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  • Eine bezaubernde Reise durch R’n’B, Elektronik und pure Emotionen: So war Ravyn Lenae am 11.11.2024 in Berlin

    Eine bezaubernde Reise durch R’n’B, Elektronik und pure Emotionen: So war Ravyn Lenae am 11.11.2024 in Berlin

    Hannah und Chaja (Evangelische Schule Berlin Zentrum) berichten in Kooperation mit Goodlife Artists von einem stimmungsvollen Abend mit Ravyn Lenae im Säälchen, Berlin

    Energiegeladen ins Konzert

    Beim Betreten des kleinen aber feinen Veranstaltungsort strahlt Ravyn Lenae direkt eine warme und offene Energie aus. Mit ihrem Opener „Bad Idea“ leitet sie den Abend mit einer Single aus ihrem neuen Album „Bird’s Eye“ ein. Der Song gehört zu den energetischeren und kraftvolleren, was direkt Stimmung in den Saal bringt und alle nun wach sind und Bock auf das Konzert haben. 

    Auf ihren Konzerten, so auch diesem, singt sie alleine, begleitet von ihrem Schlagzeuger Chris und Gitarristen Chub, was für eine noch intimere Atmosphäre sorgt und ihre Stimme bekommt die verdiente Aufmerksamkeit. Besonders bei dem Song „Skin Tight“ oder ihrem bekanntesten Song „One Wish“ kommt ihre ausdrucksstarke, vielseitige Stimme zum Vorschein. Das Publikum ist berührt und wir sind begeistert wie sicher Lenaes Stimme ist. 

    Ihre Songauswahl für den Abend spiegelt einen guten Mix aus gefühlvollen und emotionalen Songs im Kontrast zu den mitreißenderen Songs dar. Sie spielt zudem sowohl viele Songs aus ihrem ersten Album „HYPNOS“, sowie aus ihrem ganz neuem Album „Bird’s Eye“, welches sie im August 2024 rausbrachte. Die perfekte Auswahl, damit das Publikum aufmerksam bleibt und den Abend in vollen Zügen genießt. 

    Publikum und Künstlerin – Nähe die verbindet 

    Die Stimmung und Atmosphäre ist von Beginn an intim. Der kleine Raum und das schlichte Bühnenbild geben einem das Gefühl, Teil von einer besonderen, fast privaten Performance zu sein. Das Publikum ist von Beginn an begeistert und voll dabei, wobei besonders auffällt, dass viele 20-30 Jährige Freunde, sowie auch viele Paare gemeinsam der Musik lauschen oder tanzen.  Bei den Songs kann man einfach nicht still rumstehen und die Versuchung zu tanzen ist groß, egal ob nur ein bisschen rumwippen oder sogar mit eigener Tanz-Performance, wie ein Paar neben uns.

    Die Laune ist durchgehend positiv und man merkt, dass das Publikum aus Musikbegeisterten und Ravyn Lenae Begeisterten besteht. So, wie das Publikum Ravyn und ihre Musik unterstützt, ist sie auch für das Publikum da. 

    Denn nicht nur die musikalische Leistung macht den Abend besonders, sondern auch ihre Interaktionen mit dem Publikum. Sie strahlt eine besondere Nähe aus und der ganze Abend hat eine persönliche Atmosphäre. So geht sie viel auf das Publikum ein und singt teilweise Personen direkt an. Alle bekommen das Gefühl Teil der Show zu sein. Zwischendurch erzählt sie etwas von sich und bedankt sich bei ihren Fans. Vor einem Song erzählt sie beispielsweise etwas über ihre schlechte Beziehung zu ihrem Vater und wie ihr die Musik dabei geholfen hat und so auch der Song entstand. Ein besonderer und emotionaler Moment! Daraufhin hat ihre Performance nochmal eine tiefere Wirkung. Ihre Bühnenpräsenz währenddessen ist beeindruckend und mitreißend. Mit einer Leichtigkeit tanzt sie und schwingt ihr Haar, während sie singt. Es ist keine Aufregung zu spüren und es wirkt als würde sie jeden Tag auf der Bühne stehen und singen. Die Sicherheit und Freude an Musik sieht man ihr an. 

    Ein Bühnenbild, die Ravynn Lenaes Stimme leuchten lässt 

    Das Bühnenbild ist recht schlicht, doch die Lichtshow verstärkt die Atmosphäre und passt perfekt zu ihren Liedern: weiche, warme Farben, die die Aufmerksamkeit auf Ravyn lenken während der ruhigeren, verträumten Songs im Gegensatz zu den kräftigeren Tönen, die sich zum Beat bewegen während energiegeladener Momente. Teilweise versetzten einen die ausgewählten Lichter zu den elektrischen, experimentellen Sounds fast schon in ein tranceartiges Gefühl. 

    Ein unvergesslicher Abschluss

    Das Konzert findet mit dem Song „Xtasy“ ein schönes Ende. Ravyn Lenae und ihr Band geben nochmal alles, während das Publikum sich von denn letzten treibenden Beats mitreißen lässt. Die Stimmung erreicht ihren Höhepunkt, als Ravyn Lenae die Bühne verlässt. Die Rufe nach einer Zugabe werden belohnt: mit dem Song „Love Me Not“ liefert Ravyn einen perfekten Abschluss. Der Song, emotional und berührend, zeigt noch einmal ihre beeindruckende Stimmvielfalt. Der Abschied ist daraufhin herzlich! Ravyn bedankte sich mit ehrlichen Worten bei ihren Fans, winkt lächelnd ins Publikum und verlässt die Bühne – ein süßer Abschied für einen gelungenen Abend. 

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    Eine Show voller Magie und Energie

    Ravyn Lenae beweist an diesem Abend, dass sie nicht nur eine außergewöhnliche Sängerin ist, sondern auch eine mitreißende Entertainerin. Ihre warme Ausstrahlung und die Leichtigkeit, mit der sie das Publikum in ihren Bann zieht, machen den Abend besonders. Es wurde viel gelacht, getanzt und gemeinsam eine schöne Energie geschaffen. Besonders beeindruckend ist ihre Bescheidenheit gegenüber ihrer Band: Sowohl Schlagzeuger Chris als auch Gitarrist Chub bekamen ihre Momente im Rampenlicht und durften jeweils mit Soli glänzen.

    Ob man Ravyn Lenae schon kennt oder nicht – ihre Konzerte sind ein Erlebnis. Ihre enorme stimmliche Kontrolle, die intime Atmosphäre und die Mischung aus mitreißenden und berührenden Songs machen ihre Auftritte absolut sehenswert. Wer die Möglichkeit hat Ravyn Lenae live zu sehen, sollte sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!

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  • Eine Reise in eine andere Welt: So war London Grammar am 07.11.2024 in Berlin

    Eine Reise in eine andere Welt: So war London Grammar am 07.11.2024 in Berlin

    Ein Abend, der uns in seinen Bann zog! Charlotte und Mila (Evangelische Schule Berlin Zentrum) berichten von einem magischen Konzertabend mit London Grammar.

    Am 07.11. trat die Band London Grammar erstmals während ihrer „The Greatest Love Arena Tour“ im Velodrom, Berlin auf. Hannah Reid, Dan Rothman und Dot Major: das sind die drei Mitglieder der Band, die nicht nur sehr kreativ und besonders sind, sondern auch seit ihrer Gründung 2009 einen einzigartigen Weg in der Musikwelt eingeschlagen haben.

    Von Student*innen zu Stars

    Nach ihrem frühen Durchbruch 2013 mit ihrem ersten Album „If you wait“ wurde der Band schnell klar, dass berühmt sein nicht zu ihren Lieblingstätigkeiten zählt und so ist ihnen bis heute ein zentrales Anliegen nicht als Personen sondern einzig und allein mit ihrer Musik im Vordergrund zu stehen. Und das gelingt! Während Hannah erzählt, immer noch unerkannt durch die Straßen laufen zu können, haben sie weltweit bis zu 3 Millionen Alben verkauft und Millionen von Hörer*innen auf Spotify und anderen Streaming Plattformen.

    Erfüllte Herzen
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    Die Band fängt direkt an den ersten Song zu spielen. „Hey now“, ein ruhigeres Lied, bei dem das Publikum zum ersten Mal an diesem Abend Hannah Reids kraftvolle und doch zerbrechlich und gefühlvoll klingende Stimme hört. Der Fokus der Show liegt insgesamt vor allem auf der Musik mit wenigen Sprechanteilen zwischendurch. Das ist irgendwie auch gar nicht nötig. Die Songs sind mal ruhig, mal energiegeladen, mal dunkel, mal sanft. Sie übertragen unterschiedliche Stimmungen, aber die Grundatmosphäre bleibt gefühlvoll, tiefgründig und mystisch.

    Zwischendurch interagiert die Band dann das erste Mal mit den Zuschauer*innen. Die Band durchquert die Menge mit Taschenlampen und landet auf einer kleinen Bühne zwischen all den Menschen. Hannah Reid sagt „Fuck Donald Trump!“, was sie für uns direkt noch sympathischer und authentischer macht. Bevor die Band wieder auf der großen Bühne im Nebel auftaucht, ertönt ein Handyklingeln und auf der Leinwand erscheint „Fakest Bitch“, was den gleichnamigen Song einleitet. Eines der letzten Lieder ist „Wasting my young years“, den die Menge direkt erkennt. Nach dem großen Endapplaus ertönen zwei Zugaben: „Strong“ und „Loose your head“, bei denen das Publikum in zwei Gruppen aufgeteilt wird und es einen Wettbewerb gibt, welche Seite lauter singt. Das sorgt für eine ausgelassene, glückliche Stimmung am Ende.

    12.000 Menschen

    Mit ihren gefühlvollen Klängen, die einem Momente von echter Freiheit schenken, können sie auch an diesem Abend das Publikum begeistern – inklusive uns. Wir sitzen mittendrin, in einer vollen Halle, gefüllt mit 12.000 Menschen. Menschen, die überraschenderweise älter sind, als wir dachten. Durch den schon eher modernen und poppigen Stil der Songs und das junge Alter der Band hatten wir ein deutlich jüngeres Publikum erwartet. Es ist eine bunte Mischung an Fans, die entspannt, rücksichtsvoll und begeistert die Stimmung ausleben lässt. Von allen Seiten wird fleißig mitgesungen und mitgefiebert.

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    Die mystische Atmosphäre

    Die Musik, die London Grammar an diesem Abend spielt, ist sehr ausdrucksstark, gefühlvoll, fantasievoll, teilweise auch sphärisch, verletzlich, aber trotzdem rhythmisch und bestimmt. Es kommt eine mystische Atmosphäre beim Zuhören auf, die einen direkt in den Bann zieht und mitreißt. Dafür ist vor allem Hannah Reids Stimme verantwortlich. Die Songs sind eher ruhig und fließend und regen zum Nachdenken an. Es gibt allerdings auch elektrisierende Parts, die fast ein bisschen an Techno erinnern und die die Menge sehr feiert und aufheizt.

    Zwischen Nebelwolken und Laserstrahlen

    London Grammars Show ist unglaublich kreativ und sehr ästhetisch. Von verschiedenen pulsierenden Lichtern, die zur Stimmung beitragen und die Energie widerspiegelen über alte filigrane Zeichnungen von Käfern bis hin zu Nebelwolken, Laserstrahlen, Live-Drohnenvideos und künstlerisch gestalteten Aufnahmen von der Bühne ist an diesem Konzertabend einiges dabei.

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    Last but not least

    Wir haben uns dazu entschieden zwei Fazits zu schreiben, da obwohl wir beide sehr begeistert aus dem Konzert raus gegangen sind, wir beide ganz individuelle Eindrücke hatten, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

    Charlotte

    Mein Gesamteindruck des Konzerts ist sehr positiv, auch wenn ich teilweise gerne unten in der stehenden Menge gewesen wäre, da ich das Gefühl habe, dass die Musik dort noch offener gefühlt wurde. Musikalisch war London Grammar für mich eine absolut wertvolle Neuentdeckung, die gut zu meinem Musikgeschmack passt. Die Band war mir sympathisch und ich finde die drei Bandmitglieder wirkten sehr authentisch. Ich kannte vorher nicht besonders viele Songs der Band und deshalb schon gar nicht die Lyrics. Das war ein ganz kleines bisschen schade, aber nicht schlimm, denn ich habe die Musik trotzdem von Anfang an gefühlt und mit der Zeit wurde ich dann richtig in den Bann von London Grammar gezogen. Wenn ihr also auch eine sympathische Indie-Band, eine entspannte Atmosphäre, ästhetische Bühnenshows und eine schöne Publikumsstimmung erleben wollt, kann ich euch nur empfehlen auf Konzerte von London Grammar zu gehen!

    Mila

    Abschließend kann ich sagen, dass das Konzert mich sehr beeindruckt hat und das auf ganz viele unterschiedliche Art und Weisen. Die Musik und das Genre sind zwar eigentlich nicht unbekannt für mich, ganz im Gegenteil. Trotzdem habe ich mich in eine andere und zugleich wunderschöne Welt versetzt gefühlt. Obwohl der Klang manchmal sehr fremd und ungewohnte schien, hatte er dennoch etwas sehr faszinierendes an sich und hat mir nochmal vor Augen geführt, wie unterschiedlich Musik sein kann. Auch der Gesang hat mich sehr beeindruckt! Wie kann man eine so zarte und trotzdem gleichzeitig ausdrucksstarke Stimme haben?! Nicht zu vergessen die ganze Stimmung, die von allen Menschen und der Band ausging. Das in Verbindung mit einer wirklich ästhetischen Show, die genau das nochmal widerspiegelte, werde ich hoffentlich niemals vergessen! Wenn ihr auch einen unvergesslichen Abend zwischen Nebelwolken und atemberaubenden Klängen und Gesang erleben wollt, dann seid ihr bei London Grammar in jedem Fall richtig!

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  • Klangwelten und visuelle Meisterwerke: So war ZHU am 12.11.2024 in Berlin

    Erika (Evangelische Schule Berlin Zentrum) schreibt in Kooperation mit Goodlife Artist über einen intensiven Technoabend im Festsaal Kreuzberg, Berlin mit ZHU.

    Am 12. November 2024 stattete der kalifornische Künstler ZHU dem Festsaal Kreuzberg einen Besuch ab und lieferte eine beeindruckende Mischung aus elektronischer Musik, Live-Gesang und einer durchdachten visuellen Inszenierung. Mit einer Setlist, die Klassiker und neue Songs aus seinem aktuellen Album GRACE vereinte, beeindruckte er sein Publikum.

    Ein Meisterwerk aus Klang und Atmosphäre

    ZHU ist ein Meister der atmosphärischen Klänge und bekannt für seine Verbindung von Deep House, R&B und Pop-Elementen. Der Festsaal Kreuzberg, eine Location mit industriellem Charme, bot mit seiner Kapazität von etwa 1.200 Menschen die ideale Kulisse für ZHUs dichte, mystische Ästhetik. Die geringe Größe des Geländes schuf eine intime Atmosphäre, die perfekt zur Musik passte. ZHU konnte sich, seine Musik und Videos auf der Festsaal Bühne präsentieren. Sein Publikum konnte ihm ganz nah sein oder ihn von der zweigeschossigen Empore hinter dem FOH (front of house – Sound) gut beobachten. So konnte man auch trotz vollem Haus seinen Auftritt entspannt genießen oder ihn auch tanzend feiern. ZHU ist seit seinem Durchbruch mit “Faded” im Jahr 2014 bekannt für sein Talent, emotionale Tiefe mit treibenden elektronischen Rhythmen zu verbinden. Mit GRACE, seinem aktuellen Konzeptalbum, das auch einen begleitenden Film umfasst, setzt er erneut auf Storytelling durch Musik und visuelle Kunst.

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    Aus dem Dunkel zum Licht

    ZHU eröffnete den Abend mit einem instrumentalen Intro, das die Spannung im Saal aufbaute. In die Dunkelheit der Bühne getaucht, erschien er als Silhouette, bevor ermit “Skyline” in die Setlist einstieg. Der Song kombinierte sanfte Synthesizer mit hypnotischen Beats und seinem charakteristisch rauchigen Gesang, der die melancholische Grundstimmung des Albums GRACE einleitete. ZHUs Setlist war eine Balance aus alten Favoriten und neuen Tracks. Highlights aus früheren Alben wie Generationwhy und Ringos Desert wurden mit den introspektiven, cineastisch angehauchten Stücken aus GRACE kombiniert. Besonders hervorzuheben ist “Resonance”, ein Stück, das eine fast hypnotische Wirkung hatte und die Fähigkeit des Künstlers unterstrich, musikalische Spannungen perfekt aufzubauen. Der Höhepunkt des Abends war unbestritten “Faded”. Der Song wurde in einer neu arrangierten Version präsentiert, die mit einem langsamen, emotionalen Aufbau begann, bevor er in seinen ikonischen, pulsierenden Beat überging. Diese Version ließ den Saal in Euphorie versinken. Ein weiteres Highlight war “Cold Blooded”, bei dem die Mischung aus minimalistischen Beats und ZHUs eindringlichem Gesang, Stimmung brachte.

    Emotionale Intensität und Visualität auf der Bühne

    ZHUs Shows zeichnen sich durch eine fast rituelle Atmosphäre aus. Obwohl er wenig sprach, kommunizierte er über seine Musik und die visuelle Inszenierung auf einer tiefen emotionalen Ebene. Die Dynamik im Publikum war spürbar: Während der energetischen Tracks wie “Came for the Low” vibrierte die Menge, bei ruhigeren Momenten wie “Desire” herrschte fast ehrfürchtige Stille. Die Interaktion zwischen Künstler und Publikum war subtil, aber effektiv, und unterstrich die immersive Natur der Show. ZHUs Bühnenshow war ein durchdachtes visuelles Spektakel. Minimalistische Lichtinstallationen, mit Nebel und tiefen Schatten kombiniert, unterstützten die emotionale Wirkung seiner Musik. LED-Wände zeigten abstrakte Projektionen, die die Songs visuell interpretierten. Die Soundqualität war bis auf einige kleinere Akustikprobleme im mittleren Frequenzbereich überwiegend solide. Allerdings waren manche Gesangspassagen durch den starken Bass etwas überlagert.

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    Das Finale

    Der Abend endete mit “Dreamland 2021”, einer träumerischen Hymne, die die mystische Stimmung des Konzerts perfekt abrundete. ZHU verabschiedete sich ohne große Worte, ließ aber durch die letzten Klänge seiner Musik eine bleibende emotionale Wirkung zurück. Das Publikum war sichtlich bewegt und applaudierte begeistert, während sich die Saalbeleuchtung langsam erhellte.

    Der Gesamteindruck

    ZHUs Konzert war ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk, das nicht nur musikalisch, sondern auch visuell beeindruckte. Persönlich mochte ich die durchdachte Dramaturgie der Setlist und die emotionale Tiefe der Performance. Was mich nicht völlig überzeugte, war sein Gesang und der Aufbau seiner Songs. Anfangs hatten seine Songs einen super Beat und man konnte sehr gut darauf tanzen. Zunehmend gab es aber Stellen, an denen der Beat plötzlich zu Ende war und in ein Rauschen überging. Darüber hat er dann live gesungen. Seine Gesang war an diesem Abend nicht in Topform. Seine Stimme hatte wenig Volumen und Feeling. Es war trotzdem ein tolles Erlebnis und live viel besser als auf verschiedenen Streamingdiensten, aber empfehlen, als unvergessliches Erlebnis, würde ich ihn nicht uneingeschränkt. Bei einer solideren Gesangsperformance, wäre ich nochmal dabei. Sorry, ZHU

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  • Lucas‘ Jahresrückblick: Wenn eines bleibt, dann die Melancholie

    Lucas‘ Jahresrückblick: Wenn eines bleibt, dann die Melancholie

    Ab und zu, wirklich nur ab und zu, kommt mir der Gedanke, dass wir ja mal in einer Pandemie gelebt haben, in der alles, was wir (mittlerweile wieder) als normal empfinden, nicht ging. Wir haben kaum oder keine Freund*innen getroffen, wir sind nicht ins Museum gegangen und haben auch keine Konzerte besucht. Dann ergreift mich für eine Sekunde ein ganz merkwürdig irritierendes Gefühl, ich denke kurz daran, wie es sein kann, dass sich das alles schon wieder so weit weg anfühlt und dann geht das Leben normal weiter, als wäre nichts gewesen, als wäre Corona nie da gewesen.

    Die Corona-Melancholie

    Bei allem Nervigen, das diese Zeit mit sich brachte, bei aller Einsamkeit, Hilflosigkeit oder Überforderung, bin ich der Isolation für eines dankbar: die emotionale Tiefe, die aus ihr hervorgegangen ist. Die Kunst und Musik, die nach dieser für fast alle so anstrengenden Zeit langsam zu uns durchsickerte, fühlte sich für mich auf unterschiedlichsten Ebenen viel bedeutender und tiefgreifender an, als was ich gewohnt war. Nun bin ich, wenn es um Musik geht, ein Kind der Melancholie und genau diese Melancholie nahm ein so ehrliches Antlitz an, dass sich viele dieser „Corona-Alben“ dauerhaft in mein musikalisches Herz spielten. Ich würde sogar sagen, zum Teil haben Künstler*innen mit diesen Werken ihren jeweiligen musikalischen Höhepunkt erreicht und werden dieses Ausmaß an emotionaler Bedeutung nie wieder erreichen.

    Wenn ich jetzt also auf der Suche nach neuer Musik bin, ist der Maßstab immer das, was ich gespürt habe, als ich die Musik dieser Zeit hörte. Und ich kann euch sagen, das macht die Sache für mich nicht leichter. Die meisten Songs, die ich neu entdecke, bleiben nicht hängen und wenn mich dann doch Mal ein Song, eine EP oder ein Album überzeugt, dann fällt mir folgendes auf: wenn eines bleibt, dann die Melancholie! Deshalb kommt hier meine Top 8 der Melancholie 2024 in zufälliger Reihenfolge!

    ich hoff du brichst mir das Herz

    Nach ihrer traumhaft schön-traurigen EP „tatendrang und todmüde“ (auch ein Corona-Tape!?) ist „ich hoff du brichst mir das Herz“ von maïa eine Kombination von unglaublich schönen Gesangsmelodien mit gleichzeitig treibender Countrygitarren-Produktion, die zu keinem Zeitpunkt aufdringlich oder klischeehaft wirkt. Ich bin ehrlich, ich mache dieses Musikjournalismus-Ding nur, um Interviews mit maïa zu führen.

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    aus meiner Haut

    „aus meiner Haut“ von Trilles gleichnamigen Album ist aus irgendeinem Grund ganz besonders für mich. Ich habe versucht, diesen Song am Klavier und an der Gitarre zu singen und zu keinem Zeitpunkt konnte ich die weiche und zugleich dringliche Atmosphäre reproduzieren. Insbesondere in das Ende habe ich mich verliebt, wenn der Song aus der Stille heraus nochmal Anlauf nimmt und explodiert.

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    Birds of a Feather

    „Bird of a Feather“ von Billie Eilish fängt eine andere Form der Melancholie ein. Sie ist nicht wirklich traurig und dennoch lässt die Stimmung einen nostalgisch und mit Wehmut in eigenen Emotionen schwelgen. Diese nicht klassisch melancholische Facette fühlt sich meiner Meinung dennoch danach an. Mein Bruder hat letztens zu diesem Song geheiratet und ich kann euch sagen, es gibt keinen schöneren und emotionaleren Hochzeitssong als diesen!

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    so far away

    Ein Artist, der wie wenige andere die Melancholie auf die Tanzfläche bringt, ist orbit. „so far away“ könnte ich ohne Pause Tag und Nacht hören. Ich weiß nicht, wie orbit es schafft in diesen sphärischen und Triebenden Klängen noch so viel Intimität zu verstecken. Wenn ich diesen Song höre, stelle ich mir immer all diese klischeehaften Filmszenen von Jugendlichen vor, die ins Schwimmbad einbrechen, im Cabrio durch die Nacht fahren oder betrunken auf einer Party rummachen, sich dann zerstreiten und dabei dennoch verbunden fühlen. Dann, wünschte ich, ich wäre Teil des Klischees!

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    Romance

    Fontaines D.C. haben eines meiner Lieblingsalben des Jahres veröffentlicht. In der Stimme des Sängers steckt so viel Schmerz, dass die Melancholie nicht weit entfernt sein kann. Die Produktionen untermalen die Energie. In der Regel möchte ich etwas kaputt machen, wenn ich dieses Album hören. Wenn ich „Bug“ höre, möchte ich allerdings ähnlich wie bei „so far away“ mit meinen Freunden unüberlegt Dinge tun, ohne über die Konsequenzen nachzudenken, bis alles schief läuft.

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    gesicht verlieren

    Unter den aktuellen deutschen Artists gibt es niemanden, der oder die so traurig und verletzt klingen kann wie Levin Liam. Ehrenwort! Ich dachte, kein neues Tape würde an „vergiss mich nicht zu schnell“ herankommen, doch „gesicht verlieren“ beweist das Gegenteil. Wirklich alle Songs stechen ins Herz, wenn man ihnen die Chance dazu gibt. Ich frage mich jedes Mal, wie es sein kann, dass ein Mensch in der Lage ist, so konstant eingängige und zugleich wunderschöne Melodien zu schreiben, die nie vorhersehbar oder langweilig wirken.

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    falling or flying (Reimagined)

    Königin der Melancholie ist natürlich Jorja Smith! Nicht dass ihr Album „falling or flying“ Geschenk genug wäre, veröffentlichte sie eine neu arrangierte Version, die mehr ihrer jazzigen Seite schmeichelt. Der unendliche Schmerz, den Jorja Smith in ihre Stimme legen kann, egal wie wild die Instrumentals sind, ist unvergleichbar. Hiermit ist es offiziell: Ich liebe Jorja Smith und niemand kann mich davon abhalten!

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    Leon

    Ich gebe es zu, ich hatte Anlaufschwierigkeiten. Mit seinem neuen Album hat sich Leon Bridges nicht sofort in mein Gedächtnis eingebrannt. Nachdem ich den neuen Songs allerdings etwas Geduld entgegenbrachte, entfaltete sich mir ein Reichtum an melancholischen Momenten, die mir jedes Mal die Seele erwärmen, wenn ich „Leon“ anmache. Das Album besteht aus so schön unaufgeregten Instrumentierungen, die mein unschuldiges Musikerherz aufleben lassen. Gleichzeitig spürt man die Ehrlichkeit in der erzählenden Stimme von Leon Bridges. Musikjournalist*innen würden sagen: „Das ist sein ehrlichstes Album jemals!“

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  • Von „vergiss mich nicht zu schnell“ bis „neue Ufer“ mit Levin Liam

    Levin Liam ist noch! der „most underrated“ Artist der aktuellen Stunde. Doch die Anzeichen verdichten sich, dass dieser Stern ganz bald ganz groß über unseren Köpfen glitzern wird. Ein Feature mit Trettmann, ein angefragtes Feature von Mark Forster und die aktuelle Zusammenarbeit mit dem größten deutschen Produzenten Duo Miksu & Macloud beweisen das. Doch bevor wir über das aktuelle Projekt „neue Ufer“ sprechen, fangen wir weiter vorne bei der EP an, die Levin Liam rasant in mein nicht ganz leicht zu erreichendes Musikherz schoss.

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    „Vergiss mich nicht zu schnell“ heißt die 2022 erschienene EP des in Hamburg wohnenden Rappers, Sängers und Produzenten. Nach einigen englischsprachigen Singles unter dem Künstlernamen Liam Levin erscheinen 2022 die ersten Tracks auf Deutsch. Dieses Mal als Levin Liam. „Keine Geduld“, „Heim“ oder „Ich Hab Dich“ zeigen bereits sein Potenzial für besondere Momente. So richtig tief in den emotionalen Nerv stechen allerdings erst die Singles der zuvor genannten EP. „gleich“ ist so unfassbar gefühlvoll, dass die Lobeshymne in Form eines eigenen Absatzes kommt.

    In Wellen rauscht das Intro von „gleich“ langsam in die Ohren, ehe die leicht schüchterne, leicht zerbrechliche Stimme Levin Liams die ersten Zeilen nuschelt:

    „Ich guck’ dir von weitem zu und seh‘ du machst Fortschritt
    Und ich frag mich wie es wohl ist, wenn du fort bist“

    Diese Wortes sind ebenso schön wie clever, denn sie sind die inhaltliche Essenz, um die der gesamte Song kreist. Mit dem Pre-Chorus wird die Stimme bestimmter und die Position des lyrischen Ichs klarer: 

    „Ich will dir mehr von den Lichtern zeigen
    Ich will, dass wir für immer so nüchtern bleiben
    Sag mir, dass du niemals an den Lichtern zweifelst
    Und wir beide zusammen Geschichte schreiben“

    Eine vielsagende Kunstpause bis der Refrain langsam warmes Wasser über unsere verspannten Rücken laufen lässt. Die hauchzarte Stimme singt in einen großen Raum voll Intimität ohne nach mehr als einem zurückhaltenden Klavier zu verlangen. Und doch ebnen sich die Background Vocals ebenso wie der im zweiten Teil des Refrains einsetzende Beat unaufdringlich ein. Es ist wirklich ganz große Kunst wie der Song sich im weiteren Verlauf um den Gesang und das Klavier herum entwickelt. Jedes Element wirkt authentisch und organisch, obwohl der Song auch ganz minimalistisch die volle Gefühlswelt entfalten würde. 

    Während „gleich“ zusammen mit „outro (wenn du hier bist)“ die EP einfühlsam schließen,  leitet „intro (vergiss mich nicht zu schnell)“ das Projekt bittersüß ein. Ein gefiltertes Sample, eine Gitarre und seichte Keys leiten unsere sensiblen Öhrchen sanft in den 1:34 Minuten langen Einstieg der Platte, der lyrisch direkt seinen vollen Zauber entfaltet. Authentisch einfache Worte beschreiben bekannte Bilder und Gefühle, während dumpfe Klänge beruhigend die Stimme umarmen und jeden Teil unserer jemals verletzten Seele trösten.

    „Ich glaub, du kennst mich mittlerweile
    Ich kann lieben, dass es einen überrollt
    Und ich glaub, ich mach da manchmal fehler bei
    Weil ich denk, das kommt alles schon wies soll
    Ich war nie der typ, der sich viel prügelt und das weisst du auch
    Doch für dich nehm ich nen mittelgrossen streit in kauf“

    Auf „finde mich“ säuselt Levin Liam hauchdünn über einen Beat nach Spezialrezept. Warme analoge Keys, ein gefiltertes Sample, dumpfe sphärische Sounds, organische Drums, summende Backing Vocals und das Essen ist angerichtet. Produzent Cato macht erneut alles richtig dabei Levin Liams charakteristische Stimme nuanciert herauszuarbeiten und Bildern wie „Ich rede viel, doch denke zehn mal so viel mindestens“ oder  „Wer nicht im Stau stehen will, der darf auch nicht ins Auto steigen“ Farbe zu verleihen.

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    Mein Highlight ist Lied sieben: „graues papier“. Das gedämpfte Klavier pulsiert erwartungsvoll, ehe unsere neue Lieblingsstimme die Gedanken auf dem grauen Papier mit uns teilt. Der Track ebnet sich stilvoll ein in die Klangästhetik der EP und überrascht mit einer Jersey Kick, die seit Lil Uzi Verts „I Just Wanna Rock“ auf jedem deutschen und amerikanischen Hip Hop Album mindestens 3 Mal auftaucht. Die größere und spannendere Überraschung ist dann aber der Beat Switch, der den Song in gesteigertem Tempo in einen Sad Club Banger verwandelt. Cato beweist, dass er gefühlvolle Atmosphäre genauso gut kann wie tanzbare Club Hits.

    Levin Liam und Cato treten auf „Vergiss mich nicht zu schnell“ in eine besondere Synergie, die die Stärken beider glänzen lässt. Der größte Schwachpunkt dieses Projekt ist, dass es nur knapp 25 Minuten lang ist. Die Stimmungen jedoch sind unbeschreiblich und bedingungslos schön. Während Levin Liam stimmlich wie textlich sein volles Potenzial ausschöpft, gilt gleiches für die durchdachten und treffsicheren Produktionen Catos.

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    Resultat dieser fruchtvollen Zusammenarbeit ist die kürzlich erschienene EP „neue Ufer“ mit Produzenten-Team Miksu & Macloud. Insbesondere die Singles „Mann vom Fach“ und „so. k.o.“ featuring Jeremias beweisen Levin Liams Gespür für eingängige Melodien und lyrische Bilder, während Miksu & Macloud sich selbst und der Welt beweisen auch mit Indie-Produktionen den Zeitgeist des deutschen Hop Hops zu treffen. Das Duo hat sich einen Status erarbeitet, der ihnen musikalische Flexibilität erlaubt. Profiteure sind spannende upcoming Artists wie Levin Liam, dessen Stimme bald die Playlisten, das Radio und alle Festivals prägen wird.

    Gradmesser Levin Liams Entwicklung wird für mich dennoch immer „vergiss mich nicht zu schnell“ bleiben. Durch den musikalischen Feinschliff Catos erschafft der vielseitige Künstler schöne Geschichten mit viel Raum für eigene Gedanken. 

    Vergesst diese EP nicht zu schnell!

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