen“. Und wir dachten nur so: JA KACHING, STERNBURG SAGT WIR SIND ZU BESOFFEN FÜR STERNBURG (alle lachen).
Nach der EP ist vor der EP. Leopard planen natürlich auch schon ihre musikalische Zukunft. Ob nun ein Album, oder eine Doppel-EP, die deutsche und englische Texte beinhalten würde, mal sehen was kommt. War „Mysterium“ noch eine rein intuitive Platte, möchten sie die momentane Lage nutzen, um ihren Sound weiter zu spezifizieren und auszuarbeiten. Es bleibt also auf jeden Fall spannend, was da in Zukunft auf uns zukommt.
Jule: Zum Ende dieses Interviews gibts den weltberühmten blank space, mit dem ihr tun und lassen könnt, was ihr wollt. 3, 2, 1…
Christian und Lars: Wir würden gerne unserer Freundin Nam das letzte Wort überlassen, die Teil des Kollektivs D.A.M.N. ist: „D.A.M.N. (Deutsche Asiat*innen, Make Noise) ist eine politische Plattform für asiatische Menschen in Deutschland. Deutsch-asiatische Perspektiven sind in der deutschen Gesellschaft immer noch unterrepräsentiert oder werden nicht ernst genommen. Auch in feministischen und anti-rassistischen Mainstream-Diskursen werden asiatisch gelesene Menschen oft nicht berücksichtigt. Was übrig bleibt sind eindimensionale, fremdgesteuerte und stereotypisierte Darstellungen von (deutsch-)asiatischen Identitäten. D.A.M.N. versteht sich daher als Widerstandsbewegung gegen Unsichtbar- und Andersmachung, soziale Bevormundung und politische Instrumentalisierung von Menschen mit asiatischer Herkunft.“ (https://deutscheasiatenmakenoiseblog.wordpress.com)
Jule: Sauber. Vielen Dank für den schönen Abend und das noch schönere Interview! *Sternis die aneinander klirren*
So, und jetzt präsentieren euch endlich das Video zu „20.000 Sternis“, in dem es um einen Abend vorm Späti geht (mindblowing). Gefilmt mit einer Steadycam und 10 Freunden, die sich (erwachsen und dem Konsum und den Auswirkungen von Alkoholmissbrauch bewusst) hemmungslos betrinken. Das Ganze kommt als Lyric-Video daher und kann jetzt exklusiv von euch ausgecheckt werden, viel Spaß!
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untoldency erhebt mal wieder die Sektgläser: KAFFKIEZ aus Rosenheim (das ist in Bayern, Leude) feiern heute die Videopremiere zum Song „Nie allein“. Wir freuen uns tierisch! Warum, das lest ihr jetzt in Jule’s Review. Und danach wird Video geguckt! *Emoji mit Partyhut*
Wie sie schon im Interview mit Anna erzählt haben, fangen die 5 feschen Buben Johannes, Niklas, Flo, Bene und Johannes als KAFFKIEZ gerade quasi nochmal von vorne an. Bis vor Kurzem waren sie nämlich noch als Maybe und mit englischen Texten unterwegs. Jetzt hört Jule ausm Berliner Kiez die Musik von den Jungs vom Kaff – also dieser Plan ist schon mal aufgegangen.
Strammen Schrittes zum Vulkanausbruch
„Nie allein“ beginnt erstmal super ruhig. Eine sanfte Gitarre begleitet die Reibeisenstimme, die den Sound von KAFFKIEZ unverkennbar macht. Und schon in die erste Strophe habe ich mich schockverliebt:
„Letztens waren wir noch am Meer, scheint ewig lange her Heute wünsch ich dir getrost schwarzen Schimmel auf dein Toast Und dass alle deine Typen mangelhaft verhüten„
Genau mein Humor einfach. Nach der Strophe baut sich direkt der Pre Chorus auf, der mich erahnen lässt, dass hier gleich was abgeht. Und wie: Der Refrain ballert mir rockige Folkmelodien straight ins Trommelfell und ich habe sofort den Drang, mir selbst den Stuhl unterm Hintern wegzuziehen und wild in meinem Zimmer rumzuspringen. Gitarren, Bass, Drums und ich meine auch ein paar Keys zu hören. Wie auch immer, es ist geil!
Die weiteren Strophen beruhigen den Song wieder ein wenig, damit er im Refrain erneut ausflippen kann. Ich muss mich leider wiederholen, aber dieses dramaturgische Auf und Ab in Songs feier ich wirklich doll. Ich sehe jetzt schon die tanzende Meute vor mir, die bei einem KAFFKIEZ-Konzert (hoffentlich nicht erst im Jahr 2028…) eine richtig gute Zeit haben wird.
Symbolbild: KAFFKIEZ zeigen, wie man eine richtig gute Zeit hat
Thematisch geht’s in dem Song um jemanden, der das Ende seiner Beziehung bisher höchstens so zu 23% verkraftet hat. Da schwingt textlich doch noch ein dezentes Bockigsein mit, welches sich auch schön im Refrain zeigt:
„Und ich sag 1,2,3,4 – ich bin gar nicht frustriert! Und ich sag 5,6,7,8 – bin nie alleine in der Nacht!“
Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn AnnenMayKantereit und Von Wegen Lisbeth ein Baby machen wollen und währenddessen plötzlich Provinz ins Zimmer platzen, weil sie in dem selben Raum gerade mit dem Lumpenpack anbandeln wollten… dann klingt das wie KAFFKIEZ. Die Entscheidung der Jungs, jetzt auf Deutsch zu texten, war meiner Meinung nach auf jeden Fall eine sehr gute!
Trommelwirbel, hier kommt das Video!
Aber nun ist er da, der Moment auf den wir alle warten: Wir freuen uns ein drittes Ohr an den Hinterkopf, weil wir euch jetzt feierlich das Video zu „Nie allein“ präsentieren zu dürfen. Das hat zwar wirklich gar nix mit dem Text zu tun, spiegelt das trotzig-humorvolle aber trotzdem ganz wunderbar wieder.
Mir bleibt jetzt nur noch zu sagen: Happy Videorelease-Day, liebe KAFFKIEZ-Boys <3 Und viel Spaß beim Auschecken, liebe KAFFKIEZ-Fangemeinde!
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Exklusive Videopremiere bei Untoldency! RIIVA veröffentlicht das offizielle Lyric-Video zu ihrer neuen Single Painkiller und schafft eine realitätsferne Traumwelt, die sich mit düsteren Themen beschäftigt. Lest jetzt eine kleine beeindruckte Review mit Videovorstellung.
RIIVA ist eine junge Singer-Songwriterin, die tiefe Emotionen vermittelt, ohne auf einer Akustik-Gitarre hängen zu bleiben. Stattdessen entführt sie uns in dunkle und alternative R’n’B-Vibes, die Ohrwürmer noch für Tage hinterlassen. Mit So Shady und Wall of Water hat sie bereits zwei ausdrucksvolle Singles veröffentlicht, die zeigen: RIIVA ist hier, um zu bleiben. Genauso ist es auch mit Painkiller. Die Halb-Amerikanerin klingt hier fast ein bisschen wie Billie Eilish. Sie singt mit heller sanfter Stimme über tiefe Bässe und verzaubert mich damit ein kleines bisschen. Der Song entpuppt sich alsein stetiger Wechsel zwischen melancholischer Strophe und eingängigem Refrain. Er überzeugt musikalisch schon beim ersten Hören und steht für sich als sehr großes Statement.
Zwischen verspielten Rosengärten und schmerzhafter Realität
Auch lyrisch enttäuscht RIIVA nicht. Painkiller handelt von der unüberwindbaren Machtlosigkeit, einer abhängigen Person in ihrem Schmerz helfen zu wollen –es aber nicht zu können. Stattdessen muss man aufpassen, dass man selbst nicht dem Leiden der Person verfällt. Um diese Erkenntnis geht es in Painkiller: Nicht die Verantwortung über die psychische Gesundheit einer geliebten Person übernehmen zu können und zu wollen. RIIVA schafft es, das Gefühl diesen Schmerzes in Worte zu fassen. Vor allem die Bridge am Ende drückt diese schwierige Situation noch einmal treffend aus: „How can you love me when you don’t love yourself?“
Das Video zu Painkiller entführt uns in eine ganz gegenteilige Welt, wie es scheint. Umgeben von reflektierenden Sonnenstrahlen treten wir in eine Traumwelt, in der der kranke Protagonist zu leben scheint. Er entflieht der Realität und versucht sich an den hellen Traumbildern des Rosengartens festzuhalten. RIIVAhat es hier definitiv geschafft, eine Ästhetik zu schaffen, die minimalistisch die Fluchtmechanismen des Protagonisten verdeutlicht. Zwischen Blumen, Bäume und Sonnenstrahlen läuft RIIVA im Blumenkleid umher und scheint so leicht und fröhlich, dass auch ich fast von dem Schein geblendet werde. Doch die Veränderung ihrer Figur zum Ende des Videos zeigt: es ist wirklich nur Schein. Denn je länger sich der Protagonist auf RIIVA als metaphorisches Schmerzmittel verlässt, desto kränker wird sie selbst und die Traumblase zerplatzt. Doch bevorich mich in einen Aufsatz über die Thematik verliere, schaut euch das Video einfach selbst hier an und werdet, wie ich, riesengroßer RIIVA-Fan.
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