Schlagwort: pop

  • Eine bezaubernde Reise durch R’n’B, Elektronik und pure Emotionen: So war Ravyn Lenae am 11.11.2024 in Berlin

    Eine bezaubernde Reise durch R’n’B, Elektronik und pure Emotionen: So war Ravyn Lenae am 11.11.2024 in Berlin

    Hannah und Chaja (Evangelische Schule Berlin Zentrum) berichten in Kooperation mit Goodlife Artists von einem stimmungsvollen Abend mit Ravyn Lenae im Säälchen, Berlin

    Energiegeladen ins Konzert

    Beim Betreten des kleinen aber feinen Veranstaltungsort strahlt Ravyn Lenae direkt eine warme und offene Energie aus. Mit ihrem Opener „Bad Idea“ leitet sie den Abend mit einer Single aus ihrem neuen Album „Bird’s Eye“ ein. Der Song gehört zu den energetischeren und kraftvolleren, was direkt Stimmung in den Saal bringt und alle nun wach sind und Bock auf das Konzert haben. 

    Auf ihren Konzerten, so auch diesem, singt sie alleine, begleitet von ihrem Schlagzeuger Chris und Gitarristen Chub, was für eine noch intimere Atmosphäre sorgt und ihre Stimme bekommt die verdiente Aufmerksamkeit. Besonders bei dem Song „Skin Tight“ oder ihrem bekanntesten Song „One Wish“ kommt ihre ausdrucksstarke, vielseitige Stimme zum Vorschein. Das Publikum ist berührt und wir sind begeistert wie sicher Lenaes Stimme ist. 

    Ihre Songauswahl für den Abend spiegelt einen guten Mix aus gefühlvollen und emotionalen Songs im Kontrast zu den mitreißenderen Songs dar. Sie spielt zudem sowohl viele Songs aus ihrem ersten Album „HYPNOS“, sowie aus ihrem ganz neuem Album „Bird’s Eye“, welches sie im August 2024 rausbrachte. Die perfekte Auswahl, damit das Publikum aufmerksam bleibt und den Abend in vollen Zügen genießt. 

    Publikum und Künstlerin – Nähe die verbindet 

    Die Stimmung und Atmosphäre ist von Beginn an intim. Der kleine Raum und das schlichte Bühnenbild geben einem das Gefühl, Teil von einer besonderen, fast privaten Performance zu sein. Das Publikum ist von Beginn an begeistert und voll dabei, wobei besonders auffällt, dass viele 20-30 Jährige Freunde, sowie auch viele Paare gemeinsam der Musik lauschen oder tanzen.  Bei den Songs kann man einfach nicht still rumstehen und die Versuchung zu tanzen ist groß, egal ob nur ein bisschen rumwippen oder sogar mit eigener Tanz-Performance, wie ein Paar neben uns.

    Die Laune ist durchgehend positiv und man merkt, dass das Publikum aus Musikbegeisterten und Ravyn Lenae Begeisterten besteht. So, wie das Publikum Ravyn und ihre Musik unterstützt, ist sie auch für das Publikum da. 

    Denn nicht nur die musikalische Leistung macht den Abend besonders, sondern auch ihre Interaktionen mit dem Publikum. Sie strahlt eine besondere Nähe aus und der ganze Abend hat eine persönliche Atmosphäre. So geht sie viel auf das Publikum ein und singt teilweise Personen direkt an. Alle bekommen das Gefühl Teil der Show zu sein. Zwischendurch erzählt sie etwas von sich und bedankt sich bei ihren Fans. Vor einem Song erzählt sie beispielsweise etwas über ihre schlechte Beziehung zu ihrem Vater und wie ihr die Musik dabei geholfen hat und so auch der Song entstand. Ein besonderer und emotionaler Moment! Daraufhin hat ihre Performance nochmal eine tiefere Wirkung. Ihre Bühnenpräsenz währenddessen ist beeindruckend und mitreißend. Mit einer Leichtigkeit tanzt sie und schwingt ihr Haar, während sie singt. Es ist keine Aufregung zu spüren und es wirkt als würde sie jeden Tag auf der Bühne stehen und singen. Die Sicherheit und Freude an Musik sieht man ihr an. 

    Ein Bühnenbild, die Ravynn Lenaes Stimme leuchten lässt 

    Das Bühnenbild ist recht schlicht, doch die Lichtshow verstärkt die Atmosphäre und passt perfekt zu ihren Liedern: weiche, warme Farben, die die Aufmerksamkeit auf Ravyn lenken während der ruhigeren, verträumten Songs im Gegensatz zu den kräftigeren Tönen, die sich zum Beat bewegen während energiegeladener Momente. Teilweise versetzten einen die ausgewählten Lichter zu den elektrischen, experimentellen Sounds fast schon in ein tranceartiges Gefühl. 

    Ein unvergesslicher Abschluss

    Das Konzert findet mit dem Song „Xtasy“ ein schönes Ende. Ravyn Lenae und ihr Band geben nochmal alles, während das Publikum sich von denn letzten treibenden Beats mitreißen lässt. Die Stimmung erreicht ihren Höhepunkt, als Ravyn Lenae die Bühne verlässt. Die Rufe nach einer Zugabe werden belohnt: mit dem Song „Love Me Not“ liefert Ravyn einen perfekten Abschluss. Der Song, emotional und berührend, zeigt noch einmal ihre beeindruckende Stimmvielfalt. Der Abschied ist daraufhin herzlich! Ravyn bedankte sich mit ehrlichen Worten bei ihren Fans, winkt lächelnd ins Publikum und verlässt die Bühne – ein süßer Abschied für einen gelungenen Abend. 

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    Eine Show voller Magie und Energie

    Ravyn Lenae beweist an diesem Abend, dass sie nicht nur eine außergewöhnliche Sängerin ist, sondern auch eine mitreißende Entertainerin. Ihre warme Ausstrahlung und die Leichtigkeit, mit der sie das Publikum in ihren Bann zieht, machen den Abend besonders. Es wurde viel gelacht, getanzt und gemeinsam eine schöne Energie geschaffen. Besonders beeindruckend ist ihre Bescheidenheit gegenüber ihrer Band: Sowohl Schlagzeuger Chris als auch Gitarrist Chub bekamen ihre Momente im Rampenlicht und durften jeweils mit Soli glänzen.

    Ob man Ravyn Lenae schon kennt oder nicht – ihre Konzerte sind ein Erlebnis. Ihre enorme stimmliche Kontrolle, die intime Atmosphäre und die Mischung aus mitreißenden und berührenden Songs machen ihre Auftritte absolut sehenswert. Wer die Möglichkeit hat Ravyn Lenae live zu sehen, sollte sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!

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  • Leifs Jahresrückblick: Wiederentdeckte Dauerbrenner und eine Menge Regen

    Leifs Jahresrückblick: Wiederentdeckte Dauerbrenner und eine Menge Regen


    Das letzte Zwölftel des Jahres 2024 ist angebrochen und mit ihm kommt die kalte dunkle Jahreszeit. Eine Jahreszeit, die zuhause gemütlicher macht, Besinnlichkeit und Beisammensein verspricht und für viele Menschen Tradition bedeutet. So ist es etwa bei untoldency Tradition, in dieser Zeit das musikalische Jahr in einem Jahresrückblick Revue passieren zu lassen.

    Denke ich an 2024 zurück, wird mir bewusst, dass es ein Jahr war, in dem ich vor allem eines noch weniger hatte als je zuvor: Zeit. Wer kennt es nicht? Einen geraumen Anteil der Zeit frisst die Arbeit oder die Uni, das Lernen und Sachen, die einfach gemacht werden müssen. Das, was wohl die meisten nachvollziehen können, hat mich persönlich in diesem Jahr stark eingeholt. Der Wert der Zeit, die ich ganz ohne Verpflichtungen und nur für mich hatte, stieg in diesem Jahr ins Unermessliche. Da ist sie wieder, die Inflation.

    Deshalb ist es auch hier in den letzten Monaten ziemlich ruhig um mich geworden. Aber anstatt über ein Problem zu lamentieren, welches ohnehin fast alle haben, komme ich nun auf meine besonderen musikalischen Highlights von 2024 zu schreiben. Viel Spaß mit meinem Jahresrückblick!


    Mein Album des Jahres

    Anfang des Jahres – ich habe hier darüber geschrieben – kam das Debütalbum Prelude to Ecstasy von The Last Dinner Party und hat meine Welt ein wenig aus den Fugen gerissen. Die kraftvollen Lyrics, der pulsierende Pop aber vor allem der Klassik- und Renaissancebezug im Instrumental und in der Gesamtästhetik haben es mir sehr angetan. So sehr, dass die Songs „Sinner“, „Nothing Matters“ und „On Your Side“ allesamt in meinen Go-To Playlists gelandet sind und (zumindest außerhalb der Weihnachtszeit) bis heute täglich von mir gehört werden. Von der Band konnte ich 2024 gar nicht genug bekommen und hoffe, dass 2025 die Sehnsucht nach mehr stillt.

    Spulen wir vor zum Sommer. Zu einem Jahresrückblick gehören ja bekanntlich nicht nur Neuentdeckungen, sondern auch Bekanntes, Liebgewonnenes oder Wiederentdecktes. Außerdem sind es doch am Ende die Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben. Deshalb möchte ich auch über die einzigartigen Konzerte schreiben, die Mitte 2024 besuchen konnte.


    Was ist, wenn wir beide wie Hannover sind?

    Eines davon war das Seventyfive Festival in meiner Heimat, die Grafschaft Bentheim (ja, auch da können gute Konzerte stattfinden). Im Charme eines Speditionsgeländes hat mich vor allem ein Künstler wieder in den Bann gezogen: Thees Uhlmann. Schon seit Jahren, taucht er hier und da immer mal wieder in meinen Hörgewohnheiten auf, allerdings vergaß ich ihn in der letzten Zeit ein wenig. Die fast erloschene Glut wurde an jenem Tag folglich zu einem lodernden Feuer entfacht. Auch, wenn ich für gewöhnlich kaum deutschsprachige Musik höre, vermag mich die von Thees Uhlmann mittlerweile so tief emotional zu berühren, wie keine andere.

    Ein Beispiel. Die Stadt Hannover – dort, wo ich wohne – hat in diesem Jahr eines seiner berühmtesten Wahrzeichen „verloren“. Der sogenannte Telemoritz ist ein in Stadtzentrumsnähe stehender Fernsehturm, der verziert mit drei großen Volkswagenlogos über die Häuser Hannover wachte. Er war mit seiner VW-Werbe-Charakteristik nicht von der Skyline wegzudenken. In dem Song „Was wird aus Hannover“ besingt Thees Uhlmann diesen Turm mit folgenden Worten:


    „Am Bahnhof steht ein Turm, der für Nutzfahrzeuge wirbt
    Du warst wie ein Sturm, den niemand hört und spürt“


    Vom mittlerweile baufälligen Turm, der seit 2004 unter Denkmalschutz steht, wurden im Juli dieses Jahres die Werbeschilder abgehangen. Der triste Anblick dessen und die Emotionalität, die der Uhlmannsche Soundtrack in mir erweckt, haben mich zu jener Zeit möglicherweise ganz kurz zum Weinen gebracht. So viel zu meiner persönlichen Bauwerktristesse von 2024.


    Ins Wasser gefallen

    Eigentlich wollte ich über das erwähnte Festival bei untoldency berichten. Neben Thees Uhlmann hätte auch einer seiner norddeutschen Kollegen spielen sollen, dem ich einige Tage vorher in seiner Heimatstadt Braunschweig lauschen durfte: Axel Bosse. Nach einer unfassbar tollen Darbietung auf der Volksbank BraWo Bühne, habe ich der Show vom sympathischen Headliner Bosse auf dem Seventyfive Festival voller Vorfreude entgegengefiebert. Dazu kam es allerdings nicht, denn das Konzertgelände musste schon frühabends aufgrund von Unwetterwarnungen und straken Regenfällen geräumt werden. Mitten im Sommer fiel Norddeutschland sich selbst zum Opfer.

    Mein absolutes und unangefochtenes Highlight des Jahres hingegen, ist eine Show der Superlative, die seines gleichen sucht. Gemeint ist Coldplay, die ihre „Music Of The Spheres World Tour“ in diesem Jahr nach Deutschland gebracht haben. Auch dort hat es Anfangs durch das offene Stadion wie aus Badewannen gegossen. Die Bühne wurde über eine Stunde lang im Sekundentakt von der Crew mit Wischern abgezogen und von enormen Wassermassen befreit, was natürlich innerhalb von Augenblicken wieder hinfällig war. Diese Show fiel aber nicht ins Wasser – ganz im Gegenteil. Der Regen wurde von der Band atmosphärisch genutzt und auch die Energie der Fans konnte dem schlechten Wetter trotzen. Er schien einfach dazuzugehören, hat das Erlebnis eindrücklicher und die Band trotz Weltruhm noch sympathischer und nahbarer gemacht. Alle tanzten gemeinsam im Regen.


    And It Was All Yellow

    Kurz zusammengefasst war das Konzert knappe 3 Stunden lang ein Hit nach dem anderen, nur Banger aneinandergereiht. Niemals ging die Energie verloren. Die Chance, sich auszuruhen nahm man sich gern selbst. Die phänomenale Lichtshow gab der umwerfenden Kulisse den Rest. Jeder Mensch aus dem Publikum hat für das Konzert ein ferngesteuertes Leuchtarmband bekommen, das nonstop choreographiert in verschiedenen Farben zum Leuchten und Blinken gebracht wurde. So war zum Beispiel die gesamte Arena beim Song „Yellow“ in einem leuchtenden gelb getaucht. Kein Wunder, dass dieses Konzert für lange Zeit unübertrefflich für mich bleibt.

    Das Musikjahr 2024 schließe ich ab mit einer meiner alltime favourites Alternative Band aus den frühen 2000ern. Nada Surf brachten in diesem Jahr ihr neues „Album Moon Mirror“ heraus. Eine Demonstration der neuen Songs habe ich mir im Dezember auf einem ihrer Konzerte in Hamburg geben lassen. Aber darauf werde ich im neuen Jahr zu schreiben kommen. Es sei an der Stelle vorerst nur Folgendes erwähnt: Sie sind sich treu geblieben. Es geht doch nichts über einen Cliffhanger am Ende. Hört Euch das Album bis dahin am besten schonmal an.

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    Am Ende des Jahresrückblickes bleibt nur noch zu sagen: Ich wünsche Euch allen von Herzen besinnliche Festtage, egal was und wie ihr feiert und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2025. Nehmt Euch die eingangs beschriebene, kostbare Zeit, die Euch die Tage zwischen den Jahren geben. Man liest sich!

  • Majas Jahresrückblick: Unwissenschaftlicher bekommt ihrs Nirgendwo

    Majas Jahresrückblick: Unwissenschaftlicher bekommt ihrs Nirgendwo

    Mein Deutschlehrer riet uns für Gedichtsanalysen immer: Anhand der Überschrift eine Hypothese aufstellen und dann offen zu sein diese zu widerlegen oder Belege dafür zu finden. Das war eine Revolution, ich glaube das war der ultimative Tipp um mich jeglichen Kunstformen zu nähern, weil es mich gezwungen hat hinzuschauen, zuzuhören und Voreingenommenheiten zwar nicht loszuwerden, aber offen zu sein diese zu ändern. Da ich dieses Jahr ausgezogenen bin, hab ich mir die Frage gestellt, ob sich dadurch irgendetwas an meinem Musikgeschmack geändert hat.

    Also mal angenommen mein diesjähriges Hörverhalten wäre ein Gedicht, dann wären zwei Hypothesen denkbar:

    1. Ich hab mich in gewohnte Musik gestürzt, weil ich mich nach Bekanntem sehnte
    2. Ich hab mich in neue Genrewelten begeben, weil Neues bringt Neues


    Januar bis März (Pre-Semester)

    Mein Jahresanfang war sehr einerseits von dem Soundtrack von Perfect Days und Challengers getragen, also hat sich tatsächlich sowohl Rock als auch Techno zu den gewohnten langsameren R’n’B Klängen, 808 Drums von Hip-Hop und Pop/Indie– Alben wie Wiener Schickeria gemischt. Die meiste Zeit wurden meine Ohren vorallem mit bekannten Klängen wie Dominic Fike, Montell Fish, ROSALÍA und Goth Babe gefüllt.


    Frühling und ich wachs in neues hinein (und hinaus)

    Angefangen hat es mit meinem Musikwissenschaftsstudium. Es steht zwar in keiner Infobroschüre, doch spätestens mit der ersten Vorlesung „Einführung in die Musikwissenschaft“ wird klar: Ich sollte mehr „klassische“ Musik hören. Also hab ich angefangen ein bisschen Liszt, Mozart und Brahms zu konsumieren. Im Vergleich war das die Speisekammer des Unbekannten, den ich durchs Studium erkundet habe. Das Esszimmer wurde geprägt durch die Leute, die ich kennenlernte. Ich aß mit Sophia Kennedy, flipturn und Mk.gee, die weitestgehend nichts außergewöhnliches für meine Hörgewohnheiten boten, aber doch Neues einführten. Geschuldet durch eine Disney+ Doku namens „Camden“ gesellten sich etliche Ska, Punk Ikonen aus Camden wie Madness, James und The Libertines hinzu. Eine meiner Lieblinge wurde mit von meiner Gesangslehrerin empfohlen: King Krule. „Out Getting Ribs“ werde ich nie aufhören zu hören.


    Sommer-Mische

    Patti Smith auf Eis, Apsilon unter orangen spätabendlichen Laternenkegeln und meine Oma, die mit mir Zartmann auf dem Weg vom Zug nachhause hört. Jamsessions brachen mich dazu Jazzstandards zu hören wie „Softly As In A Morning Sunrise“ und ein Hauptkatalysator für den Schub in neue Weiten war der Ein Song reicht Newsletter, den ich gern als Empfehlung für nächste Jahr mitgeben möchte. Im Spätsommer arbeitete ich dann in einer Pizzeria mit ausschließlich italienischen Kellnerin zusammen, mit der ich mich vorallem über Musik austauschte. Während ich dadurch einerseits Musik von früher hörte, wie bspw. „Come Quella Volta“ von Laila Al Habash, lernte ich andererseits auch einige neue Kracher kennen. Meine beiden Liebsten waren „No Time No Space“ und „Centro Di Gravità Permanente“ von Franco Battiato. Fast alles war ich im Sommer gehört habe, hab ich durch alte oder neue Bekannte kennengelernt. Dadurch reihten sich im Sommer verschiedenste Songs in meinen Playlist untereinander. Ein Beispiel dafür ist folgende Kombination:

    1. „Fireflies Made out of Dust“ Happy Jawbone Family Band
    2. „Walk Like an Egyptian“ – The Bangles
    3. „Urlaub in Italien“ – Erobique
    4. „For James“ – Pale Jay
    5. „mona lisa“ –  Longus Mongus
    6. „Trouble Man“ – Marvin Gaye
    7. „Raum“ – Ahzumjot


    Herbst – der Rückfall

    Im Herbst bin ich größtenteils, unabhängig vom Ort, zurück in alte Hörmuster gefallen. Langsam glaube ich meine Hörhypothese war falsch und was man hört ist viel mehr abhängig von den Jahreszeiten als von den Orten an denen man sich befindet.

    Zurück in den tiefen meiner Lieblingssongs, wurden meine Ohren mit „amore cok“ – ALCATRAZ , „Winter“Khalid und ROSALÍA besäuselt. Die meisten neuen Songs, die ich gehört habe waren on Artists, die ich schon länger höre oder die sich in denselben Sphären wie meine meistgehörte Musik befinden. Das neue Tyler, The Creator Album und Bazzazian Album sind gute Beispiele dafür. Wirklich neu war, dass ich mir das erste Mal – ich weiß ich bin sehr late to the party- „To Pimp A Butterfly“ angehört. Zwei Songs, die auch an altbekanntes erinnern, aber die ich gerne noch erwähnen würde sind:

    1. „Heard Somebody Whistle„- Jay Jay Johnson, den mir mein Mitbewohner empfohlen hat und ders immer wieder schafft meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen
    2. „I’m Coming Out“ von Diana Ross, der der perfekte Tanzsong ist und der ideal düstere Wintermorgende wegtrompetet. Auch eine Empfehlung einer Mitbewohnerin.


    Winter – Die Hypothese geht auf

    Meine musikalische Entdeckungslust kommt und geht mit den Jahreszeiten. Manch neues streut sich ein, aber momentan pump ich viele altbekannte Weihnachtssong, höre mir aber auch gerne die Feiertags-Favs anderer an! Mein diesjähriger Favorite ist halb alt, halb neu : „Rudolph the Red-Nosed Reindeer – New Version“ von Bing Crosby und Ella Fitzgerald.

    Mein Fazit ist, letztendlich sind beide Hypothesen größtenteils falsch, aber es hat mir Spaß gemacht mein Jahr in Jahreszeiten einzuteilen. Trotzdem denke ich, dass ich Zuhause-wohnend weniger neue Songs, besonders Genre-übergreifend kennengelernt hätte.

    Zum Schluss noch für dienjenigen, die Lust auf neue Musik haben: Ich empfehl euch andere Menschen nach Songs zu fragen und hört euch unbedingt 70s Disco Musik an. So tut Sonnenuntergang um 17Uhr bisschen weniger weh.

    Schöne Weihnachtszeit und einen schönen Winter,
    Maja

  • Eine EP wie ein Poesie Album: Jakob Longfields „Of Daydreams And Letting Go“

    Eine EP wie ein Poesie Album: Jakob Longfields „Of Daydreams And Letting Go“

    Kennt ihr diese Songs, die euch immer wieder an den einem Moment erinnern? Vor allem im Sommer gewinnen solche Songs oft an Bedeutung. Der Sonnenuntergang am Strand oder der beste Party-Abend seit langem – und bei dem einen Song erinnert ihr euch immer wieder dran. Das funktioniert genauso gut wie ein Poesie Album voller schöner Momente, die dadurch auf ewig festgehalten werden.

    Ein Poesie Album voller schöner Erinnerungen – so klingt „Of Daydreams And Letting Go“ von Jakob Longfield. Alle Indie Folk Liebhaber*innen aufgepasst: Vielleicht liefert diese EP ja genau den Soundtrack für euren nächsten Roadtrip? Wir sehen da auf jeden Fall großes Potenzial!

    Die Musik von Jakob Longfield reiht sich ganz unbemerkt in eine Playlist zwischen Größen wie Of Mosnsters And Men, Bon Iver und Mumford & Sons ein. Nostalgisch, verträumt und trotzdem mit einer Menge Ohrwurm-Potenzial. Jakob Longfield steht für die Höhen und Tiefen des Lebens, die sich in seiner Musik widerspiegeln. Seine Lieder vereinen introspektive Texte mit rhythmischen Gitarrenklängen und werden vom Gesang getragen. So auch auf der EP „Of Daydreams And Letting Go„, die wir für euch unter die Lupe genommen haben.

    Für Fans von Of Monsters And Men, Bon Iver und Mumford & Sons

    Der erste Song auf der EP ist quasi Programm „Daydreams (with M)“ start verträumt, bleibt verträumt und hinterlässt uns verträumt. Organische Indie-Folk-Elemente ziehen sich durch den Song, der in einer Berliner Wohnung als Duett entstanden ist. Und genau diese Intimität schafft es, die Spannung von der ersten bis zur letzten Sekunde aufrecht zu erhalten. Jakob Longfield erzählt von Tagträumereien und dem inneren Konflikt zwischen eigenen Vorstellungen und der Realität. Mit seinem warmen Gefühl eignet sich der Song perfekt für lange Sommerabende.

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    Not Sure Anymore„, die zweite Single, macht genau da weiter, wo der EP-Einstieg mit angefangen hat: Er verbindet ebenfalls organische Indie-Folk-Elemente mit einem treibenden und komplexen Sound. Der Song thematisiert das Erwachsenwerden, geplatzte Träume und eine Abwärtsspirale, die einer Depression gleicht. Damit werden wir aber nicht alleine gelassen. Trotz der schweren Themen vermittelt die warme Produktion eine hoffnungsvolle Botschaft, dass letztlich alles gut wird.

    „we let go, if you want to“

    Morning Light“ entstand, so erzählt Jakob Longfield, inspiriert von einer spirituellen Erfahrung während einer Alpenüberquerung im Sommer 2023, die Jakob als eine der intensivsten und glücklichsten Zeiten seines Lebens beschreibt. Der Song fängt die Magie eines Wandertages ein, bei dem Jakob vor Sonnenaufgang aufbrach, um innere Ruhe zu finden – und dabei nimmt er uns mit. Durch den Song hindurch sind Geräusche von Vögeln, Schritten, Regen und Wasserfällen zu hören, die der Songwriter selbst auf seiner Wanderung aufgenommen hat.

    Good Enough“ schließt die EP mit einer klaren und ermutigenden Botschaft ab: Ich bin gut genug/“I’m good enough“. Der Song erzählt von den Herausforderungen und Unsicherheiten des Lebens, aber auch von der Erkenntnis und Akzeptanz der eigenen Stärken. Der Song hinterlässt ein Gefühl des Loslassens und der Zufriedenheit. Dieses Gefühl zieht sich wie ein roter Faden durch die EP und bringt eine magische Leichtigkeit mit sich.


    Inspiration: Alpenüberquerung und viel Zeit mit sich selbst

    Die Entstehung und Inspiration der EP „Of Daydreams And Letting Go“ sind eng mit Jakob Longfields persönlicher Reise und seiner Alpenüberquerung verknüpft. Diese 11-tägige Wanderung im Sommer 2023 war prägend für die EP und findet sich nicht nur in den Texten und der Bildwelt, sondern auch in der Musik und Produktion wieder. „Of Daydreams And Letting Go“ ist für Jakob eine musikalische Einladung, die eigenen Träume und Ängste zu erkunden und letztlich loszulassen, um Platz für neue Erfahrungen zu schaffen.

    Egal, ob ihr euch in endlosen Tagträumen verliert oder Mut schöpft, euch Ängsten zu stellen – die EP „Of Daydreams And Letting Go“ von Jakob Longfield könnte dafür euer Begleiter werden. Von uns gibt es auf jeden Fall eine fette Empfehlung:

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    Fotocredit: Yannick Beringer

  • Appletree Garden Festival begeistert mit viel Liebe zum Detail

    Appletree Garden Festival begeistert mit viel Liebe zum Detail

    Die Liste an Festivals im Sommer ist mittlerweile fast unendlich lang. Zwischen den großen Namen wie Rock am Ring, Deichbrand oder dem Fusion gehen die kleineren Festivals schnell mal unter – dabei sind das genau die, die eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Eins möchten wir euch heute vorstellen: Das Appletree Garden Festival.


    Gartenparty auf einer Apfelbaumwiese wird zum Festival

    Was einst als Gartenparty unter Freund*innen auf einer Apfelbaumwiese gestartet ist, zieht heute internationale Headliner in das beschauliche Städtchen Diepholz in Niedersachsen. Doch die familiäre Atmosphäre hat das Appletree Garden Festival nicht verloren. Organisiert wird das Festivals nämlich von Ehrenamtlichen, die schon Monate vorher dafür sorgen, dass das Festivalwochenende unvergesslich wird. Im Schatten von Eichen und Apfelbäumen präsentiert das Appletree drei Tage voller Lieblingsmusik, Kultur und Leidenschaft – von ausgewählten Newcomer*innen, über gefeierte Acts der Indie-, Pop- und Elektro-Szene bis hin zu einem liebevoll gestalteten Rahmenprogramm aus Zirkus, Diskurs und Workshops.

    Wenn man mit dem Zug in Diepholz ankommt, kann man das Festival eigentlich gar nicht verfehlen, denn man muss keine zehn Minuten zu Fuß gehen bis man auf dem Festivalgelände steht. Da die Besucher*innenzahl auf 5.500 beschränkt ist, ist hier auch alles schnell erreichbar. Großer Pluspunkt für einen heißen Sommer: Die vier verschiedenen Bühnen stehen im Wald auf kleinen Lichtungen und spenden so eine Menge Schatten. Es gibt eine Große Bühne, eine Waldbühne, den Spiegelpalais, das „Tiefe Holz“ und die „Oase“. Die letzten beiden sind verhältnismäßig klein, aber dafür mit besonders viel Liebe zum Detail gestaltet.

    Die „Oase“ beherbergt DJ’s. Jetzt könnte man fast denken: Wo ist denn hier die Bühne? Denn das Gerüst sieht aus wie ein Sprungturm aus dem Freibad, dem ein gigantischer Diamant aufgesetzt wurde. Das DJ Booth ist genau darin versteckt und die Besucher*innen können im Sand der „Oase“ bei Freibad-Gefühlen tanzen.


    Kein Appletree ohne das passende Accessoire

    Auch sonst ist das Gelände liebevoll gestaltet: Überall hängen Lichterketten, Diskokugeln und Sitzmöglichkeiten wurden aus Holz selbst gebaut. Die Liebe zum Detail bringen aber auch die Festivalgäste selbst mit. Mittlerweile ist es schon fast Tradition, dass beim Tanzen vor der Bühne ein selbstgebasteltes Accessoire mitgebracht wird. Das könnte zum Beispiel ein Regenschirm sein, der durch Verzierungen aussieht, wie eine Qualle – oder ein Besenstiel, der zu einem Apfelbaum umfunktioniert wurde. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

    Ansonsten wirken hier alle sehr entspannt. Das könnte auch daran liegen, dass ein Großteil der Besucher*innen nach dem Aufstehen morgens erstmal zum nahegelegenen Freibad wandert, um sich dort abzukühlen und etwas Ruhe zu finden. Aber auch im Freibad sind die Diepholzer natürlich auch die Festivalbesucher*innen eingestellt: Wenn der Bademeister morgens um 10 Uhr zur längsten Polonaise aufruft und „Pump up the jam“ aus den Lautsprechern dröhnt, dann ist das vermutlich nicht der Normalzustand in der nach eigenen Angaben 18.000 Einwohner-großen Stadt. Total egal, denn die längste Polonaise bekommt er natürlich trotzdem.


    Line Up: Von deutschen Hit-Garanten bis französischer New Wave

    Genug drum herum gequatscht: Wie sieht’s denn mit der Musik aus? Das diesjährige Line Up bestand aus run 70 musikalischen Acts, Workshops, Zirkus und Theater unter anderem mit: Wanda, Crystal Fighters, La Femme, Edwin Rosen, The Vaccines, Leoniden, Royel Otis, ÄTNA, Berq, Charlotte Adigéry & Bolis Pupul, Fatoni, Paula Carolina, Rachel Chinouriri, Derya Yildirim, Say Yes Dog, TRÄNEN, Futurebae und vielen mehr. Das persönliche Highlight ist natürlich total subjektiv, aber wir möchten euch trotzdem nicht unsere persönlichen Favoriten vorenthalten:

    Für den Zuckerschock direkt zu Beginn des Festivals haben die Tiny Wolves gesorgt. Der Kinderchor hat mit Klassikern von Coldplay und Co. direkt mal die Messlatte an Emotionalität ganz hoch gesetzt. Weiter ging es mit starken deutschsprachigen Acts: Paula Carolina, Marie Curry, Kasi und Buntspecht haben direkt angeschlossen. Vor allem Paula Carolina und ihre Band haben uns mit ihrer Energie und ausgefallenen Dance Moves überzeugt.

    Mit voller Energie ging es auch an den folgenden Tagen weiter. Der Freitag war vollgepackt mit Garanten der guten Musik: Leoniden, La Femme, Ätna, Get Jealous. Die große Überraschung war Bukahara, denn die Band war bis zum Festival beginn nur ein „secret act“ – es wusste also keine*r, dass sich die Indie vierköpfige Indie-Band hinter diesem Label versteckt. Dabei hätte es wohl einen passenderen Act für den Slot geben können. Besonders gefreut haben wir uns aber auch auf Royel Otis. Die Newcomer aus Australien sind innerhalb eines Jahres mit ihrem Album „Sofa King“ durch die Decke gegangen. Vermutlich angestoßen durch den TikTok-Erfolg ihres Covers „Murder on The Dancefloor„. Auf der Festivalbühne konnten die Australier aber auch mit ihren gefühlvollen Balladen punkten.

    Unser Geheimtipp (der für euch hoffentlich bald keiner mehr ist): Picture Parlour. Die female fronted Indie-Rockband aus Manchester bringt so eine Energie auf die Bühne, dass das Publikum gar nicht anders kann, als im Takt mitzuwippen und sich die Seele aus dem Leib zu grölen – genauso wie es Sängerin Katherine Parlour selbst vorgibt.

    Zugegeben waren wir am Samstag schon etwas mitgenommen vom bisherigen Festivalwochenende, aber nach einer Runde Aqua Fitness im Freibad und der Lesung von Miriam Davoudvandi ging es unaufhaltsam weiter mit guter Musik. Zwischen türkisch-deutschen Indie Folk Sounds von Engin und klassischem Rap von Fatoni stich vor allem die britische Pop-Sängerin Rachel Chinouriri mit geballter Portion Guter Laune auf der Bühne heraus – denn die war richtig ansteckend. Auch die passenden Dance Moves konnte die 25-Jährige uns präsentieren und hat den Bereich um die Bühne im Handumdrehen in eine Wohlfühloase verwandelt. Zum Abschluss hat NNDW-Liebling Edwin Rosen in mystischer Atmosphäre neue Songs präsentiert und seinen Fans versichert, dass er sich jetzt Zeit nimmt für neue Releases. Was für ein Versprechen zum Festivalabschluss!

    Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich das Appletree Garden Festival für das nächste Jahr gleich mal im Kalender notieren: 31.07. – 02.08.2025. Sehen wir uns da? Bis dahin könnt ihr hier nochmal die Banger des diesjährigen Line Ups nachhören:

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    Fotos: Anna Wyszomierska, Anna Niere

  • Mine im Interview: »Ich mache immer, wonach mir die Nase gewachsen ist«

    Mine im Interview: »Ich mache immer, wonach mir die Nase gewachsen ist«


    Die BAUM TOUR 2024 zum gleichnamigen Album von Sängerin Mine ist vor etwas mehr als einer Woche zu Ende gegangen. Untoldency hat diese Tour mitpräsentiert und Redakteur Leif hatte die Gelegenheit das Konzert in Hannover im Capitol zu besuchen und vorab ein Gespräch mit Mine zu führen.

    Triggerwarnung/Content Note: Drogen, Drogenkonsum und Sucht
    In der letzten Frage dieses Interviews geht es um die Thematisierung von Drogen und Drogenkonsum. Bitte achtet auf euch selbst und eure Gesundheit.

    Mine im Interview mit untoldency zu ihrem Album BAUM

    Leif: Hallo Mine! Schön, dass du dir Zeit nimmst, ich freu mich richtig. Zum Warmwerden beginne ich mit einer Frage zu deiner Musik. Du hast deine eigene Musik schonmal als „Deutschsprachigen Folk mit Hip Hop-, Jazz- und elektronischen Elementen“ beschrieben. Würdest du das noch so unterschreiben?

    Mine: Deutschsprachiger Folk? Ne, eigentlich nicht. Habe ich das mal gesagt? (lacht) Wenn man mich fragt, sage ich immer ganz grob Deutscher Indiepop mit verschiedenen Genreeinflüssen. Ich finde es voll schwierig mich da festzulegen, weil ich voll gerne mit verschieden Genres arbeite. Manchmal fühle ich mich mehr in die Richtung Dance, andermal eher in Richtung Chanson, manchmal wiederum Klassik. Deswegen überlasse ich das lieber anderen Menschen, meine Musik einzuordnen. Jeder hört es anders und nimmt es anders wahr.

    Leif: Auf die Klassikeinflüsse kommen wir später noch zu sprechen, sie ist ja auch eine Charakteristik deines neuen Albums. Wobei das ja auch schon seit Februar draußen ist.

    Mine: Das gilt noch als neu!

    Leif: Und deshalb: Gratulation zu deinem Album BAUM! Bald ist es zehn Jahre her seit der Veröffentlichung deines Debütalbums Mine, ein Jubiläum also! Seitdem hat sich viel getan. Bist du rückblickend zufrieden und gibt es etwas, das dich bei mehr als zehn Jahren Musikmachen immer begleitet?

    Mine: Es hat sich viel getan, aber hallo! Und ich bin mehr als zufrieden – zufrieden ist gar kein Ausdruck. Ehrlicherweise läuft alles viel viel besser, als ich es mir jemals erträumt habe. Ich hatte ja gar nicht vor, das beruflich zu machen und dachte, dass sich das gar nicht vereinen lässt. Also diese freie künstlerische Arbeit mit künstlerischer Musik als Beruf. Deswegen fühle ich mich gerade sehr privilegiert und dankbar dafür, dass ich das machen darf. Und was mich bis jetzt in den letzten zehn Jahren begleitet hat, ist auf jeden Fall meine Crew. Wir sind schon so lange unterwegs. Das ist ein sehr familiäres Gefühl.

    Leif: Das ist ja richtig toll! Cool, dass ihr euch auch nach zehn Jahren dann noch „treu geblieben“ seid.

    Mine: Voll, wir sind halt auch Freunde und arbeiten sehr gern zusammen. Es ist alles immer sehr harmonisch.

    Über die freie Kunst und die Frage nach dem Besonderen

    Leif: Du hast eben schon das Künstlerische in deinem Schaffen angesprochen. Deine Leidenschaft erstreckt sich auch auf Videodreh von zum Beispiel Musikvideos. Und auf Social Media hast du ein kleines Reel-Format namens SWEETE INSTRUMENTE, was ich persönlich ganz cool finde. Wie kam es denn dazu?

    Mine: Ich weiß auch nicht, ich hatte einfach Bock. Ich bin so eine Instrumentensammlerin und interessiere mich für neue Klänge, die ich noch nicht kenne und wollte selbst ein wenig mehr über die Instrumente, die ich bereits habe, herausfinden. Da lag es nahe als Format kurze Instrumentenkunde zu machen. Aber wo genau das herkam, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich hatte einfach Bock drauf.

    Leif: Es passt ja bei deiner Musik auch total ins Bild – und damit kommen wir auch schon zu deiner Musik und zum Album BAUM. Auf den ersten Blick fällt auf, dass es viele Intros und Reprisen gibt. Hört man rein, vernimmt man zum einen Pop, Hip Hop, Electro, Funk, viele außergewöhnliche Instrumente und starke Arrangements. Zum anderen sind viele Elemente aus der Klassik verbaut. Hast du als studierte Musikerin hohe Erwartungen an „das Besondere“ in deinen Songs?

    Mine: Ne. (lacht) Ich mache immer, wonach mir die Nase gewachsen ist.

    Leif: Das ist eine sehr tolle Antwort!

    Mine: Ich bin einfach ein sehr neugieriger Mensch und bin auch sehr schnell gelangweilt und hungrig. Aber das bezieht sich auf alles im Leben. Ich google alles, ich will alles wissen und ich lese mir alles durch. Wenn ich eine Künstlerin geil finde, schaue ich mir alle Videos und Interviews an. Und so geht’s mir eben auch bei der Musik, die ich selbst mache. Ich höre super viel Musik und wenn mich etwas catcht, überlege ich: Was ist da so drin und wieso klingt es so, wie es klingt? Dann versuche ich mich weiterzubilden, weil es mir Spaß macht Dinge zu machen, die ich vorher noch nie gemacht habe. Diese Euphorie im Musikmachen will ich dann nie verlieren. Das würde passieren, wenn ich immer das gleiche machen würde.

    Leif: Also nicht stehen bleiben, sondern immer weiter. BAUM ist bisher dein chartmäßig größter Erfolg. Wie fühlt sich das an?

    Mine: Stimmt, da habe ich gar nicht so viel Ahnung von. Ich wüsste auch gar nicht auf welchem Platz es war. (lacht)

    Leif: Das kann ich dir sagen: Platz 7.

    Mine: Ahh, sieben. Ich bin da gar nicht so interessiert, mein Management schon eher. (lacht) Für mich ist das immer so gewesen, dass ich von dem Job nicht abhängig bin. Ich wollte eigentlich als Musiklehrerin arbeiten, damit ich freie Kunst machen kann, ohne über des Geldverdienen nachzudenken. Mir ist es wichtig, dass ich nicht so einen Druck habe und meine Kunst frei bleibt. Deshalb können mir Zahlen auch egal sein. Diese Unabhängigkeit genieße ich sehr.

    Leif: Dieses Privileg befreit deine Kunst bestimmt sehr.

    Mine: Total. Für mich ist es auch die einzig richtige Herangehensweise. Unter Druck könnte ich gar keine freie Kunst machen. Das Musikmachen an sich ist ja das Schöne an dem Job. Und wenn das verloren geht, dann hätte ich gar keinen Bock mehr das zu machen.

    Leif: Das verstehe ich sehr. Du kannst das am besten beurteilen: BAUM ist voll mit persönlich und biografisch wirkenden Songs. Wie viel Mine steckt in den Texten?

    Mine: Es ist schon sehr persönlich, ich denke mir da nichts aus. Für mich ist das Musikschreiben immer Safe Space und Dinge aussprechen, die ich mir vor anderen Menschen so nicht traue. Deshalb ist das alles eigentlich privat. (lacht) Bei jedem Song geht es um eine gewisse Situation, die ich empfunden habe. Und den Dampf lasse ich dann in der Musik raus.

    Leif: Es gibt ja auch Storytelling im Songwriting, aber du musst da schon einen persönlichen Bezug zur Handlung haben?

    Mine: Ich finde es fühlt sich dann so an, als würde man sich selbst covern. Es ist dann eher die Schauspielerei. Und ich finde das auch voll geil, wenn das Leute können. Die haben dann auch ein Alter Ego und schreiben dann Sachen, zu denen sie gar keine Gemeinsamkeiten haben. Aber so ist es bei mir nicht. Ich bin genau die gleiche Person wie hinter der Bühne. Zumindest fühle ich mich nicht anders.

    Der BAUM zieht sich bei Mine als optisches und rhetorisches Mittel wie ein roter Faden durch Album und Bühnenbild.


    Leif: „Werde geboren und werde dann groß, lerne zu leben und dann bin ich tot“ – Hören wir da Kritik an einem kapitalistischen Mittelmaß im Titelsong BAUM?

    Mine: Ich liebe diese Interpretation, auch wenn sie nicht die Gedanken waren, als ich den Song geschrieben habe. (lacht) Aber ich kann sehr zu ihr relaten. Weil ich auch richtig abgef*ckt bin vom Kapitalismus. (lacht lauter) Ich finde es ganz schlimm, wie das Schulsystem kleine Arbeitssoldat*innen zusammenschustert, die, sobald sie außerhalb dieser Leistungsgesellschaft keinen Platz finden, durch das System fallen. Deshalb finde ich diese Interpretation super.
    Aber eigentlich hatte ich beim Schreiben eher an den Zyklus gedacht, den zwar jeder Mensch individuell durchlebt, der sich aber auch ganz unemotional ständig wiederholt. Das soll gar nicht so emotional aufgeladen sein. Es ist einfach Fakt, dass unsere Großeltern, Eltern und Kinder das Gleiche machen. Du wirst da reingeworfen, dann versuchst du klarzukommen, denn gehst du wieder und nach zwei Generationen kann sich keiner mehr an dich erinnern. Ich glaube, dass Menschen sich selbst prinzipiell ein bisschen zu wichtig nehmen. Manchmal ist es gut sich bewusst zu machen, dass das Allerwichtigste ist, dass man Menschen gut behandelt. Alles andere, wie „Ich hinterlasse Fußspuren“ finde ich etwas lächerlich.

    Die BAUM TOUR 2024

    Leif: Die nächsten Fragen zielen auf deine BAUM TOUR 2024 ab. Tourst du gern?

    Mine: Ja, ich lieb‘s! Für mich ist das total Quality Time. Ich bin Mutter von Zwillingen und arbeite sehr viel. Daher habe ich nie so viel Zeit für mich selbst wie jetzt auf Tour. Das genieße ich sehr. Und auch, dass ich mein Team um mich herumhabe. Das sind alles meine Freunde und mit denen unterwegs zu sein fühlt sich an wie eine Klassenfahrt. Ich liebe es mit ihnen Musik zu machen. Aber die Tour ist generell so krass! Es läuft alles so gut und es ist sehr erfüllend.

    Leif: Die ausverkauften Veranstaltungen und die hochgebuchten Konzerte machen es doch sicher noch besser, oder?

    Mine: Ich habe ab dieser Größe hier nach unten alles gespielt. Jede Größe von 30 Leuten bis zu dem, was ich momentan spiele. Ich fand’s auch vorher cool. Was es natürlich mit sich bringt, wenn man mehr Zuschauer*innen hat, ist, dass man alle aus dem Team gut bezahlen kann. Für mich ist das sehr entspannend, wenn ich weiß, alle können davon leben. Denn man investiert super viel Zeit. Aber vom Publikum her ist es ganz egal, es ist immer ein geiles Gefühl. Diesbezüglich ist es bei uns auch nie schlechter geworden. Es kamen immer etwas mehr Leute dazu als vorher. Es gab da nie einen Sprung, sondern ging konstant weiter nach oben. Total angenehm, aber crazy, dass wir jetzt so groß unterwegs sind. Und total entspannt.

    Leif: Entspannt?

    Mine: Ja! Ey, früher sind wir noch hunderte Kilometer selbst auf der Autobahn gefahren mit einem Sprinter. Danach ist man anders müde.

    Leif: Und dann muss noch performt werden!

    Mine: Genau. Das war zwar auch cool, aber jetzt haben wir natürlich Luxus.

    Leif: Was machst du denn beim Touring zwischen den Auftritten am liebsten?

    Mine: Sport! Ich mache jeden Tag Sport. Und heute habe ich noch einen Beat produziert. Sonst geht der Tag ziemlich schnell rum. Wir fangen schon um 14 Uhr an, so viel Zeit ist dann gar nicht mehr. Sport, Duschen, Bühne vorbereiten, Einsingen, Essen und Interviews geben. (lacht und klopft mir auf die Schulter)

    Leif: Du hast eben deine Zwillinge angesprochen. Was fehlt dir am meisten, wenn du unterwegs bist?

    Mine: Auf jeden Fall meine Kinder. Meine Kinder, das Studio und das Alleinesein. Man hat immer Menschen um sich rum und Zurückziehen ist da eher rar. Und meine Freunde in Berlin fehlen mir auch sehr. Aber sonst vermisse ich ehrlich gesagt gar nicht so viel.

    Leif: Das reicht ja auch! Selbst eine Sache zum Vermissen kann ja schon schwer wiegen.

    Mine: Im Großen und Ganzen sind es auch eigentlich nur meine Kids. Alles andere ist nicht der Rede wert. Die sind so süß. (lacht)

    An dieser Stelle sei erneut auf die anfängliche Triggerwarnung hingewiesen:
    Sollte euch die Auseinandersetzung mit den Themen Drogen und Drogenkonsum schwerfallen, lest diesen Artikel ab dieser Stelle bitte nicht weiter.

    Leif: Bei uns endet ein Interview immer mit einer Anekdote oder etwas, was du noch nie über dich erzählt hast. Was ist deine untold story?

    Mine: Eine Sache kann ich dir verraten. Was ich noch nie gesagt habe, weil ich das eigentlich nicht verherrlichen will, ist, dass es bei einem Song von mir um LSD geht. Ich habe das noch nie erzählt, denn ich bin nicht so ein Fan davon, über Drogen in der Öffentlichkeit zu reden. Ich denke, das Thema muss mit sehr großer Vorsicht betrachtet werden. Und ich rate Leuten prinzipiell erstmal davon ab, weil es sehr gefährlich ist für Leute mit psychischen Vorerkrankungen und man sehr aufpassen muss.

    Leif: Der Titel des Songs bleibt daher an dieser Stelle lieber unerwähnt. Und damit endet unser Interview! Ich danke dir für deine Zeit, für das schöne Gespräch und freue mich auf’s Konzert!

    Mine: Mich hat es auch gefreut! Wir geben heute alles!


    Dass zum Beinahe-Tourende alles gegeben wurde, verspürte man in jeder Sekunde des Konzertes. Die kraftvolle und energiegeladene Performance zeichnete sich durch einen abwechslungsreichen Mix aus Mine-Klassikern und neuen Songs des Albums aus. Auch die Support Acts Shelly Phillips und ffortissibros heizten dem Saal ordentlich ein.

    Am Ende wird hier die klare Empfehlung ausgesprochen, ein Mine-Konzert zu besuchen. Auch, wenn die Tour nun vorbei ist, stehe weitere Daten in der bald startenden Festivalsaison an.


    22.06.2024 – Duisburg, Traumzeit Festival
    24.07.2024 – Freiburg, Zelt-Musik-Festival
    25.07.2024 – Marburg, KFZ
    16.08.2024 – Leipzig, Parkbühne Geyserhaus
    17.08.2024 – Hamburg, MS Dockville
    07.09.2024 – Berlin, Lollapalooza
    08.09.2024 – Berlin, Lollapalooza


    Wer sich das Album BAUM bisher noch nicht angehört hat, sollte es schleunigst tun. Die Möglichkeit zum Reinhören gibt es hier.

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    Fotocredit: Bastian Bochinski

  • Traurige Indie-Songs für Außenseiter: Philine Sonny ermutigt mit ihrer „Invader“-EP

    Traurige Indie-Songs für Außenseiter: Philine Sonny ermutigt mit ihrer „Invader“-EP

    Musik für Außenseiter – das klingt erstmal total uncool, aber zeugt von großer Stärke. Philine Sonny bezeichnet sich selbst oft aus Außenseiterin oder Eigenbrödlerin. Sie hatte zu Schulzeiten keine feste Freundesgruppe, konnte sich nirgendwo so richtig einfinden und hat einen Großteil ihrer Freizeit in ihrem Zimmer verbracht, wo sie (zu unser aller Glück) ihre Gefühle in Songs verpackt hat und sich selbst das Produzieren beigebracht hat. Wenn ich sagen würde, Philine Sonny macht Indie-Musik, dann könnte ich wohl kaum eine allgemeinere Beschreibung finden – und das wird ihr auch nicht gerecht. Aber trotzdem reiht sich ihre Musik perfekt in die deutsche Indie-Bubble ein. Kein Wunder, dass sie zusammen mit Shelter Boy, Amilli oder Brockhoff musiziert.


    Ungeschönte Ehrlichkeit – verpackt in Songs

    Im Februar habe ich Philine Sonny als Vorband beim Giant Rooks Konzert gesehen. Etwas abgehetzt, weil ich mal wieder viel zu spät los gefahren bin, kam ich gerade rechtzeitig zum ersten Song der Künstlerin in der Konzerthalle an. Und was soll ich sagen – ich habe direkt geweint. Ich weiß nicht einmal genau warum, aber diese Emotionalität in den Songs von Philine Sonny kickt live einfach nochmal ganz anders. Ein Moment ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Bevor die Band „same light“ anstimmt, erzählt Philine, welche Geschichte hinter dem Song steckt: Sie erzählt, dass es ihr oft peinlich war, mit 22 noch Jungfrau zu sein und sich komisch gefühlt hat – und genau das in dem Song verarbeitet hat.

    Ganz ehrlich und ermutigend gesteht sie dann sich und dem Publikum ein, dass es doch total bescheuert ist, sich dafür zu schämen und doch jede*r das machen sollte, was und wie einem am besten passt. Diese Ehrlichkeit auf Konzerten ist nicht selbstverständlich und hat einfach ein verdammt gutes Gefühl bei mir hinterlassen. Deshalb habe ich mich auch gefühlt als würde ich in der Wolke einer wohl-warmer Umarmung liegen. Und genauso fühlt sich für mich auch die EP „Invader“ an.

    Warum heißt die EP „Invader“ Invader – also Eindringling? „Ich habe gemerkt, dass das etwas ist, wo ich Angst vor habe – in verschiedenen Bereichen meines Lebens“, erklärt Philine. „Zur Therapie zu gehen hat mir geholfen das Thema aufzuarbeiten und mir gezeigt, dass es ein großes Ding ist, was mich schon lange begleitet.“ Auf der EP nimmt Philine uns mit auf eine Art Therapiestunde und zeigt uns, dass wir uns nicht zu fühlen brauchen als wären wir ein Eindringling oder alleine mit diesem Gefühl.

    Mit „I wanna take drugs“ gibt es wohl kaum einen deutlicheren Einstieg in eine EP. Textlich zeichnet Philine ein klares Bild im Kopf: „Es ist eine romantisierte Idee, wie das Leben aussehen würde, wenn man ganz dreist und rücksichtlos die Angst hinter sich lassen würde und alles riskieren würde, um sich lebendig zu fühlen.“ Ganz im Gegensatz dazu zieht der Sound ein verträumtes Bild und lässt Grenzen verschwimmen. Egal, ob es gewollt ist oder nicht: Die romantisierte Idee wird zur Realität. Eine Realität in der alles schei*egal ist und das Bauchgefühl entscheidet, was richtig ist.


    „Somebody out there?“

    In Denial“ ist der Weckruf. Nach der verträumten Indie-Pop-Hymne rüttelt der zweite Track auf „Invader“ uns wach aus unserem Traum. Der Fokus liegt auf dem Bass und wird durch Post-Punk-Elemente  mit dem richtigen Retro-Gefühl unterstrichen – passend zur Coming-of-Age-Story, die Philine Sonny über die Lippen bringt. Immer wieder fragt sie „Somebody out there?“ und bekommt keine Antwort. Ein Gefühl, dass vermutlich viele nachvollziehen können.

    Die selbsternannte Außenseiterin spricht die Gedanken eines jeden Eigenbrödlers aus. Zwischen Einsamkeit und Wohlfühlen im Alleinsein. „Es versteckt nicht den Schmerz, der mit hoffnungsvoller, jugendlicher Beharrlichkeit daherkommt, die von der Erkenntnis überschattet wird, dass einige Dinge einfach nicht sein sollen. Es ist auch eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, zu lernen für sich selbst einzustehen.“


    Viele Fragen, wenig Antworten

    Nach dem Power-Track der EP, versetzt der langsame Acoustic-Track „Stranger In Your Living Room” uns wieder zurück in eine Gedankenwelt voller Fragen. Gehöre ich hier hin? Bin ich zu viel? Geht es gerade zu schnell? Überschreite ich hier eine Grenze? Was passiert hier gerade mit mir? All diese Fragen stellt Philine Sonny sich in „Stranger In Your Living Room”. Und all diese Fragen bleiben auch offen. Der Song hinterlässt beim Hören irgendwie ein leicht schlechtes Gefühl und bringt viele dieser Fragen in einem selbst hoch. Das gilt natürlich nur, wenn man sich drauf einlässt, denn „Stranger In Your Living Room” lässt auch sehr gut nebenbei hören und die ganzen Gefühle in den Lyrics ignorieren. Denn so viele alle Songs auf der EP von Philine Sonny verlangt dieser Song besonders, dass man sich auf ihn einlässt und sich selbst hinterfragt.

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    Die Gedankenwelt, in die Philine Sonny uns seit 3 Songs gesungen hört auch mit dem folgenden Track nicht auf – doch gibt mal wieder einen kleinen Lichtblick. „Take A While“ baut sich erst langsam mit atmosphärischen Gitarrenakkorden auf und geht dann über in einen offenen, treibenden Refrain. „Der Song ist ein Liebesbrief an alle, die damit strugglen, ihre Verletzlichkeit dem Schmerz überleben zu lassen“, erklärt Philine.

    Etwas, das ich vorher noch gar nicht erwähnt habe, fällt bei diesem Track besonders auf: Die Stimme von Philine Sonny kommt sehr sanft daher und geleitet und quasi immer weiter rein in unsere Gedankenwelt – ohne dabei aufdringlich zu werden. Zu meiner großen Freude darf aber bei „Take A While“ die Gitarre mal wieder in den Vordergrund, was dem Song eine erstaunliche Leichtigkeit verleiht.


    Die Erlösung?

    Und dann es endlich: Das Piano. Gibt es ein Instrument, das besser zu einem balladigen Track mit der zarten Stimme von Philine Sonny passt? Wohl kaum. „Lovely“ ist der wohl verletzlichste Song der EP, was durch den Einstieg des Pianos wunderschön unterstrichen wird. Und dann kickt der Herzschmerz so richtig als die verzerrte Gitarre, das hämmernde Becken und Philines hemmungsloses Jammern einsetzen. Also wer jetzt den Schmerz in dem Song nicht fühlt, dem ist wohl auch nicht mehr zu helfen.

    Could you really tell something’s off,
    or did you just find what you were looking for?
    Did you really know from the start,
    or did you just never get over your fear of abandonment?

    „Das sind die Fragen, die „Lovely“ nie stellt“, erklärt Philine. „Diese nicht gestellten Fragen lassen Raum für Wut und Frustration, die für einen Moment die Überhand nehmen, alles rauslassen, um dann für das nächste Kapitel bereit zu sein: Selbstbeobachtung und Wiedergutmachung.“

    Mit ihrer „Invader“ EP beweist sich Philine Sonny nicht nur sich selbst eine Menge Mut, sondern ermutigt auch ihre Hörer*innen. Schmerz, Wut, miese Gefühle und ein schlechtes Gewissen – all diese Gefühle, Gedanken und Zustände sind Teil der EP, so wie sie Teil des Lebens sind. Philine Sonny besingt genau das in roher, ehrlicher und trotzdem irgendwie aufmunternder Art und Weise. Die selbsternannte Außenseiterin nimmt sich alle Außenseiter*innen da draußen und zieht sie mit sich aus ihrem Loch heraus. Und damit beweist die Künstlerin, wie relatable sie und ihre Musik sind.

    Wenn es für euch diesen Text brauchte, um auch von Philine Sonny zu überzeugen, dann hört spätestens jetzt unbedingt in ihre EP „Invader“ rein:

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    Fotocredit: Nicolas Blanchadell

  • Dramatischer Realismus: „Prelude to Ecstasy“ von The Last Dinner Party

    Dramatischer Realismus: „Prelude to Ecstasy“ von The Last Dinner Party


    Prelude to Ecstacy heißt das Debütalbum der britischen Band The Last Dinner Party. Der Titel verspricht eine Flucht vor der Realität – hält das Album dieses Versprechen? 1815 war ganz Europa in Folge des größten Vulkanausbruches aller Zeiten unter einer Decke der Dunkelheit verborgen. In dieser apokalyptisch scheinenden Zeit schuf Mary Shelley eine der ersten gotischen Novellen, besser bekannt als Frankenstein. The Last Dinner Party tun es ihr auf zeitgenössischer Art und Weise gleich.

    Das heutige apokalyptische Setting äußert sich im Sterben unseres Planeten und im Tod der Wahrheit. Im postfaktischen Zeitalter scheint nichts mehr real zu sein. Vielmehr besteht unsere Welt aus deep fakes, fake news und AI. The Last Dinner Party wirken dem entgegen mit etwas, was diese Dunkelheit durchbricht: Ehrlichkeit.

    Inspiriert durch Romantik, Gotik und einen Hang zum Grotesken schaffen die fünf Musikerinnen mit Prelude to Ecstacy ihren eigenen Frankenstein. Dabei halten sie an der Ästhetik des Ursprungs fest. Auch die Musik bedient sich an Stilmitteln einer enormen Dramatik, Theatralik und eines Surrealismus aus vergangen Zeiten. Die Lyrics hingegen könnten aktueller nicht sein. In ebendieses Bild passend: Das Album wurde aufgenommen in einer umgebauten Kirche.

    Der erste Akt

    Schlägt man die Definition von Präludium nach, so stoßt man auf folgende Beschreibung: Ein oft frei improvisiertes musikalisches Vorspiel oder eine fantasieartige selbstständige Instrumentalkomposition. Mit einer solchen findet sich ein dramatischer Einstieg in das Bühnenwerk Prelude to Ecstacy. Erster Akt.

    Die Atmosphäre des Anfangs geht in den darauffolgenden Songs keinesfalls verloren. Während Titel und Track von Burn Alive nur vor Spannung und Tiefe strotzen, wirkt Caesar on a TV Screen zuerst wie ein groteskes Trauerspiel, verwandelt sich aber nach gut einer halben Minute in ein kräftig theatralisches Stück Popmusik und kommt am Ende zu einer Art musikalischem Showdown.

    The Feminin Urge trägt die Stimmung mittels James-Bond-Gedächtnis-Gitarre weiter. Mit On Your Side und Beautiful Boy findet die Dramaturgie des ersten Aktes in schmerzlich träumender, vor allem wunderschöner Manier sein Ende. Zum Einsatz kommen hier neben klassischer Bandbesetzung – wie im Intro von Prelude To Ecstacy – klassische Instrumente.

    „I wish I could be a beautiful boy“


    Der zweite Akt

    Gehüllt in einem himmlischen Stimmennebel und begleitet von einer Kirchenorgel beginnt die zweite Hälfte des Albums mit dem choralähnlichen Gjuha. Der Übergang zum rockigen Popsong Sinner ist phänomenal und unterstreicht einmal mehr, wie sehr Prelude To Ecstasy als Gesamtwerk zu betrachten ist. My Lady of Mercy nimmt diese poppige Gelassenheit auf, wandelt sie jedoch im Laufe des Songs in sich aufbauende (und damit endlich wiederkehrende) Dramatik um.

    Portrait of a Dead Girl verwirrt zuerst, indem das Klavier einen 6/8-Takt vorgaukelt. Beim Einsetzen des Schlagzeugs wird aber klar, dass es sich hier um einen 4/4-Takt und eine triolische Spielweise des Klaviers handelt (und damit wäre der Musiktheorie-Bildungsauftrag erfüllt). Spannend wird es auch beim darauffolgenden Song, der der Bekannteste des Albums sein dürfte.

    „And I will fuck you like nothing matters“


    Nothing Matters verbindet alles, wofür dieses Album, seine Dramaturgie und Ästhetik stehen. Das Künstlerische mit kleinen musikalischen Verweisen an klassische Musik (Orgel, Harfe) verbunden mit zeitgenössischem, kraftvollem Rock. Dazu feministische Perspektive und apokalyptische Endzeitthematik. Sogar ein Gitarrensolo hat dieser sehr, sehr gute Song und ist damit zumindest einer der Höhepunkte des Albums.

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    Prelude To Ecstacy findet mit dem grandiosen Schauerspiel Mirrors ein bedrückendes Ende. Ist das Wort Dramatik schon viel zu oft in diesem Text gefallen, wird aber jene nun aus allen vorangegangenen Songs extrahiert und in einem großen Finale der Melancholie endgültig freigesetzt. Es verläuft sich allmählich in einer ekstatisch solierenden Gitarre über sinfonischen Streichern und verblasst langsam („I fade away“). Schließlich endet es, wie es anfing: mit orchestraler Instrumentalmusik.

    Mit Prelude To Ecstacy schaffen The Last Dinner Party ein perfektes Debütalbum und kreieren durchdacht einen einzigartigen Stil, der die Urform von Kunst und Schönheit mit Spannung und Hyper-Realismus vereint. Die Kombination aus Vergangenheit und Gegenwart gelingt der britischen Band in ihrer Musik und ihren Texten hervorragend. Das Album ist zum Reinhören unter diesem Artikel verlinkt.

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  • Shooting Star Naomi Sharon besingt auf „Obsidian“ mit viel Symbolik die Liebe

    Es ist kein Revival, sondern eine Reinkarnation. Naomi Sharon belebt die schönste Frauenstimme der jüngsten Vergangenheit wieder, und zwar die von Sade. Mit geschlossenen Augen und gespitzten Ohren hört man den Unterschied kaum. Doch der Sound ist ein neuer. Naomi Sharon holt die Musik Sade‘s in die Gegenwart und mischt die bezaubernde Klangfarbe ihrer Stimme mit modernen und sinnlichen Produktionen. 

    Definition of Love

    Obsidian steht für Klarheit und Positivität. Dem aus abkühlender Lava entstehenden Glas werden schützende Kräfte vor negativen Schwingungen nachgesagt, sowie die Fähigkeit toxische Energien zu reinigen und Chaos zu klären. Das Resultat: die Bedeutung der Liebe. Bei maximalem Verstand besingt Naomi Sharon auf ihrer Lead-Single ihre persönliche „Definition of Love“. Über einer meditativen Soundfläche mit plätscherndem Wassergeräuschen gleitet die raumeinnehmende Stimme der Sängerin begleitet von Hallfahnen durch die erste Strophe und den ersten Refrain, ehe der einsetzende Beat rhythmischen Halt gibt. Die Drums sind minimalistisch und dennoch prägnant, dank des geschickt eingesetzten Delays. Der sich ohne Gesang etablierende Beat sowie die anschließend gekonnt gesetzte Kunstpause geben Raum zum Durchatmen und Gedanken schweifen lassen.

    Mit der Klarheit, die die musikalische Komposition auszeichnet, beschreibt Naomi Sharon auch ihre Gefühle: „All I see, all I know, is that you are the definition of love“, und bringt ihre Ekstase mit den Worten „Heaven’s in your eyes, let me follow“ zum Höhepunkt. Die mantraartige Wiederholung dieser Zeile sowie der Zeile „Won’t rest ‚til I know for sure, won’t rest ‚til I know“ manifestieren den Wunsch nach Liebe und unterstreichen die Bestimmtheit ihrer Gefühle. Nach eigenen Aussagen deutet die Sängerin die Liebe von innen heraus und setzt die Liebe zu sich selbst als Maßstab.

    If this is Love

    Aus dem klaren Verlangen nach romantischer Intimität entwickelt sich deren Verneinung: „If this is love, then I don’t want it“. Im Sinne des Albumtitels klären sich auf dem zweiten Song des Albums die persönlichen Wünsche auf und stoßen daraus resultierend toxische Energien ab. Dies alles geschieht erneut über durch plätscherndes Wasser angereicherte Klangflächen und zurückhaltender Percussion. Die Bedeutungsschwere der sich wiederholenden Refrain-Zeile wird durch die zweite Stimme verstärkt. Aus der Verneinung der Liebe ergibt sich wiederum eine Bejahung. Die Ablehnung einer unzureichenden Liebe umreißt stärker die gewünschte Hingabe.

    Nahtlos fließt das Album weiter zum darauffolgenden Song „Another Life“, der sich mit der Kompliziertheit der Liebe auseinandersetzt. Der bereits etablierte Sound der niederländischen Sängerin mit karibischen Wurzeln breitet weiter seinen Radius aus. Die Stimme schwebt durch einen endlosen Klangraum, bis der signifikante Bass Orientierung bietet. Am Ende stehen erneut im Kreise laufende Zeilen im Fokus: „Love is a wicked game, still we play it“ bzw. „Don’t let your love run out“.

    Versiegte Romantik

    „Myrrh“ beginnt mit einer neuen Klangfarbe. Naomi Sharon besingt eine weitere Facette der Liebe über eine gezupfte Gitarre, die dieses Mal von Anfang rhythmische Struktur bietet. Der Klangraum bleibt allerdings riesig. Eine zurückhaltende Klangatmosphäre und weich gesetzte Delays erschaffen einen Raum zum Träumen. Die besungene nicht erfüllte Liebe wird dabei gekonnt durch die Refrain-Zeile „Kiss like myrrh, sweet perfume, ancient love fills the room“ auf den Punkt gebracht. Das vor langer Zeit für Parfüm verwendete Harz des Myrrhe-Strauchs versprüht einen Geruch, der ebenso an altertümliche Zeiten wie an die versiegte Liaison erinnert.

    Drake Summer Mixtape Vibes

    Mitte des Albums werden die Tracks tanzbarer. „Time and Trust“ gibt einen ersten Vorgeschmack, ehe der gemeinsame Song „Push“ mit dem nigerianischen Sänger Omah Lay die weichen und emotionalen Töne Sharons mit modernen Afrobeats und Amapiano Einflüssen verbindet. „Holding in Place“ treibt das Tempo weiter an und würde sich neben Songs wie „Get it Together“ oder „Passionsfruit“ nahtlos in das 2017 veröffentlichte Mixtape „More Life“ von Drake einordnen, ein Song, der im Winter Wärme spendet und im Sommer die Karibik nach Hause holt. Es ist kein Zufall, dass die Künstlerin bei Drake’s Label OVO unterschrieben hat. Eine Kollaboration würde nicht nur klanglich Sinn machen und den in Belanglosigkeit ertrinkenden kanadischen Rapper wieder etwas Spannung verleihen. „Extacy“ ist ein weiteres Puzzlestück, das Überschneidung mit Drakes Musikkatalog aufweist: Vocal-Samples, gedämpfte Drums und viel Platz für die Stimme. Und im Mittelpunkt steht erneut eine prägende, sich stets wiederholende Zeile: „It’s so easy to go, it’s so hard to come home“.

    Aus den verhallten Träumen in die klare Realität

    Auf „Lucid Dreamer“ gewinnt Sades Einfluss auch innerhalb der Produktionen. Funkelnde Keys und in Hall getränkte Percussion begleiten die träumende Stimme Naomi Sharons. Der dazu gehörende Kalenderspruch lautet dieses Mal: „If you’re not there, there’s no luxury worth living“. Dabei verrät der Titel bereits alles. Der Song ist ein Traum von sinnlicher Nähe, der sich so real anfühlt, dass er echt sein könnte. Es bleibt die Frage, was hören wir, wenn wir luzid träumen? Diesen Song!

    Das Ende des Albums hält noch eine Überraschung bereit. Der Hall verschwindet aus den Songs und es bleiben bescheidene Gitarren und die im Vergleich zurückhaltend effektierte Stimme. „Regardless“ und „Hills“ geben aufgrund der klanglichen Zurückhaltung noch mehr preis und fassen die verschiedenen Facetten des Albums zusammen. Die aktuelle Single „Nothing Sweeter“ führt den eingeschlagenen Weg weiter und kommt ebenfalls nur mit einer Gitarre aus, deren Akkorde und Melodien kaum schöner sein könnten.

    Ein Netz aus roten Fäden

    Naomi Sharon zeichnet ihren persönlichen Klang mit besonderer Klarheit. Warme Bässe ergänzen sphärische Flächen und erschaffen neue Dimensionen für eine ewig wachsende Stimme. Zentrales Element der Songs sind dabei immer sich im Refrain und Outro wiederholende Zeilen, die inhaltlich die Essenz des Liedes in sich tragen und als eine Art Mantra die eigenen Gedanken und Gefühle manifestieren. Dass dieses Album, dass sich in aller Ausführlichkeit mit der Liebe und dessen Reflektion beschäftigt, „Obsidian“ heißt, deutet darauf hin, dass der Heilungsprozess während der emotionalen Aufarbeitung im Vordergrund steht.

    Naomi Sharon zieht ihren roten Faden nicht nur durch ihre Songs, sondern auch durch ihren in blau & und schwarz gehaltenem Instagram-Feed bis hin zum Albumnamen. Diese besondere Homogenität ist ein Beweis ihrer künstlerischen Fähigkeiten und lässt fast vergessen was die Tracks auf dem Album auch sind: einfach verdammt schöne Songs.

    Was noch viel schöner ist, ist Naomi Sharons Konzert in Berlin Anfang April, das allerdings schon ausverkauft ist. Aber wer weiß, vielleicht wird die ein oder andere Karte noch frei.

  • FLUKES sind süchtig nach „Blauem Licht“

    FLUKES sind süchtig nach „Blauem Licht“


    Der Song wie ein einziger Rausch, ein Titel, der viel bedeuten kann und Musik, die einen von der Party nach Hause trägt: Die vierköpfige Hannoveraner Indie Band FLUKES veröffentlichen ihren neuen Song Blaues Licht.

    Zu Beginn ein liegender Synthie, eine angedeutete Gitarre. Die Strophe setzt nach sehr kurzem Intro beinahe plötzlich mit klarem Gesang und prägnanten Drums ein. Fast gesprochen, steht der Gesang direkt im Vordergrund und findet sich perfekt in den vorerst atmosphärischen, trotzdem stark treibenden Refrain ein


    „Einfach vor den Latz geknallt“

    Kurzer Break, dann der Refrain. Die Synthies werden stärker, die Gitarre lebendiger, beide nehmen ein Lasso und ziehen dich auf die Tanzfläche. Die eintönige Melodie des Gesangs steigt gleich mit ein und pflanzt einen Ohrwurm, der sich zum Glück nicht so schnell entfernen lässt.

    „Shalala die ganze Zeit verrinnt in deinen Händen,

    Süchtig nach blauem Licht
    Shalala die ganze Nacht allein in dein‘ vier Wänden,

    Süchtig nach blauem Licht“


    In der zweiten Strophe will der Gesang mehr. Er wird intensiver, nuancierter und arbeitet sich steigernd bis zum nächsten Refrain heran. Unmittelbar danach bricht dann ein verzerrtes Gitarrensolo aus, was den Rausch im Song auf die Spitze treibt. Und dann kurz Ruhe. Blaues Licht beruhigt sich und lässt dich durchatmen, ehe es dich mit einem letzten Ohrwurmchorus und offenem Ende in die Nacht entlässt.

    Irgendwo zwischen The Strokes und Von wegen Lisbeth

    Und nun zur Band: FLUKES sind ein vierköpfiges Indie-Gespann und stammen aus Hannover. Die Bandmitglieder verbindet eine lange Freundschaft und sie fühlen sich bei Themen wie Jugendliebe oder Grow-Up-Struggles zuhause.

    Ihre Musik beschreiben sie selbst als Zusammenspiel von melancholischen Gitarren-Lines, Wohlfühl-Synthies und treibenden Schlagzeug-Beats stets charakterisiert durch Nostalgie und gleichzeitigem Blick nach vorn. Genau das ist in „Blaues Licht“ gut zu hören. Zu ihren Inspirationen zählen The Strokes, Bilderbuch und Von wegen Liesbeth. In naher Zukunft dürfen wir uns über weitere neue Singles, eine EP und eine kleine Tour von FLUKES freuen. Reinhören und dabeibleiben lohnt sich also!

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