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  • Eine Reise in eine andere Welt: So war London Grammar am 07.11.2024 in Berlin

    Eine Reise in eine andere Welt: So war London Grammar am 07.11.2024 in Berlin

    Ein Abend, der uns in seinen Bann zog! Charlotte und Mila (Evangelische Schule Berlin Zentrum) berichten von einem magischen Konzertabend mit London Grammar.

    Am 07.11. trat die Bandย London Grammarย erstmals wรคhrend ihrer „The Greatest Love Arena Tour“ im Velodrom, Berlin auf. Hannah Reid, Dan Rothman und Dot Major: das sind die drei Mitglieder der Band, die nicht nur sehr kreativ und besonders sind, sondern auch seit ihrer Grรผndung 2009 einen einzigartigen Weg in der Musikwelt eingeschlagen haben.

    Von Student*innen zu Stars

    Nach ihrem frรผhen Durchbruch 2013 mit ihrem ersten Album „If you wait“ wurde der Band schnell klar, dass berรผhmt sein nicht zu ihren Lieblingstรคtigkeiten zรคhlt und so ist ihnen bis heute ein zentrales Anliegen nicht als Personen sondern einzig und allein mit ihrer Musik im Vordergrund zu stehen. Und das gelingt! Wรคhrend Hannah erzรคhlt, immer noch unerkannt durch die StraรŸen laufen zu kรถnnen, haben sie weltweit bis zu 3 Millionen Alben verkauft und Millionen von Hรถrer*innen auf Spotify und anderen Streaming Plattformen.

    Erfรผllte Herzen
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    Die Band fรคngt direkt an den ersten Song zu spielen.ย โ€žHey nowโ€œ, ein ruhigeres Lied, bei dem das Publikum zum ersten Mal an diesem Abend Hannah Reids kraftvolle und doch zerbrechlich und gefรผhlvoll klingende Stimme hรถrt. Der Fokus der Show liegt insgesamt vor allem auf der Musik mit wenigen Sprechanteilen zwischendurch. Das ist irgendwie auch gar nicht nรถtig. Die Songs sind mal ruhig, mal energiegeladen, mal dunkel, mal sanft. Sie รผbertragen unterschiedliche Stimmungen, aber die Grundatmosphรคre bleibt gefรผhlvoll, tiefgrรผndig und mystisch.

    Zwischendurch interagiert die Band dann das erste Mal mit den Zuschauer*innen. Die Band durchquert die Menge mit Taschenlampen und landet auf einer kleinen Bรผhne zwischen all den Menschen. Hannah Reid sagt โ€žFuck Donald Trump!“, was sie fรผr uns direkt noch sympathischer und authentischer macht. Bevor die Band wieder auf der groรŸen Bรผhne im Nebel auftaucht, ertรถnt ein Handyklingeln und auf der Leinwand erscheintย โ€žFakest Bitch“, was den gleichnamigen Song einleitet. Eines der letzten Lieder istย โ€žWasting my young yearsโ€œ, den die Menge direkt erkennt. Nach dem groรŸen Endapplaus ertรถnen zwei Zugaben:ย โ€žStrongโ€œย undย โ€žLoose your headโ€œ, bei denen das Publikum in zwei Gruppen aufgeteilt wird und es einen Wettbewerb gibt, welche Seite lauter singt. Das sorgt fรผr eine ausgelassene, glรผckliche Stimmung am Ende.

    12.000 Menschen

    Mit ihren gefรผhlvollen Klรคngen, die einem Momente von echter Freiheit schenken, kรถnnen sie auch an diesem Abend das Publikum begeistern – inklusive uns. Wir sitzen mittendrin, in einer vollen Halle, gefรผllt mit 12.000 Menschen. Menschen, die รผberraschenderweise รคlter sind, als wir dachten. Durch den schon eher modernen und poppigen Stil der Songs und das junge Alter der Band hatten wir ein deutlich jรผngeres Publikum erwartet. Es ist eine bunte Mischung an Fans, die entspannt, rรผcksichtsvoll und begeistert die Stimmung ausleben lรคsst. Von allen Seiten wird fleiรŸig mitgesungen und mitgefiebert.

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    Die mystische Atmosphรคre

    Die Musik, die London Grammar an diesem Abend spielt, ist sehr ausdrucksstark, gefรผhlvoll, fantasievoll, teilweise auch sphรคrisch, verletzlich, aber trotzdem rhythmisch und bestimmt. Es kommt eine mystische Atmosphรคre beim Zuhรถren auf, die einen direkt in den Bann zieht und mitreiรŸt. Dafรผr ist vor allem Hannah Reids Stimme verantwortlich. Die Songs sind eher ruhig und flieรŸend und regen zum Nachdenken an. Es gibt allerdings auch elektrisierende Parts, die fast ein bisschen an Techno erinnern und die die Menge sehr feiert und aufheizt.

    Zwischen Nebelwolken und Laserstrahlen

    London Grammarsย Show ist unglaublich kreativ und sehr รคsthetisch. Von verschiedenen pulsierenden Lichtern, die zur Stimmung beitragen und die Energie widerspiegelen รผber alte filigrane Zeichnungen von Kรคfern bis hin zu Nebelwolken, Laserstrahlen, Live-Drohnenvideos und kรผnstlerisch gestalteten Aufnahmen von der Bรผhne ist an diesem Konzertabend einiges dabei.

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    Last but not least

    Wir haben uns dazu entschieden zwei Fazits zu schreiben, da obwohl wir beide sehr begeistert aus dem Konzert raus gegangen sind, wir beide ganz individuelle Eindrรผcke hatten, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

    Charlotte

    Mein Gesamteindruck des Konzerts ist sehr positiv, auch wenn ich teilweise gerne unten in der stehenden Menge gewesen wรคre, da ich das Gefรผhl habe, dass die Musik dort noch offener gefรผhlt wurde. Musikalisch warย London Grammarย fรผr mich eine absolut wertvolle Neuentdeckung, die gut zu meinem Musikgeschmack passt. Die Band war mir sympathisch und ich finde die drei Bandmitglieder wirkten sehr authentisch. Ich kannte vorher nicht besonders viele Songs der Band und deshalb schon gar nicht die Lyrics. Das war ein ganz kleines bisschen schade, aber nicht schlimm, denn ich habe die Musik trotzdem von Anfang an gefรผhlt und mit der Zeit wurde ich dann richtig in den Bann vonย London Grammarย gezogen. Wenn ihr also auch eine sympathische Indie-Band, eine entspannte Atmosphรคre, รคsthetische Bรผhnenshows und eine schรถne Publikumsstimmung erleben wollt, kann ich euch nur empfehlen auf Konzerte vonย London Grammarย zu gehen!

    Mila

    AbschlieรŸend kann ich sagen, dass das Konzert mich sehr beeindruckt hat und das auf ganz viele unterschiedliche Art und Weisen. Die Musik und das Genre sind zwar eigentlich nicht unbekannt fรผr mich, ganz im Gegenteil. Trotzdem habe ich mich in eine andere und zugleich wunderschรถne Welt versetzt gefรผhlt. Obwohl der Klang manchmal sehr fremd und ungewohnte schien, hatte er dennoch etwas sehr faszinierendes an sich und hat mir nochmal vor Augen gefรผhrt, wie unterschiedlich Musik sein kann. Auch der Gesang hat mich sehr beeindruckt! Wie kann man eine so zarte und trotzdem gleichzeitig ausdrucksstarke Stimme haben?! Nicht zu vergessen die ganze Stimmung, die von allen Menschen und der Band ausging. Das in Verbindung mit einer wirklich รคsthetischen Show, die genau das nochmal widerspiegelte, werde ich hoffentlich niemals vergessen! Wenn ihr auch einen unvergesslichen Abend zwischen Nebelwolken und atemberaubenden Klรคngen und Gesang erleben wollt, dann seid ihr beiย London Grammarย in jedem Fall richtig!

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  • untoldency proudly presents: Miese Mau „BlumenstrauรŸ“ Album Release Party am 09.06.23 in Berlin

    Miese Mau prรคsentiert neues Album „BlumenstrauรŸ“ auf eigener Release Party im Humboldthain.

    Es ist soweit: Miese Mau prรคsentiert sein kommendes neues Album „BlumenstrauรŸ“ auf einer besonderen Release Show in Berlin. Hier kรถnnt ihr als erstes die neuen Songs des Musikers live erleben und euch von seinem Sound begeistern lassen. Im Stil der Neuen Neuen deutschen Welle zwischen Emotionen, Synthies, Drums und Gitarren will er neue Facetten von sich zeigen.

    Miese Mau ist bekannt fรผr seine tiefgrรผndigen Texte und den bewegenden Sound, in dem junge Melancholie mit Reflexion und einer Prise Selbstironie verarbeitet wird, was ihn zu einem besonders berรผhrenden Texter in Mitten der aufsteigenden Musikrichtung macht.

    Nach den Singles „Nasser Hund“ und „Kalte Hรคnde feat. bishkek“ gibt’s im Mai noch einen weiteren musikalischen Vorgeschmack auf das von Max Rieger gemixte Album. Die Release Show am 09. Juni wird ein besonderes Erlebnis in angenehm freundschaftlicher Atmosphรคre, denn das ist noch nicht alles: Es wird auch Special Guests geben, die ebenfalls auf der Bรผhne stehen werden. Lasst euch รผberraschen โ€“ New Wave Liebhaber*innen werden nicht enttรคuscht sein.

    Tickets fรผr die Release Show sind ab sofort erhรคltlich. Das Event wird voraussichtlich ausverkauft sein, also am besten nicht verschlafen! Auch wir freuen uns schon sehr auf neue Songs von Miese Mau und darauf, die direkt live zu hรถren.

    Hier klicken fรผr Tickets.

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    Poster: Jette Hielscher / Foto: Dominik Friess
  • โ€œMight Delete Laterโ€: RAZZ schaffen auf ihrer EP eine Momentaufnahme unserer Generation

    โ€œMight Delete Laterโ€: RAZZ schaffen auf ihrer EP eine Momentaufnahme unserer Generation

    Endlich gibt es neue Musik von RAZZ! Die EP โ€žMight Delete Laterโ€œ ist am 18. Juni erschienen und beinhaltet sechs Songs, wovon drei bereits vorher als Singles released wurden. Was sich zuerst anhรถrt als hรคtten die Jungs ihre alten Songs etwas zu lange mit Weichspรผler im Schongang gewaschen, ist im Kern aber noch genau das, was die Band ausmacht: facettenreicher Indie-Rock mit Tiefgang โ€“ und dafรผr lieben wir sie doch!


    Was die Generation Y gerade beschรคftigt

    Anfang des Jahres hat Jule eine Review zur ersten Single der EP, โ€ž1969 โ€“ Conradโ€œ, geschrieben und auf ein drittes Album von RAZZ spekuliert. Naja, ein Album ist es dann doch nicht geworden, dafรผr aber sechs verdammt gute neue Songs. Die EP โ€žMight Delete Laterโ€œ erinnert an das Meme โ€žfelt cute, might delete laterโ€œ, dass unter allen Social Media-Junkies mittlerweile schon zur Alltagssprache zรคhlt. Im Interview mit gestromt erklรคrt Niklas, Sรคnger der Band, dass der Gedanke hinter dieser Floskel Inspiration fรผr die EP war. Damit nehmen sich die Jungs den Druck ein ganzes Album produzieren zu mรผssen und sehen die EP vielmehr als Momentaufnahme des RAZZ-Sounds, so wie er jetzt gerade ist. Ich finde das ist ein ziemlich gutes Statement. Dieser Anti-Perfektionismus-Gedanken sollte viel mehr Platz in der Musikwelt finden und wรผrde wahrscheinlich auch so einigen Kรผnstler:innen zugute kommen.

    Drei Jahre kam keine neue Musik von RAZZ, auch wenn die Band in der Zwischenzeit nicht auf der faulen Haut lag, sondern fleiรŸig mit live spielen, proben und neue Songs schreiben beschรคftigt war. Trotzdem kommt mir das dann doch irgendwie nach einer langen Zeit ohne Input vor. Das ist doch der perfekte Anlass ist, um mal wieder ein bisschen im alten Fangirl-Koffer zu kramen, damit ihr auch wisst, was mich (hoffentlich) qualifiziert, รผber die neue EP von RAZZ zu urteilen.


    Kurzer Ausflug in die Historie von Anna’s Fangirl-Koffer

    Ich verfolge die Musik der vier Jungs aus Schรถninghsdorf schon seit 2013. Damals haben sie auf dem Abifestival gespielt, was vermutlich auรŸerhalb des Emslands (RAZZโ€™s & meine Heimat) kein Mensch kennt, und noch nicht mal ihre erste offizielle Single verรถffentlicht. 2017 habe ich sie dann auf dem Altstadtfest meiner Heimatstadt gesehen und lauthals in der ersten Reihe โ€žYouth and Enjoymentโ€œ und โ€žLet It in, Let It Outโ€œ mitgegrรถlt, nichtsahnend, dass ich mir diesen Platz auf zukรผnftigen Konzerten deutlich hรคrter erkรคmpfen muss. In meinem Fangirl-Koffer befindet sich auch noch ein Interview aus 2018, wo ich mit Niklas auf dem Rocken am Brocken (ganz tolles Festival) ein bisschen Emslรคnder:innen bonding time hatte โ€“ schรถn warโ€™s. Naja, was ich hier eigentlich nur deutlich machen wollte: RAZZ begleitet mit schon seit so einiger Zeit.

    Jetzt aber mal zurรผck zum Thema: die EP โ€žMight Delete Laterโ€œ. Wie anfangs schon erwรคhnt, wirkt der Sound zu Beginn etwas verรคndert, irgendwie leichter und sanfter. Was mir aber direkt auffรคllt, ist die Liebe zum Detail. Die zeigt sich darin, dass ich bisher bei jedem Hรถren der EP ein neues kleines Detail entdeckt habe โ€“ sei es in den Texten oder im Sound. Sind euch z.B. bei โ€žConstant Flowโ€œ schon die Schlรคge bei 2:34 min. aufgefallen, die den รœbergang in den rockigen Part des Songs ankรผndigt? Mir ist das zumindest erst beim fรผnften Hรถren aufgefallen. Schauen wir uns die Songs also mal im Einzelnen an.


    Singles mit viel Hit-Potential

    โ€žMight Delete Laterโ€œ beginnt mit โ€ž1969 โ€“ Conradโ€œ, dem Song, der als erste Single der EP schon im Dezember 2020 verรถffentlicht wurde. Es ist auch der Song, der mich am meisten an den gewohnten RAZZ-Sound von โ€žWith Your Hands Weโ€™ll Conquerโ€œ und โ€žNocturnalโ€œ erinnert. Es ist auch der Song, der mich alleine in meinem Zimmer zu Lockdown-Zeiten so tanzen lรคsst, dass mein Nachbar in der unteren Etage wahrscheinlich ziemlich viel Hass gegenรผber dem Song entwickelt hat. โ€žFassungslosigkeit, Wut und Resignation par excellence in einen Song umgewandelt. (Dazu) Gitarrenriffs, sanfte Synthies, sehr geile Bass-Highlights und Drums, die mich sofort mitreiรŸenโ€œ, schreibt Jule im Januar in ihrer Review zum Song und ich finde mich jetzt โ€“ im Juli โ€“ immer noch in diesen Worten wieder und kann mich also nur anschlieรŸen.


    โ€žlately, I feel so smallโ€œ

    Zweiter Song, zweite Single der EP: In โ€žLike Youโ€œ geht es um die Unzufriedenheit mit der Umwelt und mit sich selbst โ€“ eben der Wunsch, so zu sein wie jemand anderes. Thematisch schlieรŸt der Song damit sehr gut an โ€ž1969 โ€“ Conradโ€œ an und wirkt fรผr mich wie eine Art Perspektivenwechsel mit dem Fokus auf sich selbst und das eigene infrage stellen. Der Titel hat echtes Ohrwurm-Potential. Kein Wunder also, dass der Song als Single genauso gut funktioniert wie als Teil der EP. Dennoch ist โ€žLike Youโ€œ keine reine Pop-Nummer, durch Drums und Gitarren wird der rockige Vibe aufrechterhalten.

    โ€žConstant Flowโ€œ kommt deutlich experimenteller daher. Der Song beginnt relativ langsam, aber so ab 2:30 min. kommen die gewohnten Gitarrenriffs fรผr die ordentliche Portion Rock wieder dazu. Ich muss sagen dieser Song hat es mir irgendwie angetan. An ihm bleibe ich momentan am meisten hรคngen. Auch hier zieht sich das Thema der inneren Zerissenheit, Orientierungslosigkeit und Unzufriedenheit weiter durch. Die gewohnte Wรคrme der Stimme von Sรคnger Niklas gibt dem Ganzen in diesem Song meiner Meinung nach einen ganz besonderen Tiefgang und macht nachdenklich. Die Zweiteilung des Songs unterstรผtzt die Thematik musikalisch perfekt. Dieser Song hat zudem so viele kleine Details, das ich gar nicht aufhรถren mag nach neuen Kleinigkeiten zu suchen. Ich liebโ€™s einfach!


    Unangenehme Gefรผhle mรผssen ausgesprochen werden

    Der nรคchste Song heiรŸt โ€žOcean (without any waves)โ€œ. Textlich bleibt der Track im Kosmos der EP. Der Orientierungslosigkeit der vorherigen Songs folgt die nรผchterne Feststellung, dass man oft leider einfach im Dunkeln tappt ohne etwas dagegen tun zu kรถnnen. Ich bekomme ein Gefรผhl vom aufgeregt sein, wenn ich den Song hรถre. Irgendwie ruft es eine innere Wut in mir hervor, gemischt mit einer guten Portion Frust. Und das meine ich gar nicht negativ, ich liebe es, wenn Songs solche Gefรผhle in mir hervorrufen. Passend zum EP-Release hat RAZZ auch eine live session zu โ€žOcean (without any waves)โ€œ auf ihrem YouTube Kanal verรถffentlicht, die dem Song noch einmal seinen ganz eigenen vibe gibt. Ich finde hier kommen vor allem die Gitarrenparts noch mehr heraus und lassen den Track etwas atmosphรคrischer auf mich wirken.

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    Bei all dem Lob kommt wohl jetzt der etwas unangenehmere Teil: Meine erste Kritik. Aber hey, was wรคre eine gute Review, wenn sie nur positiv wรคre? Wahrscheinlich nur halb so gut, deswegen hier jetzt meine ehrliche Meinung. Track Nummer fรผnf, โ€žReverberatingโ€œ, geht fรผr mich leider total unter auf der EP. Er fรผgt sich zwar textlich und musikalisch perfekt in das Gesamtbild ein, aber kratzt fรผr mich leider sehr knapp an der Linie, aber der mich ein Song langweilt. Ok, Langeweile ist vielleicht ein sehr starkes Wort in der Musikwelt, aber sagen wir es mal so: Es ist kein Song, den ich bewusst anmache, weil er mir im Kopf hรคngen geblieben ist. Mehr mรถchte ich zu dem Song auch eigentlich gar nicht sagen, weil ich die EP insgesamt schon ziemlich liebe und mir das selbst nicht zerstรถren will. Also wieder zurรผck zum Positiven.


    โ€žSay, why do we keep falling in dreams? Where we land, where we go, I donโ€™t knowโ€œ

    Den Abschluss macht โ€žGameโ€œ, ein Song, der ebenfalls vorab als Single zu hรถren war und mich die getrรผbte Stimmung durch den vorherigen Song wieder vergessen lรคsst. Naja, nicht komplett, denn โ€žGameโ€œ ist eher so vom Typ nachdenkliche, langsame Nummer, der es aber trotzdem schafft gute Laune in mir hervorzurufen. Der Text ist wieder einmal sehr nachdenklich und lรคsst viel Raum fรผr eigene Interpretation โ€“ perfekt fรผr mich, ich liebe es nรคmlich Songtexte zu รผberinterpretieren, werde euch an dieser Stelle aber mal verschonen. Grob gesagt geht es in โ€žGameโ€œ รผber die Frustration einer immer wiederkehrenden Situation, dessen Ausgang man schon kennt, aber ihr trotzdem nicht entkommt. Der RAZZ-Rock hรคlt sich hier etwas zurรผck โ€“ keine Sorge nicht komplett. Der Song ist eher ruhig und simpel zu Beginn, die Gitarre steigert sich gegen Ende im Einklang mit Text allerdings etwas weiter in die Thematik rein. Perfekte Kombi und ein schรถner Abschluss der EP!

    Mein Fazit zu โ€žMight Delete Laterโ€œ ist also (wie erwartet) sehr positiv. Es gibt eigentlich nichts, was mich auf der EP stรถrt, denn โ€žReverberatingโ€œ fรผgt sich gut in den Lauf der Songs ein, catcht mich halt einfach als einzeln stehender Song nicht. RAZZ zeigen sich etwas erwachsener und atmosphรคrischer im Vergleich zu ihren vorherigen Alben, aber beweisen zugleich, dass sie ihren Sound gefunden haben. RAZZ 3.0 gefรคllt mir sehr und ich bin gespannt, was noch so kommt!

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    Fotocredit: Martha Friedel

  • Trille setzt mit โ€žnixโ€œ ein Zeichen fรผr die Authentizitรคt von Selbstdarstellungen

    Wenn Trille neue Musik verรถffentlicht, dann sind einige Dinge sofort klar: Es wird lyrisch ganz groรŸ. Es wird emotional. Und: Ohrwurm! Und zwar fรผr die nรคchsten zwei Wochen, mindestens. Nur wenige Kรผnstler:innen schaffen es, musikalisch so viel auszuprobieren und dennoch รผberall ihre unverkennbar eigene Note zu hinterlassen. Wenn man seine Songs hรถrt, kann man sie ihm sofort zuordnen. Aber eben ohne das Gefรผhl von โ€žpuh, das habe ich doch schon 20x gehรถrtโ€œ. Mit seiner neuen Single โ€žnixโ€œ hรคlt uns Trille diesmal mehrere Spiegel (die passenderweise auch das Singlecover zieren) vor und fragt: Wer bist du? Wie bist du? Wann bist du wirklich du? Jule hat sich mit dem Song und seiner Message beschรคftigt und das Ergebnis lest ihr jetzt.


    Es gibt so Menschen, da geht mir einfach regelmรครŸig das Herz auf. Trille gehรถrt eindeutig dazu. In seiner Musik nimmt er mich regelmรครŸig mit auf eine Reise durch seine Gefรผhlswelt. Liebe, Glรผck, Schmerz, Freude, Zweifel. Alles dabei. Wenn ich als Zuhรถrerin das Gefรผhl bekomme, den Menschen hinter dem Sound kennenzulernen, dann macht Musik doch einfach so richtig Sinn, oder? Wenn man sich dann auch noch selbst hinterfragt, aus den Zeilen lernt oder sie fรผr den weiteren Weg verinnerlicht und trotzdem nicht vergisst, zu den Beats durchs Zimmer โ€“ und bald wieder in den Clubs! โ€“ zu tanzenโ€ฆ Dann, ja dann haben wir alle ganz schรถn viel richtig gemacht.

    Aber kommen wir doch endlich zum Song des Tages! Als ich mir โ€žnixโ€œ das erste Mal hรถre, erkenne ich ihn irgendwie wieder. Denn ich als Trille-Ultra bilde mir ein, den Song schon mal live gehรถrt zu haben, kann das sein? Vielleicht habe ich die Anfangsmelodie auch einfach nur im Kopf, weil ich durch entsprechende Teaser erfolgreich geinfluenced wurde, wer weiรŸ…


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    Erstmal bin ich auf die Beats gespannt. Die erzeugen nรคmlich oft schon ein Gefรผhl oder eine Stimmung, bevor auch nur eine einzige Zeile gesungen wurde. Allerdings beginnt โ€žnixโ€œ ziemlich schnell mit seiner Story und ich fรผhle mich bei โ€žStellst du das auf Instagram? / Ist das fรผr dich cool genug?โ€œ irgendwie ertappt. Ich nehme einmal vorweg, dass es in dem Song darum geht, wer man ist, wie man sich darstellt und ob das โ€žgut genugโ€œ ist. Fragen, die sich aktive Instagram-Nutzer:innen sicherlich auch schon das ein oder andere Mal gestellt haben. Und natรผrlich zeigt sich ein GroรŸteil von uns im Internet nur so, wie sie von anderen wahrgenommen werden mรถchten. Trille fragt sich in โ€žnixโ€œ, ob diese Selbstinszenierung der immer geprรคdigten Authentizitรคt im Weg steht. Und seine Antwort darauf lautet: n e i n . Und zwar genauso, wie sich Trรคnen und Glรผckseligkeit oder ein Eis als Nachtisch, obwohl man eeeecht satt ist, nicht widersprechen.




    โ€žDein Leben ist ’ne Show / The Show must go
    Du bist schรถn / Wenn du gar nix machstโ€œ


    Trille in โ€žnix“


    Getragen werden die Lyrics von einem Beat, den ich gerne als Trille-typisch bezeichnen wรผrde. Aber das fรผhlt sich irgendwie auch nicht richtig an. Er hat es mit seinen bisherigen Songs geschafft, mir eine riesige Tรผr in Richtung Soundwelten zu รถffnen. Und mit jeder neuen Single kommt ein neuer Aspekt dazu, รถffnet sich die Tรผr einen kleinen Spalt weiter. Und Trille wiederum entdeckt mit jeder neuen Single immer wieder neue Arten, sich musikalisch auszuleben. In โ€žnixโ€œ prรคsentieren sich wummernde Bรคsse und pulsierende Hi-Hats, die sich direkt in meine mรผden Beinchen katapultieren. Nicht zu vergessen die unverkennbare Stimme mit der unfassbaren Range, die von fein eingesetztem AutoTune ins perfekte Licht gerรผckt wird. Aber bitte nicht vergessen, dass hinter den Sounds tatsรคchlich eine Band steckt, mit Drums und Gitarren und so. Menschen, nicht nur Computer.

    Man hรถrt bei โ€žnixโ€œ (wie aber eigentlich bei allen Songs von Trille) auf jeden Fall, dass hier jemand ganz genau weiรŸ, was er tut. Als studierter Musikwissenschaftler und Tonmeister mit Master in Popular Music wohl auch kein allzu groรŸes Wunder. Die gewohnte Produktions-Arbeit mit Dennis Borger (FIBEL) und erstmals auch Hitmachine Tim Tautorat zahlt sich komplett aus โ€“ meine Ohren sind happy, mein Herz erfรผllt und mein Kopf รผberlegt erfolgreich, wie das denn nun eigentlich mit meiner ganz eigenen Authentizitรคt aussieht…


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    Im Musikvideo zu โ€žnixโ€œ hat Trille รผbrigens 7 Menschen gebeten, sich in kurzen Szenen selbst darzustellen. Um auch bildsprachlich zu zeigen, dass Selbstinszenierung und Authentizitรคt eben wirklich gar keinen Widerspruch darstellen. Zu sehen bekommen wir hier Eva Maria Christiansen, Mano Thiravong, Leni LeรŸmann, Erna Pachulke, Tim Tautorat, Kim Hoss und Meik van Severen. Und jedes Portrait erzรคhlt eine wunderbare kleine Geschichte von selbstbestimmter Identitรคt. Ein absolut sehenswertes und (Achtung!) authentisches Video, das ein tolles und wichtiges Zeichen setzt.


    Trille hat aber nicht nur einfach so eine neue Single rausgehauen. Vielmehr lรคutet โ€žnixโ€œ die noch fรผr den Sommer angekรผndigte EP โ€žluft & liebeโ€œ ein, auf die ich super gespannt bin. Weil ich weiรŸ, dass in ihm noch so viel schlummert, das gehรถrt werden muss. Und vielleicht auch, weil ich meinen nรคchsten Ohrwurm kaum erwarten kann. Aber bis es soweit ist, hรถre ich einfach noch ganz oft โ€žnixโ€œ. Wer mitmachen will, einfach hier auf Play klicken:

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    Fotocredit: Rebecca Krรคmer