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Schlagwort: RnB
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Alehlokapi bricht mit alten Gewohnheiten auf „Erase Replace“
Leider kennen wir fast alle das Gefühl sich verfangen zu haben: in alten Denkmustern und in ungewollten Routinen. Das hat für mich häufig bedeutet, dass ich in Beziehungen und Freundschaften meine eigenen Bedürfnisse hintenangestellt habe – bewusst oder unbewusst. Das zu überwinden kostet Kraft und erfordert zunächst ersteinmal sich dieser alten Gewohnheiten bewusst werden. Alehlokapis Debütalbum Erase Replace beschäftigt sich mit genau all dem, holt uns aus dem rauschenden Alltag und bricht mit alten Mustern.
Das am 29.08.2025 erschienene Album hat mich direkt angesprochen. Alehokapis Stimme in „MMB„, die „call me out on my bullshit“ singt, war der Köder und ich der Fisch, also wurde ich voll in dieses Album gezogen. Danach bin ich tief in die Lyrics getaucht. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Song ein mir sehr bekanntes Gefühl widerspiegelt: ich merke nicht, dass ich mich im Kreis drehe und hoffe, dass mir jemand sagt, wenn ich mich gerade wieder in schlechte Denkmuster begebe.
Das Debütalbum besteht aus acht Songs und einem Bonustrack. Alehlokapis Stimme zeigt ihre Wandelbarkeit zwischen verletzlich und kraftvoll und mit Rap- und Gesangsparts. Im Outro erinnert ihre Stimme beispielsweise an die von Ariana Grande und Alehlokapi beweißt, dass ihre Stimme genauso wandelbar ist.
Ihren Musikstil würde Alehlokapi zwischen FKA Twigs, Jorja Smith und James Blake verordnen. Ihren Soundbeschreibt sie selbst mit Neo-Soul, Contemporary R&B und Alternative Pop. Dabei kann man jedoch innerhalb der Songsbemerken, wie sich Alehlokapi von Genre-Grenzen löst. Produziert hat die Künstlerin das Album mit Timm Weber und das Mastering des Albums übernahm Friedrich Störmer.
In 8 Tracks mit der Angst brechen und die eigene Stimme finden
Startend mit „Silence“ wird uns die Angst vor Ablehnung lyrisch beschrieben und musikalisch untermalt. Sie führt dazu die eigenen Bedürfnisse zurück zustellen.
Das findet sich auch in den Lyrics wieder: „Keeping my silence for being loved“. Ich mag besonders, dass die Musik einerseits so verletzlich klingt, durch das Piano, aber andererseits auch so selbstbewusst und mutig durch den Bass wirkt. Nach eineinhalb Minuten kommt ein Break, nachdem man kein Piano mehr hört und der Beat eher vorantreibenden und treibend klingt. Das Verletzliche (Klavier) tritt zur Seite, damit der Bass und die Drums mehr Raum haben, der Song wirkt dadurch auch lauter. Vielleicht, weil man nicht mehr „silent“ bleibt?
Ich finds außerdem sehr cool, dass die Songs Bezug aufeinander nehmen: Der zweite Track „More“ ist verlangsamt, mit einem Loop wird die Songzeile „more“ in tieferer Stimme immer wieder wiederholt. Eventuell könnten das den Anfang der Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse sein.
Der dritte Track „BoomBoomBooom“ nimmt die Soundwelt von „More“ auf. Er wandelt sich jedoch weiter und die tiefen langsamen verzerrten Vocals von „More“ werden leiser. Wenn bei 0:51 die Drums wegfallen, hören wir die Chorusmelodie, die danach nicht mehr so leicht zu vergessen ist- zumindest für mich. In den Lyrics schreibt Alehlokapi von dem Wunsch wahrgenommen zu werden und der Sehnsucht nach Nähe. Die Angst eigene Bedürfnisse zu äußern, die in Silence so präsent war, ist nicht mehr da. Stattdessen befreit sie sich von dieser Angst und lässt die Gefühle und Nähe nun zu:
„Well u crossed my mind boy a thousand time today /
in my thoughts my fantasy what are u doing in my head anyway/ my muse, my constant reverie“
Von unerfüllten Erwartungen und dem Mut einer Person alle Seiten von sich zu offenbaren„DRIVE-BY“ ist durchzogen von ruhelosen, stolppernden Drums. Der Beat untermalt die innere Unruhe und Angetriebenheit, die man hier fast am eigenen Körper fühlen kann. Er ist eine Momentaufnahme von Stress, Geldnot und Trauer um eine verlorene Freundschaft.
Darauf folgt „Your Name“ mit Regensounds, die zunächst einen starken Kontrast darstellen und fast eine mediative Wirkung nach der Ruhelosigkeit spenden. Es geht um Selbstschutz, Abgrenzung und einen möglichen Weg, mit der Enttäuschung unerfüllter Erwartungen umzugehen. Für mich spiegelt das Auf und Ab des Albums gut den Prozess wieder, den man durchelbt, wenn man alte Gewohnheiten brechen muss. Man zurück geworfen, man geht wieder nach vorne.

„MMB“ steht für „Make My Bed“. Er handelt von der Notwendigkeit von Verletzlichkeit, damit man sich selber wandeln kann.
„call me out on my bullshit / call me out on my lies“ und „you see through my eyes“
zeigt eine Beziehung, in der ehrlich mit Fehlern umgegangen wird. Eine Liebe in der Nähe möglich ist, weil nicht versucht wird eine vermeintlich perfekte Fassade aufrecht zu erhalten.
Erase Replace und so Selbstbestimmung gewinnenDer Titeltrack „Erase Replace“ startet mit sanften Klängen: einem mellow Klavier und mellow Drums. Er steht für den Wandlungsprozess, der im Album beschrieben wird. Alte Denk- und Verhaltensmuster werden überschrieben, das Motto ist sprichwörtlich „Erase Replace„. Man fühlt sich als würde man aus dem Schlaf eines passiven Lebens aufwachen und die eigene Selbstbestimmung wiedererlangen.
Das „Outro“ klingt durch die Streicher wie ein Moment der Erleuchtung, der Klarheit. Angst und Euphorie treffen aufeinander und Alehlokapi findet ihre Stimme.
Anstehende KonzerteWer Alehlokapis Debütalbum live erleben möchte, ist herzlich eingeladen zur Releaseparty am 06. September nach Leipzig ins noch besser Leben zu kommen. Tickets findet ihr hier.
Und hier könnt ihr das Album streamen!
Fotocredit: Karine Bravo und Yonas Tegegne
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Eine bezaubernde Reise durch R’n’B, Elektronik und pure Emotionen: So war Ravyn Lenae am 11.11.2024 in Berlin
Hannah und Chaja (Evangelische Schule Berlin Zentrum) berichten in Kooperation mit Goodlife Artists von einem stimmungsvollen Abend mit Ravyn Lenae im Säälchen, Berlin
Energiegeladen ins Konzert
Beim Betreten des kleinen aber feinen Veranstaltungsort strahlt Ravyn Lenae direkt eine warme und offene Energie aus. Mit ihrem Opener „Bad Idea“ leitet sie den Abend mit einer Single aus ihrem neuen Album „Bird’s Eye“ ein. Der Song gehört zu den energetischeren und kraftvolleren, was direkt Stimmung in den Saal bringt und alle nun wach sind und Bock auf das Konzert haben.
Auf ihren Konzerten, so auch diesem, singt sie alleine, begleitet von ihrem Schlagzeuger Chris und Gitarristen Chub, was für eine noch intimere Atmosphäre sorgt und ihre Stimme bekommt die verdiente Aufmerksamkeit. Besonders bei dem Song „Skin Tight“ oder ihrem bekanntesten Song „One Wish“ kommt ihre ausdrucksstarke, vielseitige Stimme zum Vorschein. Das Publikum ist berührt und wir sind begeistert wie sicher Lenaes Stimme ist.
Ihre Songauswahl für den Abend spiegelt einen guten Mix aus gefühlvollen und emotionalen Songs im Kontrast zu den mitreißenderen Songs dar. Sie spielt zudem sowohl viele Songs aus ihrem ersten Album „HYPNOS“, sowie aus ihrem ganz neuem Album „Bird’s Eye“, welches sie im August 2024 rausbrachte. Die perfekte Auswahl, damit das Publikum aufmerksam bleibt und den Abend in vollen Zügen genießt.

Publikum und Künstlerin – Nähe die verbindet
Die Stimmung und Atmosphäre ist von Beginn an intim. Der kleine Raum und das schlichte Bühnenbild geben einem das Gefühl, Teil von einer besonderen, fast privaten Performance zu sein. Das Publikum ist von Beginn an begeistert und voll dabei, wobei besonders auffällt, dass viele 20-30 Jährige Freunde, sowie auch viele Paare gemeinsam der Musik lauschen oder tanzen. Bei den Songs kann man einfach nicht still rumstehen und die Versuchung zu tanzen ist groß, egal ob nur ein bisschen rumwippen oder sogar mit eigener Tanz-Performance, wie ein Paar neben uns.
Die Laune ist durchgehend positiv und man merkt, dass das Publikum aus Musikbegeisterten und Ravyn Lenae Begeisterten besteht. So, wie das Publikum Ravyn und ihre Musik unterstützt, ist sie auch für das Publikum da.
Denn nicht nur die musikalische Leistung macht den Abend besonders, sondern auch ihre Interaktionen mit dem Publikum. Sie strahlt eine besondere Nähe aus und der ganze Abend hat eine persönliche Atmosphäre. So geht sie viel auf das Publikum ein und singt teilweise Personen direkt an. Alle bekommen das Gefühl Teil der Show zu sein. Zwischendurch erzählt sie etwas von sich und bedankt sich bei ihren Fans. Vor einem Song erzählt sie beispielsweise etwas über ihre schlechte Beziehung zu ihrem Vater und wie ihr die Musik dabei geholfen hat und so auch der Song entstand. Ein besonderer und emotionaler Moment! Daraufhin hat ihre Performance nochmal eine tiefere Wirkung. Ihre Bühnenpräsenz währenddessen ist beeindruckend und mitreißend. Mit einer Leichtigkeit tanzt sie und schwingt ihr Haar, während sie singt. Es ist keine Aufregung zu spüren und es wirkt als würde sie jeden Tag auf der Bühne stehen und singen. Die Sicherheit und Freude an Musik sieht man ihr an.
Ein Bühnenbild, die Ravynn Lenaes Stimme leuchten lässt
Das Bühnenbild ist recht schlicht, doch die Lichtshow verstärkt die Atmosphäre und passt perfekt zu ihren Liedern: weiche, warme Farben, die die Aufmerksamkeit auf Ravyn lenken während der ruhigeren, verträumten Songs im Gegensatz zu den kräftigeren Tönen, die sich zum Beat bewegen während energiegeladener Momente. Teilweise versetzten einen die ausgewählten Lichter zu den elektrischen, experimentellen Sounds fast schon in ein tranceartiges Gefühl.
Ein unvergesslicher Abschluss
Das Konzert findet mit dem Song „Xtasy“ ein schönes Ende. Ravyn Lenae und ihr Band geben nochmal alles, während das Publikum sich von denn letzten treibenden Beats mitreißen lässt. Die Stimmung erreicht ihren Höhepunkt, als Ravyn Lenae die Bühne verlässt. Die Rufe nach einer Zugabe werden belohnt: mit dem Song „Love Me Not“ liefert Ravyn einen perfekten Abschluss. Der Song, emotional und berührend, zeigt noch einmal ihre beeindruckende Stimmvielfalt. Der Abschied ist daraufhin herzlich! Ravyn bedankte sich mit ehrlichen Worten bei ihren Fans, winkt lächelnd ins Publikum und verlässt die Bühne – ein süßer Abschied für einen gelungenen Abend.
Eine Show voller Magie und Energie
Ravyn Lenae beweist an diesem Abend, dass sie nicht nur eine außergewöhnliche Sängerin ist, sondern auch eine mitreißende Entertainerin. Ihre warme Ausstrahlung und die Leichtigkeit, mit der sie das Publikum in ihren Bann zieht, machen den Abend besonders. Es wurde viel gelacht, getanzt und gemeinsam eine schöne Energie geschaffen. Besonders beeindruckend ist ihre Bescheidenheit gegenüber ihrer Band: Sowohl Schlagzeuger Chris als auch Gitarrist Chub bekamen ihre Momente im Rampenlicht und durften jeweils mit Soli glänzen.
Ob man Ravyn Lenae schon kennt oder nicht – ihre Konzerte sind ein Erlebnis. Ihre enorme stimmliche Kontrolle, die intime Atmosphäre und die Mischung aus mitreißenden und berührenden Songs machen ihre Auftritte absolut sehenswert. Wer die Möglichkeit hat Ravyn Lenae live zu sehen, sollte sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!
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untoldency proudly presents: Emotional Oranges am 15.03.2024 in Berlin
Wir sind ja bekennende Soul und RnB-Fans, deshalb freut es uns, euch in diesem Rahmen eine neuste Empfehlung für sonnengetränkten RnB direkt aus LA mit euch zu teilen: Emotional Oranges. Noch mehr freut es uns, den exklusiven Deutschland-Stopp der STILL EMO-Tour in Berlin zu präsentieren! Am 15.03. im Säälchen werden wir uns zum ersten Mal live in Emotional Oranges verlieben. Ihr euch auch?
Emotional Oranges sind STILL EMO
Wer sind Emotional Oranges und wieso ist noch niemand auf einen so guten Bandnamen gekommen? Das Duo aus den Staaten ist gleichermaßen experimentell wie futuristisch, verbindet laut eigener Beschreibung „everything from The 1975 to Anderson.Paak to Frank Ocean“. Und so gut wie das klingt, so gut hört sich das auch an! Ihre Alben tragen die passend coolen Namen The Juice: Vol. I-III, The Juicebox und STILL EMO – letzteres kam erst letztes Jahr raus und bekommt wie seine Vorgänger auch eine direkte untoldency-Empfehlung von uns. Für einen entspannten Sonntag, verträumte Spaziergänge und vor allem den kommenden Frühling ist das genau der richtige Soundtrack:
Fühlt ihr’s auch? Auf der Suche nach Videos sind wir außerdem auf ein Cocktail Rezept von Biig Piig gestoßen, das wir euch auch nicht vorenthalten wollen. Wer den Hot Toddy-Drink von Biig Piig ausprobieren und dazu noch die Alltagssorgen wegtanzen möchte, kommt am 15.03. mit ins Säälchen Berlin:
Und wer sich die Chance offen halten will, Tickets zu gewinnen, darf auch hoffen. Auf unserem Instagram verlosen wir 1×2 Gästelistenplätze – ihr könnt ja einfach mal mitmachen!
Besonderes Highlight der STILL EMO Tour: Nonso Amadi wird Emotional Oranges als Support-Act begleiten! Der Nigerianer ist mit dem Duo auf ihrer gemeinsamen EP Blended (2024) zu hören, falls ihr also einen Eindruck haben wollt, wie das am 15.03. live klingen könnte, spielt sie doch einfach mal an!
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Shooting Star Naomi Sharon besingt auf „Obsidian“ mit viel Symbolik die Liebe
Es ist kein Revival, sondern eine Reinkarnation. Naomi Sharon belebt die schönste Frauenstimme der jüngsten Vergangenheit wieder, und zwar die von Sade. Mit geschlossenen Augen und gespitzten Ohren hört man den Unterschied kaum. Doch der Sound ist ein neuer. Naomi Sharon holt die Musik Sade‘s in die Gegenwart und mischt die bezaubernde Klangfarbe ihrer Stimme mit modernen und sinnlichen Produktionen.
Definition of Love
Obsidian steht für Klarheit und Positivität. Dem aus abkühlender Lava entstehenden Glas werden schützende Kräfte vor negativen Schwingungen nachgesagt, sowie die Fähigkeit toxische Energien zu reinigen und Chaos zu klären. Das Resultat: die Bedeutung der Liebe. Bei maximalem Verstand besingt Naomi Sharon auf ihrer Lead-Single ihre persönliche „Definition of Love“. Über einer meditativen Soundfläche mit plätscherndem Wassergeräuschen gleitet die raumeinnehmende Stimme der Sängerin begleitet von Hallfahnen durch die erste Strophe und den ersten Refrain, ehe der einsetzende Beat rhythmischen Halt gibt. Die Drums sind minimalistisch und dennoch prägnant, dank des geschickt eingesetzten Delays. Der sich ohne Gesang etablierende Beat sowie die anschließend gekonnt gesetzte Kunstpause geben Raum zum Durchatmen und Gedanken schweifen lassen.
Mit der Klarheit, die die musikalische Komposition auszeichnet, beschreibt Naomi Sharon auch ihre Gefühle: „All I see, all I know, is that you are the definition of love“, und bringt ihre Ekstase mit den Worten „Heaven’s in your eyes, let me follow“ zum Höhepunkt. Die mantraartige Wiederholung dieser Zeile sowie der Zeile „Won’t rest ‚til I know for sure, won’t rest ‚til I know“ manifestieren den Wunsch nach Liebe und unterstreichen die Bestimmtheit ihrer Gefühle. Nach eigenen Aussagen deutet die Sängerin die Liebe von innen heraus und setzt die Liebe zu sich selbst als Maßstab.
If this is Love
Aus dem klaren Verlangen nach romantischer Intimität entwickelt sich deren Verneinung: „If this is love, then I don’t want it“. Im Sinne des Albumtitels klären sich auf dem zweiten Song des Albums die persönlichen Wünsche auf und stoßen daraus resultierend toxische Energien ab. Dies alles geschieht erneut über durch plätscherndes Wasser angereicherte Klangflächen und zurückhaltender Percussion. Die Bedeutungsschwere der sich wiederholenden Refrain-Zeile wird durch die zweite Stimme verstärkt. Aus der Verneinung der Liebe ergibt sich wiederum eine Bejahung. Die Ablehnung einer unzureichenden Liebe umreißt stärker die gewünschte Hingabe.
Nahtlos fließt das Album weiter zum darauffolgenden Song „Another Life“, der sich mit der Kompliziertheit der Liebe auseinandersetzt. Der bereits etablierte Sound der niederländischen Sängerin mit karibischen Wurzeln breitet weiter seinen Radius aus. Die Stimme schwebt durch einen endlosen Klangraum, bis der signifikante Bass Orientierung bietet. Am Ende stehen erneut im Kreise laufende Zeilen im Fokus: „Love is a wicked game, still we play it“ bzw. „Don’t let your love run out“.
Versiegte Romantik
„Myrrh“ beginnt mit einer neuen Klangfarbe. Naomi Sharon besingt eine weitere Facette der Liebe über eine gezupfte Gitarre, die dieses Mal von Anfang rhythmische Struktur bietet. Der Klangraum bleibt allerdings riesig. Eine zurückhaltende Klangatmosphäre und weich gesetzte Delays erschaffen einen Raum zum Träumen. Die besungene nicht erfüllte Liebe wird dabei gekonnt durch die Refrain-Zeile „Kiss like myrrh, sweet perfume, ancient love fills the room“ auf den Punkt gebracht. Das vor langer Zeit für Parfüm verwendete Harz des Myrrhe-Strauchs versprüht einen Geruch, der ebenso an altertümliche Zeiten wie an die versiegte Liaison erinnert.
Drake Summer Mixtape Vibes
Mitte des Albums werden die Tracks tanzbarer. „Time and Trust“ gibt einen ersten Vorgeschmack, ehe der gemeinsame Song „Push“ mit dem nigerianischen Sänger Omah Lay die weichen und emotionalen Töne Sharons mit modernen Afrobeats und Amapiano Einflüssen verbindet. „Holding in Place“ treibt das Tempo weiter an und würde sich neben Songs wie „Get it Together“ oder „Passionsfruit“ nahtlos in das 2017 veröffentlichte Mixtape „More Life“ von Drake einordnen, ein Song, der im Winter Wärme spendet und im Sommer die Karibik nach Hause holt. Es ist kein Zufall, dass die Künstlerin bei Drake’s Label OVO unterschrieben hat. Eine Kollaboration würde nicht nur klanglich Sinn machen und den in Belanglosigkeit ertrinkenden kanadischen Rapper wieder etwas Spannung verleihen. „Extacy“ ist ein weiteres Puzzlestück, das Überschneidung mit Drakes Musikkatalog aufweist: Vocal-Samples, gedämpfte Drums und viel Platz für die Stimme. Und im Mittelpunkt steht erneut eine prägende, sich stets wiederholende Zeile: „It’s so easy to go, it’s so hard to come home“.
Aus den verhallten Träumen in die klare Realität
Auf „Lucid Dreamer“ gewinnt Sades Einfluss auch innerhalb der Produktionen. Funkelnde Keys und in Hall getränkte Percussion begleiten die träumende Stimme Naomi Sharons. Der dazu gehörende Kalenderspruch lautet dieses Mal: „If you’re not there, there’s no luxury worth living“. Dabei verrät der Titel bereits alles. Der Song ist ein Traum von sinnlicher Nähe, der sich so real anfühlt, dass er echt sein könnte. Es bleibt die Frage, was hören wir, wenn wir luzid träumen? Diesen Song!
Das Ende des Albums hält noch eine Überraschung bereit. Der Hall verschwindet aus den Songs und es bleiben bescheidene Gitarren und die im Vergleich zurückhaltend effektierte Stimme. „Regardless“ und „Hills“ geben aufgrund der klanglichen Zurückhaltung noch mehr preis und fassen die verschiedenen Facetten des Albums zusammen. Die aktuelle Single „Nothing Sweeter“ führt den eingeschlagenen Weg weiter und kommt ebenfalls nur mit einer Gitarre aus, deren Akkorde und Melodien kaum schöner sein könnten.
Ein Netz aus roten Fäden
Naomi Sharon zeichnet ihren persönlichen Klang mit besonderer Klarheit. Warme Bässe ergänzen sphärische Flächen und erschaffen neue Dimensionen für eine ewig wachsende Stimme. Zentrales Element der Songs sind dabei immer sich im Refrain und Outro wiederholende Zeilen, die inhaltlich die Essenz des Liedes in sich tragen und als eine Art Mantra die eigenen Gedanken und Gefühle manifestieren. Dass dieses Album, dass sich in aller Ausführlichkeit mit der Liebe und dessen Reflektion beschäftigt, „Obsidian“ heißt, deutet darauf hin, dass der Heilungsprozess während der emotionalen Aufarbeitung im Vordergrund steht.
Naomi Sharon zieht ihren roten Faden nicht nur durch ihre Songs, sondern auch durch ihren in blau & und schwarz gehaltenem Instagram-Feed bis hin zum Albumnamen. Diese besondere Homogenität ist ein Beweis ihrer künstlerischen Fähigkeiten und lässt fast vergessen was die Tracks auf dem Album auch sind: einfach verdammt schöne Songs.
Was noch viel schöner ist, ist Naomi Sharons Konzert in Berlin Anfang April, das allerdings schon ausverkauft ist. Aber wer weiß, vielleicht wird die ein oder andere Karte noch frei.
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untoldency proudly presents: Maria Basel am 02.03.2024 in Hamburg
Melancholische Harmonien, flimmernde Loops und ausgefeilte Arrangements – so klingt der Sound von Maria Basel. Wir begleiten die Wuppertalerin auf ihrem Weg schon eine Weile, genauer seit ihrer Debüt-EP „Layers“ aus 2021, zu der wir sie auch im Interview befragen durften. Seitdem ist einiges passiert, im Oktober 2023 kam ihr lang erwartetes Debütalbum „Bloom“ und das spielt sie nun am 02.03. in Hamburg – und wir dürfen präsentieren!
Let’s bloom together
Bei Maria Basel kommt viel zusammen. Von elektronischen Klängen zu Jazz und RnB – die klassisch ausgebildete Musikerin schafft es mit ihrer Musik ganz eigene Soundwelten zu gestalten. Dabei ist kein Song wie ein anderer, unausweichlich wird man in ihre Landschaften reingezogen. Fragil und nachdenklich, aber kraftvoll und beat-lastig: Maria Basel übersetzt Gefühle und Geschichten in Musik, die berührt.
„‘Bloom‘ handelt von Neuanfängen und dem Loslassen alter Lasten, die einen schwer machen und runterziehen. Es handelt von Vergebung, Angst, Sehnsucht nach mehr Leichtigkeit, von Depression, dem Mut, Schwäche zu zeigen, von Wachstum und Veränderung. Davon, wie wichtig es ist, liebevoller und geduldiger mit sich selbst zu sein, um nicht im Strudel der Welt zu zerschellen.“Liebevoll und geduldig mit sich selbst sein ist etwas, dass auf unseren Vorsätzen 2024 steht. Am 02.03. können wir das gemeinsam mit Maria Basel im Häkken Hamburg (oder an anderen Tagen in anderen Städten) tun. Und ihr auch!
Wir können euch Tickets für diese Tour sehr ans Herz legen! Falls ihr welche für Hamburg gewinnen wollt, schaut mal hier vorbei.
Darüber hinaus und ganz unverbindlich empfehlen wir auch hier reinzuhören:
Fotocredit: Arne Schramm
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Exklusive Videopremiere: Soft Drug und „Same“
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bin leider komplett im Winterblues gefangen. Aber da kommen die drei Jungs von Soft Drug genau zum richtigen Zeitpunkt mit ihrer ersten Singleauskopplung „Same“ ihrer Debüt-EP um die Ecke und bringen ein paar kleinen Sonnenstrahlen in mein Kopfkino. Wenn ihr auch ein bisschen Westcoast-Feelings zum Träumen gebrauchen könnt, seid ihr hier gerade genau richtig. Und eins kann ich vorab verraten: die Melodie sitzt seit einer Woche ein meinem Kopf fest!
Ich muss euch gestehen, als ich den Song das aller erste Mal angehört habe, hat es keine fünf Sekunden gedauert bis sich bei mir ganz große Frank Ocean-Lost-Vibes breit gemacht haben. Und das meine ich im aller positivsten Sinn überhaupt! Ich denke mal nicht, dass ich damit die einzige bin, der diese Assoziation in den Sinn kommt. Ich wünschte gerade, ich hätte mehr Ahnung von Instrumenten und Musikproduktion, damit ich euch irgendetwas über die Synthies erzählen kann. Leider muss ich da passen. Allerdings war meine erste Reaktion wortwörtlich: „Oha das hat ja doll Ohrwurmpotential„. Und tja, was soll ich sagen, die Melodie ist SOFORT in meinem Kopf hängen geblieben und hat es sich dort sehr bequem gemacht. Vor allem aber gibt sie mir so ein warmes, spätsommerliches, aber gleichzeitig auch ein melancholisches und sehnsüchtiges Gefühl.
Eine Prise 2000er R’n’BDass die Jungs von Soft Drug vielleicht selbst auch ganz gerne Frank Ocean hören, konnte ich nach einer kurzen Recherche (= das Instagram Profil der Band stalken) ohne großen Aufwand rausfinden. Diese kleine Hommage an das Album „blond“ von besagtem Künstler fand ich dabei besonders lieb. Ich bin generell immer großer Fan davon, wenn Musiker*innen teilen, welche Musik und welche Einflüsse sie selbst inspirieren und prägen.

Noch mehr Einflüsse aus Pop und R’n’B der 90er und 2000er inklusive Westcoast-Vibes bekommt man beim Ansehen des Musikvideos zu „Same“. Ich erzähle euch auch gleich mehrere Gründe, wieso ich nicht nur das Lied sehr gut finde, sondern auch, warum das dazugehörige Video genau das ist, was sich bei diesem Song in meinem Kopfkino abspielt.
Erstens: die 90er Ästhetik mit dem 4:3 Bildformat und diesen analogen Touch. Wer schon mal einen anderen Text von mir gelesen hat weiß vielleicht, dass ich das persönlich einfach super nice finde. Da schwingt immer so viel Nostalgie mit, was ich liebe.
Zweitens: der Westcoast Vibe. Wenn ich die Szenen von Brücken voller Graffiti, von Maschendrahtzäunen umgebenen Baseballplätzen und betonierten Hinterhöfen sehe und dann noch die pure Sonne dazu kommt, muss man doch einfach an irgendeine Stadt in Kalifornien denken, oder nicht?
Drittens: die Farbgebung im Video. Warm, starke Kontraste und harte Schatten und alles in einem gelblichen Ton angehaucht. Genau das meinte ich am Anfang mit warmen, spätsommerlichen, aber auch melancholischen und sehnsüchtigen Gefühlen, die der Song mir beim Anhören gibt. Und jetzt stellt euch mal vor, ihr würdet an einem Nachmittag in der Sonne allein durch die Stadt laufen mit diesem Track auf den Ohren, ich find das geht so gut zusammen. Nicht umsonst wird über die Band gesagt, sie bringen einen Hauch von L.A. in den Melting Pot Berlin, und das versteh ich komplett.
Und wie ich mit meinen ausgezeichneten Stalking Skills rausfinden konnte, haben Soft Drug sowohl das Video in eigen Regie gefilmt als auch geschnitten. Ich finde, dass sollte zumindest kurz erwähnt werden, weil ich mir vorstellen kann wie viel Liebe und Arbeit in Song und Video reingeflossen sind.
Von Verarbeitung und VeränderungApropos Melancholie und Sehnsucht: Welches Thema passt zu diesen beiden Worten besser als eine gescheiterte Liebe? Und genau dieser Schmerz wird in „Same“ behandelt und endet mit der Einsicht, dass es nie wieder dasselbe sein wird.
„since you’re in love with a girl
I can’t tell pleasure from hurt
but all I know for sure is nothing’s ever gonna be the same„
Alles in Allem also ein sehr rundes Ding, wie ich finde. Und bis sich die Erde ein bisschen weiter um die Sonne gedreht hat, dass auch die meteorologischen Begebenheiten zu dem Track passen, lieg ich hier auf meinem Sofa und stimme mich mit diesem Song schon mal auf das Sommer Gefühl für dieses Jahr ein. Außerdem kann ich es kaum abwarten, wenn im Frühsommer die erste Soft Drug EP erscheint!
Fotocredit: Anna Tiessen










