Tag: 10. August 2022

  • Das Scheitern an uns selbst – Jon Darc über „The Womb“

    Im Mai 2022 veröffentlichte die nicht-binäre Avant-Pop-Künstler*in Jon Darc die Single „The Womb“. Im nachfolgenden Text macht Jon Darc einen sehr eindrucksvollen Deep Dive in den Song. Weshalb wir hier gar nicht lange quatschen wollen, und euch einfach nur viel Spaß beim Lesen wünschen!


    Jon Darc – nach dem heroischen Vorbild der Jungfrau von Orléans – ist eine tiefsinnige Kunstfigur. Ein ganz entscheidendes Detail macht beide Persönlichkeiten aus und verbindet quasi die Vergangenheit mit der Gegenwart: das Polarisieren. Zu sich zu stehen, für seine Ideale einzustehen – das verlangt Stärke, Mut und Überzeugtheit. Es bedeutet aber auch weiterzumachen in Momenten des Alleinseins und das Aufstehen in niederdrückenden und ausweglosen Situationen. Genau das ist die Welt von Jon Darc: Inmitten von hellen und dunklen Episoden erhebt sich seine farbenprächtige Person voller bestärkender Leidenschaft. So wandert Jon Darc auf dem schmalen Grat zwischen intensivem und intimem Erlebnis und nicht greifbarer Unnahbarkeit.

    Mit „The Womb“ machen wir uns auf einen imaginierten Tauchgang in die Tiefen der Ozeane. Wir sind eingeladen, Zeuginnen und Zeugen zu sein, die unglaubliche Unverhältnismäßigkeit unseres Umgangs mit unserer Umwelt und deren Verschmutzung und Zerstörung innerhalb der letzten Jahrzehnte zu sehen. So ist es gleichsam die unvermeidbare Erkenntnis und damit verbunden die laute Klage über die schrecklichen Dinge, die wir der Erde angetan haben. Sie ist es, die uns die Möglichkeit gab, sie zu bevölkern, ja mehr noch: Hier wurden wir zu dem, was wir jetzt sind. Hier wurden wir zu Menschen. Vieles ist bereits verloren, jedoch keinesfalls Alles. Doch kann es nicht weitergehen wie bisher, das finale Ultimatum hat längst begonnen. Die Abrechnung wird zum Aufruf; nicht leise und verhalten, aber auch nicht aggressiv schreiend, sondern eindrücklich laut und gefasst, beinahe gewaltvoll intensiv.

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    Im Musikvideo kommt diese Intensität nochmal verstärkt zur Geltung. Jon Darc gleitet als Meerjungfrau durch die Weiten der Ozeane, umgeben von Fischschwärmen, Meeresschildkröten und Quallen. In spannungsgeladenen Bewegungswechseln erscheint Jon Darc elegant und sanft gleitend und bereits im nächsten Moment ekstatisch-verzerrt und gekrümmt. Die vermeintlich friedliche Welt wird durch grell aufscheinendes Licht und todbringende Fischernetze bedroht. Ein Kampf beginnt. Ein Kampf mit ungleichen Mitteln – ein Kampf, welcher schließlich in menschlicher Gefangenschaft in einem beengten Aquarium endet.

    Und nun, was nun? Ist dies bereits das Ende? Nein. Zumindest noch nicht. Aber dafür müssen wir aufstehen und unseren Gedanken die Freiheit lassen, zu Taten werden zu können. Denn nur, wenn wir unserer Umwelt respektvoll und verhältnismäßig begegnen, können wir weiterleben. Nur dann bliebe das Ultimatum in gewisser Art abstrakt und würde nicht zur überwältigenden Realität werden. Aber nur so kann es funktionieren. In jedem anderen Fall werden wir es nicht vermeiden können, an unserer eigenen Menschlichkeit zu scheitern.

    Hier könnt ihr euch „The Womb“ von Jon Darc auf Spotify anhören:

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    Fotocredit: Narmo Visuals

  • untoldency proudly presents: PBSL „Kreuzförmig nach vorn“-Tour 2022

    Wir kriegen das natürlich auch mit: Die Mehrheit traut sich aktuell noch nicht wieder so richtig, Konzertkarten zu kaufen. Aber wir haben heute eine Tour-Präsentation für euch in petto, bei der wir euch zwar nett, aber zwingen möchten, Tickets zu kaufen. Wir garantieren, dass ihr einen superguten Abend haben und zutiefst bereuen werdet, solltet ihr nicht dabei gewesen sein. Wir reden natürlich von PBSL, die nächsten Monat auf „Kreuzförmig nach vorn“-Tour gehen. Alle Infos zur Tour bekommt ihr natürlich hier.


    Die ganz Aufmerksamen unter euch wissen natürlich längst, dass PBSL irgendwie zu untoldency gehören. Schließlich verbringt Sänger und Gitarrist Lukas seine Zeit nicht ausschließlich mit seiner Band, sondern auch damit, bei uns als Redakteur zu glänzen. Und wenn man als Musikmagazin schon mal quasi eine eigene Band hat, dann unterstützt man die natürlich auch kompromisslos und aus vollem Herzen – Eigentum verpflichtet, oder wie war das?

    Wer PBSL noch nicht kennt (wir verzeihen das ein allerletztes Mal), den bringen wir hier nochmal fix auf den Stand: Neben Lukas besteht die Band aus Jan, Nils, Patrick und Timo. Gemeinsam haben sie 2019 das Album Tropfen Traenen veröffentlicht – auf dem ihr z.B. auch den Kracher Vermissen findet. Zuletzt erschien ihre Single „Waage“, bei der wir uns die Videopremiere natürlich auch direkt unter den Nagel gerissen haben – Eigentum verpflichtet!!! PBSL überzeugen mit bittersüßen Texten und eingängigen Instrumentals, von denen sich Indiepoprockirgendwas-Deutschland gut und gerne zwei bis siebenunddreißigkommafünf Scheiben abschneiden kann. Ob lachen, weinen, Baumkunde, Kapitalanlagen oder Magie – die Fünf sind für alle Eventualitäten vorbereitet. Ab September geht’s dann damit (und vielleicht ja auch mit neuer Musik?) quer durch Deutschland. Würden wir uns ja lieber nicht entgehen lassen. Bitte vorab beachten: Tanzschuhe und Antitranspirant einpacken, könnte wild werden.


    Die Dates der „Kreuzförmig nach vorn“-Tour

    03.09.2022 – Pünderich, Oben Air Festival
    03.09.2022 – Mannheim, JH Schönau
    10.09.2022 – Jena, Haus auf der Mauer
    12.09.2022 – Bamberg, Live Club
    15.09.2022 – Oldenburg, Die Flänzburch
    16.09.2022 – Köln, Tsunami
    17.09.2022 – Trier, Queergarten
    24.09.2022 – TBA
    08.10.2022 – Bonn, Namenlos
    22.10.2022 – Hamburg, Marias Ballroom

    Stimmt, ist gar nicht mehr so lange hin, aber wir sind auch schon ganz ungeduldig. Um die Zeit bestmöglich zu nutzen raten wir dazu, PBSL auch auf Instagram zu verfolgen, dann verpasst ihr auch einfach nichts mehr, wie cool isses? Ansonsten auch gerne Spotify leerhören, bevor es andere machen (wir z.B.):

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