Gefühle sind selten praktisch. Sie kommen oft zu spät, gehen zu früh und halten sich grundsätzlich nicht an Vereinbarungen. Mit „1 A Feelings“ nehmen Elena Rud dieses Chaos einfach so, wie es ist und packen es in sechs Songs, die klingen wie ein Kribbeln im Kopf.
Nach dem Debüt-Album “Heimlich weinen” von 2024, geht es nun für die Münchener Band im Indie-Rock / NDW Sound weiter, immer mit der richtigen Menge Humor und Ironie. Man fühlt sich erinnert an Ideal, Nena oder Wir Sind Helden. Markantestes Merkmal bleibt dabei die kratzige Stimme von Frontfrau Elena.
Alter Sound, frische Gefühle
Die EP beginnt mit „Vielleicht“, einem Crush in Songform: leicht peinlich, leicht horny, völlig unvernünftig – aber ehrlich genug, dass man es sofort versteht. Endlich jemandem ins Gesicht brüllen, dass man ihn will.
„Vielleicht, vielleicht, vielleicht
Wäre ich gern mit dir allein
Vielleicht, vielleicht, vielleicht
Könnten wir dabei auch nackt sein“
„Kein Bock“ ist dagegen das Anti-Work-Antlitz einer Generation, die seit Jahren übermüdet ist und Silent Quitting perfektioniert hat. Ein Song wie ein Augenrollen im Takt und eine Hymne an den Arbeitszeitbetrug.
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Weitere Informationen ‚Zwischen The Smiths, Punk und Therapie
„Please Please Please“ macht aus Verliebtheit wieder etwas Heimliches. Mit seinen The Smiths-Anspielungen klingt der Song wie der Soundtrack einer 2000er-Romcom.
Doch es bleibt ein Auf und Ab der Gefühle. Elena Rud switchen in Highspeed von romantischem Liebeslied zu “Foto” , dem unerwartete Punk-Moment der EP. Da wird natürlich in originaler Punk-Marnier erstmal im Intro ein bisschen geflucht. Und während Elena dann von Rausch, Therapiesitzung und Heartbreak singt, hat man als Zuhörer das Bedürfnis zu pogen.
„Ich schick‘ dir ein Foto von mir, wie ich heul‘ in Therapie
Ein schönes Foto von mir, so gut ging’s mir noch nie!“
Mit „Ein Kuss“ folgt dann der weiche Kern der EP. Ein Liebeslied das genauso zärtlich wie schonungslos ist. Zwischen seichten Indie-Gitarren wird die Sehnsucht nach dieser einen Person besungen.
„Warum fühle ich mich so allein, wenn ich in den Spiegel schau?“
Und „XXS“ schließt nicht nur mit der EP, sondern mit all den unbequemen Gedanken, die man lieber nicht denken würde. Ein Spiegelbild, das man kennt – und manchmal nicht erträgt.
Ein Song für die Generation, die von GNTM und Heroin-Chic geprägt wurde und mühsam versucht, sich selbst zu lieben. Ein Stück Hoffnung, auf dieser Reise nicht allein zu sein.
Elena Rud präsentieren mit „1A Feelings“ sechs Songs über alles, was man normalerweise runterschluckt. Sechs Anläufe, sich selbst nicht im Weg zu stehen. Ein bisschen süß, ein bisschen salzig, ein bisschen kaputt.
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