FREDRIK hat heute, also genau jetzt, das Musikvideo für seine neue Single Nie verstehen veröffentlicht – und uns gefragt, ob wir es premieren wollen! Natürlich sagen wir da nicht nein, es geht doch unser ganzes Herz auf, wenn wir unsere Plattform für einen Moment komplett einem Artist und seiner Musik widmen dürfen – und dann mitsamt Musikvideo! Falls ihr noch keine Fangirls und Fanboys von FREDRIK seid, dann macht euch bereit für einen kleinen Crush und zieht schon mal eure Cowboystiefel an – gleich erfahrt ihr, warum.
„Ich glaub, ich hab mich schon ein Stück verloren“
Liegt ihr auch manchmal nachts wach und zögert es hinaus, einzuschlafen, einfach, damit der nächste Tag noch nicht direkt beginnt und noch ein Stückchen länger entfernt ist? Zeit ist ein absurdes Konstrukt, denn während alles so unaufhörlich schnell passiert und voranschreitet, will man manchmal nichts anderes, als einen Moment anzuhalten. Einfach Pause drücken. Keine Sorgen für Morgen haben, kein Overthinking über die Zukunft, einfach nur die Zeit für einen Moment anhalten. Doch die Tage schreiten voran, egal, was man macht oder nicht macht, wir selbst werden älter, unsere Eltern werden älter, alles verändert sich stetig.
„Ich hab Angst, dass ich nicht bleiben kann, wie ich grade bin“, singt FREDRIK und ich frag mich, who gave this man permission, dieses Gefühl so präzise in einem Satz auszudrücken?
Älter werden kann einem Angst machen
Menschen altern leise. Sie altern in den kleinsten Momenten, die, die in Sekundenschnelle vorbeiziehen und man erst Jahre später realisiert, wie schnell die Zeit doch vorbeigerast ist. Manchmal sind es Schicksalschläge, die einem keine andere Möglichkeit geben, außer von der einen auf die nächste Sekunde Verantwortung zu übernehmen, die man vorher noch von sich weggeschoben hat. Manchmal schleicht es sich über die Jahre einfach ein, dass man morgens aufwacht und sich denkt, f*ck, wo ist denn meine Kindheit hin?? So oder so, erwachsen werden müssen wir alle, auch wenn wir es nicht wollen. Sorgenfrei auf Spielplätzen schaukeln oder sich mitten in der Woche mit Freund*innen treffen, ohne über Arbeit nachzudenken – das sind die Momente, die wir immer wieder versuchen zu rekreieren, sobald uns bewusst wird, dass wir sie nicht mehr haben.
FREDRIK fasst es in seinen eigenen Worten so zusammen:
„Nie verstehen“ ist mein innerer Monolog über das Älterwerden. Älterwerden ist schön, gleichzeitig für mich aber auch das Verlieren vom Gefühl des Kindseins. Die Neugier, der Mut und die Leichtigkeit verschwinden. Mit 22 Jahren steht man noch relativ am Anfang und trotzdem merkt man Veränderung, die Unsicherheit mit sich bringt.“
Es braucht Mut, erwachsen zu sein
Ich werd in drei Tagen 30 und auch wenn das natürlich gar nichts von dem abspricht, was FREDRIK mit 22 empfindet, so ist es doch irgendwie sehr aussagekräftig, dass wir beide, mit acht Jahren Altersunterschied, das selbe empfinden. Und aber genau deshalb ist es so wichtig, dass wir präsent im Moment leben und versuchen, all diese Dinge, die manchmal ganz still und leise verschwinden, wieder ins Leben zurückzuholen. Egal, wie sehr das Erwachsenen-Leben einen niederdrückt – schaukeln kann man immer noch. Wir müssen uns Momente schaffen, in denen uns bewusst wird: wir sind hier. Wir verlieren uns nicht selbst, sondern wir finden uns selbst, jeden Tag auf’s Neue. Und das braucht Mut. Genauso valid ist es aber auch, den Moment festzuhalten, in dem man diesen Mut einfach nicht verspürt. Weil das ist leider Teil des ganzen – und wird es immer bleiben. Life is like that most of the time.
Und nach diesen, sehr deep gewordenen zwei Gedanken über Nie verstehen, endlich, das Musikvideo. Ihr solltet euch Cowboystiefel schnappen, und das hat einen Grund. Denn während die sanften Synths auf Klavier und Gitarre treffen, kommt ein Bass dazu, zu dem ihr gar nicht anders könnt, als zu tanzen. Und wenn ihr dann die Choreo seht, dann tanzt ihr die auch mit. Und ja, ich glaube für’s Gefühl braucht man da schon die Cowboystiefel. Glaubt ihr mir nicht? Dann schaut rein:
FREDRIK ist ein Künstler, den ihr euch spätestens jetzt auf den Zettel schreiben solltet – vor allem, wenn ihr eine Schwäche für deutschsprachigen Indie-Pop hat. Da kommt noch vieles auf uns zu dieses Jahr – wir können’s kaum erwarten!
