Tag: 8. Juli 2022

  • Tilman im Interview: »Atmosphärisch, dynamisch, poetisch«

    Tilman im Interview: »Atmosphärisch, dynamisch, poetisch«

    Kooperation VPBy x Untoldency

    Tilman haben heute ihre brandneue Single „So viel Zeit“ veröffentlicht. Neben Nachdenklichkeit und Melancholie in unter Anderem ihrer letzten Single „Fassade“, überzeugen Tilman in „So viel Zeit“ mit tanzbarem Groove. Das bewies auch das Publikum beim Modular Festival in Augsburg Anfang Juli, denn alle tanzten selbst im strömenden Regen mit. Kein Wunder! Zwischen lockeren Gitarrenriffs und leichten Drums glänzt Tilmans Stimme mit Unbeschwertheit. Die neue Single klingt nach Sommer, Verliebt-Sein, Lebendigkeit trotz „Herumliegens“, Zweisamkeit und einfach mal den Moment genießen.

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    Passend zu einem neuen Tilman-Release gibt’s hier ein Interview mit einer, wie ich finde, tollen untold story am Ende!

    Am 23.04.2022 habe ich Tilman, im Rahmen der durch BY.on geförderten Bavarian Export Session, auf dem c/o Pop Festival in Köln zu einem Interview getroffen. BY.on ist das Spitzenförderprojekt des Verband für Popkulur in Bayern e.V.s (VPBy) für Newcomer:innen aus Bayern.

    Wir haben über die Konstellation der Band, Live-Jamsessions auf der Bühne, weitere Vorhaben und die Verwandlung eines Dönerladens gesprochen.

    Aber lest oder schaut hier selbst.


    Tilman im Interview

    Amélie: Herzlich Willkommen zu diesem Interview im Rahmen des c/o Pop Festivals. Vielleicht könnt ihr euch zu Beginn erstmal vorstellen. Wer sind Tilman?

    Fabio (Tilman): Ich bin Fabio und spiele Gitarre.

    Peter (Tilman): Ich bin Peter und und spiele Schlagzeug. Und Tilman ist…

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    Tilman: Tilman und ich spiele den Gesang (lacht) und Klavier und Gitarre.

    Und wir kommen aus Bad Neustadt.

    Amélie: Beschreibt gerne noch euren Sound.

    Fabio (Tilman): Atmosphärisch.

    Peter (Tilman): Dynamisch.

    Tilman: Poetisch.

    Amélie: Wow, sehr cool! 

    Ihr tretet ja im Moment mit Malte Huck (BEACHPEOPLE, ehemals AnnenMayKantereit) auf. Wie kam es dazu?

    Tilman: Wir haben Peter als Schlagzeuger gefunden, nachdem Fabio und ich schon zusammen Musik gemacht hatten. Mit Peter haben wir uns dann zusammengeschlossen, um unsere erste EP aufzunehmen und haben uns gefragt, ob Bass vielleicht noch cool wäre.

    Wegen unserer ersten Single Zuckersüß“ waren wir schon per Instagram in Kontakt mit Malte. Dem hat der Song irgendwie gefallen und ich habe dann relativ dreist nachgefragt, ob er Bock hat nach Würzburg mitzukommen. Er ist am Start gewesen und seitdem ist es eine ganz lustige Truppe und macht Spaß (lacht).

    Amélie: Und es klingt auch super zusammen!


    „wir jamen bei dem Stück immer noch ein bisschen auf der Bühne“

    Amélie: So und jetzt zu eurer neuen Single Fassade. Bei euch entsteht ja viel beim jamen oder einfach aus dem gemeinsamen Musikmachen heraus. Ist Fassade auch so entstanden?

    Tilman: Auf jeden Fall. Das war der Song für den wir am wenigsten geprobt haben, der aber am besten funktioniert und sich am besten angefühlt hat. Weil da gerade auch die Stärken oder Talente von Peter am Schlagzeug und auch von Fabio rauskommen. Du hast auf jeden Fall recht mit dem Jamen.

    Peter (Tilman): Und wir jamen bei dem Stück immer noch ein bisschen auf der Bühne oder wenn wir den im Studio gespielt haben. Viele Melodien, zum Beispiel die der Instrumentalparts, entstehen während des Stückes. Auch die Studioversion hat ganz eigene Melodien, die live gar nicht mehr so zu hören sind.

    Amélie: Voll spannend. Also ist quasi eine Live-Jamsession am Start?

    Peter (Tilman): Ja, genau!

    Amélie: Nice! Ihr seid ja Teil des Spitzenförderprojekts BY.on des Verband für Popkulur in Bayern e.V.s (VPBy) für Newcomer:innen aus Bayern.

    Was bedeutet das für euch?

    Fabio (Tilman): Mega cool! Das ist eine Unterstützung, die viele Sachen erst ermöglicht. Die finanzielle Unterstützung bei Konzerten, aber auch zum Beispiel die Workshops. Dadurch auch andere Bands kennenzulernen und sich zu connecten.

    Amélie: So ist ja auch der c/o Pop Auftritt zustande gekommen. Seid ihr aufgeregt oder wie fühlt ihr euch jetzt so kurz vor der Show?

    Peter (Tilman): Also eigentlich immer hungrig, wenn wir im Dönerladen spielen und super gespannt, wie die Atmosphäre dort gleich ist. Auch gespannt, wie viele Leute vielleicht noch kommen. Ich glaube wir können den Dönerladen verwandeln.

    Amélie: Das glaube ich auch! Es ist auf jeden Fall eine außergewöhnliche Location, ich freu mich schon sehr.

    Was steht denn jetzt nach der c/o Pop bei euch alles an?

    Peter (Tilman): Wir haben jetzt erstmal noch etwas Abitur- und Studienzeit eingerechnet. Aber vor allem für Juni haben wir richtig viel vor. Auch wieder Vieles gefördert, da sind wir dem VPBy sehr dankbar. Wir spielen zum Beispiel in Regensburg, am 1. Juni, und dann noch in Augsburg.

    Amélie: Habt ihr irgendwelche Ziele, die ihr gerne erreichen oder wo ihr unbedingt mal spielen wollt?

    Tilman: Ein Ziel ist es, erstmal unsere nächste Livesession zu drehen. Eventuell auch zu einem schon aufgenommenen Song. Eine konkrete Bühne gibt es nicht, aber Ziel ist die nächste Studiozeit, die nächsten Releases und Konzerte gut über die Bühne zu bringen.

    Fabio (Tilman): Ich hab mir noch gedacht, dass es cool wäre eine Support-Tour mitzuspielen. Später im Jahr haben wir auch selbst ein paar Termine geplant. Also über eine länger Zeit zu touren, wär echt eine spannende Sache.

    Amélie: Bei euch wird es auf jeden Fall noch sehr spannend!

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    eine Frage – ein Wort

    Amélie: Ich habe mir jetzt noch was Kleines überlegt. Es heißt kurze Frage – ein Wort. Ich stellte euch kurze Fragen und ihr antwortet mit einem Wort oder möglichst knapp darauf.

    Wer hat die meiste Peilung in der Band?

    Tilman: Peter.

    Fabio (Tilman): Peter.

    Peter (Tilman): Peter. (lacht)


    Die Atmosphäre fühlt sich immer wie beim ersten Mal Spielen an

    Amélie: Wie viele Releases stehen dieses Jahr noch an?

    Tilman: Eigentlich darf man das noch gar nicht sagen, aber es stehen wahrscheinlich noch 2 Releases an. Da könnt ihr euch alle sehr drauf freuen! Die werden richtig schmackhaft (lacht)

    Amélie: Eurer Meinung nach euer bester Song live.

    Tilman: Alle.

    Fabio (Tilman): “Blume im Grau” versetzt mich immer in die Stimmung zurück als wir es aufgenommen haben. Die war ziemlich besonders, weil es während des Lockdowns war und man niemanden sehen konnte, wir aber die Möglichkeit hatten zusammen zu spielen. Die Atmosphäre fühlt sich immer wie beim ersten mal Spielen an.

    Das war jetzt ein langes Wort (lacht).

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    Amélie: Voll schön! 

    Was würdet ihr denn sagen ist dagegen die beste Studioproduktion?

    Tilman: “Fassade”

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    Amélie: Köln oder Bad Neustadt?

    Peter (Tilman): Köln!

    Amélie: Passend zur Location heute; was ist denn euer Lieblings-Döner?

    Peter (Tilman): Vegetarischer Döner in Bad Neustadt bei Antalya mit Bratkartoffeln, Pilzen und Naanbrot.

    Tilman: Und Knoblauchsoße.

    Amélie: Das war so schön detailliert, da bekommt man gleich Hunger (lacht).


    Zuckersüß – zum ersten Mal Honig essen

    Nach dem Konzept bei Untoldency wird am Ende eines Interviews nach einer untold story gefragt. Also was euch auf dem Herzen liegt oder eine witzige Anekdote, die ihr noch nie in einem Interview erzählt habt.

    Peter (Tilman): Wir verkaufen jetzt Band-Honig. Wir kamen auf die Idee, weil ich mit der Band das erste Mal Honig gegessen habe.

    Amélie: Wirklich?

    Tilman: Ja, das war vor einem Jahr als Peter sagt, er habe noch nie Honig gegessen. Seit dem ist er verliebt.

    Amélie: Also gibt es jetzt jeden Morgen ein Honigbrot?

    Peter (Tilman): Ja, tatsächlich. Ab jetzt ja dann auch Tilman-Honigbrot!

    Amélie: Das war so eine schöne untold story! Damit schließen wir auch das Interview ab, hat mich riesig gefreut! Jetzt freue ich mich schon sehr auf euren Auftritt.

    Tilman: Danke dir, dass wir hier sein durften.

    Peter (Tilman): Danke, wir uns auch!

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    Foto Credits: Pascal Schattenburg; Amélie Ostara Freund

  • Exklusive Videopremiere: DAVEE DEE und „Zellophan“

    Liebe Leser*innen,
    heute feiern wir die Videopremiere von „Zellophan“ von DAVEE DEE! Der Leipziger Musiker serviert uns nach seiner im Juni erschienenen Single „Liebe Grüße“ schon die zweite Single samt Video dieses Jahr. Im Fokus steht seit 2020 auch seine Band, die nicht nur live für die Prise Abriss sorgt, sondern den Sound der neuen Songs ebenfalls maßgeblich beeinflusst. Ein Mix aus düsterem Alternative-Rock und Rap, die Texte zwischen melancholischen Gedankenspielen und Gänsehaut-Storylines.


    Viel mehr als Plastik

    Zellophan? Ist das nicht das Zeug, in dem die CDs eingepackt sind? Diese Folie, die man erst halb abgelutscht und dann — wenn überhaupt — nur mit den Zähnen aufbekommen hat? Pardon, aber nein. Denn Zellophan besteht nicht (wie ich immer dachte) aus Plastik, sondern wird aus nachwachsenden Rohstoffen (wie zum Beispiel Holz) hergestellt. Somit ist es sogar kompostierbar und wasserdampfdurchlässig! Klingt verrückt, ist aber für unser heutiges Vorhaben durchaus von Vorteil. Denn das, was DAVEE DEE in seine Zellophanfolie einwickelt, darf auf keinen Fall dem Erstickungstod zum Opfer fallen!

    DAVEE DEEs markante Stimme braucht eigentlich nicht viel mehr als eine Klavierbegleitung. Und genau so beginnt auch der Song. Die ersten Sekunden von „Zellophan“ wiegen mich in den richtigen Modus, bevor Drums und Bass sich auf gemeinsamen Zählzeiten schneiden und meinen Oberkörper im Takt zucken lassen. Dezente E-Gitarren sorgen für die sphärischen Flächen und das Schwelgen in eigenen Erinnerungen, die der Text bei mir hervorruft. Darin geht es um begrabene Träume, Erwartungsdruck und um den Moment, wenn du draußen im Kalten stehst, durchatmest und merkst: irgendwie ist hier etwas aus dem Ruder gelaufen — obwohl doch eigentlich alles nach Plan läuft.

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    Zum Fliegen aufs Dach

    Die eigenen Träume in Zellophan zu verpacken ist ja eigentlich keine schlechte Idee. Noch heute ist Zellophan ein beliebtes Material zum Verpacken verderblicher Waren. So werden die Träume zwar kurzfristig artgerecht konserviert, doch leider nagt wohl auch hier der Zahn der Zeit ein Loch in die Knisterfolie. Und dieser Traum, das aufgeschobene Vorhaben, wird irgendwann einfach unappetitlich. Dann fragt man sich ja, wäre es nicht besser gewesen, die Träume direkt zu verwerfen, bevor sie noch so endlos lange auf Halde liegen und langsam verrotten? Auch hier gibt der Song Antwort: es ist nicht immer nur ein „Fingerschnippen“, aber der Wille zur Veränderung lässt diese dünne Folie leicht einreißen.


    „Nichts geplant, einfach gemacht
    In Hausschuhen zum Fliegen aufs Dach
    Und kaum bist du wieder am Boden
    Fragst du dich „Wow, wie hab ich das bloß gemacht?“


    Musikalisch passend baut sich der Song immer breiter und größer vor uns auf. Die einzelnen Szenen des Videos werden immer wieder durch keine Trickfilm Animationen ausgeschmückt und visualisieren die gesungenen Zeilen. Das vermittelt zwischen den sonst doch sehr düsteren Kulissen einen lauwarmen Hauch von Geborgenheit. In einem endlos langen Tunnel und einer Waldlichtung bei Nacht sehen wir DAVEE DEE und seine Band performen, gekonnt durch gezielte Schnitte und sanfte Blenden in Szene gesetzt.

    Die anfänglich zarten Gitarrenklänge werden im Laufe des Songs immer härter und rhythmischer. Kurz vor Schluss noch mal ein kurzer Part zum Durchatmen, wahrscheinlich der Part, bei dem live die ganze Crowd in die Hocke geht und gespannt auf den Drop zum Ausrasten wartet. Und der hat sich dann definitiv gewaschen! Dicke Gitarrenwände und ein mächtiger Breakdown-Beat sorgen zum Abschied noch für saftigen Muskelkater im Nacken. Bei mir hats definitiv nicht nur an der Folie geknistert! Viel Spaß mit „Zellophan“!

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