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  • Iuna Lux träumt sich auf „Chemicals and Gold“ in eine Parallelwelt aus Bedroom-Synth-Pop

    Iuna Lux träumt sich auf „Chemicals and Gold“ in eine Parallelwelt aus Bedroom-Synth-Pop

    Wenn es wieder Neues aus der Regensburger Indie-Bubble gibt, heißt es: Ohren gespitzt, es gibt Hit-Potenzial! Iuna Lux hat am Freitag die EP „Chemicals and Gold“ veröffentlicht und beweist zum zweiten Mal, dass er den Indie-Synth-Pop einfach beherrscht. Irgendwo zwischen tanzbarer Melancholie, verträumten Bedroom-Pop und einer fetten Ladung spacigem Electro Sounds entführt Iuna Lux auf „Chemicals and Gold“ in eine Parallelwelt – fernab der Realität, tief versunken in Träumen.

    Kurze Exkursion, weil es keinen Artikel gibt, in dem ich nicht abschweife

    Aber nochmal auf Anfang, damit wir alle auf dem gleichen Stand sind. Wenn ich von der Regensburger Indie-Bubble spreche, dann meine ich some sprouts, Telquist, Iuna Lux, The Komets, Surv und Marlin Beach (vergebt mir bitte, wenn ich jemanden vergessen haben sollte). Als Norddeutsche, die leider viel zu wenig über diese musikalisch anscheinend recht bedeutende Stadt weiß, finde ich es ziemlich beeindruckend, wie viel Indie-Potenzial in Regensburg verborgen ist. Umso glücklicher macht es mich, dass die Artists auch noch zusammenarbeiten und sich gegenseitig supporten.

    Christoph Hundhammer, aka Iuna Lux, war nämlich bis vor zwei Jahren als Gittarist mit Telquist auf Tour. Bei den sproutis war er auch schon zu Besuch und Marlin Beach, aka Lucas Adlhoch, ist Mitproduzent bei Iuna Lux‘ Tracks. Also ich find’s ziemlich wholesome. Vor allem kommt aber auch einfach verdammt viel gute Musik aus diesem Pool an kreativen Köpfen zusammen. Deswegen komme ich jetzt auch wieder zurück zu „Chemicals and Gold“.

    „And she’s dreaming of a blue sky … with her head in the clouds“

    Den Einstieg übernimmt der Song “Cold“, einer der drei Singles auf der EP. Mit „Cold“ wird auch direkt das Thema der EP klargestellt: hier geht es um Tagträumereien und eine Welt fernab der Realität. Planlos durch die Straßen laufen und die Gedanken an einem ganz anderen Ort. Iuna Lux besingt eine Flucht vor der Dunkelheit der Realität, aber immer mit dem Fokus auf den schönen, unbeschwerten Gedanken. Und so schwebt der Song förmlich vor sich hin.

    Musikalisch passiert vergleichsweise wenig, aber der synthige Sound der gesamten EP findet hier eine solide Einführung, ohne direkt zu überladen. Als Single hat „Cold“ mich leider gar nicht mitgenommen. Beim Hören der EP wird ich allerdings so langsam warm mit dem Song. Nach meinem Gefühl funktioniert der Song super auf der EP, aber einzeln gehört wirkt er wie ein Bruchteil aus einer Geschichte, zu der mir der Kontext fehlt.

    Auch der zweite Song war als Single vorab bekannt. Nach dem eher nachdenklichen ersten Track, weckt „Memory Lane“ mit seiner wiederkehrenden Melodie irgendwie auf. Ich spüre starkes Ohrwurm-Potenzial. „Memory Lane“ war 2021 gleichzeitig die erste Single nach der ersten EP „All Of My Answers“. Auch hier muss ich wieder gestehen, dass mich die Single damals leider gar nicht gecatched hat. (Ich weiß, dass das ein beschissener Start für eine Review ist, wenn die ersten beiden Songs für mich nicht als Singles funktionieren, aber es wird besser – versprochen). Was „Memory Lane“ bei mir allerdings direkt auslöst, ist ein wohlig warmes „Sommer, Sonne, ich mache einen Roadtrip ins Blaue“-Gefühl. Und dieses Gefühl haben wir doch gerade alle bitter nötig, oder?

    Wie viel Synthesizer willst du noch einbauen? Ja

    It Out“ ist also der erste komplett neue Song auf „Chemicals and Gold“. Zu meiner eigenen Überraschung überzeugt mich der Song direkt. Das Zusammenspiel von Beat und offensiven Textpassagen stimmt einfach. Kurze Unterbrechungen gibt es durch Einlagen der Synthesizer, die das generelle Soundbild der EP perfekt einfangen. Auch hier wurde wieder nicht an genug Synth-Einlagen gespart. Das Ganze klingt für meinen Geschmack sehr futuristisch, spacig und erinnert mich ein bisschen an Songs von Roosevelt. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie stelle ich bei dem Song einen kleinen Roboter vor, der in einem leergefegten Club auf der Tanzfläche tanzt. Wahrscheinlich liegt es daran, dass „It Out“ einfach ein verdammt tanzbarer Song. Damit überzeugt man mich sowieso schon in 90% der Fälle relativ easy. 

    Das passt perfekt, denn der nächste Song wurde quasi zum Tanzen geschaffen. Widmen wir uns „Monsters“.

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    „Get on your feet and get in your dress to dance“

    Monsters“ ist die Lead-Single der EP und sollte dem ein oder anderen bekannt vorkommen. Im Oktober habe ich die Videopremiere der Single begleitet und will deswegen gar nicht mehr zu lange auf den Song eingehen. Wenn ihr Genaueres wissen wollt, könnt ihr den Artikel zur Videopremiere mit ein paar Hintergrundfacts hier lesen. Aber beim Hören der EP gibt es dann doch wieder ein paar Kleinigkeiten, die mir so vorher gar nicht aufgefallen sind. Die Frage, woher der Titel der EP kommt, der mir in keinem der bisherigen Songs begegnet ist, wird hier zum Beispiel geklärt. Die Zeile „We’ll swim in chemicals and gold“ deutet auf die Namensgebung „Chemicals and Gold“ hin. Zudem passt auch dieses Wortspiel einfach wieder sehr gut in die verträumte Welt von Iuna Lux, die er sich selbst „zusammenbraut“. Diese Analogie fügt sich auch perfekt in den progressiven Sound der Synths ein.

    Das Beste kommt zum Schluss

    Ich glaube es war Liebe auf den ersten Blick oder eher auf das erste Hören. „Pillows and Aeroplanes“ hat es mir auf jeden Fall direkt angetan. Der Song ist der perfekte Soundtrack zum Tagträumen, über den Sinn des Lebens zu philosophieren oder in Gedanken an schöne Erinnerungen zu schwelgen. Meine Gedanken zu dem Song in vernünftige Worte zu fassen, fällt mir dementsprechend schwer, da sie immer sehr schnell abdriften, wenn ich „Pillows and Aeroplanes“ höre. Auch bei diesem Song macht sich wieder ein wohlig-warmes Gefühl in mir breit. Der Track fällt etwas aus dem Muster der vorherigen Songs: Die Synths sind weniger offensiv und drängen sich nicht auf. Um noch ein bisschen mehr mit Anglizismen und Genres um mich zu schmeißen, zwinge ich „Pillows and Aeroplanes“ das Label Dreampop auf.

    Ok, zum Abschluss hier mal mein Versuch eines Fazits: „Chemicals and Gold“ ist mit drei bekannten Singles und zwei neuen Songs nun keine große Überraschung für mich gewesen. Dass Iuna Lux den thematischen roten Faden der Realitätsflucht, die manchmal gelingt und manchmal auch nicht, so klar und deutlich in jedem einzelnen Song der EP verstrickt, gefällt mir total. Für mich macht es seine Musik sehr authentisch und greifbar. Begleitet durch Synth-Pop à la 80er-Jahre wirkt das Ganze einfach sehr rund. Der harmonisierte Gesang geht mir dabei direkt unter die Haut und spiegelt gleichzeitig die Traumwelt und die unterschiedlichen Stimmen im Kopf wider, die Iuna Lux beschäftigen. Mein absoluter Liebling ist „Pillows and Aeroplanes“ – ein Song, der bei mir genau den richtigen Nerv trifft.

    Hier könnt ihr die EP „Chemicals and Gold“ von Iuna Lux hören:

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    Fotocredit: Dennis Mnich

  • Exklusive Videopremiere: Iuna Lux und „Monsters“

    Exklusive Videopremiere: Iuna Lux und „Monsters“

    Anfang des Jahres hat Anna euch ja bereits Iuna Lux im Interview vorgestellt. Damals stand der Regensburger Bedroom-Producer kurz vor dem Release seiner Debüt-EP „All of my answers“. Die EP hat sich bei mir mittlerweile einen Platz in der Kategorie „Kann ich eigentlich 24/7 on repeat hören“ verschafft. Im Juli deutete sich mit dem Release der Single „Memory Lane“ dann EP Nr. 2 an. Und ich kann’s nicht anders sagen: Ich bin sehr hyped und bereit für neue Musik von Iuna Lux. I prodly present you: Die neue Single „Monsters“ von Iuna Lux und das zugehörige Musikvideo.

    “Get in your dress to dance!”

    Warum ständig in der Wirklichkeit leben, wenn man sich an so viele schönere Orte träumen kann? Genau nach dieser Devise fantasiert Iuna Lux über eine Nacht in einen Club mit der Partnerin seiner Träume. Die beiden tanzen, lachen, haben Spaß. Aber leider ist das Ganze dann doch nur ein Traum.

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    Re­gis­seu­rin Emely Hardt entführt in die Traumwelt von Hauptdarstellerin Thess Martini: Weite, staubige Landschaften und ein Geländewagen erinnern an ein Hinterland irgendwo in den Vereinigten Staaten und gehen über in neblige und düstere Club-Szenen. Hier durfte das Team in einem Regensburger Club filmen, der eigens für den Dreh aus dem Lockdown-Winterschlaf geholt wurde.

    Optik à la Stranger Things

    Von der Aufmachung des Videos bin ich sehr an einen Mix aus Stranger Things und Pulp Fiction erinnert. Das dürfte wohl hauptsächlich an dem 80er-Jahre Flair liegen. Naja, der Titel „Monsters“ trägt auch seinen Teil dazu bei. Ich feier das Gesamtpaket aber sehr. Die Stimmung des Videos löst das akute Bedürfnis zu Tanzen in mir aus.

    Bei melancholischen Texten, die mit einer ordentlichen Portion Synthesizern untermalt werden, hat man mich ja meistens sowieso schon überzeugt. Das Gefühl, das „Monsters“ in mir auslöst ist, kann ich in eigenen Worten nur schwer beschreiben. Es ist irgendwie eine ganz absurde Mischung aus Behaglichkeit, Träumen, Trauer und Zukunftsangst zugleich.

    Als würde man schon im schönsten Moment seines Lebens an die Depression danach denken, während im Hintergrund ein Feuerwerk an Synthesizern eine 80s Ballade schmettert.

    Wer sich jetzt noch fragt, wer eigentlich hinter dem Künstlernamen Iuna Lux steckt, sollte schnellstmöglich das Interview lesen. Keine Sorge, ich stell euch den Künstler natürlich auch hier kurz vor. Iuna Lux heißt eigentlich Christoph Hundhammer und ist neben seiner eigenen Musik vor allem als Live-Gitarrist des Regensburger Indie-Künstlers Telquist zu sehen. Mit seinem Bedroom-Soloprojekt Iuna Lux entwickelte er seinen ganz eigenen Stil irgendwo zwischen der Lässigkeit von MGMT und einer Melancholie, die er in eingängige Melodien verpackt.

    „ein Gefühl zwischen Rausch und Verliebtsein“

    So beschreibt Christoph seine Musik. Er therapiert sich mit der Musik selbst und lässt hier und da einen Einblick in sein nachdenkliches Innenleben zu. Das gibt seinen Songs eine extrem authentische Note.

    Monsters“ ist nach „Memory Lane“ die zweite Single der neuen EP, die im Dezember erscheinen wird. Bis dahin könnt ihr die bisher veröffentlichten Songs von Iuna Lux auf Spotify rauf und runter hören bis ihr sie im Schlaf mitsummen könnt. Dann sind wir nächstes Jahr alle bereit für Konzerte, Deal? Ich zähle auf euch!

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    Fotocredit: Denis Mnich