Schlagwort: Soul

  • untoldency proudly presents: Emotional Oranges am 15.03.2024 in Berlin

    untoldency proudly presents: Emotional Oranges am 15.03.2024 in Berlin

    Wir sind ja bekennende Soul und RnB-Fans, deshalb freut es uns, euch in diesem Rahmen eine neuste Empfehlung für sonnengetränkten RnB direkt aus LA mit euch zu teilen: Emotional Oranges. Noch mehr freut es uns, den exklusiven Deutschland-Stopp der STILL EMO-Tour in Berlin zu präsentieren! Am 15.03. im Säälchen werden wir uns zum ersten Mal live in Emotional Oranges verlieben. Ihr euch auch?

    Emotional Oranges sind STILL EMO

    Wer sind Emotional Oranges und wieso ist noch niemand auf einen so guten Bandnamen gekommen? Das Duo aus den Staaten ist gleichermaßen experimentell wie futuristisch, verbindet laut eigener Beschreibung „everything from The 1975 to Anderson.Paak to Frank Ocean“. Und so gut wie das klingt, so gut hört sich das auch an! Ihre Alben tragen die passend coolen Namen The Juice: Vol. I-III, The Juicebox und STILL EMO – letzteres kam erst letztes Jahr raus und bekommt wie seine Vorgänger auch eine direkte untoldency-Empfehlung von uns. Für einen entspannten Sonntag, verträumte Spaziergänge und vor allem den kommenden Frühling ist das genau der richtige Soundtrack:

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    Fühlt ihr’s auch? Auf der Suche nach Videos sind wir außerdem auf ein Cocktail Rezept von Biig Piig gestoßen, das wir euch auch nicht vorenthalten wollen. Wer den Hot Toddy-Drink von Biig Piig ausprobieren und dazu noch die Alltagssorgen wegtanzen möchte, kommt am 15.03. mit ins Säälchen Berlin:

    Und wer sich die Chance offen halten will, Tickets zu gewinnen, darf auch hoffen. Auf unserem Instagram verlosen wir 1×2 Gästelistenplätze – ihr könnt ja einfach mal mitmachen!

    Besonderes Highlight der STILL EMO Tour: Nonso Amadi wird Emotional Oranges als Support-Act begleiten! Der Nigerianer ist mit dem Duo auf ihrer gemeinsamen EP Blended (2024) zu hören, falls ihr also einen Eindruck haben wollt, wie das am 15.03. live klingen könnte, spielt sie doch einfach mal an!

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  • Shooting Star Naomi Sharon besingt auf „Obsidian“ mit viel Symbolik die Liebe

    Es ist kein Revival, sondern eine Reinkarnation. Naomi Sharon belebt die schönste Frauenstimme der jüngsten Vergangenheit wieder, und zwar die von Sade. Mit geschlossenen Augen und gespitzten Ohren hört man den Unterschied kaum. Doch der Sound ist ein neuer. Naomi Sharon holt die Musik Sade‘s in die Gegenwart und mischt die bezaubernde Klangfarbe ihrer Stimme mit modernen und sinnlichen Produktionen. 

    Definition of Love

    Obsidian steht für Klarheit und Positivität. Dem aus abkühlender Lava entstehenden Glas werden schützende Kräfte vor negativen Schwingungen nachgesagt, sowie die Fähigkeit toxische Energien zu reinigen und Chaos zu klären. Das Resultat: die Bedeutung der Liebe. Bei maximalem Verstand besingt Naomi Sharon auf ihrer Lead-Single ihre persönliche „Definition of Love“. Über einer meditativen Soundfläche mit plätscherndem Wassergeräuschen gleitet die raumeinnehmende Stimme der Sängerin begleitet von Hallfahnen durch die erste Strophe und den ersten Refrain, ehe der einsetzende Beat rhythmischen Halt gibt. Die Drums sind minimalistisch und dennoch prägnant, dank des geschickt eingesetzten Delays. Der sich ohne Gesang etablierende Beat sowie die anschließend gekonnt gesetzte Kunstpause geben Raum zum Durchatmen und Gedanken schweifen lassen.

    Mit der Klarheit, die die musikalische Komposition auszeichnet, beschreibt Naomi Sharon auch ihre Gefühle: „All I see, all I know, is that you are the definition of love“, und bringt ihre Ekstase mit den Worten „Heaven’s in your eyes, let me follow“ zum Höhepunkt. Die mantraartige Wiederholung dieser Zeile sowie der Zeile „Won’t rest ‚til I know for sure, won’t rest ‚til I know“ manifestieren den Wunsch nach Liebe und unterstreichen die Bestimmtheit ihrer Gefühle. Nach eigenen Aussagen deutet die Sängerin die Liebe von innen heraus und setzt die Liebe zu sich selbst als Maßstab.

    If this is Love

    Aus dem klaren Verlangen nach romantischer Intimität entwickelt sich deren Verneinung: „If this is love, then I don’t want it“. Im Sinne des Albumtitels klären sich auf dem zweiten Song des Albums die persönlichen Wünsche auf und stoßen daraus resultierend toxische Energien ab. Dies alles geschieht erneut über durch plätscherndes Wasser angereicherte Klangflächen und zurückhaltender Percussion. Die Bedeutungsschwere der sich wiederholenden Refrain-Zeile wird durch die zweite Stimme verstärkt. Aus der Verneinung der Liebe ergibt sich wiederum eine Bejahung. Die Ablehnung einer unzureichenden Liebe umreißt stärker die gewünschte Hingabe.

    Nahtlos fließt das Album weiter zum darauffolgenden Song „Another Life“, der sich mit der Kompliziertheit der Liebe auseinandersetzt. Der bereits etablierte Sound der niederländischen Sängerin mit karibischen Wurzeln breitet weiter seinen Radius aus. Die Stimme schwebt durch einen endlosen Klangraum, bis der signifikante Bass Orientierung bietet. Am Ende stehen erneut im Kreise laufende Zeilen im Fokus: „Love is a wicked game, still we play it“ bzw. „Don’t let your love run out“.

    Versiegte Romantik

    „Myrrh“ beginnt mit einer neuen Klangfarbe. Naomi Sharon besingt eine weitere Facette der Liebe über eine gezupfte Gitarre, die dieses Mal von Anfang rhythmische Struktur bietet. Der Klangraum bleibt allerdings riesig. Eine zurückhaltende Klangatmosphäre und weich gesetzte Delays erschaffen einen Raum zum Träumen. Die besungene nicht erfüllte Liebe wird dabei gekonnt durch die Refrain-Zeile „Kiss like myrrh, sweet perfume, ancient love fills the room“ auf den Punkt gebracht. Das vor langer Zeit für Parfüm verwendete Harz des Myrrhe-Strauchs versprüht einen Geruch, der ebenso an altertümliche Zeiten wie an die versiegte Liaison erinnert.

    Drake Summer Mixtape Vibes

    Mitte des Albums werden die Tracks tanzbarer. „Time and Trust“ gibt einen ersten Vorgeschmack, ehe der gemeinsame Song „Push“ mit dem nigerianischen Sänger Omah Lay die weichen und emotionalen Töne Sharons mit modernen Afrobeats und Amapiano Einflüssen verbindet. „Holding in Place“ treibt das Tempo weiter an und würde sich neben Songs wie „Get it Together“ oder „Passionsfruit“ nahtlos in das 2017 veröffentlichte Mixtape „More Life“ von Drake einordnen, ein Song, der im Winter Wärme spendet und im Sommer die Karibik nach Hause holt. Es ist kein Zufall, dass die Künstlerin bei Drake’s Label OVO unterschrieben hat. Eine Kollaboration würde nicht nur klanglich Sinn machen und den in Belanglosigkeit ertrinkenden kanadischen Rapper wieder etwas Spannung verleihen. „Extacy“ ist ein weiteres Puzzlestück, das Überschneidung mit Drakes Musikkatalog aufweist: Vocal-Samples, gedämpfte Drums und viel Platz für die Stimme. Und im Mittelpunkt steht erneut eine prägende, sich stets wiederholende Zeile: „It’s so easy to go, it’s so hard to come home“.

    Aus den verhallten Träumen in die klare Realität

    Auf „Lucid Dreamer“ gewinnt Sades Einfluss auch innerhalb der Produktionen. Funkelnde Keys und in Hall getränkte Percussion begleiten die träumende Stimme Naomi Sharons. Der dazu gehörende Kalenderspruch lautet dieses Mal: „If you’re not there, there’s no luxury worth living“. Dabei verrät der Titel bereits alles. Der Song ist ein Traum von sinnlicher Nähe, der sich so real anfühlt, dass er echt sein könnte. Es bleibt die Frage, was hören wir, wenn wir luzid träumen? Diesen Song!

    Das Ende des Albums hält noch eine Überraschung bereit. Der Hall verschwindet aus den Songs und es bleiben bescheidene Gitarren und die im Vergleich zurückhaltend effektierte Stimme. „Regardless“ und „Hills“ geben aufgrund der klanglichen Zurückhaltung noch mehr preis und fassen die verschiedenen Facetten des Albums zusammen. Die aktuelle Single „Nothing Sweeter“ führt den eingeschlagenen Weg weiter und kommt ebenfalls nur mit einer Gitarre aus, deren Akkorde und Melodien kaum schöner sein könnten.

    Ein Netz aus roten Fäden

    Naomi Sharon zeichnet ihren persönlichen Klang mit besonderer Klarheit. Warme Bässe ergänzen sphärische Flächen und erschaffen neue Dimensionen für eine ewig wachsende Stimme. Zentrales Element der Songs sind dabei immer sich im Refrain und Outro wiederholende Zeilen, die inhaltlich die Essenz des Liedes in sich tragen und als eine Art Mantra die eigenen Gedanken und Gefühle manifestieren. Dass dieses Album, dass sich in aller Ausführlichkeit mit der Liebe und dessen Reflektion beschäftigt, „Obsidian“ heißt, deutet darauf hin, dass der Heilungsprozess während der emotionalen Aufarbeitung im Vordergrund steht.

    Naomi Sharon zieht ihren roten Faden nicht nur durch ihre Songs, sondern auch durch ihren in blau & und schwarz gehaltenem Instagram-Feed bis hin zum Albumnamen. Diese besondere Homogenität ist ein Beweis ihrer künstlerischen Fähigkeiten und lässt fast vergessen was die Tracks auf dem Album auch sind: einfach verdammt schöne Songs.

    Was noch viel schöner ist, ist Naomi Sharons Konzert in Berlin Anfang April, das allerdings schon ausverkauft ist. Aber wer weiß, vielleicht wird die ein oder andere Karte noch frei.

  • untoldency proudly presents: Maria Basel am 02.03.2024 in Hamburg

    untoldency proudly presents: Maria Basel am 02.03.2024 in Hamburg

    Melancholische Harmonien, flimmernde Loops und ausgefeilte Arrangements – so klingt der Sound von Maria Basel. Wir begleiten die Wuppertalerin auf ihrem Weg schon eine Weile, genauer seit ihrer Debüt-EP „Layers“ aus 2021, zu der wir sie auch im Interview befragen durften. Seitdem ist einiges passiert, im Oktober 2023 kam ihr lang erwartetes Debütalbum „Bloomund das spielt sie nun am 02.03. in Hamburg – und wir dürfen präsentieren!

    Let’s bloom together

    Bei Maria Basel kommt viel zusammen. Von elektronischen Klängen zu Jazz und RnB – die klassisch ausgebildete Musikerin schafft es mit ihrer Musik ganz eigene Soundwelten zu gestalten. Dabei ist kein Song wie ein anderer, unausweichlich wird man in ihre Landschaften reingezogen. Fragil und nachdenklich, aber kraftvoll und beat-lastig: Maria Basel übersetzt Gefühle und Geschichten in Musik, die berührt.

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     „‘Bloom‘ handelt von Neuanfängen und dem Loslassen alter Lasten, die einen schwer machen und runterziehen. Es handelt von Vergebung, Angst, Sehnsucht nach mehr Leichtigkeit, von Depression, dem Mut, Schwäche zu zeigen, von Wachstum und Veränderung. Davon, wie wichtig es ist, liebevoller und geduldiger mit sich selbst zu sein, um nicht im Strudel der Welt zu zerschellen.“

    Liebevoll und geduldig mit sich selbst sein ist etwas, dass auf unseren Vorsätzen 2024 steht. Am 02.03. können wir das gemeinsam mit Maria Basel im Häkken Hamburg (oder an anderen Tagen in anderen Städten) tun. Und ihr auch!

    Wir können euch Tickets für diese Tour sehr ans Herz legen! Falls ihr welche für Hamburg gewinnen wollt, schaut mal hier vorbei.

    Darüber hinaus und ganz unverbindlich empfehlen wir auch hier reinzuhören:

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    Fotocredit: Arne Schramm

  • Yeshi singt sich mit seidenweicher Stimme ihre „Confessions“ von der Seele

    Endlich muss ich für seidenweiche Soulstimmen nicht mehr nach London oder LA reisen. Denn die gebürtige Berlinerin und in Wien lebende Sängerin Yeshi hat vergangenen Freitag ihre Debüt-EP „Confessions“ veröffentlicht. Inhaltlich trifft sie mit der Innenschau in das eigene Ich den Geist der Zeit. Gesanglich schwebt ihre Stimme federleicht über die vier von Christoh produzierten Soul Beats. Show some love und hüpft in Windeseile zur Streamingplattform eurer Wahl für Yeshi‘s neue EP namens „Confessions“!

    It’s all about mental health

    „Confessions“ nimmt sich das Thema zur Brust, das unserer Generation und ganz sicher auch den folgenden ganz besonders auf dem Herzen liegt: Mental Health und die Suche nach der eigenen Balance. Neben ihrer musikalischen Auseinandersetzung mit der Thematik, kann Yeshi auch auf die Skills ihres Psychologie-Studiums zugreifen. Dabei setzt sie auf dem ersten Track ihrer EP auf die vermutlich beste Taktik: Vertrauen aufbauen, und zwar zu sich selbst! „It’s all about love“ vergewissert uns darin, dass der Weg zur emotionalen Gesundheit bei sich selbst anfängt. Jeder erste Schritt kann nur ein echter Schritt nach vorne sein, wenn die Liebe und das Vertrauen zu uns selbst auf festen Beinen stehen. Und dabei nie vergessen: Kein Schritt ist zu klein, zu langsam oder zu spät! Take the time you need! Und wie verinnerlichen wir dieses Mantra? Indem wir „It’s all about love“ in Dauerschleife hören.

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    Ein Sommer aus Seifenblasen

    Mein absoluter Favorit auf dem Tape und mein Titeltrack zum diesjährigen Sommer heißt “Bubble Bath“. Endlose und doch zu kurze Nächte in knappen Klamotten und mit viel Wein wiederholen sich zu diesem Song. Und anstatt nach dem lauen Sommerabend Schlafen zu gehen, rutschen wir mit der Zigarette in der Hand in die Badewanne. Der Refrain bringt es auf den Punkt: „Charge me up, charge me up, charge me uuuuuup!“ Stimme, Beat und Lyrics treten in eine unglaublich stimmige Symbiose, die eine ganz besondere Atmosphäre schaffen. Eine groovige Bassline, dazu die warme Kick und die Lo-Fi type Drums, darüber schweben die souligen Keys und im Refrain blüht alles durch die sommerliche Gitarre und den funkelnden Synth auf. Die Klangfarbe der Vocals und die super eingängigen Melodien ebnen sich zudem butterweich in den Mix ein. Nichts an diesem Song ist fragwürdig, alles ist perfekt! Ab sofort benötige ich kein Bubble Bath mit blubbernder Badekugel mehr zur Entspannung, ich lege mich einfach in diesen Song rein und lasse mich von seiner Wärme umarmen.

    Songs für eure Sommerplaylist!

    Auch die letzten beiden Songs der EP „Everywhere I go“ und „Too Broke for Therapy“ bleiben der Linie dieses Projekts treu. Songs für die Sommerplaylist meets Self Care. Während ersterer den Selbstwert manifestiert, stellt sich der zweite Track die Frage, weshalb Frauen neben ihren eigenen seelischen Sorgen auch die ihrer (männlichen) Lebenspartner mittragen sollen. Dieses Projekt stellt nicht nur Fragen zur mentalen Gesundheit, sondern auch feministische. We like that! And on a sidenote: Ich wünschte, ich hätte die Zeile „You’re too broke for therapy, why are you using me” selbst geschrieben. 

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    Singing Star in the Making

    Yeshi beweist mit ihrer Debüt-EP auf allen Ebenen unglaublich viel Potenzial. Beginnend mit der unglaublich schönen Stimme und den catchy Melodien bis hin zu der inhaltlichen Auseinandersetzung mit sich Selbst und Self Love im Allgemeinen. Regelmäßig scheinen bei der Stimmfarbe von Yeshi außerdem leichte ABRA vibes durch, was in keinem Fall eine schlechte Charakteristik ist. 

    Mein Gefühl sagt mir, dass sich mit zunehmender musikalischer Erfahrung die kommenden Songs von Yeshi noch runder anfühlen werden. Die unfassbare Wärme, die „Bubble Bath“ ausstrahlt (im Übrigen auch der Song „Luna Park“, der nicht auf der EP ist) deuten die anderen Songs des Tapes ebenfalls an, ohne sie in gleichem Maße zu verwirklichen. Mit zunehmendem Gespür für musikalische Stimmungen wird Yeshi wie von selbst noch viele zauberhafte Lieder schreiben und singen. Ich könnte kaum gespannter sein auf die gesangliche und musikalische Entwicklung dieser up and coming Sängerin called Yeshi

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    Fotocredits: Piotr Sokul

  • Maverick Sabre im Interview: »Real change never needed everyone«

    Maverick Sabre im Interview: »Real change never needed everyone«

    Bei manchen klingelt’s sofort, wenn sie den Namen Maverick Sabre hören. Anderen geht erst ein Licht auf, wenn Sie den Klang seiner Stimme hören, denn die ist wirklich unverwechselbar. Vor ein paar Wochen ist sein viertes Album „Dont Forget To Look Up“ erschienen und ich habe mit dem charismatischen Soul-Sänger gesprochen.

    Die Einleitung halte ich beabsichtigt kurz, denn in der halben Stunde, die ich zusammen mit Maverick hatte, hat sich so ein ausführliches und überaus interessantes Interview ergeben inklusive einem Abschweifen in ein paar brennende Existenzfragen. Lest selbst, es spricht für sich selbst.


    Maverick Sabre im Interview

    Evelin: Welcome, I’m happy this worked out! How are you?

    Maverick: I’m doing very well, thank you!

    Evelin: Congratulations on your album release! How has the response been so far since the record came out on Friday?

    Maverick: Yeah, it’s been beautiful. I think most musicians can vote for this. But once the music’s finally out there, it’s not really yours anymore and becomes everybody else’s. So it’s a nice space to let people live and breathe with a record and it’s been beautiful so far, people are connecting with it.

    Evelin: Are the reactions what you’ve expected or wished for? Or what did you want people to take away from this album?

    Maverick: Um, it’s hard to ever know what people will take away from songs. You might write a song, and for it to have a specific theme or a feeling. And then the audience takes away something completely different from it. So for me, it’s always just about: Are people connecting with it, and does it hit people’s hearts? And I think with this record it seems to be doing that. So, I’m happy.

    Evelin: The album centers around the broad theme of love. What facets of love are you touching on and why was it important for you to address those in particular?

    Maverick: I think for me with this record, it was just about being very honest about how I felt over the last 2-3 years. And every situation that I was writing about I was in or I was feeling. So I think if anything, this was maybe like an anti-lockdown album, not as an “anti lockdown”. It was everything else that was going on indoors, it wasn’t the world. Everything that was going on outside, in my head, my relationships. It was anti what was going on in the world. I would say it was just everything that was going on within.

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    „It just took me away from everything“

    Evelin: In the past you have addressed a lot of societal as well as political issues. Now that you focused more internally on yourself: What is the difference in your writing process when you write about other people’s stories vs. your own internal ones?

    Maverick: I don’t know if there is a difference really. I think it just comes down to inspiration. And I think, for anyone who’s a creative or expresses themselves in some form of art, I think you just go with what strikes you first. Maybe the only difference is if I write about the world around me,I think I can figure out a way of presenting it. Like I pre-plan it a bit more. So I’ve got an idea of how I want my message to be in a song. Whereas when I write about myself, and what’s going on inside, it just kind of comes out and there’s no pre-plan. Whatever pure emotion comes out, comes out and that’s it.

    Evelin: Were there special moments during the process of „Don’t Forget To Look Up“ that still stick with you? I think you wrote and/or recorded the album in Jamaica, is that right, or at least partly?

    Maverick: No I didn’t. One of the tunes “Something Special” was written in Jamaica. Because it was initially going to be a four track EP, which because of the prolonged period over the last two years, I ended up continuing to write and it formed into an album. There was a period at the end of 2019, where I’d put my last album out. And then when I got to the end of the year, I hit a bit of a stomp creatively. I couldn’t write, there was nothing coming out.

    So I went to Jamaica, and I was meant to bring all my equipment with me. I was going to start a new project there. Anyway, I got to my friend’s house and I realized, by the time I got to the airport, I brought all my equipment, but no laptop. So I had nothing to connect anything to. So when I got to my friend’s house in Jamaica, she lived in the countryside. I found a guitar and I just started writing songs on it. I had no phone or laptop, none of that for about 10 days. It was beautiful. It was meant to be because it took me away from everything. And I wrote one of the songs out there, but that was part of the process that was kind of needed.

    Evelin: Do you need to get away from everything that’s happening at home from time to time to spark some creativity?

    Maverick: Yeah, I think what I’ve realized definitely over the last two years is that I need to force myself sometimes to just switch off. It’s the same for a lot of people, I think. Once you know, you can work off your laptop. And once you know you can work at home, the work never stops. My passion is both my work, my hobby, what pays the bills, but what I also have fun with so it’s all the same thing. I have to, well, let’s say I’m figuring out a better way of being able to switch off and go: “Right just stop for a minute, switch it off and let your mind be clear for a moment”. I think that’s healthier to come back in. And you’re more focused when you come back in.



    „Find as much peace in your life as you can“

    Evelin: Overall, I really enjoy the album, I love the vibe and that it is so vulnerable. It addresses heavy and sensitive topics in a sort of soft tone. I think my favorite song on the record is „Like This“. Because rap verses are so gripping, almost hypnotic. Can you tell me more about what the song is actually about?

    Maverick: I suppose that’s more like an inner confessional moment at that point. The rest of the record are quite vulnerable love songs, or reflections around love. I think we’ve all had moments where you feel like you’re on the edge mentally. Yeah, and I think that in the mix of everything is what that song really reflects. It’s a kind of inner conversation about feeling just on the edge.

    Evelin: You can tell that you are very emotionally aware of yourself and your surroundings. Does opening up about personal subjects natural to you? Or did you have to actively work towards becoming someone who’s that self-aware and put your own ego behind to achieve spiritual growth?

    Maverick: I think it’s both to be honest. I’ve always been a pretty open sensitive soul as. One side of that question I can’t really answer because I’ve got music in my life. Because of music, I’ve probably found my space where I can write and say whatever I want. And that then has come back into just me as an individual anyway. So if I didn’t have music, it’d be probably more of an interesting answer to who I’d be in what I would be and how I would be because I know I’d still be a sensitive soul.

    Or if I didn’t have music, would I have gone down the path of self reflection as much and being able to speak about what’s going on? Maybe not, I don’t know. So yeah, I find it very easy to speak about what’s going on in my head because I need to. If I didn’t write about it, I don’t know where I would be, to be honest. But then, as well, no matter how easy it is to speak about how you feel, I think we all need work. So I definitely still have to sit and go: “Could I have done that better? What am I learning from this? Let me not make that mistake again“.

    We carry things through life that can weigh heavier on us as we grow older, if we don’t get rid of them. And sometimes certain things are very hard to get rid of. So you have to consciously make an effort to work through them. I’ve tried to do that as much as I can and I continue to try and do that because you want to try and find as much peace in your life as you can. I think that’s the goal for most of us, right? It’s peace and whatever that means.

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    „It’s definitely me being particular“

    Evelin: Good that music is already like doing some of the therapy work. What was one song that was the most fun creating and which one was a rather challenging one? 

    Maverick: I think probably the funnest tune to make was probably “Get Down” which is the last record on the album. I’ve got a beat tape, a producer project that I’ve had mid-lockdown at the end of 2020 and I haven’t put it out yet. It’s just a collection of beats. And there was a beat on it, an instrumental, almost felt like KAYTRANADA inspired 4-to-the-floor wonky, dance house tune. I played it to Zach Nahome who’s the producer of “Get Down” and we turned it into an organic funk record. It’s wonky and it’s still strange. And we got Nile Rodgers to play some guitar on it. That’s probably the funnest song on the record. It came together very easily, it feels very light hearted and fun. It just always gets me in the same movement when I put it on.

    The toughest record to finish was probably “Time Away”, because I always have songs on each album that normally end up having about 40 different versions. And that was the one on this record. So I had a lot of different verses. Production sounded different at points and yeah there’s always one on a record for me anyway. I’ve got his track record of always having one song on an album ends up having about 50 versions and you’re not sure what one to go with. So that was the song I was probably toughest on that.

    Evelin: Why do you think it was the toughest to work on? Was it the subject matter or just you being particular.

    Maverick: It’s definitely me being particular that’s guaranteed. I just think sometimes there’s certain records on the album where there’s something special or a place in time or that the record just was what it was. I made it and it didn’t really change from the very first time I made it. Like the mix might have got a bit better or whatever. In essence those songs were what they were. And then “Time Away” just had many different versions. I think for me if I don’t nail exactly what it’s meant to sound like in that first second, it can go around and around and I start overthinking.



    A love for album covers

    Evelin: As a film-enthusiast yourself, you obviously have an eye for visuals. I was wondering what the idea behind the album cover was?

    Maverick: I can’t really take any credit for the cover. It’s a friend of mine called Rashid Babiker. He was the director for the video to “Slow Down” that I had with Jorja (Smith) on the last record and did a couple of visuals on the last record. He came to my flat, we took some really plain photos and then sent me the album cover a couple of days later. And when I saw the album cover, it then sparked me off to call the album “Don’t Forget To Look Up” and then it just tied the record together. It was more of his input.

    And I always love album covers. When I go into a record store, I try and pick out a record every now and then that I buy just for the album cover. I’ve never heard it. I go through sh** and if I see something I’m like: “That looks really interesting” and I buy it. So when he sent me that, it gave me that feeling that I thought: For the life of this record, for however long there’s a physical version or stream version of this record online, for people to be able to get that album, this cover will always drag me in.

    Evelin: You feature some powerful women on the record, which is amazing to see. Who are some other rising female artists that you’re loving right now?

    Maverick: Well the obvious: Demae, Sasha Keable. There’s a brilliant singer from North London called Raheaven. I’ve worked quite a lot with another Irish artist called Biig Piig. Jamilah Barry is another great singer from the UK. Lily Moore is another wicked singer. Yeah, there’s some great female vocalists at the moment in a wide variety of sounds as well. But they’re the first ones that come to the top.

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    *** Achtung, hier geraten wir in eine sehr interessante philosophische Diskussion. Lohnt sich zu lesen, aber wer nicht mag, weiter unten geht’s wieder ganz normal weiter 😉

    Evelin: A more existential question because I’m quite curious about your answer. Looking at the current state of the world, how do you feel?

    Maverick: (laughs) It’s quite a broad question, it’s a difficult one. I think that answer has got to be split into two, because there’s two sides to it. We’re probably at a time in humanity’s history where we’re the closest connected that we’ve ever been. If you look at the positive side of it, right? The world has become the smallest it’s ever been, where news, opinions can travel immediately, whether that’s a positive or negative. A 16 year old now probably has more in common with other 16 year olds around the world, creatively, artistically and culturally, than there ever has been before. Because everyone’s listening to the same stuff.

    It’s all instant. It’s not like back in a day where we used to have to wait for four weeks for an American album to come out and go to the shop. Everything’s instantly connected. Culture, lifestyle, fashion, hopefully thoughts and way of thinking are all being shared very quickly. So in that, I think that potentially these and the next generations have the greatest possibility to gather together some momentum for change, right? Because if the world’s the smallest it’s ever been, potentially, then you can use that that the next generation can unify and go: “Right, we want a better world for the next generation, for ourselves or for our kids”. And I think there’s something quite powerful in that.


    „Everything’s fake“

    Maverick: On the other side, there’s a couple of dangerous places we’re moving towards. Our interaction with technology, I don’t think, is balancing on the healthy side. I think as much as we could potentially be unified and connected through technology, we’re probably becoming more disconnected in one sense, where we’re not looking at each other anymore. We’re spending more of our time in this fake reality. How many people do you know that only put pictures of their faces up or their kids’ faces up with filters on it? So we’re constantly living in an augmented reality. Everything’s fake, from followers to perception of personas online. It’s all this strange, weird world, It’s not actually real. It’s just living for something else. I think that’s quite dangerous, because who controls that world? What narrative do you spin and how does that make us feel about ourselves?


    And then I think what’s just become more evident is that as a society, we’re still – no matter how connected or progressive we are, – we’re still driven by fear a lot. Whether it’s fear of the way we look or who we are, how we’re manipulated by companies to buy into stuff or what’s a perfect look, what’s a perfect style. And how easily manipulated we are by fear. I think it’s a concerning thing. When you add that up with corrupt politics, and technology that seems to only be for making money and advancement in technology and not the advancement of humanity. I think that’s a dangerous route to go down.

    So there’s that side, which is quite concerning. But then there’s the other side where I do feel something’s happening in society. It might not be everyone. But real change never needed everyone. At any point of real change or any point in history, it wasn’t because the masses changed together. It was because a small, consistent amount of people were like: “No, we need change”. From whatever revolutions there were to any real acts of change. It was never really a mass change at one time. So there’s positives there. 


    „We need to have understanding discussions“

    Evelin: Yeah, it’s scary. But then also, you can see that there’s hope in some parts. When it comes to gender identity, environmental issues and so on. You can now actually feel a bit of the change, hopefully.

    Maverick: Yeah. I think the one thing we’ve got to maintain in all of this, is conversation and discussion. And realize that there’s loads of discussions that are being brought up in the last couple of years that are being brought up all at one time. And that’s a lot for people to take in. So I think we’ve got to remember that we’re not always right, we’re gonna make mistakes, we have to allow people to be at different levels of understanding than we are.

    Have empathy, and understand that not everyone is going to be at the same page on certain things. And it’s better to have a discussion with someone than shut people down or cancel people, because I don’t think that gets us anywhere. And I think that even ends up playing into the hands of the corrupt. Because if we’re not unified, and we’re not having discussions, we’re easily manipulated. So I think, with any of these discussions – gender identity, with sexism, racism, corruption in politics, climate change, – we need to have very real and honest discussions. But we need to have understanding discussions and make sure we’re not banishing people to the side, because that’s only going to create more problems. We need some harsh discussion, but we do need immediate change.

    Sorry to keep rambling (laughs). I might be misquoting this. But someone said: “You need to be a romantic to be a revolutionary”. Not that I’m sat here calling myself a revolutionary, I’m saying to want real change. Or we might as well not think about it. I might as well just go buy McDonald’s every day. That’s a simple metaphor, but I might as well just not care. We can have ways of thinking in our minds that go: “Right, actually, as our individual selves together, collectively, we can implement change”. But I think you’ve got to have a romantic view of the world to think of any real revolutionary change.

    Evelin: Yeah, because otherwise you shut yourself down.

    Maverick: Yeah, and just give up. There’s loads of things to think about right now that make it feel pretty heavy, and pretty pessimistic. So that won’t get us anywhere.


    *** Hier geht’s wieder um die leichteren Dinge im Leben

    Evelin: What else is coming up for you after the release? Is there something you’re particularly looking forward to?

    Maverick: I’m looking forward to being back on the road and being back touring, because I think in everything we’ve just discussed, going back and seeing live music and being around people … there’s something natural in us as humans that makes us want to sing together, and dance together. I just think there’s something very pure in us that no matter how far we’ve advanced or gone with technology or whatever, being in a room with other people and singing, there’s this feeling that I know everyone who’s experienced it gets. And I think we need more of that. I think that’s part of a solution. 



    „There was a point where I fell out of love with the whole album“

    Evelin: You said numerous times that music is all about a message for you, about untold stories. As our magazine is called untoldency, we always ask for an untold story at the end of every interview.

    Maverick: I don’t know if I have told this. I may have mentioned it, but there was a point where I wasn’t even gonna put the out the album. It was probably because doing this record was a bit different than any other records that I’ve done before because initially, it wasn’t going to be an album and then I was kind of in lockdown. So I wasn’t out playing shows. I wasn’t really playing them to my family. They are all my testers. I’m like: “What do you think it is?” It’s different ears and they as a collection dictate what I feel about records. Obviously, I’ve got the records that I really love. But there’s also this general consensus of certain records.

    So there was a point where I fell out of love with the whole album if I’m being honest. Because I’d heard it so much, I was just way too close to it. And I was like, I don’t know what I want to do with this. I don’t know if I want to do any of it with anything. Maybe I just need to step back from everything for a moment. So I went and I sat down with Dan Utters, who ended up finishing the album for me.

    He mixed it and added production on it. He’s someone that I’ve worked with since I’ve been 19. He’s worked on pretty much every album at some point. I just really trusted his ear and I brought this collection of songs to him. I was like: “I don’t know what else to do with these. I’m done, here. I need your ears”. And he was like: ”No, I really like this as a feeling. Here’s a couple of things I’d do to it”. And that was it. So yeah, there was a point where I completely fell out of love with this. That’s the untold story. It nearly never was now.

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    Evelin: Well, I’m glad you fell in love with it again.

    Maverick: I did I did.

    Evelin: So that was everything. Thank you for talking. I hope that despite some things we discussed, our outlook will remain a bit more positive on the world. 

    Maverick: Thank you. It was a lovely interview. No, it is. You have to reflect on the reality of the situation, which sometimes can be dark or heavy. But you got two choices. It’s like, alright, the world is either burning and we leave it burn, or we keep some hope and go: “What can I do to implement some change that if I die tomorrow, at least we’ve left some bit of positivity”. And that’s all we can do, or else we just give up and then we never have this conversation again. We either go down that lane or we don’t.

    Evelin: That’s a good way to end the interview (both laugh). Thank you and have a good day.

    Maverick: You do too and take care. Bye bye!

    Hier gibt es das neueste Album „Don’t Forget To Look Up“ von Maverick Sabre zu hören!

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    Fotocredits: Rashid Babiker, Mike Excell
  • Evelin und die emotionale Fahrt in die Sehnsucht

    Evelin und die emotionale Fahrt in die Sehnsucht

    Ich muss ehrlich sein, als ich so an meinen Jahresrückblick gedacht habe und worüber ich schreiben möchte, war ich massiv überfordert. Ich habe das ganze Jahr so viel Musik gehört, um genau zu sein 80.586 Minuten laut Spotify, da sind fast 2 Monate durchgehend. Aber was ist eigentlich hängengeblieben?

    Mein Goldfischgedächtnis konnte mir da nicht so wirklich weiterhelfen. Mein Spotify Wrapped schon eher. Bevor ich dazu komme… Shoutout an mein How Bad Is Your Streaming Music? Roundup. Wenn jemand weiß, was mir das sagen soll, hit me up.

    Jedenfalls habe ich dieses Jahr sehr viel neue Musik gehört, deshalb die Verwirrung. Ich habe auch kurz eine Ausfahrt Richtung K-Pop gemacht, bin dann aber auch schon wieder auf der Indie-Schnellstraße gelandet. Deshalb dachte ich mir, leite ich euch einfach durch die Songs durch, die ich in bestimmten Situationen und Gefühlslagen rauf und runter gehört habe. Eine Reise durch Sehnsuchtsgefühle, Flucht und Loslassen. Neuentdeckungen, meine persönlichen Dauerbrenner, es ist alles dabei. So, here we go!



    Ich, wie ich auf den verregneten Asphalt starre

    Lasst uns die Lieder, die das wohl unangenehmste Gefühl auslösen, gleich hinter uns bringen: die Depri-Songs… Lieben wir es nicht alle, ab und an in ein wenig Selbstmitleid zu planschen? Ich jedenfalls zu oft, obwohl das wahrscheinlich mehr Selbstsabotage als Wohlsein fördert.

    Gerade als ich den Text hier so schreibe, höre ich durch meine selbst zusammengestellte Jahresrückblick Playlist und der erste Song der spielt ist Long Way Off von Sam Fender. Ich bin mir zu 100 % sicher, dass ich von diesem Intro nie gelangweilt sein werde, egal wie oft ich es auch höre. Obwohl das Album Seventeen Going Under nicht allzu lang her erschienen ist, hab ich diesen Song so oft gespielt, dass es fürs ganze Jahr reicht, um in meinem Spotify Wrapped seinen festen Platz zu bekommen.

    Zwar keine Neuentdeckung dieses Jahres, aber genauso geht es mir mit Schmyt und Poseidon. Der mit Abstand geilste Schmyt-Song für mich. Er schafft es, eine ganze Welt mithilfe von gelungenen Metaphern und der im wahrsten Sinne des Wortes tiefen Melodie zu schaffen. Die Thematik des Songs wiegt sehr schwer und trotzdem kann man sich nur darin verlieben. Und in diesem Sinne darf ich hier auf keinen Fall die tolle Novaa vergessen. Mit ihrem Talent, schwermütige Themen mit ihrer sanften Stimme, so wunderschön wie keiner es kann, zu verpacken, hat sie sich dieses Jahr schnell einen Platz bei meinen Lieblings-Künstler:innen gesichert. An dieser Stelle: Hört euch bitte This Ain’t Your Home an. Ein unfassbar wichtiger Song und wie schön ist bitte dieses Artwork?!

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    In dieser Auswahl finden sich die meisten Schätze, die ich dieses Jahr neu entdeckt habe: u. a. School of X mit seiner unverkennbaren Stimme,. Tilman, die Newcomer-Band aus der Nähe meiner Heimat mit den poetischen Texten. NIGHT FLIGHT mit ihrer subtilen Mystik und viele mehr.


    Ich, wie die Sonne meinen aus dem Auto gestreckten Arm streicht 

    Mit Sicherheit möchten die meisten von uns aus der momentanen Situation entfliehen. Da wünsche ich mir, dass Paralleluniversen tatsächlich existieren. Oder wenn sie das tun, dann möchte ich bitte ein Reiseticket reservieren. In der Zwischenzeit habe ich hier ein paar Songs für euch, die eure Reiselust noch schlimmer machen. Ich entschuldige mich hiermit für alle Frustration und Sehnsucht, die ich damit erwecke. Aber es sind nun mal richtig gute Songs 😀

    Für Ben Howard habe ich schon immer viel Liebe übrig, aber das diesjährige Album Collections From The Whiteout hat mich wirklich begeistert. Meine Liebeserklärung bekommt ihr hier nochmal zu lesen. Aber besonders hat es mir Rookery angetan. So leicht und beflügelt der Song klingt, kann man nur dahinschmelzen. Wenn’s doch etwas mehr Energie sein soll, rate ich euch ganz stark an, The Pressure von VARLEY in eure Roadtrip Playlist aufzunehmen. Obwohl jeder andere Song von der Band aus Berlin da auch perfekt reinpasst.

    Zu meiner größten Neuentdeckung dieses Jahr: Die russische Band Увула. So gut wie jeder Song begeistert mich hier, aber für einen lauen Sommerabend mit einer guten Menge Wein und hurbeligen Gewippe ist Увидел другой der perfekte Soundtrack. Shoutout geht an Dascha raus, durch die ich die zweite Hälfte des Jahres Russian New Wave für mich entdeckt habe. Nicht nur musikalisch geil, sondern auch für mein mehr als eingefrorenes Russisch. Mama wäre stolz 😀

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    Ich wie ich meinem Teenager-Ich nach London folge

    Dieser emotionale Abschnitt schließt direkt weiter an die Reisesehnsucht an. Hier steht eine Band ganz besonders im Mittelpunkt. Nämlich ISLAND. Die britische Band kann seit diesem Jahr mein Herz voll und ganz ihr Eigen nennen. Ich habe schon in meinem Interview mit den Jungs von meiner Liebe zur Musik geschwärmt. Deshalb halte ich mich hier mal zurück und rate euch an, einfach mal durch die komplette Diskografie zu hören. Meine Jahresrückblicks-Playlist könnte auch nur aus ISLAND (und FIBEL) bestehen, aber hier ein paar meiner Favourites: God Forgive, All in My Head, The Day I Die und Try. Als offizieller Ambassador der Band (I wish lol): hört euch die Songs an, ihr werdet es sicher nicht bereuen. Trust me. Zwei weitere Favourites aus der UK, die dasselbe Gefühl in mir wecken, sind die Newcomer FLOWVERS und die immer bezaubernd bleibenden Her’s.


    Ich, wie meine Nachbarn sich über meine Solo-Tanzabende beschweren

    Wer dank TikTok seine Zubettgehzeit immer weiter nach hinten verlagert, dem wird der folgende Song wahrscheinlich bei jedem 3. Video entgegen gekommen sein. Wie oft ich schon zu Cloud 9 von Beach Bunny in meiner Küche wild herumgesprungen bin, kann ich schon gar nicht mehr zählen. Geht aber ja auch nirgends anders gerade 🙁 Als nächstes auf meiner Solo-Kochparty läuft talk to me von der Newcomer-Band UMBER aus Ravensburg. Während ich sehnsüchtig auf mehr von den Jungs warte, nerve ich halt mit diesem Song meine Nachbarn mit meinem Gehüpfe. “Noch eine Newcomerin!” – Kommt sofort! IUMA hab ich durch das c/o pop dieses Jahr entdeckt. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nur drei veröffentlichte Songs, die aber alle Ohrwurm-Potenzial haben. Spiel war bei mir das Jahr über auf Repeat. Ein voll und ganz gelungener runder tanzbarer Banger.

    Mehr Songs zum Abdancen oder trancigen Abdriften, über die es bereits in anderen Artikeln von mir viel zu lesen gab, aber die immer noch übertrieben geil sind: cbb to be sad von IDER, You’re The One von LAUREL und Burning Hour von Jadu Heart.


    Ich, wie ich meiner Post-Hardcore Zeit nachsehe

    Es überrascht mich selbst, aber ich wurde als gequälter Teenager vom Post-Hardcore verschluckt and I regret every single second of it. Na ja, vielleicht nicht jede 😀 Ich bin zwar dieses Jahr nicht zu meinen Pseudo-Emo-Roots zurückgekehrt, habe mich aber wenigstens wieder ins Planschbecken getraut. Für die, die ihrer Emo-Mucke aus der Teenager-Zeit einen hochwertigeren Anstrich verpassen wollen, gibt euch auf jeden Fall Cleopatrick und Nobody Wants You von Junodream. Außerdem geballert habe ich Control von Mannequin Pussy, um die Wiener-Party besonders in diesem Bereich mal zu crashen.


    Ich, wie ich bei tropischer Hitze am Strand das Leben genieße
    Jorja Smith, Be Right Back, EP, Release, untoldency, untold, Bussdown, Addicted, Gone, Neo Soul, Pop, Musikblog, Musik Magazin,


    Neben all dem tollen Indie, den ich Tag ein Tag aus höre, hab ich auch wahnsinnig viel für R’n’B und Neo-Soul übrig. In meinen Girl Crush Jorja Smith bin ich ja eh schon Jahre verliebt und das Album Be Right Back hat daran auch nichts geändert. Meine Neuentdeckung dieses Jahr war aber die dominikanisch-italienische Sängerin YEИDRY. Gerade als ich Spotify gecheckt habe, merke ich aber, dass ich etwas spät zur Party erschienen bin. Denn die Gute hören schon über zwei Millionen Menschen.



    Ich, wie ich versuche, cooler zu sein als ich es tatsächlich bin

    Wenn ich mich mal richtig edgy fühlen will, hör ich mir neben Russian New Wave eine meiner deutschen Lieblingsbands an: FIBEL (eine Träne fällt oder auch 27). Die ganze Avatar EP ist eine Eins plus mit Sternchen. Aber der Song, der bei mir in Dauerschleife lief, war wohl Zukunft. Dieselben Badass-Vibes gibt mir die Schweizer-Newcomerin LEILA mit Gun To My Head und Verifiziert mit Butterflies.


    Ich, wie ich mich auf der nächsten Hausparty blamiere

    In dem Bereich gab’s ja dieses Jahr nicht so viel Action, deshalb hier meine Ode an weirde Hauspartys, die so ausarten, dass man ¾ der Personen nicht kennt und keiner so genau weiß, was er hier eigentlich macht. Dance in Room Song von Sipper hat das Konzept voll und ganz verstanden. Zu Blade Runner von einer meiner Lieblings-Neuentdeckungen Supergold irre ich dann durch die Gänge des mir fremden Hauses und suche panisch meine Freund:innen, weil ich zu socially awkward bin und lieber bedröppelt an meinen Drink schlürfe als zu socializen. Sobald der Aperol dann aber kickt, mache ich meine Augen zu und lass zu когда? von источник komplett los.


    So viel zu meiner chaotischen emotionalen Reise in 2021. Natürlich gibt es da noch mehr, wo das herkommt. Wer meine mentalen Zustände genauso nacherleben will, hört sich meinen untold Jahresrückblick 2021 der Reihenfolge nach an. Und wer kein Fan von Ordnung ist, dann ist die Zufallswiedergabe the way to go 😉

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  • Über eine Identitätskrise, die Lucas‘ ersten Liebeskummer wieder aufleben lässt

    Über eine Identitätskrise, die Lucas‘ ersten Liebeskummer wieder aufleben lässt

    Meine Lust auf das Jahr zurückzublicken, ist durchaus begrenzt. Ich könnte es vermutlich nicht einmal, weil mein Gehirn bereits alles verdrängt hat, was dem Wort „Lockdown“ nahekommt. Zum Glück liebe ich es, über Musik zu reden, zu schreiben und meine Expertenmeinung ungefragt mit der Welt zu teilen. Deshalb freue ich mich auf den einzigen Jahresrückblick, der meine Nerven aufbaut, statt ihnen zu schaden. Endorphine Go! Und ab in die Musiknostalgie des Jahres.


    Mood des Jahres: 14-jähriges, pubertierendes, GenZ, Emo-Fangirl

    Ich weiß nicht, woran es liegt, ob es womöglich eine kleine Identitätskrise ist. Aber ich habe in Ansätzen den Musikgeschmack eines pubertierenden Mädchens entwickelt, das nicht weiß, wohin mit ihren Herzschmerz-Gefühlen. Und Schuld daran ist vor allem Olivia Rodrigo. Ihr Album „Sour“ hat den Wunsch geweckt, in meinem Kinderzimmer lauthals und mit gebrochenem Englisch Lieder mitzusingen, von denen ich gerade noch verstehe, dass sie Breakup-Songs sind. Auch egal, worum es geht. Hauptsache, sie helfen mir über meinen Crush in der Schule hinwegzukommen, mit dem ich noch kein einziges Wort gewechselt habe. Neben einem großen BRAVO-Poster von Olivia Rodrigo hängen außerdem noch Bilder von Upsahl, Willow und Pinkpantheress über meinem Bett und genau in diesem Moment wird mir schlagartig klar, woher all diese irritierenden Gedanken kommen: TikTok! Dieses Jahr bin ich ins TikTok-Game eingestiegen und das hat mir eine neue Welt der Generation Z nähergebracht, die mir vorher nicht bekannt war. Resultat: ich höre plötzlich Indie-Pop und weine nachts ab und zu vor Liebeskummer in mein Kissen.


    Neuentdeckung des Jahres: Schmyt

    Eigentlich habe ich jedes Jahr einen „Ich bin geflasht“-Moment. Ich dachte, dieses Mal hätte ich ihn verpasst. Doch dann ist mir wieder die EP von Schmyt eingefallen. Keine Ahnung wie solche Musik überhaupt existieren kann. Denn die Musikalität, Kreativität und textliche Originalität auf Gift“ machen mich fassungslos. Kurz: ich wünschte, ich hätte diese Lieder geschrieben. Ich lege mich emotional unglaublich gerne in düstere, leicht depressive Stimmungen und die bringt Schmyt auf den Punkt. Dazu Hip Hop Beats, denen es nicht an Musikalität mangelt und dann noch alles auf Deutsch, ohne platt zu wirken. Wie sollen deutscher Hip Hop und vor allem er selbst mit dieser EP zukünftig noch mithalten? Wie gesagt, ich war und bin noch immer geflasht. Vermutlich würde ich dieses Tape als meine Lockdown EP bezeichnen. Düster und leicht depressiv passt in jedem Fall zum Anfang des Jahres.


    Song des Jahres: Jorja Smith – Burn

    Meine Entdeckung des Jahres 2018 hat dieses Jahr eine EP rausgebracht, die mich zuerst enttäuschte, in die ich mich dann aber doch noch ganz schön doll verschossen habe. Jorja Smith hat auf „Be Right Back“ die großen Popklänge des ersten Albums für einen minimalistischen, intimen Sound ausgetauscht. Nachdem ich mich langsam reingehört habe, bin ich in der Gefühlswelt dieser Platte versunken. Der leicht hypnotisierende Beat von „Burn“ und die weiche, leicht weinerliche Stimme von Jorja Smith catchen mich jedes Mal. Wenn der nächste Lockdown mich zu einem Song auf Repeat zwingt, höre ich „Burn“ in Dauerschleife und werde wieder zum 14-jährigen Teenager, der ins Kissen weint. *cryemoji*

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    Album des Jahres: Jorja Smith “Be Right Back”

    Damn it! Mein Song des Jahres war strategisch nicht clever. Um nicht erneut die gleichen Sätze über „Be Right Back“ schreiben zu müssen, erweitere ich einfach meine Liste zur Top 3. Und dieses Ranking offenbart, dass ich scheinbar auch ohne GenZ-TikTok-Künstler:innen Herzschmerz Musik mag. Denn Jorja Smith wird ergänzt durch London Grammar „Californian Soul“ und Joy Crookes „Skin”. Soulige Frauenstimmen über melancholischer Popmusik – shit, mein einfältiger und vorhersehbarer Musikgeschmack wurde entlarvt. Nichtsdestotrotz, alle drei Platten überzeugen mit einem warmen Sound, viel Kaminfeuer Atmosphäre und zarten wie kraftvollen Stimmen. Dabei erscheinen nicht nur Heartbreak Anthemns auf den Alben, sondern überwiegend gesellschaftliche und politische motivierte Songs, die die  Qualität dieser Musik inhaltlich zusätzlich unterstreichen. 


    Musikvideo des Jahres: Olivia Dean – The Hardest Part

    Eine Rubrik des Jahres musste ich mir noch ausdenken, um meine letzte Entdeckung und aktuelle Lieblingsstimme unterzubekommen. Ich bin großer Fan von Musikvideos und habe dieses Jahr zahlreiche gute und aufwendig produzierte Videos gesehen. Der denkwürdigste Moment, der sich in die Rückseite meiner Augäpfel gebrannt hat, war wohl Lil Nas X, wie er dem Teufel im Video zu „Montero“ einem Lapdance gab. Dennoch sehe ich dieses Mal von den pompösen Visuals ab und küre Olivia Dean zur Siegerin. Die Stimme ist, wer hätte es gedacht, von Soul durchtränkt, mit etwas Jazz angereichert und in schöner Popästhetik verpackt. Das Video von „The Hardest Part“ ist nicht super actionreich, aber unglaublich sympathisch. Olivia Dean singt im Retro Look authentisch ihren Song und mimt zugleich im Hintergrund ihre eigenen Backgroundtänzerinnen. Das Lachen der Sängerin und der Song catchen mich in Kombination so sehr, dass der Minimalismus dieses Jahr gewinnt. 

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    Konzert des Jahres: ?

    Welche Konzerte?


    Musikmoment des Jahres: Untoldency

    Ehrlicherweise sind es zwei Momente, die dieses Musikjahr unabhängig von den neu entdeckten Liedern und Alben besonders gemacht haben. Zum einen ist das die neu gewonnene Plattform, die mir ermöglicht mein Musiktagebuch endlich mit der Öffentlichkeit zu teilen, anstatt es einsam in meiner Harry Potter-Fanbox in der Ecke meines Altbauzimmers vergilben zu lassen. Dank Untoldency muss ich für meine Therapiesitzungen nicht mehr bezahlen, sondern schreibe einfach all meine Empfindungen, in musikalischen Content verpackt, auf eine Seite im Internet. 

    Zum anderen habe ich es endlich geschafft, meine eigene Musik auf Spotify zu veröffentlichen. Das ist rein technisch kein großer Akt, aber emotional dann doch ein kleines bisschen. Naja, das muss niemanden groß interessieren. Nur so viel sei gesagt, ich beschreibe meine Lieder mit: Schmyt auf Wish bestellt.


    Fazit des Jahres

    Ich habe das ganze Jahr auf meine persönlichen großen Musikmomente gewartet und irgendwie habe ich sie nie so richtig wahrgenommen. Rückblickend merke ich, da waren schon ein paar Glanzmomente am Horizont. Einen besonders großen Raum in meinem Musikjahr haben Teenie-Stars und Frauenstimmen eingenommen. Wer mein Jahr in Liedern nachverfolgen möchte, findet die most important ones in der folgenden Playlist. Aber seid gewarnt! Wenn ihr euch dabei wiederentdeckt, wie ihr eure Fingernägel schwarz lackiert, während ihr good 4 u“ von Olivia Rodrigo hört und Dartpfeile auf das Bild eures Ex-Partners werft, bin ich nicht daran Schuld!

    https://open.spotify.com/playlist/5EcxJWDoZoTl2jRAiJ8lD5?si=510f4a7f4fe74bfa
  • Joy Crookes neues Album „Skin“ macht uns verletzlich, während wir mit dem Baseballschläger die Welt verändern wollen

    Liebe auf den ersten Blick

    Ich dachte, ich würde mich dieses Jahr nicht mehr verlieben. Doch dann ging das neue Album von Joy Crookes direkt unter meine Haut. „Skin“ ist am 15. Oktober erschienen und könnte schöner nicht sein. Seit drei Wochen ist es also schon um mich geschehen und meine rosarote Brille hat noch kein bisschen an Glanz verloren. Wie auch, bei einem Album, das musikalisch, inhaltlich und visuell so ausgereift ist, dass jedes Künstler:innenherz schneller schlägt.

    2017 erscheint die erste EP „Influence“ der in London geborenen Sängerin. Mit einer an Amy Winehouse erinnernden Stimme und unglaublicher emotionaler Tiefe singt sich Joy Crookes langsam in die Herzen aller Soul und R&B Liebhaber. 4 Jahre und 2 weitere EPs später markiert ihr Debütalbum nun den vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere. Und wenn man sich ein perfektes erstes Album im Traum vorstellen würde, dann käme „Skin“ dabei heraus.


    Gefühlvoller Soul zum Verlieben
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    Während „I Don’t Mind“ das Album noch minimalistisch eröffnet, stürzt uns „19th Floor“ in orchestrale Tiefen voller Wehmut. Danach wird es musikalisch wieder etwas leichter ums Herz, doch die gefühlvolle Wärme bleibt auch in „Trouble“ erhalten. Diese angenehm vertraute Sentimentalität zieht sich durch das ganze Album und man muss dem Produzententeam, bestehend aus Blue May und Joy Crookes, danken für diese sinnliche, homogene Platte. Die emotional berührenden Lieder werden durch bestimmte, etwas freche Stücke ergänzt. Dazu gehören u.a. „Trouble“ und „Kingdom“, die die LP durch eine neue Facette bereichern. Abgerundet wird das Album durch drei klassische „Balladen“, die einem zum Abschluss in winterliche Kaminfeuer Stimmung versetzen.


    Intime Einblicke neben politischer Aufbruchsstimmung

    Inhaltlich könnte das Album ebenfalls kaum versatiler und politischer sein. In „I Don’t Mind“ inszeniert sich Crookes als unabhängige Frau, die ausschließlich körperliche Beziehungen mit Männern eingeht:  


    No, I don’t mind if you don’t mind
    But if you should see a future
    Where I’m with you
    You’ve got to go!”


    Wie erfrischend ist bitte diese Aussage aus dem Mund einer Frau? Wenn männliche Rapper dieses Narrativ regelmäßig für sich beanspruchen, ist es längst an der Zeit, dass dies auch Frauen tun. 

    Der zweite Song des Albums „19th Floor“ huldigt Crookes Anfänge und Herkunft. Hier besingt sie die klassische „started from the bottom, now we here” Story. Anschließend thematisiert die Sängerin toxische Beziehungen. Dabei liegt der Fokus auf der individuellen menschlichen Entwicklung. Egal welche Traumata bestimmte toxische Verhaltensweisen hervorgerufen haben, es löst nicht das Problem, die Schuld abzuschieben. Stattdessen muss die Verarbeitung von innen heraus wachsen. 

    „Kingdom“ kritisiert außerdem die politische Ausrichtung Englands und Großbritanniens, insbesondere die politische Vertretung des Landes durch überwiegend ältere Altersgruppen. Brexit, Klimaveränderung, Fremdenhass; die Zeit drängt ebenso wie die jungen Generationen auf Veränderung.


    Mental Health, Authentizität und Self-Care

    Obwohl es die ursprünglich angedachte Lead Single „Anyone But Me“, als das Album noch für 2020 angekündigt worden war, nicht auf die Tracklist geschafft hat, wurde sie inhaltlich doch noch einmal aufgegriffen. Interessanterweise geschah dies direkt in der neuen Single „Feet Don’t Fail Me Now“, die den für 2021 angekündigten Album-Release nach Corona bedingter Verschiebung einläutete. Beide Singles liefern intime Einblicke in Joy Crookes Gedankenleben und beschäftigen sich mit Mental Health. Während „Anyone But Me“ Beklemmung im eigenen Körper thematisiert, beschreibt „Feet Don’t Fail Me Now” Versagensängste und ungerechtfertigte Zurückhaltung.

    „Ooh, love me or leave me and let me be lonely
    Been down so long now that happy is holy
    I’d rather be somewhere else with anyone but me
    – Anyone But Me

    joy crookes, trouble, skin, soul, alternative, rnb, album, review, single, pop, untoldency, untold, musikblog, review, musik magazin, Carlota Guerrero, Sony

    „Man, I guess I was scared
    Feet, don’t fail me now
    I got to stand my ground
    And though I’m down for trying
    I am better in denial
    So I hush, don’t make a sound
    – Feet Don’t Fail Me Now

    Ob alte oder neue Lead Single, beide Lieder ziehen uns tief in den Kosmos von Joy Crookes. Auch wenn die Floskel „Dieses Album ist das Persönlichste, das ich je geschrieben habe“ mittlerweile von jeder generischen Popkünstler:in vorgebetet wird: würde sie aus dem Mund von Joy Crookes kommen, sie bliebe authentisch. Crookes selbst beschreibt dieses Album als Spiegel ihrer Identität und ich nehme ihre jedes einzelne Wort ab.

    Dieser rote Faden zieht sich bis hin zum Albumtitel. „Skin“ ist das Symbol für Intimität und Authentizität. Die Haut macht uns als Hülle unserer Körper und Gedanken angreifbar für die Außenwelt, während sie uns zur selben Zeit vor ihr schützt. Der Widerspruch zwischen äußerster Belastbarkeit und gleichzeitiger Basis für soziale Diskriminierungen findet sich auch in der Zerrissenheit von Joy Crookes sowie unserer aller Identitäten wieder.

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    Visuals auf Repeat

    Wer jetzt noch nicht von der Ganzheitlichkeit dieses Albums überzeugt wurde, darf sich auf die Musikvideos des Albums freuen. „Feet Don’t Fail Me Now“„When You Were Mine“„Trouble” und „Skin” haben Videoauskopplungen, die allesamt unglaublich ästhetisch inszeniert wurden. Schon allein die Anfangsszene von „Feet Don’t Fail Me Now“ ist so stark, dass ich mir eigentlich kein anderes Musikvideo mehr anschauen möchte. Crookes und weitere Protagonist:innen sitzen auf mit Blumen bestückten Motorollern, in für Bangladesch typischer traditioneller Kleidung, während die Zöpfe aller verbunden sind.

    Mit jedem Wort, das ich über dieses Album verliere, scheint meine Liebe für dieses Gesamtkunstwerk anzuwachsen. Seid also nicht komplett verrückt und macht jetzt endlich dieses Album an, falls ihr es vor kaum auszuhaltender Vorfreude nicht bereits getan habt.

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    Fotocredits: Carlotta Guerrero
  • Eine Portion Wellness für die Seele: Amilli mit „Hazy Days“

    Neo-Soul, R’n’B und ein bisschen Pop – genau diesen Mix liebe ich an Amilli’s Musik. Deswegen war ich auch ziemlich hyped als ein neuer Song angekündigt wurde. Mit „Hazy Days“ knüpft die Sängerin ihren einmaligen Amilli-Sound von „Pulling Punches“ an. Was ich von dem Song halte, lest ihr hier.

    Mit „Rarri“ gelang Amilli im Jahr 2018 der virale Durchbruch, sie gewann den 1Live Förderpreis und veröffentlichte ein Jahr später ihre EP „Wings“. Im Oktober 2020 folgt EP Nr. 2 mit „Pulling Punches“ und eine stetig wachsende Fangemeinde. Man kann Amilli also wohl getrost zugestehen, dass sie sich seit Anfang ihrer Musikkarriere auf keinen Fall auf die faule Haut gelegt hat.

    „Ich bin so zufrieden und glücklich mit diesem Song und ich weiß, dass ich das fast immer sage, aber das ist wirklich mein liebster Song, den ich bis jetzt veröffentlicht habe. Es ist schwer zu beschreiben, aber er spiegelt irgendwie genau wider, wie ich mich momentan fühle.“

    Während es thematisch in „Pulling Punches“ eher um Beziehungen und die Rolle einer Frau in der Gesellschaft geht, wie Amilli im untoldency-Interview Anfang dieses Jahres erklärt, ist „Hazy Days“ ihr selbst gewidmet. Im Song geht es um den Prozess zu sich selbst zu finden. Sie appelliert dazu, mehr Energie in die Beziehung zu sich selbst zu stecken und auf sich Acht zu geben. Ich habe beim Hören das Gefühl, dass sie mich schon fast persönlich anspricht. Vermutlich liegt das am entspannten Hintergrund-Bass, der Amilli’s Stimme in den Vordergrund rückt und auf eine positive Art aufdringlich wirken lässt.

    Im Musikvideo kommt diese Message perfekt rüber! Das Video ist eher reduziert. Es ist nur Amilli zu sehen. Sie ist halt eben alleine mit sich selbst und schaut des Öfteren mal etwas verloren und lieblich in die Kamera. Ästhetisch holt mich das Video genau da ab, wo der Song bereits angefangen hat.

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    „I ‚m always trying to love every inch of me but sometimes life is one step ahead of me“

    Der Song startet zwar recht gedämpft, schafft es aber auf irgendeine Weise super atmosphärisch und locker ein gutes Gefühl zu hinterlassen. Dazu kommen Appelle an die Selbstliebe, formuliert durch Dinge, die Amilli sich wohlfühlen lassen. Ich fühle mich teilweise etwas ertappt und sehe mich in den Mustern wieder, die sie beschreibt. Kein Wunder bei einem so persönlichen Song!

    “Mittlerweile stecke ich immer mehr von mir in meine Songs und dadurch wird es immer aufregender und auch ein bisschen beängstigend diese dann zu veröffentlichen. Es macht verletzlicher, was gleichzeitig eine sehr schöne Sache ist. Vor allem in diesen komischen Zeiten, leben wir glaube ich alle mehr in unseren Köpfen, als es vielleicht gesund ist und Hazy Days fühlt sich für mich an, wie eine große Umarmung und ich hoffe, dass der Song das gleiche auch bei dem ein oder anderen auslösen kann“

    Also ich fühle mich wirklich sehr herzlich und aufrichtig umarmt von dem Song. Er hinterlässt bei mir ein wohliges Gefühl und schafft eine Komfortzone ohne zu überfordern. Für mich einfach ein richtiger Wohlfühl-Song mit einer tollen Message!

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