Direktaus LA nach Berlin! Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist Marlon Funaki kommt mit seiner aktuellen EP Half Moon am 16. Mai 2026 nach Berlin!
Vom Schlafzimmer in die ganze Welt
Als Kind mit Musik aufzuwachsen, ist wahrscheinlich die wichtigste und prägendste Phase eines jeden Künstlers oder jeder Künstlerin. Im Fall von Marlon Funaki war es die Musik seines Vaters, die ihn maßgebend beeinflusst hat. Von Bands wie Led Zeppelin und Pink Floyd zu Reggea, Afro-Funk der 70 und Hip Hop der 90er hat Marlon Funaki einmal alles aufgesaugt und Jahre später in seinem eigenen Sound fusioniert. Ursprünglich an den Drums gestartet, verkauft er in der Schule seine Xbox und investiert in seine erste Gitarre. „“Playing guitar was way cooler than gaming and it became my real passion. After learning guitar, I had to teach myself how to play all the instruments on my own.“
Mit so viel Leidenschaft für Musik hat er sich zu einem hohen Standard hochgearbeitet und in 2022 sein Debütalbum Monterey Village veröffentlicht. Schon bald sollten Leute auf der ganzen Welt die Mischung aus schwebender Psychedelia und gitarrengetriebener Energie für sich entdecken. Von kleinen Lagerhallen zu ausverkauften Clubs hat sich Marlon Funaki zu einem angesagten Indie-Musiker über die LA-Szene hinaus etabliert.
“It still amazes me to this day that something that I made in my bedroom traveled this far. It’s cool to see how far that music travels.”
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Mit seiner im März veröffentlichten EP Half Moon bringt er seine mitreißenden Shows nun auch nach Europa – und am 16. Mai nach Berlin! Kommt vorbei, lasst euch mitreißen und überraschen, denn vielleicht ist Marlon Funaki euer nächster Lieblingskünstler, der nur darauf wartet, von euch entdeckt zu werden.
Ein Abend, der uns in seinen Bann zog! Charlotte und Mila (Evangelische Schule Berlin Zentrum) berichten von einem magischen Konzertabend mit London Grammar.
Am 07.11. trat die Band London Grammar erstmals während ihrer „The Greatest Love Arena Tour“ im Velodrom, Berlin auf. Hannah Reid, Dan Rothman und Dot Major: das sind die drei Mitglieder der Band, die nicht nur sehr kreativ und besonders sind, sondern auch seit ihrer Gründung 2009 einen einzigartigen Weg in der Musikwelt eingeschlagen haben.
Von Student*innen zu Stars
Nach ihrem frühen Durchbruch 2013 mit ihrem ersten Album „If you wait“ wurde der Band schnell klar, dass berühmt sein nicht zu ihren Lieblingstätigkeiten zählt und so ist ihnen bis heute ein zentrales Anliegen nicht als Personen sondern einzig und allein mit ihrer Musik im Vordergrund zu stehen. Und das gelingt! Während Hannah erzählt, immer noch unerkannt durch die Straßen laufen zu können, haben sie weltweit bis zu 3 Millionen Alben verkauft und Millionen von Hörer*innen auf Spotify und anderen Streaming Plattformen.
Erfüllte Herzen
Die Band fängt direkt an den ersten Song zu spielen. „Hey now“, ein ruhigeres Lied, bei dem das Publikum zum ersten Mal an diesem Abend Hannah Reids kraftvolle und doch zerbrechlich und gefühlvoll klingende Stimme hört. Der Fokus der Show liegt insgesamt vor allem auf der Musik mit wenigen Sprechanteilen zwischendurch. Das ist irgendwie auch gar nicht nötig. Die Songs sind mal ruhig, mal energiegeladen, mal dunkel, mal sanft. Sie übertragen unterschiedliche Stimmungen, aber die Grundatmosphäre bleibt gefühlvoll, tiefgründig und mystisch.
Zwischendurch interagiert die Band dann das erste Mal mit den Zuschauer*innen. Die Band durchquert die Menge mit Taschenlampen und landet auf einer kleinen Bühne zwischen all den Menschen. Hannah Reid sagt „Fuck Donald Trump!“, was sie für uns direkt noch sympathischer und authentischer macht. Bevor die Band wieder auf der großen Bühne im Nebel auftaucht, ertönt ein Handyklingeln und auf der Leinwand erscheint „Fakest Bitch“, was den gleichnamigen Song einleitet. Eines der letzten Lieder ist „Wasting my young years“, den die Menge direkt erkennt. Nach dem großen Endapplaus ertönen zwei Zugaben: „Strong“ und „Loose your head“, bei denen das Publikum in zwei Gruppen aufgeteilt wird und es einen Wettbewerb gibt, welche Seite lauter singt. Das sorgt für eine ausgelassene, glückliche Stimmung am Ende.
12.000 Menschen
Mit ihren gefühlvollen Klängen, die einem Momente von echter Freiheit schenken, können sie auch an diesem Abend das Publikum begeistern – inklusive uns. Wir sitzen mittendrin, in einer vollen Halle, gefüllt mit 12.000 Menschen. Menschen, die überraschenderweise älter sind, als wir dachten. Durch den schon eher modernen und poppigen Stil der Songs und das junge Alter der Band hatten wir ein deutlich jüngeres Publikum erwartet. Es ist eine bunte Mischung an Fans, die entspannt, rücksichtsvoll und begeistert die Stimmung ausleben lässt. Von allen Seiten wird fleißig mitgesungen und mitgefiebert.
Die mystische Atmosphäre
Die Musik, die London Grammar an diesem Abend spielt, ist sehr ausdrucksstark, gefühlvoll, fantasievoll, teilweise auch sphärisch, verletzlich, aber trotzdem rhythmisch und bestimmt. Es kommt eine mystische Atmosphäre beim Zuhören auf, die einen direkt in den Bann zieht und mitreißt. Dafür ist vor allem Hannah Reids Stimme verantwortlich. Die Songs sind eher ruhig und fließend und regen zum Nachdenken an. Es gibt allerdings auch elektrisierende Parts, die fast ein bisschen an Techno erinnern und die die Menge sehr feiert und aufheizt.
Zwischen Nebelwolken und Laserstrahlen
London Grammars Show ist unglaublich kreativ und sehr ästhetisch. Von verschiedenen pulsierenden Lichtern, die zur Stimmung beitragen und die Energie widerspiegelen über alte filigrane Zeichnungen von Käfern bis hin zu Nebelwolken, Laserstrahlen, Live-Drohnenvideos und künstlerisch gestalteten Aufnahmen von der Bühne ist an diesem Konzertabend einiges dabei.
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Wir haben uns dazu entschieden zwei Fazits zu schreiben, da obwohl wir beide sehr begeistert aus dem Konzert raus gegangen sind, wir beide ganz individuelle Eindrücke hatten, die wir euch nicht vorenthalten wollen.
Charlotte
Mein Gesamteindruck des Konzerts ist sehr positiv, auch wenn ich teilweise gerne unten in der stehenden Menge gewesen wäre, da ich das Gefühl habe, dass die Musik dort noch offener gefühlt wurde. Musikalisch war London Grammar für mich eine absolut wertvolle Neuentdeckung, die gut zu meinem Musikgeschmack passt. Die Band war mir sympathisch und ich finde die drei Bandmitglieder wirkten sehr authentisch. Ich kannte vorher nicht besonders viele Songs der Band und deshalb schon gar nicht die Lyrics. Das war ein ganz kleines bisschen schade, aber nicht schlimm, denn ich habe die Musik trotzdem von Anfang an gefühlt und mit der Zeit wurde ich dann richtig in den Bann von London Grammar gezogen. Wenn ihr also auch eine sympathische Indie-Band, eine entspannte Atmosphäre, ästhetische Bühnenshows und eine schöne Publikumsstimmung erleben wollt, kann ich euch nur empfehlen auf Konzerte von London Grammar zu gehen!
Mila
Abschließend kann ich sagen, dass das Konzert mich sehr beeindruckt hat und das auf ganz viele unterschiedliche Art und Weisen. Die Musik und das Genre sind zwar eigentlich nicht unbekannt für mich, ganz im Gegenteil. Trotzdem habe ich mich in eine andere und zugleich wunderschöne Welt versetzt gefühlt. Obwohl der Klang manchmal sehr fremd und ungewohnte schien, hatte er dennoch etwas sehr faszinierendes an sich und hat mir nochmal vor Augen geführt, wie unterschiedlich Musik sein kann. Auch der Gesang hat mich sehr beeindruckt! Wie kann man eine so zarte und trotzdem gleichzeitig ausdrucksstarke Stimme haben?! Nicht zu vergessen die ganze Stimmung, die von allen Menschen und der Band ausging. Das in Verbindung mit einer wirklich ästhetischen Show, die genau das nochmal widerspiegelte, werde ich hoffentlich niemals vergessen! Wenn ihr auch einen unvergesslichen Abend zwischen Nebelwolken und atemberaubenden Klängen und Gesang erleben wollt, dann seid ihr bei London Grammar in jedem Fall richtig!
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Miese Mau präsentiert neues Album „Blumenstrauß“ auf eigener Release Party im Humboldthain.
Es ist soweit: Miese Mau präsentiert sein kommendes neues Album „Blumenstrauß“ auf einer besonderen Release Show in Berlin. Hier könnt ihr als erstes die neuen Songs des Musikers live erleben und euch von seinem Sound begeistern lassen. Im Stil der Neuen Neuen deutschen Welle zwischen Emotionen, Synthies, Drums und Gitarren will er neue Facetten von sich zeigen.
Miese Mau ist bekannt für seine tiefgründigen Texte und den bewegenden Sound, in dem junge Melancholie mit Reflexion und einer Prise Selbstironie verarbeitet wird, was ihn zu einem besonders berührenden Texter in Mitten der aufsteigenden Musikrichtung macht.
Nach den Singles „Nasser Hund“ und „Kalte Händefeat. bishkek“ gibt’s im Mai noch einen weiteren musikalischen Vorgeschmack auf das von Max Rieger gemixte Album. Die Release Show am 09. Juni wird ein besonderes Erlebnis in angenehm freundschaftlicher Atmosphäre, denn das ist noch nicht alles: Es wird auch Special Guests geben, die ebenfalls auf der Bühne stehen werden. Lasst euch überraschen – New Wave Liebhaber*innen werden nicht enttäuscht sein.
Tickets für die Release Show sind ab sofort erhältlich. Das Event wird voraussichtlich ausverkauft sein, also am besten nicht verschlafen! Auch wir freuen uns schon sehr auf neue Songs von Miese Mau und darauf, die direkt live zu hören.
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Endlich gibt es neue Musik von RAZZ! Die EP „Might Delete Later“ ist am 18. Juni erschienen und beinhaltet sechs Songs, wovon drei bereits vorher als Singles released wurden. Was sich zuerst anhört als hätten die Jungs ihre alten Songs etwas zu lange mit Weichspüler im Schongang gewaschen, ist im Kern aber noch genau das, was die Band ausmacht: facettenreicher Indie-Rock mit Tiefgang – und dafür lieben wir sie doch!
Was die Generation Y gerade beschäftigt
Anfang des Jahres hat Jule eineReview zur ersten Single der EP, „1969 – Conrad“, geschrieben und auf ein drittes Album von RAZZ spekuliert. Naja, ein Album ist es dann doch nicht geworden, dafür aber sechs verdammt gute neue Songs. Die EP „Might Delete Later“ erinnert an das Meme „felt cute, might delete later“, dass unter allen Social Media-Junkies mittlerweile schon zur Alltagssprache zählt. Im Interview mit gestromterklärt Niklas, Sänger der Band, dass der Gedanke hinter dieser Floskel Inspiration für die EP war. Damit nehmen sich die Jungs den Druck ein ganzes Album produzieren zu müssen und sehen die EP vielmehr als Momentaufnahme des RAZZ-Sounds, so wie er jetzt gerade ist. Ich finde das ist ein ziemlich gutes Statement. Dieser Anti-Perfektionismus-Gedanken sollte viel mehr Platz in der Musikwelt finden und würde wahrscheinlich auch so einigen Künstler:innen zugute kommen.
Drei Jahre kam keine neue Musik von RAZZ, auch wenn die Band in der Zwischenzeit nicht auf der faulen Haut lag, sondern fleißig mit live spielen, proben und neue Songs schreiben beschäftigt war. Trotzdem kommt mir das dann doch irgendwie nach einer langen Zeit ohne Input vor. Das ist doch der perfekte Anlass ist, um mal wieder ein bisschen im alten Fangirl-Koffer zu kramen, damit ihr auch wisst, was mich (hoffentlich) qualifiziert, über die neue EP von RAZZ zu urteilen.
Kurzer Ausflug in die Historie von Anna’s Fangirl-Koffer
Ich verfolge die Musik der vier Jungs aus Schöninghsdorf schon seit 2013. Damals haben sie auf dem Abifestival gespielt, was vermutlich außerhalb des Emslands (RAZZ’s & meine Heimat) kein Mensch kennt, und noch nicht mal ihre erste offizielle Single veröffentlicht. 2017 habe ich sie dann auf dem Altstadtfest meiner Heimatstadt gesehen und lauthals in der ersten Reihe „Youth and Enjoyment“ und „Let It in, Let It Out“ mitgegrölt, nichtsahnend, dass ich mir diesen Platz auf zukünftigen Konzerten deutlich härter erkämpfen muss. In meinem Fangirl-Koffer befindet sich auch noch ein Interviewaus 2018, wo ich mit Niklas auf dem Rocken am Brocken (ganz tolles Festival) ein bisschen Emsländer:innen bonding time hatte – schön war’s. Naja, was ich hier eigentlich nur deutlich machen wollte: RAZZ begleitet mit schon seit so einiger Zeit.
Jetzt aber mal zurück zum Thema: die EP „Might Delete Later“. Wie anfangs schon erwähnt, wirkt der Sound zu Beginn etwas verändert, irgendwie leichter und sanfter. Was mir aber direkt auffällt, ist die Liebe zum Detail. Die zeigt sich darin, dass ich bisher bei jedem Hören der EP ein neues kleines Detail entdeckt habe – sei es in den Texten oder im Sound. Sind euch z.B. bei „Constant Flow“ schon die Schläge bei 2:34 min. aufgefallen, die den Übergang in den rockigen Part des Songs ankündigt? Mir ist das zumindest erst beim fünften Hören aufgefallen. Schauen wir uns die Songs also mal im Einzelnen an.
Singles mit viel Hit-Potential
„Might Delete Later“ beginnt mit „1969 – Conrad“, dem Song, der als erste Single der EP schon im Dezember 2020 veröffentlicht wurde. Es ist auch der Song, der mich am meisten an den gewohnten RAZZ-Sound von „With Your Hands We’ll Conquer“ und „Nocturnal“ erinnert. Es ist auch der Song, der mich alleine in meinem Zimmer zu Lockdown-Zeiten so tanzen lässt, dass mein Nachbar in der unteren Etage wahrscheinlich ziemlich viel Hass gegenüber dem Song entwickelt hat. „Fassungslosigkeit, Wut und Resignation par excellence in einen Song umgewandelt. (Dazu) Gitarrenriffs, sanfte Synthies, sehr geile Bass-Highlights und Drums, die mich sofort mitreißen“, schreibt Jule im Januar in ihrer Review zum Song und ich finde mich jetzt – im Juli – immer noch in diesen Worten wieder und kann mich also nur anschließen.
„lately, I feel so small“
Zweiter Song, zweite Single der EP: In „Like You“ geht es um die Unzufriedenheit mit der Umwelt und mit sich selbst – eben der Wunsch, so zu sein wie jemand anderes. Thematisch schließt der Song damit sehr gut an „1969 – Conrad“ an und wirkt für mich wie eine Art Perspektivenwechsel mit dem Fokus auf sich selbst und das eigene infrage stellen. Der Titel hat echtes Ohrwurm-Potential. Kein Wunder also, dass der Song als Single genauso gut funktioniert wie als Teil der EP. Dennoch ist „Like You“ keine reine Pop-Nummer, durch Drums und Gitarren wird der rockige Vibe aufrechterhalten.
„Constant Flow“ kommt deutlich experimenteller daher. Der Song beginnt relativ langsam, aber so ab 2:30 min. kommen die gewohnten Gitarrenriffs für die ordentliche Portion Rock wieder dazu. Ich muss sagen dieser Song hat es mir irgendwie angetan. An ihm bleibe ich momentan am meisten hängen. Auch hier zieht sich das Thema der inneren Zerissenheit, Orientierungslosigkeit und Unzufriedenheit weiter durch. Die gewohnte Wärme der Stimme von Sänger Niklas gibt dem Ganzen in diesem Song meiner Meinung nach einen ganz besonderen Tiefgang und macht nachdenklich. Die Zweiteilung des Songs unterstützt die Thematik musikalisch perfekt. Dieser Song hat zudem so viele kleine Details, das ich gar nicht aufhören mag nach neuen Kleinigkeiten zu suchen. Ich lieb’s einfach!
Unangenehme Gefühle müssen ausgesprochen werden
Der nächste Song heißt „Ocean (without any waves)“. Textlich bleibt der Track im Kosmos der EP. Der Orientierungslosigkeit der vorherigen Songs folgt die nüchterne Feststellung, dass man oft leider einfach im Dunkeln tappt ohne etwas dagegen tun zu können. Ich bekomme ein Gefühl vom aufgeregt sein, wenn ich den Song höre. Irgendwie ruft es eine innere Wut in mir hervor, gemischt mit einer guten Portion Frust. Und das meine ich gar nicht negativ, ich liebe es, wenn Songs solche Gefühle in mir hervorrufen. Passend zum EP-Release hat RAZZ auch eine live session zu „Ocean (without any waves)“ auf ihrem YouTube Kanal veröffentlicht, die dem Song noch einmal seinen ganz eigenen vibe gibt. Ich finde hier kommen vor allem die Gitarrenparts noch mehr heraus und lassen den Track etwas atmosphärischer auf mich wirken.
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Bei all dem Lob kommt wohl jetzt der etwas unangenehmere Teil: Meine erste Kritik. Aber hey, was wäre eine gute Review, wenn sie nur positiv wäre? Wahrscheinlich nur halb so gut, deswegen hier jetzt meine ehrliche Meinung. Track Nummer fünf, „Reverberating“, geht für mich leider total unter auf der EP. Er fügt sich zwar textlich und musikalisch perfekt in das Gesamtbild ein, aber kratzt für mich leider sehr knapp an der Linie, aber der mich ein Song langweilt. Ok, Langeweile ist vielleicht ein sehr starkes Wort in der Musikwelt, aber sagen wir es mal so: Es ist kein Song, den ich bewusst anmache, weil er mir im Kopf hängen geblieben ist. Mehr möchte ich zu dem Song auch eigentlich gar nicht sagen, weil ich die EP insgesamt schon ziemlich liebe und mir das selbst nicht zerstören will. Also wieder zurück zum Positiven.
„Say, why do we keep falling in dreams? Where we land, where we go, I don’t know“
Den Abschluss macht „Game“, ein Song, der ebenfalls vorab als Single zu hören war und mich die getrübte Stimmung durch den vorherigen Song wieder vergessen lässt. Naja, nicht komplett, denn „Game“ ist eher so vom Typ nachdenkliche, langsame Nummer, der es aber trotzdem schafft gute Laune in mir hervorzurufen. Der Text ist wieder einmal sehr nachdenklich und lässt viel Raum für eigene Interpretation – perfekt für mich, ich liebe es nämlich Songtexte zu überinterpretieren, werde euch an dieser Stelle aber mal verschonen. Grob gesagt geht es in „Game“ über die Frustration einer immer wiederkehrenden Situation, dessen Ausgang man schon kennt, aber ihr trotzdem nicht entkommt. Der RAZZ-Rock hält sich hier etwas zurück – keine Sorge nicht komplett. Der Song ist eher ruhig und simpel zu Beginn, die Gitarre steigert sich gegen Ende im Einklang mit Text allerdings etwas weiter in die Thematik rein. Perfekte Kombi und ein schöner Abschluss der EP!
Mein Fazit zu „Might Delete Later“ ist also (wie erwartet) sehr positiv. Es gibt eigentlich nichts, was mich auf der EP stört, denn „Reverberating“ fügt sich gut in den Lauf der Songs ein, catcht mich halt einfach als einzeln stehender Song nicht. RAZZ zeigen sich etwas erwachsener und atmosphärischer im Vergleich zu ihren vorherigen Alben, aber beweisen zugleich, dass sie ihren Sound gefunden haben. RAZZ 3.0 gefällt mir sehr und ich bin gespannt, was noch so kommt!
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Wenn Trille neue Musik veröffentlicht, dann sind einige Dinge sofort klar: Es wird lyrisch ganz groß. Es wird emotional. Und: Ohrwurm! Und zwar für die nächsten zwei Wochen, mindestens. Nur wenige Künstler:innen schaffen es, musikalisch so viel auszuprobieren und dennoch überall ihre unverkennbar eigene Note zu hinterlassen. Wenn man seine Songs hört, kann man sie ihm sofort zuordnen. Aber eben ohne das Gefühl von „puh, das habe ich doch schon 20x gehört“. Mit seiner neuen Single „nix“ hält uns Trille diesmal mehrere Spiegel (die passenderweise auch das Singlecover zieren) vor und fragt: Wer bist du? Wie bist du? Wann bist du wirklich du? Jule hat sich mit dem Song und seiner Message beschäftigt und das Ergebnis lest ihr jetzt.
Es gibt so Menschen, da geht mir einfach regelmäßig das Herz auf. Trille gehört eindeutig dazu. In seiner Musik nimmt er mich regelmäßig mit auf eine Reise durch seine Gefühlswelt. Liebe, Glück, Schmerz, Freude, Zweifel. Alles dabei. Wenn ich als Zuhörerin das Gefühl bekomme, den Menschen hinter dem Sound kennenzulernen, dann macht Musik doch einfach so richtig Sinn, oder? Wenn man sich dann auch noch selbst hinterfragt, aus den Zeilen lernt oder sie für den weiteren Weg verinnerlicht und trotzdem nicht vergisst, zu den Beats durchs Zimmer – und bald wieder in den Clubs! – zu tanzen… Dann, ja dann haben wir alle ganz schön viel richtig gemacht.
Aber kommen wir doch endlich zum Song des Tages! Als ich mir „nix“ das erste Mal höre, erkenne ich ihn irgendwie wieder. Denn ich als Trille-Ultra bilde mir ein, den Song schon mal live gehört zu haben, kann das sein? Vielleicht habe ich die Anfangsmelodie auch einfach nur im Kopf, weil ich durch entsprechende Teaser erfolgreich geinfluenced wurde, wer weiß…
Erstmal bin ich auf die Beats gespannt. Die erzeugen nämlich oft schon ein Gefühl oder eine Stimmung, bevor auch nur eine einzige Zeile gesungen wurde. Allerdings beginnt „nix“ ziemlich schnell mit seiner Story und ich fühle mich bei „Stellst du das auf Instagram? / Ist das für dich cool genug?“irgendwie ertappt. Ich nehme einmal vorweg, dass es in dem Song darum geht, wer man ist, wie man sich darstellt und ob das „gut genug“ ist. Fragen, die sich aktive Instagram-Nutzer:innen sicherlich auch schon das ein oder andere Mal gestellt haben. Und natürlich zeigt sich ein Großteil von uns im Internet nur so, wie sie von anderen wahrgenommen werden möchten. Trille fragt sich in „nix“, ob diese Selbstinszenierung der immer geprädigten Authentizität im Weg steht. Und seine Antwort darauf lautet: n e i n. Und zwar genauso, wie sich Tränen und Glückseligkeit oder ein Eis als Nachtisch, obwohl man eeeecht satt ist, nicht widersprechen.
„Dein Leben ist ’ne Show / The Show must go Du bist schön / Wenn du gar nix machst“
Trille in „nix“
Getragen werden die Lyrics von einem Beat, den ich gerne als Trille-typisch bezeichnen würde. Aber das fühlt sich irgendwie auch nicht richtig an. Er hat es mit seinen bisherigen Songs geschafft, mir eine riesige Tür in Richtung Soundwelten zu öffnen. Und mit jeder neuen Single kommt ein neuer Aspekt dazu, öffnet sich die Tür einen kleinen Spalt weiter. Und Trille wiederum entdeckt mit jeder neuen Single immer wieder neue Arten, sich musikalisch auszuleben. In „nix“ präsentieren sich wummernde Bässe und pulsierende Hi-Hats, die sich direkt in meine müden Beinchen katapultieren. Nicht zu vergessen die unverkennbare Stimme mit der unfassbaren Range, die von fein eingesetztem AutoTune ins perfekte Licht gerückt wird. Aber bitte nicht vergessen, dass hinter den Sounds tatsächlich eine Band steckt, mit Drums und Gitarren und so. Menschen, nicht nur Computer.
Man hört bei „nix“ (wie aber eigentlich bei allen Songs von Trille) auf jeden Fall, dass hier jemand ganz genau weiß, was er tut. Als studierter Musikwissenschaftler und Tonmeister mit Master in Popular Music wohl auch kein allzu großes Wunder. Die gewohnte Produktions-Arbeit mit Dennis Borger (FIBEL) und erstmals auch Hitmachine Tim Tautorat zahlt sich komplett aus – meine Ohren sind happy, mein Herz erfüllt und mein Kopf überlegt erfolgreich, wie das denn nun eigentlich mit meiner ganz eigenen Authentizität aussieht…
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Im Musikvideo zu „nix“ hat Trille übrigens 7 Menschen gebeten, sich in kurzen Szenen selbst darzustellen. Um auch bildsprachlich zu zeigen, dass Selbstinszenierung und Authentizität eben wirklich gar keinen Widerspruch darstellen. Zu sehen bekommen wir hier Eva Maria Christiansen, Mano Thiravong, Leni Leßmann, Erna Pachulke, Tim Tautorat, Kim Hoss und Meik van Severen. Und jedes Portrait erzählt eine wunderbare kleine Geschichte von selbstbestimmter Identität. Ein absolut sehenswertes und (Achtung!) authentisches Video, das ein tolles und wichtiges Zeichen setzt.
Trille hat aber nicht nur einfach so eine neue Single rausgehauen. Vielmehr läutet „nix“ die noch für den Sommer angekündigte EP „luft & liebe“ ein, auf die ich super gespannt bin. Weil ich weiß, dass in ihm noch so viel schlummert, das gehört werden muss. Und vielleicht auch, weil ich meinen nächsten Ohrwurm kaum erwarten kann. Aber bis es soweit ist, höre ich einfach noch ganz oft „nix“. Wer mitmachen will, einfach hier auf Play klicken:
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