Schlagwort: Folk

  • Noah Kahan bringt uns mit „The Great Divide“ vertrauten Folk aus Nordamerika

    Noah Kahan bringt uns mit „The Great Divide“ vertrauten Folk aus Nordamerika

    Nach dem Erfolg von „Stick Season“ ist Noah Kahan zurück mit einem neuen Album und bleibt seinem Folk-Sound bemerkenswert treu. Mit „The Great Divide“ liefert er einen Wiedererkennungswert, statt größer oder lauter zu werden und verarbeitet darin den Bruch zwischen Herkunft, Erfolg und Beziehungen – so ehrlich wie immer. 

    The Great Divide – in der erweiterten Version The Last of the Bugs inklusive der vier Bonustracks „Lighthouse“, „Orbiter“, „Staying Still“ und „A Few Of Your Own“ – fühlt sich weniger wie ein Neustart an, sondern eher wie eine Weiterentwicklung dessen, was Noah Kahan ohnehin schon außergewöhnlich gut kann: Geschichten erzählen, die sich einerseits sehr spezifisch und persönlich, andererseits aber auch universell und sehr relatable anfühlen. Die Mischung scheint genau richtig zu sein und hat seit dem Release unfassbar viele Menschen erreicht.

    In der Ruhe liegt die Kraft

    Was direkt auffällt: Dieses Album nimmt sich Zeit. Viel Zeit. Gerade einmal vier der insgesamt 21 Songs bleiben unter vier Minuten und die Tracks wirken durch ihre Länge wie Gespräche, Erinnerungen oder Gedanken, die sich langsam entfalten dürfen, statt schnell vorbeizuziehen, wodurch das Album etwas Tagebuchartiges mitführt.

    Klanglich bleibt Noah Kahan klar in seiner Komfortzone (die ebenfalls auch meine ist, aka Folk) und das ist natürlich keineswegs negativ gemeint! Eine gute Mischung aus Singer-Songwriter-Melancholie und folkigen Gitarrenklängen machen das Album sofort als typisch Noah Kahan erkennbar. Wer Stick Season mochte, wird sich hier direkt zuhause fühlen. Gleichzeitig hört man aber, dass The Great Divide größer gedacht ist. Produziert von Gabe Simon und Aaron Dessner wirken manche Songs cineastischer, weiter und emotional aufgeladener, wobei der Sound reduziert genug bleibt, um Kahans Storytelling den Raum zu geben, den es verdient hat.

    Home Sweet Home

    Auch thematisch bleibt Noah Kahan dort, wo er am stärksten ist: zu Hause. Oder genauer gesagt: bei der komplizierten Beziehung zu dem Ort, aus dem man kommt. Vermont ist auch auf The Great Divide allgegenwärtig – nicht nur geografisch, sondern emotional. Wetter, Jahreszeiten und Natur werden wie auch auf dem vergangenen Album hier erneut zu Metaphern für mentale Zustände, Beziehungen und Veränderung und gerade diese Bildsprache macht Kahans Musik so besonders. Der Übergang vom Sommer in den Herbst (oder auch in die Stick Season) wird bei ihm nie nur meteorologisch erzählt, sondern steht fast immer für emotionale Verschiebungen, die auf dem Album erzählt werden.

    When The Seasons Change

    Besonders eindrücklich gelingt das direkt im Opener „End of August“. Der Titel sagt schon alles. Der Song fühlt sich an wie die letzten warmen Tage vor einem emotionalen Absturz und beschreibt eine seltsame Mischung aus Nostalgie, Lebendigkeit und unterschwelliger Angst vor dem, was kommt. Die Zeile „The minute that September hits, I’m goin’ off my medicine“ knüpft dabei direkt an Kahans wiederkehrende Auseinandersetzung mit mentaler Gesundheit an. Wie schon auf Stick Season wird der Wechsel der Jahreszeiten zu etwas Beängstigendem und der Übergang in die dunklen Monate wird zum Sinnbild für Isolation, Depression und das Gefühl, sich selbst zu verlieren.

    Relatable Stories To Tell

    Das emotionale Zentrum des Albums bleibt jedoch der Titeltrack „The Great Divide“. Hier verarbeitet Kahan die Distanz zu einem ehemaligen Freund und reflektiert darüber, wie sich Beziehungen über Jahre verändern können, bis irgendwann kaum mehr übrig bleibt als gemeinsame Erinnerungen, die einen verbinden. Besonders schmerzhaft wirkt dabei die Erkenntnis, dass Verbindungen manchmal nicht an einem großen Streit zerbrechen, sondern an kleinen Verschiebungen, Schweigen und Entfremdung. Der Song greift das Gefühl auf, dass man eigentlich nie so richtig weiß, wann Freundschaften vorbei sind, wann ein letztes Mal ein letztes Mal ist und man sich langsam voneinander entfernt und entfremdet. Es ist genau diese Art von emotionaler Ehrlichkeit, die Kahan so stark macht: Er schreibt nie über Schmerz, als hätte er Antworten darauf, sondern lässt seinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf.

    Auch „Downfall“ gehört zu den sehr starken Momenten des Albums. Der Song beschreibt die widersprüchliche Erfahrung, jemanden gehen zu lassen, gleichzeitig aber insgeheim zu hoffen, dass diese Person scheitert und zurückkommt. Dieses unangenehme Gefühl von Liebe, Besitzanspruch und Unsicherheit formuliert Kahan unangenehm ehrlich. Statt romantischer Selbstlosigkeit zeigt er vor allem die weniger schönen Seiten emotionaler Bindung.

    Through Other Peoples‘ Eyes

    The Great Divide lebt von Perspektivwechseln. „Porch Light“, geschrieben aus der Perspektive seiner Mutter, gehört zu den emotionalsten Songs der Platte, wobei er hier reflektiert, wie sich Ruhm und Distanz auf die Familie auswirken. Das Porch Light symbolisiert hier den Hoffnungsschimmer, dass Noah zurückkehrt – seine Mutter ist für ihn da und signalisiert, er hat immer einen Platz zuhause.

    „Oh, when my weight left the room, did you take a deep breath?

    Mit Songs wie „23“ oder „Willing and Able“ bewegt sich Kahan erneut zwischen Nähe und Distanz, Sucht, emotionaler Abhängigkeit und Selbstzweifeln. Immer wieder kreist das Album um dieselbe Kernfrage: Wie hält man Beziehungen aufrecht, wenn sich Menschen verändern oder wenn man selbst nicht mehr genau weiß, wer man geworden ist?

    4/21

    Die vier Bonustracks von The Last of the Bugs fühlen sich dabei keineswegs wie Resteverwertung an. Besonders „Lighthouse“ fügt sich thematisch nahtlos in Kahans Blick auf Heimat und Veränderung ein, während „Orbiter“ eine Liebeserklärungen auf dem Album liefert. „Staying Still“ bringt dagegen eine fast ironische Leichtigkeit hinein, obwohl auch hier Verlustangst und Distanz mitschwingen.

    Noah Kahan Halbportrait

    Das Album ist unterm Strich emotional vielseitig, einige Themen (Heimat, Weggehen, emotionale Entfremdung) wiederholen sich jedoch, stehen aber auch für das Markenzeichen Kahans. Wer also auf eine komplette Neuerfindung nach Stick Season gehofft hat, wird hier nicht auf seine Kosten kommen.

    Aber vielleicht ist genau das der Punkt: The Great Divide will keine musikalische Revolution sein. Stattdessen ist es ein Album über Zwischenräume: zwischen Zuhause und Aufbruch, Vergangenheit und Gegenwart, Nähe und Distanz. Noah Kahan bleibt der Erzähler kleiner, zutiefst menschlicher Gefühle und beweist erneut, dass gerade das Persönliche oft am universellsten wirkt. The Great Divide klingt wie eine lange Autofahrt zurück in eine Heimat, die sich verändert hat – oder vielleicht nur man selbst.


    Fotos: Patrick McCormack

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  • Luca Fogale im Interview: »We’re all nudging this world in a direction«

    Luca Fogale im Interview: »We’re all nudging this world in a direction«

    Nachdem wir uns bereits im Januar intensiv mit der Welt vom Album Challenger beschäftigt haben, ist Luca Fogale mit seinem neuen Material nun auch live in Europa zu erleben. Während seiner aktuellen Tour hat er sich Zeit genommen, um über die Reise hinter dem Album zu sprechen und darüber, wie sich seine Songs auf der Bühne zu einem großen Ganzen zusammensetzen.

    Im Gespräch wird deutlich, wie eng Kunst und Identität bei ihm miteinander verwoben sind und dass Musik für ihn vor allem eines bleibt: ein Ausdruck von Dankbarkeit und ehrlicher Auseinandersetzung mit sich selbst.

    Luca Fogale im Interview

    Thank you so much for coming.

    My pleasure.

    First of all, how are you? How has Europe treated you so far?

    It’s been great, always great. It was my first time in Scandinavia. We had three shows in Scandinavia, and I’ve always wanted to go there. But to be back here in Germany feels really familiar, so I’m having a great time.

    That’s great to hear! So, who have you been listening to a lot lately on the road?

    The record I’ve been listening to the most lately is, it’s an old record, Donny Hathaway Live At The Bitter End. It’s a live set from the early 70s. And the other album I’ve been listening to is Rosalía’s album Lux. It’s creative beyond belief.

    Do you feel inspired by these albums? Or is there anything else you’re currently inspired by, musically or beyond?

    I’m mostly in awe of these albums. When I listen to music, I’m usually just a fan. So I don’t listen to a lot of music in my genre. The music I make sort of just feels like it – it doesn’t really get influenced by anything, it’s sort of just my music in a strange way, if that makes sense.

    Yes, it does.

    People are always surprised by what music I listen to because I don’t listen to, you know, I get called indie-folk or contemporary, and I don’t listen to that kind of music (laughs).

    Any particular reason why you don’t listen to this kind of music?

    I don’t think so (laughs).

    Luca Fogale. Foto: Brandon Artis.

    Speaking of music, you released some new music at the beginning of this year. Congratulations, first of all, it’s a very beautiful collection of songs. The title track Challenger had been with you for about five years – what made it take so long to release? And at what point did you feel the song was finally finished and that this album was the right place for it?

    The older I get, the closer I got to what the idea represented for me, which was someone who is deconstructing themself, sort of taking a step back from who they are and wondering what it was that made them that way, you know, wondering what shapes us into the people that we are. And thinking about what we want to leave behind and what we want to carry forward.

    And so, the older I get, the more I think about how I show up in this world, what I contribute to it, and how much influence I can have over that, how much care I can have over that. I feel like we’re all nudging this world in a direction, every one of us has their own little tiny influence on it and so I am thinking a lot about my place in this world. I think it’s just a symptom of getting older and wanting not to get caught in patterns that aren’t serving myself or anyone else.

    So with getting older, this realization came and you felt like the track found its place?

    Yeah, absolutely.

    „It feels purposeful“

    Talking about finding your place, finding who you are – you seem like a very calm and grounded person in conversation. Do you think that translates into your songs? Or would you say your artistic expression is different from how you come across as a person?

    Well, I think that music occupies a large part of my life and also a large part of my identity. Obviously, I am a person outside of my music, but I’ve noticed the longer I spend in this career, the more fused my identity is with my music.

    So, when I think of myself – what do I think of when I think of myself? I think about music, mostly. But of course I have my bad days. I think I am becoming more one thing with this project in an interesting way. I’ve heard it recommended a few times that being a professional in the arts – you want to separate yourself from your art so that no matter how another person feels about what you do, it doesn’t have to represent everything that you are, it doesn’t have to impact your identity.

    Not on purpose, but I’ve gone the other direction, and I’ve gotten so close to who I am in a song, who I am on stage. And getting closer to that, it does feel a little bit vulnerable. There is less room for error, I think.

    So I think that the way I am in life and the way I am in music are quite close in that sense. It’s a product of spending so much time thinking about all these songs and about these shows. And also recognizing the gift I am given by having people’s attention, which is so special and so sacred. So I am wanting to honor that by paying really close attention. There is a lot to think about, obviously, but it feels good, it feels purposeful.

    I can see how it’s difficult to keep these two apart, but I think it’s important that you’re not one hundred percent the same because that is impossible.

    Your whole life would be a performance, yes.

    Besides the calmness – are there other states or emotions that you bring into your songs or that you find yourself returning to in your songwriting?

    I think I am trying to reflect gratitude and hope more lately. It also feels real and honest to represent anger and hurt and frustration, kind of the full spectrum of who we are as people. I am trying to lean further into – and I talk about this in the show – sort of the brighter emotions in life. I don’t see myself ever making an album of songs that feel purely positive because I don’t expect, but I also don’t want my life to be that way. I feel like the spectrum is getting a bit more dynamic.

    „It’s so beautiful to share something with people“

    That is sort of where my next question comes in…

    These are excellent questions, by the way!

    Thank you so much. So, comparing Challenger and Run Where The Light Calls, what would you say has changed or evolved in your sound or perspective? Does that have to do with what you just said – the spectrum getting broader?

    Yeah, I think so. RWTLC felt or feels a bit more lost, a bit more desperate.

    I feel like I am slowly becoming more confident in expressing the ideas that I have. I’ve spent a lot of my writing expressing questions. There are a lot of open-ended questions in my music that I don’t think ever conclude, but I am finding more answers in songs now, which in some ways are answers to the questions I used to have, too.

    Challenger feels more of a complete thought, a bit of a closed loop. When I finished writing it, I had the lyrics in my notebook, and when I looked at all of them, it felt like it made sense as a story. And that was really special. So I think that’s where they’re different. RWTLC feels a lot more open-ended. Challenger is a loop that’s closed, it’s circular.

    That’s what it felt like to me too when I listened to it. So now you’re performing the album live for the first time, and yesterday was the first show with a band. Is there a reason why you’re bringing a band now? How does touring and being on stage with a band differ from performing solo for you?

    They are very, very different. So I’ve fallen in love with touring with these guys and the band. It’s so much more restorative and energizing to be able to share everything with other people, in the same way as friendships, family, and relationships. It’s so beautiful to share something with people. And that’s what we do here, too. 

    There is always gonna be a part of me that wants to tour solo because it’s such a different experience. Being one with an audience – that’s all that the show is. It’s sort of one dialogue. Having these shows in Scandinavia solo reminded me of that. We did some small album listening shows in Vancouver, and it was really cool, really emotional, and very special.

    In the most simple way, it feels like a one-on-one conversation with an audience. Everyone is an individual in the audience. For me, here with the band show, it feels like we are all in the same room together. It feels like a collective experience versus the individual experience. This I could do forever with the band. I could go all year. There is a certain amount of solo touring that I can do before I get a bit too far into myself, I sort of start to collapse. Because I am not just alone on the stage, I’ll be alone in the hotel, on the drives. So it’s a big shift to have company – the best company – here.

    So in the most simple sense, it’s an individual experience versus a collective experience, which is why this can feel so sustainable.I love traveling the world with these guys, it’s so amazing.

    Luca Fogale. Foto: Raunie Baker

    Also, when you’re on stage with a band, your songs are closer to what they are on the album than when you perform solo. So far, we heard an alternate version of “Horizon” – can we expect more alternate or acoustic versions of your songs from Challenger in the future?

    Yes. Thanks for asking.

    Do you think your relationship to performing live has changed over time with the albums or in general?

    It must have. That is a great question.

    I think so. I feel like singer-songwriter music is inherently honest because it’s just one person singing. Nothing to hide behind. I think the music is the music, and that’s one thing. I play the songs that I’ve written, and I feel more and more comfortable playing them.

    But I think the dialogue has changed a lot – what I say in between songs. I think about that just as much as I think about the songs because I want it to feel like a holistic experience.

    Like I really love film, I love theater. And mostly what I love about that is that there is typically an unbroken line of a story. I think what I used to do at shows was try to lighten things up in between songs, lighten the mood and take the tension off if I thought I was falling too deep into the melancholy of the songs.

    Whereas now, because of my catalogue changing a bit, I don’t ever want someone to be pulled out of the experience of the music. So when I think about the show now, I think about how far can we go together? I think it’s important to be expressing oneself to an audience in between the songs, I think it’s a very important part. But my fear is that I don’t want to lose anybody.

    Let’s say someone drops a bottle, the audience gets pulled out of the show. What I want is – well, you have to be in the film. Like you’re really watching it and you never feel as though the line gets broken. So in a perfect world, there’d be staging and more lighting; sort of what we do in North America with bigger shows. Obviously, we have to take a smaller version here. But to give the audience that unbroken experience of one story. That is what I am trying to build. I am trying to take care of the songs and the dialogue in a way that it feels as though they are one piece.

    Because musicians are always storytellers, right?

    For sure.

    Where would you want to tell your story then? Is there a venue or festival you would particularly love to play at one day?

    I don’t think so. I am happy about everything. I love it all.

    And the last question – if you weren’t making music today, what do you think you would be doing instead?

    I think about that a lot. First of all, if I wasn’t playing music, I would find another way to express the same ideas. I always thought of writing as very pure. Any kind of authorship, writing a novel or something. But if I wasn’t working in music, I think I would want a job that was outside. I fantasize about being an arborist. Yes, something outdoors. I think I am understanding how special it is to be outside a lot. So I am trying to do that more regularly, but I spend a lot of time indoors with music. In the studios, writing at home, touring – you’re in a van, you’re in a hotel, or in a theater. Always inside. And I think the opposite is attractive to me.

    Well, thank you so much for taking the time.

    These were wonderful questions.

    Thank you again. Very kind. I am super excited for the show, and it was lovely to meet you.

    Hier könnt ihr „Challenger“ von Luca Fogale hören:

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    Fotos: Raunie Baker, Brandon Artis

  • „Be the Challenger“ – Luca Fogale fordert im vierten Studioalbum sein eigenes Selbst heraus

    „Be the Challenger“ – Luca Fogale fordert im vierten Studioalbum sein eigenes Selbst heraus

    Neues Jahr, neuer Folk aus Kanada: Luca Fogale legt mit Challenger einen eindrucksvollen Start in 2026 hin und liefert eine intime Kollektion von Songs, die berühren und uns ein Stück weit Einblicke in die Persönlichkeit des Singer-Songwriters gewähren. Ganz nach seinem Prinzip „every word matters to me” wirkt jede Zeile bewusst geschrieben, jede Pause bedacht gesetzt. Fogale veröffentlicht Songs nur dann, wenn sie für ihn einen Mehrwert für die Welt haben – und dies merkt man dem Album an. 

    Nach dem Motto „in der Ruhe liegt die Kraft” ist Challenger eher leise als laut gestaltet und Fogale bleibt somit seinem bisherigen Sound treu. Er schrieb die Songs in ruhigen Zwischenmomenten des Tourlebens, oft zurückgezogen in einer kleinen Hütte in British Columbia. Diese Abgeschiedenheit hört man der Platte an: Sie wirkt wie ein emotionaler Rückzugsort. Neben sanften Worten findet sich auf dem Album gleichzeitig ein Drang zur Konfrontation und Selbstreflexion. Challenger ist eine Sammlung, deren Funktion es nicht ist, ein Statement zu setzen, sondern Raum für Fragen und Auseinandersetzungen zu bieten. Es geht um Gedanken zur eigenen Vergangenheit, erlernte Muster und die Frage, wer man eigentlich werden möchte.

     „I will not give up, I do not fear death”

    Im Opener „Everything“ spricht sich Fogale selbst Mut und eine gewisse Verpflichtung zum Wachsen zu. Mit Zeilen wie „all of the light that you never could see, it flows in your veins” und „I know what it’s like, feeling everything, feeling nothing” wird der Reflexionsprozess, dem das Album folgt, eröffnet.

    „Could I begin? / Could we begin?”

    Los geht es mit der Frage des Neuanfangs. Wie kann man sich neu entfalten, sich neu entwerfen und was passiert, wenn alles Bekannte einen verlässt? Als erste Single vom Album findet sich „Begin„– ein Song, der sich diesen Gedanken aussetzt. Sanfte Gitarren tragen eine existenzielle Selbstbefragung, die im Refrain von einem „I“ zu einem kollektiven „We“ kippt und seine Nächsten miteinbezieht. Im Zentrum stehen der Wunsch nach Erneuerung und die sehnsüchtige Flucht aus Gleichgültigkeit. 

    „hold on for all that lasts”

    Auch im nächsten Song schwanken zwei Perspektiven hin und her: der Drang, alles bewahren zu wollen und die Erkenntnis, dass nichts bleibt. „For“ ist gleichzeitig eine Reflexion über Zeit und Vergänglichkeit als auch eine Erinnerung an Dinge, die wichtig sind und an denen man festhalten sollte. Kleine Chöre im Hintergrund verleihen dem Song etwas Hymnisches übers Menschsein, während sich die Lyrics zwischen Ehrgeiz und Demut bewegen.

    „cause too often these days, I can’t see the use, I lose track of the road, I lose sight of the truth, oh I’d be lost, I’d be lost without you”

    Was jedoch immer währt, ist Liebe. Der nächste Track, „Lost Without You”, ist ein zarter, klaviergetragener Liebessong über das Angenommenensein, und darüber, wie schwer es ist, Liebe zu akzeptieren, wenn man sich selbst noch nicht vollständig annehmen kann. Liebe, die ihm entgegengebracht wird, bietet Luca hier Schutz und Spiegel zugleich. Der Song beinhaltet die Zeilen „But you see me for all I am“  und „I’m trying to do my part, oh I’m trying with all my heart” und spendet somit Hoffnung, sich durch Augen anderer selbst klarer sehen zu können, auch wenn man es im Moment vielleicht noch nicht schafft. 

    „can you forget all that you know and find some truth and release control to reconcile all that we are”

    Von Akzeptanz handelt auch der nächste Song. „Hymn” ist ein Track über das Loslassen. Was passiert, wenn man Kontrolle abgibt? Bei diesem fast schwebenden Song steht Fogales Stimme im Vordergrund, begleitet von spärlichen Gitarrenklängen. Die Lyrics kreisen um die Schönheit der Stille und das Finden von Sinn im Kontrollverlust und bieten eine meditative Pause innerhalb des Albums. 

    „Some things can change without warning, others get taken away. It’s hard to feel strong in these moments, it’s hard to know what we can take. Some times you carry on hoping, others your spirit can break.”

    Loslassen ist auch Thema des sechsten Songs. „Ashes” thematisiert die Erlaubnis, loszulassen und zu fühlen. Luca Fogale zeigt sich verletzlich und bricht mit den Texten starre Männlichkeitsbilder auf. „Love carries all of us home” sind die Backgroundvocals, die sich zwischen den Strophen und in der Bridge befinden und zentral für diesen Song. „Ashes” handelt von Verlust und Trauer, wobei Liebe das ist, was zusammenhält und Zeit alle Wunden heilt. Es ist einer dieser Tracks, die mitten im Album stehen und sich als emotionaler Mittelpunkt herauskristallisieren.

    „leave the past in the past, it doesn’t have to be your truth, it doesn’t define you”

    Der nächste Song zieht das Tempo leicht an. „Define You“ ist ein empowerndes Stück über Identität und Selbstdefinition. Es dient als Erinnerung, dass Schmerz und Vergangenheit nicht definieren müssen, wer man ist. Der Song ist eine Hymne für einen Freund, dem man eine Orientierung mit auf den Weg gibt, die er einst verloren hat. „I know that you see yourself in the way I see you now, I have always known deep in your heart, there is a light that won’t ever burn out”. Der Song dient als Ermutigung, nach vorn zu schauen und sich nicht von den Sachen definieren zu lassen, die man sich nicht im Leben ausgesucht hat.

    „when everything is cold and I cannot find my way and the light is dying, oh, you are my horizon”

    Das Tempo wird auch im Song „Horizon” gehalten. Schlagzeug und Gitarre treiben den Track voran und der Refrain öffnet sich in helle Klangflächen. „Wherever I am, a vision of you makes the darkness fall away in all the times I’ve reached toward a hiding place, you never let me go, no and through your eyes I watch myself become who I’m supposed to be” – Fogale beschreibt Liebe hier als Orientierungspunkt, wobei der Song eine Liebeserklärung an seine:n Partner:in und an das Leben, das diese Liebe ermöglicht hat, darstellt.

    „you are right where you’re meant to be”

    Nach dem instrumentalen „Relief“ folgt „Daniel’s Theme“, der kürzeste Track des Albums. Der Song ist ein Porträt eines archetypischen Mannes, der trotz Narben mit Güte und Stärke durchs Leben geht, und gleichzeitig eine Erinnerung daran, dass unser eigener Schmerz nicht bestimmen muss, wie wir anderen begegnen.

    „you are not what came before, you are an unending form”

    Der Titeltrack „Challenger“ startet mit einem Gitarrenintro und ist ein ganz besonderer Song, da der Sänger ihn seit fast fünf Jahren mit sich trägt. Fogale ruft im Track dazu auf, transgenerationalen Schmerz abzulegen und erlernte Zyklen zu durchbrechen, um sein Potenzial auszuschöpfen und vollständig in sich hinein oder sogar über sich hinaus zu wachsen: „Hold them close and break the chain, kill the rage and kill the shame”. Identität wird als etwas Veränderbares beschrieben, das man herausfordern kann und der Song fasst das Album thematisch in sich zusammen.

    „may you find what you’re looking for, may this world be an open door and may your love lead you on, now and evermore”

    Der finale Song des Albums ist „Yours.“ Der Track schließt das Kapitel als Ehrung unserer Anstrengungen und mit der Schönheit, menschlich zu sein. Er reduziert sich zum Ende auf ein leises Klavier mit den Lyrics: „This life is yours. So for all your worth, be the challenger”. Ein Kreis schließt sich – vom inneren Zweifel des Openers zur Selbstermächtigung am Ende.

    Luca Fogale. Foto: Brandon Artis

    Insgesamt dient Challenger als Auseinandersetzung mit dem, was nicht mehr dient, und mit dem Mut, loszulassen. Das Album wirkt wie ein zusammenhängender Gedankengang, in dem sich Selbstreflexion, Wachstum und ein leiser Kampf gegen das Stagnieren gegenseitig ergänzen. Luca Fogale hat eine Kollektion geschaffen, die sich anfühlt wie ein stiller Dialog mit sich selbst, und in dem sich viele Menschen wiederfinden können.

    Im April geht Luca Fogale mit Band auf Tour und macht auch in Berlin, Hamburg, München und Köln Halt. Für unter 30 Euro bekommt man nicht nur neue Songs, sondern einen Querschnitt durch vier Alben voller feinfühliger Lyrics. Kurz gesagt: unbedingt hingehen!


    Fotos: Brandon Artis / Nettwerk Music Group

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  • untoldency proudly presents: Joy Oladokun am 03.03.2024 in Hamburg

    untoldency proudly presents: Joy Oladokun am 03.03.2024 in Hamburg

    Wer Anfang März in Hamburg ist, kann vom 02.-03. März ein wunderschönes Konzertwochenende genießen. Denn nur einen Abend nach Maria Basel spielt die wundervolle Joy Oladokun im Häkken und auch hier freuen wir uns sehr, das mitpräsentieren zu dürfen!

    ur dad’s new favorite artist

    Joy Oladokun ist „ur dad’s new favorite artist”, jedenfalls laut Joy’s Instagram Bio. Wir haben reingehört und können sagen: stimmt. Mit drei Alben hat sich Joy Oladokun bereits zwischen den Sparten Americana, Country und Folk etabliert, das aktuelle und etwas poppigere Album „Living Proof“ baut dies aus. Das Album beschäftigt sich mit allem, mit dem wir uns auch beschäftigen, auch das, was meist schwer auszusprechen ist. Singles wie We’re All Gonna Die (feat. Noah Kahan)oder „Changes“ machen Joy Oladokun auch zu unserer neuen Lieblingsartist. Falls ihr also nach einem Album sucht, was durch unsere etwaigen Findungsphasen leitet, das könnte eins sein:

    “It’s just become so important to feel good, and to be able to identify when I don’t feel good and to say it and to ask for help. There’s been a lot of growth in that sense and this album marks an awareness and a spirituality that doesn’t need to be labeled that I think I’ve been circling around.”

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    Falls ihr jetzt auch Lust habt, Joy Oladokun live zu sehen, dann könnte der Samstagabend in Hamburg etwas für euch sein:

    Falls ihr euer Glück bei einer Verlosung versuchen wollt, dann könnt ihr auf unserem Profil auf Instagram vorbeischauen: hier.

    Und falls ihr jetzt noch Lust habt, auf Spotify reinzuhören, dann schaut mal hier:

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    Fotocredit: Lexander Bryant

  • untoldency proudly presents: Chartreuse am 21.11.2023 in Berlin

    untoldency proudly presents: Chartreuse am 21.11.2023 in Berlin

    Wir schleichen uns weiter durch den November und halten unseren Körper und Seelenheil weiter durch Live-Konzerte intakt! Diesmal in Berlin, in der vielleicht schönsten und intimsten Venue der Stadt, der Kantine am Berghain, wird am 21.11. die britische Band Chartreuse unsere – und vielleicht auch eure! – Herzen aufwärmen lassen.

    Verträumte Melodien tragen uns durch den Herbst

    Bei Chartreuse fließen Einflüsse aus Folk, Soul und Jazz in einem Sound zusammen, den man als Ambient-Dark-Pop beschreiben könnte. Die vierköpfige Band wird seit ihrer ersten EP „Even Free Money Doesn’t Get Me Out Of Bed” als kleiner Geheimtipp gehandelt und beweist mit ihrem diesen Freitag erschienenen und lang erwarteten Debütalbum „Morning Ritual“, dass diese Bezeichnung nicht umsonst ist. Träumerische Melodien á la Ben Howard und musikalische Komplexität á la Radiohead treffen sich und erzeugen zusammen dieses vielschichtige Klangbild, das – und das haben wir alles ausprobiert – perfekt passt, um durch herbstliche Parks zu laufen, warmen Kakao zu trinken und in einer emotionalen Minute auf der Couch zu liegen und sich in der Deckentapete zu verlieren.

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    Aus Birmingham, England sind die seit der Kindheit befreundeten Musiker nun auf Tour und kommen dabei in Berlin vorbei, um die emotionale Minute nicht auf der Couch sondern mit ihnen live zu erleben. Nicht mehr als 200 Leute kommen in der Kantine am Berghain zusammen, wenn es schon lange dunkel ist und sie in ihre Welt aus Intimität, Melancholie und Wärme mitnehmen. Seid ihr dabei?

    Hier habt ihr die Möglichkeit, 1×2 Tickets zu gewinnen! Wer mitmacht, könnte gewinnen.

    Fotocredit: Louis Bever

  • untoldency proudly presents: Seasoul “Music For My Younger Self” Release Show am 23.11.2023 in Berlin

    untoldency proudly presents: Seasoul “Music For My Younger Self” Release Show am 23.11.2023 in Berlin

    Am 23. November gibt es ein wenig Magie im Berliner Kesselhaus. Musikerin und Songwriterin SEASOUL wird genau an diesem Abend ihr Debütalbum „Music For My Younger Self“ performen, zusammen mit Special Guests MINRU und MINK. Und wir laden dazu ein!

    Music For Our Younger Selves

    SEASOUL ist vor allem in der Berliner Singer-Songwriter Bubble zuhause und dort kann man ihr auch durchaus schon entgegengestolpert sein! Mal sanft, mal etwas rauer, aber immer sehr persönlich – Vanessa Sonnenfroh, wie SEASOUL mit eigentlichen Namen heißt, weiß es, die Gegensätze des Lebens in berührende Songs zu verpacken. Ihr Debütalbum „Music For My Younger Self“ ist genau das – eine Sammlung an die Gegensätzen des Lebens, mit denen man, vor allem in jungen Jahren, sehr zu hadern hat. Mit ein paar Jahren Abstand ist man da schon weiser, aber damals hätten wir bestimmt alle gerne einen Leitfaden gehabt, wie wir durch die Schulhof-Zeiten kommen. Umso schöner ist es, dass SEASOUL genau diesen in eine musikalische Form gebracht hat!

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    Zwischen Folk und Dreampop dürfen wir uns alle ein wenig stellvertretend wiederfinden, und das freut uns so sehr, dass wir das am 23.11. direkt live im Maschinenhaus Berlin zusammen tun! Gemeinsam mit den Dream-Pop Duo MINK und der Indie-Pop Künstlerin MINRU könnt ihr euch auf einen sehr schönen Konzert-Abend freuen, für das es auch noch Tickets gibt!

    Auf unserem Instagram-Profil habt ihr die Chance, 1×2 Tickets zu gewinnen! Also einfach mal mitmachen, oder?

  • Indie-Folk aus London: Matilda Mann mit ihrer EP „You Look Like You Can’t Swim“

    Indie-Folk aus London: Matilda Mann mit ihrer EP „You Look Like You Can’t Swim“

    Warme, träumerische Melodien und sanfte Gitarrenklänge – Indie-Folk Singer- und Songwriterin Matilda Mann veröffentlichte im Juli ihre vierte EP „You Look Like You Can‘t Swim”. Eine sehr intime 5-Track-EP mit Songs, die aufrichtige Zuneigung, Verlust und den Weg den eigenen Platz in der Welt zu finden, thematisieren. 

    Die Newcomerin aus London macht Musik, die neben einer vertrauten Atmosphäre vor allem Geborgenheit schafft. Ihre sanfte und helle Stimme verleiht den Songs eine Leichtigkeit, die ziemlich gut zum Rest passt. Ihr ehrliches Songwriting und die damit verbundene Fähigkeit jegliche Emotionen in innige Texte zu verwandeln, lässt sie insbesondere als Songwriterin herausstechen.


    The Day That I Met You

    Der erste Song The Day That I Met You” ist mein persönlicher Favorit auf der EP. Im Song wird das Gefühl beschrieben sich viel zu oft allein zu fühlen. Der Gedanke, dass die ganze Welt gegen einen ist, wird durchbrochen durch das Begegnen dieser einen Person, die dich alle negativen Gefühle vergessen lässt. 


    I forgave the world the day that I met you.”


    Für mich ist der Song ein Paradebeispiel für ihr unglaublich gutes Songwriting: „It’s like lavender came and never left”. Muss ich da mehr sagen?

    Ihr Debut feierte Matilda Mann 2020 mit ihren EPs „If That Makes Sense“ und „Because I Wanted You to Know“. Ein Jahr später folgte die EP Sonder”. Seither war sie unter anderem mit Arlo ParksTom Grennan und dodie auf Tour und spielte bereits einige Headline UK-Shows. In der UK ist Matilda also längst als Newcomerin angekommen. Im August spielt sie auf der renommierten BBC Introducing Stage beim Reading & Leeds Festival, die schon einigen britischen Künstler*innen zum Erfolg verholfen hat. Auf den Streaming-Plattformen sieht es mit mehreren Millionen-Streams auch nicht schlecht aus. 


    In Plain Sight

    Stellt euch vor, ihr lauft an einem Spätsommerabend an einem Sonnenblumenfeld vorbei, während die Sonne schon tief am Himmel steht. Und durch eure Kopfhörer dröhnt dieser eine Song, der euch an eure Lieblingsperson erinnert. Jawoll, super kitschig, aber „In Plain Sight“ fühlt sich genau danach an  – mit seiner unfassbar positiven Energie wird der Track zu einer indie-folk Hymne über die eine große Liebe.


    Margaux & If Only

    Mit „Margaux“ beschreibt Matilda die Abwesenheit eines wichtigen Menschen und die Gefühle, die mit dem Verlust einhergehen: „Margaux left and nothing felt the same.“ Während ihre fast flüsternde Stimme im Fokus steht, ist der musikalische Track mit sanften Akustikgitarrenklängen eher simpel gehalten. Trotz der Thematik klingt der Song aber alles andere als traurig.

    Den melancholischen Part auf der EP übernimmt der vorletzte Track If Only“. Eine schmerzvolle Ballade, die vor allem durch die Streicher ihre epische, träumerische Atmosphäre bekommt.

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    You Look Like You Can’t Swim

    Der Titelsong der EP ist laut der Newcomerin eine Metapher, um zu sagen, dass jemand nicht danach aussieht etwas schaffen zu können. Während es so scheint, als hätten alle anderen ihren Platz in der Welt bereits gefunden, ist man selbst ein Fisch im Meer, der nicht schwimmen kann. Neben Selbstzweifeln äußert sie im Song die Angst, nie genug zu sein. „You Look Like You Can’t Swim“ steckt voller Ehrlichkeit und Mut.


    It seems an awful waste to give me so much space

    I never seem to know exactly what’s my place.“


    Für das Musikvideo hat Matilda selbst Regie geführt und es geschafft, die Entschlossenheit und Zweifel im Song visuell darzustellen. Die Protagonistin, die von Matilda selbst gespielt wird, versucht sich immer wieder in Wasser zu wagen. Der Weg dahin kostet sie Überwindung und zeigt wie sie scheitert, aber dennoch niemals aufgibt. In den letzten Sequenzen des Videos sieht man Matilda, wie sie es letztendlich schafft zu schwimmen. 

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    Foto Credits: Caity Krone

  • Masha The Rich Man im Interview: »Der Krieg in der Ukraine hat mein Verständnis für die Musik geändert«

    Zum Beginn unserer Interview-Reihe zu den Acoustics Concerts stelle ich euch Masha The Rich Man vor, beziehungsweise wird sie das im Interview gleich direkt selbst machen. Deswegen möchte ich auch gar nicht so viel vorweg nehmen. Freut euch auf einen super interessanten Mix aus filmreifer Indie Pop-Folk Musik der ukrainisch-stämmigen Singer-Songwriterin. Für die Acoustics Concerts steht Maria Raykhman am 11.07. in Dresden, 12.07. in Berlin, 13.07. in Hamburg, 15.07. in Essen, 16.07. in Magdeburg und am 17.07. in Offenbach auf der Bühne.

    Masha The Rich Man im Interview

    Anna: Hallo Mascha. Schön, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich wollte heute mal mit dir über dein Projekt „Masha The Rich Man“ reden. Du hast auf Spotify ja erst einen Song veröffentlicht und auch erst in diesem Jahr gestartet.

    Mascha: Ja, das stimmt. Ich mache eigentlich schon länger Musik, auch mit verschiedenen Projekten. Aber dieses Projekt ist jetzt tatsächlich sehr neu und deswegen auch kein Wunder, dass es noch nicht so bekannt ist.

    Anna: Genau, magst du dich und „Masha The Rich Man“ einfach mal vorstellen?

    Mascha: Okay! „Masha The Rich Man“ – das bin ich, Mascha. Eigentlich ist das Ganze aus Versehen entstanden oder mit langem Prozess des Dahinfindens oder wie auch immer man das betiteln möchte. Also ich hatte tatsächlich nicht so richtig vor, das zu machen und dann hat sich irgendwie das alles so dazu entwickelt. Dann kam halt Corona und ich eigentlich das Nichtstun irgendwann dann so ein bisschen angefangen habe zu genießen. Da habe ich gemerkt habe, dass irgendwas ziemlich stark gefehlt hat. Weil ich wie gesagt, schon recht aktiv Musik gemacht hab in verschiedenen anderen Projekten oder auch Songwriting, Sessions für andere, mit anderen, aber halt nie persönlich so richtig. Also ich habe irgendwie vorher nie versucht mein Innerstes nach außen zu bringen. Aber ja, Corona hat mir dann irgendwie gezeigt, dass mir das fehlt. Da hatte sich sehr lange viel aufgestaut, was dann doch raus wollte und verarbeitet werden wollte. Ein Kollege von mir hat mich auch schon seit Ewigkeiten dazu motiviert, dass ich irgendwie mal mein eigenes Ding machen sollte. Dann dachte ich mir immer: Warum? Was habe ich denn Großes zu sagen, dass ich jetzt noch ein weiteres Projekt in diese Welt schießen soll? Ich hab einfach nicht gesehen, was ich noch so relevantes Persönliches mit in diese ganze Welt hinaus katapultieren sollte. Und in der Corona-Zeit habe ich dann viel über konkretere Konzepte nachgedacht und überlegt, was mir denn wirklich wichtig ist. Allein das habe ich mir vorher nie so wirklich überlegt. Ich habe nicht darüber geschrieben, was mir wichtig war, sondern was halt irgendwie grad so anstand und gut ankam. Dann hatte ich plötzlich so viele Themen auf dem Radar, die ich jetzt auch gar nicht alle unterbringen konnte auf dem Album und deswegen auch schon ein zweites Album geplant habe. Ja, und das ist halt einfach sehr, sehr persönlich und autobiografisch und trotzdem überwältigend. Ich habe da quasi mein ganzes Leben rekapituliert. Alles, was ich irgendwie vorher versucht habe zu vermeiden: wie sich verletzlich oder klein zu zeigen – alles das war dann irgendwie auf einmal im Mittelpunkt. Das Ziel war, die ganzen Sachen, für die ich mich immer geschämt habe mal auszusprechen. Vielleicht motiviert das ja irgendwie irgendwen, auch zu Dingen zu stehen.

    Therapie-Stunden im Sinne von Mascha

    Anna: Das klingt sehr therapeutisch. Haben dir die Songs dann auch geholfen mit den Gefühlen besser umzugehen?

    Mascha: Ja mega, vor allem auch rückblickend auf bestimmte Situationen. Also vieles war gar nicht so aktuell unbedingt, sondern ich habe mal vieles verarbeitet, was halt schon passiert war, aber was ich vielleicht nie so richtig verarbeitet hatte. Das habe ich dann in Angriff genommen. Auch musikalisch wollte ich da auch alles reinpacken, was mich selbst irgendwie wirklich mitnimmt und berührt. Das sind auch musikalische Einflüsse, die ich oft mich vorher nicht getraut habe, anzugehen, weil es nicht cool genug war oder nicht dies oder das genug. Das war tatsächlich sehr schwierig, da dran zu bleiben. Ich habe das Gefühl, ich habe oft Musik umgesetzt, die ich nicht zu 100 % wollte. Einfach nur, weil ich dann doch lieber mit dem Trend mitgeschwommen bin. Ich dachte, das würde besser ankommen. Naja, aber nach langen Überlegungen habe ich dem Genre den Titel Cinematic Folk Pop gegeben.

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    Anna: Ja, das schließt auch perfekt an meine nächste Frage an: Was steckt hinter dem Begriff Cinematic Folk Pop? Wie bist du darauf gekommen?

    Mascha: Also ich habe wirklich super viel Zeit mit Brainstormen verbracht, um überhaupt von vornherein auf eine Idee zu kommen, was ich da vermitteln möchte. Dann habe ich ganz viele Begriffe gesammelt, die mich ansprechen, mit denen ich irgendwie was verbinde. Da war eben auch dieses klangliche Cinematische mit dabei. Und jetzt musikalisch konkret sind es dann wahrscheinlich die Streicher, die ich da einfach sehr schön finde.  Das ist sowieso etwas, was mich sehr bewegt in Songs. Also ein bisschen dieses Dramatische, Epische. Einfach so filmisch, dass Bilder entstehen.

    Anna: Ja, das klingt auf jeden Fall sehr schön. Würdest du sagen, dass so traditionellere Musik da auch einen Einfluss drauf hat? Weil du ja eben ukrainischen Wurzeln hast und die Musik dort ja doch nochmal deutlich anders geprägt ist.

    Mascha: Ja, die Überlegung war auch ursprünglich das Ganze Cinematic Folklore Pop zu nennen. Also ja, das hat es auf jeden Fall und das war auch voll die Intention. Ich wollte halt irgendwie eine Balance finden, dass das nicht Überhand nimmt. In meiner Studienzeit an der Popakademie in Mannheim bin ich auch sehr in diese traditionelle Polka-Richtung gedrückt worden. Es ist mir aber auch wichtig, zu zeigen und zu wissen, dass ich nicht nur diese Seite habe.

    Zwischen Freddy Mercury und Mine – Inspiration findet Mascha an vielen Ecken

    Anna: Gibt es bestimmte Künstler oder Künstlerinnen, die dich inspirieren?

    Mascha: Also, ich hatte mir tausende von diesen Spotify Listen  erstellt mit Referenzen zu dem Sound, den ich machen möchte. Das war noch bevor die Songs so richtig standen. Das sollte ein bisschen vorgeben, in welchen Klangwelten ich mich denn so aufhalten will. Am Anfang als noch nichts stand, war das nämlich ganz chön schwierig, sich festzulegen. Es gab da sowieso auch ganz viele schreckliche Momente, in denen ich gar kein Bock mehr hatte. Aber das kennen wir ja alle und das gehört auch mit dazu. Sonst wird es nicht gut. Manche Einflüsse, von denen ich dachte, dass sie zum Beispiel wichtig werden, waren dann gar nicht so wichtig. Aber Marina Diamonds mit den älteren Sachen habe ich viel gehört. Dann waren irgendwie auch immer viele Musicals dabei. Das feier ich auch sehr. Wer mich als Person aber auch noch sehr inspiriert, ist Freddy Mercury von Queen. Aber auch Queen generell. (überlegt weiter) Mine ist auch noch eine tolle Künstlerin. Im Laufe der Zeit habe ich dann auch immer mehr Anklang mit Aurora gefunden. Naja, aber wie du schon merkst: Die Liste war sehr lang.

    „Der Krieg in der Ukraine hat auch mein Verständnis für die Musik geändert“

    Anna: Worauf ich noch gerne eingehen würde ist deine Verbindung zur Ukraine in der momentanen Situation. Ich weiß nicht, ob du es noch hören kannst, aber durch deine ukrainischen Wurzeln, finde ich, kann man das halt einfach nicht ausklammern. Wie fühlst du dich gerade in der Kriegssituation? Beeinflusst es dein Denken und die Musik und verändert es dich in gewisser Weise?

    Mascha: Ja, also die Songs haben sich nicht verändert. Die waren nämlich schon größtenteils fertig. Aber mein Verständnis für die Musik und generell hat sich alles komplett geändert. Alleine meine Sicht auf Social Media. Ich habe gesehen, dass erstens alles super krass relativ ist. Aber andererseits auch doch, was man alleine für eine Macht hat, Dinge zu verändern, beziehungsweise einen Unterschied zu machen. Also ich habe vorher auch nicht so richtig viel gepostet oder Sachen geteilt. Und dann habe ich das sehr exzessiv gemacht und habe irgendwie versucht, an jeder Ecke, wo ich irgendwas Kleines gesehen hab, etwas nützliches zu verbreiten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das echt viel bringt. Das hilft den Menschen hilft. Ich habe auch irgendwie gemerkt, dass alles politisch ist. Vorher habe ich das noch nie so am eigenen Leib gespürt. Alles wurde auf einmal so wichtig: Wie wer wozu steht und was man worüber denkt. Das war mir vorher nie so sehr bewusst.

    Auch auf der Straße zeigt Mascha ihre Anteilnahme und teilt dieses Foto später auf Instagram.

    Anna: Also ich musste sagen, ich habe sonst keine so starke Verbindung zur Ukraine gehabt, aber das hat mich natürlich trotzdem sehr mitgenommen. Und so die Nachrichtenlage dann auch immer zu checken und permanent ein komisches Gefühl dabei zu haben, das war neu. Man hat sich auch so eingeengt und unwohl gefühlt, obwohl mich das selbst ja eigentlich nicht wirklich betroffen hat.

    Mascha: Ja, total. Also ich hatte auch überhaupt kein Bedürfnis, irgendwas außerhalb dieser Thematik zu machen, weil wie gesagt alles dann komplett sinnlos erschien.

    KiKa und der Downfall danach

    Anna: Ok, es ist schwierig, jetzt mit so einem harten Cut das Thema zu wechseln, aber wollte nochmal über einen anderen Punkt in deiner Biografie sprechen. Undzwar habe ich gesehen, dass du bei „Dein Song“ auf KiKa mitgemacht hast. Wann genau warst du da? Wie kam es dazu und wie war es?

    Mascha: Ich war 2013 da. In dem Jahr, wo Lina gewonnen hat. Zu dem Zeitpunkt war das eine unfassbar tolle Sache für mich. Es war eigentlich das Beste, was mir je hätte geschehen können. Man fühlt sich da  wie so ein kleines Sternchen. Man wird plötzlich überall hingefahren und darf nach Ibiza, bekommt Hotel, Essen und Trinken, kann ins Tonstudio und dreht Musikvideos. Und ich weiß nicht, es war schon echt verrückt und ich habe auch ganz viele tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich immer noch zu tun habe. Tatsächlich habe ich ja auch mit einem der Produzenten von der Show ein paar der Songs gemacht. Aber die Zeit danach war erstmal hart. Weil dann natürlich irgendwann alles vorbei war und wie man das so kennt, erhofft man sich natürlich trotzdem mehr davon. Es wurden von Seiten bestimmter Jurymitglieder auch irgendwie Hoffnungen geschürt, die sich dann aber verlaufen haben. Da hatte ich schon echt lange dran zu nagen, glaube ich.

    Anna: Das kann ich voll verstehen. Da werden ja auch irgendwie die Hoffnungen eines jungen Mädchens zerstört. Aber kommen wir mal wieder zu etwas Positiverem. Reden wir noch mal kurz über deine erste Single „His Rebel Heart“. Worum geht es in dem Song?

    Mascha: Also ich habe ja schon angekündigt, dass es viel um meine Vergangenheit und die Bewältigung von Dingen geht. Es geht zurück ins Jahr 1999. Da bin ich nämlich umgezogen, von Kyiv nach Deutschland. Und ich hatte in der Ukraine ein sehr enges Verhältnis mit meinem Bruder. Ich war vier und er war zwei Jahre älter. Wir haben die ganze Zeit abgehangen zusammen. Unsere Verbindung war sehr eng und er war für mich ein riesiges Vorbild – was ja bei kleinen Geschwistern oft so  ist. Aber dann sind wir halt umgezogen. Und das ist einfach sehr krass für ein Kind, wenn man in ein anderes Land emigriert. Wir haben uns da etwas auseinandergelebt. Ich kann und will mir gar nicht ausmalen, wie das jetzt für die die Menschen, die Kinder, ist, die hier gerade ankommen – speziell aus der Ukraine. Vor allem, weil es bei mir sehr lebensverändernd war. Es hat viel in unseren Abläufen verändert und irgendwie auch in den Persönlichkeiten. Und wir sind mit vielen Dingen nicht so richtig klargekommen und mussten es irgendwo anders kompensieren. Es ist sehr schwierig und schade für mich, weil ich mich immer sehr gesehnt habe nach dieser alten Beziehung, die ich zu meinem Bruder hatte. Dadurch, dass er ein kleines Problemkind war, war die Aufmerksamkeit meiner Eltern auch oft auf ihm und ich musste da als jüngere Schwester immer mit umgehen. Über diesen ganzen Konflikt ist irgendwie das Lied.

    Ziegen retten auf Abo und was die Tiefen des Internets noch so zu bieten hat

    Anna: Das ist eine sehr schöne Erklärung. Da merkt man den autobiographischen Zusammenhang, den du vorhin schon meintest. Ich habe noch eine letzte Frage, die wir in jedem Interview stellen und das ist die Frage nach deiner untold story!

    Mascha: Ich habe eine Idee! Also ich muss dazu sagen, dass ich ein großer Fan von Schafen und Ziegen bin. Vor ein paar Jahren bin ich da mal auf eine Seite gestoßen, die kümmern sich um behinderte Ziegen. Man kann da Mitglied werden und spenden und ja, was soll ich sagen? Das bin ich seitdem. Ich bezahle 1 € monatlich, dass sich die Leute um die behinderten Ziegen kümmern. Die posten dann auch Fotos von sich und den Ziegen auf ihrer Facebookseite. Das ist total total süß und toll, was die machen die. Die bauen dann nämlich, wenn die Ziegen keine Beine mehr haben, so diese Rollen, womit sie laufen können.

    Anna: Oh, die Geschichte ist sehr wholesome. Ich freue mich gerade sehr für die Ziegen. Danke dir für die Story und danke für’s Interview!

    Mascha: Danke dir für das Interview, das war schön!

    Bisher gibt es erst zwei Songs von Masha The Rich Man auf Spotify zu hören, das Album steht aber schon in den Startlöchern und wartet nur darauf, das Licht der Welt zu erblicken. Also merkt euch die Sängerin besser und hört in der Zwischenzeit „His Rebel Heart„:

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    Fotocredit: Edwas Edzend

  • Mia Berg mit „I’ll Never Leave You“: Eine hoffnungsvolle Hymne an die Verlorenheit einer Generation

    Mia Berg mit „I’ll Never Leave You“: Eine hoffnungsvolle Hymne an die Verlorenheit einer Generation

    Eine zarte Stimme, die auf einem verspielten Sound zum Tagträumen in eine andere Welt einlädt. Mia Berg klingt auf „I’ll Never Leave You“ unbeschwert und hoffnungsvoll. Dabei ist der Inhalt des Songs zuerst gar nicht so unbeschwert, wie er klingt. Mia singt über die Verlorenheit, die sie als junge Frau mit Mitte 20 fühlt. Aber dabei versprüht sie zugleich das hoffnungsvolle Versprechen, zusammen mit ihren Freund*innen durch diese chaotischen Zeiten zu navigieren.

    Es gibt ein starkes Element von Nostalgie in Mia’s Songs, das sich wie ein roter Faden durch ihre Musik zieht. Wie das Aufwachsen in ihrer Heimatstadt Bergen sie geformt hat und wie schwer es manchmal ist, loszulassen und sich von der Vergangenheit zu verabschieden, lenkt ihre Texte. Mittlerweile wohnt und arbeitet Mia in Oslo und schaut mit anderem anderen Blick auf die Stadt an der Westküste Norwegens. Diese Reflektion von Themen, die sie damals so wie heute beschäftigen, verarbeitet sie in ihren Songs.

    Die Vorfreude auf Mia’s Debütalbum im Herbst steigt

    Das Debütalbum von Mia Berg erscheint zwar erst im Oktober, doch um die lange Zeit bis dahin zu überbrücken, hat uns die Norwegerin jetzt mit der dritten Single des Albums versorgt. Auf „I’ll Never Leave You“ zeigt sie ihre Uptempo-Indie Seite. Wo Goodbye, for a while und „The Other Side“ noch eher langsam und melancholisch daherkamen, bringt die neue Single mit mehr Beat und Gitarre eine neue Facette der Skandinavierin zum Vorschein. Aber keine Sorge, die gewohnte Portion Nostalgie bringt Mia auch in „I’ll Never Leave You“ wieder mit – und das sieht man auch in Artwork und Musikvideo.

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    Mia Berg selbst sagt über „I’ll never leave you„: „It was initially a song I wrote about being in a chaotic place of bad choices. Being in your mid 20ies, trying to navigate your life – at the very same time as everyone around you is doing the same. There’s a lot of mistakes and stumbling, and it’s the same for everyone. But I also wanted to point out the importance of friendship, and how we find calmness and a safe space in those close to us. I guess that perspective turned the chorus into this proclamation – that no matter how dark and difficult things are, I would never abandon my friends in dark places.“

    „But no one tells you how to be okay“

    Mia beschreibt es perfekt: Dieses Gefühl, gar nicht so genau zu wissen, wie man durch’s Leben navigiert und was man manchmal überhaupt machen soll. Und damit ist sie nicht alleine. In dieser komischen Phase, wo man sich noch so gar nicht erwachsen fühlt, es aber eigentlich schon sein sollte, fragt man sich doch immer wieder: Wie verhalte ich mich als Erwachsene*r? Aber so wie Mia Berg es besingt, gibt es eben keine universelle Antwort, die mir jemand auf der Straße erzählen könnte. Irgendwie muss ich das für mich selbst herausfinden. Das ist leichter gesagt als getan. Genau da hilft es aber, zu wissen, dass man diese ungewissen Zeiten, die so manches Chaos in sich bergen, nicht alleine durchstehen muss.

    Die Vielschichtigkeit als lyrische Beschreibung der Realität

    War Mia Berg bei ihren vorangegangenen Singles am Aufarbeiten nostalgischer Gefühle. Das hört man zum Beispiel beim Verarbeiten der Kindheit und die Freunde aus dieser Zeit, die sie vermisste wie auf “The other side„. Auf „I’ll Never Leave You“ wird sie abstrakter und vielschichtiger im emotionalen Geflecht ihrer Erzählung:

    “It was a story I wanted to tell through a lot of lyrical images, where in the beginning you can picture two people standing stranded in someone’s garden and screaming at each other. They are looking at each other, not knowing what to say. I wanted the story to be based around images of chaos and some disturbing elements. At the same time the storyline is quite attached to the simplicity of being lost, at the same time as everyone else. I also think the magical balance of the song lies with the production and soundscape with its uplifting and liberating sound. The underline of the song is friendship and finding your way.”

    Es ist okay, nicht okay zu sein

    Die Botschaft: Es ist total ok und sogar gut, diese Mischung aus Verwirrung, Hoffnung und Ungewissheit zu fühlen – du bist damit nicht alleine. Danke, Mia! Dieses hoffnungsschenkende, wohlige Gefühl wird auf „I’ll Never Leave You“ durch einen aufmunternden Sound unterstrichen. Hier beweist Mia Berg, dass mitreißende Intimität, wie man sie von ihren eher langsamen Balladen gewohnt ist, genauso gut auf einem Beat funktioniert. Und so hört sich das dann an:

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    Fotocredit: Mikhela Greiner

  • untoldency proudly presents: King Charles European Tour 2022 *VERSCHOBEN*

    UPDATE 23.02.2021:
    Leider muss die European Tour trotz aller Bemühungen aus ihr-wisst-schon-welchen-Gründen verlegt werden. Wir sind super traurig darüber. Aber: Die Tour soll Ende 2022 nachgeholt werden. Alle Infos dazu erfahrt ihr bei uns, sobald es soweit ist 🙁

    Heute gibt es von uns mal wieder Tourankündigung, die es in sich hat: King Charles geht nach 5 Jahren Bühnenabstinenz endlich wieder auf Tour. Im März 2022 startet seine European Tour, die ihn quer durch Europa führt. Alle bisher bestätigten Termine und hard facts erfahrt ihr jetzt!


    Mit einem Look irgendwo zwischen Adam Ant und Prince und einem Sound, der schimmernden Pop, Alternative-Rock und Electric-Folk verbindet, stürmte der Singer-Songwriter Charles Costa aka King Charles aus London mit seinem von Kritikern gefeierten Debüt „Love Blood“ 2012 die Bühnen. Kurz zuvor gewann er den renommierten „International Songwriter of the Year“-Award. Nach einer ausgedehnten internationalen Tour veröffentlichte er 2016 sein zweites Album „Gamble for a Rose“, welches von Marcus Mumford produziert wurde. King Charles kehrte zurück zu seinen Folk-Wurzeln, während sein Sound eine moderne Note behielt.

    2020 arbeitet er mit Matthew Wilder zusammen – und so entstand das dritte Studioalbum „Out of my Mind“. Das Album ist ein Selbstgeständnis seines Kampfes für psychische Gesundheit und erforscht die Kernthemen Liebe, Einsamkeit, Sex und Selbstmord, während der Sound von roher Energie und Emotionen getragen wird. Sein neuer Sound kann durchaus überraschen, denn er zieht einen unerwartet in den Bann. King Charles sprengt damit mutig die Grenzen seines künstlerischen Schaffens.

    Nun ist es 5 Jahre her, seit wir King Charles auf den Bühnen Europas erleben durften – aber im März 2022 ist er endlich wieder mit gesamter Band unterwegs. Wo und wann ihr ihn live im Club eures Vertrauens sehen könnt, erfahrt ihr hier:


    01.03.2022 | NL-Amsterdam, Melkweg
    06.03.2022 | DE-München, Milla
    07.03.2022 | AT-Wien, B72
    08.03.2022 | DE-Leipzig, Moritzbastei
    10.03.2022 | DE-Hamburg, Nochtspeicher
    11.03.2022 | DE-Hannover, Béi Chéz Heinz
    12.03.2022 | DE-Berlin, Privatclub
    13.03.2022 | DE-Köln, Artheater
    (more tba)


    Tickets für die European Tour 2022 sind ab sofort verfügbar, einfach den Button klicken!

    Sind ja noch ein paar Tage hin, also checkt King Charles bis dahin doch gerne auf Instagram oder Facebook ab.

    Und um in die richtige Stimmung zu kommen, gibt’s hier noch das aktuelle Album „Out of my Mind“ zum in Dauerschleife hören:

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    Fotocredit: Peter O’Sullivan