Einen Tag nach dem inoffiziellen Linke-Zecken-Feiertag besucht OG LU den ausverkauften Saal des Hamburger Uebel & Gefährlich anlässlich ihrer „assig aber cute“-Tour. Es ist ein frostiger Abend und trotzdem lässt sich schon an den cunty Outfits in der Queue erkennen, dass es sich um ein Konzert der Frankfurter Rapperin handeln muss. Sie ist bekannt für ihre gesellschaftskritischen Texte, in denen sie über Frankfurt, Haze und Kampfsport rappt. Sogar ihre Bühne sieht aus wie ein Boxring, gefüllt mit pinken Plüsch-Hanteln.
Macker gehören nach hinten und Girls auf die Bühne
Die Stimmung ist schon vor dem Konzert gut und die Fans spekulieren, wer wohl Support-Act sein könnte, viele vermuten die Hamburger Rap-Crew bangerfabrique. Entgegen einigen Erwartungen betritt aber direkt OG LU herself die Bühne und startet mit einem absoluten Banger. „Bossbabe“ setzt die Stimmung für den ganzen Abend: laut, wütend und geprägt von Schwesternschaft. Nach ihrem zweiten Song „hanni & nanni“ macht sie direkt klar, dass sie in den ersten Reihen nur Chayas sehen will und cis Männer zwar willkommen sind, aber nicht direkt vor der Bühne.
Nach ihrem Song „Ottić“ holt OG LU passenderweise zwei Fans auf die Bühne, um sie kompetitiv Joints bauen zu lassen. Da aber bekanntlich alles schöner ist, wenn man es zusammen tut, haben die beiden es zu einem Gemeinschaftsprojekt gemacht und sich, um vernünftig arbeiten zu können, hingehockt. Dafür haben sie von der Rapperin zwar den Kommentar „Digga, die setzen sich aufn Boden wie Hippies“ kassiert, aber fun war es bestimmt trotzdem. Passend dazu gab’s am Merch-Tisch auch pinke Purize Filter, Papes und Grinder.
Sisterhood & Solidarity
Nur ein Lied später kommen drei weitere Gästinnen auf die Stage und zwar niemand geringeres als nebou, emmamaelo und melle, auch bekannt als bangerfabrique. Die Vermutung, dass die drei der Support-Act sein könnten war also gar nicht so abwegig. Sie performen drei ihrer Songs und werden von der Crowd wärmstens empfangen. Es wird schnell klar, wie sehr die Hamburgerinnen von ihrer Stadt gefeiert werden. Mindestens genauso schön ist es zu sehen, wie groß der Support der Rapperinnen untereinander ist. In einer Zeit, in der FLINTA*-Acts sich immer noch battlen müssen, um den 16:00 Uhr Slot auf einem Festival zu bekommen, macht es Hoffnung, dass sie sich trotzdem nicht als Konkurrenz sehen, sondern sich gegenseitig empowern und eine Bühne geben, wenn es sonst schon nur die wenigsten tun.
Während dem Track „Riot“, der sehr ehrlich die Wut auf rechte Politik und den Wunsch nach radikaler Veränderung in Worte fasst wurden im Publikum schon einige Kufiyas hoch gehalten. Danach geht es auch sehr emotional weiter. OG LU erklärt sich solidarisch mit Palästina, Kurdistan, dem Sudan und allen anderen unterdrückten Menschen und Antifaschist:innen in Gefangenschaft. Dass sie sich gegen jede Form der Repression einsetzt, ist nichts neues, schließlich rappt sie in den meisten ihrer Songs davon. Dennoch tut es gut, das auch noch einmal außerhalb dessen zu hören und diese Einstellung mit allen Anwesenden zu teilen.
Hoher Besuch aus der Hansestadt
Nach diesem sehr ernsten, aber wichtigen Konzertabschnitt, der mit dem Outro des Albums „TKO“ beendet wird, geht es weiter mit den Songs „Rihanna“ und „Bellydance“, die wieder zum dancen einladen, aber nicht weniger powerful sind. Für ihren Track „2 Etagen“ kommt als Surprise Act – ebenfalls aus dem Doppel-H-Rap-Kosmos – Tom Hengst mit auf die Bühne und die Stimmung in der Crowd erreicht hier ihr Maximum. Danach gibt’s von der Rapperin eine Runde Shots für alle die wollen und ein paar signierte Tampons landen im Publikum. Es ist ja schließlich ein OG LU Konzert. It’s Anekdoten-Time und sie erzählt von dem Abend, an dem sie sich die Support-Show beim K.I.Z-Frauenkonzert geklärt hat. Um die Story zu hören, müsst ihr aber schon selbst mal zu einer ihrer Shows gehen. Darauf folgt ein unreleaseder Track, auf dem sie den K.I.Z-Klassiker „Böhses Mädchen“ sampled. Hoffentlich erlauben ihr die Jungs bald, den zu veröffentlichen, damit wir nicht mehr allzu lange auf diesen Banger warten müssen. Zu ihren Songs „O’Malley“ und „Hasskick“ öffnet sich nochmal der Pit und von der ersten bis zur letzten Reihe sind alle am tanzen. Zum Abschluss darf sich das Publikum noch über ihre all time classics „Gegend“ und „Paar Ecken Hish“ freuen und ich kann mit Sicherheit sagen, dass alle das Uebel & Gefährlich mit einem guten, hoffnungsvollen, aber auch in ihrer Wut bestärkten Gefühl verlassen haben.
Nach dem Konzert letzten Jahres musste der aufkommende Artist der nächsten Generation aus dem UK-Rapwieder zurück nach Berlin kommen um abzureißen, dieses mal allerdings doppelt so groß. Im ausverkauften Hole44 mit betrunkenen und vollgekiften Jugendlichen – wäre ja enttäuschend wenn nicht.
Er kommt aufgrund seiner Europa Tour mit seinem neu veröffentlichten Album „Still Local“. Für die, die das Album und auch Sainténicht kennen: er macht entspannten Hip Hop mit Einflüssen aus Jazz und Trap, er ist experimentell, wobei er trotzdem immer seinem Genre treu bleibt. Seit der viralen Single „Champagne Shots“ veröffentlicht er immer wieder Musik, die viral geht.
Nahtlose Übergänge und Stimmung Pur
Das Konzert fängt an mit einem DJ, der auflegt und ein Typ der Stimmung macht. Nach einer Weile tritt als Voract Antslive auf und hypt zusätzlich die Menge auf. Danach kommt endlich Sainté, saugt diese Stimmung auf und bringt sie in seiner eigentlich sehr entspannten Musik mit ein und das Publikum fühlt es sehr. Er performt all seine Top Tracks aus jedem Projekt und natürlich auch viele aus seinem neuen Album. Die Auswahl ist perfekt!
Basketball und Beats
Es sind fast nur Jugendliche und generell eher junge Leute da, was recht gut ist, da ich mich nicht fehl am Platz fühle. Es ist eine recht bunte Mischung aus Fans. Der Stimmungswechsel von den Voracts zu Sainté ist ein bisschen komisch gewählt da noch alle sehr viel Energie haben und Sainté eine eher entspannte Stimmung verbreitet. Das wirft das Publikum ein wenig aus der Bahn. Dennoch kommt gute Stimmung auf! Bei der Hälfte der Show wird ein Basketballkorb aufgebaut und es werden Basketbälle in das Publikum geworfen. Wer trifft, bekommt Free Merch!
Fehler im Sound aber nicht im Vibe
Trotz schnarrenden Vocals, die das erste sind, was man hört, geht die Crowd voll ab bei dem Song „stylin’“. Nach der Hälfte muss er aber trotzdem aufhören, da die Sounds so schlimm sind, dass man den Song nicht mehr richtig hören kann. Nach ein paar Minuten wird der Sound es gefixt und der Song wird noch mal richtig performt.
Was ist denn hier los
Der Sound ist generell nicht gut, da die Musik viel zu leise und der Sainté viel zu laut ist. Hinter dem Hauptact stehen komischerweise noch zehn weitere Personen, die keine Musik machen. Dass die dort stehen und abhängen, verwirrt mich ein wenig. Schlimm ist es aber nicht.
Ein Ende mit Energie
Der Song „MVP“ aus seinem neuen Album ist an diesem Abend der letzte und hypt nochmal alle auf. Als er geht, kommen der DJ mit seiner Begleitung auf die Bühne und legen noch einmal auf und alle gehen sehr ab und machen einen Moshpit während „Fe!n“. Dann ist aber wirklich Schluss und der DJ motiviert die Leute, tatsächlich zu gehen.
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Es war ein sehr schöner Abend mit vielen guten verschieden Stimmungen, auch wenn sie nicht immer perfekt zueinander gepasst haben. Ich fand es sehr schön, dass Sainté kleineren Artists die Möglichkeit gegeben hat, eine größere Zuhörerschaft zu finden, indem er sie mit auf seine ganze Europa Tour nimmt. Wäre der Sound besser gewesen und hätte man auf die Stimmung der Songs geachtet, dann wäre es wahrscheinlich der perfekte Konzertabend geworden! Die Location ist sehr klein und lässt normalerweise eher Artists anderer Genres dort auftreten, weshalb wahrscheinlich die Probleme mit dem Sound aufkamen. Trotzdem! Wenn Sainté das nächste Mal wieder herkommt, werde ich wieder vorne dabei sein. Jetzt ist seine Tour leider zu Ende, aber die nächsten Konzerte werden mit Sicherheit spontan in England sein oder wir warten auf das nächste Album!
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Levin Liam ist noch! der „most underrated“ Artist der aktuellen Stunde. Doch die Anzeichen verdichten sich, dass dieser Stern ganz bald ganz groß über unseren Köpfen glitzern wird. Ein Feature mit Trettmann, ein angefragtes Feature von Mark Forster und die aktuelle Zusammenarbeit mit dem größten deutschen Produzenten Duo Miksu & Macloud beweisen das. Doch bevor wir über das aktuelle Projekt „neue Ufer“ sprechen, fangen wir weiter vorne bei der EP an, die Levin Liam rasant in mein nicht ganz leicht zu erreichendes Musikherz schoss.
„Vergiss mich nicht zu schnell“ heißt die 2022 erschienene EP des in Hamburg wohnenden Rappers, Sängers und Produzenten. Nach einigen englischsprachigen Singles unter dem Künstlernamen Liam Levin erscheinen 2022 die ersten Tracks auf Deutsch. Dieses Mal als Levin Liam. „Keine Geduld“, „Heim“ oder „Ich Hab Dich“ zeigen bereits sein Potenzial für besondere Momente. So richtig tief in den emotionalen Nerv stechen allerdings erst die Singles der zuvor genannten EP. „gleich“ ist so unfassbar gefühlvoll, dass die Lobeshymne in Form eines eigenen Absatzes kommt.
In Wellen rauscht das Intro von „gleich“ langsam in die Ohren, ehe die leicht schüchterne, leicht zerbrechliche Stimme Levin Liams die ersten Zeilen nuschelt:
„Ich guck’ dir von weitem zu und seh‘ du machst Fortschritt Und ich frag mich wie es wohl ist, wenn du fort bist“
Diese Wortes sind ebenso schön wie clever, denn sie sind die inhaltliche Essenz, um die der gesamte Song kreist. Mit dem Pre-Chorus wird die Stimme bestimmter und die Position des lyrischen Ichs klarer:
„Ich will dir mehr von den Lichtern zeigen Ich will, dass wir für immer so nüchtern bleiben Sag mir, dass du niemals an den Lichtern zweifelst Und wir beide zusammen Geschichte schreiben“
Eine vielsagende Kunstpause bis der Refrain langsam warmes Wasser über unsere verspannten Rücken laufen lässt. Die hauchzarte Stimme singt in einen großen Raum voll Intimität ohne nach mehr als einem zurückhaltenden Klavier zu verlangen. Und doch ebnen sich die Background Vocals ebenso wie der im zweiten Teil des Refrains einsetzende Beat unaufdringlich ein. Es ist wirklich ganz große Kunst wie der Song sich im weiteren Verlauf um den Gesang und das Klavier herum entwickelt. Jedes Element wirkt authentisch und organisch, obwohl der Song auch ganz minimalistisch die volle Gefühlswelt entfalten würde.
Während „gleich“ zusammen mit „outro (wenn du hier bist)“ die EP einfühlsam schließen, leitet „intro (vergiss mich nicht zu schnell)“ das Projekt bittersüß ein. Ein gefiltertes Sample, eine Gitarre und seichte Keys leiten unsere sensiblen Öhrchen sanft in den 1:34 Minuten langen Einstieg der Platte, der lyrisch direkt seinen vollen Zauber entfaltet. Authentisch einfache Worte beschreiben bekannte Bilder und Gefühle, während dumpfe Klänge beruhigend die Stimme umarmen und jeden Teil unserer jemals verletzten Seele trösten.
„Ich glaub, du kennst mich mittlerweile Ich kann lieben, dass es einen überrollt Und ich glaub, ich mach da manchmal fehler bei Weil ich denk, das kommt alles schon wies soll Ich war nie der typ, der sich viel prügelt und das weisst du auch Doch für dich nehm ich nen mittelgrossen streit in kauf“
Auf „finde mich“ säuselt Levin Liam hauchdünn über einen Beat nach Spezialrezept. Warme analoge Keys, ein gefiltertes Sample, dumpfe sphärische Sounds, organische Drums, summende Backing Vocals und das Essen ist angerichtet. Produzent Cato macht erneut alles richtig dabei Levin Liams charakteristische Stimme nuanciert herauszuarbeiten und Bildern wie „Ich rede viel, doch denke zehn mal so viel mindestens“ oder „Wer nicht im Stau stehen will, der darf auch nicht ins Auto steigen“ Farbe zu verleihen.
Mein Highlight ist Lied sieben: „graues papier“. Das gedämpfte Klavier pulsiert erwartungsvoll, ehe unsere neue Lieblingsstimme die Gedanken auf dem grauen Papier mit uns teilt. Der Track ebnet sich stilvoll ein in die Klangästhetik der EP und überrascht mit einer Jersey Kick, die seit Lil Uzi Verts „I Just Wanna Rock“ auf jedem deutschen und amerikanischen Hip Hop Album mindestens 3 Mal auftaucht. Die größere und spannendere Überraschung ist dann aber der Beat Switch, der den Song in gesteigertem Tempo in einen Sad Club Banger verwandelt. Cato beweist, dass er gefühlvolle Atmosphäre genauso gut kann wie tanzbare Club Hits.
Levin Liam und Cato treten auf „Vergiss mich nicht zu schnell“ in eine besondere Synergie, die die Stärken beider glänzen lässt. Der größte Schwachpunkt dieses Projekt ist, dass es nur knapp 25 Minuten lang ist. Die Stimmungen jedoch sind unbeschreiblich und bedingungslos schön. Während Levin Liam stimmlich wie textlich sein volles Potenzial ausschöpft, gilt gleiches für die durchdachten und treffsicheren Produktionen Catos.
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Resultat dieser fruchtvollen Zusammenarbeit ist die kürzlich erschienene EP „neue Ufer“ mit Produzenten-Team Miksu & Macloud. Insbesondere die Singles „Mann vom Fach“ und „so. k.o.“ featuring Jeremias beweisen Levin Liams Gespür für eingängige Melodien und lyrische Bilder, während Miksu & Macloud sich selbst und der Welt beweisen auch mit Indie-Produktionen den Zeitgeist des deutschen Hop Hops zu treffen. Das Duo hat sich einen Status erarbeitet, der ihnen musikalische Flexibilität erlaubt. Profiteure sind spannende upcoming Artists wie Levin Liam, dessen Stimme bald die Playlisten, das Radio und alle Festivals prägen wird.
Gradmesser Levin Liams Entwicklung wird für mich dennoch immer „vergiss mich nicht zu schnell“ bleiben. Durch den musikalischen Feinschliff Catos erschafft der vielseitige Künstler schöne Geschichten mit viel Raum für eigene Gedanken.
Vergesst diese EP nicht zu schnell!
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Es gibt immer wieder Albumreleases, die nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdienen. Nichts anderes als eine kleine Sensation ist das im Juni erschienene Album „WEICH“ des Wahlberliner Musikers Peat. Besser spät als nie, möchte ich euch jetzt davon berichten und dem Jahresrückblick ein Highlight aus 2023 vorziehen. Aber das ist noch nicht alles: Peat hat letzte Woche schon wieder eine neue Single veröffentlicht. Diese trägt den Titel „Der September ist noch nicht vorbei“. Außerdem geht er nächste Woche auf Tour.
Mitte Juni sitze ich im ICE nach Hamburg. Also – ich sitze, aber nicht auf einem Platz, sondern auf der Stufenkante der Schiebetür. Aus der Zugtoilette hustet es. Die Tür geht auf, ein Schwall kalter Rauch zieht in den Gang. Ein Kind schreit und tröstet sich mit einem braun gewordenen Apfelschnitz, der mutmaßliche Vater findet Trost in einem kräftigen Schluck aus seiner Bierflasche. So weit, so scheiße, scrolle ich durch meine Playlists – nichts. Nichts, was mich hier rausholen kann.
Dann finde ich Peat und sein vor ein paar Stunden releastes Album „WEICH“, ein purer Zufall. Es wird das erste von vielen Malen sein, dass ich beim Song „IRGENDWANN WIRD ALLES“ Play drücke und „AM ENDE“ noch so vieles nicht verstanden habe. Es sind vor allem die Texte, die mühelos die gesamte Aufmerksamkeit ihres Publikums aufsaugen. Sie sind so schonungslos und ehrlich, dass Weghören manchmal die gesündere Option für den Seelenfrieden zu sein scheint. Erwachsene Vernunft hat hier aber keine Chance. „WEICH“ ist das Chaos jugendlicher Gefühle, das Chaos des Internets der 2000er und die säuerliche Essenz dessen, was daran und darin damals unheimlich sein konnte.
Songs wie „MR. RATTENSAU“ oder „DER SCHRECKEN“ lassen uns die Coming-Of-Age-Episode des Lebens einerseits körperlich nachempfinden – bei den wirklich verstörenden Schilderungen andererseits nur als schockierte Gaffer zurück. Dabei ist auch auf „WEICH“ nicht alles apokalyptisch und dem Tode geweiht. Das Album hat nicht selten hoffnungsvolle Momente, wie im sehnsüchtigen Warten des Songs „ZURÜCK“ oder im letzten Stück „AM ENDE“ mit erfreulichen Aussichten: „Alles wird gut, solang‘ ich bei dir bin.“
Die Produktion der Platte ist außerdem bemerkenswert gut. Peat macht alles selbst. Sie ist vielschichtig, komplex und überrascht in nahezu jedem Track mit unerwarteten Wendungen. Akustische Drums und Balkan-Beats. Gitarrensoli und tiefe, sägende Synthesizer. Klavierballaden, ab und zu eine kleine Überdosis Autotune und über allem schwebt irgendwie „Where Is My Mind“ von den Pixies. Am Ende dieses Albums eine wirklich gute Frage.
Auf die WEICHe Tour
In der neu erschienenen Single „Der September ist noch nicht vorbei“, dass uns bei früherem Release vielleicht einige Green Day-Alben erspart hätte ;), resümiert Peat: „Ich hab‘ mich echt so gut ich kann abgemüht, doch bis hierhin war das Ganze ja nicht so gut.“ Naja, so bescheiden muss er nun wirklich nicht sein. „Der Oktober bringt mir nur Skelette“ könnte hingegen stimmen, wenn er sein Publikum auf den Oktober-Tourdates ordentlich grillt. Ich mache mich jedenfalls auf alles gefasst.
Zum Schluss möchte ich allen von Herzen empfehlen, diese Shows in Deutschland und Österreich zu besuchen. Da steckt viel Arbeit drin, die honoriert werden will.
Erwischen könnt ihr Peat und seine Crew hier:
17.10. Köln – MTC (mit Taby Pilgrim und Thizzy) 22.10. Hamburg – Häkken (mit Juno 030) 29.10. Wien – B72 (mit Taby Pilgrim) 02.11. Berlin – Schokoladen (mit PSASSA)
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Wenn mir im Sommer die Sonne erbarmungslos auf den Kopf ballert, brauche ich Pommes rot-weiß im Prinzenbad, kaltes Gösser auf der Bank vor meinem Späti und neue Nikes – dann kann Sommer sein und dann bin ich bereit. Natürlich muss das alles auch von einem angemessenen Soundtrack unterlegt werden, denn jeder Sommer ist ja „the summer of my life“. Und ob nun Yaya Beyoder Ravyn Lenae, gute Musik gibt es auch in diesem Jahr für diese Momente. Allerdings halten sich die „The Sun is shining, the weather is sweet“-Yeahs nur solange, bis sich der erste Sonnenbrand auf der eigenen Gefühlswelt zeigt – und der kommt meistens sehr schnell. Spätestens im Juli schon schmecken die Frites pappig, das Radler ist zu süß und die Sneakers riechen irgendwie dann doch nur nach billigem Plastik, dessen Geruch mich an Bilder von brennenden Fabriken in Bangladesch erinnern. Die Summertime Sadness droppt rein – und in der Playlist läuft nur noch „Cruel Summer“ (Bananarama), „Summertime Sadness“ (Lana Del Rey) und „Moments in Love“ (The Art Of Noise) auf endlos Repeat.
Wobei ich mit dem letzten Song bei Grim104 und seinem 3. Soloalbum angekommen bin. Denn dieser lässt mit dem besagten „Moments of Love“ sein 10-Track starkes „Imperium“ untergehen. Während Testo – die eine Hälfte von Zugezogen Maskulin – sich im Frühjahr mit „Nullerjahre“ durch den deutschen Feuilleton knüppelte und all denen eine Stimme gab, die Kohl und Schröder mundtot machten, arbeitete Grim104 an seiner Dekonstruktion der „Blühenden Landschaften“. Dabei stehen auf „Imperium“ – anders als zuvor – keine wiederbelebten Leichen und „Graue Grafen“ im Mittelpunkt sondern Ü30 Männer und ihre zerfallenden Reiche. Grim104 beleuchtet mittelalte weiße Männer, die dabei zusehen, wie vergessene Limousinen („Honda Legend“) einrosten, veraltete TV-Stars („Bam Margera“) sterben und erarbeitete Statussymbole („Voo Store“) Klassengrenzen dennoch nicht aufbrechen können. Er verhandelt auf „Imperium“ die Frage: Was macht ein „Nischenrap-Überboss“-Star, wenn die Dinge, die ihn prägten, verschwinden und alles, für was sie gestanden haben, bedeutungslos geworden ist? Gibt es für einen mitte-dreißig „Weirdo- Rap CEO“ noch andere, alternative Lebensentwürfe oder bleibt nur die große Midlife- Crisis?
Too Sad to Flex
Potente Selfmade-Storys sind eng mit Rap verbunden. Dieses Genre vereint schillernde „Machertypen“, „Karrierefrauen“ und „Erfolgsmenschen“ und stellt sie im besten Social-Media-Licht dar. An diesen Erzählungen hatten ZM von Beginn an kein Interesse. Konsum-Gehabe diente ihnen immer dazu, aufzuzeigen, dass Menschen bei der Star- bzw. Boss-Transformation auf der Strecke bleiben, arme Fans reiche Stars reicher machen („Fans“) und für Musiker*innen nach dem Rausch nur kalte Asche bleibt („Exit“). Ging es um Status, ging es ihnen dabei auch immer um dessen Reflexion.
Das ist auf „Imperium“ genau so. Sicherlich hat Grim104 immer noch klassische Flex-Momente: „[…] Ey, das ist AMI Paris, mein Parfüm von Diptyque […]“. Diese werden aber in den meisten Fällen nicht stehengelassen sondern eher lustig gebrochen: „[…] Du trägst […] Fishbone – wieso bist du so beliebt? […]“. Auf diese Weise ist sein Album auch kein verstaubter Vortrag aus dem Rosa-Luxemburg-Haus. Er doziert und moralisiert nicht – oder wie es in „Sonnenuntergang“ heißt: „[…] Was denn für mich links ist? Nicht das Suzie Grime-Links. Moralisch-überlegen-passiv-aggressive Instaslide-Links […]“). Vielmehr entwaffnet er sich selbst ehrlich und schonungslos. In „Voo Store“ schreibt er: „[…] Und vielleicht ist auch mein Ringen nach Klasse ein Zeichen dafür, dass ich doch gefangen bin in meiner Klasse […]“. Der Besitz und das Wissen über Upper Class-Symbole führen also nicht nur nicht zum Glück, sie verdeutlichen auch, dass ein Next-Level-Klassenaufstieg faktisch nicht möglich ist. In „Numb“ heißt es dazu: „[…] Alles tut weh, die Jobs, die wir machen, die Schulden, in den wir stecken seit Jahr’n […]“. Oder man muss schmerzlich erfahren, dass da an anderer Stelle deutlich mehr Kapital vorhanden ist: „[…] Wenn ich Yin Kalles Instagrampage auschecke. Wieso haben die mit zwanzig jetzt Geld für Dior? […] Ich kam mir damals mit Fred Perry wie ein Millionaire vor […]“. Das ist treffender Rap über die soziale Undurchlässigkeit in Deutschland. „[…] Kann da noch so viel Jil Sander gegen ankaufen. Im Voo Store seh‘ ich aus wie grad eben verlaufen. Der Preis, er ist hoch für ein Markenschwein sein. Ich geb‘ die Scheine gerne aus, sie bewahren den Schein […].“ Grim104 lässt auf diese Weise das neoliberale Narrativ „Vom Bordstein bis zur Skyline“ im Sand versinken oder – um es in einem anderen sprachlichen Bild auszudrücken – spült es wie ein heftiges Sommergewitter davon. Das ist für mich ernüchternd aber wohltuend.
Rave the Summertime Sadness
Warum „Imperium“ am Ende dann aber doch kein Midlife-Crisis-Totentanz ist, liegt vor allem an der Produktion von Kenji451. Insgesamt bieten die meisten Tracks trappige Hi-Hats und warme Synthie-Sounds, die mal verspielt vor sich hin zwitschern („Numb“), mal euphorisch die Gesangsmelodien begleiten („Abrakadabra“) und mal die ästhetische Chord-Fläche eines Songs bilden („Voo Store“).
Wenn sich Grim104 zurücknimmt und die Musik ohne Rap-Parts durchläuft, fühle ich mich schnell in Momente versetzt, in denen ich etwas matt aber irgendwie glücklich durch eine warme Berliner Sommernacht fahre. Unterstützt wird dieses Gefühl auch durch Grim104s Entscheidung, weitestgehend auf seinen überschlagenden Wut-Rap („Rap.de“ vom ZM) zu verzichten und zum singenden Erzählen („Imperium“) zu wechseln. Die Teenage-Wut ist bei ihm gewichen und so wandelt er sich zu einem desillusionierten Ü30-Texter, dem man jetzt aber irgendwie lieber zuhört – nicht, weil man sich vor unbequemen Wahrheiten verschließt, sondern um Luft zu holen und nachzudenken, wie man diesen weiterhin begegnet. LGoony, einer der wenigen Gaststars auf dem Album, singt an dieser Stelle treffend: „[…] Ich krieg keine Luft, ich kann nicht mehr laufen. Ich brauch eine Pause, lass mich kurz chillen […].“
Wie wichtig diese musikalischen Kurztrip-Retreat-Urlaube für mich sind, wird deutlich, wenn Songs wie „Bam Margera“, „Komm und Sieh“ und „Das Versprechen“ mich mit Themen wie Tod und Vergänglichkeit konfrontieren. Der Sensenmann sorgt bei mir nämlich selten für tropical Vibes. Hinzu kommt, dass die angesprochenen Tracks von tiefen Synthie-Bässen musikalisch untermalt werden. Die Bassheads unter den Hörer*innen wird es freuen.
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Die größte musikalische Überraschung bietet der Track „Ü30 Männer im Club“ (feat. Kaiii). Hier stolpert Grim104 mit seinen Rap-Parts einem housigen Disco-Song hinterher. Gehetzt und aber nie wirklich cool, versucht er in der Musik anzukommen, ohne es wirklich zu schaffen. Das irritiert beim ersten Hördurchgang, macht beim zweiten aber schon wieder Sinn, da es die Deplatziertheit des Lyrischen Ichs im Club exakt musikalisch widerspiegelt. Sicherlich sollte die Tanzkultur grundsätzlich einen freien Raum für jede/ jeden anbieten und frei von Ageshaming sein. Grim104 stellt hier aber eine Figur aus, die weniger unbeholfen als viel mehr unangenehm ist. Das zeigt auch das Ende des Tracks:
»Ich kann mir ein Taxi leisten und besoffen was zu Essen, ihr müsst auf den Nachtbus warten und kriegt nachher hoffentlich noch richtig auf die Fresse«
Aus diesem Grund gelingt es Grim104, aus einer untighten House-Nummer ein Statement zu machen. Weißer Rap hat in einem Genre der Black Community so wenig zu suchen, wie ein besoffener, reicher und gehässiger Ü30 Mann auf einer Party.
Eine Alternative für Weirdo-Rap CEOs
Rap-Musik steht in der Regel für Gegenwärtiges. Futuristische Versionen – ob nun textliche oder musikalische – werden eher in anderen Genre verhandelt. Sicherlich gibt es Ausnahmen wie Missy Elliott und Zebra Katz, der Großteil der Künstler*innen arbeitet sich aber am Hier und Jetzt ab.
Das ist auf „Imperium“ auch nicht anders – fast jedenfalls. Bereits auf dem letzten ZM-Album wurde die Frage aufgemacht, was für einen Musikerbleibt, wenn man „[…] alles schon erzählt […] [und] bei Rock am Ring gespielt [hat]“ („Exit“). Den Strang nimmt Grim104 wieder auf und überrascht mit einem neuen Motiv. Gleich im ersten Song „Abrakadabra“ wird es mit dem Vers eingeführt: „[…] Ich bin ein Blatt, getragen vom Wind, wo trägt’s mich hin? Trägt es mir in meine Arme ein Kind? […]“. Der „Weirdo-Rap CEO“ („Voo Store“) setzt sich zaghaft mit dem möglichen Vatersein auseinander. Das ist für Deutschrap neu.
Tatsächlich gibt es Musiker wie Sido, die über ihre Vaterschaft rappen. Dabei geht es aber immer schon darum, dass man Verantwortung für ein bereits lebendes Kind hat. Die Möglichkeit Vater zu werden, wird im Rap dagegen nie als Alternative zur Sinnfrage des Lebens aufgemacht. Grim104 versucht sich hieran, ohne dabei aber unglaubwürdig und pathetisch zu werden. Vielmehr spielt er verschiedene Szenarien durch und reflektiert deren Wirkung auf sich. In „Sonnenuntergang“ schreibt er: „[…] Ich bin […] eines Tages sicher Vater eines Kindes, das mich fragen wird, was denn für mich links ist […]?“. Die omnipräsente Summertime Sadness kann er damit auf „Imperium“ auch nicht vertreiben. Er schafft aber einen Grundton, der die Hörer*innen hoffen lässt, dass es nach dem Sommer noch etwas gibt, worauf man sich freuen kann. Der brennende Horizont – so auf dem Cover zum Album zu sehen – wartet vielleicht doch mit etwas Schönem auf.
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Wir haben heute das Glück, euch die Tour von niemand geringerem als dem ASMR-Rapper Nummer eins Ansu vorzustellen. Der Artist geht ab Sonntag, den 15.05. auf “Ansu Tour” und bietet euch im Mai und Juni neun weitere Gelegenheiten seine Live-Heat zu erleben! Ausreden sind nicht erlaubt, wir wollen eure verschwitzten Gesichter in der Menge sehen und euch im Moshpit wiedertreffen.
Damit das auch garantiert klappt, bieten wir euch die Chance 2×2 Tickets zu gewinnen, um bei diesem Rap-Spektakel live dabei zu sein. Alles was ihr dafür machen müsst, ist auf unserem Instagram Account vorbeizuschauen, Untoldency zu folgen und eine Freund*in eurer Wahl unter dem Post zu markieren.
ASMR für Hip Hop Fans
Ansu kann so einiges: ehrliche Geschichten auf klassischen Boombap-Beats erzählen wie auf seiner neuen Single „30“; Banger, die unsere Ohren wegfegen oder auf tanzbaren, Drum & Bass angehauchten Tracks rappen, siehe seine COLORS SHOW. Der rote Faden, der sich allerdings durch all seine Songs zieht, ist seine Stimme. Tief und kraftvoll rappt Ansu seine Verses und steht scheinbar jedes Mal so nah am Mic, dass man denken könnte, er flüstert uns gerade ins Ohr. Das führt zu einem unverwechselbaren Stimmcharakter, den wir schwer vergessen können. Wenn der Signature Sound einer Künstler*in die Stimme ist, dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Zusätzlich dazu, scheint Ansu ein erstaunlich gutes Gespür für die Wahl seiner Beats zu haben.
Unser Fazit lautet, Stimme und Beats sind on Point und mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
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Einen Überblick über die Tourdaten und -orte findet ihr hier! Vergesst nicht euch Tickets zu holen oder bei unserem Gewinnspiel mitzumachen. Und ganz wichtig: bringt euch schon mal in Stimmung, indem ihr Ansu auf Insta, YouTube und Co. sowie dem Streaminganbieter eurer Wahl auscheckt.
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Wir haben heute ein Highlight für euch im Gepäck und es läuft uns locker von der Zunge dies mit euch zu teilen! Untoldency proudly presents in Kooperation mit Goodlive Artists die geballte Hip Hop Live-Energie am 31.05.2022 in Form von Ahzumjot und seinem Support Apsilon.
Der Hamburger Rapper bespielt nach dreijähriger Tour-Abstinenz wieder seine Heimatstadt im Rahmen seines kommenden Projekts „22QT02“. Dafür hat er sich die Institution der Stadt ausgesucht: das Turmzimmer im Uebel & Gefährlich. Der Vorverkauf startete heute, den 04.05.2022 um 10 Uhr und wir hoffen ihr könnt eure Ungeduld auf dieses Konzerterlebnis genauso wenig im Zaum halten wie wir!
Authentischer Hip Hop mit viel Liebe für die Kunst
Der Hamburger Rapper hat sich über lange Zeit fest in der deutschen Hip Hop Landschaft etabliert. Mit unzähligen Alben und Projekten hat er sich bereits auf alle Zeiten in unsere Herzen geschossen und mit seinem letzten Tape „3:00“ sogar in die Charts. Düstere und kreative Beats treffen auf authentische und maximal ehrliche Texte. Dabei ist alles immer Selfmade. Texte schreiben, Beats produzieren und den Track am Ende noch mixen und mastern? Kein Problem für den DIY King des deutschen Hip Hop.
Dabei stellt Ahzumjot immer die Kunst in den Mittelpunkt und kritisiert auch außerhalb seiner Lyrics die Musikindustrie und ihre Mechanismen. Der unglaublich versatile Künstler gilt zudem stets als großer Supporter aufstrebender Artists. Künstler*innen wie BLVTH oder Apsilon hat er bereits in seinen Einflusskreis aufgenommen und beispielsweise durch Features oder Produktionen unterstützt. Be excited und seid die Ersten, die sich Tickets holen!
Schonungsloser Rap in your face!
Der Berliner Rapper Apsilon sammelt derzeit fleißig Live-Erfahrung, nachdem er Anfang des Jahres seine Debüt EP „Gast“ veröffentlichte. In stetigem Tempo wachsen seine Hörer*innen- und Follower*innenzahlen und unterstreichen die Relevanz seiner Musik und Texte. Wir sind uns sicher, dieser aufstrebende Künstler wird bald alle Magazine und Social Media Kanäle des Landes fluten.
Auf seiner neuen Single „Problem“ drückt uns Apsilon sein Mantra auf einem „Cato type beat“ schonungslos ins Gesicht: „Bin ein, ich bleib‘ ein, ja, Bin ein, ja, scheiß Problem.“
Der gebürtige Moabiter ist hier um uns in unserer Wohlfühlzone herauszufordern und provoziert, wenn unsere Augen Rassismen und Ungerechtigkeiten des Alltags übersehen. Unsere Review zur EP findet ihr hier! Checkt die neue Single und lasst euch von seiner Musik überzeugen!
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Lasst euch von der Atmosphäre dieser beiden Artists in Hamburg mitreißen und seit dabei, wenn Ahzumjot am 31.05.2022 zum ersten Mal der Öffentlichkeit sein neues Projekt vorstellt! Hier findet ihr die Instagram Pages der beiden Artists Ahzumjot und Apsilon. Enjoy!
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Marlon ist nicht nur Mavi Phoenix‘ bürgerlicher Name, sondern nun auch der Titel seines zweiten Studioalbums. Passend zum Release, durfte ich (Lara) mit Marlon, über Marlon sprechen, was am 25.02.2022 erschienen ist.
Musikalisch bewegt sich Mavi Phoenix zwischen Lo-Fi-Pop, Trap und modernem R&B. Ausserdem finden sich auf seinem neuesten Release Gitarrensounds wieder. Nach dem Coming Out als Transmann und der Veröffentlichung seines Debütalbums „Boys Toys“ verabschiedete sich Marlon Nader 2020 von Social Media, nahm eine Auszeit und widmete sich seiner persönlichen sowie musikalischen Transition.
In wie fern Mavi Phoenix seinen neuen Gitarrensound seinem Vater zu verdanken hat, wie der Albumprozess bei Marlon ablief und was seine persönlichen Lieblinge der Platte sind, könnt ihr jetzt hier im Interview lesen.
Interview mit Mavi Phoenix
Lara: Hallo Marlon, schön dass das geklappt hat. Du steckst ja aktuell mitten in der Promophase. Zum Einstieg frage ich dich erstmal, was du heute schon so gemacht hast.
Mavi Phoenix: Ich war heute tatsächlich schon bei einem Interview, mal wieder Face to Face, in einem Cafe, für ein österreichisches Magazin.
Lara: Face to Face ist ja auch mal wieder ganz nice. Wie geht es dir? In 2 Wochen ist es soweit, dann kommt dein zweites Album Marlon raus. Wie geht es dir, so kurz vor dem Release?
Mavi Phoenix: Ja eigentlich ganz gut! Ich freue mich echt mega auf’s Album und ich realisiere auch gerade eigentlich erst, dass es bald wirklich rauskommt. Ich freue mich einfach wirklich sehr und auch, dass es danach dann auch endlich weitergehen kann.
Lara: Das kann ich gut nachvollziehen. Unterscheidet sich der Release von Marlon zu dem von Boystoys?
Mavi Phoenix: Ich glaube, ich bin tatsächlich ein bisschen entspannter. Wahrscheinlich auch, weil ich voll an das Album glaube. Ich habe das Gefühl, dass es ein gutes Album geworden ist und freue mich einfach. Natürlich ist mir auch voll wichtig, was die Leute dann damit machen und wie sie es finden, aber ich bin da ziemlich gefestigt und denke schon, dass es den Leuten gefallen wird. Hoffentlich.(lacht)
Lara: Also ich hab natürlich schon mal etwas reingehört und ich bin mir ziemlich sicher, dass es den Leuten gefallen wird. Weisst du schon, wie du den Release feiern wirst?
Mavi Phoenix: Jaa, ich werde in Berlin tatsächlich meine erste Releaseparty überhaupt machen! Beim letzten Album war da ja der erste Lockdown und da kam dann leider nichts zu Stande. Jetzt ist es natürlich auch irgendwie blöd mit Corona, aber wir werden dann hoffentlich mit 2G+ vielleicht auch mal ein Bisschen den Release feiern können.
Lara: Nice, muss ja auch mal wieder sein. Jetzt back zum Album; wie lief der Albumprozess ab und wann hast du angefangen, die ersten Songs für Marlon zu schreiben?
Mavi Phoenix: Bei mir ist es eigentlich so, dass ich ständig schreibe. Es ist nicht so, dass ich mir denke „jetzt habe ich das eine Album fertig und jetzt mache ich eine Pause“ sondern ich mache das natürlich voll gerne und es hat für mich auch irgendwie etwas therapierendes dabei. Ich brauche das Musik machen auch einfach irgendwie und deshalb mache ich echt ständig Musik. Nach Boystoys gab es dann ein paar Monate in denen ich auch Musik gemacht habe, aber davon ist dann zum Beispiel auch nichts auf dem Album gelandet. Da war ich dann auch kind of in einer Findungsphase um zu schauen, was mir überhaupt gefällt, zu schauen was ich in Zukunft machen möchte und um mich auszuprobieren.
Irgendwann hat es klick gemacht
Dann ist es aber auch eigentlich ganz schnell gegangen! Ich habe meine Gitarre gepackt, neu herumexperimentiert und auch wieder selbst produziert. Dazu hat sich auch noch meine Stimme verändert und dann hat einfach alles voll schön zusammengepasst! Richtig entstanden ist das ganze Album dann also zwischen Sommer 2020 bis Sommer 2021.
Irgendwann hat es dann wie klick gemacht. Ich muss dazu sagen, dass ich zu der Zeit auch von den Demos her einen echt krassen Output hatte. Wir haben auch sicher die Hälfte der Songs weggehauen, die dann nicht aufs Album gepasst haben. Es war dann auf jeden Fall genug Output dabei, dass es für ein Album gereicht hat (lacht).
Lara: Ja, verstehe ich auf jeden Fall voll. Next Question: Du hast einige unterschiedliche Sounds auf Marlon, unter anderem die Gitarre. Gitarren waren ja vorher nicht so typical Mavi Phoenix. Wie kam es dazu?
Albumcover Boys Toys
Mavi Phoenix: Ja true! Auf Boys Toys gibt es den Song Family, da habe ich das erste mal Gitarren etwas in meine Musik einfliessen lassen. Also da gab es schon so erste Anzeichen dafür, dass, es mich reizen würde, aber dann bei dem Album Marlon habe ich es dann tatsächlich so als mein neues Instrument entdeckt.
Lara: Ich finde auch, dass es auf jeden Fall stimmig ist und total gut zu allem passt. Was hat dich denn letztendlich zur Gitarre gebracht?
Mavi Phoenix: Es war so, dass mein Papa mir die Gitarre geschenkt hat, als ich 15 war. Die steht auch tatsächlich gerade neben mir! Die ist eigentlich wirklich Jahrelang in Linz in meinem Elternhaus verstaubt. Irgendwann habe ich die dann einfach mal hergeholt. Durch die Hormontherapie habe ich dann auch gemerkt, dass sich die Stimme verändert und ich die Töne die ich vorher erreicht habe, jetzt nicht mehr erreichen kann. Und irgendwie hat die Gitarre für mich dann so etwas neues aufgetan, auch beim Musik schreiben. Ich schreibe ja wirklich schon lange Musik, aber irgendwie hatte ich dann durch die Gitarre plötzlich auch einen ganz anderen Blickwinkel gesehen, weil du mit der Gitarre eben auf ganz andere Melodien kommst. Das hat mir was das Album betrifft echt einige Türen geöffnet und das Album zeigt glaube ich, auch einfach voll dieser Moment, als ich die Gitarre und dadurch auch mich neu entdeckt habe. Deswegen klingt es glaube ich auch glaube ich so fresh, im Sinne von innocent und neu an.
Lara: Was für eine schöne Story dahinter!
Mavi Phoenix: Jaa, vor allem wollte ich früher auch die in den Gitarrenunterricht gehen! (lacht)
Lara: Das fühle ich. Jetzt zur nächsten Frage: Hast du einen Lieblingstrack auf dem Album?
Mavi Phoenix: Boah, schwer zu sagen. Natürlich mag ich eh alle Tracks, aber meine aktuellen Favoriten sind aber glaube ich trotzdem gerade Nothing good und So Happy I’m Useless.
Lara: Und wie kommt’s?
Mavie Phoenix: Bei Nothing good ist es glaube ich so, dass ich das auch mega feiern würde, wenn den jemand anderes gemacht hätte. Ich hab mir bei dem Track halt auch nicht so viel bei gedacht und ich finde das merkt man auch. Ich finde ihn frech und es kommt einfach so natürlich heraus. Da hatte ich auch einen Moment, wo ich dann mit der Gitarre ein Riff entdeckt habe und rumexperimentiert habe. Und es war auch einer der ersten Tracks, den ich überhaupt ganz mit Gitarre geschrieben habe.
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Lara: Jetzt zu einem leider unvermeidbaren Thema: Die Pandemie. Welche Einflüsse hatte diese auf den Albumprozess?
Mavi Phoenix: Wäre die Pandemie nicht dazwischen gekommen, wäre ich eigentlich auf Boys Toys Tour gegangen, was sicher auch mega nice gewesen wäre. Durch die Pandemie war das Musikmachen meine Prio. Das war dann in sofern nice, dass ich dann wirklich die Zeit hatte, mich neu zu erfinden und halt neue Sachen auszuprobieren. Aber to be honest, jetzt wäre es auch mal nice, wenn die Pandemie ein Ende findet. (Lacht)
Lara: Mit welchen Worten würdest du dein Album Marlon beschreiben?
Mavi Phoenix: Hm, ich würde auf jeden Fall sagen, irgendwo frech, erfinderisch, aber trotzdem irgendwie auch klassisch. Einfach, weil ich einen Mix aus all dem drauf habe.
Lara: Und passend zur vorherigen Frage; mit welchen Worten würdest du dich, Marlon beschreiben?
Mavi Phoenix: Ich würde sage, ich bin kreativ, aber auch nervös (lacht) und ich glaub ich hab einfach Lust aufs Leben? Lebenslustig? Wenn man das so sagen kann.
Lara: Bevor wir zum Ende kommen, interessiert es mich, wie es in naher Zukunft bei dir ausschaut. Bist du froh, dass jetzt erstmal alles done ist, oder magst du dich am liebsten gleich ins nächste Projekt stürzen?
Mavi Phoenix: Ich bin froh, dass es jetzt done ist, aber vor allem auch, weil das jetzt abgeschlossen ist und jetzt wieder neu starten kann. Bei jedem Album fängt man halt bei Null an. Also zumindest ist es bei mir so, dass ich dann nicht nochmal Sachen aufgreife, die ich gemacht habe, sondern ich versuche immer etwas neues machen. Aber nicht mit dem Gedanken, „uh, das muss jetzt neu sein!“ Sondern eigentlich entsteht das voll natürlich. Wenn ich jetzt zum Beispiel einen Song machen würde, der klingt, als würde er auf das Marlon Album passen, fände ich das wahrscheinlich sehr fade. Aber ich bin wie gesagt schon froh, dass es done ist, ich werde mir bald auch mal etwas Urlaub gönnen und dann kann es weitergehen (lacht).
Lara: Alright! Damit sind wir auch schon am Ende. Unsere Schlussfrage richtet sich ein bisschen nach unserem Konzept bei Untoldency und fragt nach einer untold story. Kannst du uns da was erzählen, was du so vorher noch nie in einem Interview erzählt hast? Das kann eine kleine Anekdote sein, gerne irgendetwas witziges oder einfach irgendetwas, was dir auf dem Herzen brennt und du unbedingt in die Welt hinaustragen möchtest.
Mavi Phoenix: Jaa, da gibt es einen random fact! Während meiner Transition habe ich auf dem Laptop mit dem ich jetzt hier mit dir rede, auf Fotobooth Videos über meine Transition aufgenommen, die ich aber höchstwahrscheinlich doch nicht posten werde (lacht). Jetzt in der Retrospektive waren die wohl doch eher nur so für mich.
Lara: Ah nice! Ich habe mir mal dein This is my Voice… Video angesehen.
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Mavi Phoenix: Jaa, das habe ich mich dann auch getraut zu posten. Aber die anderen Videos finde ich jetzt irgendwie fast etwas cringe und werde sie wahrscheinlich nicht veröffentlichen.
Mavi Phoenix‘ zweites Studioalbum Marlon ist am 25. Februar 2022 bei LLT Records erschienen.Hier könnt ihr nun herausfinden, wie dieses klingt
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Der nächste Lieblingsrapper des Feuilleton, von dessen Existenz die großen Zeitschriften noch nicht wissen, heißt Apsilon. Der in Moabit groß gewordene Künstler ist frische 24 Jahre alt und hat am 14. Januar seine überaus reflektierte Debüt-EP „Gast“ veröffentlicht. Authentische Gesellschaftskritik trifft auf einen modernen Sound und lässt jedes politische Hip Hop Herz höher schlagen.
Von der Straße bis nach Moabit
Apsilons Texte erinnern an den amerikanischen Hip Hop der 90er, als Tupac,Biggie Smalls oder Snoop Dog noch über ihre Lebensumstände sowie die Probleme ihrer Hood gerappt haben. Hip Hop war eng geknüpft an authentische Beschreibungen schwarzer Lebensrealitäten, ebenso wie die damit verbundene Kritik des Status Quo. Mit der zunehmenden Kommerzialisierung von Rapmusik und deren Angleichung an konfliktscheue, profitorientierte Popmusik ging der politische Gehalt allmählich verloren. Große Teile aktueller Trap Hits aus den USA blubbern ebenso sinnbefreit durch die Radios und Playlisten wie deutscher Schlager von Helene Fischer. Apsilons Texte hingegen ziehen ihre Kraft wieder aus der Wut und Verzweiflung marginalisierter Gesellschaftsgruppen.
Vom Beobachter zum Kritiker
Auf „Gast“ erzählt Apsilon aus der Perspektive eines Gastarbeiterkindes. Als direkter Beobachter der Lebensumstände seiner Eltern und Großeltern schildert er Gesellschaftsverhältnisse direkt und unverblümt und verknüpft dabei aktuelle Zustände mit historischen. Apsilon holt das gut versteckte Gewissen der gutbürgerlichen weißen Bevölkerung wieder aus dem Keller und hievt die Schuld zurück auf ihre Schultern.
»Tag für Tag am Ackern für das Kapital in Taschen vom Gleichen Pack, das dreißig Jahre vorher ohne Wimpernzucken Menschen in die Gaskammern verfrachtet hatte Und während Molotows auf die Unterkünfte prasseln Auf dеr Arbeit und beim Amt immer lachеn, immer lachen Und Enkel kriegt kein’n Job und keine Wohnung wegen des Namens Bei den Enkeln der Fabrikbesitzer, die die Großeltern damals ausgebeutet hab’n« „Köfte“
Die Rolle des reflektierten Beobachters ergibt sich womöglich aus Apsilons innerer Zerrissenheit in Hinblick auf sein Herkunftsgefühl. Anstatt sich mit den deutschen oder türkischen Einflüssen seiner Biographie identifizieren zu können, distanziert er sich von beiden. Aus seinem Moabiter Kiez schreibend, thematisiert er die auftretenden Konflikte, wenn vor seinen Augen zwei Kulturen nicht zueinander finden wollen.
»Ich brauchte dreiundzwanzig Jahre, bis ich merkte, dass ich statt zweien Keine Heimat habe, außer meine eigene Straße und den Kiez, in dem wir war’n, ja Die Beats, auf die ich sprach, nein Keine Heimat eins und auch keine Heimat zwei, nur der Streit mit dem, was sich in beiden Ländern so rumtreibt« „Köfte“
Deutsche Identität im Kreuzfeuer
Doch wenn man ehrlich ist, fühlt sich die Distanz zur deutschen Identität auf „Gast“ um einiges größer an. Denn Apsilon nimmt die deutsche Gesellschaft an allen möglichen Ecken auseinander. Der Künstler zieht seine Kraft und Wut aus den Rassismen und Klassismen dieses Landes und legt sie ungeschönt offen. Diplomatisches Verhandeln scheint dabei keine Option zu sein. Denn die unterdrückten Gesellschaftsgruppen, denen Apsilon ein Sprachrohr verleiht, warten schon zu lange auf Gerechtigkeit.
»Deine Leute klatschen Beifall für ein’n Nazi, wenn es sein muss Meine Leute klatschen Nazis von der Straße, wenn es sein muss Seit dem Eisprung in 030, mein Bro, keiner guckt auf sein Plus Hier wird alles schön geteilt, Bro, meine Leute komm’n in kein’n Club […] Dein Homie hat am Kotti Angst, dass ihn ein Kanak abzieht Mein Homie hat kein’n Bock, dass deiner ihn wie’n Bastard ansieht (Yeah) Ihr kriegt Logenplätze (Yeah), Bruder, wir kriegen Zelle (Yeah) Ihr könnt große Sätze, wir könn’n rennen« „Sport“
Gesellschaftskritik meets Generationensound
Die eindrucksvollen und zum Teil beklemmenden Zeilen des Rappers werden unterstützt durch einen zeitgemäßen Hip Hop Sound. Der besonders bei düsteren und melancholischen Stimmungen glänzende Rapper und Produzent Ahzumjot hat einen Teil der aus sechs Songs bestehenden EP produziert. Cato erscheint ebenfalls als mehrmaliger Produzent auf „Gast“ und bringt sein Gespür für klassische Hip Hop Banger mit an den Tisch. Lyrics und Beats treten in eine stimmige Symbiose und verleihen der gesamten EP eine besondere inhaltliche sowie klangliche Homogenität. Einzig „Kes“ fällt minimal aus der Reihe, da hier die inhaltlichen Qualitäten ein wenig durch den Fokus auf das Schreiben eines Hip Hop-Club Hits in den Hintergrund rücken. Doch selbst dafür bekommt Apsilon Drops. Denn kaum eine Künstler*in springt so leichtfertig zwischen … hin und her.
Visuals im Einklang
Die erwähnte Homogenität zieht sich zudem durch die Visuals des Tapes. Das Team um Director Foli Creppy und Produzent Thabo Paul schafft zusammen mit Apsilon authentische Einblicke in das Leben des Künstlers im Retro Look. Besonders Erwähnung verdient das Musikvideo zu „Köfte“. Das Video nimmt dank Aufnahmen aus dem Bundesarchiv einen dokumentarischen Charakter an. Schwarz-Weiß-Aufnahmen von schuftenden Gastarbeitern werden protestiereden Rechten gegenübergestellt und verdeutlichen die gesellschaftliche Zerrissenheit, die bis heute andauern.
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Musik, die nur der Gesellschaftskritik willen existiert und ästhetische Motive vernachlässigt, wirkt auf mich in der Regel unbefriedigend. Gute Produzenten und Ausnahmekünstler, die einen Hit nach dem anderen schreiben, sind hingegen auch keine Seltenheit mehr. Die große Kunst ist meines Erachtens nach Musik, die inhaltlich sowie klanglich ausgereift ist. Ich denke da im Hip Hop beispielsweise an Tupac Shakur, Jay-Z oder Kendrick Lamar, die ebenso politisch waren wie einen Sound der Zeit geprägt haben. Sie haben Musik erschaffen, die emotional in einem hohem Maße berührt oder schockt und gleichzeitig den Finger tief in die Wunde drückt. Apsilon wählt diesen anspruchsvollen Weg mit seiner EP und liefert politische Statements am Fließband ohne dabei klanglich aus der Zeit zu fallen. Dieses Projekt ist eine absolute Empfehlung an ausnahmslos alle und gibt Vorfreude auf kommende Songs, EPs oder Alben.
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Manchmal hab ich Momente oder Situationen, in denen ich jeden Song skippe, weil mich jede, auch meine liebste, Musik stresst oder nervt. Dafür habe ich letztes Jahr endlich eine Lösung mit dem Namen Verifiziert gefunden. Obwohl ihre Musik mich immer entspannt und runterholt, wenn alles andere es nicht schafft, ist sie aber keines Wegs langweilig. Mit ihren anschaulich beschriebenen Texten malt die Wiener Künstlerin ihren Hörer*innen ein imaginäres Bild verschiedener Szenarien unterlegt mit angenehm sanften Hiphop-Beats und Melodien. Ob es sich dabei noch um Rap oder schon Pop handelt, sei dahingestellt, aber auch vollkommen egal. Fakt ist, Verifiziert ist eine derzeit einzigartige Bereicherung für die deutschsprachige Musik. Und das ganz ohne Zwang. Ihre Tracks und beinahe filmischen Erzählungen klingen so natürlich leicht und weich, als könnte sie niemals etwas anderes tun. Im vergangenen November veröffentlichte sie 40100, bestehend aus neun Songs. Schon da war das Verfestigen des eigenen Stils und eine deutliche Steigerung zu bisherigen Releases zu erkennen und lässt auf jeden Fall gespannt auf ihre musikalische Zukunft blicken.
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Verifiziert: Hi, ganz gut, ein bisschen müde, aber sonst passt alles. Und dir?
Dascha: Nice, mir auch. Ist einfach so eine müde Zeit im Moment. Kannst du dich mal Anfang selbst kurz vorstellen?
Verifiziert: Also ich bin die Veri, bin 25 Jahre alt und eine Wiener Künstlerin. Ich bin ein bisschen in’s Musik Machen reingerutscht ohne jegliche Erwartungen und jetzt bin ich nicht mehr ohne.
Dascha: Wie würdest du deine Musik in nur drei Wörtern beschreiben?
Verifiziert: So eine Frage hatte ich letztes Jahr schonmal und da hab ich gesagt „Nacht, betrunken und verliebt.“ Ich glaube schon, dass es immer noch passt, vielleicht würde ich statt „verliebt“ aber eher „verträumt“ sagen.
Dascha: Ich finde auch, dass das gut passt! Wie kam es dazu, dass du dich Verifiziert nennst?
Verifiziert: Also mein Spitzname ist Veri. Ich wollte eigentlich vor ungefähr vier Jahren nur einen witzigen Instagram-Namen haben, wo halt mein Spitzname vorkommt. Dann hab ich direkt Verifiziert nachgeschaut und war voll überrascht, dass das überhaupt noch auf Instagram als Name verfügbar war. Mir wurde sogar schon Geld für den Namen geboten, weil’s so rare ist. (lacht) Dann hab ich mich einfach nicht mehr umbenannt. Es war eigentlich nie als Künstlerinnenname gedacht, mein Insta-Name ist einfach geblieben.
Dascha: Du kommst ja wie bereits erwähnt aus Wien. Wie viel Wien steckt in deinen Songs und speziell in deinem neusten Tape drin?
Verifiziert: Schon sehr viel, weil alles, was ich bis jetzt geschrieben hab Erinnerungen oder Geschichten aus Wien sind. Weil ich halt einfach die meiste Zeit hier bin, die meisten Friends und Family hier hab und die meisten Songs auch in Wien entstanden sind. Deswegen glaub ich schon, dass das sehr wichtig ist. Ich merke, dass es was anderes ist in Wien Musik zu machen als in Berlin. In Berlin bin ich dann im Studio und es wird gearbeitet. Hier bin ich halt bei Friends zu Hause und wir machen vielleicht Musik oder quatschen einfach nur. Ich mag beides, aber hier ist es einfach ein bisschen entspannter.
Dascha: Es gibt ja noch einige andere coole Künstler*innen aus Wien oder auch Österreich generell. Würdest du sagen da gibt es eine feste Szene und siehst du dich als Teil davon?
Verifiziert: Ob ich mich als Teil sehe weiß ich gar nicht so genau. Es gibt schon Bubbles, aber da bin ich nicht wirklich in einer drinnen. Aber ich versteh mich mit allen gut. Es gibt bei der Musikszene zum Beispiel den Swift Circle oder Skofi und Skyfarmer, mit denen ich auch schon zusammengearbeitet habe. Oder Heiße Luft, das ist ein Musiklabel bei dem mein Produzent food for thought auch drin ist. Es gibt ganz viel, wenn es in die Richtung „Deutschrap“, wenn’s überhaupt noch Deutschrap ist, geht. Da kennen sich alle über Ecken. Allerhöchstens über zwei Ecken. Ich weiß gar nicht, ob das wirklich so eine Bubble ist oder ob Wien einfach so klein ist, dass man sich so oder so kennt.
Dascha: Und du arbeitest ja viel mit Florida Juicy zusammen. Wie ist es dazu gekommen?
Verifiziert: Als mein erster Song im Radio war und so drei Tausend Streams hatte, hat mein Management mich über Instagram entdeckt. Die sind Berliner und gut mit Florida Juicy’s Management befreundet. Dann wurde ich gefragt, ob wir uns nicht einfach mal kennen lernen wollen, weil sie sich eine coole Zusammenarbeit ganz gut vorstellen könnten. Ich war meeega nervös, weil ich voll der Erotik Toy Records Fan war. Ich war so „Oh Gott, ich treffe Florida Juicy„. Wir haben uns dann in Berlin getroffen und sofort so gut verstanden. Es ist jetzt auch so, dass wir wöchentlich Kontakt haben, nicht nur wegen Musik, wir sind echt gute Freunde geworden. Ich glaube auch sehr an Schicksal. Das war kein Zufall, dass wir beide uns so richtig gut verstehen.
Dascha: Sehr cool! Du hast ja vor ungefähr drei Monaten dein Tape 40100 rausgebracht. Ich finde du thematisiert in deinen Songs oft alltägliche Situationen und Eindrücke. Sind das Momente, die du erlebst und du achtest deswegen vermehrt darauf oder sind die erfunden?
Verifiziert: Die meisten sind schon irgendwie mal passiert. Manchmal ist mir was davon passiert und ich male dann noch ein paar Sachen im Kopf dazu. Oder ich verbinde zwei Geschichten. Zum Beispiel auf Skit hab ich zwei unterschiedliche funny Stories, die mir passiert sind, connected. Sowas mach ich voll gern. Oder dass ich mal Situationen nehme, die Freund*innen passiert sind. Ich denke generell sehr viel nach, mein Kopf ist immer unter Strom und immer voll. Das hat Vor- und Nachteile. Ich glaube dadurch schaffe ich es, mir aus voll langweiligen oder mega normalen Sachen ein großes Bild draus zu machen.
Dascha: Wo wir schon dabei sind – Ist die Story aus Skit mit dem Tattoo auf dem Arsch so passiert?
Verifiziert: Vielleicht! Man weiß es nicht. (lacht)
Dascha: Na gut, es ist auf jeden Fall eine funny, unerwartete Line. Mein Lieblingstrack von dir ist aber Stromausfall. Den hör ich sehr, sehr oft. Deswegen würde mich interessieren, aus was für einem Gefühl und Setting der Song entstanden ist. Was war das für eine Zeit?
Verifiziert: Danke! Ich hab den in Berlin geschrieben, das war der zweite, den ich mit Florida Juicy gemacht hab. Mir ging’s da voll gut, aber ich hab sehr viel reflektiert. Ich hab sehr an die Zeit vor damals einem Jahr gedacht, weil das die Zeit war, wo ich es finally geschafft habe, alleine happy zu sein. Ich hab früher einsam und allein nie unterscheiden können. Wenn gerade niemand bei mir war, hab ich mich sofort einsam gefühlt. In dem Song hab ich ja eher abstrakt drum geschrieben, aber ich habe schon sehr an dieses Gefühl gedacht. Dass man es endlich schafft, es zu appreciaten alleine zu sein. Das war die Phase, wo ich alleine sein richtig gut fand.
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Dascha: Voll schön, das kommt beim Hören auch durch! Ansonsten kommt in deinen Songs auch oft was zu Schlaflosigkeit oder einfach das Wort „schlaflos“ vor. Schläfst du wirklich so wenig?
Verifiziert: Zur Zeit geht’s voll. Ich schlafe, glaube ich, normal viel. Aber ich habe immer ganz starke Einschlafschwierigkeiten, weil ich da immer richtig viel nachdenke. Ich hab jetzt gemerkt, dass ich nur normal einschlafen kann, wenn mein Freund noch was schaut und ich nicht meine eigenen Gedanke höre, sondern die Serie oder so. Normalerweise plane ich beim Einschlafen meine nächsten zehn Jahre im Kopf oder gehe Szenarien von vor fünf Jahren durch. Damit hab ich schon Probleme. Also, es ist nicht mega schlimm, aber mein Kopf arbeitet in der Nacht einfach am stärksten.
Dascha: Voll, versteh ich. Wie würdest du sagen haben sich deine Songs oder auch du selbst von deinen Anfängen bis jetzt verändert?
Verifiziert: Ich rede jetzt einfach mal auch über Sachen, die noch kommen werden. Ich glaube es ist alles viel selbstbewusster geworden. Einerseits war es am Anfang wirklich nur for Fun, also jetzt macht es natürlich auch Spaß, aber am Anfang habe ich gar nicht nachgedacht. Vor und während 40100 war es mit viel Nachdenken verbunden, aber schon selbstbewusster, weil ich auch mehr Bestätigung von außen bekommen hab. Hätte ich nicht gedacht, aber das macht schon sehr viel aus, wenn plötzlich fremde Leute deine Musik hören. Das ist schon ein sehr special Feeling. Mittlerweile ist die Musik wirklich sehr viel selbstbewusster geworden, es geht mir einfacher über die Lippen. Es ist bei den nächsten Songs auch nicht mehr so viel Herzschmerz dabei wie bei den vorherigen Songs. Es wird einfach cooler, nicht im Sinne von „ich bin cool“, sondern im Sinne von nicht zu viel nachdenken.
Dascha: Also würdest du sagen, du bist auch selbstbewusster geworden mit der Zeit?
Verifiziert: Hmm ja, es gibt natürlich ups and downs. Wie bei jedem, glaube ich. Ich hab auch früher immer schon gedacht „Hä, wieso hören Leute meine Musik?“, ich fand das immer total strange. Jetzt mittlerweile hab ich aber die Bestätigung, dass es viele Leute gibt, die cool finden, was ich mache. Vor allem Leute, denen es irgendwie hilft, davon bekomme ich auch viele Nachrichten. Das gibt mir voll viel Stärke.
Dascha: Und wer oder was inspiriert dich selbst oder hilft dir? Sei es musikalisch oder menschlich.
Verifiziert: Ich merke bei jeder Studiosession und bei jeder Person, die ich treffe, mit der ich über Kunst und Musik rede, dass ich mir da Inspirationen hole. Ich finde wirklich alle Musiker*innen, mit denen ich zu tun habe, inspirierend. Aber auch alle anderen Artists, sei es Grafikdesign oder Malerei. Meine beste Freundin malt sehr viel und wenn ich ihre Bilder anschaue, krieg ich auch direkt Ideen. Ich kann mir da aus meinem Umfeld schon sehr viel rausholen. Und aus meinen eigenen Gefühlen. Also, wenn man Gefühle die man hat oder mal hatte, reflektiert.
Dascha: Gibt es Musik oder Musiker*innen die du sehr feierst, bei denen man es anhand von deiner eigenen Musik nicht unbedingt von dir erwartet?
Verifiziert: Ich hör voll viel klassische Musik. Also nicht nur so Calming Piano Sachen, sondern auch Symphonien, Beethoven zum Beispiel. So richtig epische klassische Stücke. Dann hör ich auch noch viel Drum and Bass, weil ich damit ein bisschen aufgewachsen bin. Das ist die Musikrichtung, die ich am aller meisten gehört habe seit ich 13 bin. In Wien war die Drum and Bass Szene immer sehr groß, auch was Clubbing betrifft. Ich fand Techno nie so nice, Drum and Bass war immer cooler.
Dascha: In welcher Location oder auf welchem Festival würdest du gerne mal spielen? Egal wo.
Verifiziert: Ich glaube, dass das Melt mein Traum wäre. Da war ich selbst schon 2018 und 2019 und ich fand’s so geil! Da war so eine schöne Atmosphäre und alle waren irgendwie so wholesome.
Dascha: Ferropolis ist auch einfach mega nice als Location. Wo wir schon bei Liveshows sind: Hast du Pläne für eine Tour?
Verifiziert: Ja, das ist gerade in Planung. Wir überlegen, ob es vielleicht Ende des Jahres eine gibt. Aber dadurch, dass man gerade nur schwer fest planen kann, kann ich da leider nichts versprechen. Es wird auf jeden Fall irgendwann mal eine Tour geben. Und auf einigen Festivals bin ich auch!
Dascha: Yes, auf einem Festival werden wir uns auch sehen. Bleiben wir mal bei Träumen und Zukunft, gibt es da für dich ein Traumfeature?
Verifiziert: Also so im „möglichen“ Bereich ist das voll schwer zu sagen, da hab ich kein absolutes Traumfeature. Im unmöglichen Bereich würde ich Frank Ocean oder Young Lean sagen, weil ich finde das sind die absolut besten Musiker. Oder Charli XCX. Aber es gibt viele, mit denen ich eigentlich gerne mal Musik machen würde, zum Beispiel auch Viko36 und penglord. Ich hab immer lieber kleine Träumchen, die ich mir irgendwann wirklich erfüllen kann.
Dascha: Ein Feature mit Longus Mongus hast du ja schon auf Rotkäppchen. Aber was ist dein Lieblingsdrink?
Verifiziert: Zur Zeit glaube ich Mimosa. Ich weiß nicht genau, wie man den im Original macht, aber ich mache oft Sekt in ein Glas mit Orangensaft und gefrorenen Erdbeeren, die ich im Blender cremig mache. Das schmeckt zusammen so geil, das hab ich in letzter Zeit am liebsten getrunken. Also gerade ist es auf jeden Fall Sekt.
Dascha: Das klingt so lecker, jetzt will ich das auch ausprobieren. Aber eine sehr wichtige Frage hab ich noch. Wieso ist dein Spotify-Profilbild du, aber als Shrek?
Verifiziert:(lacht) Ich hatte vor dem Shrek-Bild ein Bild von mir mit so einer ganz kleinen Schwimmbrille auf. Dann war ich ein mal in einer Modus Mio-Rankingliste von female Artists. Und alle hatten so richtig hotte Pics, wo sie ihre schönen Beine zeigen und full on Make-Up, richtig gute Fotos. Und das letzte Foto war meins mit dieser Schwimmbrille. Ich fand das so lustig, dass ich mir gedacht habe, das will ich noch eine Weile durchziehen, dass ich Trash-Fotos von mir nehme. Irgendwie hab ich mir gedacht: Mood.
Dascha: Ich find’s auch immer funny, wenn ich dein Spotify öffne und dieses Grün direkt aufploppt.
Verifiziert: Es ist vielleicht aber auch deshalb, weil ich merke wenn ich Bilder von mir poste oder wenn es um Cover geht, denke ich sooo lange darüber nach, ob das gut ausschaut. Und ob es den Leuten gefallen wird. Bei sowas hab ich mega Insecurities und Anxiety. Aber wenn ich so Trash-Fotos verwende, zeige ich mir selbst, dass es eigentlich eh scheiß egal ist. Hauptsache irgendwie real. Oder halt real als Shrek. Das fällt mir einfach leichter als lange zu überlegen, was besser ausschaut. Das find ich irgendwie immer ein bisschen toxic.
Dascha: Kann ich verstehen! Jetzt hatte es doch einen tieferen Hintergrund, als man denken könnte.
Verifiziert: Ja, vielleicht schon. (lacht)
Dascha: Unsere letzte Frage ist immer eine untold story, also eine Geschichte oder ein kleines Geheimnis, das du noch nicht öffentlich erzählt hast. Fällt dir da was ein?
Verifiziert: Ich hab zwei Goldfische, weil ich im Musikvideo zu Asphalt unbedingt eine Szene haben wollte, wo durch ein Aquarium durch gefilmt wird während da Goldfische schwimmen. Ich hab dem Kamerateam im Stress gesagt, wenn’s easier ist, die Goldfische gleich zu kaufen, statt sie auszuborgen, dann kann ich sie auch behalten. Dann hab ich innerhalb von drei Tagen Goldfische bekommen und hab sie immer noch bei mir. Obwohl ich davor nie Fische wollte, find ich’s mittlerweile irgendwie geil.
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