Schlagwort: alternative rock

  • Die Lore geht weiter: Twenty One Pilots und „Overcompensate“

    Die Lore geht weiter: Twenty One Pilots und „Overcompensate“

    Wie fang ich hier an? Es ist der 29. Februar, der Tag, den es nur alle paar Jahre gibt, und ich steh vor meinem Hotelfernseher in Hamburg Altona. Ein paar Wochen zuvor hat meine Lieblingsband ihre bisherigen Albumcover auf den Streamingplattformen mit einem roten Balken über den Augen versehen und die neue Single „Overcompensate“ angekündigt. Seitdem ist mein Körper angespannt, ein gesamter Fandom ist mit mir wieder zum Leben erwacht und alle wissen: am 29. Februar kommt ein neues Twenty One Pilots Musikvideo. Es erscheint neuer Twenty One Pilots Song. Die nächste Twenty One Pilots Ära wird eingeleitet. WO FÄNGT MAN DA AN?

    Welcome Back To Trench.

    Vielleicht am Anfang. Die Lore um das Duo aus Columbus, Ohio ist seit dem Erfolgsalbum Blurryface (2015) immens gewachsen. Fast zehn Jahre später ist Stressed Out mit über 2 Billionen Streams immer noch Twenty One Pilots erfolgreichste Single, und nur wenige wissen, welche wahnsinnige Geschichte Leadsänger Tyler Joseph und Drummer Josh Dun da angefangen haben zu erzählen. Das in einem einleitenden Absatz zu fassen ist wahrlich unmöglich, weshalb ich für alle, die neu hier sind, von Herzen meinen gesamten Fangirl-Schrei über drei gestreckte Artikel empfehlen darf: Hier zum Beispiel introduce ich euch ins beste Sommeralbum aus dem Corona-Peak Jahr 2021. Hier könnt ihr einen Drachen unter Wasser schwimmen sehen. Und hier bekommt ihr wahrscheinlich den besten Überblick über die Story so far. Da könnt ihr jetzt natürlich überall reinlesen, ihr könnt euch aber auch den gesamten Kontext von der Band selbst erklären lassen:

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Um die drängendste Frage zu beantworten: yes, it’s a lore. It’s a big one, indeed. Es ist eine gesamte Geschichte rund um den Protagonisten Clancy, die sich seit Blurryface aufbaut und über die Alben Trench (2018) und Scaled And Icy (2021) erstreckt und jetzt endlich, ENDLICH mit Overcompensate weitergeht. Und selbstverständlich kann man die neue Musik auch ohne die Lore genießen und feiern, aber wie viel geiler ist es denn, wenn man jedes noch so kleine Detail auseinandernehmen kann und alles einen Sinn ergibt? So let’s settle back in again, es geht in das abschließende DEMA-Kapitel.

    Wait, what?

    Erster Shot des Videos: das Meer. Sanfte Wellen sollen für den vermeintlich ruhigen Einstieg in das neue Kapitel sorgen, bevor sie von übersteuerten Vocals aus dem Off unterbrochen werden. Auf Deutsch, Französisch und Spanisch wird hier die Zeile „diese kleine unheimliche Insel hat mich zu einer Waffe gemacht“ eingesprochen, Zeilen aus den damaligen Clancy Briefen. Karten aus DEMA werden gezeigt, die Landschaften überflogen. Doch als wäre das nicht genug, droppt nach dem anschließenden „Welcome Back To Trench“ das Key-Riff des Songs und ich fühl mich endlich wieder selbst. Am liebsten würd ich diese aufgestaute Energie selbst aufs Joshs Drumkit auslassen, aber nie sähe ich dabei so sexy aus wie er. Was auch nicht hilft ist, was direkt danach folgt, nämlich die 1:1 eingespielte Bridge aus Bandito, einem Song aus Trench, der nicht nur Fan-Favorite ist, sondern auch Backbone der gesamten Storyline. And I am living for this.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    An dem Punkt bin ich also schon einmal völlig durch mit meinen Nerven. Auch das Musikvideo gibt mir mehr als nur einmal Gänsehaut. Das rote Colorgrading gibt Blurryface Flashbacks und auch die schwarze Farbe auf Tylers Hals und Händen ist zurück. Dann kommt der erste Break nach knapp eineinhalb Minuten. Das „Sahlo Folina“ noch in meinen Ohren wird einmal alles durchgewirbelt und der Song bekommt eine komplett andere Struktur. Grund Nummer 125, warum das meine Lieblingsband ist, nichts wird jemals langweilig! Hab ich mich bis zu diesem Punkt gefragt „warum spielt Josh alleine in dieser Halle Drums und wer sind die ganzen Leute, die drumherum Platz nehmen?“, dann kommt jetzt die Antwort. Mit dem Break öffnet sich die Tür und Tyler als Clancy erscheint, Sturmmaske tief im Gesicht und einer pulsierenden Aura, die ihn umgibt. Ich sitz nicht in diesem Raum, aber auch ich hab die Luft kurz angehalten.

    „I feel like I was just here, same twitchin‘ in my eyes
    Don’t sleep on a boy who can’t fall asleep twice
    In the same night, and won’t hesitate
    To maybe overcompensate“

    How the turntables

    Highlight des gesamten Musikvideos: Tylers Dancemoves. Sie sind Grund 126, warum Twenty One Pilots meine Lieblingsband ist. Grund 127? Joshs Frisur, die im Farbverlauf rote Spitzen hat und nicht nur unfassbar gut aussieht, sondern auch, wie alles andere, perfekt in die Storyline passt. Grund 128: „corazón“ (iykyk).

    Doch was passiert eigentlich? Und was ist davor passiert? Tatsächlich knüpft die Story zu Overcompensate genau dort an, wo sie am Ende des letzten Musikvideos The Outside geendet ist: Clancy ist zwar aus DEMA geflohen, hat aber mit einer wirklich kultigen Choreo Besitz von einem getöteten Bischof ergriffen (wenn euer Gesicht gerade einem Fragezeichen gleich, lest das hier). Das, was ich damals noch als „ein Ritual, mit sehr, sehr, sehr smoothen Moves“ bezeichnet habe, war Clancy, der durch seizing den toten Körpers des Bischoffs Keons kontrolliert hat. Bisher hatten jedoch nur die Bischöfe diese Fähigkeit. Das ändert natürlich so einiges an Machtverhältnissen, und ist auch der Grund, warum Clancy zurück in DEMA ist und ein Auditorium voller Menschen mit

    “If you can’t see, I am Clancy, prodigal son
    Done running, come up with Josh Dun, wanted dead or alive
    So now you pick who you serve, you bow to the masses
    Get kicked to the curb for passin‘ the classes
    Half empty, half full, save half for your taxes
    Then overtake your former self“

    anschreit.

    Die Lore geht weiter

    Clancy ist also erst erfolgreich geflohen und jetzt ist er wieder zurück? Was sich auch mir erst nicht ganz erschließen will, kann nur bedeuten, dass die Rückkehr nicht nur freiwillig ist, sondern auch einen direkten Plan verfolgt. Vielleicht will er die Bischöfe und ganz DEMA von innen stürzen, vielleicht will er selbst an die Macht. Vielleicht, vielleicht, vielleicht – Discord verrennt sich hier in sehr viele, sehr interessante Theorien, die alle vielleicht wahr sind oder werden.

    twenty one pilots, overcompensate, clancy, tyler joseph, josh dun, dema, i am clancy, trench, blurryface

    Wenn DEMA also für das mentale Gefängnis steht, in dem wir uns alle gefangen sehen, wenn Angst, Depression und andere negative Gedanken die Überhand gewinnen, war Blurryface der Startschuss der Geschichte. Trench ging auf die Suche nach Hoffnung, raus aus DEMA und dem Gefängnis, war aber im Endeffekt erfolglos. Scaled And Icy war eine Überkompensierung (ha) der mentalen Dunkelheit und wurde als propagierende Lügen für DEMA eingesetzt. Das neue Album Clancy (!!) mit Leadsingle Overcompensate ist der Weg zurück, ein weiterer Versuch, den Kampf zu gewinnen. Auf welche Weise, und ob das überhaupt geht, das werden wir erst mit den nächsten Singles und dem Albumrelease im Mai erfahren. Lesen wir uns dann wieder?

    “We’re excited to get back into the color red again. Because the goal the whole time was learning how to utilize the thing that we were afraid of and try to win. This is kind of what the story is all about.”
    – Tyler Joseph

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Fotocredit: Ashley Osborne

  • Im Rampenlicht: Fheels in Wolfsburg

    Im Rampenlicht: Fheels in Wolfsburg

    Unser Autor Lukas hat die Hamburger Band Fheels zu einem ihrer Konzerte nach Wolfsburg begleitet. Ein Konzerterlebnis, das seine Perspektive auf unsere Gesellschaft geändert – aber vorrangig einfach Spaß gemacht hat. Eine Band auf dem steilen Weg zum Durchbruch: Zwischen Barriere und Karriere.

    Die Handbremse knarzt als Felix Brückner sie bis zum Anschlag zieht und seinen VW-Bus vor dem Proberaum im Norden Hamburgs parkt. Es ist heiß in der Hansestadt, kein Schietwetter, nur ein paar Wolken spenden Schatten. Ein kleines Podest schmiegt sich surrend an die Schwelle der Seitentür. Mit einer Hand greift Felix nach seinem Rollstuhl hinter sich, gleitet hinein und rollt auf die hydraulische Bühne – nicht die einzige, die er heute befahren wird.    

    Felix ist 34 Jahre alt. Er ist Sänger und Gitarrist der Hamburger Rockband Fheels. Ein Wortspiel aus „Wheels“ und „Feel“. Fühlen kann er seinen Körper brustabwärts seit dem 17. Lebensjahr nicht mehr. Auf einer Klassenfahrt in Tirol stürzte er mit seinem Snowboard abseits der Piste in die Tiefe. Rückenlandung. Notoperation. Querschnittslähmung.

    Welche Rolle spielt der Rollstuhl?

    „Hast du alles?“, fragt Keyboarder Tobias unter der Heckklappe des Tourbusses nebendran, der die Band heute zum Konzert nach Wolfsburg chauffiert. Felix reicht ihm das Nötigste nacheinander an: „Meine Gitarre, meinen Koffer, meinen Duschhocker“, bestätigt er. Samt Rollstuhl hievt ihn Schlagzeuger Justus auf die Kante des Siebensitzers. Jede Handbewegung sitzt, ein Ablauf wie einstudiert. Mit einem Klimmzug am Haltegriff schwingt Felix sich auf die Rückbank.

    Neben Felix, Tobias und Justus ist da auch noch Jonathan, Justus‘ älterer Bruder. Er spielt Bass und wird erst in Wolfsburg dazustoßen. Kennengelernt haben sie sich an der Hamburg School Of Music, da hat es gefunkt, seit 2015 zunächst als Trio. Tobias stieß an den Keys später hinzu. Live unterstützt sie außerdem Gitarrist Florian so oft es geht. „Ich kann mich ohne Gitarre einfach besser bewegen“, sagt Felix auf der Fahrt durch Niedersachsen. Heute ist Florian nicht dabei.

    fheels, wolfsburg, untoldency, reportage, feature, live, rock, alternative, indie, untoldency, jonathan murphy, lukas harth
    Bassist Jonathan beim Auftritt in Wolfsburg.
    fheels, wolfsburg, untoldency, reportage, feature, live, rock, alternative, indie, untoldency, felix brückner, lukas harth
    Felix kurz vor dem Soundcheck.

    Felix‘ Behinderung habe beim Musikmachen zunächst weder bei ihm noch bei seinen Kollegen eine Rolle gespielt. „Ein Rollstuhl sollte nicht mehr Beachtung finden als eine Brille“, sagt Felix. Die Gefahr, zur Attraktion zu werden, bestehe allerdings schon. „Es kommt natürlich immer darauf an, für was wir Aufmerksamkeit bekommen. Wir möchten sie für unsere Musik, nicht für meine Querschnittslähmung.“ Seine Augen jagen der Landschaft hinter dem Fenster nach. „Trotzdem haben wir als inklusive Band auch einen Auftrag, den wir wahrnehmen wollen. Aber richtig aktiv sind wir erst vor ein paar Jahren geworden.“

    In puncto Gleichberechtigung engagiert ist Felix schon unter anderem in der „Initiative Barrierefrei Feiern“. Inklusionsexpert*innen wie er geben dort Workshops für Veranstalter*innen und bieten ihre Expertise zu Themen wie Barrierefreiheit, Inklusion und Awareness an. „Wenn wir auch als Band zeigen, was alles möglich ist, können wir Menschen im Publikum vielleicht von einer neuen Perspektive überzeugen.“

    Gut zugänglich

    Virtuose Songstrukturen und dicke Riffs helfen Fheels bei der Überzeugungsarbeit. Auf ihrem 2022 erschienenen Debütalbum „Lotus“ verknüpfen sie traditionelle Rockmusik mit modernen Arrangements, technisch auf Topniveau und hochwertig ausproduziert. Das klingt mal nach Radiohead, mal nach Queens of the Stone Age oder den Foo Fighters in ihren fetten Jahren. Dabei verlieren sie vor allem eines nicht aus den Augen: die Eingängigkeit ihrer Songs, die sie bei aller Liebe für Details und unvorhersehbare Abzweigungen der Abläufe gewissermaßen barrierefrei und zugänglich halten. Besonders Songs wie „Mr. Elephant“ oder „Pieces“ haben es dadurch sehr leicht, die Hirnwindungen durch den Gehörgang zu betreten. Und da bleiben sie dann erst einmal.

    fheels, wolfsburg, untoldency, reportage, feature, live, rock, alternative, indie, untoldency, hallenbad wolfsburg, by lukas harth
    Das ehemalige Hallenbad in Wolfsburg.

    Tobias parkt den Tourbus. Das „Hallenbad“ in Wolfsburg liegt neben Wettbüros und Nagelstudios mitten in der Stadt: Ein stillgelegtes Schwimmbad, zur Kulturstätte umgebaut. Hier, im sonst eher kargen Wolfsburg, wirkt die Location ein bisschen wie eine Oase. Bassist Jonathan wartet schon. „Na, kommst du gar nicht raus?“, begrüßt er Felix mit einem frechen Lächeln an der Seitentür. „Rette mich, holder Ritter!“, scherzt der Frontmann zurück, während sie sich zur Begrüßung umarmen.

    Es dauert keine zwei Minuten, da eskortiert eine Veranstalterin Felix bereits zum Aufzug. „Klar, Felix hilft mal wieder nicht beim Ausladen“, stichelt sein Bandkollege. Felix wirft ihm eine Kusshand zu, bevor er hinter der Tür des Lifts verschwindet. „Typisch Sänger!“, ruft ihm Jonathan hinterher.

    So lang wie ein Volleyballfeld

    Für Menschen mit Behinderung ist das Konzert heute Abend gut zu erreichen. Das ist Fheels besonders wichtig. Ein Veranstaltungsbesuch muss bei Um- und Neubauten von Kultureinrichtungen in Deutschland eigentlich barrierefrei möglich sein. Das gilt für Besucher*innen – barrierefreie Bühnen seien aber die absolute Seltenheit. „Diese Hürden machen Menschen mit Behinderung im Kulturbereich unsichtbar“, beginnt Felix und blickt zur Bühne hoch. „Aber wir als Band können es uns auch nicht leisten, deswegen Konzerte abzusagen. Dann würden wir gar nicht mehr spielen.“

    Im Saal hat sich mittlerweile der gesamte Inhalt des Tourbusses breitgemacht. Der Haufen aus Kabeln, Trommeln und Gitarrenkoffern erinnert an ein chaotisches Kinderzimmer. „Wir haben dir extra eine Rampe an die Bühne gestellt“, ruft einer der Tontechniker. Felix inspiziert die Anderthalb-Meter-Schanze aus Aluminium, die an der Bühnenkante aufliegt.

    fheels, wolfsburg, untoldency, reportage, feature, live, rock, alternative, indie, untoldency, felix brückner, lukas harth
    Fheels beim Aufbau ihrer Backline. Rechts die Rampe aus Aluminium.

    Er lächelt. „Das ist lieb. Aber könntet ihr mich bitte trotzdem hochtragen?“ Bei einer hüfthohen Bühne müsste die Rampe etwa 18 Meter messen, so lang wie ein Volleyballfeld. Nur dann käme Felix aus eigener Kraft hinauf. „Ach, die Jungs heben mich auf fast alle Bühnen“, sagt er und winkt routiniert ab. Mit einem „Hau-Ruck“ ist er oben, seine Gitarre auf dem Schoß, bereit für den Soundcheck.

    Showdown

    Kurz vor dem Auftritt umrundet Felix bereits zum dritten Mal den Tisch im Backstage-Raum. Eigentlich wollte er sich ausruhen, mit niemandem sprechen. Jetzt redet er unentwegt und blubbert ab und zu Luft durch einen Strohhalm in sein Wasserglas: Warm-Up für Stimmlippen und Zwerchfell, eine Stunde Singen will gut vorbereitet sein. „Noch fünf Minuten!“, meldet die Veranstalterin auf dem Flur. Felix, Tobias, Jonathan und Justus machen sich bereit, die Kopfhörer ihrer In-Ear-Systeme im Ohr. In einem Kreis umarmt Felix seine Kollegen, klopft ihnen auf Rücken und Hüfte. Ein letztes Mal vor der Show spricht er ihnen Mut zu, bevor er mit ihnen ins Rampenlicht rollt: „Hals- und Beinbruch, Jungs!“

    fheels, wolfsburg, untoldency, reportage, feature, live, rock, alternative, indie, untoldency, felix brückner, lukas harth
    Tobias (l.) und Felix bei Konzertbeginn.

    Mit dem Rücken zum Publikum gedreht, spielt Felix das Intro von „Sharp Dressed Animal“ auf seiner E-Gitarre. Ein Zucken fährt durch die Zuschauer*innen, als die Band mit zwei Hits unisono einsetzt, das Licht brennt im Takt dazu auf. Es ist laut. Der Sound sitzt. Immer mehr Menschen im Raum lockern ihre Gliedmaßen und tanzen – der Funke springt über, nicht zuletzt wegen Felix‘ sympathischen Ansagen. Dabei ist er nicht der geborene Frontmann, wie er im Vorfeld erzählt, keine Rampensau. Er sei da reingewachsen.

    Nicht nur die Songs des aktuellen Albums funktionieren live, „Toyboy“ von ihrer 2017 erschienenen EP „Traveller“ klingt sogar besser als auf der Aufnahme. Alle Musiker auf der Bühne sind synchronisiert auf das Uhrwerk im Hintergrund: Justus, der mit seinem dynamischen Schlagzeug den Saal zum Schaukeln bringt. „Toyboy“ fetzt, die Off-Beat-Einsätze von Tobias‘ Orgel und Felix‘ Gitarre passen wie angegossen auf das Bassriff von Jonathan und machen den Song zu einem Highlight des Abends, der alle noch so schüchternen Fans auftaut. Gehen lassen möchte hier Fheels heute eigentlich niemand mehr. Der Schlussakkord hallt noch nach, die Menge dankt mit Jubel und Applaus und Felix rollt noch einmal ans Mikrofon: „Wenn ihr eine Zugabe wollt, müsst ihr schon ein bisschen lauter schreien, bevor es zu spät ist. Noch einmal tragen mich die Jungs nicht die Bühne hoch!“

    Wer Lust bekommen hat, Fheels auch einmal live zu erleben: Am 01.12.2023 spielt die Band in der Hebebühne in Hamburg. Bis dahin hier ein musikalischer Vorgeschmack:

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Fotocredit: Lukas Harth