Autor: Maja

  • Musik für fast jede Situation

    Musik für fast jede Situation

    Wer spielt die Musik?

    Für Artist wäre die Frage: „Macht die Musik dich, oder du die Musik?“ – Und ja, das klingt nach spirituellem Shit. Aber hier eine kurze Erklärung, warum es das nicht ist: Mir ist aufgefallen, dass besonders zum Ende des Jahres die Zeit kommt, in der sich allerlei Leute Gedanken machen (auch ich), wie dieses Jahr so war, wer sie sind, was sie (für’s nächste Jahr) wollen und so weiter. Deshalb ist es gut, sich nochmal daran zu erinnern, dass wir nicht nur anhand unserer Umwelt erkennen, wer wir (vermeintlich) sind, sondern dass unsere Umwelt auch immer Einfluss auf uns nimmt.

    Was hört man wann?

    Ich könnte hoffen, dass die Musik selbst eine Geschichte über mein Jahr erzählt, so wie man es sich irgendwie beim Wrapped erhofft. Eher hab ich das Gefühl, dass die Musik mich beeinflusst hat, als dass ich mich bewusst entschieden hätte einen passenden Song zu meiner Situation zu hören. Es gab nur einmal den Fall (an den ich mich erinnern kann) und das war als ich aus Weimar weggezogen und dann natürlich „End of Beginning“ von Djo gehört habe.

    Also sicherlich hören manche Leute bestimmte Songs nur in bestimmten Situationen, sonst gebe es ja auch nicht sowas wie Sportplaylisten, aber ich will hier eher darauf eingehen, welche Songs dieses Jahr mich beeinflusst haben. PS: Für Sportplaylisten empfehle ich „WHOS THAT“ von Ikkimel.

    Musik, durch die sich mein November wie ein Kinofilm angefühlt hat

    Durch „Eyes without A Face“ von Billy Idol fühlt man sich, als wäre man die letzte auf irgendeinem amerikanischen Prom und die Diskokugel dreht sich noch so langsam und es wandern so Lichtqudrate die Wand entlang. „Rebell Yell“ animiert zum Tanzen und das mit Pulp Fiction ähnliche Tanzmoves. Das variiert aber von Person zu Person. Wenn man „Berghain“ von ROSALíA anhört, dann fühlt man sich als wäre man in einem richtig spannenden Film, auch wennn man nur auf einer Parkbank sitzt und eine Taube vorbeifliegt.

    Musik zum fühlen als wäre man krass verliebt auf wienerisch

    „Du bist wie“ von Laurenz Nikolaus und „Marie“ von BIBIZA. Mehr muss man nicht sagen.

    Musik durch die ich mich lebendig gefühlt habe

    Für ein hohes Energielevel und zahlreiche Ideen solltet ihr „Born to Run“ von Spruce Springsteen hören. Selbes passiert bei „Backseat „von Balu Brigada.

    Musik, die meine Montagmorgende auf dem Weg zur Arbeit versüßt haben

    Für einen guten Start in den Arbeitstag und um die Ernsthaftigkeit zu nehmen, die beim Gang zur Arbeit manchmal aufkommt, empfehle ich:“WHOS THAT“ von IKKIMEL und „Manic Monday“ von The Bangles.

    Musik durch die ich Geschichten erlebt habe

    Wer gern sich gern in Geschichten verliert, der MUSS „We three“ von Patti Smith hören. Das funktioniert auch mit einem weiterer Banger von Patti Smith: „Redondo Beach“. Auch „Farewell Angelina“ gesungen von Joan Baez erzählt auf eine schöne und ruhige Art und Weise von…ja muss man selber hören :). Für eine melancholische Heartbreakgeschichte eignet sich (bei Bedarf) Bob Dylan The Girl from the North Country Fare“ und „It Ain’t Me Baby„. Bisschen unangenehm zuzugeben, aber vor allem die Songs von dem „A Complete Unknown“ – Soundtrack sind cool und deshalb war Timothée Chalamet mein Top-Artist in diesem Jahr. Und für Hip-Hop- und Geschichten-Mögende: „Like him“ von Tyler, the Creator ft. Lola Young.

    Musik, die mich vermissen lässt, aber auch hoffnungsvoll macht

    Auf jeden Fall „True Love Way“ von Kings of Leon und ein ganz anderer Sound, aber das gleiche Gefühl strahlt „White Winter Hymnal“ von Fleet Foxes aus.

    Musik, bei der ich denke, ich wäre die krasseste und in der Mensa nach extra Soße frage

    Mein momentaner Lieblings-Songs (also ihr wisst wie ich drauf bin) ist „Les““ von Childish Gambino. Damit hat man vor nichts mehr Angst sag ich.

    Musik, bei politischen Weltschmerz:

    Klassiker Bob Dylan zu nennen, aber ich muss: „The Times Are A-Changing“ und „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“

    Musik, mit der ich mich verstanden gefühlt habe, aber die mich auch krass traurig gemacht hat

    Ich hab diesen Dezember einen neuen Artist entdeckt und ich HOFFE so, ihn nächstes Jahr live sehen zu können. Cameron Winter hat sein Album „Heavy Metal“ im Dezember 2024 herausgebracht und die Lyrics sind sehr relateable und seine Stimme macht die Songs einzigartig . Meine Lieblingssongs sind: „Love Takes Miles“, „The Rolling Stones“ und „Cancer of the Skull“

    Oh, cancer of the fingers/ And the hands of a beginner/ These songs are made for bad singers“

    Musik, die man hört, wenn man durchs Weltall schwimmt

    Planet Caravan“ von Black Sabbath und definitiv Satta Massagna“ von The Abyssinians. Das wären so gute Songs für ein paar Bahnen durch die Milchstraße oder für Galaxien, wo es nicht so kalt ist.

    Musik für (Herz-)Schmerz

    Heartbeat“ von Childish Gambino, wenn bisschen Wut dabei ist und, wenn man einfach nur traurig ist „Images of Love“ von Hether ft. Dominic Fike

    Mega spaßige Musik, die meinen Oberkörper tanzen lässt

    „Boy – Live Session“ von doro (mit einem ultra schönen Musikvideo), „Sugar on my tongue“ von Tyler, the Creator

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    Gebt gerne bescheid, ob die Musik sich für euch gähnlich- oder ganz anders anfühlt. Ich wünsch euch eine richtig schöne Zeit und verabschiede mich für dieses Jahr. 🙂

    Ps: Wer sich ins warme wegträumen mag, dem empfehl ich (Eigenwerbung) diesen Song.

  • Alehlokapi bricht mit alten Gewohnheiten auf „Erase Replace“

    Alehlokapi bricht mit alten Gewohnheiten auf „Erase Replace“

    Leider kennen wir fast alle das Gefühl sich verfangen zu haben: in alten Denkmustern und in ungewollten Routinen. Das hat für mich häufig bedeutet, dass ich in Beziehungen und Freundschaften meine eigenen Bedürfnisse hintenangestellt habe – bewusst oder unbewusst. Das zu überwinden kostet Kraft und erfordert zunächst ersteinmal sich dieser alten Gewohnheiten bewusst werden. Alehlokapis Debütalbum Erase Replace beschäftigt sich mit genau all dem, holt uns aus dem rauschenden Alltag und bricht mit alten Mustern.

    Das am 29.08.2025 erschienene Album hat mich direkt angesprochen. Alehokapis Stimme in „MMB„, die „call me out on my bullshit“ singt, war der Köder und ich der Fisch, also wurde ich voll in dieses Album gezogen. Danach bin ich tief in die Lyrics getaucht. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Song ein mir sehr bekanntes Gefühl widerspiegelt: ich merke nicht, dass ich mich im Kreis drehe und hoffe, dass mir jemand sagt, wenn ich mich gerade wieder in schlechte Denkmuster begebe.

    Das Debütalbum besteht aus acht Songs und einem Bonustrack. Alehlokapis Stimme zeigt ihre Wandelbarkeit zwischen verletzlich und kraftvoll und mit Rap- und Gesangsparts. Im Outro erinnert ihre Stimme beispielsweise an die von Ariana Grande und Alehlokapi beweißt, dass ihre Stimme genauso wandelbar ist.

    Ihren Musikstil würde Alehlokapi zwischen FKA Twigs, Jorja Smith und James Blake verordnen. Ihren Soundbeschreibt sie selbst mit Neo-Soul, Contemporary R&B und Alternative Pop. Dabei kann man jedoch innerhalb der Songsbemerken, wie sich Alehlokapi von Genre-Grenzen löst. Produziert hat die Künstlerin das Album mit Timm Weber und das Mastering des Albums übernahm Friedrich Störmer.


    In 8 Tracks mit der Angst brechen und die eigene Stimme finden
    . Credits Yonas Tegegne

    Startend mit „Silence“ wird uns die Angst vor Ablehnung lyrisch beschrieben und musikalisch untermalt. Sie führt dazu die eigenen Bedürfnisse zurück zustellen.

    Das findet sich auch in den Lyrics wieder: „Keeping my silence for being loved“. Ich mag besonders, dass die Musik einerseits so verletzlich klingt, durch das Piano, aber andererseits auch so selbstbewusst und mutig durch den Bass wirkt. Nach eineinhalb Minuten kommt ein Break, nachdem man kein Piano mehr hört und der Beat eher vorantreibenden und treibend klingt. Das Verletzliche (Klavier) tritt zur Seite, damit der Bass und die Drums mehr Raum haben, der Song wirkt dadurch auch lauter. Vielleicht, weil man nicht mehr „silent“ bleibt?

    Ich finds außerdem sehr cool, dass die Songs Bezug aufeinander nehmen: Der zweite Track „More“ ist verlangsamt, mit einem Loop wird die Songzeile „more“ in tieferer Stimme immer wieder wiederholt. Eventuell könnten das den Anfang der Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse sein.

    Der dritte Track „BoomBoomBooom“ nimmt die Soundwelt von „More“ auf. Er wandelt sich jedoch weiter und die tiefen langsamen verzerrten Vocals von „More“ werden leiser. Wenn bei 0:51 die Drums wegfallen, hören wir die Chorusmelodie, die danach nicht mehr so leicht zu vergessen ist- zumindest für mich. In den Lyrics schreibt Alehlokapi von dem Wunsch wahrgenommen zu werden und der Sehnsucht nach Nähe. Die Angst eigene Bedürfnisse zu äußern, die in Silence so präsent war, ist nicht mehr da. Stattdessen befreit sie sich von dieser Angst und lässt die Gefühle und Nähe nun zu:

    Well u crossed my mind boy a thousand time today /
    in my thoughts my fantasy what are u doing in my head anyway/ my muse, my constant reverie“


    Von unerfüllten Erwartungen und dem Mut einer Person alle Seiten von sich zu offenbaren

    DRIVE-BY“ ist durchzogen von ruhelosen, stolppernden Drums. Der Beat untermalt die innere Unruhe und Angetriebenheit, die man hier fast am eigenen Körper fühlen kann. Er ist eine Momentaufnahme von Stress, Geldnot und Trauer um eine verlorene Freundschaft.

    Darauf folgt „Your Name“ mit Regensounds, die zunächst einen starken Kontrast darstellen und fast eine mediative Wirkung nach der Ruhelosigkeit spenden. Es geht um Selbstschutz, Abgrenzung und einen möglichen Weg, mit der Enttäuschung unerfüllter Erwartungen umzugehen. Für mich spiegelt das Auf und Ab des Albums gut den Prozess wieder, den man durchelbt, wenn man alte Gewohnheiten brechen muss. Man zurück geworfen, man geht wieder nach vorne.

    MMB“ steht für „Make My Bed“. Er handelt von der Notwendigkeit von Verletzlichkeit, damit man sich selber wandeln kann.

    „call me out on my bullshit / call me out on my lies“ und „you see through my eyes“

    zeigt eine Beziehung, in der ehrlich mit Fehlern umgegangen wird. Eine Liebe in der Nähe möglich ist, weil nicht versucht wird eine vermeintlich perfekte Fassade aufrecht zu erhalten.


    Erase Replace und so Selbstbestimmung gewinnen

    Der Titeltrack „Erase Replace“ startet mit sanften Klängen: einem mellow Klavier und mellow Drums. Er steht für den Wandlungsprozess, der im Album beschrieben wird. Alte Denk- und Verhaltensmuster werden überschrieben, das Motto ist sprichwörtlich „Erase Replace„. Man fühlt sich als würde man aus dem Schlaf eines passiven Lebens aufwachen und die eigene Selbstbestimmung wiedererlangen.

    Das „Outro“ klingt durch die Streicher wie ein Moment der Erleuchtung, der Klarheit. Angst und Euphorie treffen aufeinander und Alehlokapi findet ihre Stimme.


    Anstehende Konzerte

    Wer Alehlokapis Debütalbum live erleben möchte, ist herzlich eingeladen zur Releaseparty am 06. September nach Leipzig ins noch besser Leben zu kommen. Tickets findet ihr hier.

    Und hier könnt ihr das Album streamen!

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    Fotocredit: Karine Bravo und Yonas Tegegne

  • Djo’s „The Crux“ ist ein Wimmelbild von dir und mir

    Djo’s „The Crux“ ist ein Wimmelbild von dir und mir

    Spätestens seit dem internationalen Erfolg von „End of Beginning“ aus seinem Debüt Album „Twenty Twenty“ verzehrt sich Joe Keery Bild von „Steve“ aus Stranger Things zu Djo. Der Song erreichte Platz 1 der Spotify Charts und erzählt von Kerrys tiefer Verbundenheit mit Chicago. In der Stadt begann er seine Musik unter dem Namen Cool Cool Cool zu performen und traf andere Musikmachende und trat der Band Post Animals bei. Außerdem wurde er dort für Stranger Things gecasted. Djos Leben spielte sich in dieser Stadt ab, dort endete der Anfang seiner Karriere. Diese Nostalgie, die diese besonderen Orte aus unseren Leben in uns auslösen, ist ein universelles Gefühl, das weltweit – bewiesen durch „End of Beginning„- Anklang findet. Nach so einem Erfolg entsteht häufig der Druck den Erwartungen des Publikums gerecht zu werden. Findet Djo nochmal den Weg in unsere Lieblingssongs?

    Leben ist Gemeinschaft

    The Crux“ hängt wie ein Ohr am Kopf an dem Hotel, das am Ende der Straße thront. Im Kontrast zur Hektik und Fluidität der Personen auf der Straße, strahlt „The Crux“ Ruhe aus. In der Koproduktion mit Adam Thein, schafft Joe Kerry ein Album. Es handelt natürlich auch von seiner eigenen Geschichte. Djo rückt in den Vordergrund, dass das eigene Leben aus mehr besteht als einem Selbst. Es seien genauso all die Leute, Freundschaften und Bekanntschaften, die es stetig verändern. Angefangen habe es jedoch wie die meisten Pop-Songs: Mit einer Liebesgeschichte. Beziehungsweise ihrem Ende. In diesem Album spürt man wie die Liebe oft als Allegorie verstanden werden kann. Oft sind, meiner Meinung nach, Lovesongs auf andere Lebensbereiche übertragbar und entfalten so neue Perspektiven.

    „Ein gemischtes Popcorn bitte.“

    Die Songs sind vielfältig, dennoch finden sie einen gemeinsamen Kern. Er entsteht durch den „kollaborativen Geist der Musik“, der die Songs durch Beiträge seiner Familie und Freunden zusammenhält. Betrachtet man das Hotel als Film, der zwischen der Perspektive der verschiedenen Hotelgäste springt, fällt es leicht sich in die Song einzufühlen. In Zusammenarbeit mit Neil Krug entwarf Djo die Darstellung des Hotels, mit ihren vergänglichen Gästen, die sich im emotionalen oder spirituellen Umbruch befinden.

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    „Es ist eine Art Schuss an alle, die versuchen, dem Zeitgeist zu entsprechen.“

    Die erste Single, die veröffentlich wurde, ist „Basic Being Basic„. Auf eine humorvolle, aber auch gestochen scharfe Art kritisiert Djo eine Person, die versucht sich von anderen abzuheben. Durch den krampfhaften Versuch anders zu sein, wird man ironischerweise, basic. „What an empty epitaph that is“, Joe Keery merkt an, wie leer der Grabstein, das Vermächtnis, ist, das diese Person hinterlassen wird. Denn nachher würde keiner mehr über Oberflächlichkeiten wie das „picture of your plate“ vom 25.03 sprechen.



    Inspiriert von dem Pop der 60er- und 70er- Jahre

    Charlies Garden“ ein Track des Albums referriert auf den The Beatles Song „Octopus Garden“ von . Gleichnamig publizierte Djo eine Playlist mit Songs, die ihn zum Album inspirierten. Darunter Musiker wie Stevie Wonder, Marvin Gaye und Bee Gees. Die Klänge dieser Jahrzehnte schimmern im Album immer wieder durch, aber finden dabei ihren ganz eigene Note. So scheint „Charlies Garden“ viel mehr eine Hommage an The Beatles im gesamten zu sein, als allein an „Octopus Garden„. Mit „Charlie“ ist Charlie Heaton gemeint sein. Er hat das Intro für den Song eingesprochen. Außerdem gibt es in „Delete Ya“ eine Referenz zu ihm und der Serie Stranger Things: „Team up with Charlie, take these kids for a ride„. Das erinnert stark an die Serie Stranger Things, in der Charlie Heaton einen der Hauptcharaktere Jonathan Byers den großen Bruder von Mike (Finn Wolfhard) spielt.

    Ausbrechen, Hoffen und Weitergehen

    In „Link“ wird das Bild einer Person gemalt, die den gängigen Weg verlässt. Das Lyrische-Ich spürt den Kontrast zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichen Erfüllungen. Potion erzählt von Einsamkeit und Hoffnung: „I’m countin‘ on love/When the book is in the final chapter/ Man, it’s always sad to go“. „Fly“ klingt für mich nach einer anderen Version von „The Long And Winding Road“ von The Beatles. Während Djo’s Lyrisches-Ich „must fly/ Fly away from her“, will McCartney‘s „Ich“ zurück zu ihrer Tür. Wer auch bald vor eurer Tür steht ist Djo, denn:

    Djo – Back On You Tour

    Meine Ohren sind begeistert und deshalb freue ich mich mitteilen zu können, dass Djo eine fette Welttournee für 2025 angekündigt hat. Auf der Djo – Back On You Tour wird Post Animal als Support bei allen Tourdaten in Nordamerika, Großbritannien und der EU auftreten. Als Keery nach Chicago zog trat er der Band bei. Ab dem 1. Juni touren sie gemeinsam durch Europa, beginnend in Dublin. Das Album könnt ihr seit dem 04.04.2025 überall hören. Also keine Zeit verlieren und hier hören:

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  • Akyol im Interview: »Alles beginnt in dem Moment bevor du einschläfst.«

    Akyol im Interview: »Alles beginnt in dem Moment bevor du einschläfst.«

    Akyol auch bekannt unter Safa, ist ein Bassgitarrist und Musikproduzent aus Izmir. Bevor er 2021 nach Weimar kam, um dort Musik zu studieren, tourte er mit einigen türkisch-bekannten Bands wie ATHENA, TNK und KALBEN. Heute ist er leitendes Mitglied vieler Bandprojekte, produziert in Deutschland und in der Türkei. Im März wird seine erste EP, bestehend aus fünf Singles, veröffentlicht und trägt den Namen JIVA24.

    Das Wort „Jiva“ kommt aus der indischen Philosophie und beschreibt die Seele als einen übergeordneter Teil zum Körper. In Akyols EP wird die Geschichte von der Entstehung dieses „Ich’s“ als ein Alter Ego dargestellt. „24“ spielt auf das letzte Jahr an, in dem durch Erfahrungen in verschiedenen Städten diese Ich-Version entstanden ist. Die EP beinhaltet Pop-, Electronic- und Soul-Elemente.

    Wir haben mit Akyol über den Hintergrund seiner EP, die deutsch-türkischen Unterschiede in der Musikszene und kommende Tage gesprochen.

    »Als ich durch Europa reiste (…), wurde mir klar, dass meine Träume noch nicht erfüllt sind.«

    Maja: Hey Akyol! Deine musikalische Reise ist lang, deine Route zurückverfolgend fragt man sich: Gab es einen Schlüsselevent, dass dich an die Musik gebunden hat? Und warum Musik?

    Akyol: Es gab mehr als einen Moment. Als ich 16 war bekam ich eine Geige und brachte mir selbst türkische Klassiker bei. Ab da trug jede Stadt, in die ich zog, einen Teil zu meiner Musik bei. Warum Musik? Ich denke Menschen brauchen ein Ventil um den Zwängen unserer Gesellschaft entfliehen zu können. Musik ist in dieser Hinsicht eine unglaublich faire und kraftvolle Methode. Mit fair meine ich, dass Musik mehr zurück gibt, verglichen mit dem, was man investiert.

    Maja: Wie unterscheidet sich die deutsche und die türkische Kultur-/Musikszene? Ist es in der Türkei einfacher sein Lebensunterhalt mit Musik zu finanzieren?

    Akyol: Obwohl es technisch gesehen große Unterschiede gibt, findet man noch größere Gemeinsamkeiten, besonders in den Volksliedern. Die Musikindustrie ist in Deutschland jedoch deutlich weiterentwickelt. Trotzdem ist es überall auf der Welt schwer mit Musik sein Leben zu finanzieren. Ich denke, Deutschland ist im Vergleich etwas weniger riskant.

    Maja: Das klingt als gäbe es einen anderen Grund warum du nach Deutschland kamst? Planst du in nächster Zeit aus Weimar wegzuziehen?

    Akyol: Das Einzige, was mir musikalisch fehlte, war eine systematische Ausbildung. Deshalb hab ich mich entschieden hierher zu ziehen. Auch, weil ich der Bildung in Deutschland vertraue. Außerdem sind die Kosten in anderen europäischen Ländern höher. Ich plane nach Köln oder London zu ziehen, aber Weimar wird für mich vermutlich immer ein besonderer Ort bleiben. Hier konnte ich mich psychologisch erholen und meinen eigenen Sound finden. Ich denke Weimar steckt tief in mir, sodass man glaubt, in meiner Musik den Klang des Kopfsteinpflasters zu hören.

    Maja: Ich werde beim nächsten Mal darauf achten. Warst du schon zuvor auf einer deiner Touren in Weimar? Und ich hab gelesen, dass du Bandleader bist. Wie heißt deine Band und habt ihr schon etwas veröffentlicht?

    Akyol: Als ich durch Europa gereist bin, war ich auf dem Höhepunkt meiner Karriere in der Türkei. Mir wurde klar, dass meine Träume noch nicht erfüllt sind. Ich wollte nach Weimar, ohne jemals da gewesen zu sein. Jetzt bin ich sehr glücklich über die Entscheidung, denn die Zusammenarbeit mit Professor Manfried Brüendl hat mich wirklich begeistert. Er ist einer der wenigen Menschen, die mein Leben so berührt haben. Bezüglich der Bandleader-Sache: Tatsächlich hab ich mehrere Bands und Bandformate geleitet, darunter Trios, Quartetts und Quintetts. Die hießen Akyol Trio, Acid Akyol 4 und Akyol Soul 4 sind ein paar der vielen Bandnamen.

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    Acid Akyol Live in Frankfurt

    Maja: Das ist richtig schön zu hören. Ich find’s sehr stark, dass du. an einem objektiv erfolgreichen Moment, dir Zeit nahmst zu reflektieren, was du überhaupt möchtest. Gibt es momentan etwas, dass du richtig feierst? Hast du momentan eine Lieblingskünstler*In oder Band?

    Akyol: Ich hab momentan mehrere Künstlerinnen und Alben im Auge. Ich komm nicht darum Robert Glaspers Album“ArtScience“ zu erwähnen, dass schon immer einen großen Einfluss auf mich hatte.


    „‚Jiva‘ hat mir Gesellschaft geleistet, mir Mut zugesprochen und mir aus dieser Zeit hochgeholfen“

    Maja: Das schreib ich mal direkt auf meine Liste. Aber lass uns finally über die EP sprechen. „JIVA24„, eine Art Hommage an 2024, was war das besondere an diesem Jahr? Wie hat es dich geprägt/verändert?

    Akyol: Ich hab mich gefühlt als wäre ich krank und „Jiva“ hat mir Gesellschaft geleistet, mir Mut zugesprochen und mir aus dieser Zeit hochgeholfen. In der Hoffnung er könnte durch meine Musik auch anderen die Hand reichen, hab ich beschlossen die EP zu teilen.

    Maja: Kannst du uns einen Einblick geben, wovon die Songs erzählen?

    Akyol: Sicher, also in „GIVE IT UP“ gehts um Ratschläge an mich selbst. Als ich den Song schrieb, ging es mir gesundheitlich schlecht. Deshalb habe ich beschlossen alle Ratschläge, die ich mir selbst gab in einem Song zusammenzufassen. Außerdem wollte ich zeigen wie sehr das Leben auf Wiederholung und Enttäuschung beruht. Der Song „LONDON“ ist ein Brief an das unglückliche, mitfühlende Kind in mir, dass mich verfolgen wird, egal wie oft ich den Ort wechsel. „CLOUDS“ begann als gewöhnliches Liebeslied. Später hat es mich zum Tanzen und ein wenig zum Denken angeregt. Am Ende haben wir versucht die Träume zu interpretieren, die wir nach dem Schlafen hinter uns ließen (-mehr dazu in der untold story am Ende-). „SILENCE TALK“ hab ich für die Momente geschrieben, in denen man gern etwas sagen würde, aber eine Stimme im Kopf einem sagt, man solle lieber leise sein. In „RIGHT TIME BOUNCE“ geht es um eine Liebesgeschichte, die aus einer Freundschaft entstand.


    »It is not about a love story/ It is just about life«

    Maja: Gibt es einen bestimmten Grund, warum die meisten Songs in englisch geschrieben sind?

    Akyol: Texte schreiben ist eine neue Leidenschaft von mir. Deswegen denk ich, dass ich mich mit dem einfachsten Englisch ausdrücken kann.

    Maja: Wird es Konzerte geben? Wenn ja wo und wann?

    Akyol: Die Konzertreihe startet im März in Istanbul, dann geht es nach Ankara und vielleicht nach Izmir, meiner Heimatstadt. Ende des Sommers möchte ich in Deutschland spielen. Vielleicht im Mai in London. Wo ich wann bin, kann man auf meinen Social Media Konten verfolgen.

    Maja: Kannst du uns noch eine untold story von dir erzählen?

    Akyol: Alles beginnt in dem Moment bevor du einschläfst. Du legst deinen Kopf auf das Kissen und schlitterst in das Land der Träume. Je weiter du hinein gehst, desto glücklicher wirst du. Dann, Tag für Tag gibst du dein Bestes um deine Träume zu erreichen. Während dieser Zeit ist Musik dein Begleiter und ich versuche die Geschichte von diesem Freund zu erzählen.

    Hier könnt ihr in den ersten Track von Akyols neue EP reinhören:

    https://akyol.bandcamp.com/track/clouds

    Fotografin: Constanze Zacharias

  • Interview Odd Couple: »Jo, das isses.«

    Passend zum Album Titel »Rush Hour des Lebens« zieht Odd Couple uns ICE-artig durch dieses Interview. Dabei bekommen wir Eindrücke ihrer Selbst und ihrer Kunst.

    Maja (untoldency) : Hey Odd Couple, willkommen im Interview mit untoldency. Wie würdet ihr das Jahr bis jetzt bewerten?

    Odd Couple: 10/10 – es ist schön wieder auf Tour zu sein und wir freuen uns wenn die Platte endlich draußen ist.

    Maja (untoldency): Habt ihr bis zum jetzigen Zeitpunkt eine Lieblingsmusik für 2025 (Song, Musiker*in,…)? 

    Odd Couple: Wir warten eigentlich nur auf den Moment, in dem AI anfängt, konsequent gute Musik zu schreiben, damit wir uns zur Ruhe setzen können.

    Maja (untoldency): Am 4.04 erscheint euer neues Album und ihr seid schon jetzt damit auf Tour. Was macht am meisten Spaß beim „auf Tour“ sein? 

    Odd Couple: Schlafen im Bus, Soundchecks in Hallen mit Hall und die Gigs sind auch ganz ok.

    Maja (untoldency): Habt ihr das Gefühl, es war richtig, das Album erst im Nachhinein zu veröffentlichen? 

    Odd Couple: Definitiv. Es ist interessant die Songs das erste mal im Live Kontext zu präsentieren.

    Odd Couple
    Odd Couple, Rush Hour des Lebens, 2025, Tour

    Maja (untoldency): Odd Couple – Was macht euch zu so einer guten odd couple? Referiert der Name (auch) auf anderes? 

    Odd Couple: Der Name beschreibt unser Verhältnis sehr gut. Wir sind wie ein altes Ehepaar.

    Maja (untoldency): Was denkt ihr, ist eine Eigenschaft des anderen, die wichtig für eure Musik ist? 

    Tammo (Odd Couple): Jascha hat ein unglaubliches Talent, aus allem einen guten Sound zu bekommen und Konzepte für Songs festzulegen. 

    Jascha (Odd Couple): Tammo kann innerhalb von Sekunden eine catchy Melodie aus dem Hut zaubern. Manchmal nervt es, weil es so easy aussieht.

    Maja (untoldency): Schreibt ihr zusammen oder schreibt ihr getrennt Songtexte? 

    Odd Couple: In der Regel schreiben wir getrennt und die Songs werden im Ping-Pong produziert.

    Maja (untoldency): Sucht ihr euch aktiv Inspiration oder kommt sie von allein? Wenn sie von allein kommt, gibt’s dafür typische Momente, von denen ihr erzählen könnt? 

    Odd Couple: Das kommt einfach und dafür gibt es auch keine Regel – bei uns zumindest.

    Maja (untoldency): Was waren konkrete Inspirationen für das Album? Gibt’s Filme, Philosophie oder andere Künstler*innen, die starken Einfluss auf das Album nahmen? 

    Odd Couple: Jede/r, die/der sich nicht zu schade ist, mal was Neues auszuprobieren. Der Lebensabschnitt, in dem wir uns befinden hat auch eine große Rolle gespielt. Deswegen der Titel „Rush-Hour des Lebens“.

    Maja (untoldency): Wie ist das Cover entstanden? 

    Odd Couple: Das Cover ist eigentlich ein zufälliger Schnappschuss von uns, den wir dann so lange angeguckt haben, bis wir uns dachten: „Jo, das isses.“

    Maja (untoldency): Wieso habt ihr euch dafür entschieden, aus den Songs ein Album zu machen und sie nicht einzeln hochzuladen? 

    Odd Couple: Weil Alben wichtig sind um gesamte Konzepte und/oder Abschnitt darzustellen.

    Maja (untoldency): Ihr spracht in einem Interview mit dem WDR davon, dass in diesem Album Demos Teil der Musik wären. Wieso habt ihr euch dafür entschieden?

    Odd Couple: Weil Demos oft die roheste, ehrlichste Form eines Songs sind. Unser Produzent Olaf Opal fand die Demos so lässig, dass wir uns dafür entschieden haben bei dem Vibe zu bleiben.

    Maja (untoldency): Überarbeitet ihr Songs auch noch nach der Veröffentlichung oder sind sie mit dem Release abgeschlossen? 

    Odd Couple: Die Songs ändern sich live eigentlich ständig in Nuancen und das ist auch das interessante am Live spielen.

    Maja (untoldency): Wann ist die Rush Hour des Lebens? 

    Odd Couple: Zwischen 30 und 40, wenn man glaubt, dass man jetzt alles auf die Reihe kriegen muss.

    Maja (untoldency) : Wo ist die Rush Hour des Lebens? (Mittelernst gemeint) 

    Odd Couple : Wahrscheinlich überall, wo man selbst ist.

    Maja (untoldency) : Warum lassen sich die Songs unter dem Titel am besten zusammenfassen? 

    Odd Couple: Die Songs sind über einen ziemlich langen Zeitraum entstanden und in diesem Zeitraum ist bei uns beiden viel passiert, was sich gut unter dieser Überschrift zusammen fassen lässt.

    Am 04.04.2025 erscheint »Rush Hour des Lebens«. Wem die aufblitzenden Antworten noch auf der Netzhaut brennen kann hier mehr von Odd Couple finden.

  • Majas Jahresrückblick: Unwissenschaftlicher bekommt ihrs Nirgendwo

    Majas Jahresrückblick: Unwissenschaftlicher bekommt ihrs Nirgendwo

    Mein Deutschlehrer riet uns für Gedichtsanalysen immer: Anhand der Überschrift eine Hypothese aufstellen und dann offen zu sein diese zu widerlegen oder Belege dafür zu finden. Das war eine Revolution, ich glaube das war der ultimative Tipp um mich jeglichen Kunstformen zu nähern, weil es mich gezwungen hat hinzuschauen, zuzuhören und Voreingenommenheiten zwar nicht loszuwerden, aber offen zu sein diese zu ändern. Da ich dieses Jahr ausgezogenen bin, hab ich mir die Frage gestellt, ob sich dadurch irgendetwas an meinem Musikgeschmack geändert hat.

    Also mal angenommen mein diesjähriges Hörverhalten wäre ein Gedicht, dann wären zwei Hypothesen denkbar:

    1. Ich hab mich in gewohnte Musik gestürzt, weil ich mich nach Bekanntem sehnte
    2. Ich hab mich in neue Genrewelten begeben, weil Neues bringt Neues


    Januar bis März (Pre-Semester)

    Mein Jahresanfang war sehr einerseits von dem Soundtrack von Perfect Days und Challengers getragen, also hat sich tatsächlich sowohl Rock als auch Techno zu den gewohnten langsameren R’n’B Klängen, 808 Drums von Hip-Hop und Pop/Indie– Alben wie Wiener Schickeria gemischt. Die meiste Zeit wurden meine Ohren vorallem mit bekannten Klängen wie Dominic Fike, Montell Fish, ROSALÍA und Goth Babe gefüllt.


    Frühling und ich wachs in neues hinein (und hinaus)

    Angefangen hat es mit meinem Musikwissenschaftsstudium. Es steht zwar in keiner Infobroschüre, doch spätestens mit der ersten Vorlesung „Einführung in die Musikwissenschaft“ wird klar: Ich sollte mehr „klassische“ Musik hören. Also hab ich angefangen ein bisschen Liszt, Mozart und Brahms zu konsumieren. Im Vergleich war das die Speisekammer des Unbekannten, den ich durchs Studium erkundet habe. Das Esszimmer wurde geprägt durch die Leute, die ich kennenlernte. Ich aß mit Sophia Kennedy, flipturn und Mk.gee, die weitestgehend nichts außergewöhnliches für meine Hörgewohnheiten boten, aber doch Neues einführten. Geschuldet durch eine Disney+ Doku namens „Camden“ gesellten sich etliche Ska, Punk Ikonen aus Camden wie Madness, James und The Libertines hinzu. Eine meiner Lieblinge wurde mit von meiner Gesangslehrerin empfohlen: King Krule. „Out Getting Ribs“ werde ich nie aufhören zu hören.


    Sommer-Mische

    Patti Smith auf Eis, Apsilon unter orangen spätabendlichen Laternenkegeln und meine Oma, die mit mir Zartmann auf dem Weg vom Zug nachhause hört. Jamsessions brachen mich dazu Jazzstandards zu hören wie „Softly As In A Morning Sunrise“ und ein Hauptkatalysator für den Schub in neue Weiten war der Ein Song reicht Newsletter, den ich gern als Empfehlung für nächste Jahr mitgeben möchte. Im Spätsommer arbeitete ich dann in einer Pizzeria mit ausschließlich italienischen Kellnerin zusammen, mit der ich mich vorallem über Musik austauschte. Während ich dadurch einerseits Musik von früher hörte, wie bspw. „Come Quella Volta“ von Laila Al Habash, lernte ich andererseits auch einige neue Kracher kennen. Meine beiden Liebsten waren „No Time No Space“ und „Centro Di Gravità Permanente“ von Franco Battiato. Fast alles war ich im Sommer gehört habe, hab ich durch alte oder neue Bekannte kennengelernt. Dadurch reihten sich im Sommer verschiedenste Songs in meinen Playlist untereinander. Ein Beispiel dafür ist folgende Kombination:

    1. „Fireflies Made out of Dust“ Happy Jawbone Family Band
    2. „Walk Like an Egyptian“ – The Bangles
    3. „Urlaub in Italien“ – Erobique
    4. „For James“ – Pale Jay
    5. „mona lisa“ –  Longus Mongus
    6. „Trouble Man“ – Marvin Gaye
    7. „Raum“ – Ahzumjot


    Herbst – der Rückfall

    Im Herbst bin ich größtenteils, unabhängig vom Ort, zurück in alte Hörmuster gefallen. Langsam glaube ich meine Hörhypothese war falsch und was man hört ist viel mehr abhängig von den Jahreszeiten als von den Orten an denen man sich befindet.

    Zurück in den tiefen meiner Lieblingssongs, wurden meine Ohren mit „amore cok“ – ALCATRAZ , „Winter“Khalid und ROSALÍA besäuselt. Die meisten neuen Songs, die ich gehört habe waren on Artists, die ich schon länger höre oder die sich in denselben Sphären wie meine meistgehörte Musik befinden. Das neue Tyler, The Creator Album und Bazzazian Album sind gute Beispiele dafür. Wirklich neu war, dass ich mir das erste Mal – ich weiß ich bin sehr late to the party- „To Pimp A Butterfly“ angehört. Zwei Songs, die auch an altbekanntes erinnern, aber die ich gerne noch erwähnen würde sind:

    1. „Heard Somebody Whistle„- Jay Jay Johnson, den mir mein Mitbewohner empfohlen hat und ders immer wieder schafft meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen
    2. „I’m Coming Out“ von Diana Ross, der der perfekte Tanzsong ist und der ideal düstere Wintermorgende wegtrompetet. Auch eine Empfehlung einer Mitbewohnerin.


    Winter – Die Hypothese geht auf

    Meine musikalische Entdeckungslust kommt und geht mit den Jahreszeiten. Manch neues streut sich ein, aber momentan pump ich viele altbekannte Weihnachtssong, höre mir aber auch gerne die Feiertags-Favs anderer an! Mein diesjähriger Favorite ist halb alt, halb neu : „Rudolph the Red-Nosed Reindeer – New Version“ von Bing Crosby und Ella Fitzgerald.

    Mein Fazit ist, letztendlich sind beide Hypothesen größtenteils falsch, aber es hat mir Spaß gemacht mein Jahr in Jahreszeiten einzuteilen. Trotzdem denke ich, dass ich Zuhause-wohnend weniger neue Songs, besonders Genre-übergreifend kennengelernt hätte.

    Zum Schluss noch für dienjenigen, die Lust auf neue Musik haben: Ich empfehl euch andere Menschen nach Songs zu fragen und hört euch unbedingt 70s Disco Musik an. So tut Sonnenuntergang um 17Uhr bisschen weniger weh.

    Schöne Weihnachtszeit und einen schönen Winter,
    Maja

  • Wie „Brutalizer“ aus dem Film „Challengers“ meine Einstellung zu Techno revolutionierte

    Wie „Brutalizer“ aus dem Film „Challengers“ meine Einstellung zu Techno revolutionierte

    Untoldency-Redakteurin Maja war nie der Technotyp, zumindest nicht wenns um harten Techno ging, der unendlichlang den selben Loop vorantreibt. Es hat sie nicht meditativ in den Song reingezogen, sondern meist einfach nur müde gemacht. Der Soundtrack zum Film Challengers, inbesondere der Song „Brutalizer“, hat das geändert. Wenn ihr herausfinden wollt, wie „Brutalizer“ es schafft sogar euren Metal-Onkel an Techno ranzubringen, lest den Artikel.


    Luca Guadagninos Filme reißen ab

    Die Regie von Challengers wurde von Luca Guadagnino übernommen. Die meisten kennen ihn vermutlich durch den 2017 erschienenen und mich bis heute von Italien träumen lassenden Film Call Me By Your Name. Auch das 2022 erschiene Horrer-Drama Bones and All hat Luca Guadagnino gedreht. Challengers hingegen handelt von Tennis, Tennis, TENNIS. Naja, also eigentlich geht es viel mehr um die Begierde der drei Hauptfiguren, die sich in ihrem eigenen Cosmos bewegen, sich wie Planeten umeinander drehen. Das Spielfeld dieser Konstellation ist der Tennis und das Spiel bildet auch immer etwas von der Beziehung der Charaktere untereinander ab. Dabei geht es in den Matches teilweise um mehr als Triumph in Tennis, es wird beispielsweise auch um Tashis Nummer gespielt, was sie selbst vorschlägt. Es scheint, als würde den Charakteren diese Spannung gefallen, diese ist besonders in „Brutalizer“ nachempfindbar.

    Die drei Haupcharaktäre sitzen auf dem Bild. Tully, gespielt von Zendaya, sitzt in der Mitte, die anderen beiden lachen.

    Behind „Brutalizer“

    Die schnellen Beats erschaffen Spannung, die von „klassischen“ Stücken wie „Friday Afternoons, Op.7: A New Year Carol“ von Benjamin Britten unterbrochen werden. Sie treten meist auf, wenn tiefere Gefühle erkennbar sind oder mehr als nur die Oberflächlichkeiten der Figuren gezeigt wird. Für mich ist vor allem „Brutalizer“, der für mich nach dem protypischsten Technotracktitel klingt, die unglaublich gute Vertonung von den Gefühlen während eines Wettkampfs. Dabei ist egal, ob es sich um ein sportliches Tennismatch, ein verkopftes Schachspiel oder um einen mentalen Wettkampf handelt. Bis 2:15 min. hält sich die Spannung durch einen fortwährenden Loop, der sich entwickelt, dem Elemente barweise hinzugefügt und entnommen werden. Er wird schließlich bei 2:16 min. durch einen melodischen Synthesizer untermalt. Schließlich entfällt der Loop bei 2:37 min. und schafft so dem Synthesizer Raum.

    Für Interessierte gibt es hier ein Visualizer vom Film untermalt von dem benannten Track:

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    Ein Song wie auf der Bühne

    Wenn man denn möchte, kann man „Brutalizer“ wie eine Theaterstück in drei Akte aufteilen: Die Exposition (0:00-2:15 min.), en Höhepunkt (2:16-2:36 min.) und die Lösung. Hier ist interpretierbar, ob es eine gutes (Komödie) oder ein schlechtes Ende nimmt (Tragödie) (2:37 min. bis Ende). Hier schließt der erste Teil sowohl Akt 1 und Akt 2 ein, der zweite besteht aus Akt 3 und Akt 4.

    Eine Darstellung von der Spannungskurve in einem Theater Stück, Aufteilung in fünf Akte.

    Während die Exposition mich bei jedem Basketballspiel zu Höchstleistungen motiviert (motiviert heißt nicht bringt), aber das Gefühl ist genauso gut, und mich nach den längsten Bahnfahrten aus der Müdigkeit hebt, stellt sie für mich die Verkörperung jedes bedeutsamen Wettkampfs dar, den man anstrebt zu gewinnen. Nicht, dass der Kampf gegen die Müdigkeit jetzt so ein ernster Wettkampf wäre, es hilft trotzdem. Der Höhepunkt ist wie ein kurzer, 20-sekündiger Augenblick, an dem man fast eine Art Entspannung, durch die Hoffnung des Siegs, und Stolz durch den bereits zurückgelegten Weg, der einen zu diesem Hoch, diesem Ausblick gebracht hat. Für mich bleibt mit dem Ende von „Brutalizer“ unklar, ob „der Wettkampf“ ein Sieg oder eine Niederlage ist. Der Synthesizer wiederholt sich dreimal und endet beim letzten Mal, nach einem Abwärtssprung, in seiner Bewegung. Das Ende bahnt sich bereits vorher an, es ist bereits vorher spürbar, wirkt trotzdem, durch den fehlenden Ton, abrupt.

    „Brutalizer“ hat mich aufmerksamer auf die kleinen Momente und Veränderungen von Technoloops gemacht. Früher war ich wahrscheinlich nicht offen genug für Techno, sodass ich gar nicht draufgeachtet wie variatenreich Songs aus ein, zwei Loops sein können. Entgegen meiner Erwartung, Technoloops seien starre Modelle, die einer kreisförmigen Zeitidee folgen, erkennt man hier deutlich eine lineare Erzählung und Weiterentwicklung der musikalischen Grundidee.

    Ich hoffe, „Brutalizer“ holt euch auch mal aus der Nachmittagsmüdigkeit.

    Hier gibt es noch den Trailer zu Challengers für alle Filminteressierten unter euch, die ihn noch nicht gesehen haben:

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