Autor: Lukas

  • shame und ihr zweites Album „Drunk Tank Pink“

    shame aus South London ist längst kein Geheimtipp mehr. Nach ihrem erfolgreichen Debüt 2018 veröffentlicht die Post-Punk Band den Nachfolger „Drunk Tank Pink“ beim Label Dead Oceans. Und dieses Album erwischt mich wie der Schneeball von Justin aus der vierten Klasse, den ich nicht kommen sah. Es ist eiskalt und kribbelt, während es langsam wieder warm wird und sich irgendwie gut anfühlt.

    Für viele Junge Musiker und Bands, die mit ihrem Debütalbum Erfolg hatten, ist das zweite Werk eine große Herausforderung. Es sollte innovativ sein, aber an die altbewährten Sounds anknüpfen. Und oft muss es schnell gehen, denn Label und Fans warten sehnsüchtig. shame hat sich dieser Herausforderung gestellt und einen absoluten Brecher an den Start gebracht, der das Debüt „Songs of Praise“ in vielen Punkten in den Schatten stellt.


    Von 100 auf 0

    Ich muss schon sagen, ich habe offensichtlich eine Schwäche für rüpelhafte englische Bands wie shame. Ich mag wie sie fluchen, jammern und traurige Angelegenheiten so stark verzerren, dass man am Ende darüber lachen möchte. Obwohl es überhaupt nicht komisch ist.

    Was diese Band auf ihrem zweiten Album antreibt sind Themen wie Identitätskrisen, Realitätsverlust und Psychosen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass diese fünf Jungs seit ihrem 16. Lebensjahr nichts anderes machen, als durch die Welt zu touren und eine unfassbar hohe Anzahl an Konzerten zu spielen. Die Corona-Pandemie hat sie in einer gewissen Art und Weise zurück auf den Boden der Tatsachen geholt und diese Gefühle haben sie eindrucksvoll in „Drunk Tank Pink“ verarbeitet. Der Opener, der passenderweise „Alphabet“ heißt, gibt die Richtung der folgenden elf Tracks vor. Treibendes Schlagzeug und ein ebenso treibender, dröhnender Basslauf. Dieses Ensemble eingebettet in einen Noisefloor mit kurzen, akzentuierten Gitarren. Und textlich kann ein Album wahrscheinlich auch kaum schöner beginnen:

    „Now what you see is what you get,
    and I still don’t know the alphabet“

    Mit diesen Worten bringt shame die Maschinerie ihres neuen Werks ans Laufen. Ein Motor, den man nicht mehr abstellen will, auch wenn die giftigen Gase dieser schwerwiegenden Themen langsam durch den Schlauch am Fenster ins Auto dringen.


    It’s about silence

    Wenn man shame einmal live gesehen hat oder die Streams von KEXP kennt, merkt man, wie viel Energie diese fünf Musiker aufbringen können. Umso schwerer vorzustellen, dass diese Energie von jetzt auf gleich ausgebremst wird und sich der Alltag radikal ändert. Im Song „Nigel Hitter“, der erst vor wenigen Tagen als letzte Single released wurde, singt Sänger Charlie Steen eben von diesen Problemen. Alles, was für uns Normalos wie das Alltäglichste der Welt scheint, muss neu entdeckt und gelernt werden. Die Faszination verschiebt sich. Im Instrumental spiegelt sich diese Verschiebung in rhythmischen Überlagerungen der Gitarren wider, die von Drums und Bass gekontert werden. Spätestens jetzt wird deutlich, wie sehr sich die Band musikalisch gewandelt hat und wie vielschichtig ihr neuer Sound geworden ist.

    An Zeilen wie diesen merkt man, wie kaputt sich diese Band gemacht hat. Dazu sagt Steen selbst:

    „You become very aware of yourself and when all of the music stops, you’re left with the silence. And that silence is a lot of what this record is about.”

    Dass die Musiker von shame überanstrengt und müde waren, ist nach bis zu 300 Konzerten pro Jahr wohl nachvollziehbar. Trotzdem haben sie es offensichtlich geschafft, zu neuen Kräften zu kommen. Und als perfekt eingespielte Band unglaublich gute neue Musik zu schreiben. Das beweist auch der nächste Song „Born in Luton“, der nach meiner Interpretation die Schwierigkeiten des „Irgendwo-Ankommens“ und „Zuhause-Seins“ versinnbildlicht.

    „Buzzer’s broken, I guess I’ll just wait,
    No umbrella and it’s starting to rain,
    There’s never anyone in this house“


    Rosa beruhigt die Nerven

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    Die Songstrukturen auf „Drunk Tank Pink“ sind ebenfalls deutlich komplexer geworden im Vergleich zu ihrem Debüt „Songs of Praise“, wahrscheinlich in Analogie zu shames inneren Gefühlswelt. Bei „Born in Luton“ ändert sich das Tempo mitten im Song und leitet einen epischen, Post-Hardcore-artigen Downtempo Part ein, der einen ganz tief in den Sessel drückt. Wie ein nervender Wecker-Jingle kommt folgend der Song „March Day“ daher. Verspielte Gitarren, ineinander verzahnt und verwurstet plus die unangenehme aufgesetzte Fröhlichkeit in der Stimme von Charlie Steen sorgen für ein hyperaktives Hörbild. Ironischerweise geht es im Text darum, nicht schlafen und runterkommen zu können. Ich werde schon fast irre, wenn ich den Song ein paar Mal hintereinander höre, die Kulisse stimmt also.

    „In my room, in my womb,
    Is the only place I find peace,
    All alone, in my home,
    Yes I still can’t get to sleep“

    „Womb“, also Gebärmutter, nennt die Band die kleine Abstellkammer, in der sich Charlie Steen zurückgezogen hat, um die Texte des neuen Albums zu schreiben. Angeblich in einem Rosa-Ton gestrichen, der auch die Nerven von Insassen einer Ausnüchterungszelle beruhigen soll, ist diese kleine Kammer für mich das ganze Album über gut vorstellbar und sehr präsent. Daher rührt wahrscheinlich auch der Albumtitel, „Drunk Tank Pink“.

    Mit „Water in the Well“ schließt die erste Hälfte des Albums ab und lässt mich sprachlos und sabbernd zurück. „Water in the Well“ ist ebenfalls schon vorab als Single erschienen und ich habe es so dermaßen abgefeiert wie keinen anderen Song in letzter Zeit. Ich glaube immer noch, das ist einer der besten Songs, die ich je gehört habe. Hier wird das ganze Kompositions-Genie der Band deutlich. Trotz der relativ kurzen 03:08 Minuten besteht das Stück aus verschiedenen Parts, und jeder Part kommt mit einer neuen Idee um die Ecke. Die Art und Weise, wie shame überleiten und die Parts miteinander verknüpfen ist so außergewöhnlich gut, davon werde ich wirklich süchtig. Die Instrumentierung des Songs erinnert mich außerdem auch an eine meiner Lieblingsbands, nämlich die Talking Heads, die auf diesem Album öfter mal als Einfluss zu vernehmen sind.


    How do we deal with reality?

    Düster und unheilvoll leitet „Snow Day“ die zweite Hälfte ein. Der shame-typische Spoken Word-Stil kommt hier perfekt zur Geltung, wenn Steen uns mit einer unheimlichen Stimme von Realitätsängsten und Fieberträumen erzählt.

    „And everything comes together at once,
    It looks like the ocean,
    And you wanna just dive in“

    Zwischendurch lockern funkige Gitarren das Stimmungsbild etwas auf. Die auf dem ganzen Album außergewöhnlich ausgefeilte Rhythmik der Musik rückt auch hier wieder in den Vordergrund und beendet den Song anders als zunächst vermutet. Das Stück „Human for a Minute“ könnte von der erst kürzlich gescheiterten Beziehung Steens handeln. Die besonders tiefe emotionale Ebene aller Texte auf dem Album kommt hier noch mal richtig zur Geltung, begleitet von dem insgesamt ruhigsten Instrumental. Das mit nicht mal zwei Minuten sehr kurze Stück „Great Dog“ versprüht eine spritzige Punk-Attitüde und leitet in den Song „6/1“ über, der von Identitätsproblemen und Selbstzweifeln handelt.

    „I pray to no God,
    I am God“

    Mit Konventionen brechen

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    Besonders prägnant sind hier die klingelnden Gitarren und deren frische Sounds. An solchen Stellen hört man gut, dass Sean Coyle-Smith, einer der beiden Gitarristen, keine Lust mehr auf „langweilige“ Gitarrenmusik hatte.

    „For this album I was so bored of playing guitar. The thought of even playing it was mind-numbing. So I started to write and experiment in all these alternative tunings and not write or play in a conventional ‘rock’ way.”

    Außerdem wird in diesem Song nicht nur die eigene Identitätskrise angesprochen, denn die Band merkte im Schreibprozess schnell, dass dieses Thema nicht nur sie selbst beschäftigt, sondern ihre ganze Generation. Dazu Coyle-Smith:

    „It didn’t matter that we’d just come back off tour thinking, ‚How do we deal with reality!?’… I had mates that were working in a pub and they were also like, ‘How do I deal with reality!?’ Everyone was going through it.”

    Nach „ Harsh Degrees“, das sich chaotisch und noisy aufbäumt und den Kontrollverlust durch eine Marionetten-Metapher verkörpert, folgt auch schon der letzte Streich von „Drunk Tank Pink“. Der Song „Station Wagon“, übersetzt etwa „Kombi“, beginnt leise mit einem Bassriff und steigert sich über die Länge des Songs in ein lautes und ausartendes Getöse, das einem Hören und Sehen vergehen lässt. Charlie Steen schreit am Ende in kompletter Ekstase seine rhetorische Rede ins Mikrofon und lässt mich verstört zurück. Und ich verstehe zwar kaum ein Wort, aber ich glaube ihm jedes Einzelne.


    Fazit

    Ihr habt wahrscheinlich gemerkt, dass ich nicht ganz so kühl und neutral bleiben konnte. „Drunk Tank Pink“ hat das Potenzial für einen Klassiker und ich bin gespannt, was diese Band als nächstes macht. Für mich ist dieses Album perfekt. Punkt.

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    Fotocredit: Sam Gregg

  • International Music: Songpremiere auf dem ESNS-Festival

    International Music sind zurück. Das ist mittlerweile schon kein Gerücht mehr, denn dass das neue Album 2021 kommt, hat die Band aus dem Ruhrgebiet schon vor einiger Zeit angekündigt. Nun haben sie in einem kurzen Live-Set auf dem Eurosonic Noorderslag Festival sogar einen neuen Song gespielt und einen prickelnden Vorgeschmack geliefert.

    Dass wir jetzt, Anfang 2021, Konzerte immer noch etwas seltsam erleben, ist ja keine Neuigkeit. Aber ich hab auch echt nichts dagegen, ist doch schön. Popcorn gemacht (sogar zwei verschiedene Sorten) Füße hoch und ab gehts. Die Stimmung könnte nicht besser sein, so reden wir es uns jedenfalls ein. Der Screensaver kündigt International Music bereits an, ich sitze mit meinen beiden Mithörerinnen vor der Glotze und warte.

    Ich hatte das Glück, International Music im Dezember 2019 noch einmal richtig live gesehen zu haben. Und zwar im Makroskope in Mülheim a.d.R., einem super kleinen und gemütlichen Subkulturzentrum. Wir haben geschwitzt, gesungen und ich habe am Ende sogar geheult. Entsprechend groß war die Freude nach langer Funkstille die drei Musiker jetzt wieder live zu sehen.


    Endlich wieder farbiges Licht

    Und dann geht’s endlich los. Die ersten Takte von „Country Girl“ erklingen. Unsere Käsemauken wippen auf dem Couchtisch im lethargischen Rhythmus der Musik. International Music, bestehend aus Pedro am Bass, Peter an der Gitarre und Joel am Schlagzeug, stehen in einem leeren Club auf einer professionell abgefilmten Bühne. Super cool steht der eine da im Schlabber-Strickpulli und die anderen beiden in all-black und machen einfach nur Musik. Mitverantwortlich für den unverwechselbaren Sound der Band ist ohne Zweifel der zweistimmige Gesang, den die beiden Frontpersonen Peter und Pedro auch in „Country Girl“ zum Besten geben.

    „Wie gesagt, du bist elektrisch,
    wie du siehst bin ich elektrisiert“

    Und elektrisiert sind wir auch! Schlussakkord, der Song ist vorbei. Es geht irgendwie wahnsinnig schnell. Kein Applaus. Außer von uns mit unseren klebrigen Popcornfingern. Muss reichen. Wie die Faust aufs Auge passt dann der nächste Titel zu unserer mood. „Farbiges Licht“, eines der Herzstücke auf dem 2018 erschienenen Debüt-Klassikers „Die Besten Jahre“. Die Lyrics sprechen mir sowas von aus der Seele.

    „Endlich wieder farbiges Licht,
    Endlich wieder freie Sicht auf Nichts“

    Jawohl, endlich wieder farbiges Licht. Scheinwerfer! Bühnenperformance! Livekonzerte! Sag mir, wer das nicht alles vermisst. Schön, dass die Lichtshow im Konzertstream jetzt auch ne Schippe drauflegt und richtig die Sau raus lässt. Es funkelt und blendet und rotiert. „Freie Sicht auf Nichts“ stimmt allerdings nicht ganz, denn Peter und Pedro liefern uns sogar eine kleine wechselseitige Tanzperfomance, die ziemlich ironisch, aber auch ziemlich lässig aussieht. Wir sind begeistert, die Crowd tobt.


    Die langersehnte Hörprobe

    Und jetzt, ja jetzt, kommt der Moment, auf den wir alle gewartet haben. International Music spielen uns einen neuen Song namens „Museum“.
    Ein düsteres, gezupftes und mit allerlei subtilen Effekten belegtes Gitarrenintro erklingt. Beim ersten Hören etwas undurchsichtig in der Harmoniefolge, aber deshalb umso interessanter. Pedro singt hier diesmal allein mit seiner eindringlichen Stimme die ersten Zeilen:


    „Weinen will ich nicht,
    Das befeuchtet mein Gesicht zu sehr“

    Und so ruhig bleibt der Song auch weiterhin erstmal. Nur ab und zu ein paar Akzente des Schlagzeugs und überzeugende Gesten von Pedro während der Gesangseinlage.

    „Fass bitte nichts an,
    Das ist mein Museum,
    Hab ich dir gesagt“

    Textlich definitiv wieder einer dieser typischen International-Music-Momente, für die ich sie so sehr liebe. Langsam und schleichend baut sich dann ein Klimax auf, Joel steigert die Frequenz der Schläge auf den Toms in Analogie zu meinem Herzschlag. Ein lakonisches Fill, eine Pause und etwas unbeholfen stolpert der Song dann in den Drop zum Endpart. Vollinstrumentiert lässt der Song jetzt Platz zum Wirken und Entfalten. Und man kann wunderbar über diesen eindrucksvollen Text nachdenken, während der Song gemächlich ausklingt und die ersten Zeilen, diesmal gesungen von Peter, wiederholt werden.

    „Weinen will ich nicht,
    Das befeuchtet mein Gesicht zu sehr“

    Tja, und das war’s dann auch schon. Drei Stücke und nur ungefähr 11 Minuten. Zugegeben kurz, aber wirklich schön. Meine Mithörerinnen und ich haben jedenfalls mega Bock auf’s neue Album. Das wird ganz groß.

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    Fotocredit: Alfred Jansen, ESNS

  • Dreimalumalpha im Interview: „Der Rest ist… Kunst“

    Dreimalumalpha aus Innsbruck in Tirol haben im Dezember 2020 das in meinen Augen beste deutschsprachige Rockalbum des Jahres herausgebracht. Jugend ans Geld verloren kam aus dem Nichts und begeisterte nicht nur mich, sondern auch viele Magazine, Radiosender und Kritikerinnen. Mit einem klaren und zielstrebigen Rocksound, den ich in dieser Form lange nicht mehr gehört habe, schafft die dreiköpfige Band brutale Ohrwürmer, die noch tagelang hängen bleiben. Die absolut treffsicheren Texte runden dieses erstaunliche Debüt ab. Eine große Coming-Of-Age-Geschichte, zu der ich wieder, wie als Teenager, kopfüber im Bett liege und mit meinen dreckigen Socken gegen die weiße Dachschräge im Takt der Musik mitstampfe.

    Ich konnte mit Dreimalumalpha vor ihrer Probe per Videochat sprechen. Zu Wort kamen alle Bandmitglieder, nämlich Simon (Gesang, Gitarre), Thomas (Bass, Backingvocals) und Hannes (Drums). Ich war leider nicht in der Lage den ganz zauberhaften und liebenswürdigen Akzent zu verschriftlichen, aber bitte stellt ihn euch vor:


    Dreimalumalpha im Interview


    Lukas: Hallo ihr drei, schön, dass das geklappt hat mit uns. Sagt mal, wie habt ihr euch kennengelernt und wie lange macht ihr Musik zusammen?

    Simon: Dreimalumalpha gibt es schon seit ein paar Jahren. Die Band war zuerst personell anders besetzt, aber da hat sich kaum was ergeben für die Öffentlichkeit. Erst im April 2017 habe ich Hannes kennengelernt und dann sofort mit ihm ein Konzert gespielt. Hannes und ich kannten uns vorher auch nicht. Ein Freund rief mich an und sagte: „Du, neben mir sitzt der Hannes, der spielt Schlagzeug, das wär doch was für dich?“ Dann haben wir telefoniert, Hannes war berauscht, und gleich ausgemacht, dass wir das machen mit der Band.

    Thomas: Ich hatte euch in der alten Besetzung ja zwei mal schon gebucht für die Venue, wo ich arbeite. Und als ihr am nächsten Morgen euren Stuff abgeholt habt, habt ihr mich gefragt, ob ich dabei bin.

    Simon: Genau, Thomas arbeitet bei der Talstation in Innsbruck und wir waren gerade auf der Suche nach einem neuen Bassisten. Und so hat sich Dreimalumalpha geformt.

    Lukas: Warum gerade Innsbruck? Ist das eure Wahlheimat oder eher eine Zwangsheimat?

    Hannes: Wahlheimat, ganz klar.
    (allgemeine Zustimmung)

    Simon: Kommt drauf an, wenn einen die Lebensumstände gezwungen haben, dann ist es auch eine Zwangsheimat. Wie viel Wahl hat man, wie viel Freiheit? Ich bin auch geflüchtet irgendwie, so eine Mischung.

    Thomas: Gewählt nach Innsbruck, genau. Ich wollte zwar auch mal weg, aber dann habe ich doch etwas gefunden, was mich hier hält.

    Lukas: Wie sieht denn ein typischer Tag in Innsbruck aus (Pre-Corona)?

    Hannes: Innsbruck ist definitiv eine Sportlerinnen-Stadt.

    Lukas: Ah, dann wahrscheinlich viel Wintersport, oder?

    Hannes: Sommersport, Wintersport, Herbstsport und Frühlingssport. (lacht)

    Simon: Ja, schon auch viel Bier trinken und so. Kulturelle Veranstaltungen besuchen… Auf der Bogenmeile, das sind die Viaduktbögen in Innsbruck, da fährt auch die Bahn drüber… Dort befinden sich viele Lokale. Das sind bestimmt 15-20 Lokale, die sich da erstrecken. Und dort trifft man sich halt Sonntags. Das ist eigentlich der Treffpunkt.


    „Wir verfolgen nicht den Plan, konzeptmäßig da rein zu passen“


    Lukas: Gibt es denn eine Musik- bzw. Indieszene in Innsbruck, der ihr euch zugehörig fühlt?

    Hannes: Eine Indieszene gibt es kaum. Unser Genre ist nicht so sehr vertreten.

    Simon: Ich glaub so Funpunk und politischer Punk ist ziemlich in gerade. Metal… vielleicht eher in den Proberäumen. Auf der Bühne ist es eher der Punk.

    Hannes: Konservatoriums-Jazz…

    Simon: Aber auch nicht ausgiebig und blumig und schwanger… So ganz verschiedene Jazzclubs nach dem Motto: „In welchen Jazz-Club gehma heute?“ sind hier aufgrund der Größe nicht anzutreffen.

    Lukas: Seid ihr also vielleicht der Beginn einer „Tiroler Schule“ als Pendant zur „Hamburger Schule“ der 90er Jahre?

    Hannes: Ich glaube das coole für viele Bands in Österreich ist, dass sie hier umher fahren können und dadurch der Ort vielleicht nicht die größte Rolle spielt.

    Simon: Ich denke auch. Die Journalisten nehmen, um die Spalten zu füllen, gerne dieses geografische Thema auf.

    Lukas: Sind die Bands der „Hamburger Schule“ denn überhaupt persönliche Vorbilder oder ist das eher ein Zufall, dass euch viele Rezensentinnen mit diesem Subgenre vergleichen?

    Simon: Ich als Songwriter habe mich nicht quer durch die Hamburger Schule gehört. Ich habe schon recht viel von Tocotronic gehört, vor längerer Zeit. Ich kenne bissl was von Tomte, vielleicht vier Lieder. Und von den Sternen vielleicht auch vier, fünf Lieder. Und sonst kenne ich eigentlich nicht viel. (lacht) Aber natürlich habe ich auch das ein oder andere Stilmittel gut gefunden und das spiegelt sich sicher auch in unseren Songs wider.

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    Lukas: Es schwingt leicht mit, dass euch die Vergleiche zu dieser hanseatischen Rockepoche langsam nerven…

    Simon: Also mich noch nicht. Noch nicht. Aber es ist halt so eine absehbare Geschichte.

    Hannes: Ich glaube der Punkt ist, dass wir nicht den Plan verfolgen, konzeptmäßig da rein zu passen. Es gibt tausend andere Bands und Genres, die genau so großartig sind.

    Lukas: Welche Art von Musik wäre das dann? Auf was könnt ihr euch z.B. im Tourbus einigen?

    Hannes: Wir überzeugen uns gerne gegenseitig mit fremdem Material. (lachen)

    Simon: Ich hör’ zum Beispiel gerne ghanesischen Funk aus den 70er Jahren…

    Thomas: Hör ich auch sehr gern…

    Simon: Echt jetzt? (lacht) Dann wissen wir ja schon, was wir bei der nächsten Tour im Auto hören. Aber das ist wirklich weitreichend… Von alten Klassikern aus dem Indierock bis hin zu amerikanischen Songwritern aus den 60er Jahren…

    Thomas: Ich höre viel 70s Soul und auch härtere Musik aus den 70ern… Aber auch viel Modern Jazz und Neo Soul, sowas.

    Hannes: Bei mir viel deutschsprachige Musik und das, was jetzt unter „moderner Punkrock“ fällt. Da bin ich eigentlich immer dabei und höre ich mich gerne durch.

    Lukas: Und deutschsprachige Rockmusik? Ist Gitarrenmusik tot?

    Hannes: Ich glaube es wird alles gerade poliert, überproduziert und glattgebügelt, oder wie sagt man? Immer weniger so handgemachte Live-Musik.


    „Man muss es auch ein bissl so hinnehmen“


    Lukas: Euer Debüt „Jugend ans Geld verloren“ ist ungefähr vor einem Monat digital erschienen und bleibt der Gitarrenmusik auf jeden Fall treu. Ein Album zu produzieren ist allerdings heutzutage ja schon fast altmodisch – was hat euch dazu bewegt?

    Thomas: Es war ja nicht immer so der Plan, dass wir das so veröffentlichen…

    Hannes: Es gab verschiedene Pläne und Diskussionen. Und wir haben uns nach vielem Hin und Her dazu entschieden, es so zu veröffentlichen.

    Simon: Wir haben vorher auch viele Singles rausgehauen eigentlich. Über ein Drittel des Albums als Single- und Videoveröffentlichung. Aber irgendwie ist das auch so unser Mindset, dass man ein Album rausbringt.

    Hannes: Für uns hat es einfach einen Wert ein Album rauszubringen, was in sich stimmig ist und auch zusammengehört, von der Musik und von der Zeit her. Und das Format Schallplatte ist eben auch interessant.

    Lukas: Das Album hat ja auch wahnsinnig gute Kritiken bekommen. War euch das vorher klar bzw. ist es beim Produzieren deutlich geworden, dass das ein Erfolg wird?

    Thomas: Weil ich neu dazugekommen bin und die Musik schon relativ fertig war, war mir von Anfang an klar, dass diese Musik nicht dafür gemacht ist, nur in Innsbruck gespielt zu werden. Da ist Potenzial dahinter. So bin ich in die Band eingestiegen.

    Hannes: Kalkuliert quasi, eiskalt kalkuliert… (lachen)

    Simon: Natürlich gefällt einem das sehr gut, was man selbst macht. Das ist ja eine Identifikationsplattform für einen selbst. Ich habe auch gespürt, dass es ein Potenzial hat und auch für andere Leute geschrieben wurde. Also wie es gemacht ist, ist ja nicht nur rein für uns. Ich wusste, dass werde ich ja irgendwann auch jemandem vorspielen wollen. Jedenfalls war es der große Wunsch und insgeheim auch irgendwie das Wissen, dass es für viele Menschen hörbar werden könnte.

    Lukas: Auch Andreas Müller, ein Moderator im Deutschlandfunk Kultur, hat ja im Interview mit euch gesagt, „Am Karussell von Ingo Blaumann“ sei der beste Song, den er je gehört habe…

    Simon: Ja, stimmt… Ich habe mich da am Anfang gar nicht getraut, das noch mal zu erwähnen, weil ich nicht wusste, ob das jetzt wirklich sein kann. Aber es ist wahr anscheinend. (lacht)

    Lukas: Der Titel „Jugend ans Geld verloren“ ist allein schon ein richtiger Eyecatcher und stiftet viele Assoziationen. Warum dieser Titel?

    Hannes: Der Titel stammt von Simon, ich kann nur sagen wie ich ihn finde. Ich finde es beschreibt einfach eine Phase in der eigenen Biografie, die zwangsläufig stattfindet. Es ist gar nicht die Frage, ob es passiert, sondern dass es passiert und wie man damit umgeht und diesen Prozess reflektiert. Die Frage kam oft: habt ihr eure Jugend ans Geld verloren? Ich würde sagen, es passiert mehr oder weniger den meisten Menschen.

    Simon (ein neues Bier öffnend): Der Titel ist nicht unmittelbar mit den Songtexten verknüpft. Songs und Titel sind auch zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt entstanden. Das hat sich dann irgendwie als Abschluss, als Deckel… oder als Fassung dieser vielen einzelnen Nummern ergeben, dass es „Jugend ans Geld verloren“ heißen soll. Der Rest ist… Kunst. Es braucht auch eine gewisse Intimität zu diesem Kernthema, das man nicht klar aufschlüsseln kann. Es ist einfach eine Geschichte, eine große Geschichte. „Jugend ans Geld verloren“ ist halt der Titel. Es gibt sicher auch andere Titel, die gut gepasst hätten. Da ist kein definitiver Punkt auf dem Album, wo man sagt: deswegen heißt es „Jugend ans Geld verloren“. Es gibt so viele Bedeutungsebenen und Interpretationsmöglichkeiten. Man muss es auch ein bissl so hinnehmen. Man muss es so hinnehmen und das beste für sich draus machen.


    „Nicht immer nur »alles super, wir wollen danzn«“


    Lukas: Die Texte der Songs haben definitiv auch einen politischen Sound. Wollt ihr politisieren bzw. moralisieren?

    Thomas: Man kann es so hinnehmen und sehen, dass das irgendwie politisch ist. Aber man muss es auch nicht so verstehen, weil es irgendwie nie zu direkt oder offensiv politisch ist im Sinne von „mach das nicht“ oder „pass genau auf dies und jenes auf“. Wenn man selbst diese Themen schon mal reflektiert hat, wird man es klar so verstehen. Aber wenn nicht, dann… weiß ich nicht.

    Simon: Es ist sicher politisch. Weil ich auch Ohnmacht, Wut und Veränderungswillen verspürt habe in meinem Leben. Und zu dem Zeitpunkt, als ich gewisse Lieder geschrieben habe, ist das präsent gewesen und dann kommt es auch in den Liedern vor. Ich habe einfach mehr auf meinen intuitiven Schreibfluss gehorcht als jetzt gezielt politisch sein zu wollen. Denn man kann ja oft gar nicht sagen: genau dies oder jenes ist das Problem. Im Songwritingprozess ist es meistens weniger die Anklage alleine, es ist oft eine Mischung aus Anklage, einer gewissen Art von Trauer und der Ohnmacht gegenüber bestimmten Themen.

    Lukas: Auch das Stichwort Zeit und ein Coming-Of-Age Konzept habe ich oft in den Texten wiedergefunden.

    Simon: Die Zeit spielt für mich eine Rolle. Das hängt für mich auch sehr konkret mit dem Titel zusammen. Dieser fließende Übergang von „verliebt in die Idee und das Spiel“ und im nächsten Moment berechnend und professionell gegenüber dem Leben. Um produktiv zu sein, im wirtschaftlichen Sinne. Auch diese Spannen, wann fängt es an, wann hört das auf? Das ist natürlich ein Zeitthema.

    Lukas: In den letzten zwei, drei Jahren, vor allem 2020, kam immer mehr Musik mit politischen Inhalten raus. Ist es in diesen Zeiten überhaupt möglich, ein unpolitisches künstlerisches Werk zu schaffen?

    Thomas: Ich glaube es ist schon gut, dass es Musik gibt, die komplett unpolitisch ist. Es muss ja nicht immer zum Nachdenken anstiften. Musik ist auch mal ganz fein zum Entspannen. Oder mal zum Durchdrehen. Oder um alle möglichen Gefühlslagen zu durchleben. Es ist aber natürlich auch schön, wenn es irgendwo in der Musik auch ein bissl mehr Inhalt gibt und nicht immer nur „alles super, wir wollen danzn“.

    Lukas: Zum Tanzen regt eure Platte dennoch an vielen Stellen an. Es klingt alles sehr organisch und nicht konstruiert in der Produktion. Wie und wo ist das Album entstanden?

    Hannes: Ich glaube der Live-Charakter ist in jedem Song hörbar. Ich hoffe man hört, dass es menschengemachte Musik ist und das war auch die geplante Herangehensweise. Matthias Magerle, der Bassist vor Thomas, hat das Album mit uns in seinem Projektraum aufgenommen und produziert und es steckt auch ein großer Teil von ihm drin.

    Lukas: Nun hat Corona ja das Leben vieler Künstler im letzten Jahr stark beeinflusst. Könnt ihr vielleicht auch positive Schlüsse daraus ziehen?

    (Pause)
    Hannes: Irgendjemand hat zuletzt positiv angemerkt, dass wir trotz Corona das Album herausgebracht haben. Vielleicht gibt es auch mehr Leute die gerade sensibel für neue Musik sind. Corona hat aber dafür gesorgt, dass wir den Schwung der Albumveröffentlichung nicht direkt für Live-Konzerte nutzen können. Das ist mit Sicherheit ein Problem.

    Lukas: Was sind eure Wünsche und Aussichten für Dreimalumalpha im kommenden Jahr und für die Zeit nach der Pandemie?

    Simon: Wir sind guter Dinge im Februar eine Konzertreihe zu starten, beginnend zunächst in Österreich. Wir wollen natürlich viel live spielen. Am liebsten so jeden dritten Tag im Jahresschnitt. Und wir arbeiten weiter an unserer Musik.

    Lukas: Danke für eure Zeit und das nette Gespräch und viel Erfolg für die Zukunft!

    Die im Februar erscheinende Vinyl von Dreimalumalpha kann man hier vorbestellen.

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  • Tech-Milliardär statt Rockstar: UWE mit „Junge Milliardäre“

    Mit der im Oktober veröffentlichten Single Junge Milliardäre karikieren das Duo UWE aus Hamburg eine absurde Parallelwelt der Reichen und Schönen mit feiner Ironie und verpacken Kapitalismuskritik in einen sommerlichen Mambo, der sogar meine Weißwürste von Beinen zum Zappeln bringt.

    Die schwarzen Ritter des 21. Jahrhunderts

    Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Im Song der Band UWE ist es nicht etwa der Erlkönig, sondern die jungen Milliardäre und Entrepreneure, die ihren Streifzug vorbereiten. Und in deine Stadt kommen, um Deals auszuhandeln und ganz casual mit dir eine Cola an der Pommesbude zu trinken. Die schwarzen Ritter des 21. Jahrhunderts quasi. Die märchenhafte Aufmachung des Textes und das Arrangement des Songs unterstreichen in meinem Kopf die Bilder dieser jungen und erfolgshungrigen Reichen perfekt. Ich stelle mir vor: Kashmir-Pullover um die Schultern gebunden, beige Chinos und sündhaft teure Segelschuhe aus Rochenleder. Das alles zu luftiger Tanzmusik samt World-Touch und Bläsersatz.

    Im Musikvideo des Songs sieht man außerdem Elon Musk (wen sonst?) als gelungenen Deep Fake, der von Bandmitglied Jansen verkörpert wird und mit richtig nicen Dad-Tanzmoves an den Start geht. Apropos Deep Fake: Der Sound des Songs kommt mir nach den ersten Sekunden und spätestens nach dem Einsatz der Leadvocals irgendwie sehr bekannt vor. Unter dem Musikvideo finde ich einen sehr passenden Kommentar:

    „Wurde Zeit, dass mal wer den
    Grönemeyer-Swag moderngentrifiziert.“

    „Stella & Sheba official“ bei YouTube

    Da stimme ich voll zu! Im Song höre ich außerdem auch starke Paul Simon-Einflüsse. Der Eindruck verfestigt sich als ich in der Pressemitteilung der Band lese, dass Bandmitglied „[…] Uwe das Graceland Album von Paul Simon auch ganz gut findet“. Wie ein Fake oder Cover wirkt Junge Milliardäre aber trotzdem nicht, eher wie eine Hommage an einen fast vergessenen Sound.

    Das Märchen vom Tech-Milliardär

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    Ich mache die Augen zu und sehe sie also vor mir, die jungen Milliardäre. Wie sie lässig tänzelnd an der Promenade entlang schlendern. Wie sie mit einem Handschlag die nächste Investition besiegeln. Ziemlich schnell stelle ich mir dann die Frage, was ich denn eigentlich schlimmer finde. Goethes Erlkönig a.k.a. der personifizierte Tod oder UWEs Junge Milliardäre a.k.a. die personifizierte Geldgeilheit. Ein schauderhaft schönes Märchen, das die beiden Musiker Uwe und Jansen uns hier erzählen. Es wird allerdings noch gruseliger als ich erkenne, dass UWE mit der bildhaften Beschreibung nur ihre Kulisse für ein Gedankenspiel bauen. Dazu passend meint die Band selber:

    „Früher wollten die jungen Leute Rockstars werden, heute Tech-Milliardäre.“

    Beim ersten Hören dachte ich nämlich noch: Geil! Reichenbashing! Bin ich ganz bei euch. Im weiteren Text geht es primär aber gar nicht um diese skurrile Gruppe der Gesellschaft, denn zwischen den Zeilen ist eine raffinierte Subebene versteckt. Im Chorus steigt der Chor mit ein:

    „Ich muss zur Arbeit um sechs Uhr früh,
    Muss stehen in der Bahn und brauch’ dringend Koffein
    Ich schätz’ es kriegt jeder, was er verdient
    Und ich steig’ bald aus aus der Maschinerie“

    Oh my God, denke ich, that’s so me. Und ich glaube das bin nicht nur ich, das sind wir doch alle irgendwie. Und dann fängt der Text ganz tief an zu wirken. Denn ich merke, dass hier vom Träumen die Rede ist. Träumen von der nächsten Super-App oder dem nächsten richtig großen Start-Up. Und die Frage, die UWE uns damit unweigerlich stellt, ist:

    Wie geil findest du Kapitalismus? Wie geil findest du Geld und den Traum einer perfekten Geschäftsidee?

    Denkanstoß (mit Lanze)

    Das trifft voll ins Schwarze! Sicherlich sind solche Gedankengänge für einen Großteil der Bevölkerung völlig normal. Aber wer aus dem linksgrünen Milieu (höchstwahrscheinlich auch UWEs Hörerschaft) gibt schon gerne zu, dass man morgens in der Bahn ab und zu dann doch gerne mal von viel Geld träumt, während man zum ungeliebten Job fährt? Und vielleicht auch klammheimlich eine „Entrepreneurin“ mit ‘ner Coke auf einer Parkbank sein möchte, der*die „[…] nie wieder öffentliche Verkehrsmittel benutzen muss und auch die eigenen Kinder und die Kinder der Kindeskinder nicht“, wie in der Pressemitteilung zu lesen ist.

    Ich habe mich mit diesem Gedanken jedenfalls schwergetan, erwische mich aber ehrlich gesagt schon manchmal dabei. Hands up, wer noch? Zwinker 😉

    Deckel drauf und Fazit

    Für mich machen UWE im letzten Teil dann den Deckel drauf. Mit einem fulminanten Aufgebot an Blasinstrumenten geht der Instrumentalteil zum Ende hin dann nochmal richtig ab. Das ist der Moment, in dem ich endgültig die Kontrolle über mich verliere. Und nur noch mit Bastrock bekleidet, das verschwitze Hawaihemd über meinem Kopf kreisend, die Hüften schwingen muss.

    Für mich ein absolut gelungener Song. Das ist Kapitalismuskritik, die nicht platt wirkt und nicht mit dem Finger auf andere zeigt. Ich hätte mir diesen Song gerne beim DJ in der Indie-Disko meines Vertrauens gewünscht und ordentlich dazu abgeschwoft. Und wenn die Pandemie vorbei ist, mache ich das auch. Und gebe euch allen einen aus (wenn ich mein Darlehen bekommen habe)!

    Mehr Infos zu UWE und ihrer neuen Café Togo EP findet ihr hier.

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    Fotocredit: Henning Rogge