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  • Leifs Jahresrückblick: Viele erste Male

    Leifs Jahresrückblick: Viele erste Male


    Mitten in der Adventszeit befindend, geht es mit rasanten Schritten auf die Feiertage zu. Tatsächlich scheint sogar der Winter ausnahmsweise dann einzubrechen, wann man es eigentlich erwarten könnte, und zeichnet somit das perfekte Bühnenbild für die besinnliche Zeit. Draußen ist es kalt geworden, die hellen Stunden kann man beinahe an einer Hand abzählen, während sich so langsam im Innern eine kuschelige Wärme mit Kerzenschein und Nadelholzgeruch breit macht. Am Ende jeden Jahres setzt man sich dann meistens zur Ruhe und lässt jenes traditionell sehr gern Revue passieren.

    Viele Umstände laden in dieser Zeit ja sowieso dazu ein, wie zum Beispiel ein von Jahresrückblicken überladenes Fernsehprogramm oder die zahlreichen Weihnachtsfeiern und Familientreffen. Auch bei untoldency ist es mittlerweile Tradition, persönlich Inventur zu machen und eine Bilanz aus dem fast vollendeten Musikjahr zu ziehen. Als Universalwerkzeug dafür hilft der Spotify Jahresrückblick ungemein. Allerdings ist es bei mir in diesem Jahr nicht ganz so einfach.

    Prokrastination auf Spotify

    Zugegeben, ich bin ein Weihnachtsmensch. Seit Mitte November schon höre ich fast ausschließlich Weihnachtsmusik und romantisiere alles im Sinne des klassischen Weihnachtsfiebers. Ich weiß, alles viel zu früh und so weiter, aber ich kann gar nicht anders. Jedes Jahr klammere ich mich erneut an die Adventszeit und die Feiertage – für mich die tatsächlich schönste Zeit des Jahres. Deshalb ist es auch so schwer für mich herauszukramen, was sich vor der aktuellen Mischung aus Bravo Rock Christmas und anderen Weihnachtsklassikern in meinen Gehörgang eingeschlichen hat.

    Es soll in meinem Jahresrückblick gar nicht unbedingt um Lieblingstracks und Neuentdeckungen, bzw. Hörgewohnheiten insgesamt gehen. Zumal wäre das bei mir ohnehin schwierig festzuhalten, da ich mein Spotify Profil verhältnismäßig wenig genutzt habe und es noch nie so unaufgeräumt und unvollständig war, wie jetzt. Das muss ich unbedingt in einem Frühjahrsputz in 2023 ändern, aber as I said: jetzt ist erstmal Weihnachten. Meine Inkonsequenz bezüglich Spotify hat sich letzten Endes also darin geäußert, dass ich bei anderen „geschnorrt“ habe. Also müsste eigentlich mein Umfeld diesen Rückblick schreiben.

    Mein erstes Interview

    Am meisten musikalisch geprägt hat mich dieses Jahr, dass ich ein Teil von untoldency bin! Das ist zwar wenig überraschend und etwas cringe, wenn ich das so sage, aber an dieser Stelle geht ein fettes Dankeschön an alle aus dem Magazin raus. Zum zweiten Geburtstag finde ich es angebracht, uns auch mal selbst zu feiern. In 2022 war ich für und mit untoldency auf zahlreichen Konzerten und erstmalig Festivals und durfte viele Künstler*innen kennenlernen, einige auch persönlich.

    Zu meinen diesjährigen Highlights gehören das Reeperbahn Festival, das KiezKultur Festival und die Acoustics Concerts. Mit letzterem fange ich einfach mal in der chronologischen Reihenfolge an, denn als untoldency in diesem Sommer die Acoustics Concerts präsentiert hat, habe ich mein erstes Interview jemals geführt. Wie es bei vielen (vermutlich den meisten) Interviews der letzten beiden Jahre der Fall war, so hat auch dieses online per Videocall stattgefunden. Das war zwar sehr schade und auf den ersten Blick vielleicht etwas unspektakulär, so konnte ich aber auf jeden Fall besser mit meiner enormen Aufgeregtheit umgehen.

    Dass das Interview nicht face-to-face stattgefunden hat, lag übrigens nicht vorrangig an Corona-Regulierungen, sondern daran, dass mein Call einmal über den Teich bis ins Vereinigte Königreich zum britischen Sänger Rhodes ging. Dementsprechend war das Interview also auf Englisch (bin echt fast geplatzt vor Aufregung!!). Alles in allem war es aber ein richtig schönes und unbeschwertes Interview, was ihr hier noch einmal nachlesen könnt. Hinterher konnte ich Rhodes auf einem der Konzerte treffen und die fehlende Präsenz vom Videocall nachholen.

    Mein erstes Festival

    Weiter geht es mit den Festivals, zu denen mich untoldency dieses Jahr geführt hat. Auf der Liste steht einerseits das Reeperbahn Festival 2022 in Hamburg und das KiezKultur Festival 2022 in Hannover. Beide waren eine unfassbar schöne Erfahrung und so ein bisschen schien es so, als sei das eine die ganz kleine Schwester vom anderen gewesen. So zeigten sich auch gewissen Parallelen, die sich unter anderem in Punkten des Line-Ups widerspiegeln.

    Für mich steht der Luke Noa Gig im Drafthouse mit Band definitiv im Mittelpunkt meiner positiven Erinnerungen vom RBF 22. Ihn hat man mit ein wenig Unterstützung von Bilbao-Sänger Leon ebenfalls auf dem Kiez Kultur hören können. Speaking of Bilbao: Sie waren für mich der Opener beim RBF 22. Nicht nur beschränkt auf die genannten Acts, haben beide Festivals unheimlich Spaß gemacht und waren wichtige Schnittstellen für die deutsche Musikszene – also sehr zu empfehlen.

    Um den Kreis jetzt zu schließen, erzähle ich Euch noch ganz kurz von meinem letzten Konzert für dieses Jahr. Vor wenigen Tagen fanden in Hamburg die POP Seasons mit Luke Noa, Willow Parlo und Lemony Rug (ja, das Soloprojekt des obengenannten Bilbao-Sängers) in der traumhaft ausgeleuchteten Kulisse der Christianskirche Altona statt. Das Line-Up hat mich dabei aus offensichtlichen Gründen an meine beiden Festival Highlights erinnert und war ein krönender Abschluss meines Musikjahres 2022 mit den vielen ersten Malen.

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    Die gemeinsame Single „Hello Sunshine“ von Luke Noa und Lemony Rug erschien am 27.09.2022

    Bis nächstes Jahr

    Im Hier und Jetzt beschränkt sich mein musikalischer Kosmos ja wie gesagt nur noch auf Weihnachtsmusik. Daher gibt es von mir auch keine Playlist als Rückblick, sondern eine Playlist, die auf meinem Lieblings-Compilations-Weihnachtsalbum basiert. Ich sag Euch, das Ding läuft bei mir jedes Jahr für fast zwei Monate in Dauerschleife. Es bleibt mir also nun nichts anderes übrig, als die Playlist zu verlinken und Euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2023 zu wünschen. Wir sehen, hören und lesen uns im Januar wieder!

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  • Laras Jahresrückblick: zweitausendeinundzwanzig vol. 2

    Laras Jahresrückblick: zweitausendeinundzwanzig vol. 2

    Wie sollte man einen Jahresrückblick anders beginnen als mit einem oh nein, wie kann es schon wieder Dezember sein? Ich glaube anders geht das gar nicht. Ich habe auch ehrlich keine Lust auf die Kälte und wünsche mir von Herzen ein paar mehr Sonnenstunden am Tag. Glücklicherweise bin ich sehr gut darin Dinge zu verdrängen, so hänge ich nämlich noch etwas im Sommer fest. Es fühlt sich für mich eh noch so an, als hätte der Herbst gerade erst angefangen. I need to get over it, und das werde ich auch bestimmt. Außerdem ist die Hälfte des Winters schon fast geschafft. Ich muss nur fest genug dran glauben, dass es bald wieder wärmer wird. 

    Genug beklagt, jetzt gehts endlich zur Sache. Ich hatte ehrlich gesagt ein paar Bammel an den Gedanken an meinen Jahresrückblick, obwohl mir das Schreiben des letztens wirklich viel Freude bereitet hat. Meine Befürchtung war/ist nur, dass ich mich inhaltlich zu stark wiederholen werde. Denn, wie eben schon dezent erwähnt, ging das Jahr viel zu schnell um und vom Gefühl her, vibe ich immer noch zu 1 zu 1 denselben Songs wie letztes Jahr. Immer noch New Wave, immer noch Doomer YouTube Playlists. Ich höre dasselbe Lied immer noch stundenlang auf Dauerschleife. Aber da ich mir fest vorgenommen habe, mich eben nicht die ganze Zeit zu wiederholen, gibt es die Artists von denen ich letztes Jahr schon geschwärmt habe, nur in der Playlist. Es ist übrigens für jede Person, die das hier liest Pflicht, meine Playlist zum Jahresrückblick zu hören. Ich meine es ernst!

    Spotify hat mich glücklicherweise aber auch eines Besseren belehrt und mir gezeigt, dass doch einige andere Songs und Artists dazu gekommen sind. Wrapped hat mich wieder einmal gerettet und mir sowohl die Reflexion des vergangenen Jahres, als auch das Schreiben dieses Artikels um einiges erleichtert. Anscheinend bin ich doch nicht komplett stucked im letzten Jahr, tatsächlich gibt es doch mehr Neues als ich erwartet hätte.


    Liebstes Alles

    Beginnen wir einfach mal mit meinem unangefochtenen Favoriten. maxgabriel schlägt in den Kategorien liebste EP, liebster Song und liebster Artist alle Mitstreitenden. Dabei hat er erst drei Songs veröffentlicht. Diese nennen sich Maskerade, Vierte Art und Ritual. Diese bilden eben auch die EP mit dem Namen Håp. Laut Google Norwegisch?? Für Hoffnung. Und surprise, die EP passt natürlich bestens in die Neue Neue Welle/ Doomer Playlists Schublade. Lieben wir! Wie ein Artist mit nur drei Songs auch schon gleich mein liebster sein kann, weiß ich auch noch nicht genau. Aber diese drei Lieder haben es mir einfach nur unendlich angetan. Wenn ich einen Favoriten heraussuchen müsste, wäre es wohl ganz knapp vierte Art. Einfach, weil die Lyrics hier nochmal besonders gut sind. maxgabriel gehört zu den Artists, die ich all meinen Freund:innen und Bekannten stets Versuche aufzuzwingen, weil mir einfach unerklärlich ist, wieso die Songs noch so wenig Aufmerksamkeit bekommen. Aber ich habe Håp, (sorry bad joke ik) dass sich das bald ändern wird. 

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    Verloren im Flugzeug

    Eine weitere EP, die es mir angetan hat, ist die Klinge EP von Temmis. Dass diese erst vor zwei Wochen erschienen ist, berechtigt sie nicht weniger dazu, auf meiner Top-Liste zu sein. Auch hier heißt es wieder: Neue Neue Welle vom Feinsten. Am Releasetag habe ich mir extra die EP herunterladen wollen, damit ich sie während meines Fluges hören kann. Allerdings hat mir Spotify schön einen Strich durch die Rechnung gemacht und -warum auch immer-, nur den Song Verloren wie ich (Pt.1) gedownloadet. Was soll ich sagen, ich habe dann drei Stunden lang denselben Song gehört und bin ihn tatsächlich immer noch nicht satt. 

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    So happy

    Wenn wir versuchen, der New Wave Bubble zu entfliehen, stoßen wir auf Mavi Phoenix und sein Album Marlon. Das habe ich Anfang des Jahres nämlich auch ordentlich gepumpt. Auch hier muss ich sagen, dass mir einfach alles daran gefällt. Sei es vom Aufbau des Albums, die Lyrics oder die einzelnen Songs an sich. Ich liebs einfach wirklich sehr. Meine Favoriten hier sind F Song, So happy Im useless und Nothing good

    Auf Konzerten war ich dieses Jahr natürlich auch ein paar, allerdings auf nicht so vielen wie ich gerne gewesen wäre. Ausserdem hatte ich dieses Jahr irgendwie ein großes Talent dafür, aus den dümmsten Gründen überhaupt zu spät auf Konzerte zu kommen. Ein Grund war zum Beispiel, dass meine Begleitung und ich (auch nicht mehr ganz nüchtern) zwar in der richtigen Location, allerdings im falschen Raum, auf der falschen Party gelandet sind. Aber da war es auch ganz schön. Ausserdem haben wir den letzten Act des eigentlichen Konzertes dann zufällig doch noch gesehen. Ich heule immer noch vor Lachen. 

    Ausserdem war ich dieses Jahr noch beim Stadt ohne Meer Festival in Gießen, was an sich eigentlich auch ganz süß war. Allerdings habe ich aufgrund fehlender Moneten einen Tag am Einlass gearbeitet, damit ich am zweiten Festivaltag „freien“ Eintritt bekomme. Was soll ich machen, das mache ich nicht nochmal, lol. Ich durfte einen ganzen Tag Festivalbändchen mit dieser doofen Zange zuknipsen und hatte noch eine Woche später Muskelkater. Aber sonst war das Festival wie immer toll, Liebe an das SoM!

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  • Evelin und die emotionale Fahrt in die Sehnsucht

    Evelin und die emotionale Fahrt in die Sehnsucht

    Ich muss ehrlich sein, als ich so an meinen Jahresrückblick gedacht habe und worüber ich schreiben möchte, war ich massiv überfordert. Ich habe das ganze Jahr so viel Musik gehört, um genau zu sein 80.586 Minuten laut Spotify, da sind fast 2 Monate durchgehend. Aber was ist eigentlich hängengeblieben?

    Mein Goldfischgedächtnis konnte mir da nicht so wirklich weiterhelfen. Mein Spotify Wrapped schon eher. Bevor ich dazu komme… Shoutout an mein How Bad Is Your Streaming Music? Roundup. Wenn jemand weiß, was mir das sagen soll, hit me up.

    Jedenfalls habe ich dieses Jahr sehr viel neue Musik gehört, deshalb die Verwirrung. Ich habe auch kurz eine Ausfahrt Richtung K-Pop gemacht, bin dann aber auch schon wieder auf der Indie-Schnellstraße gelandet. Deshalb dachte ich mir, leite ich euch einfach durch die Songs durch, die ich in bestimmten Situationen und Gefühlslagen rauf und runter gehört habe. Eine Reise durch Sehnsuchtsgefühle, Flucht und Loslassen. Neuentdeckungen, meine persönlichen Dauerbrenner, es ist alles dabei. So, here we go!



    Ich, wie ich auf den verregneten Asphalt starre

    Lasst uns die Lieder, die das wohl unangenehmste Gefühl auslösen, gleich hinter uns bringen: die Depri-Songs… Lieben wir es nicht alle, ab und an in ein wenig Selbstmitleid zu planschen? Ich jedenfalls zu oft, obwohl das wahrscheinlich mehr Selbstsabotage als Wohlsein fördert.

    Gerade als ich den Text hier so schreibe, höre ich durch meine selbst zusammengestellte Jahresrückblick Playlist und der erste Song der spielt ist Long Way Off von Sam Fender. Ich bin mir zu 100 % sicher, dass ich von diesem Intro nie gelangweilt sein werde, egal wie oft ich es auch höre. Obwohl das Album Seventeen Going Under nicht allzu lang her erschienen ist, hab ich diesen Song so oft gespielt, dass es fürs ganze Jahr reicht, um in meinem Spotify Wrapped seinen festen Platz zu bekommen.

    Zwar keine Neuentdeckung dieses Jahres, aber genauso geht es mir mit Schmyt und Poseidon. Der mit Abstand geilste Schmyt-Song für mich. Er schafft es, eine ganze Welt mithilfe von gelungenen Metaphern und der im wahrsten Sinne des Wortes tiefen Melodie zu schaffen. Die Thematik des Songs wiegt sehr schwer und trotzdem kann man sich nur darin verlieben. Und in diesem Sinne darf ich hier auf keinen Fall die tolle Novaa vergessen. Mit ihrem Talent, schwermütige Themen mit ihrer sanften Stimme, so wunderschön wie keiner es kann, zu verpacken, hat sie sich dieses Jahr schnell einen Platz bei meinen Lieblings-Künstler:innen gesichert. An dieser Stelle: Hört euch bitte This Ain’t Your Home an. Ein unfassbar wichtiger Song und wie schön ist bitte dieses Artwork?!

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    In dieser Auswahl finden sich die meisten Schätze, die ich dieses Jahr neu entdeckt habe: u. a. School of X mit seiner unverkennbaren Stimme,. Tilman, die Newcomer-Band aus der Nähe meiner Heimat mit den poetischen Texten. NIGHT FLIGHT mit ihrer subtilen Mystik und viele mehr.


    Ich, wie die Sonne meinen aus dem Auto gestreckten Arm streicht 

    Mit Sicherheit möchten die meisten von uns aus der momentanen Situation entfliehen. Da wünsche ich mir, dass Paralleluniversen tatsächlich existieren. Oder wenn sie das tun, dann möchte ich bitte ein Reiseticket reservieren. In der Zwischenzeit habe ich hier ein paar Songs für euch, die eure Reiselust noch schlimmer machen. Ich entschuldige mich hiermit für alle Frustration und Sehnsucht, die ich damit erwecke. Aber es sind nun mal richtig gute Songs 😀

    Für Ben Howard habe ich schon immer viel Liebe übrig, aber das diesjährige Album Collections From The Whiteout hat mich wirklich begeistert. Meine Liebeserklärung bekommt ihr hier nochmal zu lesen. Aber besonders hat es mir Rookery angetan. So leicht und beflügelt der Song klingt, kann man nur dahinschmelzen. Wenn’s doch etwas mehr Energie sein soll, rate ich euch ganz stark an, The Pressure von VARLEY in eure Roadtrip Playlist aufzunehmen. Obwohl jeder andere Song von der Band aus Berlin da auch perfekt reinpasst.

    Zu meiner größten Neuentdeckung dieses Jahr: Die russische Band Увула. So gut wie jeder Song begeistert mich hier, aber für einen lauen Sommerabend mit einer guten Menge Wein und hurbeligen Gewippe ist Увидел другой der perfekte Soundtrack. Shoutout geht an Dascha raus, durch die ich die zweite Hälfte des Jahres Russian New Wave für mich entdeckt habe. Nicht nur musikalisch geil, sondern auch für mein mehr als eingefrorenes Russisch. Mama wäre stolz 😀

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    Ich wie ich meinem Teenager-Ich nach London folge

    Dieser emotionale Abschnitt schließt direkt weiter an die Reisesehnsucht an. Hier steht eine Band ganz besonders im Mittelpunkt. Nämlich ISLAND. Die britische Band kann seit diesem Jahr mein Herz voll und ganz ihr Eigen nennen. Ich habe schon in meinem Interview mit den Jungs von meiner Liebe zur Musik geschwärmt. Deshalb halte ich mich hier mal zurück und rate euch an, einfach mal durch die komplette Diskografie zu hören. Meine Jahresrückblicks-Playlist könnte auch nur aus ISLAND (und FIBEL) bestehen, aber hier ein paar meiner Favourites: God Forgive, All in My Head, The Day I Die und Try. Als offizieller Ambassador der Band (I wish lol): hört euch die Songs an, ihr werdet es sicher nicht bereuen. Trust me. Zwei weitere Favourites aus der UK, die dasselbe Gefühl in mir wecken, sind die Newcomer FLOWVERS und die immer bezaubernd bleibenden Her’s.


    Ich, wie meine Nachbarn sich über meine Solo-Tanzabende beschweren

    Wer dank TikTok seine Zubettgehzeit immer weiter nach hinten verlagert, dem wird der folgende Song wahrscheinlich bei jedem 3. Video entgegen gekommen sein. Wie oft ich schon zu Cloud 9 von Beach Bunny in meiner Küche wild herumgesprungen bin, kann ich schon gar nicht mehr zählen. Geht aber ja auch nirgends anders gerade 🙁 Als nächstes auf meiner Solo-Kochparty läuft talk to me von der Newcomer-Band UMBER aus Ravensburg. Während ich sehnsüchtig auf mehr von den Jungs warte, nerve ich halt mit diesem Song meine Nachbarn mit meinem Gehüpfe. “Noch eine Newcomerin!” – Kommt sofort! IUMA hab ich durch das c/o pop dieses Jahr entdeckt. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nur drei veröffentlichte Songs, die aber alle Ohrwurm-Potenzial haben. Spiel war bei mir das Jahr über auf Repeat. Ein voll und ganz gelungener runder tanzbarer Banger.

    Mehr Songs zum Abdancen oder trancigen Abdriften, über die es bereits in anderen Artikeln von mir viel zu lesen gab, aber die immer noch übertrieben geil sind: cbb to be sad von IDER, You’re The One von LAUREL und Burning Hour von Jadu Heart.


    Ich, wie ich meiner Post-Hardcore Zeit nachsehe

    Es überrascht mich selbst, aber ich wurde als gequälter Teenager vom Post-Hardcore verschluckt and I regret every single second of it. Na ja, vielleicht nicht jede 😀 Ich bin zwar dieses Jahr nicht zu meinen Pseudo-Emo-Roots zurückgekehrt, habe mich aber wenigstens wieder ins Planschbecken getraut. Für die, die ihrer Emo-Mucke aus der Teenager-Zeit einen hochwertigeren Anstrich verpassen wollen, gibt euch auf jeden Fall Cleopatrick und Nobody Wants You von Junodream. Außerdem geballert habe ich Control von Mannequin Pussy, um die Wiener-Party besonders in diesem Bereich mal zu crashen.


    Ich, wie ich bei tropischer Hitze am Strand das Leben genieße
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    Neben all dem tollen Indie, den ich Tag ein Tag aus höre, hab ich auch wahnsinnig viel für R’n’B und Neo-Soul übrig. In meinen Girl Crush Jorja Smith bin ich ja eh schon Jahre verliebt und das Album Be Right Back hat daran auch nichts geändert. Meine Neuentdeckung dieses Jahr war aber die dominikanisch-italienische Sängerin YEИDRY. Gerade als ich Spotify gecheckt habe, merke ich aber, dass ich etwas spät zur Party erschienen bin. Denn die Gute hören schon über zwei Millionen Menschen.



    Ich, wie ich versuche, cooler zu sein als ich es tatsächlich bin

    Wenn ich mich mal richtig edgy fühlen will, hör ich mir neben Russian New Wave eine meiner deutschen Lieblingsbands an: FIBEL (eine Träne fällt oder auch 27). Die ganze Avatar EP ist eine Eins plus mit Sternchen. Aber der Song, der bei mir in Dauerschleife lief, war wohl Zukunft. Dieselben Badass-Vibes gibt mir die Schweizer-Newcomerin LEILA mit Gun To My Head und Verifiziert mit Butterflies.


    Ich, wie ich mich auf der nächsten Hausparty blamiere

    In dem Bereich gab’s ja dieses Jahr nicht so viel Action, deshalb hier meine Ode an weirde Hauspartys, die so ausarten, dass man ¾ der Personen nicht kennt und keiner so genau weiß, was er hier eigentlich macht. Dance in Room Song von Sipper hat das Konzept voll und ganz verstanden. Zu Blade Runner von einer meiner Lieblings-Neuentdeckungen Supergold irre ich dann durch die Gänge des mir fremden Hauses und suche panisch meine Freund:innen, weil ich zu socially awkward bin und lieber bedröppelt an meinen Drink schlürfe als zu socializen. Sobald der Aperol dann aber kickt, mache ich meine Augen zu und lass zu когда? von источник komplett los.


    So viel zu meiner chaotischen emotionalen Reise in 2021. Natürlich gibt es da noch mehr, wo das herkommt. Wer meine mentalen Zustände genauso nacherleben will, hört sich meinen untold Jahresrückblick 2021 der Reihenfolge nach an. Und wer kein Fan von Ordnung ist, dann ist die Zufallswiedergabe the way to go 😉

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  • Das Tagebuch einer zwiegespaltenen Indie-Seele: Annas Jahresrückblick

    Das Tagebuch einer zwiegespaltenen Indie-Seele: Annas Jahresrückblick

    Liebes Tagebuch,

    Ich hoffe du nimmst es mir nicht übel, dass ich dir dieses Jahr wieder so wenig geschrieben habe. Das ist nicht wieder aufzuholen. Das ist mir bewusst. Aber ich nehme dich jetzt mal mit auf den Versuch meine wirren Gedanken über das musikalische Jahr 2021 zu sortieren. Denn dieses Jahr ist da so einiges passiert und auch doch wieder nicht. Spoiler alert: Meine deutsche Indie-Rock Seele wurde dieses Jahr so einige Male auf die Probe gestellt. Ich habe nicht nur in den verschiedensten Sprachen gestreamt, sondern auch die Komfort-Zone meiner heißtgeliebten Indie Bubble verlassen und mich durch indonesischen Post Punk, deutschem Hip Hop, russischen New Wave und kitschen Scandi-Pop probiert.

    Ich habe mir unter meinen Freunden mittlerweile den Status des „speziellen aber guten Musikgeschmack’s“ angelacht. Positiv: Ich kann, ohne regelmäßig Hass abzubekommen, über Ed Sheeran, Robin Schulz und Felix Jaehn, oder wie auch immer all diese Platzhüter:innen der deutschen Charts heißen, ablästern. Negativ: Meine Euphorie über die Neuentdeckung einer Indie Band kann ich meist nur mit mir selbst teilen. Lösung des Problems: Ich bin seit Juni Teil des untoldency-Teams mit 18 weiteren Musik-Nerds, die ähnlich nischige Musikvorlieben haben wie ich.

    Ich habe ein Problem und das nennt sich Indie Rock

    Ich beginne mal mit einer Band, die mich seit 2013 treu begleitet: The Neighbourhood. Laut Spotify Wrapped 2021 ist die Band auf Platz 1 meiner meistgehörten Artists. Das hat mich ehrlich gesagt dieses Jahr zum ersten Mal etwas überrascht, weil ich gar nicht das Gefühl hatte, sie dieses Jahr so sehr gesuchtet zu haben wie sonst. Zudem hat die Band dieses Jahr mit „Fallen Star“ nur eine Single veröffentlicht. Aber gut, wahrscheinlich höre ich The Neighbourhood schon unbewusst im Schlaf und brabble die Texte zu „Prey“ oder „Void“ vor mich hin. Das 2015er-Album „Wiped Out“ bleibt auf jeden Fall unangefochten auf meiner Nummer 1 der Komfort-Alben, von denen ich nie genug bekommen kann, was natürlich nicht heißt, dass ich die anderen Alben nicht genauso sehr feiere.

    Unimportant fact on the side: Wusstest ihr, dass Devon Lee Carlson, die Freundin von Jesse, dem Frontsänger von The Neighbourhood, das Styling für Olivia Rodrigo’sgood 4 u“ Video übernommen hat? Jetzt wisst ihr es. Ich bin nicht nur ein großer Fan des Stylings in den Musikvideos von Olivia Rodrigo, sondern auch der Songs. An „sour“ kam wohl dieses Jahr keiner so wirklich vorbei und auch ich wurde von dem Hype heimgesucht. Irgendwie schafft Olivia es, mich wieder in meine Teenie-Jahre zurückzuversetzen, sodass ich die Zeilen „I’m so sick of 17, where’s my fucking teenage dream?“ in „brutal“ fühle als wäre ich selbst 17 (haha, schön wär‘s). Vermutlich sind es die Paramore-Vibes und punkigen Rockelemente, die man ja sonst in den globalen Charts vergeblich sucht, die es mir so angetan haben. Wenn eine 18-jährige also dieses Jahr die Wiedergeburt eines Sounds zwischen Taylor Swift, Paramore und Avril Lavigne angestoßen hat, dann bin ich sehr bereit für alles, was 2022 kommt.

    Selbstverschriebene Frauenquote
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    Das passt sowieso perfekt in meinen Vorsatz die Frauenquote meiner Playlists zu erhöhen. Vor allem im Indie Rock und Post-Punk fehlt mir oft noch die Frauenpower. Sanfte weibliche Stimmen, die zu gefühlvollen Balladen und entspannten Soul-Pop Beats singen fallen mir hingegen direkt ein. Arlo Parks, THALA, Amilli, Lorde und Holly Humberstone sind Künstlerinnen, die mir da sofort in den Sinn kommen. Mir ist dieses Jahr auch erst so richtig bewusst geworden, wie stark meine Playlists durch männliche Indie Bands dominiert sind. In meinen Spotify Top 100 Songs 2021 befinden sich schwache 23 Songs mit weiblichen Stimmen. Meine Forderung an mich selbst lautet also: Mehr Diversity im Spotify-Algorithmus!

    Ein Kategoriensystem zur Klassifizierung meines Musikgeschmacks, weil ich Listen liebe

    Beim Zusammenstellen der Playlist ist mir aufgefallen, dass es bestimmte Kriterien gibt für meine Top Songs 2021, die sich wie ein roter Faden durch die Playlist ziehen. Deswegen liste ich sie hier einmal auf:

    1. Ich muss ihn lauthals mitkreischen können während ich versuche in meinem Zimmer alleine ein Moshpit nachzustellen. Liebe Grüße an meinen Nachbarn im Erdgeschoss!
      Dazu eigenen sich besonders gut „Taximann“ von Schmyt, „Gras“ von Van Holzen und „brutal“ von Olivia Rodrigo

    2. The Lyrics hit differently.
      Texte, die ich zum Beispiel sehr fühle sind „Halt“ von Goldroger, „diditagain“ von THALA und „1119“ von Edwin Rosen

    3. Ich verbinde den Song mit einer bestimmten Situation.
      Schöne Erinnerungen bringen bei mir folgende Songs hervor. „ich mags“ von JEREMIAS teleportiert mich direkt wieder in den Sommer zurück. Ich liege in der Hängematte direkt an einem See in der Nähe von Göteborg. Ich lese ein Buch in der Sonne und ab und zu gehe ich mit Freunden zur Abkühlung im See schwimmen. Das funktioniert ähnlich gut mit „ocean view“ von easy life. Diesmal sitze ich allerdings am Pier in Saltholmen, dem Fährterminal in Göteborg, und warte auf die Fähre zu einer der Schäreninseln außerhalb der Stadt. Ok, zugegebenermaßen klappt es irgendwie mit Sommerszenarien am besten. „Farbiges Licht“ von International Music erinnert mich allerdings sehr an kalte, aber sonnige Wintertage im Februar und die Spiegelung eines warmen Sonnenuntergangs auf dem Meer, das mit kleinen Eisschollen gedeckt ist.

    4. Sehr tanzbare Songs – in a groovy way.
      Da eignet sich eigentlich so ziemlich alles von den Parcels. Vom neuen Album „Day/Night“ ist es besonders „Comingback“ für mich. Mein all time favourite und auch dieses Jahr wieder ganz oben dabei ist „Music Sounds Better With You“ von NEIL FRANCES.

    5. Alles zum Mitfühlen, viben und einfach mal an nichts denken.
      Lost in Thoughts“ von Zimmer90 und „Lovesong“ von Tussilago vertreten diese Kategorie.

    6. Songs, die Nostalgie-Gefühle hervorrufen.
      Bestes Beispiel hierfür ist „Feels Like We Only Go Backwards“ von Tame Impala.

    7. Songs, die sich perfekt zum Sonnenuntergang beobachten eignen. Zur Erklärung: Ich bin ein bisschen obsessed damit jeden Sonnenuntergang zu beobachten und bekomme fomo, wenn ich es einmal nicht schaffe einen guten Sonnenuntergang zu sehen.
      Meine Empfehlung in dieser Kategorie sind „kippers/curtains“ von EASY EASY und „Seeing Red“ von Mac DeMarco. Mein Liebling ist allerdings „Into your arms“ von Giant Rooks. Der Song erinnert mich an eine krasse Nacht in Stockholm, in der ich Sonnenuntergang und -aufgang in der kürzesten Nacht des Jahres beobachtet habe. Und das Ganze in einer Zeitspanne von drei Stunden. „Into your arms“ wirft mich direkt in diesen magischen Moment zurück und würde somit auch in Kategorie 3 passen.
    Heja Sverige!

    Dass ich dieses Jahr in Schweden gewohnt habe, macht sich ebenfalls bemerkbar. Wenn ich letztes Jahr noch dachte, dass die Sprache leicht komisch klingt für deutsche Ohren, habe ich mich dieses Jahr Hals über Kopf in sie verliebt. 24/7 schwedische Indie Musik zu hören hilft dabei enorm. Besonders angetan haben es mir die Bands Mares und bob hund. Letztere haben es sogar in meine CD-Kollektion geschafft mit ihrem Album „Jag rear ut min själ“ aus 1998, was sich in „Ich verkaufe meine Seele“ oder „Meine Seele ist im Angebot“ übersetzen lässt. Einfach ein toller Titel, oder? Die südschwedische Band hat es mir besonders für ihre ehrlichen, rauen und energiegeladenen Songs angetan. Sänger Thomas Öberg scheut nicht davor einfach mal ein paar Zeilen zu kreischen, auszurufen oder was auch immer ihm grad so in den Sinn kommt. Hauptsache es ist vollgepackt mit einer ordentlichen Portion Dramatik. Ich habe selten so authentische Musik gehört.

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    Deutsche Sprachkunst

    Mein 16-jähriges würde mich wahrscheinlich dafür hassen, denn in meinen Teenie-Jahren habe ich jegliche deutschsprachige Musik verabscheut. Wenn man mich damals gefragt hätte, was ich so höre, hätte ich wahrscheinlich „Hauptsache nichts Deutsches“ geantwortet. Das hat sich zum Glück geändert, denn es gibt so viele verdammt gute deutsche Künstler:innen, die ich sonst verpasst hätte. Vor allem das textliche Genie hinter Goldroger-Songs zieht mich immer wieder aufs Neue in seinen Bann. Die „Diskman Antishock“-Trilogie ist ein bisschen wie eine Schatzkiste, in der ich bei jedem Hören neue Schätze entdecke. Von Harry-Potter Referenzen, Nostalgie-Schwärmereien bis hin zu philosophischen Fragestellungen verpackt in Computerspiel-Referenzen ist – selbst in einem kitschigen Liebeslied geht es bei Goldroger nie alleine um seine Gefühle. Es gibt immer mindestens eine weitere Ebene zu entdecken.

    Neue und alte Liebe

    Wie habe ich es bisher geschafft in den mehr als 1200 Wörtern nicht einmal meinen meistgestreamten Song zu erwähnen? Gute Frage, aber das wird jetzt schnell geändert. Ganze 59 Mal habe ich „Roccastrada“ von Luke Noa gehört. Ehrlich gesagt hört sich das gar nicht viel an, aber das könnte auch der Tatsache geschuldet sein, dass ich seine EP „Bleach“ rauf und runter gehört habe. Luke Noa ist einer meiner liebsten Newcomer:innen Entdeckungen des Jahres. Ich hab eine ungesunde Vorliebe für Künstler:innen, die nur 5 monatliche Hörer:innen auf Spotify haben. Es gibt mir irgendwie einen Adrenalinschub zu wissen, dass ich etwas Neues entdeckt habe. Gut, Luke Noa hat natürlich mittlerweile deutlich mehr Hörer:innen, aber die hat er sich auch deutlich verdient. Weitere Newcomer:innen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, sind Cinema Nova, Sweed, THALA und Zimmer90.

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    Der Release, auf den ich mich, neben dem neuen Lorde und dem Leoniden-Album wohl am meisten gefreut habe, war die EP „Might Delete Later“ von Razz. Die Indie Rocker aus meiner Heimat haben nach 4 Jahren Funkstille mit leicht verändertem Sound wieder einmal mein Herz erobert und werden sich wohl dauerhaft dort einnisten. Meine Review zur EP findet ihr hier. „Complex Happenings Reduced To A Simple Design“ ist definitiv auf Platz 2 wiederzufinden. An dem Album beeindruckt mich besonders die Komplexität an Themen, die die Leoniden einfangen. Zum Release der Single „Blue Hour“ hat Sänger Jakob Amr mich mit seinem Statement zu Depressionen und Panikattacken total mitgenommen. Der Song fühlt sich seitdem noch tausend Mal persönlicher an und bestätigt, was ich auch schon vorher wusste: Die Leoniden sind für mich einer der authentischsten deutschen Indie Bands und einfach tolle Menschen!

    Am Ende ist alles genauso durcheinander wie vorher

    Lustigerweise habe ich am Anfang geschrieben, dass ich versuche meine Gedanken zu ordnen und habe das Gefühl jetzt nur noch ein größeres Wirrwarr in meinem Kopf und auf diesem Bildschirm produziert zu haben. Es gibt einfach zu viele gute Songs und Artists, die mich dieses Jahr begleitet haben, dass es fast unmöglich ist, allen in diesem Beitrag einen fairen Anteil an Platz einzuräumen. Also auch, wenn ich bestimmte Künstler:innen hier jetzt nicht erwähnt habe, möchte ich kurz festhalten, dass ich sie trotzdem genauso lieb habe. So, jetzt reicht’s aber auch. Chapeau an alle, die bis hier hin durchgehalten haben. Es ist Zeit, das Tagebuch wieder bis zum nächsten Jahr zu schließen. Für die volle Dröhnung aller meiner Lieblinge der letzten 12 Monate, geht’s hier zur Playlist:

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    Fotocredit: Anna, Morgan Miller, Niren Mahajan

  • Julia’s Jahresrückblick: Über neu entfachte Liebe und andere Schätze aus 2021

    Julia’s Jahresrückblick: Über neu entfachte Liebe und andere Schätze aus 2021

    Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, wo ich überhaupt anfangen soll. 2021 war – a lot. Mein Spotify-Jahresrückblick war zwar alles andere als überraschend für mich, allerdings habe ich mich rückblickend sehr viel Neuem zugewendet. Neben meinen üblichen Hörgewohnheiten zu denen Sam Fender, Elliot Smith, The Smiths, Giant Rooks oder Nada Surf gehören, habe ich vor allem durch Untoldency sehr viel Neues konsumiert. Um mal ein paar Beispiele zu nennen: Novaa, Zimmer90 oder Mar Malade – an dieser Stelle ein Herzchen an meine Team-Kolleg:innen für den erstklassigen Content. 


    Indie-Pop Queens on repeat

    Zugegebenermaßen habe ich bisher kaum weiblichen Künstlerinnen besonders große Aufmerksamkeit geschenkt. Das hatte mit diesem Jahr auf jeden Fall ein Ende. Schock-verliebt bin ich von einem Album ins Nächste gehüpft und ja – dass sah man spätestens in meinem Spotify-Jahresrückblick (girl in red macht da einfach den zweiten Platz?!). Daher kann ich gar nicht anders als zuerst über meine zwei liebsten Künstlerinnen aus diesem Jahr zu schwärmen. Arlo Parks und Holly Humberstone haben 2021 all meine Beachtung bekommen. 


    Arlo Parks – „Eugene“ 

    Im Januar lief das Debut-Album von Arlo Parks Collpased In Sunbeams bei mir rauf und runter. Ein unglaublich gutes Album, über das ich (fast) ein Jahr später immer noch nicht hinweg bin. „Eugene“ war der erste Song, den ich gehört habe und laut Spotify auch mein meistgehörter Song aus diesem Jahr. Arlo verarbeitet im Song ihre Gefühle für eine enge Freundin, für die sie Gefühle entwickelt hat, die allerdings nicht erwidert werden. Für mich ist der Song an Schönheit und Verletzlichkeit einfach nicht zu übertreffen. Im Video passiert szenisch nicht viel. Alles spielt sich in, auf und neben einem Bett ab. Es ist unfassbar passend, weil es visuell alle Emotionen verdeutlicht. Aber seht selbst.  

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    Holly Humberstone – „Scarlett“

    Neben Arlo Parks hat sich auch Holly Humberstone über BBC Introducing in der UK einen Namen gemacht – und das vollkommen zu Recht. Dieses Jahr hat sie ihre zweite EP „The Walls Are Way Too Thin“ veröffentlicht, die mich absolut nicht enttäuscht hat. Bereits letztes Jahr war ich obsessed mit ihrem Song „Overkill“, den ich bis jetzt noch auf Dauerschleife suchte. Möglicherweise muss ich zugeben, dass „Scarlett“ den Song abgelöst hat – zumindest für den Moment. 


    „We go together like bad British weather
    on the one day I made plans.“


    Nun kam vor ein paar Tagen mein Dream-Collab raus: Sam Fender featuring Holly Humberstone mit einer Akustik-Version von „Seventeen Going Under“. Davon mal abgesehen, dass die beiden musikalisch unfassbar gut harmonieren, scheinen sie sich auch noch sehr gut zu verstehen. Sam hat ihr dann persönlich, im Zuge der Performance, die Neuigkeit überbracht, dass sie den 2021 BRITS Rising-Star-Award verliehen bekommen hat. (Worauf sie erstmal mit „fuck off“ antwortete – irgendwie sympathisch.)

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    Eine EP für’s Herz

    Im Mai diesen Jahres veröffentlichte Luke Noa endlich seine erste EP „Bleach. Ich glaube kaum ein Release hat mich dieses Jahr so emotional gemacht, wie diese fünf Songs. Wobei ich sagen muss, dass ich bereits Ende 2020 „Roccastrada“ auf Dauerschleife gehört habe. Zum Glück muss ich mich nicht für einen der Songs entscheiden, dass wäre nämlich unmöglich.

    „Relief“ habe ich sicherlich am meisten von allen gehört und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir beim Hören nicht auch ein paar Tränen entflossen sind – eigentlich jedes Mal. Für mich ist es die Mischung aus den melancholischen Texten und Lukes unfassbarer schönen Stimme, welche die Emotionen der Songs ziemlich passend rüberbringt. So passend, dass ich das Gefühl habe, ich hätte selbst ein schmerzendes Herz. Aber genug von traurigen Songs. Auf der EP befinden sich ebenso (neben „Roccastrada“) zwei weitere Banger: „She Looms“ und „Bleach“. Da wären wir wieder bei meiner altbekannten Liebe für Indie-Rock angelangt. Fazit: sehr empfehlenswert. Ich warte bereits auf ein Album.


    Weitere Release-Schätze aus 2021

    So viel zu meinen absoluten Highlights aus diesem Jahr. Allerdings verspüre ich noch das Bedürfnis, ein paar Alben mit euch zu teilen, die dieses Jahr das Licht der Welt erblickt haben. Zu einem handelt es sich um das Debüt-Album von Inhaler „It Won’t Always Be Like This“, sowie das neue The War On Drugs Album „I Don’t Live Here Anymore“ (der Titelsong ist so genial) und girl in red’s Debüt „if i could make it go quiet“ (auch wahnsinnig tolles Album). Das neue Sam Fender-Album befindet sich selbstverständlich ganz oben auf meiner Liste. Rückblickend ein gar nicht mal so schlechtes Jahr, zumindest was die musikalischen Veröffentlichungen angeht. Trotzdem kann ich es nicht mehr abwarten, bis Konzerte wieder zur Normalität werden – live music just hits different.


    Da ich hier aber nicht alles erwähnen kann, habe ich mal eine Playlist mit meinen liebsten Releases aus diesem Jahr erstellt.

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  • Über eine Identitätskrise, die Lucas‘ ersten Liebeskummer wieder aufleben lässt

    Über eine Identitätskrise, die Lucas‘ ersten Liebeskummer wieder aufleben lässt

    Meine Lust auf das Jahr zurückzublicken, ist durchaus begrenzt. Ich könnte es vermutlich nicht einmal, weil mein Gehirn bereits alles verdrängt hat, was dem Wort „Lockdown“ nahekommt. Zum Glück liebe ich es, über Musik zu reden, zu schreiben und meine Expertenmeinung ungefragt mit der Welt zu teilen. Deshalb freue ich mich auf den einzigen Jahresrückblick, der meine Nerven aufbaut, statt ihnen zu schaden. Endorphine Go! Und ab in die Musiknostalgie des Jahres.


    Mood des Jahres: 14-jähriges, pubertierendes, GenZ, Emo-Fangirl

    Ich weiß nicht, woran es liegt, ob es womöglich eine kleine Identitätskrise ist. Aber ich habe in Ansätzen den Musikgeschmack eines pubertierenden Mädchens entwickelt, das nicht weiß, wohin mit ihren Herzschmerz-Gefühlen. Und Schuld daran ist vor allem Olivia Rodrigo. Ihr Album „Sour“ hat den Wunsch geweckt, in meinem Kinderzimmer lauthals und mit gebrochenem Englisch Lieder mitzusingen, von denen ich gerade noch verstehe, dass sie Breakup-Songs sind. Auch egal, worum es geht. Hauptsache, sie helfen mir über meinen Crush in der Schule hinwegzukommen, mit dem ich noch kein einziges Wort gewechselt habe. Neben einem großen BRAVO-Poster von Olivia Rodrigo hängen außerdem noch Bilder von Upsahl, Willow und Pinkpantheress über meinem Bett und genau in diesem Moment wird mir schlagartig klar, woher all diese irritierenden Gedanken kommen: TikTok! Dieses Jahr bin ich ins TikTok-Game eingestiegen und das hat mir eine neue Welt der Generation Z nähergebracht, die mir vorher nicht bekannt war. Resultat: ich höre plötzlich Indie-Pop und weine nachts ab und zu vor Liebeskummer in mein Kissen.


    Neuentdeckung des Jahres: Schmyt

    Eigentlich habe ich jedes Jahr einen „Ich bin geflasht“-Moment. Ich dachte, dieses Mal hätte ich ihn verpasst. Doch dann ist mir wieder die EP von Schmyt eingefallen. Keine Ahnung wie solche Musik überhaupt existieren kann. Denn die Musikalität, Kreativität und textliche Originalität auf Gift“ machen mich fassungslos. Kurz: ich wünschte, ich hätte diese Lieder geschrieben. Ich lege mich emotional unglaublich gerne in düstere, leicht depressive Stimmungen und die bringt Schmyt auf den Punkt. Dazu Hip Hop Beats, denen es nicht an Musikalität mangelt und dann noch alles auf Deutsch, ohne platt zu wirken. Wie sollen deutscher Hip Hop und vor allem er selbst mit dieser EP zukünftig noch mithalten? Wie gesagt, ich war und bin noch immer geflasht. Vermutlich würde ich dieses Tape als meine Lockdown EP bezeichnen. Düster und leicht depressiv passt in jedem Fall zum Anfang des Jahres.


    Song des Jahres: Jorja Smith – Burn

    Meine Entdeckung des Jahres 2018 hat dieses Jahr eine EP rausgebracht, die mich zuerst enttäuschte, in die ich mich dann aber doch noch ganz schön doll verschossen habe. Jorja Smith hat auf „Be Right Back“ die großen Popklänge des ersten Albums für einen minimalistischen, intimen Sound ausgetauscht. Nachdem ich mich langsam reingehört habe, bin ich in der Gefühlswelt dieser Platte versunken. Der leicht hypnotisierende Beat von „Burn“ und die weiche, leicht weinerliche Stimme von Jorja Smith catchen mich jedes Mal. Wenn der nächste Lockdown mich zu einem Song auf Repeat zwingt, höre ich „Burn“ in Dauerschleife und werde wieder zum 14-jährigen Teenager, der ins Kissen weint. *cryemoji*

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    Album des Jahres: Jorja Smith “Be Right Back”

    Damn it! Mein Song des Jahres war strategisch nicht clever. Um nicht erneut die gleichen Sätze über „Be Right Back“ schreiben zu müssen, erweitere ich einfach meine Liste zur Top 3. Und dieses Ranking offenbart, dass ich scheinbar auch ohne GenZ-TikTok-Künstler:innen Herzschmerz Musik mag. Denn Jorja Smith wird ergänzt durch London Grammar „Californian Soul“ und Joy Crookes „Skin”. Soulige Frauenstimmen über melancholischer Popmusik – shit, mein einfältiger und vorhersehbarer Musikgeschmack wurde entlarvt. Nichtsdestotrotz, alle drei Platten überzeugen mit einem warmen Sound, viel Kaminfeuer Atmosphäre und zarten wie kraftvollen Stimmen. Dabei erscheinen nicht nur Heartbreak Anthemns auf den Alben, sondern überwiegend gesellschaftliche und politische motivierte Songs, die die  Qualität dieser Musik inhaltlich zusätzlich unterstreichen. 


    Musikvideo des Jahres: Olivia Dean – The Hardest Part

    Eine Rubrik des Jahres musste ich mir noch ausdenken, um meine letzte Entdeckung und aktuelle Lieblingsstimme unterzubekommen. Ich bin großer Fan von Musikvideos und habe dieses Jahr zahlreiche gute und aufwendig produzierte Videos gesehen. Der denkwürdigste Moment, der sich in die Rückseite meiner Augäpfel gebrannt hat, war wohl Lil Nas X, wie er dem Teufel im Video zu „Montero“ einem Lapdance gab. Dennoch sehe ich dieses Mal von den pompösen Visuals ab und küre Olivia Dean zur Siegerin. Die Stimme ist, wer hätte es gedacht, von Soul durchtränkt, mit etwas Jazz angereichert und in schöner Popästhetik verpackt. Das Video von „The Hardest Part“ ist nicht super actionreich, aber unglaublich sympathisch. Olivia Dean singt im Retro Look authentisch ihren Song und mimt zugleich im Hintergrund ihre eigenen Backgroundtänzerinnen. Das Lachen der Sängerin und der Song catchen mich in Kombination so sehr, dass der Minimalismus dieses Jahr gewinnt. 

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    Konzert des Jahres: ?

    Welche Konzerte?


    Musikmoment des Jahres: Untoldency

    Ehrlicherweise sind es zwei Momente, die dieses Musikjahr unabhängig von den neu entdeckten Liedern und Alben besonders gemacht haben. Zum einen ist das die neu gewonnene Plattform, die mir ermöglicht mein Musiktagebuch endlich mit der Öffentlichkeit zu teilen, anstatt es einsam in meiner Harry Potter-Fanbox in der Ecke meines Altbauzimmers vergilben zu lassen. Dank Untoldency muss ich für meine Therapiesitzungen nicht mehr bezahlen, sondern schreibe einfach all meine Empfindungen, in musikalischen Content verpackt, auf eine Seite im Internet. 

    Zum anderen habe ich es endlich geschafft, meine eigene Musik auf Spotify zu veröffentlichen. Das ist rein technisch kein großer Akt, aber emotional dann doch ein kleines bisschen. Naja, das muss niemanden groß interessieren. Nur so viel sei gesagt, ich beschreibe meine Lieder mit: Schmyt auf Wish bestellt.


    Fazit des Jahres

    Ich habe das ganze Jahr auf meine persönlichen großen Musikmomente gewartet und irgendwie habe ich sie nie so richtig wahrgenommen. Rückblickend merke ich, da waren schon ein paar Glanzmomente am Horizont. Einen besonders großen Raum in meinem Musikjahr haben Teenie-Stars und Frauenstimmen eingenommen. Wer mein Jahr in Liedern nachverfolgen möchte, findet die most important ones in der folgenden Playlist. Aber seid gewarnt! Wenn ihr euch dabei wiederentdeckt, wie ihr eure Fingernägel schwarz lackiert, während ihr good 4 u“ von Olivia Rodrigo hört und Dartpfeile auf das Bild eures Ex-Partners werft, bin ich nicht daran Schuld!

    https://open.spotify.com/playlist/5EcxJWDoZoTl2jRAiJ8lD5?si=510f4a7f4fe74bfa
  • Von Doomer-Youtube-Playlists und euphorischen Dauerschleifen: Laras Jahresrückblick

    Von Doomer-Youtube-Playlists und euphorischen Dauerschleifen: Laras Jahresrückblick

    Wenn man meinem Spotify Wrapped Audio Vibe Check Glauben schenken mag, ist mein diesjähriger musikalischer Vibe von Wehmut und Euphorie geprägt. Als ich das gelesen hab, musste ich erst mal lachen. Nicht weil es nicht passt, sondern, weil dieser Vibe Check nicht nur meine im vergangenen Jahr gehörte Musik widerspiegelt, sondern auch mein letztes (aber wahrscheinlich auch das vieler anderer) mehr als passend beschreibt. Ob „wehmütig“ und „euphorisch“ als Beschreibung jetzt paradox oder logisch ist, sei jedem selbst überlassen. In diesem Jahresrückblick stelle ich einige meiner meistgehörtesten und bedeutsamsten Artists vor, bei denen ich es mir nicht verzeihen könnte, diese nicht in die Welt hinauszutragen.


    there is no guilt in pleasure

    First of all, muss ich zugeben, dass im vergangenem Jahr wohl eher der wehmütige Part dominiert hat. Es ist fast ein bisschen peinlich, wie viele Abende ich mit German-Doomers-Youtube-Playlists verbracht habe. Aber, ich versuche mir einfach immer einzureden: there is no guilt in pleasure. Oder so ähnlich zumindest. Auch wenn ich mich jetzt nicht gerade mit der Symbolik des Doomers identifizieren kann, fiel es mir erstaunlich leicht sämtliche Playlists immer und immer wieder durchzuhören. Manchmal braucht man das eben. Und manchmal braucht man das auch ein bisschen mehr. And that’s okay! Wunderschön melancholische, kaputt klingende New Wave/Post Punk Songs, mit den schönsten Bass-Lines überhaupt.

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    German-Doomer-Music Vol. 666 und Soundcloud

    Allen voran, in der deutschen ((New)New) Wave Szene, ist aktuell wahrscheinlich Edwin Rosen. Mit leichter//kälter bekam der Stuttgarter schon im letzten Jahr mietfrei Plätze in meinen Playlists, Ohren und meinem musikalischen Herzens (wow, wie dramatisch). Mit der Ende September erschienenen EP „mitleerenhänden“ und den insgesamt fünf Tracks, welche mit dieser einhergehen, konnte er diese Plätze easy festigen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn der namensgebende Song „mitleerenhänden“ nicht der zuletzt veröffentlichte Song der EP gewesen wäre, dieser mein meistgehörtester Track 2021 geworden wäre.

    Edwin Rosen & Flawless Issues at Oetinger Villa

    Schaut man sich etwas weiter in der aktuell immer populärer werdenden, deutschen Retrowavebewegung um, wird man direkt neben Edwin gleich auf Max Philipp, alias Flawless Issues stoßen. Er selbst beschreibt seine Musik als Surfgoth und Hyperwave. Sein Song „Cut the Rope“ sowie sein Darkwave-Cover „Good Vibrations“ von The Beach Boys haben es mir besonders angetan und liefen, mit den anderen drei auf Spotify veröffentlichten Songs, über das gesamte Jahr verteilt immer wieder in Dauerschleife.

    Wie vorhin schon verraten, habe ich einiges an Zeit auf Soundcloud verbracht. Ein Artist, welcher mir besonders im Kopf und Ohr umher schwirrt, ist diggidaniel. Die Tracks von diggidaniel liegen alle irgendwo zwischen New Wave, House und Pop. Einer meiner meistgehörtesten Songs trägt den schönen Namen vergiss nicht wer du bist (den kannst du hier hören) und ist auch sein bisher erfolgreichstes Piece auf Soundcloud. Mein Nr. 1 Toptrack auf Soundcloud ist ebenfalls von ihm und heisst hilflos vor dir. Und das, obwohl dieser Hit gerade erstmal drei Wochen alt ist. Und das, meine Freunde, heisst schon etwas. Erfreulicherweise ist hilflos vor dir auch der erste Track, welchen diggidaniel auch auf Spotify veröffentlicht hat.

    Wie sollte es auch anders sein, stammt mein liebstes Album des Jahres 2021 ebenfalls aus der „German-Doomers/Retrowave-Bubble“. Mit seinem Album „Rot“ hat Levin Goes Lightly bei mir vor allem mit wunderschönen Lyrics und der perfekten Unperfektheit schwer Eindruck hinterlassen.

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    Alte Liebe neu entfacht

    Jetzt komme ich zu einem Artist, bei dem es einfach weird wäre, wenn ich ihn nicht in meinem Jahresrückblick erwähnen würde. Weird deshalb, weil mich wohl keine anderen Artists so geprägt haben, wie dieser. Und wenn dieser Artist dann auch noch ein Album raushaut, muss man einfach davon schreiben.

    Die Rede ist natürlich von unserem Lieblingspfälzer, welcher auf den Namen Drangsal hört. 2016 habe ich total zufällig den Release von Harieschaim mitbekommen und vor allem Lieder wie Der Ingrimm oder Will ich nur dich haben mich voll und ganz gepackt. Damals war Drangsal noch irgendwie die Grumpy Cat der deutschen Indieszene (shame on me für diesen schrecklichen Vergleich) und hat mich, als damals 14-Jährige, mit dieser speziellen art total fasziniert.

    Aber jetzt genug Geschwafel; Drangsal hat sich im August mit dem Album „Exit Strategy“ zurück gemeldet. And I can not deny, ich war skeptisch. Bei den ersten Singlereleases war ich sogar schon fast etwas enttäuscht. Was ist bloß aus dem etwas vorlauten, rauchenden Bub geworden? Im Nachhinein kann ich sagen, er ist halt obvious einfach erwachsen(er) geworden.

    Ich musste mich selbst erstmal wieder daran erinnern, dass es GUT ist, wenn sich Künstler*innen und Bands weiterentwickeln und eben NICHT nur die Musik machen sollten, die von ihnen erwartet wird, selbst wenn sie nicht mehr denselben Sound haben, durch welchen man sich damals so in diese Band/Artists verknallt hat. Als ich mir diese Phrase nochmal selbst verdeutlicht habe und versucht hab, das Album aus einem neutraleren Standpunkt zu hören, hat es dann auch bei mir sofort „Klick“ gemacht. Und spätestens als ich Drangsal beim Popkulturfestival, einen oder zwei Tage nach Release die neuen Songs live performen gesehen hab, hab ich einfach gemerkt wie gut das ganze alles dem neuen Drangsal steht.


    Highlight
    Tom Taschenmesser, verstehst du nein gut, EP, review, untoldency, untold music, indie, post punk, singer, songwriter,

    Kommen wir zu meinem Highlight. Und das ist nicht etwa meine meistgehörte Platte, sondern die, die im vergangenen Jahr für mich am einprägsamsten war. Keine Platte hat mich 2021 so beschäftigt wie verstehst du nein gut von Tom Taschenmesser. Es ist für mich schon irgendwie etwas mental anstrengend, die EP zu hören. Nicht, weil sie so schrecklich schlecht, oder ähnliches wäre. Ganz im Gegenteil, die Platte ist sowohl musikalisch, als auch lyrisch unglaublich gut. Fast zu gut. Die Lyrics hämmern nämlich einfach direkt mitten auf die Seele und hinterlassen dort bleibenden Eindruck. Eine ausführliche Review findest du übrigens hier.


    Wo ist die Euphorie?

    Mit dieser Überschrift habe ich nicht nur die Band Trümmer zitiert, nein, das ist auch eine Frage an mein Spotify Wrapped. So richtig viel Euphorie habe ich in meinen Top 100 ehrlich gesagt nicht gefunden. Wenige, sind allerdings dann doch vorhanden.

    Denn wenn ich dann mal “happy” Songs gehört habe, dann auch auf voller Lautstärke und in Dauerschleife. Und wenn ich Dauerschleife schreibe, meine ich es auch so. Stunden(bis Tage)lang derselbe Song, ohne Pause? Kein Problem für mich. Und ja, ich wurde auch (berechtigterweise) des öfteren gefragt, warum ich das so mache und wie ich das aushalte, but what can I say; ich habe keine Ahnung. 

    Also; wer es bis hierhin geschafft hat, kommt jetzt in den Genuss, meine wenigen, aber dafür umso besseren euphoric Songs kennenzulernen. Den Anfang macht Declan McKenna mit Why do you feel so down? (Ok, Wow, was für ein euphorischer Titel). Declan habe ich ziemlich zeitgleich mit einer meiner Lieblingsbands Wallows entdeckt, welche es auch immer wieder schaffen meine Stimmung aufzuhellen. Ebenfalls ganz weit oben in meiner Liste ist Luis Ake mit Umweg zu finden. Eine Künstlerin die ich auch schon seit letztem Jahr mit ganzer Kraft verfolge, ist Verifiziert. Mein absoluter Favorit ist und bleibt Rote Gauloises, wobei ich auch alle anderen Tracks wärmstens empfehlen kann.

    Wenn ich schonmal bei deutschsprachigen female Artists bin, komme ich keinesfalls an Alli Neumann vorbei. Vor allem die Tracks Bike Boy und Madonna Whore Komplex haben’s mir angetan. Eine weitere deutsche Newcomerin, die mir dieses Jahr ans Herz gewachsen ist, ist Girlwomen. Let me be honest, als ich Rote Riesen schlafen nicht das erste mal gehört hab, hatte ich ein paar Tränen in den Augen. So ein wunderschöner Text, mit einer noch kraftvolleren Stimme.


    So schlimm war’s nicht

    Glücklicher Weise kann ich sagen, dass mein Jahr gar nicht so arg schlimm war, wie mein überwiegend melancholischer Rückblick vermuten lässt. Ich bin total happy, seit diesem Jahr ein Teil des Untoldency’s sein zu können. Ausserdem kam dieses Jahr wieder so viel gute Musik raus! Das kann einen doch nur freudig stimmen. Man kann erahnen, dass meine Liste an Artists und Bands eigentlich noch um einiges länger wäre. Leider, leider, kann ich nicht alle aufzählen und auf diese eingehen. Sonst würde ich wahrscheinlich nie ein Ende finden. Aber keine Angst, ich hab hier natürlich noch eine Playlist, passend zu meinem Jahresrückblick. Feel free to enjoy it!

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    Fotos: Lara, Philipp Czampiel

  • Daschas Jahresrückblick: Über Veränderungen, Konstanten und vor allem Wünsche

    Daschas Jahresrückblick: Über Veränderungen, Konstanten und vor allem Wünsche

    Dass dieses Jahr für alle absolut seltsam war, brauch ich wahrscheinlich gar nicht zu erläutern. Vom Verlust jeglichen Realitätsgefühls durch ewigen Lockdown in der ersten Jahreshälfte, zu jeden Tag busy und unterwegs sein in der zweiten Jahreshälfte – ich weiß nicht genau, wie ich das Jahr für mich bewerten soll. Und auch jetzt, wo ich musikalisch auf das Jahr zurückgeblickt habe, bin ich ein wenig ratlos. Ich habe versucht, Auffälligkeiten oder Veränderungen innerhalb meines Musikgeschmacks festzustellen. Super Dascha, du hast wie jedes Jahr seit 2013 extrem viel The Kooks gehört. Krass, wie außergewöhnlich und neu! So ein verrücktes Jahr, aber kaum Wandel in meiner Spotify-Schatzkiste? Nun ja, vielleicht habe ich in 2021 jeden Tag Rikas gehört, statt nur jeden zweiten oder dritten, wie im vorherigen Jahr. Doch nach längerem überlegen ist mir klar geworden, dass dieses Jahr dafür eine Menge Newcomer:innen, vor allem aus Deutschland, meine Kopfhörer erreichten. Da lohnt es sich mal genauer zu schauen!

    Ziemlich neu und ziemlich gut

    Beim Durchstöbern meiner Spotify Top 100 Playlist fielen einige neue Acts immer wieder auf – denn von ihnen war immer mehr als nur ein Song vertreten. Ganz vorne vor allem Zimmer90, die mit ihrer gesamten Debüt-EP Fall Back plus Singles wie Drowning vertreten sind und mich das ganze Jahr über nicht losgelassen haben. (Zu meinem Interview mit der Band gerne hier klicken!) Vor allem Momente, in denen ich Entspannung von Welt und Kopfschmerzen gebraucht habe, gab es in diesem Jahr einige. Genau diese konnten perfekt mit den sanften Synthie-Sounds von Zimmer90 gedeckt werden.

    Brandneue Bands, die ich dieses Jahr besonders in’s Herz geschlossen habe sind die lieben Menschen von Power Plush und FORWARD (Interviews gibt’s hier und hier). Beide haben im September fantastische Debüt-EPs veröffentlicht, die ich in 2021 nicht hätte missen wollen. Ich bin mir sicher, dass das für beide Bands erst der Startschuss war und sie 2022 komplett aufblühen werden. Kann’s kaum erwarten in einem Jahr ganz emotional zu schreiben, wie schön das rückblickend ist! Die zwei Singles Realität und Alle Worte Tanzen von den Lieferanten haben mich außerdem komplett von der Band überzeugt, auch da bin ich gespannt auf mehr. Aber auch Debütalben hatten dieses Jahr eine Menge zu bieten. Besonders die von Alli Neumann, Shelter Boy und girl in red haben mich für sich gecatched.

    Zwar keine Newcomer, aber neu in meinem Herzen (sorry, Kitsch) sind Buntspecht. Das war mit ziemlicher Sicherheit die Band, für die ich mich in diesem Jahr am meisten neu begeistern konnte. Keine Musik hat meine Nächte besser untermalt und keine Wortwahl mich so sehr mit ihrer Geschicklichkeit fasziniert.

    Okay, wie exakt kann man meinen Musikgeschmack treffen und vereinen? Donkey Kid hat die Antwort wohl parat. Ein weiterer Newcomer, der dieses Jahr richtig begonnen hat Musik zu releasen und mich komplett (!) mitgerissen hat, ist nämlich dieser junge Herr. Mit bisher nur vier Singles hat er sich bereits über 46 Tausend monatliche Hörer:innen erspielt. Und ich bin definitiv eine davon. Jede Single war anders als die vorherige und hat meine Aufmerksamkeit erneut auf ihn gelenkt. Deep Blue war einer meiner meistgehörtesten Songs des Jahres und ich habe jede Sekunde geliebt! Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so hungrig auf mehr von einem Künstler war. Ey, scheiß auf Glück und Gesundheit, wenn ich mir eine Sache für 2022 wünsche, dann mehr Donkey Kid Songs.

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    Hype mit Freude

    Besonders freut es mich, dass neue Künstler in Richtung New Wave / Post-Punk wie Edwin Rosen, dessen uns allen bekannter Hit leichter//kälter schon in 2020 zu meinen top Spotify-Songs gehörte, so viel Aufmerksamkeit erhielten. Verdienterweise eben! Dieses Jahr spielte Edwin seine erste Tour und ich hab seine Liveshows auch ein paar mal erwischt. Die Energie, die die Zuschauer:innen mit sich gebracht haben, beweisen, dass das viel mehr als nur ein kurzweiliger Internet-Hype ist. Hierzulande für die breite Masse neu angekommen sind in diesem Jahr auch Molchat Doma. Anfang 2020 hab ich sie noch für 13€ in einer kleinen Location zwischen zurückhaltenden Kenner:innen gesehen. Aber vergangenen Monat dann auf ihrer World Tour in einer ausverkauften, engen Halle für mehr als verdoppelten Ticketpreis. Zwischen Moshpits, Crowdsurfer:innen und jubelnden Fans. Es ist so faszinierend und verwirrend zu erleben, wie eine Band, die ihre Songs ausschließlich auf meiner Muttersprache schreibt, hier so eine Welle an Aufmerksamkeit generiert. Bei Leuten, die keinen Plan davon haben, was sie da überhaupt singen! Nicht mit mainstreamtauglichen Pop, Rock oder Rap, sondern Dark Wave! Verrückt! Und ziemlich unerwartet. Meine Mutti glaubt mir auch immer noch nicht, dass die belarussische Band, die klingt wie die Lieblingsbands ihrer Jugend, hier so gefeiert wird. Ob ich ihr wohl noch beweisen kann, dass ich nicht übertreibe?

    Da ich schätzungsweise zu 50% russischsprachige Musik konsumiere, freut es mich umso mehr, dass jetzt so viele auf den Genuss dieser krass guten Musikecke gekommen sind. Wenn ich ehrlich bin, ist es auch ein bisschen amüsant zu sehen, wie die teilweise ahnungslosen Fans zu den traurigsten Songs, die vom Wunsch zu sterben handeln, auf den Konzerten abgehen und jubeln. Aber hey, gute Musik kann eben alle überall für sich überzeugen! Für alle, die auch auf den Genuss gekommen sind und mehr davon wollen, kann ich das neue Album der russischen Band Ploho nur empfehlen. Weitere neue Albumveröffentlichungen aus dieser Richtung, die mich begleitet haben, stammen unter anderem von Levin Goes Lightly, Amiture, Luis Ake und Electroforez. New Wave blüht auf und begeistert nun, meiner Beobachtung nach, auch Leute, die vorher nichts damit anfangen konnten. Ein Wandel, der mich sehr freut und hoffentlich länger hält, als der durchschnittliche Hype.

    Gute, schlechte und wichtige Nachrichten

    Das lässt sich für mich relativ kurz zusammenfassen. Eine der besten Nachrichten des Jahres: Die neue EP Avatar von Fibel erblickt endlich das Licht der Welt. Eine der schlechtesten Nachrichten: Fibel sagen kurz nach Release alles ab und kündigen eine Bandpause auf unbestimmte Dauer an. Aua. Letzteres möchte ich am liebsten verdrängen und so tun, als wär das einfach nicht passiert. Die EP hingegen ist meiner Meinung nach eine der besten Veröffentlichungen des Jahres, das wusste ich schon, bevor ich sie gehört hatte. Wie kann eine Band so krass gut sein? Winter hat mich in der Anfangszeit des Jahres wie eine herzliche Umarmung empfangen und mir jeden Lockdown-Tag ein kleines Stückchen Durchhaltevermögen geschenkt. Vielleicht hab ich echt dringend jemanden gebraucht, der mir sagt „Irgendwann ist der Spuck vorbei!“. Jetzt ist es Dezember und ich kann den Song passenderweise wieder hören, mitfühlen, permanent mit mir tragen. Aber auch die restlichen Songs der EP reichen von Bangern wie Odyssee, zu Melancholie wie in Ufo. Und das alles mit ganz abstrakten, unwirklichen, mystischen Texten, die mich bei jedem Hören zum Staunen und in eine ferne Welt bringen. Bitte, bitte bleibt nicht für immer weg, Fibel! 🙁

    Der Song aus meiner 2021-Sammlung, der wohl die wichtigsten Nachrichten vermittelt ist Frühling Winter und kommt von meinen geliebten OK KIDs. Die haben in diesem Jahr wieder richtig sich selbst und ihren Sound gefunden, sich von allem losgelöst und jetzt alles auf eigene Faust weitergemacht. Geil! Als erster Teil dieses neuen Abschnitts diente die eben genannte Single. Die wies nicht nur auf durch Lockdown aufgedeckte und verstärkte Probleme der Kulturbranche hin. Sondern befasste sich auch mit dem Verdrängen von eigener Verantwortung bei wichtigen Problemen unserer Zeit. Ich glaube nicht nur OK KID haben den Release dieses Songs gebraucht. Um wieder zu zeigen, wer sie eigentlich sind, wofür sie stehen und dass man sie sich gegeben falls in Erinnerung rufen sollte. Ich glaube, alle haben diesen Song gebraucht. Ende Januar 2021, als der Song rauskam, schien das Land wie in einem festen Winterschlaf. Dann Zack – ein Release schlug allen mitten ins Gesicht. Und das nicht nur wegen dem überraschenden, großen Rock-Finale des Songs, das klingt, als würde die Apokalypse eingeleitet werden. In Reviews las ich damals häufig, dass der Song als offener Brief diene. Ich finde aber, er hat so viel mehr Dringlichkeit und Intensität. Einen Brief ließt man und denkt im Nachhinein vielleicht darüber nach. Frühling Winter hingegen schreit jeden an und lässt niemanden wegschauen. Zurecht. Vielleicht sind wir besonders in diesem Jahr müde geworden und haben versucht vor den unzähligen Missständen die Augen zu verschließen. Genau deshalb bin ich dankbar, dass sich OK KID zur Aufgabe gemacht haben, uns das vor Augen zu führen. Besonders froh bin ich darüber, dass das von Menschen kommt, die ich eh gern hab. Lasst uns den Song auch in 2022 nicht vergessen!

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    Livemusik und Wünsche

    Nachdem ich mich in der ersten Jahreshälfte ganz, ganz schrecklich nach Events und Livemusik gesehnt habe, sah die zweite schon viel besser aus. Um einiges. Ich hatte von Mitte Juni bis Ende November keine einzige Woche, in der ich keine Livemusik gehört habe. Manchmal waren es auch mal vier Konzerte pro Woche, aber ich hatte ja einiges nachzuholen. Ich glaube viele hatten, vor allem im Sommer, das Gefühl, sie müssten jeden Tag komplett nutzen und ganz viel erleben. Einerseits, um nach zu holen, was im Lockdown verloren ging, andererseits aus Angst, dass das alles im nächsten Lockdown wieder verloren geht. Dieses eingeengte Gefühl ließ auch mich nicht los und leitete mich durch einige schöne Abende und schlaflose Nächte.

    Besonders verliebt bin ich in die Liveshow von Drangsal, den ich dieses Jahr mit neuem Album im Gepäck zwei Mal live gesehen habe. Zwar hatte ich ihn und seine Musik schon immer auf dem Schirm, aber hätte ihn wohl nicht zu meinen Herzensfavoriten gezählt. Exit Strategy war wohl der letzte Ruck, den ich gebraucht habe. Das Album ist rückblickend mein absolutes Lieblingsalbum 2021. Jede:r Hörer:in braucht wahrscheinlich keine Erklärung dafür. Vor allem sind die Songs live das energiereichste, was ich seit Langem erlebt habe. Ich konnte nichts anderes, als Begeisterung zu empfinden. Diese zwei Shows werden mir sicherlich noch ganz lange in bester Erinnerung bleiben. Auch die zwei Leoniden Shows, bei denen ich im Sommer war, müssen unter „energiereich“ genannt werden. Zwar hab ich sie schon oft live gesehen und jedes Mal geliebt, aber sie haben es wieder geschafft mich vom Hocker zu hauen. Haha, literally. Denn wie geil kann eine Liveshow trotz Corona-bedingter Bestuhlung sein? Krasseste Live-Band des Landes, diese Meinung wird nie jemand ändern.

    Neben gewöhnlichen Konzertbesuchen prägten mein Musik-Jahr auch ein paar andere Faktoren. Natürlich das Dasein als Teil von untoldency, aber auch mein Job in einem Club, durch den ich einige Konzerte mitnehmen konnte. Im Sommer noch ein eigenes Festival mitorganisiert (1A Acts wie Mia Morgan und Cinemagraph) und dann zum dritten Mal als Teil des Stadt ohne Meer Festivals mitgearbeitet. Letzteres gehört auch zu meinen absoluten Highlights, wie jedes Jahr. Vor allem als, zu dem Zeitpunkt, erste 2G Veranstaltung ohne Abstände! Auf all den vielen Events hab ich natürlich nette Freund:innen und Bekannte getroffen, neue Kontakte geknüpft und gehofft, dass das nie wieder verschwindet. Jetzt ist Dezember und ich befürchte, wir sind an einem viel zu ähnlichen Punkt wie vor einem Jahr. Zumindest was Live-Musik betrifft. Wie es um die Kulturbranche zu so einer Zeit steht, ist euch wahrscheinlich allen bewusst. Dazu haben in den vergangenen Lockdowns schon genug Menschen die passenden Worte gefunden.

    Aber weil ich am Anfang des Artikels über fehlende Veränderungen geschrieben habe, wünsche ich mir welche für das kommende Jahr. Rückblick heißt ja auch immer Neubeginn, oder? Ich wünsche mir, dass Musik, Kunst und Kultur nicht wieder in den Schatten rücken. Ich wünsche mir, dass sich alle daran erinnern, was wir aus den ersten Lockdowns gelernt haben. Als Kunst- und Filmstudentin wird mir immer wieder bewusst, was für einen wichtigen Einfluss Kultur auf jegliche Formen von Gesellschaft hatte. Und das so gut wie immer in der Geschichte! Immer sehnten sich Menschen nach Formen der Unterhaltung, zugänglich vermittelter Kunst, verbindender Kultur. Wir sollten jetzt diesen Wert sehen, schätzen und Kultur nicht immer an die aller letzte Stelle rücken. Kultur und Live-Musik ist mehr als nur belangloser Spaß und Bierchen sippen, sowohl für Teilnehmende, als auch für Zuschauende. Also wünsche ich mir, dass wir alle diesen Stellenwert anerkennen und sichtbar machen. Und ich wünsche mir noch, dass wir alle unsere Lieblingskünstler:innen noch mehr supporten. Ich habe mir bereits für 2021 vorgenommen, dass ich jedes Mal, wenn ich mir denke, wie genial ein Album oder eine EP sind, ich dem Artist etwas zurückgebe, in dem ich etwas kaufe (wenn das zu dem Zeitpunkt finanziell möglich ist) oder mindestens etwas von der Musik teile. Denn schließlich verdienen die Künstler:innen so gut wie nichts an meinem Stream, während ich den Zugang zu ihrer Kunst als selbstverständlich wahrnehme. Der Gedanke tut jedes Mal ein bisschen weh und ist sogar, wie ich finde, mit Scham behaftet.

    Außerdem wünsche ich mir, dass die Musikszene noch diverser, offener, freundlicher und belehrbarer wird. Zwar sind wir auf einem sehr guten Weg und weiter als manch andere Musik-Ecken, so gibt es beispielsweise trotzdem das immer wieder auftauchende Muster der basic Band-Männer, die sehr viel von sich halten und ganz wenig von allem anderen. Ich bin müde davon und erhoffe mir für 2022 ganz frischen Wind und neue Überraschungen. Ich wünsche mir, dass wir alle mehr Musik von nicht-männlichen Bands und Künstlerinnen hören und unterstützen. Auch, wenn dieser Diskurs sich lobenswerterweise in diesem Jahr entwickelt und gesteigert hat, gibt es noch eine Menge zu tun. Zum Glück ist mittlerweile mehr Sensibilität und Plattform für diese Themen geschaffen worden. Es werden mehr Künstlerinnen gebucht, umworben, gefeiert. Aber raus aus der kleinen, gemütlichen Bubble. Trotzdem sehen die Line Ups der großen Festivals zum Beispiel einfach traurig aus, wenn man immer als erstes die Diversität überprüft. Ich will hier keine Schuld zuweisen, denn in meinen Top 5 Spotify Artists sind zugegebenermaßen ausschließlich Männer vertreten. Obwohl in diesem Jahr natürlich auch so viel fantastische Musik von Frauen in meinem Radar gelandet ist! Das nehme ich aus meinem persönlichen Jahresrückblick mit. Ich wünsche mir, dass auch ich noch bewusster Musik konsumiere.

    Wen es interressiert: Das hier sind ein paar meiner liebsten Songs, die dieses Jahr erschienen sind. Denn es gab viel zu viele gute Releases, es wäre unmöglich gewesen, die alle zu erwähnen. Zusammengefasst in einer netten Playlist, voilá! Lasst es euch schmecken.

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  • Fraency goes Pop Punk

    Fraency goes Pop Punk

    Vom Basic Indie Babe, die wirklich jedes Jahr aufs Neue in ihrem Spotify Wrapped Arctic Monkeys mit unter ihren Top 5 Artists hat (die einzige verlässliche Konstante in meinem Leben), mausere ich mich langsam zum wannabe Pop Punk/Emo Babe. Aber ich finde, so verwunderlich ist das gar nicht, denn Pop Punk ist präsenter denn je (und ich glaube nicht, dass das nur an meiner Tiktok Bubble liegt, in der ich mich bewege). Was zum Beispiel dafür spricht ist, dass die Pop Punk Queen Avril Lavigne herself mit ihrer Single Bite Me zurück im Game ist und gleichzeitig bekannt gegeben hat, beim Label DTA Records gesignt zu haben. Und dieses Label gehört niemand geringerem als Travis Barker, dem Drummer von Blink 182, der gefühlt gerade bei jedem pop punkigen Release seine Finger mit im Spiel hat.

    Naja, aber zurück zu meinen Hörgewohnheiten: Avril Lavigne bringt schon sehr viele nostalgische Gefühle in mir hoch. Ihr Album Let Go hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Mit 13/14 Jahren hatte ich auf meinem MP3-Player (lel, feeling old) über dieses Album hinaus noch ganz viele Songs von Sum41, FM Static, Paramore, Good Charlotte, Panic! At the Disco, Fall Out Boy etc. und die Tracks natürlich rauf und runter gehört.

    Irgendwie habe ich das alles dann aber ein paar Jährchen aus den Augen und aus den Ohren verloren, vor allem weil mein Freundeskreis ganz andere Musik gehört hat, und mich deswegen auch eher mit anderen Bands, Künstler:innen und Genres beschäftigt. Fast forward zum Jahr 2019: neue Stadt und neue Leute, da bin ich wieder auf den Geschmack gekommen. Und ich hatte ordentlich was auf meinem Zettel an verpasster Musik. Also musste ich ganz schön viele Pop Punk und Emo Sachen der 2010er in den letzten zwei, drei Jahren aufholen. Aber vor allem dieses Jahr bin ich dann wirklich so doll into it gewesen. Deswegen dachte ich mir, widme ich meinen Jahresrückblick einfach mal diesem Thema. Also let’s go.

    https://giphy.com/gifs/PureNoiseRecords-rock-show-7vzEYgOZ1apWF2iX8F


    It’s all love now

    Well, where to begin? Ganz klar mit den bekannten Sachen wie The Story So Far, Tigers Jaw, The Front Bottoms, Hot Mulligan, Neck Deep. Natürlich ist das keine vollständige Liste, aber die kommen mir zumindest als erstes in den Kopf. Gerade The Story So Far und Tigers Jaw liebe ich mittlerweile sehr. Zu meinen Lieblings TSSF Tracks gehören ganz klar Clairvoyant und Nerve, aber auch Empty Space und Upside Down mag ich richtig gerne. Bei Tigers Jaw sind meine Top drei Escape Plan, Plane Vs. Tank Vs. Submarine und Charmer. Eigentlich könnt ihr euch auch einfach das Album spin anhören, wärmste Empfehlung meinerseits.

    Aber um nicht wieder nur hauptsächlich Dudes zu nennen, hier noch ein paar nice Bands mit Musikerinnen und Sängerinnen wie Yours Truly, Meet Me @ The Altar, Stand Atlantic, Short Fictions, Tonight Alive, Eat Your Heart Out oder Camp Cope, die es auch auf alle Fälle verdient haben gehört zu werden!

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    Diese Bands solltet ihr auf dem Radar haben

    Da wir hier ja auch immer einen kleinen Augenmerk auf noch nicht ganz so große Musiker:innen und Bands legen, hab ich natürlich meine endlos lange Spotify Playlist durchforstet und hier noch ein paar Bands für euch, die ihr unbedingt mal checken solltet.

    Meinen Favoriten stell ich einfach mal an erster Stelle: Arm’s Length sind vier Jungs aus Quinte West, Ontario und haben dieses Jahr ihre zweite EP Everything Nice veröffentlicht. Auf der EP werden – ganz emo-like – Themen wie psychische Gesundheit, familiäre Frustrationen und gescheiterte Beziehungen thematisiert. Meine beiden Favs von der Platte: Gallows Humour und Garamond. Ehrlich, von den beiden Songs kann ich nicht genug bekommen.

    „And if it’s what you want
    Why do you look like that?
    I will bend over backwards to keep what you’ve got here intact“

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    Ein Song, den ich dieses Jahr auch echt oft gehört habe ist Assisted Harakiri von Home Is Where. Ich finde zwar ehrlich gesagt, dass die Lyrics ein bisschen sehr kryptisch sind oder ich steh einfach hart auf dem Schlauch, aber den Song mag ich trotzdem. Das muss manchmal auch ausreichen als Erklärung. Vielleicht kommt bei mir irgendwann ja noch der Aha-Moment was den Songtext angeht.

    Eine weibliche Stimme habe ich auch noch im Gepäck mit der Band Fox Teeth aus New Jersey und ihrem Album Tite!, welches schon letztes Jahr veröffentlicht wurde. Abgesehen von dem Instrumental The Intro mag ich vor allem die Songs Photograph, School Friends und Lost auch sehr. Gerade der Refrain von Lost kriegt mich irgendwie jedes Mal.

    „lost lost, looking for you
    lost lost, still looking for you
    still hear you at night
    just wish i could hold you one last time“  

    Zu guter Letzt hätte ich als Tipp noch Dog Hotel aus Boston. Hier kamen über das Jahr mehrere Singles raus und ich warte brennend auf das erste richtige Album der Band. Favs bis jetzt: One Way Ticket und Meant.

    Und weil wir hier Service großschreiben, habe ich natürlich eine Playlist für euch zusammen gestellt. Wer mich kennt weiß, dass die Länge meiner Playlists schnell mal ausarten kann, aber ich hab mich hier (unter größtem Kopfzerbrechen) auf 50 Songs beschränkt.

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