Punk-Energy, beißender Humor und feministische Texte. Mit „GOOD GIRL“ liefert die Berliner Band Remote Bondage ein Debüt, dass die stark männlich dominierte, deutsche Indie-Szene ein wenig aufrütteln dürfte.
Es geht um Liebe, Chaos und Wut, während Opern- und Musical-Elemente mit Moshpit-Beats verschmelzen. Der gitarrenlastige Indie-Sound und die Selbstverständlichkeit mit der feministische oder sozialkritische Themen in authentische Texte eingewoben werden erinnert an Artists wie Blond oder Paula Carolina, ohne diese schlicht zu kopieren. Zwischen Schutt und Glitzer hinterfragen Remote Bondage in ihren Texten gesellschaftliche Strukturen, immer mit einem Augenzwinkern.
Goodbye „good girl“
Im Fokustrack “GOOD GIRL (go to hell)” wird direkt mit konservativen Vorstellungen von Weiblichkeit aufgeräumt und dem Bild des titelgebenden “good girl” abgeschworen. Dem vermeintlichen Ideal wird eine progressive Vision gegenübergestellt, die FLINTA*-Personen erlaubt “nein” zu sagen und Raum einzunehmen.
“Sie schreit nicht mehr in ihr Kissen Sie will sich nicht mehr vermissen Denn schon immer war sie gut genug”
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In “Alle leben schneller” hinterfragen die fünf MusikerInnen, ob der kapitalistische Wahnsinn denn wirklich wichtiger ist, als die Mario Kart-Platzierung. Es geht um das Vergleichen mit anderen, um das Gefühl hinterher zuhängen und am Ende doch nie genug zu sein. Und da wir es in diesen schnellen Zeiten viel zu selten klarstellen, verlautbaren Remote Bondage im dritten Track des Albums galoppierend: „ich hab dich so lieb“! Mit Zeilen, wie
„Du bist mein Hobbyhorse Ich reit‘ auf dir durch’s Dorf“
oder
„Vielleicht nein oder ja schreib ich auf ein Blatt und hoffe sehr wir sind am Ende nackt“
wird dabei selbst bewusst und ungehemmt sexuelles Verlangen vertont.
Menstruation, Weltschmerz und Nostalgie
Was in einem feministischen Album wie diesem natürlich nicht fehlen darf: die Thematisierung der Menstruation. So widmen Remote Bondage dieser eine ganze „Ode an die Periode“ – inklusive Orgel-Interlude („Maria durch den Zyklus ging“) – die so manch eine:n an die Schmerzen erinnern könnte, die wohl auch Maria im Dornwald erlitt. Der opern-esque Gesang reißt dabei in klassischer Punk-Manier alle Genre-Grenzen ein.
Düstere Gitarre, tiefe Drums und monotoner Gesang leiten dann den wohl sozialkritischsten Song des Albums, “So kann’s nicht bleiben” ein. Remote Bondage zeichnen darin ein finsteres Bild der Welt, dass sich doch allzu real anfühlt.
“kein Baum wirft mehr Schatten Wir versinken im Dreck Hände halten sich nicht mehr Sondern stoßen sich weg
Tiefe Risse im Fundament Sie sind nicht zu glätten Faschos im Parlament Werden niemanden retten“
Der Song drückt eine Sehnsucht nach Veränderung, Widerstand und Gemeinschaft aus – ein Statement gegen endlose Debatten in vermeintlich linken Bubbles und für gemeinsames Verbünden.
“FCK ALLES UND NICHTS” bekommt in diesem Zusammenhang eine ganze neue Ebene. Entgegen des nihilistischen Titels, verhandelt der Song allerdings die Komplexität des sexuellen Heranwachsens. Über eine extrem markante Bassline philosophieren die Sängerinnen übers Wollen und Nicht-Wollen.
“Nintendo DS </3” liefert dann bittersüße Nostalgie und vertont die Gefühle die der allererste Heartbreak mit sich bringt. Mit herzzerreißender Melancholie wir dabei der Verlust des Kindheit selbst betrauert.
Die schwere hebt sich dann in “WG”, wo leichtfüßig alle Horrorszenarien, die das WG-Leben so mit sich bringen kann durchlaufen werden. Von Sackhaaren im Sieb über viel zu dünne Wände bis hin zu Maden und Motten ist alles dabei.
„Wer hat gesagt es kann nur eine geben?“
Auf dem Feature-Track “Madonna vs. Britney” wird dann gemeinsam mit Nikra vollste Punk-Attitüde und Riot-Grrl Energy rausgelassen. Der Song kritisiert von den Medien hochgepushte weibliche Rivalitäten und ruft zur Solidarität unter FLINTA*-Personen auf. Mit dem Narrativ von “Es kann nur eine geben” wird aufgeräumt und Germany’s Next Topmodel outgecalled.
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Das Album schließt mit einer positiven Note. Am Ende bleibt nur, sich vorzustellen “als wäre es egal” wen du liebst. So verabschieden sich Remote Bondage hoffnungsvoll, diesen Konjunktiv eines Tages in Gegenwart zu verwandeln, aus ihrem Debüt.
Gefühle sind selten praktisch. Sie kommen oft zu spät, gehen zu früh und halten sich grundsätzlich nicht an Vereinbarungen. Mit „1 A Feelings“ nehmen Elena Rud dieses Chaos einfach so, wie es ist und packen es in sechs Songs, die klingen wie ein Kribbeln im Kopf.
Nach dem Debüt-Album “Heimlich weinen” von 2024, geht es nun für die Münchener Band im Indie-Rock / NDW Sound weiter, immer mit der richtigen Menge Humor und Ironie. Man fühlt sich erinnert an Ideal, Nena oder Wir Sind Helden. Markantestes Merkmal bleibt dabei die kratzige Stimme von Frontfrau Elena.
Alter Sound, frische Gefühle
Die EP beginnt mit „Vielleicht“, einem Crush in Songform: leicht peinlich, leicht horny, völlig unvernünftig – aber ehrlich genug, dass man es sofort versteht. Endlich jemandem ins Gesicht brüllen, dass man ihn will.
„Vielleicht, vielleicht, vielleicht Wäre ich gern mit dir allein Vielleicht, vielleicht, vielleicht Könnten wir dabei auch nackt sein“
„Kein Bock“ ist dagegen das Anti-Work-Antlitz einer Generation, die seit Jahren übermüdet ist und Silent Quitting perfektioniert hat. Ein Song wie ein Augenrollen im Takt und eine Hymne an den Arbeitszeitbetrug.
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„Please Please Please“ macht aus Verliebtheit wieder etwas Heimliches. Mit seinen The Smiths-Anspielungen klingt der Song wie der Soundtrack einer 2000er-Romcom.
Doch es bleibt ein Auf und Ab der Gefühle. Elena Rud switchen in Highspeed von romantischem Liebeslied zu “Foto” , dem unerwartete Punk-Moment der EP. Da wird natürlich in originaler Punk-Marnier erstmal im Intro ein bisschen geflucht. Und während Elena dann von Rausch, Therapiesitzung und Heartbreak singt, hat man als Zuhörer das Bedürfnis zu pogen.
„Ich schick‘ dir ein Foto von mir, wie ich heul‘ in Therapie Ein schönes Foto von mir, so gut ging’s mir noch nie!“
Mit „Ein Kuss“ folgt dann der weiche Kern der EP. Ein Liebeslied das genauso zärtlich wie schonungslos ist. Zwischen seichten Indie-Gitarren wird die Sehnsucht nach dieser einen Person besungen.
„Warum fühle ich mich so allein, wenn ich in den Spiegel schau?“
Und „XXS“ schließt nicht nur mit der EP, sondern mit all den unbequemen Gedanken, die man lieber nicht denken würde. Ein Spiegelbild, das man kennt – und manchmal nicht erträgt.
Ein Song für die Generation, die von GNTM und Heroin-Chic geprägt wurde und mühsam versucht, sich selbst zu lieben. Ein Stück Hoffnung, auf dieser Reise nicht allein zu sein.
Elena Rud präsentieren mit „1A Feelings“ sechs Songs über alles, was man normalerweise runterschluckt. Sechs Anläufe, sich selbst nicht im Weg zu stehen. Ein bisschen süß, ein bisschen salzig, ein bisschen kaputt.
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2025 war für mich, wie schon die letzten Jahre, mal wieder ein bunter Genre-Mix, der von Pop über Indie-Rock und Hardcore-Punk. Dass ich dieses Jahr zum Metalhead werden würde stand allerdings nicht auf meinem Bullshit Bingo. Dass mein Album des Jahres dennoch ein Folk-Rock-Album sein würde auch nicht.
Deutscher Metal-Pop
Auch wenn viel altbekanntes aus den letzten Jahren mir auch 2025 noch gefallen hat, brachte das Jahr dennoch einen markanten shift in meinem Musikgeschmack hin zu deutlich härterer Rock-Musik. Zum ersten Mal habe ich dieses Jahre angefangen mich tiefer gehend für Alternative Rock und Metal, vor allem der späten 90er und frühen 2000er, zu begeistern. Ausgelöst wurde das ironischerweise von einer Künstlerin, die mit ihrer Musik oft fälschlich als deutscher Indie-Pop abgestempelt wird.
Im März erschien mit “silber” das zweite Album von Mia Morgan und es hat mich komplett aus den Socken gehauen. Inspiriert von Bands wie Bring Me The Horizon, Linkin Park und Nine Inch Nails widmet sich Mia Morgan auf ihrem zweiten Album voll und ganz den verschiedensten Subgenres des Rock und Metal. Was auf dem Debüt, “Fleisch” noch eher im Hintergrund lag, versteckt unter dicken Schichten 80s Synth-Pop und Indie-Rock, kommt auf “silber” nun zu voller Geltung. Krachende, verzerrte Gitarren statt Synthesizer, Live-Schlagzeug statt Drum Machine und eine große Portion female rage. Songs wie “(spielen mit den großen) JUNGS” und “silbertablett” verlangen einfach mit Live-Band und Moshpit bei Rock am Ring gespielt zu werden und haben bei mir das Interesse an mehr härterer Musik geweckt.
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Dementsprechend erschien im gleichen Monat mit “Tsunami Sea” das 2. Album der kanadischen Metal-Band Spiritbox und schon jetzt fällt mir auf dass dieser Jahresrückblick doch ein Überthema zu haben scheint: Starke weibliche Frontpersonen. Was das angeht gibt es aktuell nur sehr wenige, die Courtney LaPlante von Spiritbox das Wasser reichen. Mit Leichtigkeit wechselt sie zwischen gescreamtem und melodischem Gesang und hat dabei eine Bühnenpräsenz, die an die großen Pop-Sängerinnen unserer Zeit erinnert.
Dass LaPlante absolut zur Royalty der Rock- und Metal-Sängerinnen gehört wurde dieses Jahr auch durch ihren gemeinsam Song mit Poppy und Amy Lee von Evanescence, “End of You” deutlich. Drei Generationen an Musikerinnen, die sich zur Metal-Version von Boygenius zusammenschließen. Das hat mein noch junges Metal-Herz mit Freude erfüllt.
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Ein Album, dass streng genommen schon 2024 erschien, ist “From Zero” von Linkin Park. Da im Mai aber eine Deluxe Version mit drei zusätzlichen Songs released wurde, will ich hier mal ein bisschen mogeln. Ich habe nicht (laut Spotify Wrapped) 1069 Minuten meines Jahres mit diesem Album verbracht um jetzt nicht zumindest kurz drüber zu sprechen.
Wenn ich hier von den starken weiblichen Stimmen und Frontpersonen spreche muss Emily Armstrong natürlich erwähnt werden. Linkin Parks unerwartetes Comeback letztes Jahr und die darauffolgende Tour übertrafen alle Erwartungen und Emily Armstrong als neue Sängerin war definitiv einer der Gründe dafür. Zwischen ruhigeren, melodischeren Songs, wie “Over Each Other” oder “Good Things Go” und den großen, lauten Hits, wie “Emptiness Machine” und “Heavy is The Crown” trägt sie mit ihrer Stimme das Album und die Live-Performance der Band. Das niemand so schön schreit wie sie beweist sie im Intro von „Casualty„. Eine queere Frau an der Spitze der aktuell wahrscheinlich größten Rock-Band der Welt zu sehen war für mich definitiv eines der Highlights 2025.
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Nicht ganz in der Metal-Schiene aber doch im Kosmos der härteren Gitarrenmusik bewegten sich dieses Jahr außerdem Turnstile mit “Never Enough”. Auf ihrem mittlerweile fünften Album entwickelt die Band aus Washington ihre Mischung aus Hardcore-Punk, sphärischen Synths und Indie-Gitarren weiter. “Never Enough” ist gleichzeitig simple und komplett durchdacht, gleichzeitig gefühlvoll und auf die Fresse. Songs wie “Birds”, “I Care” und “Seein’ Stars” wollten meine On-Repeat-Playlist das Jahr über einfach nicht verlassen.
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Kommen wir nun zu etwas seichteren Klängen. Denn trotz meiner Metal-Phase sind auch Pop und Indie dieses Jahr bei mir nicht zu kurz gekommen. Das Album, auf dass ich mich seit Beginn des Jahres am meisten gefreute habe, war ohne Zweifel “Aus keiner meiner Brücken die in Asche liegen ist je ein Phönix emporgestiegen” von Drangsal.
Wer die raren Auftritte von Max Gruber, aka Drangsal, in den vergangenen zwei Jahren verfolgt hat, konnte sich schon denken, dass ein viertes Drangsal-Album, so es denn jemals erscheinen würde, sich wahrscheinlich deutlich von seinen Vorgängen unterscheiden würde. “Aus keiner meiner Brücken” stellt eine deutliche Abkehr vom hochpolierten, durchproduzierten “Brutalo-Pop” des letzten Drangsal-Albums, “Exit Strategy”, dar. Alles scheint ruhiger, gesetzter, 30 bpm langsamer. Klavier ersetzt Synthesizer, mehr Akustik-Gitarren, weniger Distortion. Alles ist weniger durchstrukturiert und es gibt mehr Raum für Experimente und Instrumental-Parts.
Der sperrige Albumtitel und Songnamen, wie “Die Bestie mit dem brennenden Schweif” haben es schon vermuten lassen: Dieses Album biedert sich nicht an, ist verkopft und verworren. Drangsal – mittlerweile nicht mehr nur Max Gruber, sondern eine dreiköpfige Band, gemeinsam mit Marvin Holley und Lukas Korn – machen was sie wollen und wie sie es wollen. Trotzdem finden sich auf dem Album mit Songs, wie “Bergab” oder “Die satanische Ferse” klassische Drangsal-Songs, die den früheren Alben doch gar nicht so unähnlich sind. Denn
„man kann so viel verändern und doch bleibt alles gleich“
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Es ist für mich immer ein wenig frustrierend, am Ende des Jahres auf die lange Liste mit Alben, die ich unbedingt anhören wollte, zu schauen und festzustellen, wie viele ich doch gekonnt ignoriert habe. Bis vor ungefähr drei Wochen war “Ego Death At A Bachelorette Party” eins davon. Als Paramore-Fan hat mich Hayley Williams drittes Solo-Album natürlich interessiert, aber anscheinend doch nicht doll genug.
Als ich dem ganzen vor kurzem dann doch nochmal eine Chance gegeben habe, hat es mich auf Anhieb komplett umgehauen. Auf ganzen zwanzig Songs deckt Williams verschiedenste Facetten des Indie-Pop und Alt-Rock ab, teils experimentell, teils nostalgisch. Ihre gesangliche Bandbreite steht der instrumentellen dabei in nichts nach. Auf tiefe, intime Momente folgen laute, kraftvolle Refrains, die ein wenige an frühe Paramore-Tage erinnern.
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Die schönsten Alben sind doch die, die einen am Anfang gar nicht abholen und erst mit der Zeit ans Herz wachsen. So war es für mich bei dem Album, dass ich tatsächlich als mein Lieblingsalbum des Jahres bezeichnen würde, “The Clearing” von Wolf Alice. Auf den ersten Blick ein Folk-Rock-Album, dass sehr an die späten 60er und frühen 70er und Bands wie Fleetwood Mac erinnert. Das würde mich an sich erstmal nicht abschrecken, entsprach aber dieses Jahr (wie durch die zuvor erwähnten Alben deutlich werden dürfte) nicht ganz meinem Vibe. Ich hab mich trotzdem immer wieder dabei erwischt, wie ich es doch nochmal angehört habe, dem ganzen doch nochmal eine Chance geben wollte, bis es klick gemacht hat.
“The Clearing” stellt stilistisch die wahrscheinlich größte Kehrtwende in der Karriere von Wolf Alice dar, einer Band, bei der Genrebezeichnungen ohnehin nur limitierend erscheinen. Auf Klavierballaden, wie “Thorns” oder “Play it Out”, energetischen Pop-Songs, wie “Bloom Baby Bloom” und “Bread Butter Tea Sugar”, und experimentelleren Folk-Songs, wie “White Horses”, besingt Frontfrau Ellie Roswell Themen, wie Liebe, Freundschaft, Identität und das verwirrende Leben in den 30ern. Mein persönliches Highlight des Albums und vielleicht mein Lieblingssong des Jahres war dabei “Just Two Girls”. Der Titel ist Programm. Roswell besingt nichts weiter, als einen Abend zwischen zwei Freundinnen,
“just two girls in a bar like two kids in the park Here’s the stage, you’re the star”.
Und was mehr braucht es für einen Song des Jahres?
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Sie sind eine dieser Bands, die scheinbar unermüdlich neue Musik releasen und durch die DACH-Region touren: Drei Alben in drei Jahren mit ebenso vielen Touren und intensiven Festival-Sommern, die sie unter anderem zu Rock am Ring und Rock im Park brachten. Die Leftovers aus Wien bringen seit ihrem Debüt-Album „Krach“ im Jahr 2022 den Spirit des 90s Grunge und Alternative Rock auf deutschsprachige Bühnen. Am 23. Oktober waren sie im Zuge ihrer „Alles Endet“-Tour im hamburger Molotow.
Grunge-Glam im Molotow
Es ist Ende Oktober und einer der ersten richtig kalten Abende auf der Hamburger Reeperbahn, aber das hält die Besucher des Molotows nicht davon ab in vollem Emo-Grunge-Glam aufzutauchen. Viele Menschen in diesem jungen Publikum sehen aus als wären sie direkt aus den frühen 2000ern ins Molotow transportiert worden. Die Show ist ausverkauft, die Schlange lang und schon beim Einlass lässt sich von Seiten der Crew vernehmen, dass die Show verspätet starten wird. Klassisch Rock-Band eben.
Doch vor den Leftovers öffnet zunächst deren Support-Act Julia Effekt, ebenfalls aus Wien, den Abend. Mit ihrem in diesem Jahr erschienen Album “Nachtparkett” präsentiert die fünfköpfige Band irgendwas zwischen Goth, Post-Punk und 90s Grunge und passt damit perfekt ins Beuteschema der Leftovers-Fans, die direkt eine Zugabe fordern.
Wut und Frustration kanalisiert in Musik und Energie
Nach kurzer Umbaupause, in der das Publikum lautstark “Iris” von den Goo Goo Dolls zum besten gibt, erklingt dann “Für mich soll’s rote Rosen regnen” von Hildegard Knef, quasi der Einlauf-Song der Leftovers. Die vier Bandmitglieder betreten die Bühne und stehen ihrem Publikum ästhetisch in nichts nach. Sowohl Band, als auch Fans gehen direkt von 0 auf 100. Schon mit dem ersten Song, “System” öffnet sich der Moshpit und das Molotow beginnt zu beben. Diese Energie zwischen den Menschen auf der Bühne und denen davor wird sich auch in den nächsten 1,5 Stunden nicht legen.
“Wer von euch hat Die Verwandlung von Kafka gelesen?”, schreit Sänger Leonid als der erste Song verklingt und kündigt damit den zweiten Song, “Käfer”, an, der von eben jener Verwandlung von Kafka inspiriert ist. Schließlich sind die Leftovers auch eine intellektuelle Band!
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Neben einer bunten Mischung ihrer drei Alben, spielen die Leftovers an diesem Abend auch ein paar unveröffentlichte Songs. “Wir machen jetzt wieder richtigen Grunge”, erklärt Leonid vorab. Als hätten sie jemals wirklich damit aufgehört. Auch das Grauzone-Cover “Marmelade und Himbeereis”, das seit jeher Bestandteil des Live-Sets ist und die Fans zum mitgröhlen animiert, darf natürlich nicht fehlen.
Die Leftovers schaffen es die Wut und Frustration, die aus ihrer Musik sprudeln live in positive Energie umzuwandeln und ihrem Publikum einen Abend Eskapismus vor der Welt zu bieten. Denn es kann sein, dass alles endet aber die Leftovers werden weiterhin Musik machen.
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