An der Grenze zwischen Hip-Hop, Rock und Elektro befinden sich Glauque. Die Gruppe aus dem belgischen Namur hat im September mit „Les Gens Passent, Le Temps Reste“ ihr Debütalbum rausgebraucht und beweist sich seit Jahren als beeindruckende Liveband. Als geplanter Support von Stromae befinden sie sich nun auf eigener Headline-Tour, dessen Stop in Berlin wir präsentieren dürfen!
Fesselnd-schöne Trauer in einem Universum voller Gegensätze
Glauque ist voller Gegensätze und genau dort liegt die Faszination. Wütend, anklagend, traurig und verzweifelt ergibt sich das Debütalbum der belgischen Band der unerbittlichen Realität, die im Leben herrscht. Die dystopischen Erzählungen unterwerfen sich dem Fluss der Musik, der Wege einschlägt, mit denen nicht immer alle rechnen. Doch gerade das ist das, was so fesselt, das ist das, was diese tiefe Trauer so wunderschön macht. In dem Universum voller Gegensätze treffen wütende Texte auf treibende Beats, leidenschaftliche Verse auf anklagende Synthesizer, die nicht umhin können als mit jedem Song eine wahre Filmatmosphäre zu schaffen. Und wenn das wiederum die Bühne trifft…
… wenn das die Bühne trifft, wird auch in der letzten Reihe nicht getuschelt, sondern der gesamte Raum, egal wie groß oder wie klein, ist gebannt von Glauque. Gebannt von den Worten von Louis, die man nicht versteht, wenn man kein französisch spricht (das aus der Schule vor 10 Jahren wird nicht reichen). Trotzdem fühlt man alles. Schmerzvolle Emotionen gekoppelt an einen tief dröhnenden Bass machen es unmöglich, sich nicht in der Musik zu verlieren – und sich zusammen in ihr wieder zu finden.
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Am 22. November können wir das, zumindest im Berliner Frannz Club, zusammen tun. Ebenfalls antreffen könnt ihr sie in Leipzig, Dresden, Hamburg, Osnabrück und Köln (Tickets findet ihr hier). Und ihr wisst: Musik, die auf große Bühnen gehört, nimmt die kleinen Clubs ganz anders auseinander – und dort ein Teil von zu sein, bringt eine ganz besondere Art von Magie.
Der Deutsch-Amerikaner und selbst ernannter „CEO of writing sad songs“ Clide geht im November 2023 auf Tour, präsentiert von untoldency. Für alle, die sich einen Abend lang seinen und ihren eigenen Gefühlen hingeben möchten, gibts hier alle Infos zur Tour und natürlich auch den direkten Weg zu den Tickets.
Vielleicht ist euch Clide in diesem Sommer schon einmal über den Weg gelaufen, als er Teil der Acoustics Concerts 2023 war. Oder vielleicht schon eher, als er mit seiner EP „Parachutes„ in weltweit über 20 New Music Friday Playlisten gelandet ist. Clide, der zweisprachig aufwuchs und abwechselnd in Los Angeles und Berlin lebt, geht es in seiner Musik um Empathie. Er schreibt mit seinen Songs buchstäblich sein Innenleben auf. Er verarbeitet Trennungsschmerz und Abschiede in der Vergangenheit, die ihn emotional geprägt haben. Mit seiner emotionalen Kopfstimme und einer kraftvollen Bauchstimme schafft er den Spagat zwischen Gänsehaut Momenten und pure Emotionen. Und das alles, können wir jetzt live erleben:
Die Tourdates
09.11.2023 | Mainz – schon schön 11.11.2023 | Berlin – Privatclub 27.11.2023 | Hamburg – Nochtwache 28.11.2023 | Köln – Helios 37 29.11.2023 | München – Kranhalle
Ihr könnt auch übrigems gerne noch einen kurzen oder langen Blick zu Instagram werfen, dann da verlosen wir noch 4×2 Gästelisten-Plätze für die Stadt eurer Wahl. Lohnt sich also, oder?
Und bis zur Tour – so lang ist’s ja nicht mehr hin – könnt ihr eure Herzen mit den Songs von Clide schon mal vorwärmen:
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Aufmerksame Leser*innen könnten sich hier denken „Conic Rose? Den Namen hab ich schon mal irgendwo gelesen“ und ihr wärt korrekt! Die Band mit einem der schönsten Bandnamen haben wir euch im Februar vorgestellt, im ersten Teil ihrer „Heller Tag“-Tour. Durch ua. München, Erfurt, Hamburg, Dresden und Frankfurt sind sie schon getoured, jetzt machen sie nochmal einen Stopp in ua. Köln, Stuttgart, Hannover, Berlin und Bochum. Wir freuen uns deshalb, euch präsentieren zu dürfen: Conic Rose und die „Heller Tag“-Tour Teil II.
Verliebt euch in intime Live-Momente, die magisch sind
Viel Liebe haben wir schon im ersten Artikel niedergeschrieben (hier zu finden), aber wenn ihr ein wenig klickfaul seid, lassen wir mit Vergnügen dieselbe Liebe nochmal an dieser Stelle nieder. Mittlerweile ist das Debütalbum „Heller Tag“ der Band um den Trompeter Konstantin Döben schon über ein halbes Jahr draußen und das heißt, wir hören es auch seit über einem halben Jahr! Die instrumentalen Klänge, bestehend aus Gitarre, Bass, Drums, Synths, Trompete/Flügelhorn und elektronischen Schnipseln, die ab und zu mit reinfliegen, faszinieren uns seither. Auch wenn man, wie wir, eigentlich recht selten in komplett instrumentale Welten verschwindet, besitzen Conic Rose diese Fähigkeit, mit fast dem ersten Klang diesen Sog zu bauen, der einen ganz unvermeidlich in diese Welten zieht. Sie schaffen es Geschichten zu erzählen, die in ihren Erzählsträngen genauso vielfältig sind wie die aufeinandertreffenden Melodien. Mit einer Menge an Twists und Drehungen, die nur sie selbst kommen sehen, ist es recht schnell geschehen und man ist verliebt.
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Wir haben sie im Februar auf ihrer ersten Tour besucht und können deshalb aus allererster Hand versichern: die Liebe hält! Was auf Platte schon wunderschön klingt, findet auf der Bühne in einer magischen Art zusammen und ja, so große PA-Anlagen wissen das nochmal sehr eindrücklich zu exponenzieren. Erlebt das doch auch mal:
28.10.2023 – Neustrelitz, Basskulturfabrik 17.11. 2023 – Köln, Jaki 18.11.2023 – Stuttgart, BIX 19.11.2023 – Bochum, Urban Urtyp 20.11.2023 – Paris, Le Duc Des Lombards 22.11.2023 – Fulda, Kulturkeller 23.11.2023 – Hannover, Feinkost Lampe 24.11.2023 – Hamburg, Nachtasyl 25.11.2023 – Erfurt, Franz Mehlhose 04.12.2023 – Berlin, Kantine am Berghain
Wenn ihr uns auf Instagram besucht, könnt ihr hier 1×2 Tickets gewinnen!
Und ansonsten lassen wir euch noch ein wenig Musik da und hoffen, euch bei einem oder anderen Konzert zu sehen!
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Wer uns schon länger verfolgt weiß, dass wir eine süße musikalische Freund*innenschaft mit den Kicker Dibs pflegen. Eine unserer Redakteur*innen war sogar schon zu Schulzeiten auf einem ihrer Konzerte (laaaaaang ist’s her). Am 15.09.2023 haben die drei Berliner nun ihr neues, zweites Album „Die Pointe“ veröffentlicht und gehen damit ab dem 20.10.2023 auf gleichnamige Deutschlandtour. Nachdem wir 2022 auch schon die Tour zum Debütalbum präsentierten durften, haben wir uns natürlich nicht lumpen lassen und präsentieren euch auch die neuerliche Kicker Dibs-Tour – und zwar aus vollstem Indierock-Herzen!
Wer sich das neue Album „Die Pointe“ bereits angehört hat, wird wie wir vielleicht festgestellt haben, dass die Kicker Dibs ihren sowieso schon sehr eigenen Sound noch einmal dibsiger ausgefeilt haben. Ihr Sound, der mal rotzig, mal lieblich, mal geladen, mal zurückhaltend klingt, wird begleitet von Songtexten, die sich klar (auch politisch) positionieren, aber trotzdem nicht mit dem Zeigefinger auf Personen zeigen und ihre sehr charmante Leichtigkeit behalten, auch wenn die Saiten der E-Gitarren kurz vor „überstrapaziert“ stehen. Auch Fans von Überraschungsmomenten wird „Die Pointe“ glücklich machen. Nicht zuletzt auch durch Features mit Eva Sauter von Ok.Danke.Tschüss („Happy“), Sebastian Madsen von Madsen („So’n Gefühl“) und dery („Irgendwo“). Das Album wird insgesamt auf eine ganz besondere humoristische Art, die dem Albumnamen alle Ehre macht, gehalten. Es geht nämlich eben auch um diese Momente im Leben, die eigentlich allesamt ein schlechter Scherz sein müssten und in denen man ewig auf was wartet? Genau. Auf die Pointe.
Uns würde sehr interessieren, was für euch die Pointe dieses Albums ist. Für uns ist es auf jeden Fall, dass es auf den Bühnen Deutschlands weggerockt werden wird. Denn, so schön ausproduzierte Studioalben auch sind, aber wenn die Kicker Dibs was können, dann sind es Konzerte. Glaubt uns das, sie haben uns schon so oft davon überzeugt. Ihr solltet euch Niki, Tingel und Lenny daher nicht entgehen lassen. Checkt doch einfach mal nachstehend, ob sie auch in eurer Nähe spielen und dann einfach ganz easy den untoldencygrünen Button klicken und ein Ticket kaufen. ODER?!
Wir würden uns jedenfalls sehr freuen, euch auf einem der Konzerte der Kicker Dibs zu sehen!
Wir wissen, dass es aktuell für sehr viele von uns schwierig ist, Konzerttickets zu kaufen. Wenn es euch aber möglich und ihr das Konzert eurer Lieblingsband eh besuchen wollt, dann bitten wir euch an dieser Stelle im Rahmen aller Künstler*innen: Kauft Tickets im Vorverkauf. Es steigert nicht nur eure Vorfreude, es bietet vor allen Dingen den Artists und ihren Crews eine gewisse wirtschaftliche Planungssicherheit, um euch die schönstmögliche Erfahrung zu bieten und alle so fair wie möglich zu bezahlen. Also win/win für alle, oder?
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Es ist erst das zweite Jahr des KiezKultur Festivals und doch sind gut einen Monat vorher schon alle Tickets ausverkauft. Ihr gehört zu den Glücklichen die sich ein Ticket gesichert haben? Perfekt, denn wir haben für euch schon einmal vorab ein paar Highlights rausgesucht und zusammengestellt, was ihr auf keinen Fall verpassen dürft.
Unsere Highlights (Musikprogramm)
Shelter Boy
Mit Shelter Boy erwartet euch eine gewaltige Ladung Indie-Rock mit emotionalen Texten und einer Dream-Pop Atmosphäre, die jedes Mal aufs Neue verzaubert. 2021 hat er sein langersehntes Debütalbum „Failure Familiar“ veröffentlicht, in dem er sich auch in Richtung Britpop weiterbewegt. Wer Bock auf catchy Hooks hat, ist bei ihm genau richtig. Am Freitag um 20:30 Uhr könnt ihr Shelter Boy in der 60er-Halle auf dem Faust-Gelände erleben.
Sweed
Ein weiterer Act, auf den wir uns wahnsinnig freuen, ist Sweed. Mit einer Kombination aus Indie-Pop, Funk-Elementen und treibenden Drums kreiert der Musiker aus dem Süden Deutschlands einen träumerischen und dennoch aufgeweckten, tanzbaren Sound. Auf seiner EP „Sweedside“ verarbeitet der Musiker Themen, die sich mit weit mehr beschäftigten als nur mit der Liebe. Große Empfehlung: Am Freitag um 19:30 Uhr im Mephisto.
Soft Loft
Die Schweizer-Band Soft Loft ist das musikalische Projekt der 26-jährigen Jorina Stamm. Mit ihrer Musik möchte sie Safe Spaces kreieren, die Zuflucht bieten, wenn man aus der Realität fliehen möchte. Ein warmer Sound, der von Herzen kommt und berührt. Die erste EP „In Case You Still Geht Lonely“ kam im Juni 2023 raus und beschäftigt sich vor allem mit dem Umgang mit Angst, Panikattacken, mit Identitätsverlust, aber auch mit dem Thema Heartbreak. Soft Loft spielen am Samstag um 18:30 Uhr im Mephisto.
Post Meridiem
Im letzten Jahr war die Schlange vor dem Gig von orbit so lang, dass das Ende kaum sichtbar war. Drinnen war es komplett voll und es war klar: Das ist ein eindeutiges Highlight. Für alle Fans von orbit gibt es auch dieses Jahr wieder einen Pflichttermin. Denn Marcel kommt dieses Jahr zusammen mit seinem Bruder zurück — und zwar als Duo Post Meridiem, das ähnlich wie orbit eher instrumental und experimentell ausgelegt ist. Ihr seht Post Meridiem am Samstag um 20:15 Uhr im Mephisto.
Hier noch ein paar weitere musikalische Highlights für das Wochenende: Anoki, GAST, Novaa, Willow Parlo, GAST, MODULAR, Ottolien, SERPENTIN, UCHE YARA und natürlich viele mehr.
Das komplette LINE-UP
Zur Übersicht gibt es hier einmal das komplette Line-Up. Auch in diesem Jahr findet ihr das KiezKultur Festival in der inField App von Höme. Dort findet ihr den Timetable mit allen Infos und die Funktion, sich selbst einen Timetable zu erstellen. Außerdem gelangt ihr dort zu den FAQs, dem Geländeplan und vielem mehr! Ihr könnt euch die inField App übrigens ganz bequem einfach im App Store oder Google Play Store runterladen.
Abseits der Musik
Wir möchten auch noch zwei Tipps für die Workshops und Panels an den Nachmittagen geben: Der Live-Podcast mit Favourite Worst Cast. Eric und Jan quatschen in ihren Folgen über neue Alben, zerreißen und loben sie und haben zu allem eine Meinung. In der Special-Version auf dem KiezKultur werden die beiden über ihr perfektes Festival Line-Up quatschen. Jeder pitched seine Top 10 Artists für das „perfekte“ Festival — von Hip Hop über Rap und Indie Rock bis hin zu mainstreamigen Pop. Ihr seid nicht einverstanden mit der Auswahl der beiden? Keine Sorge, auch das Publikum bekommt die Chance seinen Lieblingsact miteinzubringen. Wen treffen wir am Samstag um 16:00 Uhr in der Safrans Bar?
Wer selbst aktiv und kreativ werden möchte, kann an beiden Festivaltagen beim Kreativ Spaceim Kesselhaus vorbeischauen. Freitags von 14:30 bis 18:00 Uhr und samstags von 13:00 bis 17:00 Uhr habt ihr die Möglichkeit verschiedene Mal- und Drucktechniken auszuprobieren. Zudem findet ihr dort einen Kunstkiosk, in dem ihr tolle Produkte kaufen könnt, also schaut dort definitiv vorbei!
Wir stehen bereits in den Startlöchern und können es kaum erwarten! Hier findet ihr noch die offizielle KiezKultur Festival-Playlist, mit der ihr euch auf das musikalische Programm einstimmen könnt:
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Der September ist rum, der Herbst steht quasi vor der Tür und somit ist auch das diesjährige Reeperbahn Festival wieder vorüber. Auch in diesem Jahr war unser Team auf Europas größtem Musikclub-Festival in Hamburg zu Gast. Unsere Redakteur*innen Anna, Johanna, Leif, Sarah und Julia haben ihre Highlights und den ein oder anderen Geheimtipp für euch zusammengefasst.
Seit 2006 findet im Hamburger Stadtteil St. Pauli das Reeperbahn Festival statt. An vier Tagen wird die Reeperbahn zum Zentrum für den Austausch zwischen Publikum, internationalen Künstler*innen und Musikschaffenden. Ein Ort, an dem man viel neue Musik entdecken kann. So manche Newcomer*innen haben vor ihrem Durchbruch auf dem Reeperbahn Festival gespielt — um mal ein paar zu nennen: Ed Sheeran, Nina Chuba, Bon Iver, Kraftklub, Lewis Capaldi, AnnenMayKantereit oder Sigrid. Neben zahlreichen Konzerten werden auch Workshops und Vorträge angeboten sowie ein Konferenzprogramm für Musikschaffende. Thematisch dreht sich alles um unsere Popkultur. Dabei stehen vor allem aktuelle Entwicklungen der Gesellschaft und globalen Musikwirtschaft im Fokus.
Das Programm im Festival Village oder auf dem Spielbudenplatz ist für alle frei zugänglich und bietet somit auch Musik und Kultur für all diejenigen an, die kein Festivalticket haben.
Schon als die ersten Töne zu „Overkill“ angestimmt waren, war’s um mich geschehen. Keine Ahnung, wie Holly Humberstone es macht, aber sie bringt mich einfach immer zum Weinen. Keine Sorge, das sind Freudentränen. Ihre Songs tragen eine Emotionalität in sich, die sich live noch tausend Mal intensiver anfühlt.
Die 23-jährige Britin hat am Samstagabend, dem letzten Festival-Tag, in der Großen Freiheit gespielt. Es ist der Tag, an dem viele bereits abreisen, trotzdem war die Location voll mit Fans. Und das Bleiben wurde belohnt. Trotz der im Vergleich eher großen Bühne, wirkte das Konzert sehr intim. Aber vor allem hat man gemerkt, wie viel Spaß Holly auf der Bühne hat — und das hat das Publikum angesteckt.
Bruckner in der Elbphilharmonie
Die außergewöhnlichste Location auf dem Reeperbahn Festival ist wohl unangefochten die Elbphilharmonie. Nur vier Bands haben die Ehre, dort spielen zu dürfen. Ich war bei dem Konzert von Bruckner am Freitagabend und muss gestehen: Ich war vorab sehr kritisch, was das Konzert angeht. Eine Deutsch-Pop-Band in der großen Elbphilharmonie, in der sonst Opern und Streich-Konzerte stattfinden? Aber ich wurde (zum Glück) vom Gegenteil überzeugt.
Das kleine Setup von Jakob und Matti wirkte etwas verloren in dem großen Saal. Schnell füllten die Beiden allerdings den Raum mit ihren Stimmen und zogen alle mit sich — selbst die Eltern der beiden waren extra angereist, um mitzuerleben, wie ihre Söhne in dem großen Konzertsaal spielen. „Mama, Papa, wo sitzt ihr?“, fragte Jakob nach den ersten beiden Songs und ein stolzes Elternpaar steht auf und winkt überglücklich aus dem Publikum zu.
Als besonderes Goodie gab es sogar einige Songs in abgeänderter Version mit Streicher-Arrangement und Special Guests on top: Paula Carolina und Dominik Hartz. Spätestens als die beiden auf die Bühne kamen stand wohl auch der letzte Gast. Denn die Sitzplätze im großen Saal hielten bei Songs wie „Moment“ oder „Wer wir sind“ nicht vom Tanzen ab.
Bruckner-Fans kennen von Konzerten den Moment, in dem die beiden in mitten des Publikums „Für immer hier“ akustisch spielen. Ohne Mikrofon, ohne Verstärker. Diese Atmosphäre haben die beiden versucht, auf der kleinen Bühne im großen Saal nachzuempfinden — mit einem kleinen Mikro, um das sich die Band im Halbkreis tummelte. Alles andere war ausgeschaltet. Dank der Akustik der Elbphilharmonie entstand ein echter Gänsehaut-Moment und ein ganz neues Gefühl einer Akustik-Session.
Wie jedes Jahr fällt mir die Entscheidung schwer, wenn ich gefragt werde, welche Acts mir am besten gefallen haben. Dennoch hat mich die Show von Singer- und Songwriterin Sophie May aus London im Imperial Theater am meisten verzaubert. Dazu hat sicherlich auch die schöne Location beigetragen. Bereits im Vorhinein habe ich mich sehr auf die Band Mar Malade gefreut, die im Knust wie zu erwarten einen Hammergig hingelegt haben. Weiche Knie gab es zum Ende des Festivals beim kleinen aber feinen Auftritt von Holly Humberstone auf dem N-Joy Reeperbus (big Fangirl-Moment an dieser Stelle). Hier noch ein paar Künstler*innen, die ich für mich neu entdeckt habe und weiterempfehlen möchte: Soft Loft, Blush Always, Girl Scout und Temples.
Sarah’s Highlights
BIBIZA im CHIKAGO
Während ich um am Donnerstag um 19:30 Uhr bei DAMONA stand, waren alle meine Freund*innen zur gleichen Zeit im Gruenspan bei BIBIZA – und obwohl ich eine super Zeit hatte, nagte auch etwas an mir. Doch ich wollte auf mein Glück hoffen, und versuchen, sein späteres Set an dem Abend zu erwischen. Meine Friends kamen vom Gruenspan mit gemischten Gefühlen zurück: Die Stimmung war ganz vorne zwar gut, aber es war eben doch eine “Industry Show”. Da sind sich die Leute einfach zu cool, um mit zu wippen.
Bei den IMJA wurden nationale und internationale Musikjournalist*innen ausgezeichnet.
Aber da winzige Clubshows sowieso schon immer meine präferierte Art von Gigs sind, habe ich auf das Set im Chikago um 23:10 Uhr gesetzt. Ich war also sicherheitshalber überüberpünktlich (45 min. vor Beginn) an der Bar. Da konnte ich sogar gleich noch den Soundcheck sehen! Das Chikago wurde immer und immer voller, und es wurde heiß und stickig. Kaum ging die Show dann los, war die Energie auch schon bei 2000 %. Hier waren wirklich nur die Leute die RICHTIG Bock hatten. Wie zum Beispiel ich.
Weil die meisten Shows, die ich an dem Tag gesehen hatte, nur ca. 30 min. lang waren, hatte ich hier auch nicht mehr erwartet. Stattdessen wurde hier 50 min. durchgepowert!
Alle Hits, bis der Schweiß von der Decke tropft. Wiener Schickeria vom Feinsten. „Es ist so schön mit dir, zu schön, um wahr zu sein“, aber wirklich!
DOTTIE ANDERSSON in der Prinzenbar
Als ich nach den International Music Journalism Awards (IMJA) um 19:30 Uhr um die Ecke der Prinzenbar lief, standen dort schon ca. 15 Leute in einer Schlange. Und die wurde nur noch länger und noch länger. Die schwedische Sängerin war heiß heiß begehrt beim Reeperbahn Publikum. Und das absolut zurecht!
In der schönsten Location von allen (mit einer tollen Lichtershow) performte Dottie ihre an dem Tag frisch releaste EP “Drinking Gasoline” und noch mehr. Auch ein Song auf ihrer Muttersprache war dabei. Und ganz lässig spielte sie bei zwei Songs nebenbei noch am Schlagzeug. Und obwohl man ihr die Nervosität etwas anmerkte, war die Performance 10/10, und wurde eins meiner absoluten Highlights! Für nächstes Jahr solltet ihr also alle Dottie Andersson auf eure Artists to Watch Liste packen. Da kommt noch was ganz Großes, versprochen.
Als Bow Anfang September ankündigte, dass sie auf dem Reeperbahn-Festival spielt, wusste ich: Egal was parallel an Programm ist, ich auf jeden Fall dieses Konzert sehen werde. Denn seitdem die schottische Sängerin 2020 ihre erste Single veröffentlicht hat, freue ich mich über jeden Release von ihr. Also höchste Zeit, sie auch mal live zu sehen. Und das kann ich allen anderen auch nur empfehlen!
Bow ist dafür gemacht, auf der Bühne zu stehen – die authentische Show im Mojo Club hat das einmal mehr betont. Abgesehen von einem kurzen Texthänger, der sie noch sympathischer hat wirken lassen, war die Show einwandfrei. Bow vermittelte mit ihren Songs ein Gefühl der Geborgenheit und Selbstliebe. Und genau mit diesem Gefühl ging das Reeperbahn Festival für mich 2023 dann auch zu Ende.
TJARK in der Prinzenbar
Ein weiteres Highlight für mich waren Tjark. Vor allem in Kombination mit der Prinzenbar. Ich hatte oben auf dem Balkon einen Platz gefunden und konnte so die ganze Location gut überblicken. Das ganze Set über wurde getanzt, mitgesungen, gefeiert.
Kurz vor dem Reeperbahn Festival hatte der Sänger seine erste eigene Tour angekündigt. Ich hatte das Gefühl, dieser Auftritt war der perfekte Moment, die Vorfreude darauf bei allen zu steigern und einzufangen. Denn am Ende wurden noch Rufe nach einer Zugabe laut und Tjark wirkte vollkommen überwältigt von dem ganzen Zuspruch und der Begeisterung, die das Publikum für ihn und seine Musik aufgebracht haben.
Anfang des Jahres wurde der deutsche Sänger mit seiner Single “schon okay” erfolgreich und war im Sommer mit LEA auf Tour. Da kommt noch ganz viel Tolles auf uns zu!
HELGA! Award
Außerdem wurde auch dieses Jahr wieder der Helga! Festival Award verliehen. Dieser wird seit 2013 im Rahmen des Reeperbahn Festivals vergeben und zeichnet die besten nationalen Festivals des Jahres aus. Partner*innen der diesjährigen Verleihung waren erneut das HÖME Magazin und die LiveKomm.
Kategorien waren dieses Jahr “Feinstes Booking” (Gewinner: Nürnberg Pop Festival), “Grünste Wiese” (Gewinner: NØRDEN – The Nordic Arts Festival), “Höchster Hürdensprung” (Gewinner: Die andere Seite der Welt), “Reichhaltigste Reichweite” (Gewinner: Pferdefestival) sowie “Gemischteste Tüte” (Gewinner: Umsonst & Draußen Festival Würzburg). Was schnell klar wurde, unabhängig davon, wer den Preis letztendlich erhielt: in allen Festivals steckte unfassbare Liebe zur Veranstaltung und zur Arbeit. Sogar soviel, dass es zwischendurch kurz kitschig (aber schön kitschig!) wurde. Während der Bewerbungsphase konnten neben Nominierungen auch Liebesbriefe eingeschickt werden. Liebesbriefe an die Crew, an das Feeling, an die Festival Family. Als das Ab geht die Lutzi! Festival dann einen an die Crew adressierten Liebesbrief vorlas, wurde es schon sehr sentimental. Fazit: Wir sollten alle öfter Liebesbriefe schreiben!
Wer schon ein Mal beim Reeperbahn Festival zu Besuch war, der/die weiß vermutlich, dass man trotz akribischer Planung, lupenreinem Schlachtplan und enormer Motivation nur ein Bruchteil von dem sehen und hören wird, was man sich vorgenommen hat. So war es auch bei mir. Und wenn die Liste der Acts, die man verpasst hat länger ist, als die Liste der Gigs, die man tatsächlich erlebt hat, weiß man diese Konzerte noch viel mehr zu schätzen.
Temples im Mojo Club
Auch, wenn der Tag schon lang schien, war der Auftritt der Temples für mich obligatorisch. Eigentlich war es der Slot „Freitag, 22. September, 19:30-20:40 Uhr“, der meinen Zeitplan für das gesamte Festival überhaupt zusammengehalten hat. Ganz egal, wen ich vorher gesehen habe und nachher sehen würde (und wen eben nicht), kein Weg ging am Mojo Club und den Temples vorbei.
Die Location, muss man sagen, besticht schon dadurch, dass sie unterirdisch liegt und mir das Gefühl gab, in die Katakomben der Reeperbahn einzutreten. Außerdem hatte der bis oben hin zugestapelte Club zusätzlich Ränge, von denen die Band sogar von oben (!) zu sehen war. Was für eine Aussicht.
Aber die Musik war noch besser. Der handgemachte Neo-Psychedelia Sound der vier britischen Musiker brachte jede*n Zuhörer*in in Ekstase. Nein wirklich, sämtliche Energie, die von der Bühne kam – und das war eine Menge – wurde unmittelbar vom ausgelassen tanzenden Publikum zurückgestrahlt. Für alle, die auf waschechte Musik, viel Gitarre und klassisches Rockkonzert-Feeling stehen, sind Temples schon längst kein Geheimtipp mehr.
Korea Spotlight Showcase auf der Spielbude XL
Auch dieses Jahr wurde das Korea Spotlight Showcase, welches von popup-records betreut wurde, für mich eine Überraschung der positiven Art. Denn, wenn ich ehrlich bin, denke ich immer im Vorhinein, dass ich mit Musik aus Korea nicht viel anfangen kann. Zurecht scheint da die Frage: Warum denn nicht? Und darauf weiß ich keine Antwort. Vor allem die Acts auf dem Showcase haben mir gezeigt, dass meine Annahme über mich selbst komplett falsch ist.
Wie schon in der Einleitung beschrieben, ist der Spielbudenplatz, auf dem sich die Bühne der Spielbude XL wiederfindet, auch für Menschen ohne Ticket zugänglich war. Dementsprechend gefüllt war der eigentlich freie Platz vor der Bühne. Mein persönlicher Favorit aus dem gesamten Showcase-Lineup war die Band cobota. Sie haben mich mit ihren klaren Gitarrenklängen, hypnotisierenden Bassläufen und prägnanten Drums überzeugt. Ganz klar kommt bei mir da der Fan von analoger Musik wieder zum Vorschein. Bei dem Stichwort muss ich in meinem vorletzten Satz als Tipp die Band Dirty Sound Magnet erwähnen. Reinhören, lohnt sich.
Kennt ihr das Roskilde Festival? Wir haben bisher immer nur mal wieder den Namen aufgeschnappt und die großen Headliner, die dort spielen, aber nie so richtig, was genau dahintersteckt. Dieses Jahr hatten wir dann die Ehre von den lieben Menschen von Factory92 eingeladen worden zu sein. Das hieß: vier Tage vollstes Festival-Feeling in Dänemark! Und weil wir nicht nur vom Line-Up wahnsinnig beeindruckt waren, sondern auch von der liebevollen und nachhaltigen Art, wie das Non-Profit (!) Festival sein gesamtes Konzept gestaltet, wollen wir euch hier einen Einblick in alles geben:
Willkommen in der fünft-größten Stadt Dänemarks
In der Vorstellung des Festivals haben wir euch schon mal einen detaillierten ersten Eindruck gegeben. Vor allem was die verschiedenen Säulen der Nachhaltigkeit betrifft passiert einiges in Roskilde (hier könnt ihr es nochmal nachlesen). Was sich für uns damals noch ein wenig abstrakt angehört hat, haben wir Ende Juni dann persönlich vor Ort gesehen. Wir können sagen: in Roskilde werden große und wichtige Schritte in die richtige Richtung gemacht!
Dabei ist (nahezu) nachhaltige Festivals zu veranstalten gar nicht mal so ein leichtes Unterfangen. Es ist noch schwieriger wenn das Festival nicht 1000 lieben und umsichtigen Menschen Platz bietet, sondern 100000. Das sind ganze zwei Nullen mehr. 100.000 Menschen wollen campen, wollen feiern, tanzen, trinken, und ihre freien Tage weg vom Alltag genießen. Es kommen tatsächlich so viele Menschen zusammen, dass Roskilde in der Woche die fünftgrößte Stadt Dänemarks wird. Lasst das mal kurz sacken und versucht euch vorzustellen, was das heißt. Als wir am Mittwochnachmittag bei der offiziellen Eröffnung dabei sein durften, haben wir gesehen, wie viele Menschen das dann wirklich sind. Wirklich viele! Nach nur einer Stunde war das Festivalgelände mit Müll bedeckt. Auch wenn durch Müllsammler*innen die Verschmutzung ein wenig eingegrenzt wurde, war es ein Problem, das in der Masse sehr schwer in den Griff zu bekommen ist. Wie das leider so ist in einer überfüllten (Festival-)Stadt…
Einlass beim Roskilde Festival 2023
Next stop: UTOPIA
Bevor wir in den musikalischen Teil einsteigen, ein paar Worte zur Struktur und Philosophie des Roskilde Festivals. Workshops, Lesungen, Kunstinstallationen und andere nicht-musikalische Beiträge bilden einen großen Teil des mehrtätigen Festivals. An den sogenannten „First Days“ spielen Newcomer*innen aus der skandinavischen Musikszene auf den kleineren Bühnen Gaia und Eos und die ersten Lesungen und Workshops finden statt. Der Fokus ist weg von Headlinern und ganz klar auf dem Nachwuchs. Und das nicht dieses Jahr nicht nur auf der musikalischen Ebene:
Das Festival wählt jedes Jahr ein spezifisches Thema, unter das es sich jährlich inhaltlich ausrichtet. 2023 lautete das Thema „Utopia“. Es ging darum, den Blick der zweiten Festival-Edition post-Corona auf die Zukunft zu richten. Genauer, auf die Hoffnung, die in der Zukunft liegt. Was für unsere jetztige Generation gar nicht so einfach ist oder? Mit Anfang/Mitte 20 sind wir durch zwei Jahre Lockdown und Pandemie in einer Phase, die zentral in unserer sozialen Entwicklung ist. Wir leben in Zeiten, in denen die Klimadebatte akut ist wie nie und Kriege das Gefühl von Frieden und Sicherheit, mit dem wir aufgewachsen sind, zum Einbrechen bringen. Das sind nicht unbedingt rosige Zeiten, in die wir blicken.
Umso wichtiger ist es, dass sich nicht nur junge Leute selbst, sondern auch die Generationen darüber die Frage stellen: was können wir dagegen tun? Wie können wir dem entgegensteuern und wie können wir selbst einen positiven Beitrag schaffen, um die Zukunft besser zu gestalten? Das sind die Fragen, die sich auch das Roskilde Festival stellt.
Sie wollen die jungen Leute in dieser Hoffnung bestärken und zeigen: so könnte es aussehen, wenn wir alle an den gleichen Hebeln ziehen! Die 30.000 Freiwilligen, die das Roskilde Festival ehrenamtlich über die Bühne bringen, sind ja nicht nur während der Festivaltage da. Sie bauen das gesamte Gelände über mehrere Wochen und Monate auf, sie kuratieren das Bühnenprogramm, sie bauen Camps und Rückzugsorte, sie bringen sich aktiv mit neuen Ideen ein. So gibt es zum Beispiel einen „Community Camping“-Bereich, bei dem sich Gruppen mit einem Konzept bewerben können, wie sie sich aktiv in die Gemeinschaft einbringen können. So sind beispielsweise Pfandsammlungs-Kollektive entstanden, die die Pfanderlöse an einen guten Zweck spenden. Auch Kunstinstallationen und verschiedenen Workshops finden ihren Platz im Festivalprogramm und auf dem gesamten Gelände.
Was alles möglich ist: Frauen und POC auf Festivalbühnen!
… ihr merkt, man kann hier sehr schnell sehr tief in die Strukturen des Festivals abtauchen. Täglich ploppte der Gedanke bei uns auf „Ach, wenn sich dadurch doch nur ein paar der deutschen Festivals in Deutschland inspirieren lassen würden…“. Man könnte so viel mehr umsetzen! An Inhalten, an politischen Diskursen, an musikalischer Breite. Es ist so viel mehr möglich, als Marteria auf dem Headliner-Slot zu halten. Oder sich angegriffen zu fühlen, wenn die erschreckend (!) niedrige Frauenquote auf der Bühne kritisch thematisiert wird. Stattdessen könnte man Rosaliá oder 070Shake oder Biig Piig oder Japanese Breakfast oder Greentea Peng oder Sudan Archives oder Louis and the Yakuza oderoderoder buchen und Tausende begeistern lassen. Und das sind alles nur bekannte internationale Acts, die wir aus dem diesjährigen Roskilde Line Up gezogen haben! Dass wir in unserer deutschsprachigen Indie/Pop-Bubble so viel mehr Künstlerinnen haben, die das auch können, ist hoffentlich allen von uns klar.
Wer an dem Booking-Prozess hinter dem Roskilde Festival interessiert ist: wir hatten die Freude, zu einem Presse Q&A geladen worden zu sein, bei dem uns Head of Music Booking Thomas Jepsen genauere Einblicke in die Arbeitsweise gibt. So ist das Hauptziel des Festivals to „embrace the next big thing“. Also das bewusst nach außen Schauen, was eigentlich hinter den Ländergrenzen so passiert. Da geht der Blick natürlich viel zu den Staaten und nach England, Länder, die auch unsere internationale Musikszene sehr formen. Aber halt auch noch weiter! Wir haben so viele Künstlerinnen aus verschiedenen Ländern Afrikas oder Südamerikas gesehen, dass wir nicht umhin konnten uns zu fragen: wo sind die ganzen POC auf den deutschen Festivals? Hat sie jemand gesehen? Will sie jemand absichtlich nicht auf die Bühne lassen?
Und viel wichtiger: wieso wird so vehement an diesem sehr mit rassistischen Strukturen unterwanderten „Status Quo“ festgehalten und kein Vertrauen ins Publikum gesetzt? Wenn wir eins gemerkt haben auf dem Roskilde ist es nämlich: die Leute haben Bock. Sie haben Bock, Neues zu entdecken. Sie haben Bock, sich von Energien mitreißen zu lassen und ihre persönlichen Sommerhighlights auf dem Roskilde zu finden. Auch wenn viele der (vor allem kleineren) Bands den meisten im Publikum unbekannt waren, so waren es immer energiereiche Konzerte, mit einer Atmosphäre, die darauf schließen ließ, dass sich hier viele aufs erste Hören verliebt haben.
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Hier dürfen sich Festivalveranstalter*innen gerne Input holen:
Kurz wieder abgedriftet, zurück zum Booking. Es wurden 2022 sechs neue und junge Menschen eingestellt, die das Booking-Team von insgesamt 14 Booker*innen abrunden. 10 von diesen 14 Personen sind weiblich. … Ja, da lassen wir bewusst kurz eine Pause. Merkt ihr, wie schön sich dieser Satz liest? 10 von 14, das sind fast 75%. Noch nie waren wir auf einem so großen Festival, das uns aus Booking-Sicht so überzeugt hat, wie dieses hier. Program Director Anders Wahrén sagt:
„Our programming must be in constant development, so that Roskilde Festival stays relevant and keeps up with time. Therefore, it is necessary to move around the roles occasionally. I can support the work better when I can also relate to our surrounding world and the festival landscape in general.”
… Weshalb Scouting einer der wichigsten Booking-Prozesse hinter jeder Edition ist! 14 Menschen mit unterschiedlichen Perspektive, die sich das ganze Jahr über mit Musik aus der ganzen Welt auseinandersetzen, schauen, was für Trends gerade im Kommen sind, aber auch welche versteckten Newcomer*innen den Step auf Dänemarks größte Bühnen machen sollten. Und für Musiknerds wie uns, die die ganze Zeit nach genau solchen Acts suchen, ist das natürlich ein wahres Fest! Deshalb hier, direkt von uns an euch, einmal eine Liste an konkreten Empfehlungen, direkt von uns live ausgecheckt und validiert:
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Und damit schließen wir unseren (sehr späten aber dafür sehr langen!) Nachbericht des Roskilde Festivals 2023 ab. Es ist kein perfektes Festival und spiegelt wie jedes Festival nur das Verhalten der Gäste, welche auf eine Art auch nur das Verhalten der Gesellschaft spiegeln. Es ist aber auch ein Festival, was etliche Bemühungen mehr stellt, wertvollen Input zu diesem Verhalten zu liefern. Der Rahmen, in dem das möglich war, ist zwar nicht ganz ausgereizt, aber ganz ehrlich – ein Blick auf’s Line Up und an die Konzerterinnerungen reicht uns, dass wir damit erstmal zufrieden sind. So einen Vorsprung darf man auch einfach kurz mal genießen. Und 2024 dann ausbauen?
Wir wissen ja nicht, wie es euch gerade geht, aber wir sind momentan von so viel Live-Energie erfüllt, dass es uns ganz glückselig Richtung Herbst schweben lässt. Diesen krassen Festivalsommer im Rücken (es folgen noch ein paar Nachberichte!) naht jedoch so langsam die Zeit, in der die Sonne den trüben Herbstwolken weicht und die Winterdepressionen sich schon die Schuhe ausziehen und gemütlich machen wollen. Nur eins kann dem entgegenstehen: Konzerte! Und die wird es geben. Wir haben und werden euch davon ein paar ausgewählte vorstellen und freuen uns von Herzen mit der vielleicht schönsten Konzert-Empfehlung im Herbst zu starten: Black Sea Dahu.
Die sympathischste Band der Schweiz und ihr leidenschaftlicher Liebesbrief an die Musik
Vielleicht kennt ihr die sympathische Band aus Zürich ja schon, die wir in den nachfolgenden Absätzen umschwärmen werden. Obwohl sie seit Monaten durchgehend auf Tour sind und auch die großen Indie-Festivals dabei mitnehmen, können sie durchaus noch als liebevoller Geheimtipp bezeichnet werden. Die, die dies schon seit Jahren tun, wissen, dass es sich nur noch um eine Frage der Zeit handeln kann, bis dem nicht mehr so ist. Aber bis dahin können alle anderen die Freude genießen, einen reinsten Indie-Glücksgriff gezogen zu haben! Zum instant schockverlieben empfehlen wir den deutlichen Streaming-Hit und wunderschönen Herzschmerz-Song „In Case I Fall For You“ (öffnet sich im neuen Tab wenn ihr draufklickt).
Black Sea Dahu sind die Art von Band, in die sich alle verlieben, sobald sie ihnen für 1-2 Minuten lauschen. Sie erschaffen einen Sound voll triefender Harmonien, die in einen Sog aus Musik und gefühlvollen Welten ziehen, aus dem man nie wieder raus will. Das macht sich natürlich besonders gut auf lauten Musikboxen oder Kopfhörern, aber unschlagbar besser macht sich das live auf Konzertbühnen. Wenn man die eingeschworenen Musiker*innen um Janine Cathrein und ihre Schwester Vera dann nämlich in voller Formation und Instrumentenbreite im liebsten Indie-Club sieht, will man sein gesamtes Geld am Merchtisch lassen und die Alben in den folgenden Monaten abwechselnd hoch und runter laufen lassen. Ja, genau so gut ist das!
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Black Sea Dahu sind außerdem eine Band, die wissen, wo all die emotionalen Punkte liegen, die einen in diesen Strudel aus Gefühlen fallen lassen, und – viel wichtiger – wie man sie drückt. Die eigenen aber auch die der anderen, nichts bleibt unausgesprochen oder unangerührt. So kitschig sich das anhören mag, fließen die sorgsam ausgewählte Poesie in den Songtexten mit genau jener Poesie in musikalischer Form zusammen. Ihr könnt dabei sein, wenn sich beide Poesien in Frontsängerin Janine und ihrer liebevollen Liveband direkt vor euren Augen verbinden. Und glaubt uns, ein wenig magisch ist das schon:
18.10.2023 – Berlin, Huxleys Neue Welt 19.10.2023 – Rostock, M.A.U. Club 20.10.2023 – Kiel, Pumpe 22.10.2023 – Hamburg, Uebel & Gefährlich 25.10.2023 – Bremen, Modernes 26.10.2023 – Leipzig, UT Connewitz 27.10.2023 – Leipzig, UT Connewitz (sold out) 30.10.2023 – Nürnberg, Z-Bau 01.11.2023 – Dresden, Alter Schlachthof 03.11.2023 – Wien (AT), Fluc 05.11.2023 – Salzburg (AT), Rockhouse 06.11.2023 – München, Technikum 07.11.2023 – Ulm, ROXY Cafebar 08.11.2023 – Mainz, Frankfurter Hof 10.11.2023 – Freiburg, Haus der Jugend 11.11.2023 – Tübingen, Sudhaus 12.11.2023 – Fulda, KUZ Kreuz 13.11.2023 – Köln, Kulturkirche 24.11.2023 – Dortmund, JunkYard
Ist eine Stadt in eurer Nähe? Wollt ihr eine Freundin überraschen oder vielleicht sogar eure Eltern? Falls ja, holt euch jetzt Tickets und habt ein Konzerthighlight im Herbst, auf das ihr euch jetzt schon freuen könnt! Allzu lang ist ja nicht mehr hin.
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Ganz frisch erscheint heute die neue EP “Es geht wieder schief” des Duos Es brennt aus Berlin und Leipzig. So viel können wir verraten, hier hinter den Kulissen leckten sich besonders zwei Redakteur:innen die Finger danach: Anna und Lukas. Es passiert wirklich selten, dass sich mal zwei Reviews der gleichen Künstler:in bei uns überschneiden und mehr als eine Autor:in etwas dazu schreiben will. Und wenn, dann gibt eben der oder die Schwächere nach und überlässt dem Alpha-Tier den Vortritt. Doch in diesem Fall wollten wir beide nicht auf diese Review verzichten, deswegen machen wir es jetzt eben so wie jede andere anständige Löwenfamilie auch: Wir teilen unsere Beute. Wir schreiben sie zusammen.
Im Klartext heißt das übrigens: Das hier ist der heiße Scheiß. So heiß, dass wir nicht nur die Beute, sondern uns auch freiwillig um Arbeit reißen. Falls dir diese Art von Motivation bisher in deinem Leben gefehlt hat – kann dir diese EP allerdings auch nicht helfen. Sorry. Aber sie kann eine ganze Menge anderer Dinge. Let’s dive in.
Chaos im Kopf mit passendem Soundtrack
Unkoordiniert und durcheinander sind wohl nicht gerade die Adjektive, mit denen etwas schmeichelnd umschrieben wird. In diesem Falle sind sie allerdings durchweg positiv konnotiert. Wir alle mögen gefühlvolle Musik, richtig? Das heißt aber auch, dass sie im Hier und Jetzt entstehen muss. Starke Gefühle sind meist nicht sortiert und fein säuberlich beschriftet, sondern schwirren herum und lassen sich kaum fassen. Dieses Wirr-Warr unterlegt Es brennt mit Sound. Das Duo macht sich (so scheint es zumindest) zudem keinerlei Gedanken darüber, ihre Songs in eine bestimmte Nische packen zu müssen, geschweige denn ihre Texte und Sounds Normen anzupassen. Das Chaos in deinem Kopf wird es lieben – und in dieser Musik einen Verbündeten finden.
Kurzer biografischer Abriss: Mit “So naiv sind wir nicht” trat Es brennt im Mai 2022 auf die Bildfläche des deutschen Indie-Rocks. Der starke Text mit Lines wie “Wir sind eingesperrt, aber fangen lassen wir uns nicht” oder “im Zweifel eine Mauer, aber Krieg führen wir nicht” hat der Song uns direkt in seinen Bann gezogen.
Über Es brennt gab es damals noch kaum Infos. Gut sieben Monate später haben Sören Geißenhöner und Magnus Wichmann – die Gesichter hinter Es brennt – eine EP und vier neue Songs rausgebracht. Dazu Musikvideos und eine Menge ausdrucksstarker Texte. Ein deutsches Indie-Magazin beschreibt das Duo und ihre Musik als Anti-Pop. Finden wir passend, denn textlich geht es bei Es brennt irgendwie immer wieder um eine Art Anti-Haltung. Aber noch besser finden wir Edge-Pop, denn wo es bei Es brennt ein Hoch gibt, ist der Absturz in die Tiefe meist nicht weit entfernt (oder andersrum, falls ihr Optimisten seid!)
Das alles gibt’s nun auch auf der zweiten EP “Es geht wieder schief”, wie der Titel schon vermuten lässt. Jetzt, wo auch die letzten Sommertage noch einmal freundlich winken, bevor sie sich wie die Gänse in den Süden verpissen, kommt der Song „Schnee“ sehr gelegen. Eine Synth-Pop-Hymne, die sich durch die schwüle Sommerluft bewegt. Ein Text, der wie das Salz auf der Oberlippe einen irgendwie geilen, aber auch etwas bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Es schmeckt nach Abschied, nach einseitigen Gefühlen – obwohl der erste Bissen so köstlich und verheißungsvoll war. Dazu der Sound, der uns in die Zeit zurückversetzt, als Bosse noch Bock hatte, tolle Songs zu schreiben. Und Sörens Stimme legt sich so zart über all das, dass sie bei einem etwas zu beherzten Ausatmen wie eine Pusteblume verwehen könnte.
„Egal wie sehr du mich magst Viel lieber hast du den Sommer Jeden Tag Alles vergeht Auch deine Schwäche für Schnee“
Es ist ein Spiel mit den Gegensätzen, so wie es die Protagonisten der Geschichte auch zu sein scheinen. Ein Verlangen nach mehr, das keiner der beiden erfüllen kann. Eine Spur zu viel für das, was die eigenen Träume uns vormachen. Und immer spielt der oder die Andere in einer ganz anderen Liga, augenscheinlich. Eingeständnisse von unerfüllten Erwartungen und Gefühlen, die im Endeffekt wohl doch wieder verletzt werden. “Kann mich bitte jemand kneifen?” – und trotzdem wacht niemand aus dem Traum auf. “Schnee” ist dabei kein Wecker. Es gibt kein Trara. Das Schlagzeug eher in den Hintergrund gedrängt, alles etwas schummrig und auch die ausufernden Einlagen von Sänger Sören, wie man sie aus Songs wie “Antidote” oder “so naiv sind wir nicht” kennt, bleiben aus. Aber das passt. Dann bleiben wir halt heute im Bett
“Kaputt”: Zwischen Weltverdruss und überzogener Selbstliebe
Da setzt der nächste Song direkt an, “Kaputt” rüttelt und schüttelt die Müdigkeit aus uns. Guten Morgen! Mit Schwung und voller Tatendrang führt der Track zurück aus der Gedankenwelt in die Gegenwart, die Realität. Das alles passiert schnell. Es gibt keine Zeit zu verlieren.
“Ich bin der Schurke meiner eigenen Geschichte Ich baue einen Damm für jeden Fluss, der meine Eitelkeit zu fluten versucht”
In den Miniaturen und Sinnbildern des Textes wird doch ziemlich schnell deutlich, was Sören uns da ins Ohr singen will: Du bist ein ganz schön selbstbezogenes ***. “Der Song beschreibt die Überheblichkeit des Menschen. Seine Unangepasstheit, im negativsten Sinne. Die Ausmaße seines unreflektierten Handelns und so weiter”, erklärt er selbst.
Ehrlich und ohne schöne Worte ausgeschmückt. Und je länger man darüber nachdenkt, desto mehr ist da diese Wut im Bauch: auf uns, auf die Menschheit, auf falsches Handeln und irgendwie auch ein bisschen auf die Politik und ihre Entscheidungen, die viele mit logischem Verstand einfach nicht nachvollziehen können.
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Apropos Wut: “Und nun steh ich da mit der Faust in der Tasche”
Betrachtet man die EP als eine Einheit, fällt “Und nun steh ich da mit der Faust in der Tasche” ein bisschen raus: Er kommt überraschend gut gelaunt daher. Wo ist die scharfe Kante, die Anti-Haltung? Natürlich trügt der Schein. Denn auch wenn der Sound etwas drüber klingt und einen Tick zu viel “Friede, Freude, Eierkuchen” anstimmt, hinkt der Text im Happiness-Level hinterher.
“Ich bin immer für dich da Wie ein Fels in der Brandung, Baby”
Ungewohnt cheesy für Es brennt, aber keine Sorge, es wird direkt hinterher geschoben:
“Völlig unterkühlt und durchnässt”
Achja, danke. Da ist sie wieder: Die ungeschönte Ehrlichkeit, die wir so lieben. Kurz schleicht sich das Gefühl ein, in einem schlechten Re-Make eines musikalischen Rosamunde Pilchers gelandet zu sein oder “The Power Of Love” von Huey Lewis noch einmal erfahren zu müssen. Doch da zieht uns Es brennt schon wieder raus aus dem Tagtraum. Tatsächlich ist der wohl poppigste Song dieser EP auch der gewöhnungsbedürftigste – das muss man auch erstmal schaffen.
Bevor wir jetzt zum letzten Song kommen, den wir euch hier vorstellen wollen, eine kurze Exkursion zum Bandnamen. „Es brennt“ – das ist wahrscheinlich so ein Satz, der SOFORT die gesamte Aufmerksamkeit im Raum erregt und auch die letzte Person ihre Kopfhörer aus den Ohren pulen lässt. Ähnlich wie „Ey, da ist ein Einhörnchen!“, nur dass der Satz nicht so gut zur Band passen würde. Und, ganz ehrlich, Es brennt live zu sehen, war literally ein flammendes Inferno (pun intended, sorry).
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein, das haben wohl alle Besucher*innen gefühlt, als sie vor zwei Wochen Es brennt auf dem Oben Air vor malerischer Weinbergkulisse live sahen. Was da genau passiert ist, ist schwer zu beschreiben, aber: Sie waren die letzte Band des Abends, es war lauwarm draußen und statt auf der Main-Stage zu spielen, haben die Veranstalter*innen ihnen einfach eine eigene Bühne gebaut, die sie, sorry nochmal, komplett angezündet haben.
Magnus hat mit seinem Drumset nur gerade so auf die Bühne gepasst und Sören tobte sich mit Mikrofon in der Crowd aus. Die Energie, die sie dort zusammen mit ihrem Publikum freigesetzt haben, hätte Deutschland auch die nächsten drei Winter noch ohne Gaslieferung versorgen können. Entweder die Kinnladen standen sperrangelweit offen oder wurden krampfhaft zugehalten, um sich im Moshpit nicht die Zunge abzubeißen. Dabei ist es doch echt schade, denn „Konzerte spielen wir selten und nur, was wirklich passt. Dafür dann aber halt so, wie du es erlebt hast…..1000000%”, schreibt Sören in einer E-Mail. Wenn das die berüchtigte künstliche Verknappung ist, dann funktioniert sie sehr gut. Wir wollen jedenfalls mehr.
Ein kuscheliger Mantel names „Ich hab mein Herz so tief vergraben“
Am stärksten in Erinnerung geblieben ist beim Konzert wohl der Song „Ich hab mein Herz so tief vergraben“. Er beginnt so unschuldig mit einem dissonant verzerrten Gitarren-Akkord, den eigentlich bis dato nur Hüsker Dü oder so wirklich beherrschten. Dann die ersten Hooklines, die nur schwer wieder aus dem Kopf zu bekommen sind:
„Ich hab‘ mein Herz so tief vergraben Allein für den Frieden geb‘ ich’s nicht her Wer hat mich dir vorgestellt Ich will Abstand halten, aber dazu gehör’n“
Wer dann noch nicht drin ist, wartet noch schnell, bis das Schlagzeug einsetzt. Und dann wird sich erstmal ganz dick eingewickelt in diesen besonders kuscheligen Mantel, der die Welt da draußen so schön dumpf klingen lässt. Riecht zwar ein bisschen nach 90er Rock-Kneipe, ist aber schick und trotzdem lässig! Kann definitiv nicht jeder mehr tragen – Sören und Magnus können’s.
„Ich hab mein Herz so tief vergraben, weil ich Angst habe, jemand könnte es verletzen. Der Text handelt von der Angst sich zu binden. Gleichzeitig ist da aber die Sorge, etwas zu verpassen. Also Torschlusspanik versus Bindungsangst. Tausche ich Verbundenheit gegen Leichtigkeit? Pflichtbewusstsein gegen jugendlichen Leichtsinn? Da ist auch eine Art Entscheidungs-Ohnmacht. Darum geht’s im Song”, erklärt Sören. Hey, ja klar! Das klingt so einfach, wenn er das sagt. Wir ertappen uns aber eher häufiger dabei, wie wir uns aus lauter Entscheidungs-Ohnmacht doch wieder im besagten Mantel verpuppen und auf besseres Wetter warten. Ein perfekt (un)gewolltes Zusammenspiel aus der Flucht vom Text in die Musik? Das Chaos in dir wird es vielleicht nicht lieben – aber trotzdem auf Repeat hören.
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Am 08.09.2023 ist es soweit, GAST veröffentlichen mit “kaputt gehen” ihre zweite EP und damit ihr erstes größeres Projekt. Die EP umfasst sechs Tracks. “rehaugen”,“rapsfeldgelb” und “du fängst an zu weinen, aber ich weck dich nicht auf” haben wir bereits lieben gelernt. Zusätzlich erscheinen auf “kaputt gehen” drei neue Songs, auf die wir uns jetzt schon riesig freuen. Und kurzer Disclaimer: “boxer”, “lauf” und “heldensagen” zerstören, um uns wieder ganz zu machen.
Auf der EP werden nicht nur die Stimmen und Hand-/Klangschrift von Tim und Linus zu hören sein, denn einer unserer NNDW Lieblinge Traumatin ist als Feature bei “boxer” dabei.
Uns erwarten Songs zu zerstörerischen Liebesverhältnissen, Toxizität der Gefühle, physische und psychische Abhängigkeit unterlegt mit Techno-Elementen, waveigen Synthesizern, elektronischen drums und melancholischen Indie-Gitarren.
was Hände tun können – eine Miniserie
Zum Soundtrack der EP entsteht ein Kurzfilm, und die Releaseshow wird zum Boxkampf.
Für die Promotion der neuen EP produzieren GAST zusammen mit Robinson Rönnfeld (Drehbuch) und Christiane Muñoz (Regie und Schnitt) eine 15-teilige Miniserie, in der Tim und Linus in die Rollen der fiktiven Boxer Rausch und Rappold schlüpfen. In diesem Kunstprojekt werden die Charaktere und ihr ambivalentes Verhältnis zueinander vorgestellt, was auf eine Vorgeschichte schließen lässt. Zwischen Hass und Zuneigung wird die öffentliche und private Vorbereitung auf das Boxduell der Hauptfiguren gezeigt, unterlegt mit Song-Snippets der neuen GAST-Tracks.
Die Serie wird in schwarz-weiß, ganz im Independent/Noir-Stil über die gängigen Social Media Plattformen im Hochformat ausgestrahlt, was euren Instagram– oder TikTok-Feed in eine Kinoleinwand verwandelt. Zuschauen lohnt sich also! Hier ein kleiner Einblick:
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Die Gefühle und Spannung laden sich von einem Filmausschnitt zum Nächsten immer weiter auf und entladen sich am Tag des Releases und der Releaseshow. Diese wird zum Boxkampf, bei dem sich entscheidet, ob Rausch oder Rappold nun schlussendlich gewinnt. Die Boxperformance geht fließend über in das Releasekonzert, bei dem GAST ihre neue EP vorstellt. Ergänzend erwarten uns einige Special Guests aus der Szene, wie Urbannino, Teer und eine weitere Bekanntheit der NNDW.
Das musikalisch untermalte Duell wird am 08.09.2023 im ClubCANN in Stuttgart stattfinden. Wir freuen uns riesig, euch das Event präsentieren zu dürfen!
Verlosung 2×2 Gästelisteplätze
Zur Feier dieses Ereignisses verlosen wir außerdem auf unserem Instagram-Account2×2 Gästelistenplätze. Die Teilnahmebedingungen sind dort auch zu finden. Mitmachen lohnt sich, denn wie GAST versprechen, wird das “das Event des Jahres“.
Sonst empfehlen wir euch auch wärmstens, Tickets zu kaufen und die Artists zu unterstützen! Tickets gibt’s hier: loveyourartist.com
Bis zum großen Tag des Duells, hört doch hier in die bisherigen GAST-Tracks rein:
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