Schlagwort: Konzert

  • Fantasievoll und authentisch: so war orbit am 11.12.2025 in Berlin.

    Fantasievoll und authentisch: so war orbit am 11.12.2025 in Berlin.

    Zoe und Ricarda, Schülerinnen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, waren am 11.12.2025 auf dem Konzert von orbit im Huxleys Neue Welt in Berlin und berichten von ihrem Erlebnis.

    Music & Friends

    Hinter orbit steckt der etwa 29 Jahre alte Produzent, Songwriter und Multi-Instrumentalist Marcel Heym mit seinen Freunden, welche aus Achim bei Bremen kommen.

    Marcel sammelte bereits mit 17 Jahren internationale Bühnenerfahrung, nachdem er mit seinem Bruder Patrick Heym die Schüler-Rockband Casting Luis gründete. 
    Mit 20, lebte Marcel in Berlin und arbeitete hier als Musikproduzent. 
    Als er in der Großstadt nicht glücklich wurde, zog er zurück in seine Heimatstadt und startete sein eigenes Musikprojekt. 

    orbit entwickelte sich zu einem Ort für Kreativität, einem Kollektiv für verschiedene Projekte. Das Debüt-Album von orbit war ihre EP „Perspectives“ aus dem Jahr 2020 und 2021 organisierte Marcel mithilfe seiner Internet-Community die erste Tour für orbit.

    Das Zitat in orbits Spotify-Bio beschreibt sehr gut, womit sich Marcel in seiner Musik auseinandersetzt:

    „A heavenly place between the forest, vast fields and a beach by the river. Here I grew up wit my friends, a group of kids who met in school and decided to stay together. Here we live, create and dream.“ 

    „Ein himmlischer Ort zwischen Wald, weiten Feldern und einem Strand am Fluss. Hier bin ich mit meinen Freunden aufgewachsen, einer Gruppe von Kindern, die sich in der Schule kennengelernt haben und beschlossen haben, zusammenzubleiben. Hier leben, gestalten und träumen wir.“

    orbit, konzert, album, review, live, musik

    Heute heißen ihre bekanntesten Songs „Friday Night“ , „Perspectives“ , „Time in the Afternoon, …“. Nach der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Countless Feelings But So Few Words“ sind sie jetzt, zusammen mit Cowboy LYF als Vorband, auf ihrer ersten großen Europatournee und spielen am 11.12.25 in Berlin ihre größte Headline Show bisher.

    Bühne und Atmosphäre 

    Die Show ist perfekt inszeniert. Das Bühnenbild vermittelt durch kleine, aufgebaute Getreidefelder, alte Windräder und von der Decke hängende Zugvögel ein verspieltes, ländliches Feeling inmitten der Großstadt. Die sich drehenden Windräder und die Zugvögel aus Spiegelglas verbreiteten das Licht in der Halle und sorgen für ein atemberaubend dynamisches Lichtspiel, welches regelrecht mit dem Beat und Rhythmus der Musik zu verschmelzen scheint.

    Unser absolutes Highlight ist ein auf der Bühne erschaffener funkelnder Sternenhimmel, welcher eine sehr verträumte und magische Atmosphäre ins Huxleys bringt.

    orbit verbindet in seinen Liedern einen Mix aus Indie, Dream Pop und elektronischer Musik und begeistert seine Fans immer wieder mit den vielen musikalischen Kontrasten. Sie arbeiten mit Synthesizer, Stimmverzerrungen und einem Piano, aber auch mit Akustik-Gitarre und einem live gespielten Bass.

    Ehrlich und Authentisch

    Sie stehen in Berlin nur zu zweit auf der Bühne, geplant war eigentlich zu dritt.  Da Luka Björk Küssner aber kurzfristig krank geworden ist, stehen nur Marcel Heym und Morlin Baginski vor dem relativ jungen Publikum, auf der Bühne. Mit Songs wie „Youth“, „Perspectives“, „Formula“, „Call Me at Midnight“, „Rewind“, „So Far Away“ und „Friday Night“ sorgen sie für eine lässige, schwerelose aber auch energievolle Atmosphäre im Huxleys.

    Marcel interagiert häufig mit dem Publikum. Er erzählt von seinem ersten Auftritt in Berlin, der vor maximal 30 Leuten stattfand und freut sich sehr, dass wir an dem Abend ungefähr 1500 Menschen sind. Er sagt uns, dass es sich für ihn wie ein Fiebertraum anfühlt vor so einem großen Publikum zu spielen und dass er versucht sich vorzustellen nur vor ein paar Menschen zu spielen, damit er entspannter ist. Es entsteht trotz seiner Aufregung ein sehr entspanntes familiäres Flair. 
    Zum Schluss bedankt er sich nicht nur bei seinen Fans, dass sie alle da sind, sondern auch bei seinen Freunden und der Crew, ohne die das alles gar nicht möglich gewesen wäre. Am Ende hört man einen Fan „Gracias!“ rufen und Marcel bekommt von noch einem Fan Blumen geschenkt.

    Unser Eindruck

    orbit hat uns eine energiereiche, phantasievolle und verträumte Show geliefert, die uns echt beeindruckt hat. Uns hat besonders der Song „Perspectives“ berührt, der einige überraschende Effekte mit sich bringt und doch einen entspannten Vibe hat. Wir haben uns auch richtig wohl gefühlt, da orbit sich für die Tour ein Awareness-Konzept überlegt hat, damit die Konzerte ein Safe Space für alle sind. Auch die Location fanden wir richtig gut. Sie war nicht zu groß, es gab mehrere kleine Zuschauertribünen an den Seiten und eine große Zuschauertribüne mit mehreren Ebenen hinten im Saal. Dadurch konnte man auch etwas sehen, wenn man nicht ganz vorne stand.

    Am 13.12.25 hat orbit vor der Tour Pause noch in ihrer Heimat Bremen gespielt. Nach ihrer Pause es geht im Februar 2026 für orbit nochmal in einige Städte, bevor die „Small Town Friends on Europe Tour 2025“ endet.

    „Countless Feelings But So Few Words“ 
    Weitere Konzerttermine:

    2026

    05.02. London
    06.02. Warschau
    07.02. Prag
    08.02. Budapest
    12.02. Oslo
    13.02. Stockholm
    14.02. Kopenhagen
    25.02. Berlin
    26.02. Hannover
    27.02. Leipzig
    28.02. Frankfurt

    Folgt orbit jetzt auf Instagram, Spotify und YouTube!

    Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

    Inhalt laden

  • Wenn Swing auf Techno trifft, tanzt jeder los: So war Parov Stelar am 14.11. 2025 in Berlin

    Wenn Swing auf Techno trifft, tanzt jeder los: So war Parov Stelar am 14.11. 2025 in Berlin

    Nora und Junia, Schüler*innen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, berichten von einem Konzert und einer einmaligen Reise durch Jazz, Swing, House und elektronischer Musik

    Als wir am 14. November 2025 knapp um 20:00 in der Uber Eats Halle in Berlin ankommen, wissen wir nicht was uns erwartet. Die Konzerthalle ist bis zu den obersten Rängen voll.
    Wir haben Stehplätze, sind aber relativ weit hinten. Bevor Parov Stelar anfängt aufzulegen, startet El Siciliano, sein langjähriger Support DJ, mit einigen Techno Hits, um die Stimmung anzuheizen. Parov Stelar lässt auf sich warten und baut die Stimmung auf, indem er Schwarz-Weiß Clips und Fotos mit tiefer, mysteriöser Hintergrundmusik auf einer großen Leinwand abspielt. Die Clips erinnern an einen Film Noir. Es werden Babys mit strahlenden Augen gezeigt, ein Skelett, das Klavier spielt, viele Frauen mit Kopftüchern oder auch Maschinen, die menschenähnlich aussehen. Das Intro ist sehr dunkel. Umso überraschender ist der Übergang als Parov Stelar und seine Live Band schließlich anfangen zu spielen.

    Das neue Album sorgt für große Spannung

    Heute erscheint Parov Stelars neues Album: „Artifact“. Er beginnt sein Konzert auch mit einem der neuen Songs. Die Stimmung steigt sofort in die Höhe. Er spielt viele neue Songs, aber auch die meisten seiner bekannten, älteren. Ein paar Hits, die uns fehlen sind u.a. „The Sun“ und „Tango de Fuego“.

    Wir sind begeistert von der Live Band. Es gibt drei Bläser, Trompete, Saxophon und Posaune, ein Schlagzeuger, Synthesizer, ein Sänger und eine Sängerin, Gitarre, Bass und natürlich Parov Stelar, mit bürgerlichem Name Marcus Füreder, selbst, der alle Klänge und Sounds zusammen mischt.

    Parov Stelar, Swing, Electro, EDM, Music, Concert, Band

    Ein Rhythmus, der dich mitreißt

    Die Stimmung ist ein einziges Hoch. Es gibt keine Tiefen. Dafür sorgt Parov Stelar mit seiner musikalischen Abwechslung und ständigen experimentellen Stiländerungen von der Mischung aus Techno, Jazz, Swing und House.
    Er zaubert mit der perfekten Mischung aus Energie, Sound und Licht, die ideale Stimmung. Auf der riesigen Leinwand sieht man weiterhin von KI erzeugte Filme, aber auch abstrakte Formen und Farben – allerdings immer abgestimmt und passend zur Musik. Begleitet von der aufwändigen Lichtshow fühlen wir uns wie im Club. Nur eben mit Live Musik und hunderten Fans.

    Mal spielen sie ihre Songs, mal experimentieren sie Minuten lang mit verschiedenen Sounds und Melodien herum. Öfters wird mit den Schatten der Musiker gespielt, die durch Scheinwerfer, riesengroß an den Wänden erscheinen.

    Pure Energie

    Parov Stelar selbst bleibt im Hintergrund, während seine Band eine immense Show abliefert. Er steht auf einem kleinen Podest in der Mitte der Bühne und mixt von dort. Im Rampenlicht stehen die anderen Musiker und alle bekommen ein eigenes Solo.
    Ob abgefahrene Cypord Sounds oder klassische Swing Solos vom Saxophon, wir Zuhörer*innen werden mit einbezogen. In einem Moment klatschen wir den Beat für den Drummer, in einem anderen singen wir angeleitet vom Trompetenspieler mit lautem Jubeln das Intro zum nächsten Song.

    In einem besonderen Augenblick kommt der Trompeter mit einem Rotwein gefülltem Weinglas auf die Bühne. Nach dem er es in einem Zug ausgetrunken hat, setzt er es an seine Trompete und benutzt es als Resonator, um dem Klang der Trompete einen quatschigen Oldschool Sound zu geben – etwas, das wir noch nie vorher gehört oder gesehen haben.

    YouTube

    Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
    Mehr erfahren

    Video laden

    Das Ende? Falsch gedacht

    Zum Ende hin bedankt sich Parov Stelar beim Publikum und erklärt kurz, wie besonders es für ihn ist, in Berlin aufzutreten. Er verkündet, dass man ab jetzt das gesamte neue Album “Artifact“ hören kann und dass wir noch einmal den Release mit den nächsten Songs feiern werden. Es folgt ein Techno Sound, begleitet von den Bläsern, bei dem wir alle in die Hocke gehen. Die Musik setzt aus, für einige Sekunden ist es komplett still. Der Beat geht wieder los. Wir springen alle gemeinsam auf und tanzen weiter.

    Die Farben der Leinwand pocht passend zum Beat. Die Stimmung ist erhitzt, niemand will schon aufhören zu tanzen.
    Nach einer Zugabe verlassen alle Musiker*innen die Bühne, aber das Publikum ist noch nicht zufrieden und lässt nicht locker. Die Band kommt zurück und die Sängerin ruft, dass eine Party an einem Freitagabend in Berlin nicht so früh Enden kann.

    Nachdem noch mehrere Songs gespielt werden, darunter ein Remix aus „Sweet Dreams“ und „SexyBack“, spielen sie noch die zwei bekanntesten Songs „All Night“ und „Catgroove“. Das ganze Publikum tanzt ausgelassen bis zur letzten Sekunde und so geht dann doch das Konzert und dieser wunderschöne Abend zu Ende.

    Der Abend, der uns zu Fans machte

    Uns hat dieses Konzert besonders gut gefallen. Wir waren mit wenig Erwartung angekommen und wurden positiv überrascht davon, dass alles Songs live und nicht vom Band gespielt wurden.
    Besonders beeindruckend fanden wir die Bühnenpräsenz der Band, das Experimentelle und die unerwarteten Stiländerungen. Wenn man nach einem Konzert direkt die Musik weiterhören will und Tickets für das nächste Mal kaufen möchte, ist das ein gutes Zeichen. Wir konnten die ganze Nacht nicht aufhören zu tanzen und wurden völlig von der energetischen Stimmung mitgerissen. Wir hatten das Gefühl bei einer Live Jam Session dabei zu sein, da jede Künstler*in das eigene Solo gelebt hat.

    Das Konzert ist schwer mit anderen Konzerten zu vergleichen, da auch Parov Stelars Musikstil so einzigartig ist. Die Art, wie er Jazz Rhythmen und Swing Klänge mit seinem eigenen Stil mixt, ist sehr besonders.

    Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

    Inhalt laden

  • Ein schwungvoller Jahresabschluss voller Energie und Gefühlen: So war REMOTE BONDAGE am 20.12.2025 in Berlin

    Ein schwungvoller Jahresabschluss voller Energie und Gefühlen: So war REMOTE BONDAGE am 20.12.2025 in Berlin

    Am 20.12.2025 spielt REMOTE BONDAGE im Lido Berlin und bringen zum Jahresende nochmal richtig Schwung in ihr Publikum.

    Die Musik der 2022 gegründeten Berliner Band spielt irgendwo zwischen Punk, Indie, Rock und Pop. REMOTE BONDAGE besteht aus drei Sängerinnen, einer Bassistin und einem Schlagzeuger, ab und zu spielen sie auch Gitarre. Sie thematisieren mit ihren kritischen, politischen Texten Feminismus, Sexismus, Gewalt, Sex und Queerness.

    An diesem Abend spielen sie nicht irgendein Konzert, sondern das Abschlusskonzert ihrer ersten Headline Tour! Gleichzeitig ist es ihr zweites Jahresabschlusskonzert, mit dem sie das Jahr gemeinsam mit ihren Fans beenden.

    Kreative Ansagen und großartige Supports

    Die Bühne ist leer, da kommen zwei der drei Sängerinnen von REMOTE BONDAGE auf die Bühne. Singend kündigen sie den ersten Support an: LISKA. Nur sie und ihr DJ sind auf der Bühne. Sie beginnen das Konzert mit einer ruhigen und gefühlvollen Stimmung im Saal, die das Publikum gut ankommen lässt. Auf meist langsamen Beats rappt LISKA sehr authentische Texte über sensible Themen wie zum Beispiel das Thema Essstörungen, für die sie Aufmerksamkeit schaffen möchte.

    Nach einer Umbaupause füllt sich der Saal des Lido Berlin. Wieder kommen die Sängerinnen auf die Bühne und kündigen auch den zweiten Support mit zweistimmigem Gesang an: die Band NIKRA. Die Queer-Punk-Band bringt viel Energie mit und eröffnet einen ersten Moshpit.

    Ein energievoller Start

    Da kommt sie endlich, die Band. Wie echte Queens kommen sie auf die Bühne geschwebt und begrüßen winkend ihr Publikum. Mit einem kurzen Inhaltsverzeichnis über den Verlauf des Abends teilen sie dem Publikum mit, was sie heute alles für Themen erwarten werden.

    Als erstes spielen sie ihren Song „Alle leben schneller“, der den Leistungsdruck der Gesellschaft thematisiert und mit seiner starken Bass Line sofort zum Mittanzen animiert.

    Remote Bondage, Konzert, Release, Punk, Feminism, Music

    Etwas Besonderes in jedem Song

    Die Setlist steckt voller Energie. Direkt zu Beginn spielen REMOTE BONDAGE Hits wie „Daddy“ und „Katze“, in denen sie über Themen wie die Sexualisierung von Frauen, sexuelle Übergriffe und das Patriarchat singen. Diese Inhalte und ihre klare Haltung dazu bringen sie durch ihre Texte laut und eindringlich auf die Bühne.

    Doch auch die ruhige, gefühlvolle Seite kommt nicht zu kurz. Sie zeigt sich zum Beispiel im Song „als wäre es egal“, in dem es um eine Welt geht, in der Queerness etwas ganz Normales ist. Lange bleibt es jedoch nicht ruhig: Mit Songs wie „VULVARINE“„Ronny“ oder „Fast / Sex on the Beach“ thematisiert die Band Sex und Liebe ganz offen.

    In allen Liedern findet sich Kritik an diesen Themen oder ihrer Rolle in der Gesellschaft. Doch durch die Ironie in den Texten bleibt auch das Lachen nicht aus.

    Auch musikalisch bleibt es trotz der wenigen Instrumente immer interessant. Vor allem durch die unterschiedlichen Stimmen der drei Sängerinnen wirkt jeder Song spannend. Außerdem variieren sie den Gesang beispielsweise durch Mehrstimmigkeit und Background Vocals. Auch ein großartiges Bass Solo sorgt für Abwechslung in der Musik, womit sie absolut überzeugen.

    Besondere Momente gemeinsam erleben

    Man könnte meinen, als Zuhörer müsse man auf einem Konzert einfach nur zuhören – doch nicht bei REMOTE BONDAGE. Hier wird es nie langweilig. Bei Songs wie „Ronny“ singt das Publikum in drei verschiedenen Stimmen mit, die jeweils von einer der Sängerinnen angeleitet werden.

    Kurz vor einem Song über das Leben in einer WG bietet die Band eine Art WG-Suche an: Sie fragen ins Publikum, ob jemand gerade ein Zimmer frei hat oder selbst eines sucht, um Menschen miteinander zu verknüpfen.

    Zwischen den Songs stellen die Sängerinnen immer wieder die Frage ins Publikum: „Was wärt ihr gerne?“ Antworten wie fotzig oder lesbisch kommen zurück, woraufhin die Band den Refrain ihres Hits „So gerne hässlich“ angepasst anspielt: Statt „hässlich“ singen sie die vorgeschlagenen Wörter – etwa „Ich war noch nie so gerne lesbisch“.

    Zwischendurch wird auf der Bühne gequatscht, gelacht oder es werden Themen angesprochen, die der Band wichtig sind, vor allem politische. Dabei wenden sie sich immer wieder direkt an das Publikum.

    All das sorgt dafür, dass REMOTE BONDAGE sehr nahbar wirken. Es fühlt sich an, als würde nicht nur das Publikum die Band feiern, sondern auch die Band das Publikum. Alle sind unterstützend, authentisch und genießen gemeinsam den Moment – vor wie auf der Bühne.

    Kreativ über die Musik hinaus

    REMOTE BONDAGE sind unglaublich performativ, ob eine WG besichtigt wird oder sie zu ihrem Song „Ode an die Periode“ auf der Bühne scheinbares „Periodenblut“ trinken, wunderbar kreativ!

    Ihr Bühnenbild ist angenehm unaufwändig: Ein knallpinkes Banner mit ihrem Namen, welches super zu den knallpinken Outfits der Bandmitglieder passt.

    Auch vielseitige Choreos gehören zu ihrer Show. Ob zu dritt auf der Bühne kniend oder tanzend oder mitten durch das geteilte Publikum spazierend. Immer wild und bewegt.

    YouTube

    Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
    Mehr erfahren

    Video laden

    Volle Bühne, toller Song

    Natürlich spielen REMOTE BONDAGE ihren frisch veröffentlichten gemeinsamen Song mit NIKRA nicht ohne sie. Für „Madonna vs. Britney“ kommt NIKRA noch einmal auf die Bühne und gemeinsam performen sie den Song so mitreißend, dass man die Beine kaum stillhalten kann.

    Das Beste kommt zum Schluss

    Nach ihrem letzten Song „Skorpion“ folgt eine Zugabe einer ganz anderen Klasse. Die Leute, die das Abschlusskonzert letzten Jahres bereits erlebt haben, wissen schon was gleich kommen wird.
    Es werden Liedzettel im ganzen Publikum verteilt. Sie sehen aus wie in einem Gottesdienst – mit Text und Noten. Dann singen alle gemeinsam „Fotzige Nacht“, eine umgedichtete Version von „Stille Nacht“, mit einem viel besseren Text, der durch und durch feministisch ist! Es ist wie in der Kirche – nur eben ganz anders. Es entsteht ein unglaublich schöner Moment der Verbindung schafft und noch lange in Erinnerung bleiben wird.

    Danach spielen sie endlich „So gerne hässlich“, aber diesmal ganz. Zuallerletzt erklingt „Ronny“, als ein letztes Mal das ganze Publikum mitsingt, sogar dreistimmig.

    Nach einer Danksagung an alle, die an der Tour mitgewirkt haben, ist dann auch mal die Band mit feiern dran: Mit dem gesamten Team tanzen sie auf der Bühne zum Techno-Remix ihres Songs „So gerne hässlich“. Damit ist das Konzert vorbei und alle gehen beschwingt, ausgelassen und glücklich nach Hause.

    Ein unvergessliches Erlebnis

    Das Konzert hat uns viel Spaß und Energie gebracht und uns auf vielen Ebenen sehr beeindruckt. Musikalisch waren es vor allem ihre Stimmen und der mehrstimmige Gesang, der ihre Musik so abwechslungsreich macht.

    Auch begeistert hat uns, dass sie ganz offen über so viele politische Themen und „Tabuthemen“ gesprochen und auch klar ihre Meinung dazu geäußert haben. Dabei wirkten sie auf uns immer nahbar und authentisch.

    Aber vor allem wurde das Konzerterlebnis so einzigartig durch die vielen und so unterschiedlichen, lustigen Aktionen und Ideen zwischendurch. Sie haben uns immer fühlen lassen, als wären wir mittendrin. Dabei haben wir uns von ganzem Herzen willkommen gefühlt, mit all unseren Emotionen, von Wut über Freude bis Geborgenheit.

    Alles in allem war es ein unvergessliches Erlebnis mit wunderbaren Menschen!

    REMOTE BONDAGE ist eine großartige Band, die ihr euch unbedingt anhören solltet. Ihr findet sie auf Instagram und Spotify und anderen Social Media Kanälen

    Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

    Inhalt laden

  • DJ-Ikone in Perfektion: So war Paul Kalkbrenner am 14.09.2024 in Berlin

    DJ-Ikone in Perfektion: So war Paul Kalkbrenner am 14.09.2024 in Berlin

    Am 14.09.2024 verwandelte Paul Kalkbrenner die mit 22.290 Plätzen ausverkaufte Waldbühne in einen Techno-Tempel. Tausende Fans kamen um dieses Spektakel mitzuerleben und wurden nicht enttäuscht. Es war ein aufregender Abend voll mit intensiven Klangerlebnissen und einer beeindruckenden Lichtshow.

    Paul Kalkbrenner – Pionier der Technoszene

    Der 1977 in Leipzig geborene und in Berlin-Lichtenberg aufgewachsene Techno, Elektronik und Dance Produzent Paul Kalkbrenner ist bereits seit der Veröffentlichung seiner ersten EP „Largesse“ im Jahre 1999 unter dem Pseudonym „Paul dB+“ aktiv. Mit seinem Bruder Fritz Kalkbrenner, der ebenfalls DJ und Produzent ist, gelang Paul Kalkbrenner 2013 mit der Single „Sky and Sand“ der musikalische Durchbruch.

    Die perfekt inszenierte Show
    Paul Kalkbrenner, Presse, goodlife artists, Berlin, waldbühne, techno, minimal, open air, konzert, review

    Der Ablauf des Konzertes war perfekt durchdacht. Zu jedem Zeitpunkt gab es den richtigen Song wodurch die Spannung durchgehend auf einem hohen Niveau blieb und die insgesamt 2 1⁄2 Stunden nie langweilig wurden. Neben vielen bekannten Songs, wie „Aaron“ oder „Parachute“ war auch sein wohl bekanntester Song „Sky and Sand“ dabei, welche für emotionale Höhepunkte sorgten, während neuere Songs Bewegung reinbrachten. Nicht nur die musikalische, auch die visuelle Gestaltung war ein reines Spektakel. Lichter, Nebel und sogar Feuer wurden passend zur Musik abgestimmt.

    Zusätzlich gab es auf der anfangs sehr einfach gestalteten und nach und nach immer actionreicheren Bühne einen im Hintergrund agierenden Bildschirm, der dem Publikum die Möglichkeit gab, Paul Kalkbrenner in Echtzeit und hautnah bei der Arbeit mitverfolgen zu können.

    Kollektive Euphorie

    Seit Beginn des Konzerts war die Stimmung im Publikum positiv geladen. Die Kombination aus Musik, Licht und der euphorischen Atmosphäre verwandelte die Berliner Waldbühne in einen Ort kollektiver Begeisterung. Die ruhigen Zwischenmomente dienten regelrecht als Durchatmungspausen, um danach wieder mit voller Kraft von dem nächsten Beatdrop mitgerissen zu werden. Man merkte – die Stimmung hielt an und auch nach ca. 2 1⁄2 Stunden wollte niemand aufhören zu tanzen.

    YouTube

    Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
    Mehr erfahren

    Video laden

    Ein Abend für die Ewigkeit

    Paul Kalkbrenner war unser erstes Techno-Konzert und hat alle unsere Erwartungen weit übertroffen. Besonders die Qualität der Lautsprecher war überragend. Der Bass durchdrang den ganzen Körper und ließ den Magen vibrieren, während die Melodien einen regelrecht schweben ließen. Es war ein Erlebnis, das sich tief eingebrannt hat und noch lange nachhallen wird. Als wenn das nicht schon perfekt genug wäre, gab es am Anfang einen herrlichen Sonnenuntergang und später einen noch beeindruckenderen klaren Sternenhimmel. Es war ein wirklich hervorragender Abend, den wir nicht so schnell vergessen werden und jedem Techno-Begeisterten weiterempfehlen!

    Kleiner Tipp: am 19. Oktober 2024 spielt Paul Kalkbrenner auf dem Big Air Chur Festival in der Schweiz.

    Hier geht es zu den Tickets!

    Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

    Inhalt laden

    Dieser Artikel ist in einer Zusammenarbeit zwischen Goodlife Artists, der Evangelischen Schule Berlin Zentrum und Untoldency entstanden.

  • untoldency proudly presents: Almost Twins Tour 2024

    untoldency proudly presents: Almost Twins Tour 2024

    Genau wir ihr, sind wir immer auf der Suche nach neuer Musik, nach den Künstler*innen da draußen, die auch wenn sie gerade am Anfang ihrer Karriere stehen, es schaffen, uns mit ihrer Musik zu verzaubern. Und weil genau das der Grund ist, warum wir dieses Magazin vor drei bescheidenen Jahren ins Leben gerufen haben, machen wir damit einfach immer weiter. Die nächste Band, die sich direkt auf unser Radar gespielt hat, ist Almost Twins. Dabei ist ihr Rezept so leicht: melancholischer Indie trifft gefühlvollen Jazz und wir fließen dahin. Mit ihrem erscheinenden Debütalbum gehen sie Anfang Mai auf Tour und wir dürfen eine riesengroße Empfehlung aussprechen.

    Ein fast-zwillingshaftes Verständnis

    Kennt ihr das, wenn Musik so kurz kribbelt, wenn ihr sie hört? Bei Almost Twins kribbelt es. Mit dem ersten angespielten Gitarrenton schon, und wenn dann die Klarinette oder das Saxophon einsetzt ist fast ganz vorbei. Bei ihren Songs kehrt eine instant Ruhe ein. Das Chaos in der Welt da draußen wird kurz ein wenig leiser, das Chaos im eigenen Kopf auch. Wenn Almost Twins alle ihre warmen und verträumten Instrumente vereinen, werden Erinnerungen an José Gonzales oder Kings Of Convenience wach. Die Band, die noch ganz am Anfang ihrer Karriere steht, ist schon mit den drei bisher veröffentlichten Songs Hands/Trees, Mosaics und Puppeteer bereits Geheimtipp der Leipziger und Berliner Indie-Szene. Ihr Debütalbum Hands / Trees erscheint am 03. Mai und damit perfekt zum Frühling. Denn die wärmende Frühlingssonne ist eigentlich alles, was es braucht, um diesen Soundtrack perfekt zu machen.   

    YouTube

    Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
    Mehr erfahren

    Video laden

    Umso perfekter, dass sie das Album im Release-Anschluss direkt mit auf ihre erste Headline-Tour nehmen! Wer also mal wieder Lust hat, eine Band komplett live zu entdecken, lasst uns alle hier treffen:

    08.05.2024 – Bielefeld, Bunker Ulmenwall
    09.05.2024 – Hannover, Lampe

    10.05.2024 – Berlin, Monarch
    15.05.2024 – Nürnberg, MUZ
    16.05.2024 – München, Glockenbachwerkstatt
    17.05.2024 – Marburg, q
    18.05.2024 – Stuttgart, Wizemann
    19.05.2024 – Offenbach, Hafen2
    21.05.2024 – Mainz, schonschön
    24.05.2024 – Leipzig, NaTo
    25.05.2024 – Bamberg, Live-Club

    Wenn eure Stadt hier dabei ist, kauft euch Tickets! Und dann werden Almost Twins euch für ein paar Stunden aus der Realität ziehen und das Chaos im Kopf beruhigen.  

    Natürlich verlosen wir auch 1×2 Tickets für alle Städte der Tour, schaut doch einfach mal hier vorbei.

    Bis dahin habt ihr noch ein paar Tage, um euch in diese drei Songs hier zu verlieben, bevor das Debütalbum das Licht der Welt erblickt:

    Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

    Inhalt laden

  • Nicht verpassen: Peat geht mit seinem Album „WEICH“ auf Tour

    Nicht verpassen: Peat geht mit seinem Album „WEICH“ auf Tour

    Es gibt immer wieder Albumreleases, die nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdienen. Nichts anderes als eine kleine Sensation ist das im Juni erschienene Album „WEICH“ des Wahlberliner Musikers Peat. Besser spät als nie, möchte ich euch jetzt davon berichten und dem Jahresrückblick ein Highlight aus 2023 vorziehen. Aber das ist noch nicht alles: Peat hat letzte Woche schon wieder eine neue Single veröffentlicht. Diese trägt den Titel „Der September ist noch nicht vorbei“. Außerdem geht er nächste Woche auf Tour.


    Mitte Juni sitze ich im ICE nach Hamburg. Also – ich sitze, aber nicht auf einem Platz, sondern auf der Stufenkante der Schiebetür. Aus der Zugtoilette hustet es. Die Tür geht auf, ein Schwall kalter Rauch zieht in den Gang. Ein Kind schreit und tröstet sich mit einem braun gewordenen Apfelschnitz, der mutmaßliche Vater findet Trost in einem kräftigen Schluck aus seiner Bierflasche. So weit, so scheiße, scrolle ich durch meine Playlists – nichts. Nichts, was mich hier rausholen kann.

    Dann finde ich Peat und sein vor ein paar Stunden releastes Album „WEICH“, ein purer Zufall. Es wird das erste von vielen Malen sein, dass ich beim Song „IRGENDWANN WIRD ALLES“ Play drücke und „AM ENDE“ noch so vieles nicht verstanden habe. Es sind vor allem die Texte, die mühelos die gesamte Aufmerksamkeit ihres Publikums aufsaugen. Sie sind so schonungslos und ehrlich, dass Weghören manchmal die gesündere Option für den Seelenfrieden zu sein scheint. Erwachsene Vernunft hat hier aber keine Chance. „WEICH“ ist das Chaos jugendlicher Gefühle, das Chaos des Internets der 2000er und die säuerliche Essenz dessen, was daran und darin damals unheimlich sein konnte.

    Peat, Weich, Hip Hop, Rap, Tour, Konzert, untold concert, untoldency, (c) Enlight

    Songs wie „MR. RATTENSAU“ oder „DER SCHRECKEN“ lassen uns die Coming-Of-Age-Episode des Lebens einerseits körperlich nachempfinden – bei den wirklich verstörenden Schilderungen andererseits nur als schockierte Gaffer zurück. Dabei ist auch auf „WEICH“ nicht alles apokalyptisch und dem Tode geweiht. Das Album hat nicht selten hoffnungsvolle Momente, wie im sehnsüchtigen Warten des Songs „ZURÜCK“ oder im letzten Stück „AM ENDE“ mit erfreulichen Aussichten: „Alles wird gut, solang‘ ich bei dir bin.“

    Die Produktion der Platte ist außerdem bemerkenswert gut. Peat macht alles selbst. Sie ist vielschichtig, komplex und überrascht in nahezu jedem Track mit unerwarteten Wendungen. Akustische Drums und Balkan-Beats. Gitarrensoli und tiefe, sägende Synthesizer. Klavierballaden, ab und zu eine kleine Überdosis Autotune und über allem schwebt irgendwie „Where Is My Mind“ von den Pixies. Am Ende dieses Albums eine wirklich gute Frage.


    Auf die WEICHe Tour

    In der neu erschienenen Single „Der September ist noch nicht vorbei“, dass uns bei früherem Release vielleicht einige Green Day-Alben erspart hätte ;), resümiert Peat: „Ich hab‘ mich echt so gut ich kann abgemüht, doch bis hierhin war das Ganze ja nicht so gut.“ Naja, so bescheiden muss er nun wirklich nicht sein. „Der Oktober bringt mir nur Skelette“ könnte hingegen stimmen, wenn er sein Publikum auf den Oktober-Tourdates ordentlich grillt. Ich mache mich jedenfalls auf alles gefasst.

    Zum Schluss möchte ich allen von Herzen empfehlen, diese Shows in Deutschland und Österreich zu besuchen. Da steckt viel Arbeit drin, die honoriert werden will.

    Peat-Weich-Hip-Hop-Rap-Tour-Konzert-untold-concert-untoldency

    Erwischen könnt ihr Peat und seine Crew hier:


    17.10. Köln – MTC (mit Taby Pilgrim und Thizzy)
    22.10. Hamburg – Häkken (mit Juno 030)
    29.10. Wien – B72 (mit Taby Pilgrim)
    02.11. Berlin – Schokoladen (mit PSASSA)

    Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

    Inhalt laden

    Fotocredit: Jan Neumann, Enlight

  • untoldency proudly presents: BANDE Konzert mit MODULAR, Lyschko und Absteige am 28.10.2023 in Mainz

    untoldency proudly presents: BANDE Konzert mit MODULAR, Lyschko und Absteige am 28.10.2023 in Mainz

    Mainz erwartet ein musikalisches Highlight: Die BANDE Konzertreihe geht am 28. Oktober 2023 in die dritte Ruhe und verwandelt den Kulturclub schon schön in einen glänzenden Ort für düsteren NNDW. Auch diesmal erwartet euch ein einzigartiges, ausgewähltes Line-up: Lyschko, Absteige und MODULAR werden für eine Show voller Kreativität, Energie und Begeisterung sorgen. Die von MODULAR selbst organisierte Konzertreihe setzt nicht nur auf gut kombinierte Line Ups innerhalb der deutschen NNDW, New Wave und Post-Punk-Szene, sondern unterstützt vor allem gezielt FLINTA* Artists, um ihnen in einem von Männern dominierten Genre die Plattform zu geben, die ihnen zusteht.


    MODULAR

    MODULARs Musik nimmt das Publikum mit auf eine Reise von hypnotischen Beats bis hin zu abstrakten Klangwelten. Die Bühne wird zum Spielfeld für ihre Energie und progressiven Sound. Dabei vermengt sie geschickt das Dunkle und das Schöne, das Warme und das Kalte, und erschafft so eine einzigartige Neuinterpretation der romantischen 80er-Jahre Nostalgie. Es gelingt ihr mit ihrer Musik, besondere Räume zu schaffen, in denen man sich fallen lassen und verlieren möchte.

    YouTube

    Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
    Mehr erfahren

    Video laden


    Lyschko

    Lyschko aus Nordrhein-Westfalen verkörpern die Melodien der Neuen Neuen Deutschen Welle und Post Punk perfekt in sich. Ihre Musik ist ein kraftvoller Mix aus brutalistischem Pop und tiefgründigen Texten. In ihren Songs spiegeln sich Frustration und Ängste ihrer Generation wider, gepaart mit utopischen Visionen von Veränderung und Überwindung. Lina Holzrichters Stimme transportiert viele Ebenen mit sich und lässt lässt ihre Musik als etwas ganz eigenes aufleben. Auf ihrem Debütalbum Brennen entstehen filmartige Bilder im Kopf, die die die Hörenden so schnell nicht mehr loslassen. Lyschkos Musik ist ein Spiegelbild von Unsicherheiten und großen Träumen.

    YouTube

    Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
    Mehr erfahren

    Video laden


    Absteige

    Absteige sang sich mit ihrer rohen Leidenschaft im Post-Punk-Stil direkt in die Herzen der Bubble. Die Texte der Newcomerin bewegen sich zwischen euphorischen Vorstellungen von düsteren Tänzen, Vampiren und den schmerzhaften Facetten unerwiderten Liebeskummers. Ihre Musik reicht von 80er- Jahre-inspiriertem Gothic Rock bis zu aktueller NNDW und tanzbarem, futuristischem Electroclash. Musik, um alleine im Nachtbus zu sitzen und von fernen Realitäten zu träumen. Absteige spricht jene an, die Raum für Dunkelheit und Intensität in ihrem Inneren finden.

    YouTube

    Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
    Mehr erfahren

    Video laden

    Die erste Ausgabe der BANDE-Konzerte fand Ende Mai im prall gefüllten Molotow in Hamburg mit SERPENTIN, Larasüß, Mia Morgan, MODULAR und Kerker statt. Ohne Zweifel hat man die unvergleichliche Energie, gegenseitige Unterstützung und Faszination für einander an dem Abend wahrgenommen. Ein Raum, eine Bühne und ein gedanklicher Space, der eben mal nicht größtenteils von Männern bespielt wird, hat so viel zu bieten! MODULAR, Lyschko und Absteige werden an diesem Abend ganz sicher wieder zu etwas kreieren, das hoffentlich nur der Anfang für etwas ganz Großes ist und Platz für Diversität, bewegende Musik und junge Talente schafft.

    Tickets für das Konzert gibt es HIER.

    BILDET BANDEN!

  • Maïa befreit sich auf „tatendrang und todmüde“ von der Winterdepression

    Maïa befreit sich auf „tatendrang und todmüde“ von der Winterdepression

    Keine EP für hitzige Sommertage, sondern eine für verregnete Sommernächte. Die Sängerin Maïa hat Anfang des Jahres fünf unverschämt gefühlvolle Lieder veröffentlicht, eigentlich als Abschiedsbrief an den langen Winter. Fünf optimistischere Monate später stechen jede Zeile und jeder Ton auf „tatendrang und todmüde“ noch immer genauso tief in die Seele, wenn drinnen wie draußen kleine Tropfen über den Boden tanzen. 


    Bestimmte Worte mit zittriger Stimme

    Von Hall verhüllt schleicht sich Maïa’s Stimme in den ersten Song. Allein von einem Klavier begleitet, thematisiert die Sängerin auf „tristesse“ ihre innere Zerrissenheit und Orientierungslosigkeit. Die zaghafte Stimme zittert dabei so unglaublich empfindsam zwischen den Tönen hin und her und malt zugleich lyrische Bilder, die plastischer sind als jedes Deckengemälde einer katholischen Kirche. 

    „Ich kann den blauton gerade nicht beschreiben
    Inneres zerreißen, lass mich treiben
    Versuche auf dem weg zu bleiben
    Lass mir irgendwie die richtung zeigen
    Stille und schweigen, will hier bleiben
    Und regen fällt auf meine scheiben“

    Zeitgemäße Akustik

    „nie mehr zurück“ ist der Beweis, dass ein unaufgeregt akustischer Klang einen modernen Sound nicht ausschließt. Das charakteristische Vocal Sample verschmilzt mit dem Klavier, während Maïa die Wärme des Frühlings herbeisehnt. Seichte Backing Vocals legen sich über die folgende Gitarre, sobald der Refrain erklingt. Viel mehr braucht es nicht, um die lyrischen Bilder musikalisch glänzen zu lassen.

    Drei jahre winter, öffne alle meine fenster
    Genug erstickt, ich frier mich aus
    Spür den kalten wind auf meiner haut
    Ich atme ein, ich atme laut
    Lass den rauch über die städte ziehen
    Ich lass mich mit ihm gehen
    Lass dein duft über die städte ziehen
    Ich lass ihn fallen und liegen

    Piano Magic

    Wenn ein Instrument die Produktionen prägt, dann ist es das Klavier. Denn eine bezaubernde Klaviermelodie folgt der nächsten. Auf „asche und staub“ bestimmt das Klavier die Stimmung, ebenso wie das Tempo des Songs. Erst nach vorne treibend, dann langsam und stockend, zwischendurch mit einem Synth verschmelzend und zuletzt ganz pur gestaltet das Klavier die Dynamik mühelos. Nennt mir ein Instrument, dass vielseitiger ist als das Klavier und scheitert!

    „niemand dabei“ nimmt die Geschwindigkeit der EP langsam heraus. Lyrisch wie klanglich werden die Träume größer und erneut umgarnen wunderschöne Klavierakkorde und federleichte Backing Vocals die introspektiven Texte. „filmriss“ setzt diese Linie fort. Fast ungewöhnlich beginnt das Lied mit einer Gitarre, doch Klavier und nebelige Vocals sind nicht weit, ehe sich die zweite Hälfte rein instrumental weiterentwickelt. Lag der Fokus bisher in nahezu jeder Sekunde auf den intimen Worten Maïa’s, greift nun die Atmosphäre nach Platz, um sich zu entfalten. Doch Am Ende sind es wieder Klavier und Stimme, die den roten Faden aufgreifen.

    YouTube

    Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
    Mehr erfahren

    Video laden


    Stilecht

    Maïa beweist auf „tatendrang und todmüde“ wie homogen eine EP klingen kann und wie klar die klangliche Identität einer Künstler:in definiert sein kann. Poetische Lyrics werden von warmen Akkorden und einprägsamen melodischen Klavierfiguren aufgefangen und durch Gitarrenmelodien und hallende Backing Vocals abgerundet. Eingängige Melodien, ehrliche Gedanken, zielgerichtete Songstrukturen und ein authentischer Minimalismus lassen die Produktionen dabei zeitgemäß klingen. Diese Ästhetik spiegelt sich auch auf der visuellen Ebene der Künstlerin wider. Dunkle Farben und verschwommene Gesichter ergänzen den atmosphärischen Sound der aufstrebenden Sängerin und Poetin. Selbst die Kleinbuchstaben der Songtitel und Lyrics fügen sich unauffällig und doch perfekt ins Konzept ein.


    In music I trust

    Wer „tatendrang und todmüde“ lieben lernen möchte, muss eine gewisse emotionale Schwere aushalten können. Die Texte, Melodien und Instrumente zeichnet allesamt ein gewisses Gewicht aus, das zugleich die eigenen Sinne befreit. Denn Maïa lässt unsere sich immer wieder im Kreis drehenden Gedanken und Zweifel kurz anhalten. Die Songs der EP zu genießen, bedeutet sich verstanden zu fühlen und Allem was kommt, erleichtert entgegenzublicken.  

    Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

    Inhalt laden

    Fotocredits: ?

  • untoldency proudly presents: Peat „Weich“ Record Release Show am 17.06.2023 in Berlin (+ Verlosung)

    Am 16.06.2023 veröffentlicht Experimental-Producer und -Artist Peat sein inzwischen drittes Studioalbum „Weich“. Am Abend danach findet im Berliner Prachtwerk eine fette Record Release Show mit Taby Pilgrim, Furk und Prenzlboys statt, präsentiert von untoldency. Die ganz Aufmerksamen unter euch wissen vielleicht, dass die Show schon ausverkauft ist, ABER: Wer kein Ticket mehr bekommen, aber trotzdem Bock hat, mit Peat zu feiern, der sollte untoldency mal auf Instagram abchecken, zwinker zwinker.


    Peat gehört aktuell zweifelsfrei zu den interessantesten Independent-Künstler*innen, die der deutschsprachige Raum gerade so zu bieten an. Mit den Alben „Weit Weit Weg“ (2020) und Das Fest(2021) hat sich Peat in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Selbst wenn man die Musik nicht kennt, den Namen haben wir doch aber alle schon mal irgendwo gelesen, oder? Die Musik nicht zu kennen ist übrigens ein Manko, das es spätestens mit dem 16 Track starken neuen Album „Weich“ (VÖ: 16.06.2023) abzuändern gilt. Mit seinem Mix aus Hyper-Pop, Rap, Rock und Industrial spielt Peat nicht nur gekonnt mit Genres, er verbindet sie vielmehr zu einem völlig neuen, nämlich seinem ganz eigenen Genre.

    Auf „Weich“ geht es um die wohl bisher prägendste Zeit in Peats Leben: Eine zunächst unberührte Jugend, die mit düsteren Begegnungen im Internet und starken, aufbrechenden Gefühlen wie Angst, Hass und Wut konfrontiert wird. Parallel zu dem ständigen Kampf zwischen Selbstzweifel und Selbstliebe. Distorted Synthies, psychedelisch angeordnete, verzerrte Stimmen sowie analog eingespielte Drums und E-Gitarren bringen neben den dichten Reimketten und den eingängigen Lines zwischendurch, Depressionen auf der Suche nach der eigenen Identität, furchteinflößende Liebe und unbändige Wut zum Ausdruck.


    YouTube

    Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
    Mehr erfahren

    Video laden


    Die Songs des Albums, die bereits veröffentlicht sind – wie zum Beispiel die am letzten Freitag erschienene Doppel-Single „DER SCHRECKEN“/„DAS WILDE VERDERBEN“ – und auch die wirklich krass ästhetischen und fesselnden Musikvideos (checkt mal Peat auf YouTube, lohnt sich sehr doll, versprochen <3) machen so viel Bock auf „Weich“, ich verstehe alle, die sich den 16.06.2023 rot-fett-leuchtend im Kalender eingetragen haben.

    Normalerweise würde hier jetzt wie immer ein süßer grüner Ticketlink-Button erscheinen. Da ihr die Record Release Show aber bereits restlos ausverkauft habt, müssen wir darauf an dieser Stelle leider verzichten. Für alle, die nun in ca. 3,5 Sekunden in untröstliche Traurigkeit verfallen wollten, haben wir aber ein kleines Trostpflaster parat: Wir verlosen auf Instagram nämlich noch 1 x 2 Gästelistenplätze für die Record Release Show am 17.06.2023. Alle Infos zur Verlosung findet ihr in unserem Feedpost. Die Verlosung läuft bis zum 10.06.2023, 18 Uhr. Die Gewinner*innen werden dann per Instagram-DM benachrichtigt. Viel Glück an alle Mitmachenden! 💚

    Wir freuen uns jedenfalls auf jede und jeden, die mit Peat und uns am 17.06.2023 Albumrelease feiern kommt. Bis dahin einfach nochmal bisschen Spotify zum Glühen bringen, auf los geht’s los, LOS:

    Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

    Inhalt laden

    Fotocredit: Till Wilhelm

  • 070 Shake schwebt auf „You Can’t Kill Me“ zwischen klanglichen Welten

    Aus dem New Yorker Künstler*innen-Kollektiv 070 über den Dunstkreis von Kanye West direkt in unsere identitätssuchenden Herzen: 070 Shake führt auf ihren beiden Alben Modus Vivendi (2020) und You Can’t Kill Me (2022) die künstlerische Vision eines Kanye West auf YEEZUS (2013) und ye (2018) fort (in a good way though) und prägt dabei einen neuen Generationensound, der einzigartig ist und trotz allem bodenständig bleibt. Liebe, Identität, Sexualität: 070 Shake erfindet die Themen auf ihrem zuletzt erschienenen Album nicht neu, doch sie verleiht ihnen eine besondere Authentizität und Bedeutung. Jedes Wort aus ihrem Mund wirkt unabhängig der vermeintlichen Banalität so ausgesprochen glaubhaft. Sollte 070 Shake jemals ihre eigene Sekte gründen, werde ich ernsthaft darüber nachdenken müssen, ihr beizutreten. 

    070 Shake, Olivia Rose, Vogue, untoldency, mike dean, untold, music, blog, review ,album, you can't kill me, kanye west, soul, rnb, hiphop ,artwork
    Auf der Suche nach Identität

    Musikalisch hat für 070 Shake alles Mitte des letzten Jahrzehnts mit einem klassischen Trap-Sound als Teil des Musiker*innen-Kollektivs 070 in New Jersey angefangen. Auch wenn der damalige Hip Hop Sound dem Zeitgeist entsprach, klang er doch relativ austauschbar. Doch eins war schon damals besonders: die Stimme. Der hohe stimmliche Wiedererkennungswert von 070 Shake war Grund genug, um von Kanye West gesigned zu werden.
    Zu einem Zeitpunkt, als Kanye West zwar bereits kontrovers diskutiert wurde, aber noch immer den musikalischen Kanon mitprägte, schaffte die Sängerin es zudem als Mitwirkende bzw. Feature-Artist auf die Hälfte der Songs des Albums ye. Interessanterweise gestaltete sie dabei ein Album mit, dass auf dem Cover den Satz „I hate being Bi-Polar, its awesome“ zu stehen hat und sich intensiv mit der mentalen Gesundheit und der Suche nach der eigenen Identität beschäftigt. Egal welche irritierenden Philosophien Kanye West in den vergangenen Jahren verfolgt, für 070 Shake markiert ye den Anfang einer eigenen Klangästhetik. 

    Klangflächen & Mike Dean

    Der letzte Song auf Kanye Wests Album ye klingt in der Retrospektive wie der erste 070 Shake Song, auf dem sie zu ihrem musikalischen Selbst gefunden hat. Auf „Violent Crimes“ schweben weiche, orgelartige und mit Gospelakkorden angereicherte Klangflächen seicht um die Ohren. Darüber hinweg fliegen die zahlreichen und zu einem Ganzen zusammenwachsenden Stimmen der Sängerin, federleicht und ohne Anstrengung. 070 Shake prägt mit ihrem eigenen Gospel-Chor die Klangästhetik dieses Songs nachhaltig ebenso wie ihren eigenen. 

    Ein Name, der die Klangwelten der beiden Artists verbindet, ist Mike Dean. Der renommierte Hip Hop Produzent ist bekannt für seine unverwechselbaren Synthesizer-Produktionen. Denkt man an die prägenden Synths auf Kanye Wests YEEZUS, denkt man insgeheim an Mike Dean. Mit Dean findet 070 Shake zu ihrer musikalischen Identität.

    What is your favorite flower?

     “What is your favourite flower? I wanna know” Mit diesen Zeilen verwandelt 070 Shake ihre eigene Stimme im Album-Intro zum Synth. Chorisch wiederholen sich die Worte, während sich eine zweite Stimme der Künstlerin sprechend auf den Chor legt. Die Klangwelt baut sich langsam durch einsetzende Synths auf und gewinnt zunehmend an Größe. Alles fließt gleichmäßig, motiviert ein sinnliches Eintauchen und nichts steht dabei im Wege. In diesen Klangraum wirft die Sängerin den Wunsch nach wahrer Intimität, dem Loslassen und dem ungeschützten sich Näherkommen. “What is your favourite flower? I wanna know”

    070 Shake, Olivia Rose, Vogue, untoldency, mike dean, untold, music, blog, review ,album, you can't kill me, kanye west, soul, rnb, hiphop ,artwork
    Eine Einladung zu lieben

    „Invited“ knüpft an diese Szenerie an. Viel Atmosphäre, viel Pathos und über aller Sinnlichkeit steht der gegenseitige Respekt vor dem sich aufeinander Einlassen: „Ooh, I’m invited. I’m in your world for the night, yeah. Don’t wanna fuck it up, let’s get it right”. Müsste ich eine vertrauensvollere Formulierung über den Umgang zweier Liebenden finden, ich würde aufgeben. 

    In der zweiten Hälfte des Songs trauen sich dann auch die ersten Percussion und Drum Sounds auf das Album und auf dem dritten Song „History“ ist es nur eine gute Minute bis die transzendente Klangwelt mit Drums angereichert wird. Aus dem Wunsch nach Intimität sowie der Bereitschaft zur sinnlichen Annäherung wächst eine Art Besessenheit nach Liebe. Spürbar wird das durch die zahlreichen Beat Changes. Aus dem strahlenden Intro von „History“ und dem Besingen von Eternity erwächst ein drastisches Verlangen nach der Liebe des Anderen in Form von treibenden Drums und bewegten Streichern bis alles wieder heruntergefahren wird. Disney-ähnliche Streicher begleiten die sich wiederholenden Zeilen der Stimme über Mike Deaneske Synths, ehe ein neuer Beat einsetzt. Die emotionale Aufgewühltheit ist kaum nachzuvollziehen. Wer kennt es nicht von der Liebe?

    Lyrische Blumen

    Die Gefühlsstürme, die Auseinadersetzung mit der Liebe und dem Selbst ziehen sich durch das weitere Album. Dabei findet 070 Shake immer wieder wunderschöne lyrische Momente, um ihre Gefühlswelt zu beschreiben, beispielsweise auf „Skin and Bones“:

    „And we spoke in past tense, 
    reminisce ‚bout back when our spirits used to dance with each other”

    „Treat me like I’m more than a pair of skin and bones
    And that really made a difference in my story”

    YouTube

    Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
    Mehr erfahren

    Video laden

    Von New Jersey ins Berghain

    Vom Bordstein bis zur Skyline ist outdated, ab sofort heißt es von New Jersey ins Berghain. 070 Shake hat Mitte Oktober ihre zweite Show in Berlin gespielt und hätte dafür keinen besseren Ort auswählen können. Zu dem Mythos, den diesen Ort umgibt, trägt die Aura der Künstlerin bei. Von hinten mit großen Lichtern angestrahlt steht die Silhouette 070 Shakes schemenhaft im wild umherwehenden Nebel allein auf der Bühne und strahlt so viel Präsenz aus, dass jede weitere Person zu viel wäre. Der makellose Sound, die atmosphärische Lichtshow, die zu perfekten, improvisierten Autotune-Gesangseinlagen; alles fühlt sich ein wenig nach dem Glanz eines amerikanischen Popstars an. Dabei befinden wir uns nicht in einer ausverkauften Arena mit durchinszenierter Live-Show, sondern im düsteren Berghain, im Hier und Jetzt, ohne ein leuchtendes Handy-Display. Zum Beweis wie sehr sie das Handy-Verbot genießt, wirft sie ihr eigenes demonstrativ auf die Bühne.  

    Aus dem Traum in den Moshpit

    Der Auftritt beginnt, Überraschung, mit ausschweifenden Synth-Flächen. Die Dramaturgie des Konzerts erlaubt ein langsames Hineinfühlen in die Songs, den Ort und die Atmosphäre bis der Song „Cocoon“ den Moshpit öffnet und die Energie pulsiert. Dabei dauert der Drop des Tracks so lange, dass der Moshpit nicht aufhört zu wachsen und die Spannung unaushaltbar drückend wird. Ab diesem Moment wechseln sich die Momente des träumerischen Genießens und ekstatischen Tanzens regelmäßig ab und egal welche Stimmung 070 Shake fordert, das Publikum zieht mit. Als die Sängerin einen alten Song aus ihren musikalischen Anfangsjahren rauskramt, betont sie wie sehr ihr der Song zum Halse raushängt. Sie spielt ihn trotzdem und schaut Wein trinkend gute zwei Minuten dem eskalierenden Publikum zu wie es jede Zeile mitsingt, ehe sie selbst das erste Wort singt. 

    Dieser Abend fühlte sich an, als wären Zuschauer*innen und Künstlerin in diesem Moment zu etwas ganz Besonderem zusammengewachsen. Egal wie pathetisch das klingen mag und wie oft sich die Stimmung auf den anderen Stationen der Tour womöglich genauso angefühlt haben mag, ich bin mir sicher, alle Besucher*innen behalten dieses Konzert als ein ganz Besonderes in Erinnerung.

    Klingende Emotionen zum Entdecken

    „You Can’t Kill Me“ ist mit Sicherheit kein Pop-Album, das die Mainstream-Charts erobert. Doch die sinnliche Tiefe ist so unfassbar schön, dass es sich lohnt, deren Erkundung Zeit zu geben. Denn sie entfaltet sich erst, wenn wir uns ohne Vorbehalte auf dieses Kunstwerk einlassen. 070 Shake fordert im Eingangstrack das befreite Eintauchen in die Intimität einer Beziehung und beschreibt damit zugleich den Umgang mit ihrem Album. Die Zugänglichkeit mag manchmal erschwerlich sein, aber die zu entdeckenden Schätze im Umgang mit dem Gegenüber sind unendlich. 

    Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.

    Inhalt laden

    Fotocredits: Olivia Rose