Einen Tag nach dem inoffiziellen Linke-Zecken-Feiertag besucht OG LU den ausverkauften Saal des Hamburger Uebel & Gefährlich anlässlich ihrer „assig aber cute“-Tour. Es ist ein frostiger Abend und trotzdem lässt sich schon an den cunty Outfits in der Queue erkennen, dass es sich um ein Konzert der Frankfurter Rapperin handeln muss. Sie ist bekannt für ihre gesellschaftskritischen Texte, in denen sie über Frankfurt, Haze und Kampfsport rappt. Sogar ihre Bühne sieht aus wie ein Boxring, gefüllt mit pinken Plüsch-Hanteln.
Macker gehören nach hinten und Girls auf die Bühne
Die Stimmung ist schon vor dem Konzert gut und die Fans spekulieren, wer wohl Support-Act sein könnte, viele vermuten die Hamburger Rap-Crew bangerfabrique. Entgegen einigen Erwartungen betritt aber direkt OG LU herself die Bühne und startet mit einem absoluten Banger. „Bossbabe“ setzt die Stimmung für den ganzen Abend: laut, wütend und geprägt von Schwesternschaft. Nach ihrem zweiten Song „hanni & nanni“ macht sie direkt klar, dass sie in den ersten Reihen nur Chayas sehen will und cis Männer zwar willkommen sind, aber nicht direkt vor der Bühne.
Nach ihrem Song „Ottić“ holt OG LU passenderweise zwei Fans auf die Bühne, um sie kompetitiv Joints bauen zu lassen. Da aber bekanntlich alles schöner ist, wenn man es zusammen tut, haben die beiden es zu einem Gemeinschaftsprojekt gemacht und sich, um vernünftig arbeiten zu können, hingehockt. Dafür haben sie von der Rapperin zwar den Kommentar „Digga, die setzen sich aufn Boden wie Hippies“ kassiert, aber fun war es bestimmt trotzdem. Passend dazu gab’s am Merch-Tisch auch pinke Purize Filter, Papes und Grinder.
Sisterhood & Solidarity
Nur ein Lied später kommen drei weitere Gästinnen auf die Stage und zwar niemand geringeres als nebou, emmamaelo und melle, auch bekannt als bangerfabrique. Die Vermutung, dass die drei der Support-Act sein könnten war also gar nicht so abwegig. Sie performen drei ihrer Songs und werden von der Crowd wärmstens empfangen. Es wird schnell klar, wie sehr die Hamburgerinnen von ihrer Stadt gefeiert werden. Mindestens genauso schön ist es zu sehen, wie groß der Support der Rapperinnen untereinander ist. In einer Zeit, in der FLINTA*-Acts sich immer noch battlen müssen, um den 16:00 Uhr Slot auf einem Festival zu bekommen, macht es Hoffnung, dass sie sich trotzdem nicht als Konkurrenz sehen, sondern sich gegenseitig empowern und eine Bühne geben, wenn es sonst schon nur die wenigsten tun.
Während dem Track „Riot“, der sehr ehrlich die Wut auf rechte Politik und den Wunsch nach radikaler Veränderung in Worte fasst wurden im Publikum schon einige Kufiyas hoch gehalten. Danach geht es auch sehr emotional weiter. OG LU erklärt sich solidarisch mit Palästina, Kurdistan, dem Sudan und allen anderen unterdrückten Menschen und Antifaschist:innen in Gefangenschaft. Dass sie sich gegen jede Form der Repression einsetzt, ist nichts neues, schließlich rappt sie in den meisten ihrer Songs davon. Dennoch tut es gut, das auch noch einmal außerhalb dessen zu hören und diese Einstellung mit allen Anwesenden zu teilen.
Hoher Besuch aus der Hansestadt
Nach diesem sehr ernsten, aber wichtigen Konzertabschnitt, der mit dem Outro des Albums „TKO“ beendet wird, geht es weiter mit den Songs „Rihanna“ und „Bellydance“, die wieder zum dancen einladen, aber nicht weniger powerful sind. Für ihren Track „2 Etagen“ kommt als Surprise Act – ebenfalls aus dem Doppel-H-Rap-Kosmos – Tom Hengst mit auf die Bühne und die Stimmung in der Crowd erreicht hier ihr Maximum. Danach gibt’s von der Rapperin eine Runde Shots für alle die wollen und ein paar signierte Tampons landen im Publikum. Es ist ja schließlich ein OG LU Konzert. It’s Anekdoten-Time und sie erzählt von dem Abend, an dem sie sich die Support-Show beim K.I.Z-Frauenkonzert geklärt hat. Um die Story zu hören, müsst ihr aber schon selbst mal zu einer ihrer Shows gehen. Darauf folgt ein unreleaseder Track, auf dem sie den K.I.Z-Klassiker „Böhses Mädchen“ sampled. Hoffentlich erlauben ihr die Jungs bald, den zu veröffentlichen, damit wir nicht mehr allzu lange auf diesen Banger warten müssen. Zu ihren Songs „O’Malley“ und „Hasskick“ öffnet sich nochmal der Pit und von der ersten bis zur letzten Reihe sind alle am tanzen. Zum Abschluss darf sich das Publikum noch über ihre all time classics „Gegend“ und „Paar Ecken Hish“ freuen und ich kann mit Sicherheit sagen, dass alle das Uebel & Gefährlich mit einem guten, hoffnungsvollen, aber auch in ihrer Wut bestärkten Gefühl verlassen haben.
Nika und Noée, Schülerinnen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, waren am 09.11.2025 auf dem Konzert von Wet Leg in der Columbiahalle in Berlin und berichten von ihrem Erlebnis.
Columbia Halle ausverkauft
Am 09. November 25 spielt Wet Leg im Rahmen ihrer fast vollständig ausverkauften Europa Tour nun auch in Berlin. Das britische Indie Rock Duo, bestehend aus Rhian Teasdale (Gitarre, Gesang) und Hester Chambers (Gitarre und backing Vocals), hat im Juli das zweite Studioalbum “moisturizer” veröffentlicht und bringt dies nun gemeinsam mit ihrer Band auf die Bühne. Mit beeindruckender Power und mitreißender Stagepresence schaffen die beiden es, ihr Publikum zu begeistern und ziehen die volle Columbiahalle in ihren Bann. Damit zeigen sie, dass Wet Leg deutlich mehr Wert sind als der anfängliche Socialmedia-Hype, den sie 2021 mit ihren ersten zwei Singles “Chaise Longue” und “Wet Dream” erzielten.
Power Posing und Action von Sekunde 1
Die Show startet gegen 21 Uhr nach der Vorband faux real, einem französisch amerikanischen Art Pop Duo, das theatrical Performance mit Hyper Pop kombiniert, und einer kurzen Pause gleich richtig durch. Die Spannung im Publikum ist deutlich zu spüren, die Erwartungen sind groß. Und wir werden nicht enttäuscht. Als Teasdale, begleitet von Stroboskop-Licht aus einer dichten Nebelwand an den Bühnenrand tritt und zu flexen beginnt, schreit die Menge vor Begeisterung. Als Opener werden wir mit “catch these fists”, der zweiten Single des aktuellen Albums, direkt gefesselt. Die fetzigen Gitarrenriffs und harten Schlagzeugbeats zusammen mit der rohen Energie bringen die Crowd sofort in Stimmung und setten den Tone für den restlichen Abend.
Kompaktes Set – auch für kurze Aufmerksamkeitsspanne
Die Setlist ist ein ausgewogener Mix aus Staples des ersten Albums, Fan-Favorites und neuen Hits. Nachdem das Konzert mit “catch these fists” und “wet dream” mit zwei der bekanntesten Songs beginnt, nimmt die Stimmung auch im Laufe des Abends nicht ab. Es folgt ein kompaktes Set mit kaum Unterbrechungen. Die Songs gehen nahtlos ineinander über, so wird die unglaublich ansteckende Energie sowohl auf der Bühne als auch im Publikum durch die ganze Show aufrechterhalten. Fast zum Ende des Sets kommt mit “Chaise Longue” wieder ein absoluter Banger. Der Song, mit dem alles begonnen hatte, hittet nochmal anders. Die Power im Raum scheint geradezu greifbar, als Fans Wort für Wort lauthals mitsingen.
Super Vibes und Community Feeling
Die Atmosphäre schwebt irgendwo zwischen Power, Enthusiasmus und andächtiger Hingabe. Das Publikum, das sowohl in Alter als auch in Gender überraschend durchmischt ist, singt bei allen Songs laut und voller Begeisterung mit. Alle scheinen voll im Moment zu sein. Es wird mehr getanzt als gefilmt. Eine faszinierende Mischung aus Energie und Intimität entsteht durch eine Art von Gemeinschaftsgefühl, angetrieben durch eine geteilte Passion für Musik. Auffällt, dass es kaum Interaktionen zwischen Wet Leg und der Crowd gibt. Es werden kaum Ansagen gemacht, kein Kontext, nur Musik. Trotzdem herrscht eine vertraute Stimmung – auch ohne langes Reden.
Sichtweite: 5 Meter max.
Die Bühne ist die ganze Show über in einen dichten Nebel gehüllt, zerrissen von harten Strobo-Effekten in Weiß und Orange. Da der hintere Teil der Bühne nur schemenhaft zu sehen ist, liegt der Fokus fast ausschließlich auf Rhian Teasdale, welche uns mit ihrer Präsenz und Power-Performance alle flashed. Die Outfits der Band sind farblich schlicht in schwarz-weiß gehalten, wodurch Teasdales neongrüne Gitarre und pinke Haare spannende Kontraste in das sonst relativ minimalistische Bühnenbild bringen.
Perücken und Seifenblasen
Für ein paar Songs kommt ein Special Guest auf die Bühne. Die Band stellt ihn nur kurz als “Tamburine Guy” vor. Da er im hinteren Teil der Bühne kaum zu sehen ist, fällt nur seine enorme, zottelige Perücke auf, die fragwürdig macht, inwiefern er überhaupt etwas sehen kann. Nichtsdestotrotz hindert dies den mysteriösen Unbekannten scheinbar nicht am Musizieren. Ein weiteres Highlight: Gegen Ende kommen plötzlich Seifenblasen von der Seite, die die Bühne und alles drum herum in nebelige Bubbles hüllen und eine mystische, düstere Atmosphäre über den Raum legen. Die Securities vorne an der Absperrung haben sichtlich Spaß dabei, die Blasen platzen zu lassen – wofür Teile des Publikums applaudieren und so für einen denkwürdigen Moment sorgen – eine ungewöhnliche Verbindung zwischen Publikum und Sicherheitsdienst.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Nach 75 sehr intensen Minuten endet das Konzert mit “mange tout” so plötzlich, wie es begonnen hat. Keine Verabschiedung, keine Zugabe. Die Band verschwindet wieder im Nebel und lässt das Publikum sprachlos und verschwitzt, aber glücklich zurück. Völlig außer Atem müssen wir erst einmal realisieren, was gerade passiert ist. Das grelle Raumlicht bringt uns unsanft zurück in die Realität, während wir uns von der Masse in Richtung Garderobe schieben lassen.
Alles eine Frage der Einstellung
Als wir uns nach dem Konzert zusammensetzen, merken wir ziemlich schnell, dass wir die ganze Experience sehr unterschiedlich wahrgenommen haben. Auf Nika wirkte die Show etwas oberflächlich. Da sie bisher vor bei allem Pop-Konzerten war, hat sie sich von der Band nicht wirklich abgeholt gefühlt und hätte sich mehr Connection und direktere Interaktionen mit dem Publikum gewünscht.
Ich hingegen war begeistert von dem Konzert. Wirkliche Erwartungen hatte ich vor dem Abend nicht und so hat mich Teasdales krasse Ausstrahlung und die energetische Dynamik der Band sofort in ihren Bann gezogen. Mir hat das gezeigt, dass Musik nicht unbedingt viele Worte braucht, um in Perspektive gesetzt zu werden, um zu bewegen. Ich fand es überraschend befreiend, während der Show mit meinen Gedanken allein gelassen zu werden und konnte mich so ganz in den Songs verlieren.
Insgesamt kann man sagen, dass es einfach sehr darauf ankommt, was man sich unter einem guten Konzert vorstellt. Wer also eine klassische Pop-Performance erwartet und von den Künstler*innen an die Hand genommen und durch einen Abend voller persönlicher Anekdoten geführt werden will, kommt bei der wet leg Tour nicht unbedingt auf seine/ihre/* Kosten. Wer aber eine einfach unglaublich powervolle Show erleben möchte, die einen komplett in ihren Bann ziehen kann und für einen unvergesslichen Abend sorgt, ist bei Wet Leg gerade richtig.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Jo the Man the Music – eine Künstlerin Mitte zwanzig aus einem kleinen Ort in Österreich – tritt mit ihrer ersten EP souverän in den Indie-Alternative-Pop- Kosmos ein und macht deutlich, warum man sie künftig auf dem Schirm haben sollte. Bereits im Juli 2025 machte sie mit ihrer Debütsingle „Skinny Dipping“ auf sich aufmerksam. 2026 ist nun geprägt von Support-Konzerten auf internationalem Boden sowie Auftritten auf kleinen und großen Bühnen zwischen Festivals und Großstädten. Kurz vor ihrer EP-Release im Januar traf ich Jo bei Kaffee und Kuchen in einem Café zum Gespräch.
Lizza: Wonach klingt die Musik von Jo the Man the Music? Wie würdest du sie beschreiben?
Jo: Ich sage gerne filigrane Schrammelmusik dazu. Es ist sehr gitarrenlastig und das bricht schon immer wieder aus, aber es gibt trotzdem voll viele filigrane Momente.
Und ist das Filigrane bei dir in der Stimme und die Schrammelmusik in den Händen?
Ja, schon ein bisschen. Das trifft es eigentlich ganz gut.
Wo bist du, wenn du schreibst? Sowohl örtlich als auch emotional?
Wo ist eigentlich immer unterschiedlich. Oft schreibe ich nachts, außer ich bin im Studio und arbeite tagsüber am Text. Ich sammle auch täglich Gedanken und Schnipsel, wenn ich unterwegs bin. Manche davon enden in Songs und manche davon werden für immer vergessen. Aber ansonsten im Kopf hoffentlich sehr frei und mit irgendeiner Art Emotion geladen, dann klappt es meistens am besten.
Du bist 2024 nach Berlin gezogen. Hilft dir die Stadt bei deiner Musik?
Ja, auf jeden Fall. Es hat sich aber von Anfang an so richtig angefühlt. Ich war eine Woche da, ich glaube das war drei, vier Wochen, bevor ich dann beschlossen habe, ich würde eigentlich länger hierbleiben wollen. In der Woche hat sich alles so schön ergeben und war gefüllt mit sehr vielen schönen Zufällen. Es war so, als wurde mir alles irgendwie vor die Füße gelegt. Dann war ich einfach zu neugierig und hab mir gedacht „okay, wenn ich hierherziehe, geht es dann so weiter?“ Und es ging nicht so weiter, natürlich [lacht]. Aber es war trotzdem die beste Entscheidung, auch für den Kopf irgendwie mal rauszukommen.
Wo hemmt dich die Stadt vielleicht auch?
Ich glaube tatsächlich wenig. Für mich ist Berlin echt eine Stadt, in der man frei sein kann, was ich auch sehr liebe. Es gibt so viele Menschen und es ist so schön, irgendwie so unbedeutend zu sein. Das genieße ich gerade sehr.
Bevor du nach Berlin gekommen bist, hast du in Graz Design studiert – wie war es dort für dich und deine Musik?
Ganz anders. Da habe da auch erst wirklich begonnen, Musik zu machen. Von dem her, hat es auch für den Kopf wahnsinnig gut getan, rauszukommen. Und die Menschen, die mich in Graz schon supportet haben, supporten mich auch jetzt noch und kommen teilweise für Konzerte nach Berlin.
Welche Rolle spielt Social Media für dich in deinem Werdegang?
Ich versuche eigentlich, dass es nicht eine zu große Rolle spielt. Es gibt natürlich viele Menschen, die täglich auf TikTok posten und es als Chance sehen, einen viralen Moment zu haben, aber ich möchte gerne so lange wie möglich, so gesund wie möglich Musik machen. Ich habe für mich das Gefühl, dass da diese Viralität vielleicht gar nicht so der richtige Weg dazu ist. Es wäre ultra überfordernd auf einmal voll die große Reichweite zu haben. Ich kann das gerade sehr genießen, da so langsam reinzuwachsen.
Ich habe auch einen Newsletter, den ich immer bei Konzerten auslege, und die 200 Menschen, denen ich die Newsletter ausschicke, kenne ich eigentlich. Vielleicht nicht persönlich, aber die haben mich schon mal gesehen, waren auf einem Konzert oder haben irgendwie einen Bezug dazu. Und ich finde, das ist mir noch wertvoller als diese ganzen kurzfristigen Momente, die durch Social Media entstehen.Trotzdem checke ich natürlich, dass Social Media auch in der Musikbranche wichtig ist. Ich mache das auch, und ich mache es auch gerne, aber nicht in der Fülle und nicht mit irgendwelchen krassen Looks, weil es sich für mich falsch anfühlen würde, es so zu verkaufen.
Deine erste Single „Skinny Dipping“ hat dir positive Kritiken eingeholt und wie ich finde, die Messlatte auch hochgelegt. Hat dich das überrascht?
Ich finde es so lustig, weil mir das schon ein paar Menschen jetzt im Internet so gesagt haben und ich hatte nicht das Gefühl, dass es durch die Decke gegangen ist. Für mich ist immer noch der gleiche Song, der es auch am Tag vor dem Release war. Es war der schwierigste, aber auch der schönste Prozess, diese EP aufzunehmen. Als das fertig war, war die Arbeit jetzt quasi getan und der Rest hat gefühlt nicht mehr ganz so mit mir zu tun. Dann erst kam der erste Schritt nach außen mit der Veröffentlichung, und jetzt hören es plötzlich Leute. Für mich sind es dennoch die gleichen Songs, die ich vor einem Jahr schon auf meinem Laptop herumliegen hatte. In meinem Kopf habe ich es gar nicht so wahrgenommen, dass es durch die Decke gegangen ist, aber letztlich freue ich mich natürlich, dass es Menschen erreicht.
Was hat dann die EP für einen Stellenwert für dich? Baut es auf etwas auf?
Ja, ich glaube, es hat einen ganz großen Stellenwert für mich. Ich bin einfach sehr stolz drauf. Die EP hat ein sehr wichtiges Jahr für mich begleitet und die Songs sind eben auch zu einer Zeit entstanden, wo ich das erste Mal mehr Zeit auch in Berlin verbracht hatte. Ich habe letztens beim Schreiben vom Vinylklappentext erst so richtig gecheckt, dass es wie ein Rauswachsen aus einer Haut war. Ich bin schon irgendwie irgendwo rausgewachsen, aber auch irgendwo neu wieder reingewachsen, und das ist voll das schöne Gefühl. Dieser Wachstumsprozess kommt aber auch mit Wachstumsschmerzen, und ich glaube, diese Wachstumsschmerzen habe ich mit dieser EP sehr gut verarbeitet.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Zwei? Okay, da muss ich kurz nachdenken. Ich glaube, Big Thief oder Adrianne Lenker und an zweiter Stelle, was vielleicht ein bisschen realistischer ist; es gibt eine australische Künstlerin, die heißt Phoebe Go und ich finde die ganz toll. Ich würde mir so doll wünschen, dass sie mal eine Europa-Tour spielt. Da wäre ich liebend gern dabei.
Bleiben wir doch dabei, was du hörst. Was läuft bei dir gerade rauf und runter?
Ich höre gerade richtig gern eine CD von Runo Plum. Die hat letztes Jahr im Winter in Berlin ein Konzert gespielt und das war richtig schön. Da habe ich eine CD mitgenommen und die ist gerade meine Winter-CD.
Jo, what’s cooking next? Album? Tour? Festivals?
Hoffentlich Tour, hoffentlich auch viel Musik aufnehmen. Es gibt ultra viele Demos, aber ich weiß auch noch nicht, ob es ein Album wird oder noch eine EP. Ich muss nochmal mit frischem Kopf drüber nachdenken. Mir ist es schon sehr wichtig, dass Konzepte stimmig sind, und ich habe noch nicht so ganz herausgefunden, was das nächste Konzept sein wird.
Ich habe dir einen kleinen, schnellen Fragenhagel mit entweder-/oder-Fragen vorbereitet. Bist du bereit?
[Jo grinst und nimmt noch schnell einen Bissen vom Kuchen]
Support auf großen Bühnen oder eigene Konzerte auf kleinen Bühnen?
Beides. Ich liebe wirklich Support zu spielen. Das macht mir echt viel Spaß, weil es an null Erwartungen gebunden ist. Man kommt auf die Bühne, niemand will dich eigentlich sehen [lacht], aber ich mag das. Im besten Fall gefällt es den Menschen und man nimmt irgendwie Leute mit, die die eigene Musik feiern. Aber eigene Konzerte in kleinen Venues zu spielen, ist auch herrlich.
„soft skin“ oder Hornhaut an den Fingerkuppen?
Softskin – 100 Prozent. Obwohl ich auch Hornhaut an den Fingerkuppen habe [lacht].
Adrianne Lenker oder Angie McMahon?
Oh schwierig. Ich muss jetzt trotzdem Angie McMahon sagen, weil ich auf dem Weg hierher das Album gehört habe und es mich wieder sehr berührt hat.
Berlin oder Wien?
Ahh, [hadert kurz] Berlin.
aber oder doch?
doch – immer!
Wie blickst du auf das Jahr 2026? Was wünschst du dir?
Ich hoffe, dass viel passieren wird, aber ich wünsche mir, dass ich das alles mit möglichst viel Ruhe irgendwie erleben kann. Ich wünsche mir Gelassenheit. Ja, das ist gut, Gelassenheit.
Wünschst du dir etwas vom Publikum, oder von Berlin?
Ich habe letztens ein Konzert in London gespielt und fand es echt sehr schön, dass die Menschen dort auch so textbezogene Musik wertschätzend aufgenommen haben. Es gibt so viele tolle Musiker*innen [in Deutschland oder Österreich], die englischsprachige Musik machen. Ich habe das Gefühl, oft wird man erst ernst genommen, wenn man aus dem Ausland kommt. Ich würde mir wünschen, dass es dafür irgendwie mehr Wertschätzung gibt. Und was ich mir noch wünschen würde, wäre, dass wenn man einen Artist cool findet oder einen Lieblingsartist hat, sich einfach eine CD oder eine Vinyl holt und wieder anfängt, physischer zu hören. Ich mache das selber und das macht so viel Spaß. Ich finde, es ist alles so kurzlebig geworden, und es ist irgendwie für den Kopf auch sehr angenehm, ein ganzes Album zu hören.
Weil man dann die Artists auch ein bisschen besser kennenlernt, ne?
Ja, voll.
Danke, Jo, dass wir dich heute ein bisschen kennenlernen durften! Ich bin froh, dass ich dich am Anfang dieses aufregenden Jahres getroffen habe, und freue mich, bald mehr von dir und deiner Musik zu hören. Alles Gute für dich!
Danke Dir und danke für Deine Zeit.
Wenn ihr up-to-date bleiben wollt, dann schaut doch mal auf der Website vonJo The Man The Music vorbei und schreibt euch in den Newsletter ein.
Justus und Ponto, Schülerinnen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, waren am 05.12.2025 auf dem Konzert von FRISO im Modus in Berlin und berichten von ihrem Erlebnis.
Zum Tourfinale seiner Luft zum Atmen Tour hat FRISO am 05.12.25 im Berliner Club Modus gespielt und seine Fans begeistert. Der Künstler aus Hamburg ist bekannt für seinen melancholischen Sound der zwischen elegantem Synth Pop, Hiphop Drums und Rap variiert. Anlässlich des Tourfinales war dieser Auftritt einmalig, unvergesslich und emotional.
Von Anfang an nahbar
An diesem Abend steht FRISO mit zwei Personen am Schlagzeug und Synth auf der Bühne. Zusätzlich ist der Club ausverkauft, der Raum voll und die Stimmung erwartungsvoll. Es wird schnell klar, wie stark die Verbindung zwischen ihm und seinem Publikum inzwischen ist. Von der ersten Minute an begegnen sich Künstler und Fans mit Freude.
Kleiner Raum, grosser Sound
Der Livesound passt gut zur intimen Atmosphäre des kleinen Clubs. Besonders die Tiefen im Bass kommen druckvoll und präsent zur Geltung und tragen die Songs spürbar durch den Raum. Die Stimme sitzt nicht immer perfekt im Mix, was jedoch eher den begrenzten technischen Möglichkeiten der kleinen Anlage geschuldet ist als der Performance selbst. Musikalisch bleibt FRISO seinem Sound treu: melancholisch, ruhig, ohne düstere Schwere. Drums und Synths werden hauptsächlich live eingespielt, was den Songs zusätzliche Tiefe verleiht.
Ein Set, das trägt
Das Set erstreckt sich über mehr als zwei Stunden und wirkt dabei erstaunlich geschlossen. Der Abend baut sich kontinuierlich auf, ohne an Spannung zu verlieren. Gegen Ende spielt FRISO einige seiner bekanntesten Songs, darunter „Serpentinen“ oder seine neue Single „xo“, welche vom Publikum besonders positiv aufgenommen werden. Zusätzlich bedankt er sich auf besondere Weise bei seinen Mitproduzentenund es gibt einen Gastauftritt von moé. Spätestens hier wird auch deutlich, wie gefestigt und loyal seine Fanbase ist – klein, aber stark und aufmerksam.
Eine Nahbare Atmosphäre
Auch abseits der Musik überzeugt FRISO mit seiner Art, den Raum zu lesen. Seine Ansagen sind häufig, dabei aber nie aufdringlich. Neben persönlichen Dankesworten richtet er auch den Fokus auf Sicherheit und gegenseitige Rücksichtnahme und betont, wie wichtig es ihm ist, dass sich alle wohl fühlen. Diese Haltung prägt den gesamten Abend und verstärkt das Gefühl von Nähe zusätzlich.
Die Atmosphäre im Publikum bleibt außerdem durchgehend konzentriert und positiv. Das Licht ist unspektakulär, unterstützt die Stimmung jedoch passend, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Gerade weil der Raum so klein ist, entsteht über die gesamte Dauer des Konzertes hinweg ein konstantes Gefühl von Verbindung zwischen Bühne und Publikum. Ein besonders prägender Moment ist eine kurze Pause, in der FRISO seine Gitarre austauschen muss – selbst hier reißt der Kontakt nicht ab, sondern wird durch kleine Gesten und Worte weitergetragen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Zum Abschluss kehrt FRISO für zwei Zugaben zurück, die von einem sichtbar gut gelaunten Publikum gefeiert werden. Längen oder Ausfälle gibt es an diesem Abend kaum, alle Songs funktionieren live und behalten ihre emotionale Wirkung.
Der Tourabschluss im Modus zeigt eindrucksvoll, wofür FRISO steht: für Nähe, Achtsamkeit und einen Sound, der nicht laut sein muss, um zu berühren. Vor allem bleibt in Erinnerung, wie selbstverständlich und respektvoll er mit seinem Publikum umgeht – ein Auftritt, der weniger durch große Effekte als durch ehrliche Verbindung überzeugt.
Persönlich für uns
Für uns war dieser Auftritt etwas, das einem Tourfinale würdig war! Er war gefüllt mit Emotionen, Humor, Talent und natürlich Energie! Uns ist vor allem die sympathische Art von FRISO in Erinnerung geblieben und seine Art, mit Menschen umzugehen hat uns sehr inspiriert. Wir haben FRISO und seine Musik an nur einem Abend kennen und lieben gelernt.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Zoe und Ricarda, Schülerinnen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, waren am 11.12.2025 auf dem Konzert von orbit im Huxleys Neue Welt in Berlin und berichten von ihrem Erlebnis.
Music & Friends
Hinter orbit steckt der etwa 29 Jahre alte Produzent, Songwriter und Multi-Instrumentalist Marcel Heym mit seinen Freunden, welche aus Achim bei Bremen kommen.
Marcel sammelte bereits mit 17 Jahren internationale Bühnenerfahrung, nachdem er mit seinem Bruder Patrick Heym die Schüler-Rockband Casting Luis gründete. Mit 20, lebte Marcel in Berlin und arbeitete hier als Musikproduzent. Als er in der Großstadt nicht glücklich wurde, zog er zurück in seine Heimatstadt und startete sein eigenes Musikprojekt.
orbit entwickelte sich zu einem Ort für Kreativität, einem Kollektiv für verschiedene Projekte. Das Debüt-Album von orbit war ihre EP „Perspectives“ aus dem Jahr 2020 und 2021 organisierte Marcel mithilfe seiner Internet-Community die erste Tour für orbit.
Das Zitat in orbitsSpotify-Bio beschreibt sehr gut, womit sich Marcel in seiner Musik auseinandersetzt:
„A heavenly place between the forest, vast fields and a beach by the river. Here I grew up wit my friends, a group of kids who met in school and decided to stay together. Here we live, create and dream.“
„Ein himmlischer Ort zwischen Wald, weiten Feldern und einem Strand am Fluss. Hier bin ich mit meinen Freunden aufgewachsen, einer Gruppe von Kindern, die sich in der Schule kennengelernt haben und beschlossen haben, zusammenzubleiben. Hier leben, gestalten und träumen wir.“
Heute heißen ihre bekanntesten Songs „Friday Night“ , „Perspectives“ , „Time in the Afternoon, …“. Nach der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Countless Feelings But So Few Words“ sind sie jetzt, zusammen mit Cowboy LYF als Vorband, auf ihrer ersten großen Europatournee und spielen am 11.12.25 in Berlin ihre größte Headline Show bisher.
Bühne und Atmosphäre
Die Show ist perfekt inszeniert. Das Bühnenbild vermittelt durch kleine, aufgebaute Getreidefelder, alte Windräder und von der Decke hängende Zugvögel ein verspieltes, ländliches Feeling inmitten der Großstadt. Die sich drehenden Windräder und die Zugvögel aus Spiegelglas verbreiteten das Licht in der Halle und sorgen für ein atemberaubend dynamisches Lichtspiel, welches regelrecht mit dem Beat und Rhythmus der Musik zu verschmelzen scheint.
Unser absolutes Highlight ist ein auf der Bühne erschaffener funkelnder Sternenhimmel, welcher eine sehr verträumte und magische Atmosphäre ins Huxleys bringt.
orbit verbindet in seinen Liedern einen Mix aus Indie, Dream Pop und elektronischer Musik und begeistert seine Fans immer wieder mit den vielen musikalischen Kontrasten. Sie arbeiten mit Synthesizer, Stimmverzerrungen und einem Piano, aber auch mit Akustik-Gitarre und einem live gespielten Bass.
Ehrlich und Authentisch
Sie stehen in Berlin nur zu zweit auf der Bühne, geplant war eigentlich zu dritt. Da Luka Björk Küssner aber kurzfristig krank geworden ist, stehen nur Marcel Heym und Morlin Baginski vor dem relativ jungen Publikum, auf der Bühne. Mit Songs wie „Youth“, „Perspectives“, „Formula“, „Call Me at Midnight“, „Rewind“, „So Far Away“ und „Friday Night“ sorgen sie für eine lässige, schwerelose aber auch energievolle Atmosphäre im Huxleys.
Marcel interagiert häufig mit dem Publikum. Er erzählt von seinem ersten Auftritt in Berlin, der vor maximal 30 Leuten stattfand und freut sich sehr, dass wir an dem Abend ungefähr 1500 Menschen sind. Er sagt uns, dass es sich für ihn wie ein Fiebertraum anfühlt vor so einem großen Publikum zu spielen und dass er versucht sich vorzustellen nur vor ein paar Menschen zu spielen, damit er entspannter ist. Es entsteht trotz seiner Aufregung ein sehr entspanntes familiäres Flair. Zum Schluss bedankt er sich nicht nur bei seinen Fans, dass sie alle da sind, sondern auch bei seinen Freunden und der Crew, ohne die das alles gar nicht möglich gewesen wäre. Am Ende hört man einen Fan „Gracias!“ rufen und Marcel bekommt von noch einem Fan Blumen geschenkt.
Unser Eindruck
orbit hat uns eine energiereiche, phantasievolle und verträumte Show geliefert, die uns echt beeindruckt hat. Uns hat besonders der Song „Perspectives“ berührt, der einige überraschende Effekte mit sich bringt und doch einen entspannten Vibe hat. Wir haben uns auch richtig wohl gefühlt, da orbit sich für die Tour ein Awareness-Konzept überlegt hat, damit die Konzerte ein Safe Space für alle sind. Auch die Location fanden wir richtig gut. Sie war nicht zu groß, es gab mehrere kleine Zuschauertribünen an den Seiten und eine große Zuschauertribüne mit mehreren Ebenen hinten im Saal. Dadurch konnte man auch etwas sehen, wenn man nicht ganz vorne stand.
Am 13.12.25 hat orbit vor der Tour Pause noch in ihrer Heimat Bremen gespielt. Nach ihrer Pause es geht im Februar 2026 für orbit nochmal in einige Städte, bevor die „Small Town Friends on Europe Tour 2025“ endet.
„Countless Feelings But So Few Words“ Weitere Konzerttermine:
2026
05.02. London 06.02. Warschau 07.02. Prag 08.02. Budapest 12.02. Oslo 13.02. Stockholm 14.02. Kopenhagen 25.02. Berlin 26.02. Hannover 27.02. Leipzig 28.02. Frankfurt
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Nora und Junia, Schüler*innen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, berichten von einem Konzert und einer einmaligen Reise durch Jazz, Swing, House und elektronischer Musik
Als wir am 14. November 2025 knapp um 20:00 in der Uber Eats Halle in Berlin ankommen, wissen wir nicht was uns erwartet. Die Konzerthalle ist bis zu den obersten Rängen voll. Wir haben Stehplätze, sind aber relativ weit hinten. Bevor Parov Stelar anfängt aufzulegen, startet El Siciliano, sein langjähriger Support DJ, mit einigen Techno Hits, um die Stimmung anzuheizen. Parov Stelar lässt auf sich warten und baut die Stimmung auf, indem er Schwarz-Weiß Clips und Fotos mit tiefer, mysteriöser Hintergrundmusik auf einer großen Leinwand abspielt. Die Clips erinnern an einen Film Noir. Es werden Babys mit strahlenden Augen gezeigt, ein Skelett, das Klavier spielt, viele Frauen mit Kopftüchern oder auch Maschinen, die menschenähnlich aussehen. Das Intro ist sehr dunkel. Umso überraschender ist der Übergang als Parov Stelar und seine Live Band schließlich anfangen zu spielen.
Das neue Album sorgt für große Spannung
Heute erscheint Parov Stelars neues Album: „Artifact“. Er beginnt sein Konzert auch mit einem der neuen Songs. Die Stimmung steigt sofort in die Höhe. Er spielt viele neue Songs, aber auch die meisten seiner bekannten, älteren. Ein paar Hits, die uns fehlen sind u.a. „The Sun“ und „Tango de Fuego“.
Wir sind begeistert von der Live Band. Es gibt drei Bläser, Trompete, Saxophon und Posaune, ein Schlagzeuger, Synthesizer, ein Sänger und eine Sängerin, Gitarre, Bass und natürlich Parov Stelar, mit bürgerlichem Name Marcus Füreder, selbst, der alle Klänge und Sounds zusammen mischt.
Ein Rhythmus, der dich mitreißt
Die Stimmung ist ein einziges Hoch. Es gibt keine Tiefen. Dafür sorgt Parov Stelar mit seiner musikalischen Abwechslung und ständigen experimentellen Stiländerungen von der Mischung aus Techno, Jazz, Swing und House. Er zaubert mit der perfekten Mischung aus Energie, Sound und Licht, die ideale Stimmung. Auf der riesigen Leinwand sieht man weiterhin von KI erzeugte Filme, aber auch abstrakte Formen und Farben – allerdings immer abgestimmt und passend zur Musik. Begleitet von der aufwändigen Lichtshow fühlen wir uns wie im Club. Nur eben mit Live Musik und hunderten Fans.
Mal spielen sie ihre Songs, mal experimentieren sie Minuten lang mit verschiedenen Sounds und Melodien herum. Öfters wird mit den Schatten der Musiker gespielt, die durch Scheinwerfer, riesengroß an den Wänden erscheinen.
Pure Energie
Parov Stelar selbst bleibt im Hintergrund, während seine Band eine immense Show abliefert. Er steht auf einem kleinen Podest in der Mitte der Bühne und mixt von dort. Im Rampenlicht stehen die anderen Musiker und alle bekommen ein eigenes Solo. Ob abgefahrene Cypord Sounds oder klassische Swing Solos vom Saxophon, wir Zuhörer*innen werden mit einbezogen. In einem Moment klatschen wir den Beat für den Drummer, in einem anderen singen wir angeleitet vom Trompetenspieler mit lautem Jubeln das Intro zum nächsten Song.
In einem besonderen Augenblick kommt der Trompeter mit einem Rotwein gefülltem Weinglas auf die Bühne. Nach dem er es in einem Zug ausgetrunken hat, setzt er es an seine Trompete und benutzt es als Resonator, um dem Klang der Trompete einen quatschigen Oldschool Sound zu geben – etwas, das wir noch nie vorher gehört oder gesehen haben.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Zum Ende hin bedankt sich Parov Stelar beim Publikum und erklärt kurz, wie besonders es für ihn ist, in Berlin aufzutreten. Er verkündet, dass man ab jetzt das gesamte neue Album “Artifact“ hören kann und dass wir noch einmal den Release mit den nächsten Songs feiern werden. Es folgt ein Techno Sound, begleitet von den Bläsern, bei dem wir alle in die Hocke gehen. Die Musik setzt aus, für einige Sekunden ist es komplett still. Der Beat geht wieder los. Wir springen alle gemeinsam auf und tanzen weiter.
Die Farben der Leinwand pocht passend zum Beat. Die Stimmung ist erhitzt, niemand will schon aufhören zu tanzen. Nach einer Zugabe verlassen alle Musiker*innen die Bühne, aber das Publikum ist noch nicht zufrieden und lässt nicht locker. Die Band kommt zurück und die Sängerin ruft, dass eine Party an einem Freitagabend in Berlin nicht so früh Enden kann.
Nachdem noch mehrere Songs gespielt werden, darunter ein Remix aus „Sweet Dreams“ und „SexyBack“, spielen sie noch die zwei bekanntesten Songs „All Night“ und „Catgroove“. Das ganze Publikum tanzt ausgelassen bis zur letzten Sekunde und so geht dann doch das Konzert und dieser wunderschöne Abend zu Ende.
Der Abend, der uns zu Fans machte
Uns hat dieses Konzert besonders gut gefallen. Wir waren mit wenig Erwartung angekommen und wurden positiv überrascht davon, dass alles Songs live und nicht vom Band gespielt wurden. Besonders beeindruckend fanden wir die Bühnenpräsenz der Band, das Experimentelle und die unerwarteten Stiländerungen. Wenn man nach einem Konzert direkt die Musik weiterhören will und Tickets für das nächste Mal kaufen möchte, ist das ein gutes Zeichen. Wir konnten die ganze Nacht nicht aufhören zu tanzen und wurden völlig von der energetischen Stimmung mitgerissen. Wir hatten das Gefühl bei einer Live Jam Session dabei zu sein, da jede Künstler*in das eigene Solo gelebt hat.
Das Konzert ist schwer mit anderen Konzerten zu vergleichen, da auch Parov Stelars Musikstil so einzigartig ist. Die Art, wie er Jazz Rhythmen und Swing Klänge mit seinem eigenen Stil mixt, ist sehr besonders.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Am 20.12.2025 spielt REMOTE BONDAGE im Lido Berlin und bringen zum Jahresende nochmal richtig Schwung in ihr Publikum.
Die Musik der 2022 gegründeten Berliner Band spielt irgendwo zwischen Punk, Indie, Rock und Pop. REMOTE BONDAGE besteht aus drei Sängerinnen, einer Bassistin und einem Schlagzeuger, ab und zu spielen sie auch Gitarre. Sie thematisieren mit ihren kritischen, politischen Texten Feminismus, Sexismus, Gewalt, Sex und Queerness.
An diesem Abend spielen sie nicht irgendein Konzert, sondern das Abschlusskonzert ihrer ersten Headline Tour! Gleichzeitig ist es ihr zweites Jahresabschlusskonzert, mit dem sie das Jahr gemeinsam mit ihren Fans beenden.
Kreative Ansagen und großartige Supports
Die Bühne ist leer, da kommen zwei der drei Sängerinnen von REMOTE BONDAGE auf die Bühne. Singend kündigen sie den ersten Support an: LISKA. Nur sie und ihr DJ sind auf der Bühne. Sie beginnen das Konzert mit einer ruhigen und gefühlvollen Stimmung im Saal, die das Publikum gut ankommen lässt. Auf meist langsamen Beats rappt LISKA sehr authentische Texte über sensible Themen wie zum Beispiel das Thema Essstörungen, für die sie Aufmerksamkeit schaffen möchte.
Nach einer Umbaupause füllt sich der Saal des Lido Berlin. Wieder kommen die Sängerinnen auf die Bühne und kündigen auch den zweiten Support mit zweistimmigem Gesang an: die Band NIKRA. Die Queer-Punk-Band bringt viel Energie mit und eröffnet einen ersten Moshpit.
Ein energievoller Start
Da kommt sie endlich, die Band. Wie echte Queens kommen sie auf die Bühne geschwebt und begrüßen winkend ihr Publikum. Mit einem kurzen Inhaltsverzeichnis über den Verlauf des Abends teilen sie dem Publikum mit, was sie heute alles für Themen erwarten werden.
Als erstes spielen sie ihren Song „Alle leben schneller“, der den Leistungsdruck der Gesellschaft thematisiert und mit seiner starken Bass Line sofort zum Mittanzen animiert.
Etwas Besonderes in jedem Song
Die Setlist steckt voller Energie. Direkt zu Beginn spielen REMOTE BONDAGE Hits wie „Daddy“ und „Katze“, in denen sie über Themen wie die Sexualisierung von Frauen, sexuelle Übergriffe und das Patriarchat singen. Diese Inhalte und ihre klare Haltung dazu bringen sie durch ihre Texte laut und eindringlich auf die Bühne.
Doch auch die ruhige, gefühlvolle Seite kommt nicht zu kurz. Sie zeigt sich zum Beispiel im Song „als wäre es egal“, in dem es um eine Welt geht, in der Queerness etwas ganz Normales ist. Lange bleibt es jedoch nicht ruhig: Mit Songs wie „VULVARINE“, „Ronny“ oder „Fast / Sex on the Beach“ thematisiert die Band Sex und Liebe ganz offen.
In allen Liedern findet sich Kritik an diesen Themen oder ihrer Rolle in der Gesellschaft. Doch durch die Ironie in den Texten bleibt auch das Lachen nicht aus.
Auch musikalisch bleibt es trotz der wenigen Instrumente immer interessant. Vor allem durch die unterschiedlichen Stimmen der drei Sängerinnen wirkt jeder Song spannend. Außerdem variieren sie den Gesang beispielsweise durch Mehrstimmigkeit und Background Vocals. Auch ein großartiges Bass Solo sorgt für Abwechslung in der Musik, womit sie absolut überzeugen.
Besondere Momente gemeinsam erleben
Man könnte meinen, als Zuhörer müsse man auf einem Konzert einfach nur zuhören – doch nicht bei REMOTE BONDAGE. Hier wird es nie langweilig. Bei Songs wie „Ronny“ singt das Publikum in drei verschiedenen Stimmen mit, die jeweils von einer der Sängerinnen angeleitet werden.
Kurz vor einem Song über das Leben in einer WG bietet die Band eine Art WG-Suche an: Sie fragen ins Publikum, ob jemand gerade ein Zimmer frei hat oder selbst eines sucht, um Menschen miteinander zu verknüpfen.
Zwischen den Songs stellen die Sängerinnen immer wieder die Frage ins Publikum: „Was wärt ihr gerne?“ Antworten wie fotzig oder lesbisch kommen zurück, woraufhin die Band den Refrain ihres Hits „So gerne hässlich“ angepasst anspielt: Statt „hässlich“ singen sie die vorgeschlagenen Wörter – etwa „Ich war noch nie so gerne lesbisch“.
Zwischendurch wird auf der Bühne gequatscht, gelacht oder es werden Themen angesprochen, die der Band wichtig sind, vor allem politische. Dabei wenden sie sich immer wieder direkt an das Publikum.
All das sorgt dafür, dass REMOTE BONDAGE sehr nahbar wirken. Es fühlt sich an, als würde nicht nur das Publikum die Band feiern, sondern auch die Band das Publikum. Alle sind unterstützend, authentisch und genießen gemeinsam den Moment – vor wie auf der Bühne.
Kreativ über die Musik hinaus
REMOTE BONDAGE sind unglaublich performativ, ob eine WG besichtigt wird oder sie zu ihrem Song „Ode an die Periode“ auf der Bühne scheinbares „Periodenblut“ trinken, wunderbar kreativ!
Ihr Bühnenbild ist angenehm unaufwändig: Ein knallpinkes Banner mit ihrem Namen, welches super zu den knallpinken Outfits der Bandmitglieder passt.
Auch vielseitige Choreos gehören zu ihrer Show. Ob zu dritt auf der Bühne kniend oder tanzend oder mitten durch das geteilte Publikum spazierend. Immer wild und bewegt.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Natürlich spielen REMOTE BONDAGE ihren frisch veröffentlichten gemeinsamen Song mit NIKRA nicht ohne sie. Für „Madonna vs. Britney“ kommt NIKRA noch einmal auf die Bühne und gemeinsam performen sie den Song so mitreißend, dass man die Beine kaum stillhalten kann.
Das Beste kommt zum Schluss
Nach ihrem letzten Song „Skorpion“ folgt eine Zugabe einer ganz anderen Klasse. Die Leute, die das Abschlusskonzert letzten Jahres bereits erlebt haben, wissen schon was gleich kommen wird. Es werden Liedzettel im ganzen Publikum verteilt. Sie sehen aus wie in einem Gottesdienst – mit Text und Noten. Dann singen alle gemeinsam „Fotzige Nacht“, eine umgedichtete Version von „Stille Nacht“, mit einem viel besseren Text, der durch und durch feministisch ist! Es ist wie in der Kirche – nur eben ganz anders. Es entsteht ein unglaublich schöner Moment der Verbindung schafft und noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Danach spielen sie endlich „So gerne hässlich“, aber diesmal ganz. Zuallerletzt erklingt „Ronny“, als ein letztes Mal das ganze Publikum mitsingt, sogar dreistimmig.
Nach einer Danksagung an alle, die an der Tour mitgewirkt haben, ist dann auch mal die Band mit feiern dran: Mit dem gesamten Team tanzen sie auf der Bühne zum Techno-Remix ihres Songs „So gerne hässlich“. Damit ist das Konzert vorbei und alle gehen beschwingt, ausgelassen und glücklich nach Hause.
Ein unvergessliches Erlebnis
Das Konzert hat uns viel Spaß und Energie gebracht und uns auf vielen Ebenen sehr beeindruckt. Musikalisch waren es vor allem ihre Stimmen und der mehrstimmige Gesang, der ihre Musik so abwechslungsreich macht.
Auch begeistert hat uns, dass sie ganz offen über so viele politische Themen und „Tabuthemen“ gesprochen und auch klar ihre Meinung dazu geäußert haben. Dabei wirkten sie auf uns immer nahbar und authentisch.
Aber vor allem wurde das Konzerterlebnis so einzigartig durch die vielen und so unterschiedlichen, lustigen Aktionen und Ideen zwischendurch. Sie haben uns immer fühlen lassen, als wären wir mittendrin. Dabei haben wir uns von ganzem Herzen willkommen gefühlt, mit all unseren Emotionen, von Wut über Freude bis Geborgenheit.
Alles in allem war es ein unvergessliches Erlebnis mit wunderbaren Menschen!
REMOTE BONDAGE ist eine großartige Band, die ihr euch unbedingt anhören solltet. Ihr findet sie auf Instagram und Spotify und anderen Social Media Kanälen
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mina und Miranda, Schüler*innen der Evangelische Schule Berlin Zentrum, berichten von ihrem Konzertabend mit Naomi Sharon.
Intimität ab der ersten Sekunde, es ist klar: das wird ein Abend der nachklingt. Am 24.11.2025 tritt Naomi Sharon mit ihrer „The Only Love We Know“-Tour im Columbia Theater in Berlin auf. Sie füllt das gemütliche Theater mit ihrer meditativen Energie und schafft eine intime Atmosphäre.
Die niederländisch-karibische Sängerin hatte ihren Durchbruch mit ihrem Debütalbum „Obsidian“ und hat mittlerweile fast 2 Millionen monatliche Hörer*innen. Zum Verwechseln ähnlich mit Sade hat auch Naomi Sharon eine unglaublich schöne, selige Stimme und arbeitet viel mit akustischen Gitarren-Sounds, welche sie mit modernen Elementen in die Gegenwart holt. Mit ihrer in diesem Jahr neu erschienenen EP ,,The Only Love We Know“ tourt sie durch Europa und Amerika und singt mit einer spirituellen Stimmung über Selbstliebe.
Minimalismus mit maximaler Wirkung
Gegen 20 Uhr ist das Columbia Theater gefüllt mit rund 800 Menschen, die an der Bar sitzen, sich unterhalten und gespannt auf Naomis Performance warten. Bevor sie auf die Bühne tritt, eröffnet Jessy Blakemore den Abend mit mehreren ihrer warmen und herzlichen Songs, die einen stimmungsvollen Einstieg bieten.
Die Bühne ist leer bis auf ihre Begleitung am DJ-Pult, eine weiße Beleuchtung und Nebel. Aus den Boxen ist für das Publikum bereits der erste Song zu hören, alle jubeln. Naomi tritt in einem ihrer epischen, weißen Latex-Outfits aus dem Nebel hervor und schenkt dem Publikum ein verzauberndes Lächeln.
Ohne ein Wort beginnt sie mit ihrem Song „Bittersweet“, der auch ihre neue EP eröffnet. So startet sie mit einer selbstbewussten Energie und ihren im Wind der Ventilatoren wehenden Haaren in den Abend. Nun folgen überwiegend ruhige Songs wie „Hills“, der von einer akustischen Gitarre begleitet eine sinnliche Stimmung schafft. Das Publikum wiegt im Wind hin und her und singt mit, wo es nur kann.
Mit „Myrrh“ trifft uns Naomi direkt ins Herz. Ihre samtige Stimme füllt den Raum mit einer beeindruckenden Klarheit. Mit Lichtern, die auf dem Publikum wie Wasser schimmern, fließen vermehrt Tränen. Der minimalistische Bühnenaufbau und die One-Woman-Band geben Naomis Stimme die verdiente Aufmerksamkeit.
Zwischen Liebe und Unabhängigkeit
Mit „Definition of Love“, die Lead Single aus ihrem Debutalbum, leitet sie schon fast einen kleinen Stimmungswechsel ein. Spätestens ab dem Refrain fangen alle an mitzuwippen. Ziemlich textsicher wird das Publikum in den Mantra-ähnlichen Zeilen: „Heavens in youreyes, let me follow“ mit denen Naomi ihren Wunsch nach Liebe manifestiert.
Danach geht es direkt weiter mit „If This Is Love“. In dem Song entwickelt sich aus dem Wunsch nach Liebe eine Ablehnung ihr gegenüber. Auch jetzt animiert sie das Publikum, die Zeilen: „if this is love, then I don’t want it“ mitzusingen. Insgesamt hält sie sich viel an die Albumstruktur und sagt wenig bis gar nichts zu ihren Songs. Dies empfinden wir aber nicht als negativ, da die Songs sehr gut für sich stehen.
Langsam werden die Songs immer tanzbarer. Bei „Push“ tanzt Naomi sogar selbst extravagant mit und unterstreicht ihre weiche Stimme mit modernen Afrobeats. „Holding in Place“ treibt das Tempo weiter an. Spätestens jetzt tanzen wirklich alle mit und singen: „nothing. I give that boy nothing.“
Mit „Celestial“ leitet sie noch einmal eine ruhigere Stimmung ein, welche sie dann aber mit „Time and Trust“ wieder auflöst. „Time And Trust“ ist zurzeit ihr beliebtester Song und schafft es fast, den Sommer an diesem kalten Novemberabend ins Columbia Theater zurückzubringen.
Eine spirituelle Stimmung
Es gibt keinen Moment in dem das Publikum so richtig abgeht, da Naomi Sharon die meditative und emotionale Stimmung fast durch das gesamte Konzert hält. Stattdessen tauchen Songs wie „Calm Waters“, mit seinen Naturgeräuschen und einem entspannten Beat den Abend in eine spirituelle Atmosphäre. Zu „Soft Like Dawn“ holen alle im Publikum ihre Lichter heraus und mit Wassergeräuschen im Hintergrund werden wir zu einem schwimmenden Lichtermeer.
In ihrer neuen EP spricht Naomi vermehrt Themen wie Selbstliebe und Weiblichkeit an. Sie ist die erste Frau mit einem Vertrag bei Drake’s Label „OVO Sound“ und setzt damit ein Zeichen in einer männlich dominierten Musikbranche.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Ihr letzter Song „Another Life“ fasst das Konzert perfekt zusammen. Es gibt einen schönen schwebenden Klangteppich, einen prägnanten Beat und natürlich wieder ein Mantra, das allen im Kopf bleibt: „Don’t let your love run out“. Auch diese Zeile wäre der perfekte Abschluss, wenn es nicht eine noch perfektere Zugabe gäbe.
Ein Gospelchor singt: „That’s the way the story goes, that’s the only love we know“. Obwohl der Chor nicht anwesend ist, wird die gewünschte Stimmung durch die Energie des Publikums noch ein letztes mal hervorgehoben.
Beseelt in die Nacht
Die ruhigere Atmosphäre hat uns zu Anfang überrascht, da wir kraftvollere Beats und einen stärkeren Bass erwartet hatten. Doch von Naomi Sharons Performance waren wir schnell beeindruckt. So haben wir das Columbia Theater nach 60 Minuten beseelt verlassen.
Unsere gemeinsamen Favoriten waren „Myrrh“ und „Time and Trust“. So gegensätzlich sie auch sein mögen, haben wir uns in „Myrrh“ mit seinem minimalistischen Aufbau und der dadurch herausstechenden starken Stimme sofort verliebt. „Time and Trust“ hat uns einfach den Sommer zurück ins graue Berlin geholt und uns unseren Alltag für einen Moment vergessen lassen.
Nach einem Konzert ohne viel Interaktion beendet Naomi den Abend mit dem Appell:
„That may be the only love you know but that doesn’t mean that that’s the love youdeserve. It means that there’s more out there for you to have or receive.“
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
gesicht verlieren – Levin Liam sticht auf seinem neuen Album noch tiefer in seine Wunden, um die Splitter herauszuholen, die die Oberfläche schon lange nicht mehr gesehen haben. Auf 11 Tracks offenbart der Hamburger Artist alles, was sich an Emotionen angestaut zu haben scheint und reißt uns musikalisch in eine Hypnose, der wir erst entkommen, wenn der letzte Song die Wut im Bauch weckt.
Träumen am akustischen Kaminfeuer
Im langsamen 3er-Takt tanzt der erste Song „verseucht“ das Album ein, ehe das wohl am meisten nach Kaminfeuerstimmung-klingende Instrument der Erde „nicht mehr“ einleitet – ein Rhodes Piano lässt hauchzart die ersten Melodien einschweben, bis Levin Liam in Kopfstimme das erste Mal unser Herz packt und es einen Moment zu lang stillstehen lässt. Während der warme Piano Sound sich im Kreise dreht, wärmt erst ein Kontrabass die Tiefen, bevor Streicher und weitere Synthklänge die Höhen ausmalen. Den Höhepunkt erreicht dieser Song zum stundenlangen Träumen in einem Gitarrensolo, das sich zu keinem Zeitpunkt aufdrängt. Dieser Song braucht so wenig, um so groß zu sein.
Signature Sound: Gitarrensolo
„rauch“ treibt etwas mehr nach vorne durch die rhythmischen Claps und knüpft gleichzeitig nahtlos an. Erneut sind es warme, sich wiederholende Keys, die die Stimmung etablieren und die durch verschiedene musikalische Elemente komplementiert werden. Leichte Chöre wehen ab und zu im Hintergrund, ein sanfter Shaker unterstützt den Groove und Streicher füllen die Breite. Wodurch kann dieser Song am besten abgerundet werden? Korrekt, mit einem Gitarrensolo!
Das perfekte Maß an Kitsch
Es sind weiterhin Keys, über die Levin Liam seine Zeilen legt, wenn der nächste Song erklingt. „leben lang“bleibt dem Minimalismus treu und unterstreicht, was wichtig ist: lyrische Bilder in Form von Melodien, die mit uns zum Mond fliegen und viel weiter.
„ich guck‘ wieder an die decke vom hotel ich mach‘ die augen zu, trotzdem seh‘ ich die welt“ („leben lang“)
Irgendwie geht dann am Ende alles auf. Harmonien begleiten die Vocals, Streicher stützen die Gesangsmelodien und eine zurückhaltende Conga hält uns in der Spur. Ich dachte, ich würde Kitsch nicht lange aushalten können, aber ich liebe jede Sekunde. Gib mir mehr davon.
Unser Lieblingsproducer-Duo
„trauen“ holt für uns eine Lieblingskombo zurück. Die Gitarren sagen uns gefühlvoll: unser aller Lieblingsproduzent Cato ist da! Das Duo, das uns auf der EP „vergiss mich nicht zu schnell“ bereits musikalisch die Augen geöffnet hat, verzaubert erneut. Intim besingt Levin Liam Unsicherheiten des Commitments, während unaufdringliche Vocal Samples und gedämpfte Drums die Stimme behutsam begleiten. Aus dem nichts wird der Song dann ganz groß, sobald das Gitarrensolo einsetzt, das kurz aufblüht, sich dann aber schnell wieder zurücknimmt. Und jedes Mal, wenn man denkt, schöner kann es nicht werden, kommt der nächste Track. „auf den“ nimmt überraschend Tempo auf, ohne an Sentimentalität zu verlieren. Und weil langsam die Worte fehlen, um die klangliche Emotionalität immer und immer wieder zu beschreiben, kommt hier der Tipp: selbst anhören!
„ausschlafen und rausgehen paar gedanken aufnehmen ich glaub, das muss ein truam sein wie soll das doch alles augehen? frust, liebe, träume, wünsche, freunde, feine auf den wenn das ein truam ist dann willl ich nie wieder aufstehen“ („auf den“)
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Fifty Shades of Pain. Levin Liam zeichnet so viele verschieden Nuancen der Melancholie, dass wir überfordert sind von all den neuen Gefühlen, die wir zuvor noch nie ernsthaft spürten. „nicht alles“ reiht sich dabei in die Trauer der zuvor beschriebenen Songs ein, während uns „such mit mir“ und „als wär alles normal“hoffnungsvoller stimmen. Das liegt an der Dankbarkeit, die der Artist der Liebe und seinem Leben als stetig erfolgreicher werdender Künstler entgegenbringt. Diese Dankbarkeit mündet zuletzt in Hochmut, die Levin Liam in der Disziplin des klassischen Rappers genauso gut bedienen kann, wie die sonst so tief emotionale Seite des Artists. Auf „aufwachen“ liefert Levin Liam zusammen mit reezy einen klassischen Hip Hop Banger, ohne klassisch nach Hip Hop Banger zu klingen und schafft es auch hier, den Olymp scheinbar mühelos zu ersteigen. Keine Ahnung wie er es macht, aber er macht es richtig!
Hoffnung auf mehr
Vergangene Alben und EPs von Levin Liam waren vor allem dann besonders gut, wenn sein musikalisches Team das beständig war. Seine EPs mit Cato oder Miksu/Macloud sind dafür gute Beispiele. Dass es Levin Liam auf seinem neuen Album schafft, als Executive Producer und Artist verschiedene Kreative zu einem Ganzen zu vereinen, ist ein Fortschritt, der sein künstlerisches Wachsen beweist. Dieses Album ist leise und laut zugleich, weil es Maßstäbe setzt und die Kunst zur Priorität macht, während gleichzeitig die großen Hallen auf ihn warten. Die Hoffnung guter deutscher Musik ist kein anderer als Levin Liam!
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Drei Jahre nach ihrem letzten Album Release „Subject to Change“ können sich Fans von Katelyn Tarver über ein neues Album freuen: „Quitter„. Aufgeben ist nichts, was wir gerne hören oder tun wollen – aber vielleicht sollten wir alle deshalb einmal ganz genau zuhören und uns fragen, ob wir das nicht mehr sein und tun sollten. Denn Katelyn zeigt, wie befreiend aufgeben sein kann.
Wer ihr Debüt-Album „Subject to Change“ kennt, ist bereits mit ihrem zarten Storytelling vertraut und doch ist dieses nochmal um einiges vulnerabler geworden. Die Sängerin schreckt vor keiner Frage zurück und teilt in vielseitiger Art viele Hindernisse, die normalerweise versteckt bleiben. Sie singt vom Imposter Syndrom und mangelndem Selbstwert, der Angst vor Unbekanntem und der Anxiety, die Perfektionismus mit sich bringt. Die Spannung zwischen gewünschter Anerkennung und dem Verlangen, seine eigene Wahrheit zu verfolgen, ist förmlich zu hören.
What Makes A Life Good?
Direkt nach dem titelgebenden Opener Song stellt Katelyn die Frage „What Makes A Life Good?„. Die verzweifelte Suche nach der Antwort überträgt sich beim zuhören:
„Is it trusting intuition? Making peace with your decisions Is it taking someone’s broken heart and knowing how to fix it? Is it becoming a mother? Is it learning to be tougher? Holding on to hope when your world loses all the color Is it finding out what’s out there? Is it staying close to home? Is it being okay being on your own?“
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Ich weiß die Antwort zwar noch nicht und Katelyn offenbar auch nicht, in den nächsten 30 Minuten kommen wir der Antwort näher. Fragen werfen mehr Fragen auf, die Sängerin drängt dazu, dass wir uns damit ebenso auseinander setzen wie sie, zeigt zugleich ihre Unsicherheit.
Das Album fühlt sich insgesamt an wie ein lange überfälliger Deep Talk mit der großen Schwester. Katelyn teilt ihre Selbstzweifel mit einer so offenen Ehrlichkeit, dass man gar nicht anders kann, als sich wohlzufühlen. Und auch, wenn definitive Antworten eben (noch) ausbleiben, beruhigt die Sängerin einen, vermittelt das Gefühl, dass alles wieder besser wird, dass wir uns alle irgendwo die gleichen Fragen stellen.
Irgendwo zwischen Verzweiflung, Hoffnung und gnadenloser Ehrlichkeit
Katelyn schafft es, dass einzelne Phrasen und Fragen wirklich herausstechen, und diese Gefühle betonen:
„Will you still love me if my luck runs out? Will you still love me if my luck runs out?“
Das ist die zentrale Frage, die sie sich in „Japanese Café“ stellt. Und wenn sie sich diese Frage stellt, hört man nur ihre kristallklare Stimme. Die Drums und Gitarre, die dem Track und dem Album sonst einen guten Drive verleihen, werden pausiert, die Frage und Message werden betont.
„Quitter“ bewegt sich im Indie Pop, ist geprägt von starken Drum Patterns und gitarrenlastigen Parts. Der Drive, der dadurch erzeugt wird, treibt diese Suche nach sich selbst an, baut eine gewisse hoffnungsvolle Verzweiflung auf und fordert auf, sich von den Vorstellungen, die man von sich selbst und seinem Leben hatte, zu lösen. „Quitter“ lädt ein, seine Gedanken schweifen zu lassen, sich seinen Problemen zu stellen und die gestellten Fragen zu beantworten.
Parallel universe – oder eher Extreme existieren auch parallel
Am Ende ist die Frage „What Makes A Life Good?“ zwar wie gesagt noch nicht endgültig beantwortet, aber Katelyn hat sich selbst und uns eine andere Perspektive ermöglicht. In einer sehr ruhigen Ballade bringt sie die gefundenen Erkenntnisse in ein rundes Ende, erinnert daran, dass Extreme parallel existieren und trotzdem stimmen können:
„I’ve been the bad guy And I’ve been the sunshine … All the things I regret and the things I like best Can’t have one without the other“
Lässt man sich auf das Album ein und hört Katelyn zu, findet man 11 Songs, die einem Ruhe schenken und Raum lassen, sich selbst zu hinterfragen. Katelyn zeigt, dass auch in den 30er entgegen der meisten Erwartungen nicht alle Herausforderungen gemeistert, nicht alle Fragen beantwortet sind. Und nicht zuletzt zeigt sie in wundervoller Art und Weise, dass es auch sehr befreiend sein kann, ein „Quitter“ zu sein.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Bunny Stream. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Wistia. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.