Kategorie: jahresrückblicke

  • Daschas Jahresrückblick: Über Veränderungen, Konstanten und vor allem Wünsche

    Daschas Jahresrückblick: Über Veränderungen, Konstanten und vor allem Wünsche

    Dass dieses Jahr für alle absolut seltsam war, brauch ich wahrscheinlich gar nicht zu erläutern. Vom Verlust jeglichen Realitätsgefühls durch ewigen Lockdown in der ersten Jahreshälfte, zu jeden Tag busy und unterwegs sein in der zweiten Jahreshälfte – ich weiß nicht genau, wie ich das Jahr für mich bewerten soll. Und auch jetzt, wo ich musikalisch auf das Jahr zurückgeblickt habe, bin ich ein wenig ratlos. Ich habe versucht, Auffälligkeiten oder Veränderungen innerhalb meines Musikgeschmacks festzustellen. Super Dascha, du hast wie jedes Jahr seit 2013 extrem viel The Kooks gehört. Krass, wie außergewöhnlich und neu! So ein verrücktes Jahr, aber kaum Wandel in meiner Spotify-Schatzkiste? Nun ja, vielleicht habe ich in 2021 jeden Tag Rikas gehört, statt nur jeden zweiten oder dritten, wie im vorherigen Jahr. Doch nach längerem überlegen ist mir klar geworden, dass dieses Jahr dafür eine Menge Newcomer:innen, vor allem aus Deutschland, meine Kopfhörer erreichten. Da lohnt es sich mal genauer zu schauen!

    Ziemlich neu und ziemlich gut

    Beim Durchstöbern meiner Spotify Top 100 Playlist fielen einige neue Acts immer wieder auf – denn von ihnen war immer mehr als nur ein Song vertreten. Ganz vorne vor allem Zimmer90, die mit ihrer gesamten Debüt-EP Fall Back plus Singles wie Drowning vertreten sind und mich das ganze Jahr über nicht losgelassen haben. (Zu meinem Interview mit der Band gerne hier klicken!) Vor allem Momente, in denen ich Entspannung von Welt und Kopfschmerzen gebraucht habe, gab es in diesem Jahr einige. Genau diese konnten perfekt mit den sanften Synthie-Sounds von Zimmer90 gedeckt werden.

    Brandneue Bands, die ich dieses Jahr besonders in’s Herz geschlossen habe sind die lieben Menschen von Power Plush und FORWARD (Interviews gibt’s hier und hier). Beide haben im September fantastische Debüt-EPs veröffentlicht, die ich in 2021 nicht hätte missen wollen. Ich bin mir sicher, dass das für beide Bands erst der Startschuss war und sie 2022 komplett aufblühen werden. Kann’s kaum erwarten in einem Jahr ganz emotional zu schreiben, wie schön das rückblickend ist! Die zwei Singles Realität und Alle Worte Tanzen von den Lieferanten haben mich außerdem komplett von der Band überzeugt, auch da bin ich gespannt auf mehr. Aber auch Debütalben hatten dieses Jahr eine Menge zu bieten. Besonders die von Alli Neumann, Shelter Boy und girl in red haben mich für sich gecatched.

    Zwar keine Newcomer, aber neu in meinem Herzen (sorry, Kitsch) sind Buntspecht. Das war mit ziemlicher Sicherheit die Band, für die ich mich in diesem Jahr am meisten neu begeistern konnte. Keine Musik hat meine Nächte besser untermalt und keine Wortwahl mich so sehr mit ihrer Geschicklichkeit fasziniert.

    Okay, wie exakt kann man meinen Musikgeschmack treffen und vereinen? Donkey Kid hat die Antwort wohl parat. Ein weiterer Newcomer, der dieses Jahr richtig begonnen hat Musik zu releasen und mich komplett (!) mitgerissen hat, ist nämlich dieser junge Herr. Mit bisher nur vier Singles hat er sich bereits über 46 Tausend monatliche Hörer:innen erspielt. Und ich bin definitiv eine davon. Jede Single war anders als die vorherige und hat meine Aufmerksamkeit erneut auf ihn gelenkt. Deep Blue war einer meiner meistgehörtesten Songs des Jahres und ich habe jede Sekunde geliebt! Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so hungrig auf mehr von einem Künstler war. Ey, scheiß auf Glück und Gesundheit, wenn ich mir eine Sache für 2022 wünsche, dann mehr Donkey Kid Songs.

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    Hype mit Freude

    Besonders freut es mich, dass neue Künstler in Richtung New Wave / Post-Punk wie Edwin Rosen, dessen uns allen bekannter Hit leichter//kälter schon in 2020 zu meinen top Spotify-Songs gehörte, so viel Aufmerksamkeit erhielten. Verdienterweise eben! Dieses Jahr spielte Edwin seine erste Tour und ich hab seine Liveshows auch ein paar mal erwischt. Die Energie, die die Zuschauer:innen mit sich gebracht haben, beweisen, dass das viel mehr als nur ein kurzweiliger Internet-Hype ist. Hierzulande für die breite Masse neu angekommen sind in diesem Jahr auch Molchat Doma. Anfang 2020 hab ich sie noch für 13€ in einer kleinen Location zwischen zurückhaltenden Kenner:innen gesehen. Aber vergangenen Monat dann auf ihrer World Tour in einer ausverkauften, engen Halle für mehr als verdoppelten Ticketpreis. Zwischen Moshpits, Crowdsurfer:innen und jubelnden Fans. Es ist so faszinierend und verwirrend zu erleben, wie eine Band, die ihre Songs ausschließlich auf meiner Muttersprache schreibt, hier so eine Welle an Aufmerksamkeit generiert. Bei Leuten, die keinen Plan davon haben, was sie da überhaupt singen! Nicht mit mainstreamtauglichen Pop, Rock oder Rap, sondern Dark Wave! Verrückt! Und ziemlich unerwartet. Meine Mutti glaubt mir auch immer noch nicht, dass die belarussische Band, die klingt wie die Lieblingsbands ihrer Jugend, hier so gefeiert wird. Ob ich ihr wohl noch beweisen kann, dass ich nicht übertreibe?

    Da ich schätzungsweise zu 50% russischsprachige Musik konsumiere, freut es mich umso mehr, dass jetzt so viele auf den Genuss dieser krass guten Musikecke gekommen sind. Wenn ich ehrlich bin, ist es auch ein bisschen amüsant zu sehen, wie die teilweise ahnungslosen Fans zu den traurigsten Songs, die vom Wunsch zu sterben handeln, auf den Konzerten abgehen und jubeln. Aber hey, gute Musik kann eben alle überall für sich überzeugen! Für alle, die auch auf den Genuss gekommen sind und mehr davon wollen, kann ich das neue Album der russischen Band Ploho nur empfehlen. Weitere neue Albumveröffentlichungen aus dieser Richtung, die mich begleitet haben, stammen unter anderem von Levin Goes Lightly, Amiture, Luis Ake und Electroforez. New Wave blüht auf und begeistert nun, meiner Beobachtung nach, auch Leute, die vorher nichts damit anfangen konnten. Ein Wandel, der mich sehr freut und hoffentlich länger hält, als der durchschnittliche Hype.

    Gute, schlechte und wichtige Nachrichten

    Das lässt sich für mich relativ kurz zusammenfassen. Eine der besten Nachrichten des Jahres: Die neue EP Avatar von Fibel erblickt endlich das Licht der Welt. Eine der schlechtesten Nachrichten: Fibel sagen kurz nach Release alles ab und kündigen eine Bandpause auf unbestimmte Dauer an. Aua. Letzteres möchte ich am liebsten verdrängen und so tun, als wär das einfach nicht passiert. Die EP hingegen ist meiner Meinung nach eine der besten Veröffentlichungen des Jahres, das wusste ich schon, bevor ich sie gehört hatte. Wie kann eine Band so krass gut sein? Winter hat mich in der Anfangszeit des Jahres wie eine herzliche Umarmung empfangen und mir jeden Lockdown-Tag ein kleines Stückchen Durchhaltevermögen geschenkt. Vielleicht hab ich echt dringend jemanden gebraucht, der mir sagt „Irgendwann ist der Spuck vorbei!“. Jetzt ist es Dezember und ich kann den Song passenderweise wieder hören, mitfühlen, permanent mit mir tragen. Aber auch die restlichen Songs der EP reichen von Bangern wie Odyssee, zu Melancholie wie in Ufo. Und das alles mit ganz abstrakten, unwirklichen, mystischen Texten, die mich bei jedem Hören zum Staunen und in eine ferne Welt bringen. Bitte, bitte bleibt nicht für immer weg, Fibel! 🙁

    Der Song aus meiner 2021-Sammlung, der wohl die wichtigsten Nachrichten vermittelt ist Frühling Winter und kommt von meinen geliebten OK KIDs. Die haben in diesem Jahr wieder richtig sich selbst und ihren Sound gefunden, sich von allem losgelöst und jetzt alles auf eigene Faust weitergemacht. Geil! Als erster Teil dieses neuen Abschnitts diente die eben genannte Single. Die wies nicht nur auf durch Lockdown aufgedeckte und verstärkte Probleme der Kulturbranche hin. Sondern befasste sich auch mit dem Verdrängen von eigener Verantwortung bei wichtigen Problemen unserer Zeit. Ich glaube nicht nur OK KID haben den Release dieses Songs gebraucht. Um wieder zu zeigen, wer sie eigentlich sind, wofür sie stehen und dass man sie sich gegeben falls in Erinnerung rufen sollte. Ich glaube, alle haben diesen Song gebraucht. Ende Januar 2021, als der Song rauskam, schien das Land wie in einem festen Winterschlaf. Dann Zack – ein Release schlug allen mitten ins Gesicht. Und das nicht nur wegen dem überraschenden, großen Rock-Finale des Songs, das klingt, als würde die Apokalypse eingeleitet werden. In Reviews las ich damals häufig, dass der Song als offener Brief diene. Ich finde aber, er hat so viel mehr Dringlichkeit und Intensität. Einen Brief ließt man und denkt im Nachhinein vielleicht darüber nach. Frühling Winter hingegen schreit jeden an und lässt niemanden wegschauen. Zurecht. Vielleicht sind wir besonders in diesem Jahr müde geworden und haben versucht vor den unzähligen Missständen die Augen zu verschließen. Genau deshalb bin ich dankbar, dass sich OK KID zur Aufgabe gemacht haben, uns das vor Augen zu führen. Besonders froh bin ich darüber, dass das von Menschen kommt, die ich eh gern hab. Lasst uns den Song auch in 2022 nicht vergessen!

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    Livemusik und Wünsche

    Nachdem ich mich in der ersten Jahreshälfte ganz, ganz schrecklich nach Events und Livemusik gesehnt habe, sah die zweite schon viel besser aus. Um einiges. Ich hatte von Mitte Juni bis Ende November keine einzige Woche, in der ich keine Livemusik gehört habe. Manchmal waren es auch mal vier Konzerte pro Woche, aber ich hatte ja einiges nachzuholen. Ich glaube viele hatten, vor allem im Sommer, das Gefühl, sie müssten jeden Tag komplett nutzen und ganz viel erleben. Einerseits, um nach zu holen, was im Lockdown verloren ging, andererseits aus Angst, dass das alles im nächsten Lockdown wieder verloren geht. Dieses eingeengte Gefühl ließ auch mich nicht los und leitete mich durch einige schöne Abende und schlaflose Nächte.

    Besonders verliebt bin ich in die Liveshow von Drangsal, den ich dieses Jahr mit neuem Album im Gepäck zwei Mal live gesehen habe. Zwar hatte ich ihn und seine Musik schon immer auf dem Schirm, aber hätte ihn wohl nicht zu meinen Herzensfavoriten gezählt. Exit Strategy war wohl der letzte Ruck, den ich gebraucht habe. Das Album ist rückblickend mein absolutes Lieblingsalbum 2021. Jede:r Hörer:in braucht wahrscheinlich keine Erklärung dafür. Vor allem sind die Songs live das energiereichste, was ich seit Langem erlebt habe. Ich konnte nichts anderes, als Begeisterung zu empfinden. Diese zwei Shows werden mir sicherlich noch ganz lange in bester Erinnerung bleiben. Auch die zwei Leoniden Shows, bei denen ich im Sommer war, müssen unter „energiereich“ genannt werden. Zwar hab ich sie schon oft live gesehen und jedes Mal geliebt, aber sie haben es wieder geschafft mich vom Hocker zu hauen. Haha, literally. Denn wie geil kann eine Liveshow trotz Corona-bedingter Bestuhlung sein? Krasseste Live-Band des Landes, diese Meinung wird nie jemand ändern.

    Neben gewöhnlichen Konzertbesuchen prägten mein Musik-Jahr auch ein paar andere Faktoren. Natürlich das Dasein als Teil von untoldency, aber auch mein Job in einem Club, durch den ich einige Konzerte mitnehmen konnte. Im Sommer noch ein eigenes Festival mitorganisiert (1A Acts wie Mia Morgan und Cinemagraph) und dann zum dritten Mal als Teil des Stadt ohne Meer Festivals mitgearbeitet. Letzteres gehört auch zu meinen absoluten Highlights, wie jedes Jahr. Vor allem als, zu dem Zeitpunkt, erste 2G Veranstaltung ohne Abstände! Auf all den vielen Events hab ich natürlich nette Freund:innen und Bekannte getroffen, neue Kontakte geknüpft und gehofft, dass das nie wieder verschwindet. Jetzt ist Dezember und ich befürchte, wir sind an einem viel zu ähnlichen Punkt wie vor einem Jahr. Zumindest was Live-Musik betrifft. Wie es um die Kulturbranche zu so einer Zeit steht, ist euch wahrscheinlich allen bewusst. Dazu haben in den vergangenen Lockdowns schon genug Menschen die passenden Worte gefunden.

    Aber weil ich am Anfang des Artikels über fehlende Veränderungen geschrieben habe, wünsche ich mir welche für das kommende Jahr. Rückblick heißt ja auch immer Neubeginn, oder? Ich wünsche mir, dass Musik, Kunst und Kultur nicht wieder in den Schatten rücken. Ich wünsche mir, dass sich alle daran erinnern, was wir aus den ersten Lockdowns gelernt haben. Als Kunst- und Filmstudentin wird mir immer wieder bewusst, was für einen wichtigen Einfluss Kultur auf jegliche Formen von Gesellschaft hatte. Und das so gut wie immer in der Geschichte! Immer sehnten sich Menschen nach Formen der Unterhaltung, zugänglich vermittelter Kunst, verbindender Kultur. Wir sollten jetzt diesen Wert sehen, schätzen und Kultur nicht immer an die aller letzte Stelle rücken. Kultur und Live-Musik ist mehr als nur belangloser Spaß und Bierchen sippen, sowohl für Teilnehmende, als auch für Zuschauende. Also wünsche ich mir, dass wir alle diesen Stellenwert anerkennen und sichtbar machen. Und ich wünsche mir noch, dass wir alle unsere Lieblingskünstler:innen noch mehr supporten. Ich habe mir bereits für 2021 vorgenommen, dass ich jedes Mal, wenn ich mir denke, wie genial ein Album oder eine EP sind, ich dem Artist etwas zurückgebe, in dem ich etwas kaufe (wenn das zu dem Zeitpunkt finanziell möglich ist) oder mindestens etwas von der Musik teile. Denn schließlich verdienen die Künstler:innen so gut wie nichts an meinem Stream, während ich den Zugang zu ihrer Kunst als selbstverständlich wahrnehme. Der Gedanke tut jedes Mal ein bisschen weh und ist sogar, wie ich finde, mit Scham behaftet.

    Außerdem wünsche ich mir, dass die Musikszene noch diverser, offener, freundlicher und belehrbarer wird. Zwar sind wir auf einem sehr guten Weg und weiter als manch andere Musik-Ecken, so gibt es beispielsweise trotzdem das immer wieder auftauchende Muster der basic Band-Männer, die sehr viel von sich halten und ganz wenig von allem anderen. Ich bin müde davon und erhoffe mir für 2022 ganz frischen Wind und neue Überraschungen. Ich wünsche mir, dass wir alle mehr Musik von nicht-männlichen Bands und Künstlerinnen hören und unterstützen. Auch, wenn dieser Diskurs sich lobenswerterweise in diesem Jahr entwickelt und gesteigert hat, gibt es noch eine Menge zu tun. Zum Glück ist mittlerweile mehr Sensibilität und Plattform für diese Themen geschaffen worden. Es werden mehr Künstlerinnen gebucht, umworben, gefeiert. Aber raus aus der kleinen, gemütlichen Bubble. Trotzdem sehen die Line Ups der großen Festivals zum Beispiel einfach traurig aus, wenn man immer als erstes die Diversität überprüft. Ich will hier keine Schuld zuweisen, denn in meinen Top 5 Spotify Artists sind zugegebenermaßen ausschließlich Männer vertreten. Obwohl in diesem Jahr natürlich auch so viel fantastische Musik von Frauen in meinem Radar gelandet ist! Das nehme ich aus meinem persönlichen Jahresrückblick mit. Ich wünsche mir, dass auch ich noch bewusster Musik konsumiere.

    Wen es interressiert: Das hier sind ein paar meiner liebsten Songs, die dieses Jahr erschienen sind. Denn es gab viel zu viele gute Releases, es wäre unmöglich gewesen, die alle zu erwähnen. Zusammengefasst in einer netten Playlist, voilá! Lasst es euch schmecken.

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  • Fraency goes Pop Punk

    Fraency goes Pop Punk

    Vom Basic Indie Babe, die wirklich jedes Jahr aufs Neue in ihrem Spotify Wrapped Arctic Monkeys mit unter ihren Top 5 Artists hat (die einzige verlässliche Konstante in meinem Leben), mausere ich mich langsam zum wannabe Pop Punk/Emo Babe. Aber ich finde, so verwunderlich ist das gar nicht, denn Pop Punk ist präsenter denn je (und ich glaube nicht, dass das nur an meiner Tiktok Bubble liegt, in der ich mich bewege). Was zum Beispiel dafür spricht ist, dass die Pop Punk Queen Avril Lavigne herself mit ihrer Single Bite Me zurück im Game ist und gleichzeitig bekannt gegeben hat, beim Label DTA Records gesignt zu haben. Und dieses Label gehört niemand geringerem als Travis Barker, dem Drummer von Blink 182, der gefühlt gerade bei jedem pop punkigen Release seine Finger mit im Spiel hat.

    Naja, aber zurück zu meinen Hörgewohnheiten: Avril Lavigne bringt schon sehr viele nostalgische Gefühle in mir hoch. Ihr Album Let Go hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Mit 13/14 Jahren hatte ich auf meinem MP3-Player (lel, feeling old) über dieses Album hinaus noch ganz viele Songs von Sum41, FM Static, Paramore, Good Charlotte, Panic! At the Disco, Fall Out Boy etc. und die Tracks natürlich rauf und runter gehört.

    Irgendwie habe ich das alles dann aber ein paar Jährchen aus den Augen und aus den Ohren verloren, vor allem weil mein Freundeskreis ganz andere Musik gehört hat, und mich deswegen auch eher mit anderen Bands, Künstler:innen und Genres beschäftigt. Fast forward zum Jahr 2019: neue Stadt und neue Leute, da bin ich wieder auf den Geschmack gekommen. Und ich hatte ordentlich was auf meinem Zettel an verpasster Musik. Also musste ich ganz schön viele Pop Punk und Emo Sachen der 2010er in den letzten zwei, drei Jahren aufholen. Aber vor allem dieses Jahr bin ich dann wirklich so doll into it gewesen. Deswegen dachte ich mir, widme ich meinen Jahresrückblick einfach mal diesem Thema. Also let’s go.

    https://giphy.com/gifs/PureNoiseRecords-rock-show-7vzEYgOZ1apWF2iX8F


    It’s all love now

    Well, where to begin? Ganz klar mit den bekannten Sachen wie The Story So Far, Tigers Jaw, The Front Bottoms, Hot Mulligan, Neck Deep. Natürlich ist das keine vollständige Liste, aber die kommen mir zumindest als erstes in den Kopf. Gerade The Story So Far und Tigers Jaw liebe ich mittlerweile sehr. Zu meinen Lieblings TSSF Tracks gehören ganz klar Clairvoyant und Nerve, aber auch Empty Space und Upside Down mag ich richtig gerne. Bei Tigers Jaw sind meine Top drei Escape Plan, Plane Vs. Tank Vs. Submarine und Charmer. Eigentlich könnt ihr euch auch einfach das Album spin anhören, wärmste Empfehlung meinerseits.

    Aber um nicht wieder nur hauptsächlich Dudes zu nennen, hier noch ein paar nice Bands mit Musikerinnen und Sängerinnen wie Yours Truly, Meet Me @ The Altar, Stand Atlantic, Short Fictions, Tonight Alive, Eat Your Heart Out oder Camp Cope, die es auch auf alle Fälle verdient haben gehört zu werden!

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    Diese Bands solltet ihr auf dem Radar haben

    Da wir hier ja auch immer einen kleinen Augenmerk auf noch nicht ganz so große Musiker:innen und Bands legen, hab ich natürlich meine endlos lange Spotify Playlist durchforstet und hier noch ein paar Bands für euch, die ihr unbedingt mal checken solltet.

    Meinen Favoriten stell ich einfach mal an erster Stelle: Arm’s Length sind vier Jungs aus Quinte West, Ontario und haben dieses Jahr ihre zweite EP Everything Nice veröffentlicht. Auf der EP werden – ganz emo-like – Themen wie psychische Gesundheit, familiäre Frustrationen und gescheiterte Beziehungen thematisiert. Meine beiden Favs von der Platte: Gallows Humour und Garamond. Ehrlich, von den beiden Songs kann ich nicht genug bekommen.

    „And if it’s what you want
    Why do you look like that?
    I will bend over backwards to keep what you’ve got here intact“

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    Ein Song, den ich dieses Jahr auch echt oft gehört habe ist Assisted Harakiri von Home Is Where. Ich finde zwar ehrlich gesagt, dass die Lyrics ein bisschen sehr kryptisch sind oder ich steh einfach hart auf dem Schlauch, aber den Song mag ich trotzdem. Das muss manchmal auch ausreichen als Erklärung. Vielleicht kommt bei mir irgendwann ja noch der Aha-Moment was den Songtext angeht.

    Eine weibliche Stimme habe ich auch noch im Gepäck mit der Band Fox Teeth aus New Jersey und ihrem Album Tite!, welches schon letztes Jahr veröffentlicht wurde. Abgesehen von dem Instrumental The Intro mag ich vor allem die Songs Photograph, School Friends und Lost auch sehr. Gerade der Refrain von Lost kriegt mich irgendwie jedes Mal.

    „lost lost, looking for you
    lost lost, still looking for you
    still hear you at night
    just wish i could hold you one last time“  

    Zu guter Letzt hätte ich als Tipp noch Dog Hotel aus Boston. Hier kamen über das Jahr mehrere Singles raus und ich warte brennend auf das erste richtige Album der Band. Favs bis jetzt: One Way Ticket und Meant.

    Und weil wir hier Service großschreiben, habe ich natürlich eine Playlist für euch zusammen gestellt. Wer mich kennt weiß, dass die Länge meiner Playlists schnell mal ausarten kann, aber ich hab mich hier (unter größtem Kopfzerbrechen) auf 50 Songs beschränkt.

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  • Der Musikstrudel 2021 – ODER: Wie oft kann Sarah einen Song hören, ohne dass es dieser in die Spotify Top 5 Tracks schafft?

    Der Musikstrudel 2021 – ODER: Wie oft kann Sarah einen Song hören, ohne dass es dieser in die Spotify Top 5 Tracks schafft?

    Ja Freunde, was soll ich sagen. Ich kann’s eigentlich selbst noch nicht fassen, dass ich gerade dabei bin, meinen Jahresrückblick zu schreiben. In vier Wochen schon 2022? Bisschen unrealistisch, wenn ihr mich fragt. Das letzte Jahr ist vorbeigerauscht wie nichts, hat aber trotzdem deutliche Spuren hinterlassen… in gutem sowie schlechten Sinne, i guess? Jedes Jahr denk ich mir wieder: mein Musikgeschmack hat sich krass verändert. Und wenn ich jetzt so meine On Repeat Playlist durchschaue… schwanke ich zwischen „schon geil, was für unterschiedliche Musik hier drin ist“ und „das kann man doch niemandem zeigen“???

    TOP TRACK DES JAHRES

    (und ein paar weitere abschweifende Gedanken)

    Da ich gerade (30.11.) meinen Spotify Rückblick noch nicht habe, schätze ich jetzt einfach mal wie der Trend da so aussieht: Mein Top Track ist mit 99%iger Wahrscheinlichkeit Umweg von Luis Ake. Und der ballert! Hab ich zwar erst im August gefunden, aber seitdem so circa in Dauerschleife gehört……… und dann bin ich einfach 10 Minuten zu spät zum Maifeld Derby im September gekommen und hab genau das Lied verpasst. Just my luck. Aber wenn ihr diesen Artikel lest, bin ich gerade in Prag angekommen und hol das Verpasste heute Abend nach, und gönn mir dabei auch noch ne Ladung Molchat Doma.

    (record scratch)

    Das war jedenfalls mein eigentlicher Plan B.

    Plan A war der Gig in Wien – dann ging das ganze Land in Lockdown.

    Dann hab ich alles für Prag gebucht.. ZACK, Gig abgesagt. Aber gut, Plan C ist Berlin, und dafür sitze ich in Zug während ich diesen Artikel schreibe (Dienstagmorgen, hello). Das Recap habt ihr vermutlich schon in unserer Instagram Story gesehen! (Ganz ganz fettes Shoutout an Luca an dieser Stelle)

    RUSSISCHER NEW WAVE

    Womit mein 2020-Ich absolut nicht gerechnet hätte, ist das: ich, finde irgendwie meinen Weg zu russischem New Wave… gut, New Wave fand ich schon immer geil, und Oldies wie Blue Monday hab ich auch immer gerne gehört. Meine Duolingo App wartet zwar seit Monaten vergeblich darauf, dass ich meine Russisch-Grundkenntnisse weiter ausbaue, aber die Musik hat es mir doch ziemlich angetan.

    Allen voran ist der bekannteste Genre-Vetreter wahrscheinlich Molchat Doma – die alle TikTok Süchtigen auf jeden Fall durch Sudno (судно) kennen dürften. Die Disco 80er Jahre vibes kombiniert mit moderner Sehnsucht, und das alles auf russisch? Wer meine Liebeshymne an russischen New Wave im September gelesen hat, sollte eigentlich schon wissen, dass das mein Jahreshighlight ist.

    Auch wichtiger Teil meines Rückblicks ist Stereopolina (Стереополинa) geworden, obwohl ich über ihre Musik auch erst im letzten Drittel des Jahres gestolpert bin. Aber ey….. der Shit geht richtig ab. Synthies vom Feinsten und ein richtig nicer Beat drauf! (Ihre Musik macht auch den Großteil meiner Aufräum-Playlist aus, die wir im Café immer laufen lassen, wenn wir den Laden abends dicht machen).

    Kann ich also nur empfehlen für einen kleinen Energieschub, etwas Feuer unterm Arsch.

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    WOMEN IN MUSIC

    Ich hab wirklich wirklich viel gute neue Musik dieses Jahr gefunden. Aber was mir noch mehr am Herzen liegt ist, nicht mehr so viel Musik von Menners zu hören.

    (Mein 13-Jähriges Ich, das unbedingt cOol unD AndErs sein wollte, hat damals noch behauptet, dass mir die Stimmen von Sängerinnen „einfach nicht so gut gefallen“. Dabei war ich, wenn ich daran zurückdenke, einfach nur stinkfaul und hab mir selten die Mühe gemacht überhaupt nach Künstlerinnen zu suchen und mir diese anzuhören. Jetzt, 10 Jahre später sieht das zum Glück deutlich anders aus.)

    Meine beiden Band Highlights dieses Jahr waren eindeutig Wolf Alice und Men I Trust.

    Das neuste Album von Wolf Alice wurde zwar bereits Anfang Juni released, so richtig reingefunden hab da ich aber erst im August. Und jetzt? ON. REPEAT. Mein Lieblings – Men I Trust – Album hat zwar schon Ende 2019 das Licht der Welt erblickt, aber das lassen wir jetzt einfach mal gelten. Hab ich schließlich auch erst 2021 entdeckt.

    Und wenn man in mein Zimmer läuft, sieht man inzwischen immer entweder Blue Weekend von Wolf Alice ODER Oncle Jazz von Men I Trust auf meinem Plattenspieler liegen.

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    GIGS 2021

    Leider (wie schon letztes Jahr) konnte ich auch 2021 meinen Rekord von 2019 nicht übertreffen. Nur 17 Gigs dieses Jahr? Schwach. Vor zwei Jahren waren es noch 50 innerhalb eines Jahres.

    Wenn ich mir jetzt rückblickend den schönsten Tag des Jahres aussuchen müsste, würde die Wahl vermutlich auf den Maifeld Derby Freitag fallen. Auch wenn der Tag deutliche Startschwierigkeiten hatte (heißt: Streik der DB, also musste ich mit dem Auto fahren, und wurde dann in einen Auffahrunfall verwickelt, was auch der Grund für mein Zuspätkommen war) … der Blick über das Festivalgelände bei Sonnenuntergang hat irgendwie pure Glücksgefühle in mir ausgelöst.

    Mein erstes richtiges Konzert, das sich wieder normal angefühlt hatte, war Zimmer90 und Bruckner. Beides Bands, bei denen sich andere in Punkto Liveauftritt noch einiges abschauen können – auch wenn Zimmer90 gerade erst aus dem Ei geschlüpft sind. Also, reinhören da! Und supporten wo geht!

    Oh und uffff, Crowdsurfing, Moshpits, Tanzen – es hat sich fast wieder wie früher angefühlt. Jakob hat am Ende sogar noch einen Stagedive vom Feinsten hingelegt, den ihr euch hier noch anschauen könnt:

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    Fazit: Auch wenn ich mental noch irgendwo Ende 2019 festhänge, war der Strudel der mich 2021 mitgerissen hat wohl ein wichtiger Bestandteil meiner musikalischen Reise – und auch wenn meine Playlists manchmal absolut nicht zusammenpassen ……. was wäre denn das Leben ohne ein bisschen Abwechslung?

    Hier nochmal alle Songs vom Artikel und ein paar Überraschungen!

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