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Tag: 23. März 2021
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Exklusive Videopremiere: Eveline und „Sexual“
Wir starten mit super viel Power in die folgende Videopremiere: sowohl musikalisch als auch inhaltlich zeigt Eveline in ihrer neuen Single „Sexual“ wie wichtig es ist, vermeintliche Tabu-Themen auch auf musikalische Weise zu verarbeiten. Sexual ist eine elektronisch aufgeladene Ballade und allein dieser Gegensatz sollte aufhorchen lassen. Denn das hier ist wirklich ziemlich gut. Doch warum, welches Tabu-Thema Eveline hier verarbeitet und welche metaphorischen Ebenen das Video aufmacht, erfahrt ihr alles jetzt.
„I’m no longer sexual“
Wir alle haben in unserem Leben schon Millionen Begegnungen mit Clickbait gemacht. Unter all diesen zerreißenden Überschriften, die darauf abzielen, dass wir sie anklicken, ist die Einbindung des Worts „Sex“ wahrscheinlich die häufigste. Und auch wenn die Diskussion hinter dem warum Inhalt für eine ganze Hausarbeit wäre (ihr dürft sie gerne hier klauen), so kann man es aber auch ganz kurz und knapp auf den Punkt treffen: Menschen (meist Frauen tho, let’s be honest) werden in jedem möglichen gesellschaftlichen Kontext sexualisiert. Alles in unserem Leben dreht sich mehr oder weniger um Sex. Wir werden in so viele Situationen damit konfrontiert, von Kind auf, dass man sich dem eigentlich gar nicht entziehen kann. Und dieser vermeintliche Status Quo reproduziert natürlich auch Erwartungen. Erwartungen, auch sexual zu sein und das zu wollen, was alle wollen. Sex.
Eveline zeigt in ihrem sehr persönlichen Song, dass sie das eben nicht will. Sie widerspricht diesen sozialisierten Erwartungen, sexuelle Zuneigungen zu empfinden und nachzugehen. Sie ist nicht sexual.
„Right now, I don’t feel it at all. And I think that is absolutely fine. People shouldn’t feel uncomfortable talking about it. It’s not a taboo.”
Und da hat Eveline absolut Recht. Es ist kein Tabu und das möchten wir mit diesen paar Worten vor der eigentlichen Videopremiere (dafür sind wir ja hier) auch betonen. Man muss auch gar nicht groß darum diskutieren, warum manche Menschen sich so fühlen. Denn ob aus traumatischen Erfahrungen oder persönlichen Identitätszuschreibungen, das ist ja genau so privat wie die Gründe, aus denen man Sex haben möchte. Easy as that. Und damit präsentieren wir: Das Musikvideo zu Evelines neuen Single Sexual:
„Superficial attraction is my soul’s enemy”
Musikalisch beginnt Sexual mit einem eingesprochenen Intro, das mit so viel Hall, wie da drauf liegt, fast schon cinematisch wirkt: „When I was a kid, I was hoping, someday he would come to save me.”
Das lassen wir erstmal für eine Sekunde sacken. Eveline erzählt das anscheinend immer noch nicht auserzählte Märchen von der hilflosen Prinzessin und dem großen männlichen Helden, der sie rettet– männlich wie er ist und hilflos wie sie ist. Das Märchen, das, so dumm es auch ist, immer wieder und wieder und wieder in allen möglichen Konstellationen reproduziert wird. Und der Ursprung der ganzen gesellschaftlichen Erwartungen ist, die auf denen lasten, die ihnen nicht entsprechen.
Nach dieser Sekunde aufkommenden Grolls auf das Patriachat steigt Sexual dann richtig ein – Synths fliegen mir um die Ohren, dass ich das Gefühl habe, Eveline holt mit all ihrer Power zum Gegenschlag aus. Und das tut sie. Fette und vor allem laute Drums stoßen auf eine ansonsten absolute Ruhe in dem Song und lassen mich einfach nur absolut gebannt am Seitenrand zuhören. Und das ist es, was der Song will. Er will gehört werden. Er möchte raus in die Welt und mit all den vermeintlichen Tabus brechen, die auf uns liegen. Sagen, was nicht gesagt werden „darf“ und validieren, was obwohl so totgeschwiegen, trotzdem gefühlt wird. Empowerment in seiner pursten Form.
„Is it just you
Guess it’s on me
Let’s stop it anyways
Oh, i know what you
What you want me to do
Just wanna hideaway”
Zu guter Letzt ein paar Worte zum Video selbst. Zusammen mit Director Jonas Unden hat Eveline sich zu dem Musikvideo ein besonderes Konzept ausgedacht: Sexualität dargestellt in Form von gemeinsamen Essen. Lässt man sich auf diese metaphorischen Ebenen ein, macht das auf den ersten Blick vielleicht verwunderliche Video super viel Sinn. Die angespannte und nervöse Energie vorm Essen, die fast schon schüchtern wirkt. Das langsame und widerwillige Herantasten an das sterile Essen. Mein Lieblingssatz im ganzen Lied ist und bliebt aber eindeutig „Too much male energy simply disgusts me“ und damit schließe ich auch diese Videopremiere ab.
Fotocredit: Laurina Pettke
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Exklusive Videopremiere: Kicker Dibs und „Schmetterlinge“
Es gibt zur Abwechslung mal wieder etwas zu feiern, das kommt in letzter Zeit schließlich viel zu kurz: Kicker Dibs veröffentlichen heute nämlich das Musikvideo zu ihrer neuen Single „Schmetterlinge“. Und wir erstrahlen vor Freude in den buntesten Farben, weil wir euch eben jenes exklusiv präsentieren dürfen. Worum es im Song geht, wie er klingt und natürlich vor allen Dingen, wie das Video aussieht – das alles erzählt euch Jule im nachfolgenden Artikel.
Eines meiner letzten richtigen Clubkonzerte war tatsächlich das der Kicker Dibs gemeinsam mit Tombola im Berliner Badehaus. Das war am 09.01.2020… Seitdem ist ganz schön viel, aber auch echt extrem wenig passiert (eine kleine Träne kullert über meine Wange). Den Kennern der Szene, also euch, sind Niki, Tingel und Lenny sicher schon lange ein Begriff. Schließlich reicht die Diskografie der Jungs bis ins Jahr 2016 zurück. Wer bei der neuen Single aber einen saftig-rockigen E-Gitarren-Hit á la „Ohne dich“ oder „Sterne oder Häuser“ erwartet, der wird jetzt von einem fast schon Kicker Dibs-untypischen Popsong überrascht. Denn genau wie ein Schmetterling selbst hat hier auch der Sound eine gewisse Metamorphose durchgemacht.
Was wäre, wenn wir wieder werden was wir waren?In dem Song geht es um das Reflektieren einer Beziehung, die ganz offensichtlich am Ende zu sein scheint. Und ist das allein nicht schon hart genug einzusehen, macht es die aktuelle Zeit gerade noch ein ganzes Stück schwerer, ein solches Ende zu akzeptieren. Die Lyrics sind nachdenklich, melancholisch aber eben auch knochenehrlich. Gerade das ist es, was die Geschichte wahrscheinlich für viele absolut nachvollziehbar macht. Aus Schmetterlingen im Bauch werden Schmetterlinge im Rauch. „Es ist ein Lied über das Loslassen, das einen nicht mehr loslässt“ sagt Sänger und Songwriter Niki über den Song.
Und genau diese Phase haben die Kicker Dibs in dem dazugehörigen Musikvideo, das sie in ihrem Studiohaus in Berlin zeigt, in eine wunderbar passende Bildsprache übersetzt, die ihr euch hier und jetzt anschauen könnt:
Im Video sieht man Sänger Niki, wie er, mit Kopf und Herz offensichtlich völlig woanders, versucht, seine Gefühle zu ordnen. Aus Zeitunglesen wird ein abwesendes Löcher-in-die-Luft-Gucken. Der Versuch auf dem Sofa zu entspannen endet in einem gedankenverlorenen Beobachten des Himmels. Und auch die mögliche Ablenkung, Backgammon mit sich selbst zu spielen, macht überraschend wenig Spaß – wobei ich ihm das ehrlicherweise auch schon vorher hätte sagen können. Trotzdem kommt mir jede einzelne der von den Kicker Dibs dargestellten Situationen bekannt vor. Manchmal ist es eben genau das was man braucht, um eine schwierige Phase zu verarbeiten. Aber genauso kann es manchmal das Allerbeste sein, sich mit seinen Freunden von einfach allem abzulenken. Diesen Eindruck macht Niki, als er mit seinen Bandkollegen musizierend im Wohnzimmer steht. In genau diesem Moment ist die Lebensfreude zurück in seinem Gesicht und vor allem seinen Augen.Kicker Dibs zeigen mit diesem dem Video zu „Schmetterling“, dass alle Arten, mit Schmerz umzugehen, okay sind. Gib dich ihm hin, lenk dich von ihm ab, verabscheue ihn, zelebriere ihn. Vielleicht interpretiere ich da zu viel rein, aber das ist einfach ein wunderbares bildliches Storytelling. Was meint ihr?
Und zum Ende dieses Artikels gibt’s noch eine weitere gute Nachricht: Nach etlichen Jahren des gemeinsamen musikalischen Herumstreunerns veröffentlichen die Kicker Dibs am 21.05.2021 ihr Debütalbum, das den passenden Namen „Vagabund“ tragen wird. Bis dahin einfach noch bisschen das Video zu „Schmetterling“ gucken, Profi-Tipp.
Fotocredit: Tobias Schult

