Autor: Amelie

  • Diana Goldberg im Interview: »Focus on myself«

    Diana Goldberg im Interview: »Focus on myself«

    Seit dem 20.07.2022 gibt es neue Musik von Diana Goldberg. ‚BLOSSOM IN THE DARK‘ heißt die brandneue EP der münchner Künstlerin und liefert uns feinsten Alternative-Dark-Pop. Zusammen mit Diana Goldberg durchleben wir beim Hören der EP den Niedergang einer toxischen Beziehung, das Aufsteigen des eigenen Selbst und gleichzeitig das In-seinen-Gedanken-gefangen-Sein.

    In den Texten finden wir Wahrheit, in den Melodien Trost. ‚SAME OLD SORRY‘ ist der erste Track. Beim Hören befinden wir uns zusammen mit Diana Goldberg im Teufelskreis einer Beziehung, die Versprechen und Vertrauen immer wieder aufs neue bricht. Dann versuchen wir uns in unserem Zorn aus den bisherigen Umständen zu reißen und es wird blutig in ‚DRIPPING IN MY BLOOD‘. Langsam aber sicher kommen wir dem Wendepunkt näher und fokussieren uns in ‚FOCUS…‘ ganz auf uns selbst. Doch nicht nur das, sondern auch die Erkenntnis zur Selbstakzeptanz tritt zum Vorschein: „Now I know I couldn’t love you if I never loved myself“. Aber wären da nicht immer diese kleinen plagenden Kreaturen in Form von Gedanken, denn vor denen ist niemand sicher: ‚BLOSSOM IN THE DARK‘.

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    VPBy x untoldency

    Passend zum EP-Release haben wir noch ein Interview für euch! Anschauen könnt ihr es hier ebenfalls, denn dieses Interview ist das vierte der Kooperationsreihe VPBy x untoldency.

    Am 24.04.2022 habe ich Diana Goldberg, im Rahmen der durch BY.on geförderten Bavarian Export Session, auf dem c/o Pop Festival in Köln zu einem Interview getroffen. BY.on ist das Spitzenförderprojekt des Verband für Popkulur in Bayern e.V.s (VPBy) für Newcomer:innen aus Bayern.


    Diana Goldberg im Interview

    Amélie: Hallo liebe Diana! Vielleicht möchtest du dich zu aller erst vorstellen.

    Diana Goldberg: Hi, ich bin Diana Goldberg und komme aus München. Ich mache Alternative-Dark-Pop und mich gibt es seit 2020.

    Amélie: Sehr cool. Du hattest ja gerade deinen Auftritt. Da haben wir auch deine Single ‚FOCUS…‘ gehört. Worum geht es in dem Track?

    Diana Goldberg: Bei ‚FOCUS…‘ geht es darum, dass man nach einer toxischen Beziehung, die man beendet, endlich den Fokus wiederfindet. Und zwar, dass der Fokus oder die Priorität auf einem selbst liegen sollte und nicht darin, andere zu daten oder sein Glück woanders zu finden, sondern einfach sich selbst zu lieben und sich selbst zu akzeptieren. Ganz nach dem Motto: „thanks for teaching me that I should be with no one else“ und „focus on myself“, so die Key-Message von dem Song.

    Amélie: Ja, voll wichtig! Wie schreibst du Songs? Entwickelst du Ideen alleine oder schreibst du mit deinem Produzenten zusammen?

    Diana Goldberg: Also meistens ist es so, dass ich mich ans Klavier setze und dann einfach eine Melodie entsteht oder ich einfach ein bisschen rum klimpere und Melodien finde, die mich für Songs inspirieren. Ich habe immer mein Handy auf Sprachmemo und nehme das einfach auf und lass mich fallen. Also im Endeffekt weiß ich dann, was ich da verarbeitet habe und es ist wie so eine Art Therapie für mich, weil meistens weiß ich nicht, was ist das, was mich wirklich belastet. So ist auch „SAME OLD SORRY“ entstanden, weil ich mich wirklich emotional so traurig gefühlt habe nach dieser Beziehung. Ich hab mich ans Klavier gesetzt und der Text ist wie von alleine entstanden.

    Dann verfeinere ich das ein bisschen mit Joseph, meinem Co-Writer und Produzenten, und auch Paris. Also ich habe ein kleines Team mit denen ich das re-worke, aber so die Grundidee des Songs entsteht schon im Voraus und die Vision dafür am Klavier.


    Mental Health

    Amélie: Wir haben eben über ‚FOCUS…‘ gesprochen. Der Song hat ein bisschen BY.on-Bezug. Bei einem Mental Health Seminar des Förderprojekts haben wir über Routinen vor der Show gesprochen. Hast du bzw. deine Band ein Ritual vor der Show?

    Diana Goldberg: Ja, tatsächlich haben wir so eine Playlist, die wir eigentlich immer am Tag vor der Show hören. Da hat jeder verschiedene Songs rein gewürfelt. Zum Beispiel „Feel Good“ von Gorillaz und einfach  ein paar Songs, die wir feiern. Und kurz vor der Show machen wir ein paar Warm-Ups, um alles zu aktivieren und sind beisammen und fokussieren uns auf den Auftritt. Das habe ich auch aus dem Seminar mitgenommen, dass man sich einfach auch die Zeit nimmt, nicht stressig in den Auftritt reinzugehen, sondern sich ein Ritual gemeinsam erschafft, das für alle passt und das jeder irgendwie feiert. Dann hat man Spaß und geht mit so einem guten Gefühl in den Gig.

    Amélie: Mega cool, dass ihr etwas gemeinsames gefunden habt! Apropos BY.on, was bedeutet die Förderung für dich?

    Diana Goldberg: Also ich habe wirklich das letzte Mental Health Seminar mega genossen. Ich hatte eine schwierige Phase vor diesem Workshop und es hat mir total viel geholfen, Tools zu lernen, die selbstverständlich sind, aber die man manchmal vergisst. Wie die Bauch-Atmung, dass man einfach tief ein und ausatmet und dann ist das Problem schon nicht mehr so groß. Man macht sich ja auch wenn man sich stresst oder nicht auf sich achtet, viel mehr Sorgen und ist dann nicht ausgeglichen. Das Coaching-Angebot von BY.on schätze ich mega und auch sich zu vernetzen mit anderen aufstrebenden Bands aus Bayern, die viel touren, das ist richtig cool. Also das ganze Netzwerken, das Community-Feeling, dafür bin ich mega dankbar. Auf dem c/o Pop Festival bin ich ja auch Dank des VPBy. Endlich gibt es echt viele Möglichkeiten auch mehr live statt zu finden.

    Amélie: Voll schön. c/o Pop hast du schon erwähnt. Wie ist es für dich hier zu sein?

    Diana Goldberg: Mega nice! Wir sitzen einfach mal in der krassesten Location ever (lacht). Wir haben hier in so einer Art Vintage-Laden gespielt. Hier sind auch überall selbst geschneiderte Sachen. Generell auch die Möglichkeit easy Door-zu-Door bei anderen Bands zuzuhören. Der Vibe ist richtig cool, alle Leute sind gut drauf. Man lernt viele andere Musiker:innen kennen. Und es ist ein schönes Gefühl, wieder mal auf einem Festival zu sein und auch zu spielen.


    kurze Frage – ein Wort

    Amélie: Ich habe jetzt noch eine kleine Quickfire-Runde vorbereitet – „kurze Frage – ein Wort“. Wer ist dein absolutes Vorbild?

    Diana Goldberg: Wenn ich ein Vorbild nennen würde, dann ist es meine Mutter und meine Oma.

    Amélie: Deiner Meinung nach dein bester Song live?

    Diana Goldberg: ‚BLACKBLUEYELLOW‘.

    Amélie:  Der war beim Auftritt auch mega!

    Diana Goldberg: Ja, jeder hat mitgesungen, das war Hammer!

    Amélie: Und dagegen: beste Studio Produktion?

    Diana Goldberg: Ein Song, der rauskommen wird. Der heißt ‚DANCE ON THE BATTLEFIELD‘. Generell der Song fängt super stark an, sehr reduziert und dann ist der Chorus riesig und wir haben einfach super viele geile Sachen gemacht, was die Produktion angeht. Wir haben zu dritt einen Chor nach produziert! Wir waren dann zusammen im Studio und haben einfach den Chorus laut eingesungen von so verschiedenen Positionen. Und ganz hinten versteckt ist auch Schwanensee, das Sample. Das hört man im allerletzten Chorus und deshalb definitiv einer der besten produzierten Tracks.


    Der Song kam jetzt mit der EP im Juli raus, also unbedingt reinhören! Findet ihr das Schwanensee-Sample?

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    Amélie: Jetzt Entscheidungsfrage: Köln, Berlin oder München?

    Diana Goldberg: Oh, schwierige Frage. In München bin ich zu Hause. Deshalb München. Aber Berlin ist auch… Sehr, sehr schwierig (lacht). Ich bin in München und in Berlin zu Hause. Aber wegen Family würde ich sagen München.

    Amélie: Wenn du das schon verraten kannst, wie viele Releases stehen dieses Jahr noch an?

    Diana Goldberg: Also meine Ep steht jetzt im Juli an. Mit ihr kommen sechs neue Songs raus und dann gibt es noch nach dem EP-Release was im Herbst. Aber ich kann noch nicht genau verraten, was, weil ich das noch ein bisschen auswählen muss. Also auch, in welche Richtung ich gehe, denn es wird eine neue Richtung. Die wird schon ein bisschen angeteasert in der EP. Und jetzt schaue ich mal, welche Songs ich dafür zusammenwürfel.


    untold story

    Amélie: Da sind wir sehr gespannt! So jetzt als letztes ist die untold story an der Reihe. Hast du für uns eine witzige unerzählte Story parat?

    Diana Goldberg: Ich war mit Freunden im Urlaub und wir haben uns so einen heiligen Ort, also was Kulturelles angeschaut. Ich bin so ein Tollpatsch, mir passieren immer Dinge, die anderen nicht passieren (lacht). Dann standen wir in einer Schlange, um überhaupt in diesen Ort reinzukommen. Plötzlich höre ich nur einen komischen Ton und irgendwas wird feucht von oben und dann fasse ich mir auf die Haare und dann hat einfach eine Taube auf mich draufgeschissen (lacht). Das war total ekelhaft, aber natürlich versuche ich Sachen immer positiv zu sehen und ich hab dann so ein Mindset, was dann sagt: „Hey, gar nicht so schlimm, weil im Endeffekt bringt es bestimmt Glück“ (lacht). Eigentlich sollte ich dankbar sein?! Jaa, I guess thats my untold story (lacht). Jetzt weiß das auch die Welt;))

    Amélie: Okay, dann schließen wir mit dieser Story mal ab (lacht). Danke dir für deine Zeit!

    Diana Goldberg: Ja, danke dir für das liebe Interview, hat Spaß gemacht!

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    Foto Credits: Plot Twist Productions / Edit von Diana Goldberg

  • Tilman im Interview: »Atmosphärisch, dynamisch, poetisch«

    Tilman im Interview: »Atmosphärisch, dynamisch, poetisch«

    Kooperation VPBy x Untoldency

    Tilman haben heute ihre brandneue Single „So viel Zeit“ veröffentlicht. Neben Nachdenklichkeit und Melancholie in unter Anderem ihrer letzten Single „Fassade“, überzeugen Tilman in „So viel Zeit“ mit tanzbarem Groove. Das bewies auch das Publikum beim Modular Festival in Augsburg Anfang Juli, denn alle tanzten selbst im strömenden Regen mit. Kein Wunder! Zwischen lockeren Gitarrenriffs und leichten Drums glänzt Tilmans Stimme mit Unbeschwertheit. Die neue Single klingt nach Sommer, Verliebt-Sein, Lebendigkeit trotz „Herumliegens“, Zweisamkeit und einfach mal den Moment genießen.

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    Passend zu einem neuen Tilman-Release gibt’s hier ein Interview mit einer, wie ich finde, tollen untold story am Ende!

    Am 23.04.2022 habe ich Tilman, im Rahmen der durch BY.on geförderten Bavarian Export Session, auf dem c/o Pop Festival in Köln zu einem Interview getroffen. BY.on ist das Spitzenförderprojekt des Verband für Popkulur in Bayern e.V.s (VPBy) für Newcomer:innen aus Bayern.

    Wir haben über die Konstellation der Band, Live-Jamsessions auf der Bühne, weitere Vorhaben und die Verwandlung eines Dönerladens gesprochen.

    Aber lest oder schaut hier selbst.


    Tilman im Interview

    Amélie: Herzlich Willkommen zu diesem Interview im Rahmen des c/o Pop Festivals. Vielleicht könnt ihr euch zu Beginn erstmal vorstellen. Wer sind Tilman?

    Fabio (Tilman): Ich bin Fabio und spiele Gitarre.

    Peter (Tilman): Ich bin Peter und und spiele Schlagzeug. Und Tilman ist…

    Tilman-Band-Indie-Musik-Release-So viel Zeit-Malte Huck-AnnenMayKantereit-Interview-Untoldency-VPBy-co Pop-Festival

    Tilman: Tilman und ich spiele den Gesang (lacht) und Klavier und Gitarre.

    Und wir kommen aus Bad Neustadt.

    Amélie: Beschreibt gerne noch euren Sound.

    Fabio (Tilman): Atmosphärisch.

    Peter (Tilman): Dynamisch.

    Tilman: Poetisch.

    Amélie: Wow, sehr cool! 

    Ihr tretet ja im Moment mit Malte Huck (BEACHPEOPLE, ehemals AnnenMayKantereit) auf. Wie kam es dazu?

    Tilman: Wir haben Peter als Schlagzeuger gefunden, nachdem Fabio und ich schon zusammen Musik gemacht hatten. Mit Peter haben wir uns dann zusammengeschlossen, um unsere erste EP aufzunehmen und haben uns gefragt, ob Bass vielleicht noch cool wäre.

    Wegen unserer ersten Single Zuckersüß“ waren wir schon per Instagram in Kontakt mit Malte. Dem hat der Song irgendwie gefallen und ich habe dann relativ dreist nachgefragt, ob er Bock hat nach Würzburg mitzukommen. Er ist am Start gewesen und seitdem ist es eine ganz lustige Truppe und macht Spaß (lacht).

    Amélie: Und es klingt auch super zusammen!


    „wir jamen bei dem Stück immer noch ein bisschen auf der Bühne“

    Amélie: So und jetzt zu eurer neuen Single Fassade. Bei euch entsteht ja viel beim jamen oder einfach aus dem gemeinsamen Musikmachen heraus. Ist Fassade auch so entstanden?

    Tilman: Auf jeden Fall. Das war der Song für den wir am wenigsten geprobt haben, der aber am besten funktioniert und sich am besten angefühlt hat. Weil da gerade auch die Stärken oder Talente von Peter am Schlagzeug und auch von Fabio rauskommen. Du hast auf jeden Fall recht mit dem Jamen.

    Peter (Tilman): Und wir jamen bei dem Stück immer noch ein bisschen auf der Bühne oder wenn wir den im Studio gespielt haben. Viele Melodien, zum Beispiel die der Instrumentalparts, entstehen während des Stückes. Auch die Studioversion hat ganz eigene Melodien, die live gar nicht mehr so zu hören sind.

    Amélie: Voll spannend. Also ist quasi eine Live-Jamsession am Start?

    Peter (Tilman): Ja, genau!

    Amélie: Nice! Ihr seid ja Teil des Spitzenförderprojekts BY.on des Verband für Popkulur in Bayern e.V.s (VPBy) für Newcomer:innen aus Bayern.

    Was bedeutet das für euch?

    Fabio (Tilman): Mega cool! Das ist eine Unterstützung, die viele Sachen erst ermöglicht. Die finanzielle Unterstützung bei Konzerten, aber auch zum Beispiel die Workshops. Dadurch auch andere Bands kennenzulernen und sich zu connecten.

    Amélie: So ist ja auch der c/o Pop Auftritt zustande gekommen. Seid ihr aufgeregt oder wie fühlt ihr euch jetzt so kurz vor der Show?

    Peter (Tilman): Also eigentlich immer hungrig, wenn wir im Dönerladen spielen und super gespannt, wie die Atmosphäre dort gleich ist. Auch gespannt, wie viele Leute vielleicht noch kommen. Ich glaube wir können den Dönerladen verwandeln.

    Amélie: Das glaube ich auch! Es ist auf jeden Fall eine außergewöhnliche Location, ich freu mich schon sehr.

    Was steht denn jetzt nach der c/o Pop bei euch alles an?

    Peter (Tilman): Wir haben jetzt erstmal noch etwas Abitur- und Studienzeit eingerechnet. Aber vor allem für Juni haben wir richtig viel vor. Auch wieder Vieles gefördert, da sind wir dem VPBy sehr dankbar. Wir spielen zum Beispiel in Regensburg, am 1. Juni, und dann noch in Augsburg.

    Amélie: Habt ihr irgendwelche Ziele, die ihr gerne erreichen oder wo ihr unbedingt mal spielen wollt?

    Tilman: Ein Ziel ist es, erstmal unsere nächste Livesession zu drehen. Eventuell auch zu einem schon aufgenommenen Song. Eine konkrete Bühne gibt es nicht, aber Ziel ist die nächste Studiozeit, die nächsten Releases und Konzerte gut über die Bühne zu bringen.

    Fabio (Tilman): Ich hab mir noch gedacht, dass es cool wäre eine Support-Tour mitzuspielen. Später im Jahr haben wir auch selbst ein paar Termine geplant. Also über eine länger Zeit zu touren, wär echt eine spannende Sache.

    Amélie: Bei euch wird es auf jeden Fall noch sehr spannend!

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    eine Frage – ein Wort

    Amélie: Ich habe mir jetzt noch was Kleines überlegt. Es heißt kurze Frage – ein Wort. Ich stellte euch kurze Fragen und ihr antwortet mit einem Wort oder möglichst knapp darauf.

    Wer hat die meiste Peilung in der Band?

    Tilman: Peter.

    Fabio (Tilman): Peter.

    Peter (Tilman): Peter. (lacht)


    Die Atmosphäre fühlt sich immer wie beim ersten Mal Spielen an

    Amélie: Wie viele Releases stehen dieses Jahr noch an?

    Tilman: Eigentlich darf man das noch gar nicht sagen, aber es stehen wahrscheinlich noch 2 Releases an. Da könnt ihr euch alle sehr drauf freuen! Die werden richtig schmackhaft (lacht)

    Amélie: Eurer Meinung nach euer bester Song live.

    Tilman: Alle.

    Fabio (Tilman): “Blume im Grau” versetzt mich immer in die Stimmung zurück als wir es aufgenommen haben. Die war ziemlich besonders, weil es während des Lockdowns war und man niemanden sehen konnte, wir aber die Möglichkeit hatten zusammen zu spielen. Die Atmosphäre fühlt sich immer wie beim ersten mal Spielen an.

    Das war jetzt ein langes Wort (lacht).

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    Amélie: Voll schön! 

    Was würdet ihr denn sagen ist dagegen die beste Studioproduktion?

    Tilman: “Fassade”

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    Amélie: Köln oder Bad Neustadt?

    Peter (Tilman): Köln!

    Amélie: Passend zur Location heute; was ist denn euer Lieblings-Döner?

    Peter (Tilman): Vegetarischer Döner in Bad Neustadt bei Antalya mit Bratkartoffeln, Pilzen und Naanbrot.

    Tilman: Und Knoblauchsoße.

    Amélie: Das war so schön detailliert, da bekommt man gleich Hunger (lacht).


    Zuckersüß – zum ersten Mal Honig essen

    Nach dem Konzept bei Untoldency wird am Ende eines Interviews nach einer untold story gefragt. Also was euch auf dem Herzen liegt oder eine witzige Anekdote, die ihr noch nie in einem Interview erzählt habt.

    Peter (Tilman): Wir verkaufen jetzt Band-Honig. Wir kamen auf die Idee, weil ich mit der Band das erste Mal Honig gegessen habe.

    Amélie: Wirklich?

    Tilman: Ja, das war vor einem Jahr als Peter sagt, er habe noch nie Honig gegessen. Seit dem ist er verliebt.

    Amélie: Also gibt es jetzt jeden Morgen ein Honigbrot?

    Peter (Tilman): Ja, tatsächlich. Ab jetzt ja dann auch Tilman-Honigbrot!

    Amélie: Das war so eine schöne untold story! Damit schließen wir auch das Interview ab, hat mich riesig gefreut! Jetzt freue ich mich schon sehr auf euren Auftritt.

    Tilman: Danke dir, dass wir hier sein durften.

    Peter (Tilman): Danke, wir uns auch!

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    Foto Credits: Pascal Schattenburg; Amélie Ostara Freund

  • The Komets im Interview: »So viele Möglichkeiten, aber viele wissen nicht wohin mit sich«

    The Komets im Interview: »So viele Möglichkeiten, aber viele wissen nicht wohin mit sich«


    Release-Konzert zur neuen ‚Into Bloom‘-EP

    Am 01.07.2022 erblickte die neue EP von The Komets ‚Into Bloom‘ das Licht der Welt. Die fünf Songs liefern den perfekten Sommersoundtrack, für einen entspannten Tag am Strand mit ‚By the Sea‘ oder einen Roadtrip mit Freunden während ‚Dead End Street‘ aus den Lautsprechern des Autos klingt, einfach weil der Song flowt. Seit ihrem vor zwei Jahren erschienenen Debüt-Album ‚Vibrancy‘, hat sich bei der Regensburger Indie-Folk-Pop Band einiges getan. Alles ist jetzt ein bisschen mehr, mehr The Komets eben. Aber überzeugt euch selbst!

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    Genauso schön, wie die neuen Songs der vier Kometen, war das Release-Konzert am 02.07.2022 im Kulturzentrum Alte Mälzerei in Regensburg. Gleich zu Beginn feierte das Publikum mit Support Mount Adige, Jazz-Pop aus Augsburg, mit. Ab 22:00 Uhr gab es dann die neuen The Komets-Tracks live zu hören. Spätestens bei ‚Dead End Street‘ tanzten alle mit und das zurecht, denn beim zweiten Verse kam Special Guest Fritz Fisherman (Ferge X Fisherman) auf die Bühne und performte seinen Part zum ersten Mal live mit The Komets. Der Abend blieb voller Überraschungen, denn bei ‚Softly Speaking‘, dem Closing-Track der EP, spielten The Komets eine Unplugged-Version mitten im Publikum.

    Auch noch bei der Aftershow Party mit Surv konnte man auf allen Gesichtern ein Lächeln sehen. Auf meinem übrigens auch:-) Also eine riesen Empfehlung, bei der nächsten Gelegenheit mal ein Konzert der Band zu besuchen!


    VPBy X Untoldency

    Ich habe The Komets am 24. April 2022 beim c/o Pop Festival in Köln vor ihrem Auftritt bei der von BY.on geförderten Bavarian Export Session zu einem Interview getroffen. BY.on ist das Spitzenförderprojekt des Verband für Popkulur in Bayern e.V.s (VPBy) für Newcomer:innen aus Bayern. Mit The Komets habe ich über ihren Bandnamen, die neuen Songs und das Musik-Machen gesprochen. Wer also neugierig ist, wer die vier Kometen sind und warum Pauli fast mal in Adiletten auf die Bühne musste, dann geht es hier direkt weiter oder auch im Videoformat beim VPBy.


    The Komets im Interview

    Amélie: Hallo ihr Lieben, schön, dass wir uns heute zu dem Interview treffen!

    Zu aller erst, würdet ihr euch vorstellen? Wer sind The Komets?

    The Komets: Hi, wir sind Pauli, Klara, Jonny und Anna aus Regensburg und spielen seit 2020 zusammen.

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    Amélie: Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?

    Jonny (The Komets): Wir machen weitestgehend Indie-Pop mit Folk-Einflüssen.

    Amélie: Was mich auch sehr interessiert: Wie kam euer Bandname zustande?

    Klara (The Komets): Tja, das ist die große Frage (lacht). Anna und ich sind Schwestern und heißen Metko mit Nachnamen. Wenn man die Silben umdreht, dann kommt „Komet“ raus und so hat sich die Idee ergeben.


    so viele Möglichkeiten, aber viele wissen nicht wohin mit sich

    Amélie: Am 22.04.22, ist eure Single “7 Minutes” rausgekommen. Mir gefällt sie richtig gut und wer sie noch nicht kennt, sollte schnell mal reinhören! 

    Worum geht es in dem Song?

    Anna (The Komets): Dankeschön! 

    Die Single heißt “7 Minutes” und handelt von so einer Übergangsphase, wenn man mit etwas fertig ist, wie zum Beispiel dem Studium, und überlegen muss wo es überhaupt hingeht und was man machen will. Ich hab schon das Gefühl, dass wir in unserer Generation und in unserem Umfeld so viele Möglichkeiten haben, aber gerade das uns überfordert und viele nicht wissen wohin mit sich.

    Amélie: Mega wichtiges Thema, damit kann ich mich selbst auch sehr identifizieren.

    Wie entsteht eure Musik eigentlich? Schreibt ihr einzeln Texte oder entsteht alles gemeinsam im Proberaum?

    Pauli (The Komets): Meistens ist es so, dass entweder Klara, Anna oder ich mit einer Idee kommen und dann setzen wir uns zusammen und arrangieren den Song oder überlegen uns neue Teile. Meistens gibt es also eine Idee, die wir dann gemeinsam ausarbeiten. Wobei einen Song, der im Juli rauskommt, haben wir mehr oder weniger alle zusammen geschrieben. Da sind wir sehr stolz drauf (lacht).

    Amélie: Jetzt kurz zur BY.on Förderung. Ihr seid ja seit ende letzten Jahres im Spitzenförderprojekt BY.on des Verband für Popkultur in Bayern e.V.s für Newcomer:innen aus Bayern. Was bedeutet die Förderung für euch?

    Klara (The Komets): Wir freuen uns mega, dass wir in der Förderung dabei sind. Wir waren jetzt auch schon bei zwei Workshops dabei, was sehr cool war. Auch die anderen Bands kennenzulernen und viel Input zu kriegen. Auch dass man zum Beispiel die Möglichkeit bekommt, wie hier auf der c/o Pop zu spielen.

    Wir freuen uns mega!

    Amélie: Apropos BY.on Coachings: Bei unserem letzten Coaching über „Mental Health auf Tour“ haben wir gelernt, dass es für den Auftritt und den Bandzusammenhalt gut ist ein Ritual vor der Show einzuführen. Habt ihr mittlerweile eine Routine oder ein Ritual?

    Klara (The Komets): Wie haben uns schon mal fest vorgenommen, uns einzusingen, denn das haben wir tatsächlich bis jetzt fast nie gemacht.

    Und das 1-Minute-Workout vor der Show, darauf haben wir richtig Bock!

    Amélie: Ihr habt vorhin auch schon das c/o Pop-Festival angesprochen. Wie ist es für euch auf diesem Festival zu spielen?

    Jonny (The Komets): Ja, mega cool! Einmal ist es natürlich nice, sich andere Bands anschauen zu können, die wir kennen, aber noch nicht live gesehen haben und abends ein Bierchen zusammen zu trinken. 

    Aber auch mega schön hier spielen zu dürfen. Wir sind gespannt wie der Auftritt gleich wird.


    kurze Frage – ein Wort

    Amélie: Jetzt habe ich mir noch was Kleines überlegt. Ich nenne es kurze Frage – ein Wort. Heißt, ich stelle euch eine kurze Frage und ihr antwortet möglichst knapp darauf.

    Wer hat am meisten Peilung in der Band?

    The Komets: Klara

    Amélie: Eurer Meinung nach euer bester Song live?

    Klara (The Komets): ich spiel richtig oft richtig gern “Inside My Head”.

    Pauli (The Komets): ich spiele gerne “Hey Love”.

    Jonny (The Komets): “Hey Love”, aber das wechselt auch immer wieder.

    Anna (The Komets): bei mir “7 Minutes”.

    Amélie: Und eure beste Studioproduktion?

    Klara (The Komets): Die nächste Single, die kommt, finde ich schon ziemlich nice.

    Pauli (The Komets): Die nächste Single!

    Amélie: Da können wir ja schon sehr gespannt sein!

     Köln oder Regensburg?

    Jonny (The Komets): Ich hab noch zu wenig von Köln gesehen.

    Pauli (The Komets): Regensburg! Aber uns hat es sehr gut hier gefallen.

    Amélie: So und passend zur Konzert-Location heute beim Kösebasi Kepab,

    was ist euer Lieblings-Döner?

    Klara (The Komets): Ich liebe den Natur Falafel in Regensburg.

    Pauli (The Komets): Falafel ist nice, mit Gemüse ist nice und die Soße muss unten rein!

    Klara (The Komets): Und er muss vegan sein!

    Jonny (The Komets): schließe ich mich an.

    Anna (The Komets): Cig Köfte!


    eine Show in Adiletten spielen?

    Amélie: Jetzt kommen wir auch schon zum Abschluss. Nach dem Konzept von Untoldency wird am Ende eines Interviews immer nach einer untold story gefragt. Also eine Story von euch, bei der mal was witziges passiert ist oder einfach was euch gerade auf dem Herzen liegt, was ihr noch nie in einem Interview erzählt habt.

    Klara (The Komets): Jonny hat eine Idee!

    Jonny (The Komets): Das mit den Schuhen kurz vor dem Auftritt?!

    Pauli (The Komets): Das ist eine richtig unangenehme Story (lacht).

    Wir haben letztes Jahr im Sommer in Regensburg eine Supportshow gespielt und ich hatte einen Bänderriss und habe unbedingt meine Dr. Martens gebraucht, um die beim Auftritt anzuziehen. Ich habe in meine anderen Schuhe nicht reingepasst. Ich hatte die Schuhe aber in Ingolstadt und dann musste ein Freund von uns die extra mitnehmen. Der kam aber leider zu spät und wir standen schon vor der Bühne und mussten gleich rauf. Dann musste ich noch ganz schnell meine Schuhe anziehen und dadurch hat sich die Show leider ein bisschen nach hinten verschoben, was nicht so gut ankam. Aber eigentlich nur, weil meine Schuhe noch nicht da waren.

    Anna (The Komets): Sie hätte sonst in Adiletten spielen müssen (lacht).

    Amélie: Das hätte auch einen Vibe gehabt (lacht). Danke für’s Teilen dieser Story! Das war’s auch schon mit dem Interview. Ich danke euch!

    Foto Credits: Daniel Dueckminor, Amélie Ostara Freund

  • Elena Steri im Interview: »Am Ende vom Spaziergang bin ich heim gerannt und hab den Song gemacht«

    Elena Steri im Interview: »Am Ende vom Spaziergang bin ich heim gerannt und hab den Song gemacht«

    Dieses Interview ist der erste Teil der Kooperationsreihe VPByXUntoldency. Elena Steri ist Teil des Spitzenförderprojekts BY.on des Verband für Popkultur in Bayern e.V.s für Newcomer:innen aus Bayern.

    Endlich hat der erste Vorgeschmack auf ihr kommendes Album das Licht der Welt erblickt. “reset” heißt die neue Single von Elena Steri. Der Track vereint Gesellschaftskritik, Mehrstimmigkeit und Tanzbarkeit. Sie stellt die Ungleichberechtigung weiblich gelesener Personen authentisch und ohne aufdringlich zu sein, auch in einem beeindruckenden Musikvideo dar. Ich war beim Dreh des Musikvideos in Nürnberg vor Ort und habe Elena zum Interview getroffen. 


    Elena Steri im Interview

    Amélie: Hallo liebe Elena! Willst du dich erstmal kurz vorstellen?

    Elena Steri: Ich bin Elena Steri aus Nürnberg. Ich mache Indie-Elektro-Pop und bin 23 Jahre alt.

    Amélie: Wir haben gerade eine wilde Nacht hinter uns gebracht bei deinem Musikvideodreh. Ich wollte noch sagen, dass dein Outfit richtig cool war! Aber in dem Video wird es sicherlich wärmer aussehen als es tatsächlich an dem Abend in den Hallen des Bühnenfundus war, oder?

    Elena Steri: Ja, es war extrem kalt! In der ersten Dreh-Nacht hat es in den Hallen 3 Grad gehabt, gestern ging es dann aber sogar.

    Amélie: Stimmt, gestern war es mit ganz viel Tee auf jeden Fall aushaltbar (lacht).

    Der Musikvideodreh war zur ersten Single “reset” deines kommenden Albums. Single und Musikvideo sind jetzt veröffentlicht, also hört und schaut es euch unbedingt an!

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    Wie lange hast du denn an dem ganzen Album gearbeitet und wie geht es dir vor Release?

    Elena Steri: Das Album angefangen zu schreiben, habe ich so vor 3 Jahren. Dann haben sich die Songs daraus entwickelt. Meine EP kam ja letztes Jahr im Juli raus und eigentlich bin ich danach sofort weiter und habe Albumdemos produziert. Da war schon klar, dass ich im Dezember im Studio bin. Ich hatte echt nicht mehr so viel Zeit und war dann wirklich 2 Monate lang einfach jeden Tag in meinem Zimmer und hab diese Demos produziert. Es war mir voll wichtig die selbst zu machen. Im Dezember war ich dann im Studio und alles lief super kompakt hintereinander. Das ist aber auch cool, weil das Album eine Story erzählt und einen großen Themenkomplex behandelt. Es ist gut, dass die Songs näher beieinander sind, auch zeitlich, weil man dann besser den roten Faden entdeckt. Mir geht es sehr gut damit! Es ist ein sehr anstrengender, aber auch schöner Prozess gewesen, der sehr erfüllend war. Ich habe mit sehr vielen coolen Menschen gearbeitet. 


    “Es hat sich eigentlich gar nicht so viel verändert in mir drin, ich bin jetzt aber fähig, das was in meinem Kopf ist auch umzusetzen“

    Amélie: Neulich haben wir schon bei einer Show in Regensburg darüber gesprochen, dass deine neuen Sachen ein bisschen anders sind als das Bisherige. Was hat sich verändert und was ist der neue Einfluss bei deiner Musik?

    Elena Steri: Ich hab immer gesagt, dass ich nie elektronische Musik machen will. Jetzt mache ich aber genau die Sachen, die ich nie machen wollte (lacht). Das ist super krass und auch voll schön. Es hat sich eigentlich gar nicht so viel verändert in mir drin, ich bin jetzt aber fähig, das was in meinem Kopf ist auch umzusetzen. Ich hab angefangen und hatte gar kein Wissen wie man Musik produziert. Ich hatte meine kleine Ukulele als einziges Instrument, deswegen hab ich darauf gespielt. Das hat sich graduell weiterentwickelt. Eigentlich war das schon immer da, es ist nur jetzt auch hörbar.

    Amélie: Sehr cool! Das hat auf der Bühne auch in zweier Besetzung schon einen tollen Effekt gehabt mit den ganzen Synthesizern und der Loopstation.

    Als nächstes würde mich interessieren, wer waren deine musikalischen Einflüsse und Vorbilder in dem Mach-Prozess deines Albums?

    Elena Steri: Ich bin tatsächlich zu dem zurückgegangen was ich von klein auf schon kannte. Ich habe als Kind ganz viel Sophie Hunger gehört. Ich fand es immer sehr faszinierend, dass sie so viele unterschiedliche Songs hat, man sie aber trotzdem erkennt. Das war auch mein Ziel. Meine Konstanten sind, dass überall tausend Stimmen drin sind und die zum Teil ungewöhnliche Instrumentierung. 

    Maria Basel ist auch eine Künstlerin, die mich sehr inspiriert hat. Mit ihr habe ich auch einen Song für das Album gemacht. So auch Novaa. Ich habe also mit vielen Leuten gearbeitet, die mich auch musikalisch inspirieren. Das war cool!

    Amélie: Ich stelle es mir auch total schön vor mit Leuten zusammenzuarbeiten, die einen inspirieren. Du hast eben schon angesprochen, dass sich durch dein Album eine Art Leitfaden durchzieht. Ist deine neue Single “reset” dein Album-Favorit oder wird die Spannung für den Star noch gehalten?

    Elena Steri: Es ist ganz schwierig diesmal! Die Songs sind wirklich wahnsinnig unterschiedlich. Es gibt einen Song, bestehend aus nur Streichern und Stimme. Ich hab das komplett selbst arrangiert und auch viel ausprobiert. “reset” ist einer von den elektronischeren Songs, es gibt aber auch welche, die sehr laid back sind. Ich hab immer einen anderen Lieblingssong, kommt auf meine Tagesform an (lacht). Für jede Stimmung ist was drin, das macht es auch interessant.

    Amélie: Und welcher ist gerade im Moment dein Favorit?

    Elena Steri: “reset” ist auf jeden Fall gerade einer meiner favorites und ich höre gerade gerne einen Song, der nach “reset” kommt, “you sat there” heißt der. Es geht so um Gaslighting. Der hat einen richtig krassen Bass, das feiere ich!

    Amélie: Da bin ich gespannt! Aber bleiben wir nochmal bei “reset”. Worum geht es denn in dem Song?

    Elena Steri: In “reset” geht es darum, dass wir in einer Gesellschaft leben, die Frauen immer verspricht die gleichen Rechte zu haben. Aber dieses Versprechen wird nicht gehalten. Im Chorus singe ich “you broke your promise”, das ist damit gemeint. Auch, dass Frauen gegeneinander ausgespielt werden, zum Beispiel von der Schönheitsindustrie, und dass es viel cooler ist, wenn sich Frauen gegenseitig empowern. Ich habe mit so vielen Frauen geredet und diese eine Konstante ist immer Sexismus oder Diskriminierung. Ich glaube da kann jede Frau etwas zu erzählen, weil es etwas ist was uns verbindet. Durch diese Verbindung kann man auch irgendwie wachsen.

    Amélie: Das ist so ein wichtiges Thema was du damit ansprichst. Die Lyrics lauten ja auch “when parts of the industry already get uns to point at one and another”. In der Musikindustrie bekommt man das auch sehr mit. Meintest du auch explizit diese Branche?

    Elena Steri: Teilweise finde ich es schon sehr krass in der Musikbranche. Ich kam als Frau rein und dachte mir: “Krass, ich bin eine von sehr wenigen Frauen und hier sind ja nur Typen”. Erst dachte ich, es sei nur Zufall, aber dann war das immer so. Wenn andere Frauen mal mit mir im Line-Up waren, war immer von Konkurrenz die Rede. Ich hab mich aber immer voll gefreut, wenn sie da waren, dann ist es nicht so unangenehm. Es gibt einfach Sachen, die Männer nicht verstehen können. Deshalb war es mir auch voll wichtig, noch eine Frau in der Band zu haben.

    Oft wird auch gesagt, es gebe schon eine Frau im Line-Up. Es passiert immer noch zu wenig Auseinandersetzung und auch gerade beim Thema Musikerinnen als Mamas. Dann wird immer gefragt, wer denn jetzt auf die Kinder aufpasse und bei Männern wird es als voll cool abgetan.

    Amélie: Auch super wichtiges Thema. Ich glaube zu dem könnte die Line auch den Vergleichskampf von vor allem FLINTA-Personen bei Social Media meinen. Ich hab das Gefühl, dass man sich dort gegeneinander ausspielt, was eigentlich gar nicht sein müsste. Wolltest du dieses Thema auch in dieser Songzeile verpacken?

    Elena Steri: Ja, auf jedem Fall! Ich hatte das gerade am Anfang, als ich abrasierte Haare hatte. Es waren immer Typen, die nach Konzerten zu mir kamen und mir Tipps geben wollten. Sätze wie: “Du bist voll gut für eine Frau” und “Krass, dass du dich auf die Bühne stellst, du siehst ja auch nicht so normal aus”, fielen dann. Da wird gleich wieder eine Schublade aufgemacht und dass man nicht stimmt, so wie man ist. Als bedürfe es Mut sich vor Leute zu stellen, wenn man außergewöhnlich ist. 

    Durch sowas vergleicht man sich mit anderen und auch auf Social Media. Ich hatte super lang Komplexe damit wie ich aussehe beim Singen. Ich bin dann voll konzentriert und schaue nicht so viel ins Publikum, weil ich so drin bin. Das musste ich erstmal lernen, dass das okay ist nicht immer perfekt auszusehen.


    “Am Ende vom Spaziergang bin ich heim gerannt und hab den Song gemacht“

    Amélie: Ja, klar es ist voll der Prozess und es muss noch sehr viel passieren beim Thema Akzeptanz. Die Line “you broke your promise” hast du ja vorhin angesprochen. Meinst du mit “you” die Gesellschaft?

    Elena Steri: “You broke your promise” bedeutet für mich das Versprechen, dass wir alle gleich sind, aber es wird dieser Halbsatz weggelassen “wir sind zwar alle gleich, aber wir werden halt nicht alle gleich behandelt”. Das gilt für ganz viele Gruppen in der Gesellschaft auch hinsichtlich des Themas Rassismus oder sonstige Diskriminierung. 

    Der Song ist voll aus dem Bauch heraus entstanden. Ich wollte eigentlich erst einen anderen Song aufs Album machen, aber kam damit nicht weiter. Dann bin ich spazieren gegangen und als ich 20 Meter aus dem Haus raus war, ist mir der Anfang der Melodie eingefallen. Am Ende vom Spaziergang bin ich heim gerannt und hab den Song gemacht. Innerhalb von einem Tag war er fertig.

    Auch vor dem Hintergrund, dass mir kurz davor jemand sowas mit Konkurrenz und schon anderen Frauen im Line-Up gesagt hat. Das war dann die ganze Zeit in meinem Unterbewusstsein.

    Amélie: Das ist dann super authentisch und so gut, dass du die Realität so offen in deinen Songs ansprichst. In der Branche ist noch so viel gespielt, da tut das gut!

    Apropos gespielt, Queen der Überleitungen (lacht), kommen wir nochmal auf den Musikvideodreh zurück. Auch dort haben wir nur mit FLINTA-Personen gedreht. Worum geht’s und wie kam die Idee zu dem Musikvideo?

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    Elena Steri: In dem Video geht es um eine Protagonistin, die ich nicht selbst spiele. Ich wollte nicht nur meine Geschichte erzählen, deswegen war es mir total wichtig, dass dort eine andere Frau sitzt. Diese erlebt einen Übergriff auf dem Nachhauseweg von einer Party. Das Video erzählt die Hinführung und zeigt in Kamerakreisfahrten verschiedene Situationen davor, währenddessen und danach, wie der Übergriff sie verändert hat. Man sieht wie sie zur Polizei geht und voll aufgelöst ist und ihre Freundinnen, die ihr Support geben. 

    Mir war es total wichtig, dass da nur Frauen drin sind. In dem Verhörraum, spiele ich die Polizistin. Frauen können schon sehr ignorant gegenüber anderen Frauen sein. Ich hab früher bestimmt auch Sachen gesagt, die sexistisch waren, weil ich es nicht besser wusste und nicht so drin war in dem Thema. 

    Ich wollte also einmal die Konkurrenz zeigen, aber auch das Empowernde.

    Wir haben Kameratechnisch sehr aufwendig gedreht mit Kreisfahrten für unsichtbare Schnitte und wir haben die Kamera auf ein Gerüst montiert und über der Szene hin und her geschwungen. Ich bin schon sehr gespannt, wie das am Ende aussieht.

    Amélie: Ich auch! Es war super cool für mich am Set und ich habe mich auch mit den Leuten dort sehr wohl gefühlt.

    Elena Steri: Es war mir auch super wichtig, dass sich alle wohlfühlen. Viele Leute kannten sich nur über Ecken oder gar nicht. Ich hab ja über Instagram einen Aufruf gestartet, dass ich FLINTA-Personen für den Musikvideodreh brauche. Dadurch waren Leute da, die ich gar nicht kannte und auch gute Freundinnen von mir. Dafür hat es echt erstaunlich gut funktioniert, das fand ich sehr schön.


    “Ich finde es super wichtig, dass man als Musiker:in selbst weiß wie Dinge gehen, auch wenn man sie outsourced“

    Amélie: Kommen wir jetzt zu dem Thema BY.on. Du bist Teil des Spitzenförderprojekts BY.on des Verband für Popkulur in Bayern e.V.s (VPBy) für Newcomer:innen aus Bayern.

    Was hat sich seitdem bei dir verändert?

    Elena Steri: Extremer Vorteil ist die Reisenkostenförderung bei Shows. Wenn man niemanden hat, der das gut aushandelt, ist das oft sehr schwierig. Man bekommt dann die Gage und muss erstmal Reisekosten abziehen. Wir hatten das letzten September, da habe ich meine erste Show mit der Band gespielt und zwar gleich im Knust in Hamburg. Wir hatten die Gage und die Fahrtkosten waren nicht drin, sodass es eine Nullrechnung war. Dafür ist die Förderung super cool.

    Aber auch das Connecten mit den anderen Künstler:innen finde ich voll spannend. Vor BY.on kannte ich auch schon alle aus der letzten Runde und es ist voll schön, die Leute dann auch bei z.B. den Coachings zu sehen. Der Umgang ist sehr liebevoll und ich hab das Gefühl, dass man hinschreiben kann, wenn was ist oder man eine Frage hat.

    Natürlich gibt’s auch Plätze für Showcases. Die Komponente ist für uns extrem schön, gerade bei so Sachen wie dem c/o Pop-Festival.

    Amélie: Mit der Auftrittsförderung warst du jetzt und gehst noch auf Tour mit Me and Reas. Wie hast du das bis jetzt wahrgenommen?

    Elena Steri: Es ist schon lustig, wenn man als 23 jährige Frau mit fünf Männern auf Tour geht. Zwei sind schon verheiratet, haben Kinder und sind alle mindestens sechs Jahre älter. Ich hab mich davor schon ein bisschen gefragt wie es wohl wird, aber die sind alle super sympathisch. Es ist auch immer schön, wenn man viel unterwegs ist und sich die Städte am Nachmittag anschauen kann. Ich dachte immer, dass ich nicht gerne unterwegs bin, aber irgendwie hat sich das total geändert. Wenn ich dann mal länger Zuhause bin, fehlt es mir total.

    Amélie: Jetzt kommen wir dem Ende schon etwas näher. Was erhoffst du dir weiterhin von der Förderung? Hast du Ziele für die nächsten zwei Jahre, die durch die Förderung klarer werden können?

    Elena Steri: Ich nehme alle Coachings mit die gehen. Ich möchte voll viel lernen! Ich finde es super wichtig, dass man als Musiker:in selbst weiß wie Dinge gehen, auch wenn man sie outsourced. Und ich würde ultra gerne das Reeperbahnfestival spielen! 

    Ich möchte mich so viel wie möglich connecten, weil ich gemerkt habe, was das für eine Chance ist, wie viel Spaß es macht und wie gut man sich pushen kann, wenn man sich gegenseitig unterstützt.

    Amélie: Yes, Netzwerken ist Key! (lacht) 

    Jetzt folgen wir noch dem Konzept von Untoldency, was du auch schon kennst. Hast du für uns eine untold story, also etwas was du noch nie in einem Interview erzählt hast?

    Elena Steri: Als wir den Song “reset” gemacht haben, hatte ich am Anfang Trompeten und Streicher drin. Wir hatten dann kurz Kontakt mit Meute, der Techno-Marching-Band, und dann war die Überlegung, ob wir zusammen den Song machen wollen. Das hat dann zeitlich nicht hingehauen. Die Richtung vom Song hat sich dann in dem Moment ein bisschen geändert, als wir, Antonia aka Novaa und ich, eigentlich nur ein Drumsample gesucht haben. Wir sind aus versehen zu lange auf der Taste des Midi-Keyboards drauf geblieben und dann kam ein ganzer Techno-Beat raus. Wir saßen beide da und fanden es cool. Antonia meinte, wenn wir das so machen wollen, müssten wir den ganzen Song umshiften. Ich meinte nur: “Let’s do it!”. Einen Tag später war dann der Song so, wie er jetzt ist.

    Amélie: Das ist eine schöne untold story! Danke für all die Einblicke, die du gegeben hast, es hat super viel Spaß gemacht.

    Elena Steri: Mir auch. Danke dir!

    Wer Lust hat ein bisschen durch die Wohnung zu tanzen und neugierig auf den neuen Stil von Elena Steri geworden ist, sollte sich ihre neue Single “reset“ jetzt anhören!

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    Foto Credits: Ivana Marija Hope, Amélie Ostara Freund