independent music magazine

Ein schwungvoller Jahresabschluss voller Energie und Gefühlen: So war REMOTE BONDAGE am 20.12.2025 in Berlin

Remote Bondage, Konzert, Release, Punk, Feminism, Music

Am 20.12.2025 spielt REMOTE BONDAGE im Lido Berlin und bringen zum Jahresende nochmal richtig Schwung in ihr Publikum.

Die Musik der 2022 gegründeten Berliner Band spielt irgendwo zwischen Punk, Indie, Rock und Pop. REMOTE BONDAGE besteht aus drei Sängerinnen, einer Bassistin und einem Schlagzeuger, ab und zu spielen sie auch Gitarre. Sie thematisieren mit ihren kritischen, politischen Texten Feminismus, Sexismus, Gewalt, Sex und Queerness.

An diesem Abend spielen sie nicht irgendein Konzert, sondern das Abschlusskonzert ihrer ersten Headline Tour! Gleichzeitig ist es ihr zweites Jahresabschlusskonzert, mit dem sie das Jahr gemeinsam mit ihren Fans beenden.

Kreative Ansagen und großartige Supports

Die Bühne ist leer, da kommen zwei der drei Sängerinnen von REMOTE BONDAGE auf die Bühne. Singend kündigen sie den ersten Support an: LISKA. Nur sie und ihr DJ sind auf der Bühne. Sie beginnen das Konzert mit einer ruhigen und gefühlvollen Stimmung im Saal, die das Publikum gut ankommen lässt. Auf meist langsamen Beats rappt LISKA sehr authentische Texte über sensible Themen wie zum Beispiel das Thema Essstörungen, für die sie Aufmerksamkeit schaffen möchte.

Nach einer Umbaupause füllt sich der Saal des Lido Berlin. Wieder kommen die Sängerinnen auf die Bühne und kündigen auch den zweiten Support mit zweistimmigem Gesang an: die Band NIKRA. Die Queer-Punk-Band bringt viel Energie mit und eröffnet einen ersten Moshpit.

Ein energievoller Start

Da kommt sie endlich, die Band. Wie echte Queens kommen sie auf die Bühne geschwebt und begrüßen winkend ihr Publikum. Mit einem kurzen Inhaltsverzeichnis über den Verlauf des Abends teilen sie dem Publikum mit, was sie heute alles für Themen erwarten werden.

Als erstes spielen sie ihren Song „Alle leben schneller“, der den Leistungsdruck der Gesellschaft thematisiert und mit seiner starken Bass Line sofort zum Mittanzen animiert.

Remote Bondage, Konzert, Release, Punk, Feminism, Music

Etwas Besonderes in jedem Song

Die Setlist steckt voller Energie. Direkt zu Beginn spielen REMOTE BONDAGE Hits wie „Daddy“ und „Katze“, in denen sie über Themen wie die Sexualisierung von Frauen, sexuelle Übergriffe und das Patriarchat singen. Diese Inhalte und ihre klare Haltung dazu bringen sie durch ihre Texte laut und eindringlich auf die Bühne.

Doch auch die ruhige, gefühlvolle Seite kommt nicht zu kurz. Sie zeigt sich zum Beispiel im Song „als wäre es egal“, in dem es um eine Welt geht, in der Queerness etwas ganz Normales ist. Lange bleibt es jedoch nicht ruhig: Mit Songs wie „VULVARINE“„Ronny“ oder „Fast / Sex on the Beach“ thematisiert die Band Sex und Liebe ganz offen.

In allen Liedern findet sich Kritik an diesen Themen oder ihrer Rolle in der Gesellschaft. Doch durch die Ironie in den Texten bleibt auch das Lachen nicht aus.

Auch musikalisch bleibt es trotz der wenigen Instrumente immer interessant. Vor allem durch die unterschiedlichen Stimmen der drei Sängerinnen wirkt jeder Song spannend. Außerdem variieren sie den Gesang beispielsweise durch Mehrstimmigkeit und Background Vocals. Auch ein großartiges Bass Solo sorgt für Abwechslung in der Musik, womit sie absolut überzeugen.

Besondere Momente gemeinsam erleben

Man könnte meinen, als Zuhörer müsse man auf einem Konzert einfach nur zuhören – doch nicht bei REMOTE BONDAGE. Hier wird es nie langweilig. Bei Songs wie „Ronny“ singt das Publikum in drei verschiedenen Stimmen mit, die jeweils von einer der Sängerinnen angeleitet werden.

Kurz vor einem Song über das Leben in einer WG bietet die Band eine Art WG-Suche an: Sie fragen ins Publikum, ob jemand gerade ein Zimmer frei hat oder selbst eines sucht, um Menschen miteinander zu verknüpfen.

Zwischen den Songs stellen die Sängerinnen immer wieder die Frage ins Publikum: „Was wärt ihr gerne?“ Antworten wie fotzig oder lesbisch kommen zurück, woraufhin die Band den Refrain ihres Hits „So gerne hässlich“ angepasst anspielt: Statt „hässlich“ singen sie die vorgeschlagenen Wörter – etwa „Ich war noch nie so gerne lesbisch“.

Zwischendurch wird auf der Bühne gequatscht, gelacht oder es werden Themen angesprochen, die der Band wichtig sind, vor allem politische. Dabei wenden sie sich immer wieder direkt an das Publikum.

All das sorgt dafür, dass REMOTE BONDAGE sehr nahbar wirken. Es fühlt sich an, als würde nicht nur das Publikum die Band feiern, sondern auch die Band das Publikum. Alle sind unterstützend, authentisch und genießen gemeinsam den Moment – vor wie auf der Bühne.

Kreativ über die Musik hinaus

REMOTE BONDAGE sind unglaublich performativ, ob eine WG besichtigt wird oder sie zu ihrem Song „Ode an die Periode“ auf der Bühne scheinbares „Periodenblut“ trinken, wunderbar kreativ!

Ihr Bühnenbild ist angenehm unaufwändig: Ein knallpinkes Banner mit ihrem Namen, welches super zu den knallpinken Outfits der Bandmitglieder passt.

Auch vielseitige Choreos gehören zu ihrer Show. Ob zu dritt auf der Bühne kniend oder tanzend oder mitten durch das geteilte Publikum spazierend. Immer wild und bewegt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Volle Bühne, toller Song

Natürlich spielen REMOTE BONDAGE ihren frisch veröffentlichten gemeinsamen Song mit NIKRA nicht ohne sie. Für „Madonna vs. Britney“ kommt NIKRA noch einmal auf die Bühne und gemeinsam performen sie den Song so mitreißend, dass man die Beine kaum stillhalten kann.

Das Beste kommt zum Schluss

Nach ihrem letzten Song „Skorpion“ folgt eine Zugabe einer ganz anderen Klasse. Die Leute, die das Abschlusskonzert letzten Jahres bereits erlebt haben, wissen schon was gleich kommen wird.
Es werden Liedzettel im ganzen Publikum verteilt. Sie sehen aus wie in einem Gottesdienst – mit Text und Noten. Dann singen alle gemeinsam „Fotzige Nacht“, eine umgedichtete Version von „Stille Nacht“, mit einem viel besseren Text, der durch und durch feministisch ist! Es ist wie in der Kirche – nur eben ganz anders. Es entsteht ein unglaublich schöner Moment der Verbindung schafft und noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Danach spielen sie endlich „So gerne hässlich“, aber diesmal ganz. Zuallerletzt erklingt „Ronny“, als ein letztes Mal das ganze Publikum mitsingt, sogar dreistimmig.

Nach einer Danksagung an alle, die an der Tour mitgewirkt haben, ist dann auch mal die Band mit feiern dran: Mit dem gesamten Team tanzen sie auf der Bühne zum Techno-Remix ihres Songs „So gerne hässlich“. Damit ist das Konzert vorbei und alle gehen beschwingt, ausgelassen und glücklich nach Hause.

Ein unvergessliches Erlebnis

Das Konzert hat uns viel Spaß und Energie gebracht und uns auf vielen Ebenen sehr beeindruckt. Musikalisch waren es vor allem ihre Stimmen und der mehrstimmige Gesang, der ihre Musik so abwechslungsreich macht.

Auch begeistert hat uns, dass sie ganz offen über so viele politische Themen und „Tabuthemen“ gesprochen und auch klar ihre Meinung dazu geäußert haben. Dabei wirkten sie auf uns immer nahbar und authentisch.

Aber vor allem wurde das Konzerterlebnis so einzigartig durch die vielen und so unterschiedlichen, lustigen Aktionen und Ideen zwischendurch. Sie haben uns immer fühlen lassen, als wären wir mittendrin. Dabei haben wir uns von ganzem Herzen willkommen gefühlt, mit all unseren Emotionen, von Wut über Freude bis Geborgenheit.

Alles in allem war es ein unvergessliches Erlebnis mit wunderbaren Menschen!

REMOTE BONDAGE ist eine großartige Band, die ihr euch unbedingt anhören solltet. Ihr findet sie auf Instagram und Spotify und anderen Social Media Kanälen

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

Inhalt laden

related articles
hol dir unser erstes printmagazin!
untold., untoldency magazine, musik printmagazin, untoldency printmagazine, untold magazine, untoldency
musikvideo der woche
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

new untold releases

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

Inhalt laden

jahresrückblicke 2025
adventskalender
artists to watch 2026
untoldency presents
all of the untold

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

Inhalt laden

untold pop up shows
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

untold secrets

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

Inhalt laden