Autor: untoldency

  • Fantasievoll und authentisch: so war orbit am 11.12.2025 in Berlin.

    Fantasievoll und authentisch: so war orbit am 11.12.2025 in Berlin.

    Zoe und Ricarda, Schülerinnen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, waren am 11.12.2025 auf dem Konzert von orbit im Huxleys Neue Welt in Berlin und berichten von ihrem Erlebnis.

    Music & Friends

    Hinter orbit steckt der etwa 29 Jahre alte Produzent, Songwriter und Multi-Instrumentalist Marcel Heym mit seinen Freunden, welche aus Achim bei Bremen kommen.

    Marcel sammelte bereits mit 17 Jahren internationale Bühnenerfahrung, nachdem er mit seinem Bruder Patrick Heym die Schüler-Rockband Casting Luis gründete. 
    Mit 20, lebte Marcel in Berlin und arbeitete hier als Musikproduzent. 
    Als er in der Großstadt nicht glücklich wurde, zog er zurück in seine Heimatstadt und startete sein eigenes Musikprojekt. 

    orbit entwickelte sich zu einem Ort für Kreativität, einem Kollektiv für verschiedene Projekte. Das Debüt-Album von orbit war ihre EP „Perspectives“ aus dem Jahr 2020 und 2021 organisierte Marcel mithilfe seiner Internet-Community die erste Tour für orbit.

    Das Zitat in orbits Spotify-Bio beschreibt sehr gut, womit sich Marcel in seiner Musik auseinandersetzt:

    „A heavenly place between the forest, vast fields and a beach by the river. Here I grew up wit my friends, a group of kids who met in school and decided to stay together. Here we live, create and dream.“ 

    „Ein himmlischer Ort zwischen Wald, weiten Feldern und einem Strand am Fluss. Hier bin ich mit meinen Freunden aufgewachsen, einer Gruppe von Kindern, die sich in der Schule kennengelernt haben und beschlossen haben, zusammenzubleiben. Hier leben, gestalten und träumen wir.“

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    Heute heißen ihre bekanntesten Songs „Friday Night“ , „Perspectives“ , „Time in the Afternoon, …“. Nach der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Countless Feelings But So Few Words“ sind sie jetzt, zusammen mit Cowboy LYF als Vorband, auf ihrer ersten großen Europatournee und spielen am 11.12.25 in Berlin ihre größte Headline Show bisher.

    Bühne und Atmosphäre 

    Die Show ist perfekt inszeniert. Das Bühnenbild vermittelt durch kleine, aufgebaute Getreidefelder, alte Windräder und von der Decke hängende Zugvögel ein verspieltes, ländliches Feeling inmitten der Großstadt. Die sich drehenden Windräder und die Zugvögel aus Spiegelglas verbreiteten das Licht in der Halle und sorgen für ein atemberaubend dynamisches Lichtspiel, welches regelrecht mit dem Beat und Rhythmus der Musik zu verschmelzen scheint.

    Unser absolutes Highlight ist ein auf der Bühne erschaffener funkelnder Sternenhimmel, welcher eine sehr verträumte und magische Atmosphäre ins Huxleys bringt.

    orbit verbindet in seinen Liedern einen Mix aus Indie, Dream Pop und elektronischer Musik und begeistert seine Fans immer wieder mit den vielen musikalischen Kontrasten. Sie arbeiten mit Synthesizer, Stimmverzerrungen und einem Piano, aber auch mit Akustik-Gitarre und einem live gespielten Bass.

    Ehrlich und Authentisch

    Sie stehen in Berlin nur zu zweit auf der Bühne, geplant war eigentlich zu dritt.  Da Luka Björk Küssner aber kurzfristig krank geworden ist, stehen nur Marcel Heym und Morlin Baginski vor dem relativ jungen Publikum, auf der Bühne. Mit Songs wie „Youth“, „Perspectives“, „Formula“, „Call Me at Midnight“, „Rewind“, „So Far Away“ und „Friday Night“ sorgen sie für eine lässige, schwerelose aber auch energievolle Atmosphäre im Huxleys.

    Marcel interagiert häufig mit dem Publikum. Er erzählt von seinem ersten Auftritt in Berlin, der vor maximal 30 Leuten stattfand und freut sich sehr, dass wir an dem Abend ungefähr 1500 Menschen sind. Er sagt uns, dass es sich für ihn wie ein Fiebertraum anfühlt vor so einem großen Publikum zu spielen und dass er versucht sich vorzustellen nur vor ein paar Menschen zu spielen, damit er entspannter ist. Es entsteht trotz seiner Aufregung ein sehr entspanntes familiäres Flair. 
    Zum Schluss bedankt er sich nicht nur bei seinen Fans, dass sie alle da sind, sondern auch bei seinen Freunden und der Crew, ohne die das alles gar nicht möglich gewesen wäre. Am Ende hört man einen Fan „Gracias!“ rufen und Marcel bekommt von noch einem Fan Blumen geschenkt.

    Unser Eindruck

    orbit hat uns eine energiereiche, phantasievolle und verträumte Show geliefert, die uns echt beeindruckt hat. Uns hat besonders der Song „Perspectives“ berührt, der einige überraschende Effekte mit sich bringt und doch einen entspannten Vibe hat. Wir haben uns auch richtig wohl gefühlt, da orbit sich für die Tour ein Awareness-Konzept überlegt hat, damit die Konzerte ein Safe Space für alle sind. Auch die Location fanden wir richtig gut. Sie war nicht zu groß, es gab mehrere kleine Zuschauertribünen an den Seiten und eine große Zuschauertribüne mit mehreren Ebenen hinten im Saal. Dadurch konnte man auch etwas sehen, wenn man nicht ganz vorne stand.

    Am 13.12.25 hat orbit vor der Tour Pause noch in ihrer Heimat Bremen gespielt. Nach ihrer Pause es geht im Februar 2026 für orbit nochmal in einige Städte, bevor die „Small Town Friends on Europe Tour 2025“ endet.

    „Countless Feelings But So Few Words“ 
    Weitere Konzerttermine:

    2026

    05.02. London
    06.02. Warschau
    07.02. Prag
    08.02. Budapest
    12.02. Oslo
    13.02. Stockholm
    14.02. Kopenhagen
    25.02. Berlin
    26.02. Hannover
    27.02. Leipzig
    28.02. Frankfurt

    Folgt orbit jetzt auf Instagram, Spotify und YouTube!

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  • untoldency proudly presents: Almost Twins „Album Release“-Tour 2026

    untoldency proudly presents: Almost Twins „Album Release“-Tour 2026

    Wir haben euch Almost Twins schon vor zwei Jahren empfohlen, als sie gerade mit ihrem Debütalbum auf erste eigene Headline-Tour durch Deutschland unterwegs waren. Solltet ihr euch damals in die fünfköpfige Indie-Folk Band aus Leipzig verliebt haben, dann dürfte euch die kommende News besonders freuen! Und falls ihr gerade jetzt erst über sie stolpert und offen seid für Neues, dann dürft ihr euch auch besonders freuen! Denn gute Musik auf kleinen Live-Bühnen ist immer ein Grund zur Freude. Macht euch bereit für die „Visions Album Tour“ eurer neuen Lieblings-Newcomer-Band Almost Twins!

    Das neue Album „Visions“ coming soon!

    Almost Twins machen berührenden Indie-Folk, der sich irgendwie in dieser warm-wohligen Nische zwischen verträumten Saxophonmelodien und Klarinettenlinien wiederfindet. Jazzige Instrumente und Melodien treffen auf diese Verspieltheit des Indie-Folks und, was sollen wir sagen, es verzaubert uns seit Jahren. Es ist ein leichter Sound, der mehr Tiefe hat, als man anfangs denkt – weshalb es sich gerade so lohnt, die Tik Tok Algorithmen Tik Tok Algorithmen sein zu lassen und einfach mal kurz die Augen zu schließen. Almost Twins bringen euch runter auf den Ruhepol, den euer Körper vielleicht mehr braucht als ihr denkt. Denn wenn man Musik so richtig tief fühlt, entspannt sich nicht nur der Kopf, sondern auch sämtliche Muskeln und Verspannungen lösen sich. Und wenn man dann tiefenentspannt ist, haben Almost Twins auch den perfekten smoothen Indie-Hit, um eure Hüften sanft-locker zu lösen:

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    Ihr merkt – wir schwärmen ein bisschen doll. Falls ihr also noch ein kleines Konzert sucht, um euch im Februar live in Musik zu verlieben und Newcomer*innen zu unterstützen, dann schaut hier vorbei!


    03.02.2026 – Göttingen, Nörgelbuff
    04.02.2026 – Hannover, Warenannahme
    06.02.2026 – Hamburg, Halle 424
    07.02.2026 – Madgeburg, Moritzhof
    10.02.2026 – Stuttgart, Café Galao
    11.02.2026 – München, Milla Club

    13.02.2026 – Berlin, Kantine am Berghain
    07.03.2026 – Leipzig, die naTo

    Am 30.01.2026 kommt das neue Album von Almost Twins Visions! Es wird kein schöneres Release-Geschenk geben, als sie auf ihrer Tour zu besuchen und das Album direkt live zu hören. Sowohl für euch als auch für sie.

  • Wenn Swing auf Techno trifft, tanzt jeder los: So war Parov Stelar am 14.11. 2025 in Berlin

    Wenn Swing auf Techno trifft, tanzt jeder los: So war Parov Stelar am 14.11. 2025 in Berlin

    Nora und Junia, Schüler*innen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, berichten von einem Konzert und einer einmaligen Reise durch Jazz, Swing, House und elektronischer Musik

    Als wir am 14. November 2025 knapp um 20:00 in der Uber Eats Halle in Berlin ankommen, wissen wir nicht was uns erwartet. Die Konzerthalle ist bis zu den obersten Rängen voll.
    Wir haben Stehplätze, sind aber relativ weit hinten. Bevor Parov Stelar anfängt aufzulegen, startet El Siciliano, sein langjähriger Support DJ, mit einigen Techno Hits, um die Stimmung anzuheizen. Parov Stelar lässt auf sich warten und baut die Stimmung auf, indem er Schwarz-Weiß Clips und Fotos mit tiefer, mysteriöser Hintergrundmusik auf einer großen Leinwand abspielt. Die Clips erinnern an einen Film Noir. Es werden Babys mit strahlenden Augen gezeigt, ein Skelett, das Klavier spielt, viele Frauen mit Kopftüchern oder auch Maschinen, die menschenähnlich aussehen. Das Intro ist sehr dunkel. Umso überraschender ist der Übergang als Parov Stelar und seine Live Band schließlich anfangen zu spielen.

    Das neue Album sorgt für große Spannung

    Heute erscheint Parov Stelars neues Album: „Artifact“. Er beginnt sein Konzert auch mit einem der neuen Songs. Die Stimmung steigt sofort in die Höhe. Er spielt viele neue Songs, aber auch die meisten seiner bekannten, älteren. Ein paar Hits, die uns fehlen sind u.a. „The Sun“ und „Tango de Fuego“.

    Wir sind begeistert von der Live Band. Es gibt drei Bläser, Trompete, Saxophon und Posaune, ein Schlagzeuger, Synthesizer, ein Sänger und eine Sängerin, Gitarre, Bass und natürlich Parov Stelar, mit bürgerlichem Name Marcus Füreder, selbst, der alle Klänge und Sounds zusammen mischt.

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    Ein Rhythmus, der dich mitreißt

    Die Stimmung ist ein einziges Hoch. Es gibt keine Tiefen. Dafür sorgt Parov Stelar mit seiner musikalischen Abwechslung und ständigen experimentellen Stiländerungen von der Mischung aus Techno, Jazz, Swing und House.
    Er zaubert mit der perfekten Mischung aus Energie, Sound und Licht, die ideale Stimmung. Auf der riesigen Leinwand sieht man weiterhin von KI erzeugte Filme, aber auch abstrakte Formen und Farben – allerdings immer abgestimmt und passend zur Musik. Begleitet von der aufwändigen Lichtshow fühlen wir uns wie im Club. Nur eben mit Live Musik und hunderten Fans.

    Mal spielen sie ihre Songs, mal experimentieren sie Minuten lang mit verschiedenen Sounds und Melodien herum. Öfters wird mit den Schatten der Musiker gespielt, die durch Scheinwerfer, riesengroß an den Wänden erscheinen.

    Pure Energie

    Parov Stelar selbst bleibt im Hintergrund, während seine Band eine immense Show abliefert. Er steht auf einem kleinen Podest in der Mitte der Bühne und mixt von dort. Im Rampenlicht stehen die anderen Musiker und alle bekommen ein eigenes Solo.
    Ob abgefahrene Cypord Sounds oder klassische Swing Solos vom Saxophon, wir Zuhörer*innen werden mit einbezogen. In einem Moment klatschen wir den Beat für den Drummer, in einem anderen singen wir angeleitet vom Trompetenspieler mit lautem Jubeln das Intro zum nächsten Song.

    In einem besonderen Augenblick kommt der Trompeter mit einem Rotwein gefülltem Weinglas auf die Bühne. Nach dem er es in einem Zug ausgetrunken hat, setzt er es an seine Trompete und benutzt es als Resonator, um dem Klang der Trompete einen quatschigen Oldschool Sound zu geben – etwas, das wir noch nie vorher gehört oder gesehen haben.

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    Das Ende? Falsch gedacht

    Zum Ende hin bedankt sich Parov Stelar beim Publikum und erklärt kurz, wie besonders es für ihn ist, in Berlin aufzutreten. Er verkündet, dass man ab jetzt das gesamte neue Album “Artifact“ hören kann und dass wir noch einmal den Release mit den nächsten Songs feiern werden. Es folgt ein Techno Sound, begleitet von den Bläsern, bei dem wir alle in die Hocke gehen. Die Musik setzt aus, für einige Sekunden ist es komplett still. Der Beat geht wieder los. Wir springen alle gemeinsam auf und tanzen weiter.

    Die Farben der Leinwand pocht passend zum Beat. Die Stimmung ist erhitzt, niemand will schon aufhören zu tanzen.
    Nach einer Zugabe verlassen alle Musiker*innen die Bühne, aber das Publikum ist noch nicht zufrieden und lässt nicht locker. Die Band kommt zurück und die Sängerin ruft, dass eine Party an einem Freitagabend in Berlin nicht so früh Enden kann.

    Nachdem noch mehrere Songs gespielt werden, darunter ein Remix aus „Sweet Dreams“ und „SexyBack“, spielen sie noch die zwei bekanntesten Songs „All Night“ und „Catgroove“. Das ganze Publikum tanzt ausgelassen bis zur letzten Sekunde und so geht dann doch das Konzert und dieser wunderschöne Abend zu Ende.

    Der Abend, der uns zu Fans machte

    Uns hat dieses Konzert besonders gut gefallen. Wir waren mit wenig Erwartung angekommen und wurden positiv überrascht davon, dass alles Songs live und nicht vom Band gespielt wurden.
    Besonders beeindruckend fanden wir die Bühnenpräsenz der Band, das Experimentelle und die unerwarteten Stiländerungen. Wenn man nach einem Konzert direkt die Musik weiterhören will und Tickets für das nächste Mal kaufen möchte, ist das ein gutes Zeichen. Wir konnten die ganze Nacht nicht aufhören zu tanzen und wurden völlig von der energetischen Stimmung mitgerissen. Wir hatten das Gefühl bei einer Live Jam Session dabei zu sein, da jede Künstler*in das eigene Solo gelebt hat.

    Das Konzert ist schwer mit anderen Konzerten zu vergleichen, da auch Parov Stelars Musikstil so einzigartig ist. Die Art, wie er Jazz Rhythmen und Swing Klänge mit seinem eigenen Stil mixt, ist sehr besonders.

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  • Ein schwungvoller Jahresabschluss voller Energie und Gefühlen: So war REMOTE BONDAGE am 20.12.2025 in Berlin

    Ein schwungvoller Jahresabschluss voller Energie und Gefühlen: So war REMOTE BONDAGE am 20.12.2025 in Berlin

    Am 20.12.2025 spielt REMOTE BONDAGE im Lido Berlin und bringen zum Jahresende nochmal richtig Schwung in ihr Publikum.

    Die Musik der 2022 gegründeten Berliner Band spielt irgendwo zwischen Punk, Indie, Rock und Pop. REMOTE BONDAGE besteht aus drei Sängerinnen, einer Bassistin und einem Schlagzeuger, ab und zu spielen sie auch Gitarre. Sie thematisieren mit ihren kritischen, politischen Texten Feminismus, Sexismus, Gewalt, Sex und Queerness.

    An diesem Abend spielen sie nicht irgendein Konzert, sondern das Abschlusskonzert ihrer ersten Headline Tour! Gleichzeitig ist es ihr zweites Jahresabschlusskonzert, mit dem sie das Jahr gemeinsam mit ihren Fans beenden.

    Kreative Ansagen und großartige Supports

    Die Bühne ist leer, da kommen zwei der drei Sängerinnen von REMOTE BONDAGE auf die Bühne. Singend kündigen sie den ersten Support an: LISKA. Nur sie und ihr DJ sind auf der Bühne. Sie beginnen das Konzert mit einer ruhigen und gefühlvollen Stimmung im Saal, die das Publikum gut ankommen lässt. Auf meist langsamen Beats rappt LISKA sehr authentische Texte über sensible Themen wie zum Beispiel das Thema Essstörungen, für die sie Aufmerksamkeit schaffen möchte.

    Nach einer Umbaupause füllt sich der Saal des Lido Berlin. Wieder kommen die Sängerinnen auf die Bühne und kündigen auch den zweiten Support mit zweistimmigem Gesang an: die Band NIKRA. Die Queer-Punk-Band bringt viel Energie mit und eröffnet einen ersten Moshpit.

    Ein energievoller Start

    Da kommt sie endlich, die Band. Wie echte Queens kommen sie auf die Bühne geschwebt und begrüßen winkend ihr Publikum. Mit einem kurzen Inhaltsverzeichnis über den Verlauf des Abends teilen sie dem Publikum mit, was sie heute alles für Themen erwarten werden.

    Als erstes spielen sie ihren Song „Alle leben schneller“, der den Leistungsdruck der Gesellschaft thematisiert und mit seiner starken Bass Line sofort zum Mittanzen animiert.

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    Etwas Besonderes in jedem Song

    Die Setlist steckt voller Energie. Direkt zu Beginn spielen REMOTE BONDAGE Hits wie „Daddy“ und „Katze“, in denen sie über Themen wie die Sexualisierung von Frauen, sexuelle Übergriffe und das Patriarchat singen. Diese Inhalte und ihre klare Haltung dazu bringen sie durch ihre Texte laut und eindringlich auf die Bühne.

    Doch auch die ruhige, gefühlvolle Seite kommt nicht zu kurz. Sie zeigt sich zum Beispiel im Song „als wäre es egal“, in dem es um eine Welt geht, in der Queerness etwas ganz Normales ist. Lange bleibt es jedoch nicht ruhig: Mit Songs wie „VULVARINE“„Ronny“ oder „Fast / Sex on the Beach“ thematisiert die Band Sex und Liebe ganz offen.

    In allen Liedern findet sich Kritik an diesen Themen oder ihrer Rolle in der Gesellschaft. Doch durch die Ironie in den Texten bleibt auch das Lachen nicht aus.

    Auch musikalisch bleibt es trotz der wenigen Instrumente immer interessant. Vor allem durch die unterschiedlichen Stimmen der drei Sängerinnen wirkt jeder Song spannend. Außerdem variieren sie den Gesang beispielsweise durch Mehrstimmigkeit und Background Vocals. Auch ein großartiges Bass Solo sorgt für Abwechslung in der Musik, womit sie absolut überzeugen.

    Besondere Momente gemeinsam erleben

    Man könnte meinen, als Zuhörer müsse man auf einem Konzert einfach nur zuhören – doch nicht bei REMOTE BONDAGE. Hier wird es nie langweilig. Bei Songs wie „Ronny“ singt das Publikum in drei verschiedenen Stimmen mit, die jeweils von einer der Sängerinnen angeleitet werden.

    Kurz vor einem Song über das Leben in einer WG bietet die Band eine Art WG-Suche an: Sie fragen ins Publikum, ob jemand gerade ein Zimmer frei hat oder selbst eines sucht, um Menschen miteinander zu verknüpfen.

    Zwischen den Songs stellen die Sängerinnen immer wieder die Frage ins Publikum: „Was wärt ihr gerne?“ Antworten wie fotzig oder lesbisch kommen zurück, woraufhin die Band den Refrain ihres Hits „So gerne hässlich“ angepasst anspielt: Statt „hässlich“ singen sie die vorgeschlagenen Wörter – etwa „Ich war noch nie so gerne lesbisch“.

    Zwischendurch wird auf der Bühne gequatscht, gelacht oder es werden Themen angesprochen, die der Band wichtig sind, vor allem politische. Dabei wenden sie sich immer wieder direkt an das Publikum.

    All das sorgt dafür, dass REMOTE BONDAGE sehr nahbar wirken. Es fühlt sich an, als würde nicht nur das Publikum die Band feiern, sondern auch die Band das Publikum. Alle sind unterstützend, authentisch und genießen gemeinsam den Moment – vor wie auf der Bühne.

    Kreativ über die Musik hinaus

    REMOTE BONDAGE sind unglaublich performativ, ob eine WG besichtigt wird oder sie zu ihrem Song „Ode an die Periode“ auf der Bühne scheinbares „Periodenblut“ trinken, wunderbar kreativ!

    Ihr Bühnenbild ist angenehm unaufwändig: Ein knallpinkes Banner mit ihrem Namen, welches super zu den knallpinken Outfits der Bandmitglieder passt.

    Auch vielseitige Choreos gehören zu ihrer Show. Ob zu dritt auf der Bühne kniend oder tanzend oder mitten durch das geteilte Publikum spazierend. Immer wild und bewegt.

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    Volle Bühne, toller Song

    Natürlich spielen REMOTE BONDAGE ihren frisch veröffentlichten gemeinsamen Song mit NIKRA nicht ohne sie. Für „Madonna vs. Britney“ kommt NIKRA noch einmal auf die Bühne und gemeinsam performen sie den Song so mitreißend, dass man die Beine kaum stillhalten kann.

    Das Beste kommt zum Schluss

    Nach ihrem letzten Song „Skorpion“ folgt eine Zugabe einer ganz anderen Klasse. Die Leute, die das Abschlusskonzert letzten Jahres bereits erlebt haben, wissen schon was gleich kommen wird.
    Es werden Liedzettel im ganzen Publikum verteilt. Sie sehen aus wie in einem Gottesdienst – mit Text und Noten. Dann singen alle gemeinsam „Fotzige Nacht“, eine umgedichtete Version von „Stille Nacht“, mit einem viel besseren Text, der durch und durch feministisch ist! Es ist wie in der Kirche – nur eben ganz anders. Es entsteht ein unglaublich schöner Moment der Verbindung schafft und noch lange in Erinnerung bleiben wird.

    Danach spielen sie endlich „So gerne hässlich“, aber diesmal ganz. Zuallerletzt erklingt „Ronny“, als ein letztes Mal das ganze Publikum mitsingt, sogar dreistimmig.

    Nach einer Danksagung an alle, die an der Tour mitgewirkt haben, ist dann auch mal die Band mit feiern dran: Mit dem gesamten Team tanzen sie auf der Bühne zum Techno-Remix ihres Songs „So gerne hässlich“. Damit ist das Konzert vorbei und alle gehen beschwingt, ausgelassen und glücklich nach Hause.

    Ein unvergessliches Erlebnis

    Das Konzert hat uns viel Spaß und Energie gebracht und uns auf vielen Ebenen sehr beeindruckt. Musikalisch waren es vor allem ihre Stimmen und der mehrstimmige Gesang, der ihre Musik so abwechslungsreich macht.

    Auch begeistert hat uns, dass sie ganz offen über so viele politische Themen und „Tabuthemen“ gesprochen und auch klar ihre Meinung dazu geäußert haben. Dabei wirkten sie auf uns immer nahbar und authentisch.

    Aber vor allem wurde das Konzerterlebnis so einzigartig durch die vielen und so unterschiedlichen, lustigen Aktionen und Ideen zwischendurch. Sie haben uns immer fühlen lassen, als wären wir mittendrin. Dabei haben wir uns von ganzem Herzen willkommen gefühlt, mit all unseren Emotionen, von Wut über Freude bis Geborgenheit.

    Alles in allem war es ein unvergessliches Erlebnis mit wunderbaren Menschen!

    REMOTE BONDAGE ist eine großartige Band, die ihr euch unbedingt anhören solltet. Ihr findet sie auf Instagram und Spotify und anderen Social Media Kanälen

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  • untoldency proudly presents: Pabst am 31.01. in Berlin

    untoldency proudly presents: Pabst am 31.01. in Berlin

    Es tut uns leid, dass du wieder Tinnitus haben wirst. Es tut uns leid, dass du am Tag danach heiser sein wirst. Es tut uns leid, dass die blauen Flecken erst eine Woche später weg sein werden. Es tut uns leid, dass deine Klamotten danach nach Schweiß stinken werden. Es tut uns leid, dass du diesen neuen Song zwei Tage lang nicht aus dem Kopf bekommen wirst. Denn Pabst spielen wieder Konzerte! Sorry for hyper-rocking.“

    sorry for hyper-rocking

    Das ist die Tourbeschreibung unser allerliebsten Berliner Indie-Rock Band nachdem sie uns ein paar Jahre lang auf neue Moshpits und Musik haben warten lassen. Am 31.01.2026 spielen sie ihr großes Heim-Tourfinale im vielleicht schönster Berlin Club – dem Lido. Und ihr könnt noch dabei sein!

    Pabst haben erst im November ihr neues Album This is normal now veröffentlicht, auf dem es viel über Reizüberflutung und Überstimulierung in der digitalisierten Welt geht und auch um Kritk an der Etwas, mit dem wir zu 100% relaten können. Das Album strotzt vor Hyper-Rock und will ehrlich versuchen, allem irgendwie standzuhalten und eine eigene Marke zu setzen.

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    Die aufgestaute Energie konnte die Band bereits im Winter 2025 auf der Bühne rauslassen, Ende Januar geht’s weiter. Bis dann zum großen Tour-Finale in Berlin! Da geht’s allein wegen Heimspiel und letztem Konzert Emotionen besonders doll ab. Schließt den ersten Monat des Jahres mit einem Pabst-würdigen Moshpit ab und seid dabei! Tickets gibt es noch zu kaufen – oder auf unserem Instagram zu gewinnen. Wir sehen euch dann da?

    Foto: Emilia Spitale

  • Ein Abend voll Selbstbewusstsein und Sinnlichkeit: so war Naomi Sharon am 24.11.2025 in Berlin

    Ein Abend voll Selbstbewusstsein und Sinnlichkeit: so war Naomi Sharon am 24.11.2025 in Berlin

    Mina und Miranda, Schüler*innen der Evangelische Schule Berlin Zentrum, berichten von ihrem Konzertabend mit Naomi Sharon.

    Intimität ab der ersten Sekunde, es ist klar: das wird ein Abend der nachklingt. Am 24.11.2025 tritt Naomi Sharon mit ihrer „The Only Love We Know“-Tour im Columbia Theater in Berlin auf. Sie füllt das gemütliche Theater mit ihrer meditativen Energie und schafft eine intime Atmosphäre.

    Die niederländisch-karibische Sängerin hatte ihren Durchbruch mit ihrem Debütalbum „Obsidian“ und hat mittlerweile fast 2 Millionen monatliche Hörer*innen. Zum Verwechseln ähnlich mit Sade hat auch Naomi Sharon eine unglaublich schöne, selige Stimme und arbeitet viel mit akustischen Gitarren-Sounds, welche sie mit modernen Elementen in die Gegenwart holt. Mit ihrer in diesem Jahr neu erschienenen EP ,,The Only Love We Know“ tourt sie durch Europa und Amerika und singt mit einer spirituellen Stimmung über Selbstliebe.

    Minimalismus mit maximaler Wirkung

    Gegen 20 Uhr ist das Columbia Theater gefüllt mit rund 800 Menschen, die an der Bar sitzen, sich unterhalten und gespannt auf Naomis Performance warten. Bevor sie auf die Bühne tritt, eröffnet Jessy Blakemore den Abend mit mehreren ihrer warmen und herzlichen Songs, die einen stimmungsvollen Einstieg bieten.

    Die Bühne ist leer bis auf ihre Begleitung am DJ-Pult, eine weiße Beleuchtung und Nebel. Aus den Boxen ist für das Publikum bereits der erste Song zu hören, alle jubeln. Naomi tritt in einem ihrer epischen, weißen Latex-Outfits aus dem Nebel hervor und schenkt dem Publikum ein verzauberndes Lächeln.

    Ohne ein Wort beginnt sie mit ihrem Song „Bittersweet“, der auch ihre neue EP eröffnet. So startet sie mit einer selbstbewussten Energie und ihren im Wind der Ventilatoren wehenden Haaren in den Abend. Nun folgen überwiegend ruhige Songs wie „Hills“, der von einer akustischen Gitarre begleitet eine sinnliche Stimmung schafft. Das Publikum wiegt im Wind hin und her und singt mit, wo es nur kann.

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    Mit „Myrrh“ trifft uns Naomi direkt ins Herz. Ihre samtige Stimme füllt den Raum mit einer beeindruckenden Klarheit. Mit Lichtern, die auf dem Publikum wie Wasser schimmern, fließen vermehrt Tränen. Der minimalistische Bühnenaufbau und die One-Woman-Band geben Naomis Stimme die verdiente Aufmerksamkeit.

    Zwischen Liebe und Unabhängigkeit

    Mit „Definition of Love“, die Lead Single aus ihrem Debutalbum, leitet sie schon fast einen kleinen Stimmungswechsel ein. Spätestens ab dem Refrain fangen alle an mitzuwippen. Ziemlich textsicher wird das Publikum in den Mantra-ähnlichen Zeilen: „Heavens in your eyes, let me follow“ mit denen Naomi ihren Wunsch nach Liebe manifestiert.

    Danach geht es direkt weiter mit „If This Is Love“. In dem Song entwickelt sich aus dem Wunsch nach Liebe eine Ablehnung ihr gegenüber. Auch jetzt animiert sie das Publikum, die Zeilen: „if this is love, then I don’t want it“ mitzusingen. Insgesamt hält sie sich viel an die Albumstruktur und sagt wenig bis gar nichts zu ihren Songs. Dies empfinden wir aber nicht als negativ, da die Songs sehr gut für sich stehen.

    Langsam werden die Songs immer tanzbarer. Bei „Push“ tanzt Naomi sogar selbst extravagant mit und unterstreicht ihre weiche Stimme mit modernen Afrobeats. „Holding in Place“ treibt das Tempo weiter an. Spätestens jetzt tanzen wirklich alle mit und singen: „nothing. I give that boy nothing.“

    Mit „Celestial“ leitet sie noch einmal eine ruhigere Stimmung ein, welche sie dann aber mit „Time and Trust“ wieder auflöst. „Time And Trust“ ist zurzeit ihr beliebtester Song und schafft es fast, den Sommer an diesem kalten Novemberabend ins Columbia Theater zurückzubringen.

    Eine spirituelle Stimmung

    Es gibt keinen Moment in dem das Publikum so richtig abgeht, da Naomi Sharon die meditative und emotionale Stimmung fast durch das gesamte Konzert hält. Stattdessen tauchen Songs wie „Calm Waters“, mit seinen Naturgeräuschen und einem entspannten Beat den Abend in eine spirituelle Atmosphäre. Zu „Soft Like Dawn“ holen alle im Publikum ihre Lichter heraus und mit Wassergeräuschen im Hintergrund werden wir zu einem schwimmenden Lichtermeer.

    In ihrer neuen EP spricht Naomi vermehrt Themen wie Selbstliebe und Weiblichkeit an. Sie ist die erste Frau mit einem Vertrag bei Drake’s Label „OVO Sound“ und setzt damit ein Zeichen in einer männlich dominierten Musikbranche.

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    Energie, die den Raum füllt

    Ihr letzter Song „Another Life“ fasst das Konzert perfekt zusammen. Es gibt einen schönen schwebenden Klangteppich, einen prägnanten Beat und natürlich wieder ein Mantra, das allen im Kopf bleibt: „Don’t let your love run out“. Auch diese Zeile wäre der perfekte Abschluss, wenn es nicht eine noch perfektere Zugabe gäbe.

    Ein Gospelchor singt: „That’s the way the story goes, that’s the only love we know“. Obwohl der Chor nicht anwesend ist, wird die gewünschte Stimmung durch die Energie des Publikums noch ein letztes mal hervorgehoben.

    Beseelt in die Nacht

    Die ruhigere Atmosphäre hat uns zu Anfang überrascht, da wir kraftvollere Beats und einen stärkeren Bass erwartet hatten. Doch von Naomi Sharons Performance waren wir schnell beeindruckt. So haben wir das Columbia Theater nach 60 Minuten beseelt verlassen.

    Unsere gemeinsamen Favoriten waren „Myrrh“ und „Time and Trust“. So gegensätzlich sie auch sein mögen, haben wir uns in „Myrrh“ mit seinem minimalistischen Aufbau und der dadurch herausstechenden starken Stimme sofort verliebt. „Time and Trust“ hat uns einfach den Sommer zurück ins graue Berlin geholt und uns unseren Alltag für einen Moment vergessen lassen.

    Nach einem Konzert ohne viel Interaktion beendet Naomi den Abend mit dem Appell:

    „That may be the only love you know but that doesn’t mean that that’s the love you deserve. It means that there’s more out there for you to have or receive.“

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  • habe wurde werde geliebt / warum LOVED von Parcels mein Lieblingsalbum 2025 ist & was ich bei den ikonischen Konzerten der Band beobachtet habe

    habe wurde werde geliebt / warum LOVED von Parcels mein Lieblingsalbum 2025 ist & was ich bei den ikonischen Konzerten der Band beobachtet habe

    1. die vorfreude

    Vorfreude, schönste Freude – Ende des Jahres haben die ein oder anderen vielleicht davon gehört. Manchmal erwische ich mich dabei, einen Song kurz vor dem drop zurück auf den Anfang zu spulen, weil die Antizipation meine Nerven kitzelt, ich das Herbeisehnen des einen Freude bringenden Tons, dieser einen Harmonie, des einen Bassanschlags oder Tempowechsels noch einen Moment länger erhalten möchte.

    Spannung aufzubauen und bis zum Höhepunkt zu halten, hat die australische Band Parcels mit einem 1+ Meisterbrief abgeschlossen. Tobeloved, der erste Song auf ihrem jüngst erschienenen Album, eröffnet das Set ihres Konzerts (in Berlin, Düsseldorf, Amsterdam, Brüssel und Paris – Anne war auf allen fünf!, Anmerk. der Red.) mit einem langen Instrumental-Intro. Doch die Band steht nicht auf der Bühne. Sie sitzen Sidestage auf einem Teppich, mit Keyboard und Gitarre, was fragmentarisch im Schummerlicht gefilmt und auf eine große, bühnenüberspannende Leinwand übertragen wird.

    Nach und nach wird immer mehr preisgegeben über den Ort und die Akteure, von denen erst nur Hände, dann Silhouetten, dann Gesichtszüge und final der gemeinschaftliche Aufbruch zu sehen ist. Genau an dem Punkt, an dem das Publikum zu verstehen beginnt, was gerade passiert, steigt das Quintett das Treppchen zur Bühne hinauf. Visuell und emotional verbindet sich hier die Steigerung, die sich in ihrer Komposition musikalisch durch stetig reicher, lauter, eindringlicher werdende Harmonien aufbaut. Die Musiker stimmen im Gesang mit an und was sich auf der Album-Aufnahme etwas schneller in einen engelsgleich schimmernden Chor auflöst, wird live mit Wiederholungen dramatisch aufgeladen. Spätestens jetzt ist der gesammelte innere Nervenkitzel zu hoch, um noch stillzustehen. Und dann, in diesem einen speziellen Moment, fallen Musik und Lichttechnik explosionsartig zusammen, sodass ich weinen muss, weil mein Körper das Eintreten dieser (eigentlich gar nicht so plötzlichen) Erleichterung von all der Vorfreude nicht anders verarbeiten kann.

    2. die erinnerung

    „Es wird uns öfter gesagt: Wow, ihr seid so groß geworden! Aber wir als Band sind ja immer noch dieselben. Wir sind immer noch die fünf Personen, die zusammen Musik machen. Das, was sich verändert hat, ist die Größe des Publikums vor uns“, sagt der Drummer während der Paris Show.

    Es erscheint mir einleuchtend, auch wenn ich irgendwie noch nie genauer darüber nachdachte. Also darüber, wie sich die Band selbst wahrnimmt in dieser riesigen mit einer Menschenmasse gefüllten Arena.

    Zum ersten Mal sah ich Parcels auf einer weit aus kleineren Bühne 2016. Dazwischen liegen Jahre, in denen wir (über uns selbst hinaus-) gewachsen sind und uns weiterentwickelt haben. Aber nach dieser emotionalen Rede, die in variierender Form immer vor dem neunten Song im Konzertset von einem der Bandmitglieder gehalten wird, fühle ich mich wieder wie sechzehn, als ich erstmals ihrer Musik lauschte. Ohne Arena, ohne Show, nur die Musik. Für den Song Leaveyourlove lassen die fünf Musiker ihre Position an den Instrumenten zurück, um sich im Grüppchen am Bühnenrand einzufinden. Einzig ein Keyboard steht dort bereit, der Drummer mit einem Tambourin, der Rest mit Mikrofonen ausgestattet. Sie sind jetzt nah an dem Publikum und setzen zu einer reduzierten, gefühlvollen Version der sonst schwungvoll groovigen Leitsingle des Albums an.

    Es ist, als ob ein initialer Moment der Bandgründung beim gemeinsamen Singen in einem Vakuum präserviert wurde und wir als Publikum hier das Glück haben, einen Einblick zu erhaschen. Und dabei meine ich nicht dieses: hach damals, da waren die Venues noch klein und authentisch… Mit all meinem Herzen, Parcels sollen die richtig großen Bühnen bekommen. Sie gehören da hin, mit all den Lichtern und vor allem einer richtig ordentlichen Soundanlage! Mit der Größe der Produktion der LOVED Tour entfaltet sich ein Potenzial, dass diese Konzerte zu den besten macht, die ich von der Band je gesehen habe. Und bei all dem Raum für Neues blitzt trotzdem hier und da die Erinnerung auf. Ob es alte Songs sind, die sich in einem neuen Arrangement perfekt in den Ablauf einfügen oder neue Songs, die vergangenes aufgreifen. Iwanttobeyourlightagain ist die höchst emotionale, revuepassierende Kirsche auf dieser Schichttorte von Vision und Erinnerung.

    3. die liebe

    Gut, dass die Liebe ein integraler Teil dieser Auflistung wird, lässt sich bei dem Albumtitel erahnen. LOVED ist quasi ein Geliebtsein in Tonspuren gepresst. Nicht nur in der Gegenwart, das Partizip II spannt mit seinen unterschiedlichen Verbindungen bis in die Vergangenheit und dieses ich habe wurde werde geliebt entsteht beim Hören des Albums als gleichzeitiges Gefühl.

    Wie bereits beschrieben, verbinden die Songs Altes mit Neuem, nicht nur musikalisch und emotional. Auch thematisch werden Fäden gesponnen zwischen einem frischen Gefühl von Geborgenheit und dem Retrospektiv auf eine verblasste oder verblassende Liebe. Bei manchen Titeln sind beide Fälle koexistent und der warme Klang der Musik kann im einen Moment umarmend vor Zuneigung und im anderen vor Trost sein.

    Diese manchmal nicht zu trennende Gleichzeitigkeit wird ikonisch präsentiert, als die Band bei ihrem Auftritt zum melancholisch fragenden Song Summerinlove eine Kisscam durchs Publikum gehen lässt und (frisch) verliebte Paare auf die Leinwand holen. Es geht ein Jubeln durch die Menge und mit dem Schmunzeln der Band bekommt auch der Song direkt eine andere Klangfarbe.

    Parcels zeigen, was es bedeutet, LOVED zu sein, mit jedem Song und mit ihren Konzerten. Ich glaube dem Drummer, wenn er mit Marker auf eine Plexiglasscheibe BRUSSELS U R LOVED BY PARCELS schreibt. Noch mehr glaube ich an all die Liebe, die in die gesamte Produktion geflossen ist. Die oft benannte Liebe zum Detail. Auf der Bühne zu sehen sind nicht nur die fünf Musiker und ihre wirklich herausragenden Instrumentalfähigkeiten. Es ist auch ein Kamerateam, das die Abende live mit Requisiten und Storyline, die an eine kleine Kriminalermittlung angelehnt scheint, visuell gestaltet.

    Tatort Parcels Konzert. Identifizierte Charaktere bekommen wie im Fall des Gitarristen ein Namensschild, später sind auf der Leinwand Pinnwände zu sehen, Fäden überspannen Notizen, Zettel und Bilder, Namen, die auf das Album zurückzuführen sind. Auf der Sidestage vorbereitet steht ein Tisch auf dem unter rotem Licht die Herstellung von Fotoabzügen im Chemiebad simuliert wird. Der Keyboarder verschwindet kurz vor der Bühne, begutachtet die Bilder, die Szenen des Yougotmefeeling Musikvideos zeigen und hängt sie auf eine Wäscheleine. In der weiteren Geschichte ermitteln wir unter Zeitdruck den Grundriss des Bühnenaufbaus und Songzeilen. Die Kameras wechseln und positionieren sich im Bühnengraben, nichts wirkt statisch. Alles ist durchgeplant und an manchen Stellen haarraufend für das Team, weil man live nicht durchplanen kann, etwas nicht schnell genug geht oder der entscheidende Shot entgangen ist.

    Aber diese kleinen Interaktionen machen die Konzerte so besonders. Kein Abend ist wie ein anderer und obwohl so viel Vorbereitung und Übung in der Performance steckt, wirkt sie zu keinem Zeitpunkt einstudiert. Man ey, ich kann nur ganz schwer drüber schreiben gerade, weil ich direkt wieder zurück möchte in den Pit, vor die Bühne und alles noch einmal anschauen.

    brb ich muss kurz nachsehen, ob ich im Sommer zu der Show am 18. August nach Milano fahren kann-

    text: annekatrin schulz

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  • feinperlig. „Du interessierst dich doch für Goethe, hier kommt meine ›Faust‹!“ — Jahresrückblick 2025

    feinperlig. „Du interessierst dich doch für Goethe, hier kommt meine ›Faust‹!“ — Jahresrückblick 2025

    Besançon, 27. Dezember 2025 

    Das Jahr marschiert in Siebenmeilenstiefeln seinem jähen Ende entgegen. Und es bleibt nicht mehr viel Zeit. Auch fühle ich mich dieser Tage wie das Kaninchen aus Alice im Wunderland, das noch allerlei Dinge zu erledigen sucht. Zum Beispiel auch diesen Beitrag zu schreiben – über das musikalische Jahr 2025, das in einem flüchtigen Rausch von feinperlig unter die Lupe genommen wird.

    Doch in diesem Jahr ist es nicht Alice, sondern es sind die beiden Hexen aus Wicked 2, die noch einmal über die Leinwände der hiesigen Kinos flimmerten – ein Kennzeichen dafür, wie sehr Musical, Moral und Machtfragen wieder in der Mainstream-Popkultur verhandelt werden.

    In einer soeben veröffentlichten Langzeitstudie der Universität Wien wurden zahlreiche Billboard-Charthits von 1976 bis 2023 analysiert. Man fand heraus, dass die Texte klassischer Rock- und Popsongs im Laufe der Jahrzehnte düsterer geworden sind.

    Und ja, es ist ein „wicked ground“, auf dem wir uns bewegen, auf dem es stets darum geht, nicht in die „Hand des Teufels“ zu geraten – also Versuchungen, Korruption oder Selbstverlust zu vermeiden. Von derartiger Selbstbehauptung singt Londons Little Simz in einer ihrer Vorab-Singles „Flood“ zum sechsten Studioalbum Lotus, das definitiv zu meinen favorisierten Alben des Jahres gehört. Es ist politisch, spirituell und wütend. Die Zeiten sind ungemütlich.

    Von Selbstbehauptung und dunklen Mächten handelt auch Schwarze Magie, das neue Album der Band Die Heiterkeit um Sängerin Stella Sommer. Doch dann wieder läuten die Glocken, Geister werden geheilt, und Dunkelheit vergeht.

    Lux von Rosalía verströmt einen Hauch Licht – jedoch ohne Erlösungsversprechen. Zwischen Spiritualität und der kritischen Auseinandersetzung mit religiöser Sozialisation spielt Rosalía mit sakralen Bildern und liefert eine opernhafte Single mit Björk-Feature.

    Unter’m Radar

    Doch wir wollen hier den kleineren Acts huldigen, nicht den ohnehin schon satten Musik-Goliaths. Nach Oasis-Reunion, mittelmäßigen Biopics, Pop-Sternchen-Hochzeit (Englischlehrerin heiratet Sportlehrer :)), Coldplay-Love-Cam-Desaster und Super-Bowl-Halftime-Show wollen wir uns darauf besinnen, dass das hier ein Indie-Magazin ist – und so wollen wir jenen Musiker*innen Aufmerksamkeit schenken, die vielleicht ein wenig unter dem Radar liefen.

    Neben Tristan Brusch brachte Betterov vielleicht das schönste deutschsprachige Album auf den Markt. Große Kunst ist zugleich Single- und Albumtitel, mit der überschriftenstiftenden Zeile: „Du interessierst dich doch für Goethe, hier kommt meine ›Faust‹!“

    Manuel Bittorf alias Betterov singt über Selbstzweifel, das Aufwachsen in der Provinz und Ängste, die es zu überwinden gilt, und nimmt dabei herrliche Post-Punk-Anleihen. Und überhaupt schafft es die junge deutsche Indie-Garde – von Blond über Drangsal bis Hart- und Zartmann – immer besser, internationalen Spirit, tiefschürfende Texte und Smith’sches Pathos zu verbinden.

    Und so geht meine Faust in diesem Jahr direkt in die Fresse der musikgenerierenden KI-Industrie, die in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll. Wir werden uns hier wehren — und das Organische schützen. 

    Apropos schützen: In Großbritannien wurde das Grassroots-Musikprojekt aus der Taufe gehoben. Mit der Spende von einem Pfund, die derzeit noch freiwillig sukzessive auf den Ticketpreis aufgeschlagen wird, soll das Musik-Ökosystem unterstützt werden – also kleine Venues, lokale Bands und unabhängige Promoter. Und das ist dringend notwendig: Von rund 250.000 Konzerten fanden allein auf der Insel etwa 230.000 Shows in Venues unter 500 Besucher*innen statt.

    Freuen wir uns also auf ein neues Musikjahr, das kommende Untold-Printmagazin und unzählige ungehörte Lieder aus diesem Jahr. Einige „stille“ Favoriten habe ich euch im Folgenden zusammengestellt.

    Happy New Year!!

    Johannes 

    Findlay — Stay Kinky 

    Gringo Star — Sweethearts

    Tom Smith — There Is Nothing In The Dark That Isn’t There In The Light

    Léonie Pernet — Poèmes Pulvérisés

    Big Thief — Double Infinity

    Ichiko Aoba — Luminescent Creatures

    Yasmine Hamdan — I remember I forget 

    Ryan Davis & The Roadhouse Band – New Threats from the Soul

    Die Heiterkeit — Schwarze Magie

    Sophia Kennedy — Squeeze Me 

    Celeste — Womam of Face

    Flock of Dimes — The Life You Save 

    Haiyti — Stadium Rock 
     

    Foto Rosalia: youtube, Betterov: Rebecca Kraemer

  • artists to watch 2026: Die spannendsten Künstler*innen

    artists to watch 2026: Die spannendsten Künstler*innen

    Wer uns schon ein paar Jahre verfolgt, weiß, dass wir nichts mehr lieben, als neue Musik zu entdecken. Besonders im Dezember, denn dort nutzen wir unsere kollektive untoldency-Brainpower, um uns Artists und Bands rauszupicken, die wir euch als Artists To Watch vorstellen wollen. Sie alle haben nächstes Jahr Großes vor, gehen auf Headline-Tour oder veröffentlichen ein mit Spannung erwartetes Album! Sie jetzt auf dem Schirm zu haben, könnte euch einige Pluspunkte in eurer Musik-Friends-Bubble einheimsen.

    Und jetzt zieht die Kuscheldecke fest an, wir steigen direkt ein: hier sind unsere Artists To Watch 2026:


    (Hier klicken, um parallel zu hören.)

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    Chloe Slate

    Eine unserer größten Entdeckungen dieses Jahr war Chloe Slater. Die 22-Jährige Britin hat uns aus dem Nichts überrascht und das mit so einer Wucht, dass wir sie euch mit viel Nachdruck empfehlen wollen. Ihre Songs klingen wie ein Protestschrei und das ist auch das, was uns am meisten catcht. Politisch und sozial aufgeladene Songs, die auch musikalisch diesen Drang nach Veränderung ausdrücken. Dabei hangelt sie sich zwischen Indie-Rock, Post-Punk und verträumten Bedroom Produktionen durch, als läge es in ihrer Natur. Mit ihren zwei EPs You Can’t Put A Price On Fun (2024) und Love Me Please (2025) können wir gar nicht erwarten, was da noch von der Manchesterin kommt. Eins ist sicher: Chloe Slater inspiriert nicht nur junge Menschen in Großbritannien, sondern auch uns. 

    Nina Carolina

    Fans von Holly Humberstone, Gracie Abrams und Olivia Dean sollten hier ihre Ohren spitzen. Denn hier wartet eine Newcomerin, die mit ihrer 2025 erschienenen Debüt-EP Outsider beweist, dass sie nicht lange warten will, um in dieser Liga mitzuspielen. Nina Caroline fasst die Sorgen, Ängste, Lebensentscheidungen und Herzschmerz der Zwanziger in Songs, die mit einer verdächtigen Ohrwurm-Potential-Rate von 100% nicht nur in unseren Playlisten hoch und runter laufen. Mal melancholisch, mal energiegeladen schreibt Nina Caroline Indie-Pop Songs, die internationaler klingen als ihre Reichweite gerade (noch) schließen lässt. Doch das wird sich 2026 ändern, da sind wir uns mehr als sicher. Die nächste EP soll schon geschrieben sein, ihr könnt euch also auf noch mehr freuen!

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    JACOTÉNE

    Wenn ihr die folgende Künstlerin noch nicht kennt, dann lasst euch mal auf ein kleines Kennenlernspiel ein. Spielt den meistgehörten Track in JACOTÉNES Diskographie an, schließt die Augen und tippt das Alter. Wenn ihr diese soulige Stimme hört, würdet ihr nicht denken, die Künstlerin aus Melbourne ist erst 19, oder? Wir waren schockiert. Die Zeit, in der wir 19 waren, liegt schon eine kleine Weile hinter uns, und wir haben längst aufgegeben uns zu vergleichen mit so manchen Künstler*innen und wie sie mit ihrem jungen Talent die ganze Welt erobern. JACOTÉNE könnte eine davon werden. Das erste Mal auf sich aufmerksam gemacht hat sie mit 16 mit Demo-Tracks, die auf Spotify die 2 Millionen Marke knacken. 2024 geht es dann richtig los und auch wir wurden dieses Jahr wie im Sturm von dieser unfassbar souligen und charakterstarken Stimme in den Bann gezogen. Uns ist klar: this woman is going places. Folgt ihr jetzt schon, wenn sie 2026 Songs veröffentlicht, die dann die ganze Welt hören wird. You heard it here first!

    Panda Lux

    Wir sind ehrlich, hier haben wir ein wenig geschummelt. Panda Lux haben wir schon als Artist To Watch 2022 gelistet, weil wir überzeugt waren, dass nach diesem Banger neue Musik nicht weit sein kann. Naja, wir haben ein wenig falsch gelegen. Es sollte noch ein paar Jahre mehr dauern bis aus den Schweizer Band ein neues Album rauspurzeln sollte. Aber wisst ihr was? Das Warten hat sich mehr als gelohnt und wir können mit gutem Gewissen und voller Stolz eine unserer Lieblingsbands nochmal empfehlen! Die Tiefe und Verschlungenheit der Texte kombiniert mit der Experimentierfreude von vier studierten Musikern haut uns einfach immer wieder um. Wir hatten schon die Möglichkeit in das Ende Januar 2026 kommende Album Herz reinzuhören und tun das seitdem ehrlich gesagt auf Dauerschleife, immer auch in großer Vorfreude auf die kommende Tour im Frühjahr. Das Album ist genau das, wonach es klingt: ein tiefer Einblick in das Herz von Panda Lux. Wir sind so froh, dass sie wieder zueinander und zu sich gefunden haben. Denn die deutschsprachige Indie-Welt braucht sie einfach. Und ihr auch. 

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    Mina Richman

    Eine längst überfällige Auflistung als Artist To Watch ist Mina Richman. Song für Song hat sich die deutsch-iranische Singer Songwriterin die letzten Jahre in unser Herz gestohlen. Mit ihrem Debütalbum Grown Up (2024) war dann endgültig klar: Mina Richman ist der Shit. Ehrlich, queer und selbstbestimmt fegt sie alle vom Stuhl, die sie in ihre Welt lassen. Ihr Sound ist von Einflüssen aus Soul, Folk, Reggae und HipHop – da ist also für wirklich alle was dabei. Auf „Grown Up“ beschäftigt sie sich mit dem Erwachsenwerden, kultureller Entwurzelung, vermeintlichen Schönheitsidealen und dem Suchen nach einem Platz in der Welt. 2025 ging es direkt weiter mit neuen Songs, die uns mindestens genauso packen, wenn nicht noch mehr. Im August 2026 soll dann das neue Album kommen, gefolgt von einer fetten Headline-Tour, die wir auch präsentieren dürfen. Falls Mina Richman bis jetzt also noch nicht auf eurem Zettel war, sollte sie das spätestens jetzt!

    SCHRAMM

    SCHRAMM ist jemand, der Songs und Zeilen schreibt wie “I died when you asked me to go out” oder “Komm, zünd mich an, ich bin dein Streichholzmann“ und uns damit völlig umhaut. Eine ungeschönte Ehrlichkeit verpackt in einem mal melancholisch-tanzbaren, mal deprimierend-energischen Post Punk. Mal auf Englisch, mal auf Deutsch, aber eigentlich ist all das auch egal. SCHRAMM findet für jedes klitzekleine Gefühl einen Sound, immer ein bisschen bitter-zynisch, und genau das ist es, was uns so catcht. Seine erste EP I made this for myself (I didn’t make this for you) hat der Wahl-Berliner 2022 veröffentlicht, die zweite How to fail at love EP kam 2024. In diesen Jahren hat sich schon eine kleine Fanbubble um den Künstler gebildet, denn wer sich einmal in seinem Sound verliert, will sich gar nicht mehr davon lösen. Das Gute ist, das müssen wir auch nicht! Im Gegenteil, es kommt 2026 noch mehr von SCHRAMM, weshalb wir das gerade als einen perfekten Zeitpunkt sehen, ihn euch ganz gezielt ans Herz zu legen. Seine neue EP something smelly funny erscheint am 06.02.2026. Und eine Tour gibt es auch! Wir geben euch alles an die Hand, was ihr braucht.

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    fiio

    fiio hat sich auf diese Liste mit einer großen Empfehlung aus unserer Redaktion geschlichen. Auch viele von euch haben den Wiener Indie-Rock-Musiker schon auf den Radar. Es scheint also, als sei es fast schon überfällig, ihn als Artist To Watch aufzunehmen. Sein drittes Album Athena. ist gerade einmal einen Monat alt und trotzdem können wir das Gefühl nicht abschütteln, als würde nächstes Jahr ein besonderes Jahr für fiio werden. Es kitzelt aber auch einfach besonders wenn Wiener Sprechgesang auf moderne Pop-Melodien trifft, oder? fiio gibt einen unverblümten Eindruck in das Chaos des modernen Lebens der Mitte Zwanziger, ein Coming-of-Age mit einem wahnsinnig catchigen Soundtrack. Wir sind begeistert, ihr seid begeistert, jetzt warten wir noch auf die Leute um uns herum und dann können wir sagen: wir kannten fiio schon, bevor ihn alle kannten.

    STRAHLEMANN

    Ähnlich ist es bei STRAHLEMANN. Auch diese Band hat riesengroße Fans in unserer Redaktion und ist auch schon seit einigen Jahren bei einigen von euch sehr beliebt. “Relativ idealistisch, ziemlich sozialkritisch, hauptsächlich selbstzentriert” – so steht es in der Beschreibung der Indie-Rock Band aus Münster. Was wir da noch hinzufügen würden: eine kleine Prise melancholisches Fernweh nach diffusen Momenten der tiefen Gefühle. Ihre Debüt-EP Die Sonne scheint nur für mich (2023) hat uns schon große Ohrwürmer gebracht und auch die folgende EP Tut gar nicht mehr so weh (2024) lässt uns unsere Gefühle rausschreien (und tanzen). Dieses Jahr kamen weitere fünf Songs, die sich in der  Komm, wir machen uns gemeinsam verletzlich-EP gesammelt haben und uns SO VIEL BOCK auf das kommende Album machen. Falls ihr das lest, es ist überfällig, STRAHLEMANN. Wir wollen mehr moderner Kuschelrock mit moralischem Rückgrat. 

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    Sampa The Great

    Neben Chloe Slater und JACOTÉNE haben wir mit Sampa The Great eine weitere sehr starke Empfehlung aus dem Ausland für euch. Zugegeben, Sampa The Great ist alles andere als eine Newcomerin – ihre Diskografie reicht zurück bis 2015. Die in Sambia geborene und in Botswana aufgewachsene Künstlerin macht einen unvorhersehbarer Mix aus abstrakten Hip-Hop Beats, afrikanischen Einflüssen, Jazz-Electronica und spirituellen Neo-Soul. Der Grund, warum wir sie mit in unsere Artists To Watch Liste aufnehmen, ist der nach einer zweijährigen Pause erschienene Song Can’t Hold Us feat. ihrer Schwester und R’n’B Künstlerin Mwanjé. Mit ihm hat sie ihren Sound neu erfunden, Nu Zamrock: eine kraftvolle Verschmelzung von der rohen Energie von Rock, Hip-Hop, Soul und sambischen Rhythmen. “Zamrock is my sound. It’s my voice. Being Zambian, being loud, being defiant — that’s what Zamrock is.” Und dieser Sound ist so stark, dass wir davon überzeugt sind, dass Sampa The Great 2926 ein mehr als vielversprechendes Jahr vor sich hat. Und wir dem alle gespannt folgen sollten.

    RAR

    Zu guter Letzt möchten wir euch RAR empfehlen. Eine absolute Nischen-Empfehlung, von der wir gar nicht genau sagen können, wie groß sie 2026 werden wird. Aber eins ist sicher: RAR solltet ihr auf eurem Radar haben. Vielleicht haben es ein paar von euch auch schon! Immerhin war Jonas Pentzek, der Kopf und Stimme hinter RAR, bis 2022 Teil der Post-Wave Band Fibel. Vielleicht ist euer Herz auch noch ein wenig angekratzt seit der offenen Pause der Band, und falls das so ist, könnte das hier eins der schönsten Pflaster sein, das die Musikbubble hergibt. Alte Synths, weißes Rauschen, tiefsinnige deutsche Texte – all das legt sich über eine Weite Range an BPMs und erschafft Musik, die sich in die tiefsten Poren unseres Körpers einschraubt. 

    Auch hier wird es eine Tour im Frühjahr 2026 geben! Und obwohl die aktuelle EP 1996 erst im September rauskam, hoffen wir, dass da noch viel unreleaste Musik wartet. Irgendwas Gutes muss nächstes Jahr passieren. 

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    Und damit sind artists to watch 2026 komplett! Chloe Slater, Nina Caroline, JACOTÉNE, Panda Lux, Mina Richman, SCHRAMM, fiio, STRAHLEMANN, Sampa The Great und RAR. Alle 10 solltet ihr auf dem auf dem Schirm haben, wenn eure Freund*innen nach neuem Musikinput fragen. 2026 wird ein gutes Jahr – wir manifestieren das jetzt einfach mal so. Musikalisch werden wir auf jeden Fall gut aufgefangen werden, egal, was passiert.

    Hier könnt ihr klicken, um zu den individuellen Jahresrückblicken unserer Redaktion zu kommen.

    Und hier geht’s nochmal zur artists to watch 2026-Playlist mit direkten Reinhör-Empfehlungen: 

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    Fotocredits:
    Chloe Slate: Hayley Thompson | Nina Caroline: Johanna Gußmaggk | Mina Richman: Jan Haller | JACOTÉNE: Darren McDonald | Panda Lux: Sina Meyer | SCHRAMM: Can Wagener | fiio: Fioni Versace | STRAHLEMANN: Sophia Arlena | Sampa The Great: Abu Dumbuya | RAR: Jimi Joel Eyrich

  • untoldency proudly presents: Saguru „INEVITABLE“-Tour 2025

    untoldency proudly presents: Saguru „INEVITABLE“-Tour 2025

    Saguru ist Singer Songwriter Chris, den wir schon seit einiger Zeit mit viel Bewunderung begleiten. Schon vor einigen Jahren als Support für unsere All-Time- Fav Band Black Sea Dahu, geht Saguru mit seiner berührenden Musik weiter seine Wege. 2025 gab es neue, schöne Musik mit Hollow Days (Stay Strong) oder die erst letzte Woche erschienene Single Winter In Paris. Hört mal rein und dann schaut auf Tour vorbei – ganz vielleicht kommt er nämlich auch in die intimsten Clubs in eurer Nähe!

    Winter In Munich

    Saguru schreibt Songs, die einen in Momente katapultiert, in denen die Zeit still steht. Diesen Moment, wenn die Sonne direkt auf euer Gesicht scheint, so hell, dass ihr die kleinsten Paartikel in der Luft seht. Der Moment der Wärme selbst in den kältesten Tagen, der einen von innen aufwärmt. Der Moment kurz vor dem Regen – oder danach – und das Gefühl, dass alles Negative weggewawschen wird und der Weg zu sich selbst klarer erscheint als je zuvor. Auf irgendeine Art und Weise schafft es der Münchener genau diese Momente festzuhalten.

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    Ist das nicht der perfekte Soundtrack für euren Dezember? Das Jahr neigt sich so langsam den Ende zu und so absurd das auch sein mag, umso wichtiger ist es, sich in diesem Zeitstrudel kurz ein paar Minuten Zeit zu geben. Für die Natur, für sich selbst, für Live-Musik. Für Saguru:


    02.12.2025 – Berlin, Neue Zukunft
    03.12.2025 – Nürnberg, MUZclub
    08.12.2025 – Hamburg, Nachtasyl
    09.12.2025 – Köln, Wohngemeinschaft
    10.12.2025 – Stuttgart, Café Galao
    12.12.2025 – München, Strom (special show mit Streichern)

    Kommt vorbei und lasst euch auf einen intimen und berührenden Abend mit Saguru ein! Seine Shows sind ein Safe Space, Emotionen sind willkommen und werden zusammen durchlebt. Schon sehr wholesome, oder?

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