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  • Mavi Phoenix gibt mit „Leaving“ einen Vorgeschmack auf seinen neuen Sound

    Mavi Phoenix gibt mit „Leaving“ einen Vorgeschmack auf seinen neuen Sound

    Mavi Phoenix dürfte den aufmerksamen untoldency-Leser:innen bereits ein bekannter Name sein. Der österreichische Sänger hat im Frühjahr letzten Jahres sein Debütalbum „Boys Toys“ veröffentlicht. Anna’s Review zum Album findet ihr hier. Mit „Boys Toys“ eröffnete Mavi einen exklusiven Einblick in seine Gefühlswelt rund um die Gender-Identitätsfindung. Während das Album sehr geprägt ist von Trap-Beats, Cloud-Rap und R&B, kommt Mavi dieses Jahr mit einem neuen Sound daher. Die neueste Single „Leaving“ habe ich einmal genauer unter die Lupe genommen und versucht zu verstehen, was hinter dem neuen Sound steckt.

    Als im April – gut einem Jahr nach „Boys Toys“ – die Single „Grass And The Sun“ rauskam war mir direkt klar: Das ist ein neuer Mavi Phoenix Sound. Dieser neue Sound klingt nach Indiepop, Lo-Fi, Spuren von Folk und Rock. Also ein ziemlicher Kontrast zu den alten Songs von Mavi. Das kommt allerdings nicht von ungefähr. Der 26-jährige Österreicher möchte mit „Leaving“ eine neue Richtung vorgeben und macht deutlich: So will er ab jetzt klingen.

    the new main indie pop boy

    Passenderweise kommentiert er dazu in einer Insta-Story: „On my way to become a main indie pop boy“. Als Marlon, wie Mavi mit bürgerlichem Namen heißt, Anfang September den Amadeus Austria Music Award in der Kategorie Urban/Hip-Hop gewinnt, freut er sich natürlich total, betont aber im gleichen Atemzug, dass er sich dem Alternative/Indie-Genre zugehörig fühlt. Wem das immer noch nicht deutlich genug war: Mavi Phoenix macht jetzt Indie Pop Musik.

    Kommen wir jetzt aber mal zu „Leaving“. Beim ersten Hören musste ich direkt erstmal stutzen: Kommt mir der Anfang nicht bekannt vor? Für mich klingen die ersten paar Akkorde wie eine Akustikgitarrenversion von „Nothing Good“, der zweiten Single von Mavi in 2021. Da ich den Song aber auch schon ziemlich gefeiert habe, stört mich das nicht weiter. Ansonsten klingt Mavi in „Leaving“ ungewohnt ruhig. Der Song baut sich langsam auf und die Gitarre wird immer mehr unterstützt.  

    „Ich wusste gleich, dass dieser Song etwas Besonderes ist. Das könnte der beste Song sein, den ich je geschrieben habe.“

    „Leaving“ ist letztes Jahr entstanden – also mitten in einer Zeit, die geprägt von Ungewissheit, Abwarten und einer Menge Selbstreflexion war. Mavi sieht den Song daher als eine Art Neuerfindung seiner Musik. „Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich mich über die Veröffentlichung des Songs freue, denn er hat mich nach einer schwierigen Phase wieder an mich, als Künstler glauben lassen“,erklärt Mavi.

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    Das Musikvideo zu „Leaving“ kommt in minimalistischer schwarz-weiß Ästhetik daher. Die Aufmerksamkeit soll auf der Musik liegen. Mavi selbst ist immer eher klein zu sehen und wirkt etwas verloren in der „großen“ Welt – meiner Meinung nach sehr passend zu den Lyrics.

    „It’s the same old story for us all. When you love someone and they just don’t.“ 

    Diese Zeile aus dem Song fasst den Kern des Songs ganz gut zusammen und lässt wahrscheinlich auch ziemlich viele ganz gut mit ihm identifizieren. Den Rückschlag einer nichterwiderten Liebe zu verkraften ist nicht einfach, aber in „Leaving“ verarbeitet Mavi dieses Gefühl und findet den Weg zurück in ein ausgeglichenes Selbstwertgefühl. „Ich bin zu der befreienden Erkenntnis gekommen, dass man die Kontrolle über sein Leben und seine Gefühlswelt wiedererlangen kann, indem man Situationen, Menschen und/oder andere Dinge die schlecht für einen sind einfach verlässt,“ sagt Mavi.

    Ende Juli hat der österreichische Künstler ein Video auf YouTube gepostet, wo er die Entwicklung seiner Stimme festgehalten hat nachdem er ein Jahr lang Testosteron nimmt und man merkt einfach total, wie er im Laufe deutlich glücklicher wirkt und sich wohler fühlt mit seiner Stimme und auch in seinem Körper. Zusammen mit der Message hinter „Leaving“ macht es mich ebenfalls sehr glücklich zu sehen, wie Mavi zu sich selbst findet.

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    Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, was von Mavi Phoenix als nächstes kommt und bin ziemlich gehyped auf den neuen Indie Pop Sound. Für mich bleibt Mavi trotz veränderten Klang weiterhin ein super interessanter Künstler, der einfach mehr Aufmerksamkeit verdient. Wenn ihr also den neuen Song „Leaving“ noch nicht gehört habt, dann könnt ihr das jetzt hier mal ganz schnell nachholen:

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    Fotocredit: Randy Kambodscha

  • Eine Portion Wellness für die Seele: Amilli mit „Hazy Days“

    Neo-Soul, R’n’B und ein bisschen Pop – genau diesen Mix liebe ich an Amilli’s Musik. Deswegen war ich auch ziemlich hyped als ein neuer Song angekündigt wurde. Mit „Hazy Days“ knüpft die Sängerin ihren einmaligen Amilli-Sound von „Pulling Punches“ an. Was ich von dem Song halte, lest ihr hier.

    Mit „Rarri“ gelang Amilli im Jahr 2018 der virale Durchbruch, sie gewann den 1Live Förderpreis und veröffentlichte ein Jahr später ihre EP „Wings“. Im Oktober 2020 folgt EP Nr. 2 mit „Pulling Punches“ und eine stetig wachsende Fangemeinde. Man kann Amilli also wohl getrost zugestehen, dass sie sich seit Anfang ihrer Musikkarriere auf keinen Fall auf die faule Haut gelegt hat.

    „Ich bin so zufrieden und glücklich mit diesem Song und ich weiß, dass ich das fast immer sage, aber das ist wirklich mein liebster Song, den ich bis jetzt veröffentlicht habe. Es ist schwer zu beschreiben, aber er spiegelt irgendwie genau wider, wie ich mich momentan fühle.“

    Während es thematisch in „Pulling Punches“ eher um Beziehungen und die Rolle einer Frau in der Gesellschaft geht, wie Amilli im untoldency-Interview Anfang dieses Jahres erklärt, ist „Hazy Days“ ihr selbst gewidmet. Im Song geht es um den Prozess zu sich selbst zu finden. Sie appelliert dazu, mehr Energie in die Beziehung zu sich selbst zu stecken und auf sich Acht zu geben. Ich habe beim Hören das Gefühl, dass sie mich schon fast persönlich anspricht. Vermutlich liegt das am entspannten Hintergrund-Bass, der Amilli’s Stimme in den Vordergrund rückt und auf eine positive Art aufdringlich wirken lässt.

    Im Musikvideo kommt diese Message perfekt rüber! Das Video ist eher reduziert. Es ist nur Amilli zu sehen. Sie ist halt eben alleine mit sich selbst und schaut des Öfteren mal etwas verloren und lieblich in die Kamera. Ästhetisch holt mich das Video genau da ab, wo der Song bereits angefangen hat.

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    „I ‚m always trying to love every inch of me but sometimes life is one step ahead of me“

    Der Song startet zwar recht gedämpft, schafft es aber auf irgendeine Weise super atmosphärisch und locker ein gutes Gefühl zu hinterlassen. Dazu kommen Appelle an die Selbstliebe, formuliert durch Dinge, die Amilli sich wohlfühlen lassen. Ich fühle mich teilweise etwas ertappt und sehe mich in den Mustern wieder, die sie beschreibt. Kein Wunder bei einem so persönlichen Song!

    “Mittlerweile stecke ich immer mehr von mir in meine Songs und dadurch wird es immer aufregender und auch ein bisschen beängstigend diese dann zu veröffentlichen. Es macht verletzlicher, was gleichzeitig eine sehr schöne Sache ist. Vor allem in diesen komischen Zeiten, leben wir glaube ich alle mehr in unseren Köpfen, als es vielleicht gesund ist und Hazy Days fühlt sich für mich an, wie eine große Umarmung und ich hoffe, dass der Song das gleiche auch bei dem ein oder anderen auslösen kann“

    Also ich fühle mich wirklich sehr herzlich und aufrichtig umarmt von dem Song. Er hinterlässt bei mir ein wohliges Gefühl und schafft eine Komfortzone ohne zu überfordern. Für mich einfach ein richtiger Wohlfühl-Song mit einer tollen Message!

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