Kategorie: untold concerts

  • Ein Tour-Finale voller Energie & Euphorie: So war FRISO am 05.12.2025 in Berlin

    Ein Tour-Finale voller Energie & Euphorie: So war FRISO am 05.12.2025 in Berlin

    Justus und Ponto, Schülerinnen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, waren am 05.12.2025 auf dem Konzert von FRISO im Modus in Berlin und berichten von ihrem Erlebnis.

    Zum Tourfinale seiner Luft zum Atmen Tour hat FRISO am 05.12.25 im Berliner Club Modus gespielt und seine Fans begeistert. Der Künstler aus Hamburg ist bekannt für seinen melancholischen Sound der zwischen elegantem Synth Pop, Hiphop Drums und Rap variiert. Anlässlich des Tourfinales war dieser Auftritt einmalig, unvergesslich und emotional.

    Von Anfang an nahbar

    An diesem Abend steht FRISO mit zwei Personen am Schlagzeug und Synth auf der Bühne. Zusätzlich ist der Club ausverkauft, der Raum voll und die Stimmung erwartungsvoll. Es wird schnell klar, wie stark die Verbindung zwischen ihm und seinem Publikum inzwischen ist. Von der ersten Minute an begegnen sich Künstler und Fans mit Freude. 

    Kleiner Raum, grosser Sound

    Der Livesound passt gut zur intimen Atmosphäre des kleinen Clubs. Besonders die Tiefen im Bass kommen druckvoll und präsent zur Geltung und tragen die Songs spürbar durch den Raum. Die Stimme sitzt nicht immer perfekt im Mix, was jedoch eher den begrenzten technischen Möglichkeiten der kleinen Anlage geschuldet ist als der Performance selbst. Musikalisch bleibt FRISO seinem Sound treu: melancholisch, ruhig, ohne düstere Schwere. Drums und Synths werden hauptsächlich live eingespielt, was den Songs zusätzliche Tiefe verleiht.

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    Ein Set, das trägt

    Das Set erstreckt sich über mehr als zwei Stunden und wirkt dabei erstaunlich geschlossen. Der Abend baut sich kontinuierlich auf, ohne an Spannung zu verlieren. Gegen Ende spielt FRISO einige seiner bekanntesten Songs, darunter „Serpentinen“ oder seine neue Single „xo“, welche vom Publikum besonders positiv aufgenommen werden. Zusätzlich bedankt er sich auf besondere Weise bei seinen Mitproduzentenund es gibt einen Gastauftritt von moé. Spätestens hier wird auch deutlich, wie gefestigt und loyal seine Fanbase ist – klein, aber stark und aufmerksam.

    Eine Nahbare Atmosphäre

    Auch abseits der Musik überzeugt FRISO mit seiner Art, den Raum zu lesen. Seine Ansagen sind häufig, dabei aber nie aufdringlich. Neben persönlichen Dankesworten richtet er auch den Fokus auf Sicherheit und gegenseitige Rücksichtnahme und betont, wie wichtig es ihm ist, dass sich alle wohl fühlen. Diese Haltung prägt den gesamten Abend und verstärkt das Gefühl von Nähe zusätzlich.

    Die Atmosphäre im Publikum bleibt außerdem durchgehend konzentriert und positiv. Das Licht ist unspektakulär, unterstützt die Stimmung jedoch passend, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Gerade weil der Raum so klein ist, entsteht über die gesamte Dauer des Konzertes hinweg ein konstantes Gefühl von Verbindung zwischen Bühne und Publikum. Ein besonders prägender Moment ist eine kurze Pause, in der FRISO seine Gitarre austauschen muss – selbst hier reißt der Kontakt nicht ab, sondern wird durch kleine Gesten und Worte weitergetragen.

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    Ein Abend, der in Erinnerung bleibt

    Zum Abschluss kehrt FRISO für zwei Zugaben zurück, die von einem sichtbar gut gelaunten Publikum gefeiert werden. Längen oder Ausfälle gibt es an diesem Abend kaum, alle Songs funktionieren live und behalten ihre emotionale Wirkung.

    Der Tourabschluss im Modus zeigt eindrucksvoll, wofür FRISO steht: für Nähe, Achtsamkeit und einen Sound, der nicht laut sein muss, um zu berühren. Vor allem bleibt in Erinnerung, wie selbstverständlich und respektvoll er mit seinem Publikum umgeht – ein Auftritt, der weniger durch große Effekte als durch ehrliche Verbindung überzeugt.

    Persönlich für uns

    Für uns war dieser Auftritt etwas, das einem Tourfinale würdig war! Er war gefüllt mit Emotionen, Humor, Talent und natürlich Energie! Uns ist vor allem die sympathische Art von FRISO in Erinnerung geblieben und seine Art, mit Menschen umzugehen hat uns sehr inspiriert. Wir haben FRISO und seine Musik an nur einem Abend kennen und lieben gelernt.

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  • Fantasievoll und authentisch: so war orbit am 11.12.2025 in Berlin.

    Fantasievoll und authentisch: so war orbit am 11.12.2025 in Berlin.

    Zoe und Ricarda, Schülerinnen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, waren am 11.12.2025 auf dem Konzert von orbit im Huxleys Neue Welt in Berlin und berichten von ihrem Erlebnis.

    Music & Friends

    Hinter orbit steckt der etwa 29 Jahre alte Produzent, Songwriter und Multi-Instrumentalist Marcel Heym mit seinen Freunden, welche aus Achim bei Bremen kommen.

    Marcel sammelte bereits mit 17 Jahren internationale Bühnenerfahrung, nachdem er mit seinem Bruder Patrick Heym die Schüler-Rockband Casting Luis gründete. 
    Mit 20, lebte Marcel in Berlin und arbeitete hier als Musikproduzent. 
    Als er in der Großstadt nicht glücklich wurde, zog er zurück in seine Heimatstadt und startete sein eigenes Musikprojekt. 

    orbit entwickelte sich zu einem Ort für Kreativität, einem Kollektiv für verschiedene Projekte. Das Debüt-Album von orbit war ihre EP „Perspectives“ aus dem Jahr 2020 und 2021 organisierte Marcel mithilfe seiner Internet-Community die erste Tour für orbit.

    Das Zitat in orbits Spotify-Bio beschreibt sehr gut, womit sich Marcel in seiner Musik auseinandersetzt:

    „A heavenly place between the forest, vast fields and a beach by the river. Here I grew up wit my friends, a group of kids who met in school and decided to stay together. Here we live, create and dream.“ 

    „Ein himmlischer Ort zwischen Wald, weiten Feldern und einem Strand am Fluss. Hier bin ich mit meinen Freunden aufgewachsen, einer Gruppe von Kindern, die sich in der Schule kennengelernt haben und beschlossen haben, zusammenzubleiben. Hier leben, gestalten und träumen wir.“

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    Heute heißen ihre bekanntesten Songs „Friday Night“ , „Perspectives“ , „Time in the Afternoon, …“. Nach der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Countless Feelings But So Few Words“ sind sie jetzt, zusammen mit Cowboy LYF als Vorband, auf ihrer ersten großen Europatournee und spielen am 11.12.25 in Berlin ihre größte Headline Show bisher.

    Bühne und Atmosphäre 

    Die Show ist perfekt inszeniert. Das Bühnenbild vermittelt durch kleine, aufgebaute Getreidefelder, alte Windräder und von der Decke hängende Zugvögel ein verspieltes, ländliches Feeling inmitten der Großstadt. Die sich drehenden Windräder und die Zugvögel aus Spiegelglas verbreiteten das Licht in der Halle und sorgen für ein atemberaubend dynamisches Lichtspiel, welches regelrecht mit dem Beat und Rhythmus der Musik zu verschmelzen scheint.

    Unser absolutes Highlight ist ein auf der Bühne erschaffener funkelnder Sternenhimmel, welcher eine sehr verträumte und magische Atmosphäre ins Huxleys bringt.

    orbit verbindet in seinen Liedern einen Mix aus Indie, Dream Pop und elektronischer Musik und begeistert seine Fans immer wieder mit den vielen musikalischen Kontrasten. Sie arbeiten mit Synthesizer, Stimmverzerrungen und einem Piano, aber auch mit Akustik-Gitarre und einem live gespielten Bass.

    Ehrlich und Authentisch

    Sie stehen in Berlin nur zu zweit auf der Bühne, geplant war eigentlich zu dritt.  Da Luka Björk Küssner aber kurzfristig krank geworden ist, stehen nur Marcel Heym und Morlin Baginski vor dem relativ jungen Publikum, auf der Bühne. Mit Songs wie „Youth“, „Perspectives“, „Formula“, „Call Me at Midnight“, „Rewind“, „So Far Away“ und „Friday Night“ sorgen sie für eine lässige, schwerelose aber auch energievolle Atmosphäre im Huxleys.

    Marcel interagiert häufig mit dem Publikum. Er erzählt von seinem ersten Auftritt in Berlin, der vor maximal 30 Leuten stattfand und freut sich sehr, dass wir an dem Abend ungefähr 1500 Menschen sind. Er sagt uns, dass es sich für ihn wie ein Fiebertraum anfühlt vor so einem großen Publikum zu spielen und dass er versucht sich vorzustellen nur vor ein paar Menschen zu spielen, damit er entspannter ist. Es entsteht trotz seiner Aufregung ein sehr entspanntes familiäres Flair. 
    Zum Schluss bedankt er sich nicht nur bei seinen Fans, dass sie alle da sind, sondern auch bei seinen Freunden und der Crew, ohne die das alles gar nicht möglich gewesen wäre. Am Ende hört man einen Fan „Gracias!“ rufen und Marcel bekommt von noch einem Fan Blumen geschenkt.

    Unser Eindruck

    orbit hat uns eine energiereiche, phantasievolle und verträumte Show geliefert, die uns echt beeindruckt hat. Uns hat besonders der Song „Perspectives“ berührt, der einige überraschende Effekte mit sich bringt und doch einen entspannten Vibe hat. Wir haben uns auch richtig wohl gefühlt, da orbit sich für die Tour ein Awareness-Konzept überlegt hat, damit die Konzerte ein Safe Space für alle sind. Auch die Location fanden wir richtig gut. Sie war nicht zu groß, es gab mehrere kleine Zuschauertribünen an den Seiten und eine große Zuschauertribüne mit mehreren Ebenen hinten im Saal. Dadurch konnte man auch etwas sehen, wenn man nicht ganz vorne stand.

    Am 13.12.25 hat orbit vor der Tour Pause noch in ihrer Heimat Bremen gespielt. Nach ihrer Pause es geht im Februar 2026 für orbit nochmal in einige Städte, bevor die „Small Town Friends on Europe Tour 2025“ endet.

    „Countless Feelings But So Few Words“ 
    Weitere Konzerttermine:

    2026

    05.02. London
    06.02. Warschau
    07.02. Prag
    08.02. Budapest
    12.02. Oslo
    13.02. Stockholm
    14.02. Kopenhagen
    25.02. Berlin
    26.02. Hannover
    27.02. Leipzig
    28.02. Frankfurt

    Folgt orbit jetzt auf Instagram, Spotify und YouTube!

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  • Wenn Swing auf Techno trifft, tanzt jeder los: So war Parov Stelar am 14.11. 2025 in Berlin

    Wenn Swing auf Techno trifft, tanzt jeder los: So war Parov Stelar am 14.11. 2025 in Berlin

    Nora und Junia, Schüler*innen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, berichten von einem Konzert und einer einmaligen Reise durch Jazz, Swing, House und elektronischer Musik

    Als wir am 14. November 2025 knapp um 20:00 in der Uber Eats Halle in Berlin ankommen, wissen wir nicht was uns erwartet. Die Konzerthalle ist bis zu den obersten Rängen voll.
    Wir haben Stehplätze, sind aber relativ weit hinten. Bevor Parov Stelar anfängt aufzulegen, startet El Siciliano, sein langjähriger Support DJ, mit einigen Techno Hits, um die Stimmung anzuheizen. Parov Stelar lässt auf sich warten und baut die Stimmung auf, indem er Schwarz-Weiß Clips und Fotos mit tiefer, mysteriöser Hintergrundmusik auf einer großen Leinwand abspielt. Die Clips erinnern an einen Film Noir. Es werden Babys mit strahlenden Augen gezeigt, ein Skelett, das Klavier spielt, viele Frauen mit Kopftüchern oder auch Maschinen, die menschenähnlich aussehen. Das Intro ist sehr dunkel. Umso überraschender ist der Übergang als Parov Stelar und seine Live Band schließlich anfangen zu spielen.

    Das neue Album sorgt für große Spannung

    Heute erscheint Parov Stelars neues Album: „Artifact“. Er beginnt sein Konzert auch mit einem der neuen Songs. Die Stimmung steigt sofort in die Höhe. Er spielt viele neue Songs, aber auch die meisten seiner bekannten, älteren. Ein paar Hits, die uns fehlen sind u.a. „The Sun“ und „Tango de Fuego“.

    Wir sind begeistert von der Live Band. Es gibt drei Bläser, Trompete, Saxophon und Posaune, ein Schlagzeuger, Synthesizer, ein Sänger und eine Sängerin, Gitarre, Bass und natürlich Parov Stelar, mit bürgerlichem Name Marcus Füreder, selbst, der alle Klänge und Sounds zusammen mischt.

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    Ein Rhythmus, der dich mitreißt

    Die Stimmung ist ein einziges Hoch. Es gibt keine Tiefen. Dafür sorgt Parov Stelar mit seiner musikalischen Abwechslung und ständigen experimentellen Stiländerungen von der Mischung aus Techno, Jazz, Swing und House.
    Er zaubert mit der perfekten Mischung aus Energie, Sound und Licht, die ideale Stimmung. Auf der riesigen Leinwand sieht man weiterhin von KI erzeugte Filme, aber auch abstrakte Formen und Farben – allerdings immer abgestimmt und passend zur Musik. Begleitet von der aufwändigen Lichtshow fühlen wir uns wie im Club. Nur eben mit Live Musik und hunderten Fans.

    Mal spielen sie ihre Songs, mal experimentieren sie Minuten lang mit verschiedenen Sounds und Melodien herum. Öfters wird mit den Schatten der Musiker gespielt, die durch Scheinwerfer, riesengroß an den Wänden erscheinen.

    Pure Energie

    Parov Stelar selbst bleibt im Hintergrund, während seine Band eine immense Show abliefert. Er steht auf einem kleinen Podest in der Mitte der Bühne und mixt von dort. Im Rampenlicht stehen die anderen Musiker und alle bekommen ein eigenes Solo.
    Ob abgefahrene Cypord Sounds oder klassische Swing Solos vom Saxophon, wir Zuhörer*innen werden mit einbezogen. In einem Moment klatschen wir den Beat für den Drummer, in einem anderen singen wir angeleitet vom Trompetenspieler mit lautem Jubeln das Intro zum nächsten Song.

    In einem besonderen Augenblick kommt der Trompeter mit einem Rotwein gefülltem Weinglas auf die Bühne. Nach dem er es in einem Zug ausgetrunken hat, setzt er es an seine Trompete und benutzt es als Resonator, um dem Klang der Trompete einen quatschigen Oldschool Sound zu geben – etwas, das wir noch nie vorher gehört oder gesehen haben.

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    Das Ende? Falsch gedacht

    Zum Ende hin bedankt sich Parov Stelar beim Publikum und erklärt kurz, wie besonders es für ihn ist, in Berlin aufzutreten. Er verkündet, dass man ab jetzt das gesamte neue Album “Artifact“ hören kann und dass wir noch einmal den Release mit den nächsten Songs feiern werden. Es folgt ein Techno Sound, begleitet von den Bläsern, bei dem wir alle in die Hocke gehen. Die Musik setzt aus, für einige Sekunden ist es komplett still. Der Beat geht wieder los. Wir springen alle gemeinsam auf und tanzen weiter.

    Die Farben der Leinwand pocht passend zum Beat. Die Stimmung ist erhitzt, niemand will schon aufhören zu tanzen.
    Nach einer Zugabe verlassen alle Musiker*innen die Bühne, aber das Publikum ist noch nicht zufrieden und lässt nicht locker. Die Band kommt zurück und die Sängerin ruft, dass eine Party an einem Freitagabend in Berlin nicht so früh Enden kann.

    Nachdem noch mehrere Songs gespielt werden, darunter ein Remix aus „Sweet Dreams“ und „SexyBack“, spielen sie noch die zwei bekanntesten Songs „All Night“ und „Catgroove“. Das ganze Publikum tanzt ausgelassen bis zur letzten Sekunde und so geht dann doch das Konzert und dieser wunderschöne Abend zu Ende.

    Der Abend, der uns zu Fans machte

    Uns hat dieses Konzert besonders gut gefallen. Wir waren mit wenig Erwartung angekommen und wurden positiv überrascht davon, dass alles Songs live und nicht vom Band gespielt wurden.
    Besonders beeindruckend fanden wir die Bühnenpräsenz der Band, das Experimentelle und die unerwarteten Stiländerungen. Wenn man nach einem Konzert direkt die Musik weiterhören will und Tickets für das nächste Mal kaufen möchte, ist das ein gutes Zeichen. Wir konnten die ganze Nacht nicht aufhören zu tanzen und wurden völlig von der energetischen Stimmung mitgerissen. Wir hatten das Gefühl bei einer Live Jam Session dabei zu sein, da jede Künstler*in das eigene Solo gelebt hat.

    Das Konzert ist schwer mit anderen Konzerten zu vergleichen, da auch Parov Stelars Musikstil so einzigartig ist. Die Art, wie er Jazz Rhythmen und Swing Klänge mit seinem eigenen Stil mixt, ist sehr besonders.

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  • Ein schwungvoller Jahresabschluss voller Energie und Gefühlen: So war REMOTE BONDAGE am 20.12.2025 in Berlin

    Ein schwungvoller Jahresabschluss voller Energie und Gefühlen: So war REMOTE BONDAGE am 20.12.2025 in Berlin

    Am 20.12.2025 spielt REMOTE BONDAGE im Lido Berlin und bringen zum Jahresende nochmal richtig Schwung in ihr Publikum.

    Die Musik der 2022 gegründeten Berliner Band spielt irgendwo zwischen Punk, Indie, Rock und Pop. REMOTE BONDAGE besteht aus drei Sängerinnen, einer Bassistin und einem Schlagzeuger, ab und zu spielen sie auch Gitarre. Sie thematisieren mit ihren kritischen, politischen Texten Feminismus, Sexismus, Gewalt, Sex und Queerness.

    An diesem Abend spielen sie nicht irgendein Konzert, sondern das Abschlusskonzert ihrer ersten Headline Tour! Gleichzeitig ist es ihr zweites Jahresabschlusskonzert, mit dem sie das Jahr gemeinsam mit ihren Fans beenden.

    Kreative Ansagen und großartige Supports

    Die Bühne ist leer, da kommen zwei der drei Sängerinnen von REMOTE BONDAGE auf die Bühne. Singend kündigen sie den ersten Support an: LISKA. Nur sie und ihr DJ sind auf der Bühne. Sie beginnen das Konzert mit einer ruhigen und gefühlvollen Stimmung im Saal, die das Publikum gut ankommen lässt. Auf meist langsamen Beats rappt LISKA sehr authentische Texte über sensible Themen wie zum Beispiel das Thema Essstörungen, für die sie Aufmerksamkeit schaffen möchte.

    Nach einer Umbaupause füllt sich der Saal des Lido Berlin. Wieder kommen die Sängerinnen auf die Bühne und kündigen auch den zweiten Support mit zweistimmigem Gesang an: die Band NIKRA. Die Queer-Punk-Band bringt viel Energie mit und eröffnet einen ersten Moshpit.

    Ein energievoller Start

    Da kommt sie endlich, die Band. Wie echte Queens kommen sie auf die Bühne geschwebt und begrüßen winkend ihr Publikum. Mit einem kurzen Inhaltsverzeichnis über den Verlauf des Abends teilen sie dem Publikum mit, was sie heute alles für Themen erwarten werden.

    Als erstes spielen sie ihren Song „Alle leben schneller“, der den Leistungsdruck der Gesellschaft thematisiert und mit seiner starken Bass Line sofort zum Mittanzen animiert.

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    Etwas Besonderes in jedem Song

    Die Setlist steckt voller Energie. Direkt zu Beginn spielen REMOTE BONDAGE Hits wie „Daddy“ und „Katze“, in denen sie über Themen wie die Sexualisierung von Frauen, sexuelle Übergriffe und das Patriarchat singen. Diese Inhalte und ihre klare Haltung dazu bringen sie durch ihre Texte laut und eindringlich auf die Bühne.

    Doch auch die ruhige, gefühlvolle Seite kommt nicht zu kurz. Sie zeigt sich zum Beispiel im Song „als wäre es egal“, in dem es um eine Welt geht, in der Queerness etwas ganz Normales ist. Lange bleibt es jedoch nicht ruhig: Mit Songs wie „VULVARINE“„Ronny“ oder „Fast / Sex on the Beach“ thematisiert die Band Sex und Liebe ganz offen.

    In allen Liedern findet sich Kritik an diesen Themen oder ihrer Rolle in der Gesellschaft. Doch durch die Ironie in den Texten bleibt auch das Lachen nicht aus.

    Auch musikalisch bleibt es trotz der wenigen Instrumente immer interessant. Vor allem durch die unterschiedlichen Stimmen der drei Sängerinnen wirkt jeder Song spannend. Außerdem variieren sie den Gesang beispielsweise durch Mehrstimmigkeit und Background Vocals. Auch ein großartiges Bass Solo sorgt für Abwechslung in der Musik, womit sie absolut überzeugen.

    Besondere Momente gemeinsam erleben

    Man könnte meinen, als Zuhörer müsse man auf einem Konzert einfach nur zuhören – doch nicht bei REMOTE BONDAGE. Hier wird es nie langweilig. Bei Songs wie „Ronny“ singt das Publikum in drei verschiedenen Stimmen mit, die jeweils von einer der Sängerinnen angeleitet werden.

    Kurz vor einem Song über das Leben in einer WG bietet die Band eine Art WG-Suche an: Sie fragen ins Publikum, ob jemand gerade ein Zimmer frei hat oder selbst eines sucht, um Menschen miteinander zu verknüpfen.

    Zwischen den Songs stellen die Sängerinnen immer wieder die Frage ins Publikum: „Was wärt ihr gerne?“ Antworten wie fotzig oder lesbisch kommen zurück, woraufhin die Band den Refrain ihres Hits „So gerne hässlich“ angepasst anspielt: Statt „hässlich“ singen sie die vorgeschlagenen Wörter – etwa „Ich war noch nie so gerne lesbisch“.

    Zwischendurch wird auf der Bühne gequatscht, gelacht oder es werden Themen angesprochen, die der Band wichtig sind, vor allem politische. Dabei wenden sie sich immer wieder direkt an das Publikum.

    All das sorgt dafür, dass REMOTE BONDAGE sehr nahbar wirken. Es fühlt sich an, als würde nicht nur das Publikum die Band feiern, sondern auch die Band das Publikum. Alle sind unterstützend, authentisch und genießen gemeinsam den Moment – vor wie auf der Bühne.

    Kreativ über die Musik hinaus

    REMOTE BONDAGE sind unglaublich performativ, ob eine WG besichtigt wird oder sie zu ihrem Song „Ode an die Periode“ auf der Bühne scheinbares „Periodenblut“ trinken, wunderbar kreativ!

    Ihr Bühnenbild ist angenehm unaufwändig: Ein knallpinkes Banner mit ihrem Namen, welches super zu den knallpinken Outfits der Bandmitglieder passt.

    Auch vielseitige Choreos gehören zu ihrer Show. Ob zu dritt auf der Bühne kniend oder tanzend oder mitten durch das geteilte Publikum spazierend. Immer wild und bewegt.

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    Volle Bühne, toller Song

    Natürlich spielen REMOTE BONDAGE ihren frisch veröffentlichten gemeinsamen Song mit NIKRA nicht ohne sie. Für „Madonna vs. Britney“ kommt NIKRA noch einmal auf die Bühne und gemeinsam performen sie den Song so mitreißend, dass man die Beine kaum stillhalten kann.

    Das Beste kommt zum Schluss

    Nach ihrem letzten Song „Skorpion“ folgt eine Zugabe einer ganz anderen Klasse. Die Leute, die das Abschlusskonzert letzten Jahres bereits erlebt haben, wissen schon was gleich kommen wird.
    Es werden Liedzettel im ganzen Publikum verteilt. Sie sehen aus wie in einem Gottesdienst – mit Text und Noten. Dann singen alle gemeinsam „Fotzige Nacht“, eine umgedichtete Version von „Stille Nacht“, mit einem viel besseren Text, der durch und durch feministisch ist! Es ist wie in der Kirche – nur eben ganz anders. Es entsteht ein unglaublich schöner Moment der Verbindung schafft und noch lange in Erinnerung bleiben wird.

    Danach spielen sie endlich „So gerne hässlich“, aber diesmal ganz. Zuallerletzt erklingt „Ronny“, als ein letztes Mal das ganze Publikum mitsingt, sogar dreistimmig.

    Nach einer Danksagung an alle, die an der Tour mitgewirkt haben, ist dann auch mal die Band mit feiern dran: Mit dem gesamten Team tanzen sie auf der Bühne zum Techno-Remix ihres Songs „So gerne hässlich“. Damit ist das Konzert vorbei und alle gehen beschwingt, ausgelassen und glücklich nach Hause.

    Ein unvergessliches Erlebnis

    Das Konzert hat uns viel Spaß und Energie gebracht und uns auf vielen Ebenen sehr beeindruckt. Musikalisch waren es vor allem ihre Stimmen und der mehrstimmige Gesang, der ihre Musik so abwechslungsreich macht.

    Auch begeistert hat uns, dass sie ganz offen über so viele politische Themen und „Tabuthemen“ gesprochen und auch klar ihre Meinung dazu geäußert haben. Dabei wirkten sie auf uns immer nahbar und authentisch.

    Aber vor allem wurde das Konzerterlebnis so einzigartig durch die vielen und so unterschiedlichen, lustigen Aktionen und Ideen zwischendurch. Sie haben uns immer fühlen lassen, als wären wir mittendrin. Dabei haben wir uns von ganzem Herzen willkommen gefühlt, mit all unseren Emotionen, von Wut über Freude bis Geborgenheit.

    Alles in allem war es ein unvergessliches Erlebnis mit wunderbaren Menschen!

    REMOTE BONDAGE ist eine großartige Band, die ihr euch unbedingt anhören solltet. Ihr findet sie auf Instagram und Spotify und anderen Social Media Kanälen

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  • Ein Abend voll Selbstbewusstsein und Sinnlichkeit: so war Naomi Sharon am 24.11.2025 in Berlin

    Ein Abend voll Selbstbewusstsein und Sinnlichkeit: so war Naomi Sharon am 24.11.2025 in Berlin

    Mina und Miranda, Schüler*innen der Evangelische Schule Berlin Zentrum, berichten von ihrem Konzertabend mit Naomi Sharon.

    Intimität ab der ersten Sekunde, es ist klar: das wird ein Abend der nachklingt. Am 24.11.2025 tritt Naomi Sharon mit ihrer „The Only Love We Know“-Tour im Columbia Theater in Berlin auf. Sie füllt das gemütliche Theater mit ihrer meditativen Energie und schafft eine intime Atmosphäre.

    Die niederländisch-karibische Sängerin hatte ihren Durchbruch mit ihrem Debütalbum „Obsidian“ und hat mittlerweile fast 2 Millionen monatliche Hörer*innen. Zum Verwechseln ähnlich mit Sade hat auch Naomi Sharon eine unglaublich schöne, selige Stimme und arbeitet viel mit akustischen Gitarren-Sounds, welche sie mit modernen Elementen in die Gegenwart holt. Mit ihrer in diesem Jahr neu erschienenen EP ,,The Only Love We Know“ tourt sie durch Europa und Amerika und singt mit einer spirituellen Stimmung über Selbstliebe.

    Minimalismus mit maximaler Wirkung

    Gegen 20 Uhr ist das Columbia Theater gefüllt mit rund 800 Menschen, die an der Bar sitzen, sich unterhalten und gespannt auf Naomis Performance warten. Bevor sie auf die Bühne tritt, eröffnet Jessy Blakemore den Abend mit mehreren ihrer warmen und herzlichen Songs, die einen stimmungsvollen Einstieg bieten.

    Die Bühne ist leer bis auf ihre Begleitung am DJ-Pult, eine weiße Beleuchtung und Nebel. Aus den Boxen ist für das Publikum bereits der erste Song zu hören, alle jubeln. Naomi tritt in einem ihrer epischen, weißen Latex-Outfits aus dem Nebel hervor und schenkt dem Publikum ein verzauberndes Lächeln.

    Ohne ein Wort beginnt sie mit ihrem Song „Bittersweet“, der auch ihre neue EP eröffnet. So startet sie mit einer selbstbewussten Energie und ihren im Wind der Ventilatoren wehenden Haaren in den Abend. Nun folgen überwiegend ruhige Songs wie „Hills“, der von einer akustischen Gitarre begleitet eine sinnliche Stimmung schafft. Das Publikum wiegt im Wind hin und her und singt mit, wo es nur kann.

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    Mit „Myrrh“ trifft uns Naomi direkt ins Herz. Ihre samtige Stimme füllt den Raum mit einer beeindruckenden Klarheit. Mit Lichtern, die auf dem Publikum wie Wasser schimmern, fließen vermehrt Tränen. Der minimalistische Bühnenaufbau und die One-Woman-Band geben Naomis Stimme die verdiente Aufmerksamkeit.

    Zwischen Liebe und Unabhängigkeit

    Mit „Definition of Love“, die Lead Single aus ihrem Debutalbum, leitet sie schon fast einen kleinen Stimmungswechsel ein. Spätestens ab dem Refrain fangen alle an mitzuwippen. Ziemlich textsicher wird das Publikum in den Mantra-ähnlichen Zeilen: „Heavens in your eyes, let me follow“ mit denen Naomi ihren Wunsch nach Liebe manifestiert.

    Danach geht es direkt weiter mit „If This Is Love“. In dem Song entwickelt sich aus dem Wunsch nach Liebe eine Ablehnung ihr gegenüber. Auch jetzt animiert sie das Publikum, die Zeilen: „if this is love, then I don’t want it“ mitzusingen. Insgesamt hält sie sich viel an die Albumstruktur und sagt wenig bis gar nichts zu ihren Songs. Dies empfinden wir aber nicht als negativ, da die Songs sehr gut für sich stehen.

    Langsam werden die Songs immer tanzbarer. Bei „Push“ tanzt Naomi sogar selbst extravagant mit und unterstreicht ihre weiche Stimme mit modernen Afrobeats. „Holding in Place“ treibt das Tempo weiter an. Spätestens jetzt tanzen wirklich alle mit und singen: „nothing. I give that boy nothing.“

    Mit „Celestial“ leitet sie noch einmal eine ruhigere Stimmung ein, welche sie dann aber mit „Time and Trust“ wieder auflöst. „Time And Trust“ ist zurzeit ihr beliebtester Song und schafft es fast, den Sommer an diesem kalten Novemberabend ins Columbia Theater zurückzubringen.

    Eine spirituelle Stimmung

    Es gibt keinen Moment in dem das Publikum so richtig abgeht, da Naomi Sharon die meditative und emotionale Stimmung fast durch das gesamte Konzert hält. Stattdessen tauchen Songs wie „Calm Waters“, mit seinen Naturgeräuschen und einem entspannten Beat den Abend in eine spirituelle Atmosphäre. Zu „Soft Like Dawn“ holen alle im Publikum ihre Lichter heraus und mit Wassergeräuschen im Hintergrund werden wir zu einem schwimmenden Lichtermeer.

    In ihrer neuen EP spricht Naomi vermehrt Themen wie Selbstliebe und Weiblichkeit an. Sie ist die erste Frau mit einem Vertrag bei Drake’s Label „OVO Sound“ und setzt damit ein Zeichen in einer männlich dominierten Musikbranche.

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    Energie, die den Raum füllt

    Ihr letzter Song „Another Life“ fasst das Konzert perfekt zusammen. Es gibt einen schönen schwebenden Klangteppich, einen prägnanten Beat und natürlich wieder ein Mantra, das allen im Kopf bleibt: „Don’t let your love run out“. Auch diese Zeile wäre der perfekte Abschluss, wenn es nicht eine noch perfektere Zugabe gäbe.

    Ein Gospelchor singt: „That’s the way the story goes, that’s the only love we know“. Obwohl der Chor nicht anwesend ist, wird die gewünschte Stimmung durch die Energie des Publikums noch ein letztes mal hervorgehoben.

    Beseelt in die Nacht

    Die ruhigere Atmosphäre hat uns zu Anfang überrascht, da wir kraftvollere Beats und einen stärkeren Bass erwartet hatten. Doch von Naomi Sharons Performance waren wir schnell beeindruckt. So haben wir das Columbia Theater nach 60 Minuten beseelt verlassen.

    Unsere gemeinsamen Favoriten waren „Myrrh“ und „Time and Trust“. So gegensätzlich sie auch sein mögen, haben wir uns in „Myrrh“ mit seinem minimalistischen Aufbau und der dadurch herausstechenden starken Stimme sofort verliebt. „Time and Trust“ hat uns einfach den Sommer zurück ins graue Berlin geholt und uns unseren Alltag für einen Moment vergessen lassen.

    Nach einem Konzert ohne viel Interaktion beendet Naomi den Abend mit dem Appell:

    „That may be the only love you know but that doesn’t mean that that’s the love you deserve. It means that there’s more out there for you to have or receive.“

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  • Ein Abend voller Energie und Ehrlichkeit: So war Little Simz am 23.09.2025 in Berlin

    Florin und Mei, Schüler*innen der Evangelische Schule Berlin Zentrum, berichten von ihrem Konzertabend mit Little Simz.

    Am 23. September 2025 bringt Little Simz beim Tourauftakt im Berliner Velodrom die Wände zum Beben. Die Rapperin aus Nordlondon ist bekannt für ihren intelligenten, ehrlichen und oft politischen Rap – und genau das spürt man von der ersten Sekunde an. Rund 9.000 Fans haben sich versammelt, voller Vorfreude auf eine Künstlerin, die live so echt wirkt wie auf ihren Alben.

    Der Auftakt – Energie ab der ersten Sekunde

    Noch bevor sie die Bühne betritt, erscheinen auf den großen Leinwänden Bilder aus ihrer Kindheit – kleine Little Simz mit ihrer Familie. Als der Vorhang fällt, beginnt sie sofort mit voller Energie und dem Song „Thief“. Sie trägt ein Tuch um den Kopf, eine Sonnenbrille und tanzt zu jedem Schlag, den ihre vierköpfige Band spielt. Das Publikum ist sofort gefesselt.

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    Tourauftakt

    Passend zu ihrem neuen Album „Lotus“ steht Little Simz mit ihrer Vierköpfigen Band in einer riesigen, leuchtenden Lotusblüte. Ihre Band besteht aus einer Bassistin, einem Schlagzeuger, einem Gitarristen und einem Pianisten. Die Blüte erblüht im Laufe der Show in den verschiedensten Farben. Es ist ein starkes Bild – die Blume als Symbol für Wachstum, Kraft und Erneuerung.

    Eine von uns

    Zwischendurch verlässt sie die Bühne, geht mitten durch die Menge, umgeben von Security, und performt danach weiter, als wäre nichts gewesen. Diese Nähe zum Publikum wirkt nicht geplant, sondern echt – als wolle sie sagen: Ich bin eine von euch. Sie zeigt verschiedenste Emotionen. Ob Freude, Wut oder Unsicherheit ist egal, sie wirkt natürlich wie ich und du.

    Eine Reise durch die Musik

    Die Setlist ist abwechslungsreich gestaltet: Zu Beginn stehen vor allem Rap-Songs auf dem Programm, bevor sie mit Hits wie „I Love You, I Hate You“ und „Point and Kill“ das Publikum begeistert. Plötzlich übernimmt Little Simz selbst das DJ-Pult und ruft: „Berlin, gehen wir in den Club!“  Little Simz rappt und legt gleichzeitig auf – ein Moment, der zeigt, wie vielseitig sie als Musikerin ist. Ihre Performance bewegt sich zwischen lyrischem Rap, Afrobeats, energiegeladenen Tracks, Soul, orchestralen Sounds und Funk. Jeder Song hat seine eigene Stimmung, und doch fügt sich alles zu einem großen Ganzen zusammen.

    Die Kraft der Ehrlichkeit

    Auf einmal folgt ein starker Wechsel zu ihren emotionaleren Songs. Sie erklärt, dass es ihr manchmal unangenehm ist, so persönliche Stücke zu teilen und singt über Schreibblockaden, Liebe, Freundschaft und Krieg und betont, wie wichtig es ist, sich selbst zu lieben. Sie spricht offen über Zweifel und Dankbarkeit und bedankt sich ehrlich bei jedem Menschen, der sie unterstützt. Im Publikum tanzen viele, andere wischen sich zwischendurch Tränen aus den Augen – es ist ein ständiges Auf und Ab der Emotionen.

    Zum Abschluss performt sie mit „Gorilla“ ihren größten und bekanntesten Hit auf die Bühne, der das Konzert eindrucksvoll abrundet.

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    Musik die ins Herz geht

    Das Konzert hat uns sehr beeindruckt, aber nicht überrascht. Es ist klar zu erkennen, dass sich Little Simz viel von Künstlerinnen wie Missy Elliott und Lauryn Hill inspirieren lassen hat.

    Sie hat das Publikum vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen. Ihre Texte bestehen aus einer kraftvollen Mischung aus Emotionen und politischen Aussagen. In jedem Song gibt es mindestens eine Stelle, an der Little Simz das Publikum zum Mitsingen animiert und alle Zuschauer*innen machen mit. Sehr berührend, eine so erfolgreiche Rapperin auf der Bühne zu sehen, die so offen und eindringlich über Politik, familiäre Hintergründe, Freundschaft und Liebe rappt. Diese Ehrlichkeit und Tiefe hinterlässt ein seltenes Gefühl von Intimität.

    Am Ende bleibt ein starkes Gefühl: Little Simz hat nicht nur eine Show gespielt, sondern eine Verbindung geschaffen.

    Wir hatten einen intensiven Abend – voller Power, Ehrlichkeit und Musik, die direkt ins Herz ging. Besonders beeindruckt hat uns die Band, die Texte und das Bühnenbild, das perfekt zu ihrer Botschaft passte. Zwei Stunden sind lang, unsere Körper tut weh und textsicher waren wir auch nicht – aber jede Minute hat sich gelohnt. Es war ein Konzert, das noch lange nachklingt.

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  • Es kann sein dass alles endet: So waren die Leftovers am 23.10 in Hamburg

    Es kann sein dass alles endet: So waren die Leftovers am 23.10 in Hamburg

    Sie sind eine dieser Bands, die scheinbar unermüdlich neue Musik releasen und durch die DACH-Region touren: Drei Alben in drei Jahren mit ebenso vielen Touren und intensiven Festival-Sommern, die sie unter anderem zu Rock am Ring und Rock im Park brachten. Die Leftovers aus Wien bringen seit ihrem Debüt-Album „Krach“ im Jahr 2022 den Spirit des 90s Grunge und Alternative Rock auf deutschsprachige Bühnen. Am 23. Oktober waren sie im Zuge ihrer „Alles Endet“-Tour im hamburger Molotow.

    Grunge-Glam im Molotow

    Es ist Ende Oktober und einer der ersten richtig kalten Abende auf der Hamburger Reeperbahn, aber das hält die Besucher des Molotows nicht davon ab in vollem Emo-Grunge-Glam aufzutauchen. Viele Menschen in diesem jungen Publikum sehen aus als wären sie direkt aus den frühen 2000ern ins Molotow transportiert worden. Die Show ist ausverkauft, die Schlange lang und schon beim Einlass lässt sich von Seiten der Crew vernehmen, dass die Show verspätet starten wird. Klassisch Rock-Band eben. 

    Doch vor den Leftovers öffnet zunächst deren Support-Act Julia Effekt, ebenfalls aus Wien, den Abend. Mit ihrem in diesem Jahr erschienen Album “Nachtparkett” präsentiert die fünfköpfige Band irgendwas zwischen Goth, Post-Punk und 90s Grunge und passt damit perfekt ins Beuteschema der Leftovers-Fans, die direkt eine Zugabe fordern. 


    Wut und Frustration kanalisiert in Musik und Energie

    Nach kurzer Umbaupause, in der das Publikum lautstark “Iris” von den Goo Goo Dolls zum besten gibt, erklingt dann “Für mich soll’s rote Rosen regnen” von Hildegard Knef, quasi der Einlauf-Song der Leftovers. Die vier Bandmitglieder betreten die Bühne und stehen ihrem Publikum ästhetisch in nichts nach. Sowohl Band, als auch Fans gehen direkt von 0 auf 100. Schon mit dem ersten Song, “System” öffnet sich der Moshpit und das Molotow beginnt zu beben. Diese Energie zwischen den Menschen auf der Bühne und denen davor wird sich auch in den nächsten 1,5 Stunden nicht legen.

    “Wer von euch hat Die Verwandlung von Kafka gelesen?”, schreit Sänger Leonid als der erste Song verklingt und kündigt damit den zweiten Song, “Käfer”, an, der von eben jener Verwandlung von Kafka inspiriert ist. Schließlich sind die Leftovers auch eine intellektuelle Band!

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    Neben einer bunten Mischung ihrer drei Alben, spielen die Leftovers an diesem Abend auch ein paar unveröffentlichte Songs. “Wir machen jetzt wieder richtigen Grunge”, erklärt Leonid vorab. Als hätten sie jemals wirklich damit aufgehört. Auch das Grauzone-Cover “Marmelade und Himbeereis”, das seit jeher Bestandteil des Live-Sets ist und die Fans zum mitgröhlen animiert, darf natürlich nicht fehlen.

    Die Leftovers schaffen es die Wut und Frustration, die aus ihrer Musik sprudeln live in positive Energie umzuwandeln und ihrem Publikum einen Abend Eskapismus vor der Welt zu bieten. Denn es kann sein, dass alles endet aber die Leftovers werden weiterhin Musik machen. 

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  • Drangsal live in Berlin: Ein Phönix aus Asche und Klang

    Drangsal live in Berlin: Ein Phönix aus Asche und Klang

    Mitte Juni diesen Jahres wurde ich eingeladen, beim Record Release-Konzert des deutschen Musikers Drangsal dabeizusein. Drangsal, alias Max Gruber, präsentierte sein neues Album im Berliner Club Modus und feierte dabei seine künstlerische Metamorphose. Die Record Release-Show zu „Aus keiner meiner Brücken die in Asche liegen ist je ein Phönix emporgestiegen“ (Virgin/Universal) sollte mehr sein als ein Konzert. Ein Abend, an dem sich ein Künstler von seinem früheren Selbst losreißt.

    Drangsal endlich als feste Band

    „Drangsal“ – das bedeutet im Deutschen qualvolle Bedrückung, Leid oder Not (Quelle: Duden). Das Wort stammt aus dem spätmittelhochdeutschen und war im 18. Jahrhundert vor allem in dichterischem Kontext gebräuchlich. Max Gruber wählte diesen Namen bewusst: Laut einem Interview mit dem Mannheimer Morgen ist er inspiriert vom Firmennamen eines regionalen Bestattungsinstituts. Ein programmatischer Titel, der sich an diesem Abend widerspiegeln soll.

    Der sperrige, beinahe poetisch-verzweifelte Albumtitel, der an die kryptisch-melancholische Grandezza von The Smiths erinnert, gab bereits im Vorfeld einen Hinweis auf die inhaltliche Tiefe und die neue musikalische Richtung. Wo sich frühere Werke von Drangsal noch stark im synthetischen Electro-Pop suhlten, dominiert nun eine eklektische Vielfalt: Gitarrenriffs, Krautrock-Anleihen, orchestrale Elemente und sogar Fragmente aus Industrial und Jazz verweben sich zu einem organischen Klangkörper. Das alles trägt nicht nur Grubers Handschrift – zum ersten Mal ist Drangsal auch als Band erlebbar. Die Bühne teilte er sich mit einer dreiköpfigen Live-Formation, die nicht bloß Begleitmusiker waren. Denn Drangsal ist inzwischen (mindestens) ein Trio. Neben Max Gruber zählen Lukas Korn (Gitarre, Produktion) und Marvin Holley (Gitarre, Komposition) zur festen Besetzung.

    Die Setlist wurde vom neuen Album dominiert, das am selben Tag erschienen war. Songs wie „Bergab“, „Glutkern“ oder „Hab Gnade!“ bewiesen eine ungeahnte emotionale Tiefe – melancholisch, ja, aber nie larmoyant. Immer wieder schimmerte das ironisch-nihilistische Weltbild durch, das Gruber in Interviews kultiviert, nun aber künstlerisch ernsthaft transformiert. Beim Song „Die satanischen Fersen“ erkennt man sogar Hitpotenzial. Schwingt da ein bisschen Pophymnen-Flair à la Die Ärzte mit? Alte Hits wie „Turmbau zu Babel“ wurden neu interpretiert.

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    Ein Phönix aus Asche und Klang

    Die Stimmung im ausverkauften Modus war konzentriert, nur wenige Smartphones leuchteten auf. Alles an diesem Abend wirkte jedoch choreografiert. Nichts, so scheint es, wird bei Drangsal dem Zufall überlassen. Die Musik, die Performance, sogar die attraktiven Bandmitglieder scheinen einem Plan zu folgen. Hier will jemand in den Popolymp. Live wirkte das alles kohärent. Auf den 17 Album-Tracks hingegen – teils auf Deutsch, teils auf Englisch gesungen – zerfasert das Konzept dann stellenweise. Und auch die Texte wirken oft stark gekünstelt. Vielleicht ist das die Unruhe eines Künstlers im Übergang.

    Gruber hat mit „Aus keiner meiner Brücken die in Asche liegen ist je ein Phönix emporgestiegen“ ein neues Kapitel aufgeschlagen. Trotz mancher Schwächen lohnt sich das Anhören. Am 4. Oktober 2025 spielen Drangsal im Berliner Metropol am Nollendorfplatz. Ihr solltet gepannt bleiben. Ich bin es ebenfalls.

    Foto & Text: Johannes Martin

  • “I can melt an igloo, yeah ’cause I’m so dang hot” – Kiss of Life Konzert in München

    “I can melt an igloo, yeah ’cause I’m so dang hot” – Kiss of Life Konzert in München

    Auf ihrer allerersten Welt-Tour macht Kiss of Life auch Halt in Deutschland – unter anderem am 03.03.2025 in der TonHalle in München! Das Konzert war innerhalb von Minuten ausverkauft – weshalb ich mich auch umso mehr über eine Einladung zum Konzert gefreut habe. Und was genau ihr da verpasst habt, könnt ihr gleich nachlesen – und sehen: Die Galerie mit den Live-Fotos findet ihr am Ende!

    Wer ist denn Kiss Of Life?

    Kiss of Life (auch abgekürzt mit KIOF), ist eine vierköpfige Girlgroup aus Südkorea: Julie, Natty, Belle und Haneul. Julie und Belle sind allerdings in den USA geboren, und Natty ist gebürtige Thailänderin. Nur Haneul ist born and raised in Korea, und sie meint: “We acknowledge our differences and the path we went through to get here, so that makes us learn from each other and grow.”
    Und warum Kiss of Life? [It] refers to the mouth-to-mouth artificial respiration method. Like the name, we plan on revitalizing and bringing fresh life to the K-pop scene. Und das ist ihnen in den knappen zwei Jahren seit ihrem Debüt auf jeden Fall schon gut gelungen! Vielleicht liegt das daran, dass alle vier zu einem großen Teil am Songwriting- und Kompositionsprozess beteiligt sind. „I believe only those who fully understand the music they make can produce a certain vibe. We always want to show our fans authentic and sincere music. (Belle)

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    v.l. Belle, Natty, Julie, Haneul
    Zeit für Live-Musik!

    Montagabend nach der Arbeit schnappe ich mir meine Kamera und mach mich auf den Weg in Richtung Werksviertel. Zwischen Arbeit und Show schaffe ich es leider nicht mehr, mir ein angemessenes Konzertoutfit zu suchen. Denn bei K-Pop Konzerten gilt stets die Regel: More is more! Outfits und Make-Up werden in der Regel Wochen vorher geplant. Auch ein Grund, wieso ich so gerne zu K-Pop-Konzerten gehe: Die Fashion Girlies liefern IMMER! Nur ich an diesem Abend leider nicht – was aber schnell vergessen war als ich gegen 19 Uhr am Einlass ankam.

    Start der Show war erst gegen 20 Uhr, und doch war die TonHalle schon randvoll. Denn für die meisten hier war das wohl die allererste Kiss of Life Show ever! Und für Kiss of Life natürlich die erste Show in München überhaupt! Die Spannung lag also spürbar in der Luft.

    Mitglied Belle wurde leider am Tag der München Show krank, und so mussten die anderen drei die Show ohne sie durchziehen. Bereits die Woche davor hatte Julie sich eine Erkältung zugezogen, die Show in Berlin musste deshalb komplett ausfallen, und ein paar Shows danach wurden ohne Julie gespielt. Diese war nun wieder auf den Beinen und fit, aber hatte ihre Erkältung wohl an Belle weitergegeben – kein Wunder, wenn man schon zusammen auf Tour ist und auf engstem Raum miteinander reist.

    Ein dicker Batzen Nervosität und Cold Sweats

    Kurz bevor um 20 Uhr dann das Licht ausging, wurde ich auch noch einmal ordentlich nervös. Denn ich hatte seit circa zwei Jahren keine Konzertfotos mehr gemacht, und dann so ein Comeback? Absolut wild.

    Also stand ich mit etwas schwitzigen Händen um 19:55 Uhr bereit am Graben, und wartete auf meinen Einsatz. K-Pop Shows haben nämlich keine Opener, sondern starten direkt in die Show. Dafür dauern sie in der Regel länger, da es zwischendurch unter anderem Video-Breaks gibt, während denen die Artists Zeit für einen Outfit-Wechsel haben. Boygroup ATEEZ, die letzten Monat in der Uber Arena in Berlin zu Gast waren, haben beispielsweise mit 25 Songs fast zweieinhalb Stunden gespielt.

    Die ersten drei Songs durfte ich Fotos machen was das Zeug hält, und zu meinem Glück haben Kiss of Life gleich als Zweites meinen Fav gespielt: Igloo. Obwohl der Song eigentlich nur ein B-Side ist, ging er nach EP-Release am 15. Oktober 2024 direkt durch die Decke – und hält sich auf dem Spotify-Profil von Kiss of Life nach wie vor hartnäckig auf Platz 1. Das allerdings nicht ganz unverhofft: “The song, with its trap hip-hop base and refined yet playful choreography, felt like it would stand out in a new way.”, so Belle. Meine persönliche Empfehlung? Den Song direkt in die “getting ready for a night out” Playlist packen!

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    Gay Panic im Bühnengraben

    Während Igloo war ich direkt vor der Bühne und musste wirklich mein allerbestes geben, nicht versehentlich in Choreographie zu verfallen. Ich hatte schließlich einen Job. Mitgesungen hab ich aber trotzdem – was den Mädels auch aufgefallen ist, und sie mir dafür extra ein dickes Grinsen in die Kamera geschenkt haben.

    Nach den drei Songs und einer mittelgroßen Gay Panic Session im Bühnengraben hab ich mich dann auf den Weg nach hinten gemacht, um das Konzert entspannt mit einer Weinschorle in der Hand zu genießen. Auch von ganz ganz hinten macht es einfach nur Spaß, den Girls beim Performen zuzusehen. Denn man merkt, dass sie für die Musik leben und es lieben, auf der Bühne für ihre Fans (die sogenannten Kissys) zu spielen. Und auch die Fans waren sowas von am Start, und bei jedem einzelnen Song textsicher.

    Kissy Chair

    Kiss of Life wissen, mit einer Crowd umzugehen und mit ihren Kissys zu interagieren. Und so gab es nicht nur Ansagen für die Fans oder es wurde zugewunken oder Fingerherzen verteilt. Eine Tradition bei Kiss of Life Konzerten ist der sogenannte “Kissy Chair”, ein Stuhl auf der Bühne für einen glücklichen Fan! Während des Songs Te Quiero ist dieser Fan dann Teil der Performance der Girlgroup. Auf die Frage “Who in here thinks they deserve Kissy Chair?” wanderten also natürlich alle Hände nach oben.

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    Zeit für Sommersongs

    Auch wenn es am Tag des Konzerts noch kalt und etwas trüb war, wurde gleich mal der Sommer (oder wenigstens der Frühling?) eingeläutet, und zwar mit Sticky. DEM Sommersong von Kiss of Life. Und wenn man sich so die Temperaturen der letzten Tage ansieht, scheint das auch wunderbar geklappt zu haben!

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    Kleine Info am Rande: Das Musikvideo und die Promo-Shots zu Sticky sind übrigens in der polnischen Hauptstadt Warschau entstanden.

    Direkt auf Sticky folgt Midas Touch – Hit nach Hit! Diesen Song kennen sogar Freunde von mir, die eigentlich gar nichts mit K-Pop am Hut haben. Kiss of Life erinnern mich immer und immer wieder an die 2000er Girlgroups, die ich als Kind so gehört habe. Besonders aber Midas Touch. Und da Musikvideos im K-Pop zum Glück KEINE lost art form sind, muss ich euch das auch gleich mal noch verlinken:

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    Und so war ich nach eineinhalb Stunden Kiss of Life richtig happy, es doch noch zum Konzert geschafft zu haben. Obwohl Julie, Natty und Haneul an diesem Tag ohne Belle auskommen mussten, lieferten die Girls eine richtig richtig gelungene Performance mit krassen Vocals und Choreographien! Da lässt sich nur auf eine Rückkehr nach München bei ihrer nächsten Tour hoffen! Bis dahin wünschen wir Belle eine schnelle Genesung und hoffen natürlich, dass alle anderen gesund bleiben.

    Fotogalerie

    Fotocredit: Sarah Reiter, S2 Entertainment

  • Berq hält die Columbiahalle im Bann

    Berq hält die Columbiahalle im Bann

    Normalerweise kommt das Berliner Publikum spät – nicht so bei Berq. Der gerade mal 21 Jahre alte Hamburger, der mittlerweile in Berlin-Kreuzberg lebt, treibt die Teenies frühzeitig in die restlos ausverkaufte Columbiahalle. Jeder will seinem Schwarm so nah wie möglich sein, und frühes Erscheinen sichert bekanntlich die besten Plätze. Würde nicht ab und zu etwas Frischluft in die Halle gepumpt, könnte der Schweiß von der Decke tropfen.

    Gänsehaut von Sekunde eins

    Es ist 20 Uhr, die Halle verdunkelt sich, und Verifiziert gibt als Voract alles, um die Crowd auf Berq einzustimmen. Das Publikum dankt es.

    21 Uhr. Harmonische Streichermelodien ertönen, gepaart mit beeindruckenden Lichteffekten von der Bühne. Das Bühnenbild wirkt eher minimalistisch – die Show lebt von Licht, Schatten und Silhouetten. Berq erscheint in grellem, weißen Licht und stimmt Heimweg an. Die Crowd ist von der ersten Sekunde an zu 100 Prozent textsicher und singt sofort mit. Kein Wunder, denn sobald der erste Ton durch die Halle schwingt, hat jede einzelne Person Gänsehaut pur.

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    Er freut sich, in der Columbiahalle spielen zu können, denn zum ersten Mal passt das komplette Bühnenbild. Die Bühnen der anderen Locations waren mal rund, dreieckig oder schlicht zu klein. Hier in Berlin stimmt zum ersten Mal alles. Ob die Frage ernst gemeint ist, wer den Song 2 Minuten kennt? Es ist gerade mal der zweite Song, und die Crowd rastet aus, singt lautstark den kompletten Text mit.

    Wenn der Tourvirus um sich schlägt

    Ein kurzer Textaussetzer bei Schleierkraut. Berq erzählt, dass er sich in den letzten Tagen mehrfach übergeben musste – das Tourvirus hat um sich geschlagen. Heute sei der erste Tag, an dem er wieder etwas essen konnte: Kartoffelbrei! Es kann also sein, dass der eine oder andere Texthänger passiert, aber die Crowd ist ja textsicher und kann im Notfall aushelfen.

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    Zeit für einen ruhigen Moment. Alle Spots richten sich auf die Cellistin und die Violinistin – ein kurzer Augenblick zum Durchatmen und Abkühlen. Berq verschwindet währenddessen augenscheinlich hinter einer Schattenwand. Doch das ist nur eine Illusion. Plötzlich taucht er mitten im Publikum auf einer B-Stage auf. Sitzend auf einer Leiter performt er Blauer Ballon. Die, die den Song kennen, wissen, wie sehr dieser emotional hittet.

    Mein Hass tritt dir die Haustür ein“ – der perfekte Moment, um den ganzen Frust der Halle seelisch und stimmlich herauszulassen. Die Crowd gibt alles. Das wäre der letzte Song des Abends gewesen. Berq bedankt sich. Doch wir wissen alle: Da fehlt noch etwas.

    „Fuck, du tust weh“

    Nach wenigen Sekunden betritt er erneut die Bühne, um am Flügel Achilles zu performen. Nach Pirouetten, einem lyrisch düsteren Stück, folgt endlich der Moment, auf den alle gewartet haben: der krönende Abschluss. Rote Flaggen. Das Bühnenlicht explodiert in Rot, Berq scheint förmlich darin zu verschwinden. Die Crowd gibt noch einmal alles – von der ersten bis zur letzten Sekunde.

    Nach 72 Minuten ist das Konzert vorbei. Nicht das längste, aber alle sind glücklich.

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    Man hat ja gewisse Erwartungen, wenn man auf ein Konzert geht. Bei Berq hatte ich an ein gemütliches Akustikkonzert mit viel Piano und vielleicht einer kleinen Bandbegleitung gedacht. Bekommen habe ich eine ausgefallene, perfekt inszenierte Lichtchoreografie. Stimmlich und lyrisch ist Berq ohnehin auf einem anderen Level – und auch an diesem Abend wurde niemand enttäuscht. Und wenn man auf dem Nachhauseweg in der U-Bahn noch einmal seine Songs hört, weiß man: Alles war gut.

    Wenn ihr bisher noch keine Berq Fans sein solltet, dann ist jetzt der Zeitpunkt. Wir haben ihn Ende 2023 schon als einen unserer artists to watch prognastoziert und spätestens in der komplett ausverkauften Columbiahalle wurde uns klar: wir lagen richtig.

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    Fotocredit: Jens Krahe (1 und 3), Marla-Tabea Kästle (2)