Schlagwort: house

  • BLVTH sucht auf auf neuem Album „YIN YANG“ seine Balance

    Zerrissen versus ausgeglichen, untröstlich versus zuversichtlich, erschöpft versus enthusiastisch, yin versus yang – BLVTH findet auf seinem neuen Album „YIN YANG“ nicht trotz, sondern aufgrund der Gegensätze näher zu seiner Mitte. Auf seiner musikalischen Reise durch das eigene Innenleben weisen ihm die verschiedensten Emotionen den Weg zu sich selbst. In der Verzweiflung manch eines Songs findet sich zugleich das tröstende Gefühl verstanden zu werden. Wer wirklich in „YIN YANG“ eintauchen will, erklärt sich vorher bereit, mit sich selbst in Therapie zu gehen.

    „Ich bin Niemand!“
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    Meditative Klangflächen formen sich im Intro allmählich zu einer Klangmasse während umgekehrte Sounds die Zeit zurückspulen und auf Start setzen. Start ist in diesem Fall die erste Single und zugleich der erste Song des Albums „NOBODYNOONE“. Erwachsen aus dem Intro veranschaulicht der Track die Zerrissenheit des Sängers und entwickelt sich über zwei Strophen und Interludes hinweg zum Refrain – der Ausgangslage der LP:

    „I don’t wanna be someone you want me to be
    Please someone set me free, erase my memory”

    So let me go!

    Mit “I WOZ HOME” beginnen die tanzbaren Tracks des Albums. Auf einem zu schnell geratenen House-Beat wiederholt BLVTH das folgende Mantra und dreht sich inhaltlich wieder um das Loslassen und Freimachen umgebener Störgeräusche:

    “So let me go
    Cause I was home
    But you’re not done
    With me, oh no”

    Kampf der Klänge

    „RIOT“ entfesselt anschließend die Emotionen und gewinnt eine neue Intensität. Der an alte BLVTHeske Hip Hop-Zeiten erinnernde Beat mischt sich mit verzerrten Sounds und treibt zielstrebig nach vorn. Der Name hält sein Versprechen, denn der Song motiviert zum Aufstand ehe er sich in einer gewissen Klarheit auflöst. „ALL THAT KILLING“ holt den nie alt werdenden Signature-Sound BLVTHS zurück, nämlich den warmen Klang melancholisch-dramatischer Gitarrenakkorde. Dazu Drums? Überflüssig! Die Gitarre ist Atmosphäre und Rhythmus in einem. Ergänzt durch die perfekte Delivery der Features bildet dieser Song zusammen mit „REAPER“ das Herz des Albums.

    Der beste Song!

    Von BLVTH selbst angeteasert als der beste Song seiner Karriere, eilen „REAPER“ einige Vorschusslorbeeren voraus. Doch diesem Druck wird der Song gerecht. Die auf diesem Album fast schon altertümlich wirkende Songstruktur und Instrumentierung überlassen zum ersten Mal den Lyrics das Spotlight. Ein klarer Schlagzeug-Beat, ein simpler Basslauf und begleitende Gitarrenakkorde lassen dem Gesang den Raum, den er verdient. BLVTH wandelt auf „REAPER“ an der Grenze des Lebens und ist sich paradoxerweise bei niedrigem Puls seiner selbst so bewusst wie noch nie. Der Track erkundet Gefühle des Verlust, der Angst, der Trauer – aber auch der Erlösung und der Gewissheit. Die letzten 30 Sekunden des Songs überlagern sich allmählich die verschiedensten klanglichen Emotionen, ehe sie sich über den Drums wieder auflösen.

    Was kann BLVTH nicht?

    Zum Ende des Albums erstarken erneut die 4-on-the-floor-beats. „BREAK AND FIX“ marschiert nicht sonderlich schnell, aber bestimmt nach vorn‘. Die Message steckt im Titel und dreht sich erneut, um Gegensätze und neue Anfänge. „IN THE MIDDLE“ belichtet anschließend die poppige Seite des Sängers. BLOODMOON schwebt auf hohen Tönen über den von BLVTH produzierten Beat. Die beiden Artists liefern den perfekten Song, um im Cabrio dem Sonnenuntergang entgegenzufahren, während der Wind seicht durch die Haare zieht.

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    TikTok type music

    Track 11 und 12 des Albums verarbeiten vorangegangene Songs des Albums. Während „I WOZ DONE“ eine slowed Version von „I WOZ HOME” ist und an die Klänge der NNDW erinnert, beschleunigt „NOBODYNOONE – BLVTH ON SP33D REMIX“ seinen Namensvetter und transformiert den Originalsong zu einem stampfenden Disco-Hit. Das erneute Aufgreifen dieses Songs schließt den Kreis zum Anfang der LP und setzt den Lauf der Zeit wieder auf null: „Please someone set me free, erase my memory”). Zuletzt verfliegen die letzten Gedanken auf „PLASTIC DREAMS“.

    Meditationsreise

    „YIN YANG“ ist ein Album weniger Worte. Stattdessen fühlen sich die Texte eher nach kreisenden Gedanken an. Nur sporadisch bricht der Zyklus und es bilden sich klare Sätze. Doch dies ermöglicht es, vollkommen in die Leere einzutauchen. Dieses Album gibt es Platz die Musik zu entdecken und darin uns selbst.
    Unsere einzige Kritik: es ist viel zu schnell vorbei!

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    Fotocredits: Roberto Brundo & Bennet Henkel

  • Eves Jahresrückblick: Innovation trifft Tradition

    Eves Jahresrückblick: Innovation trifft Tradition

    Szene: Ich sitze im Zug Richtung Paris und habe Schwierigkeiten mich zu konzentrieren, denn genug Schlaf habe ich diese Woche mal wieder nicht bekommen. Dieses Setting beschreibt mein 2022 eigentlich ganz gut. Es war geprägt von ständigem Hin und Her, Chaos und Rastlosigkeit, größtenteils aber im positiven Sinne.

    Queue das erste Quartal des Jahres: Stuck in einem unfassbar langweiligen und null erfüllenden Job hat mir das Universum eine Hand raus aus meiner Apathie gereicht. Fast forward zu heute: Ein halbes Jahr später hab ich zwar weniger Zeit, insbesondere für unser nicht mehr so kleines Musikmagazin (gerade durch meine Artikel geblättert, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass ich seit Juli nichts mehr geschrieben hab), dafür ist meine zweite Leidenschaft Teil meines Berufs geworden: das Reisen.


    Willkommenes Durcheinander

    Diese Woche kommerzielle Weihnachtsluft in Paris schnuppern und nächste Woche wahres Wintermärchen in Lappland erleben. Und so unterschiedlich und chaotisch war meine diesjährige musikalische Reise: Von unerschlossenen Gebieten zurück zu Orten, die sich schon fast wie Heimat anfühlen.

    Ich muss ehrlich sagen, der Speicherplatz in meinem Gedächtnis wird immer noch nicht optimal genutzt und deshalb fällt es mir unglaublich schwer, mich an die erste Hälfte des Jahres zu erinnern. Vielleicht liegt das auch daran, dass mir mein Handy in dem Zeitraum gestohlen wurde und ich ohne meine Fotogalerie nichts in meinem Kopf behalten kann. Deshalb starten wir irgendwo bei 35 Grad plus in einer Wohnung ohne Klimaanlage.


    I was wrong I admit it

    Hier beginnt meine kleine Liebesaffäre, die sich mittlerweile in eine mehr oder wenige stabile Beziehung entwickelt hat. So einige, die mich kennen, werden sich denken, ich befinde mich in einer Quarter-Life-Crisis. Denn ich war mit die Erste, die Menschen, die Elektro feiern und auf Raves gehen, eher mit Unverständnis begegnet ist.

    Gut, letzteres ist immer noch nichts für mich und von wirklich hartem Elektro oder Techno werde ich mich auch in Zukunft erstmal fernhalten. Aber so einiger Elektro und House hat mich dann doch rumgekriegt. Und verantwortlich dafür ist genau eine Person.

    Die einstige Neugierde hat sich innerhalb von nur 20 Min. seines Sets auf einem Festival zu einer Obsession à la 2014 Tumblr-Ära gemausert (dazu auch später noch mehr). Man wird es sich wahrscheinlich schon denken können, aber es handelt sich um Fred Again..



    Ich kann nicht genau beschreiben, was seine Musik mit mir macht, aber sie katapultiert mich in eine Ecke meines Gehirns, wo ich nur die Sounds des Launchpads hör und nichts anderes mehr wichtig ist. Melancholie mit Elektro, House und Pop gepaart ergibt eine Mischung, die so einzigartig ist, bei der ich ohne Bedenken sagen kann, dass das Ergebnis mich für immer begleiten wird.


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    Andere wundervolle Artists in dieser Sparte, die mich ähnlich begeistert haben, sind: Saint Jude, Godford, 49th & Main, PaulWetz, TSHA und ein kleines Easter Egg, was ich diese Woche erst entdeckt hab, mich aber sofort umgehauen hat: Skin Care von Search Yiu (dieses Intro schon uff).


    Kurzer Liebesbrief an AB Syndrom

    Das Theme meiner Musik-Historie 2022 ist der Sprung in experimentellere und das Sehnen nach familiären Sounds. Und das vereinen die Jungs von AB Syndrom für mich: Meine altbewährte Liebe für deutschen Indie und meine neue Leidenschaft für mehr elektronische Klänge. Ach, wie ich mich gefreut habe, auf dem Tour-Start in Köln dabeizusein.

    Public Service Announcement: Ich würde euch allen dringlichst anraten, einen der Termine im Januar zu besuchen. Neben der Tatsache, dass die Musik einfach Extraklasse ist, merkt man wie viel Herzblut, Leidenschaft und Arbeit in diese Shows fließt. Ich war völlig aus den Socken, so wie der Rest des Publikums und den Erfolg verdienen die zwei allemal. Die Tour wurde übrigens auch von uns präsentiert und in ein paar Wochen könnt ihr euch auf ein Interview mit den zwei und mir freuen.

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    In diesem Atemzug auch worth to mention: Wezn (Shoutout geht raus an Anna B.), EASY EASY, Borninmay, Figure Beach und Marie Bothmer.


    Back to the roots

    Ich hatte ja ganz nebenbei erwähnt, dass Fred Again.. sich in meine Kult-Artists eingereiht hat und diese Leidenschaft der von 2014 ähnelt. (Ich weine innerlich immer noch, weil ich es nicht zum Konzert in Brüssel geschafft hab, naja).

    Jedenfalls reiht sich der werte Herr zu Favourites der geschädigten Jugend wie The 1975, Arctic Monkeys, The NBHD, Lorde, MARINA, Florence and so on ein. Dazu zähle ich auch mich. Und wie einige andere aus dem Team und meiner TikTok-Bubble, habe ich mich auch dabei erwischt, wie ich „tumblr era“, „tumblr phase“ und „tumblr 2014“ in die Spotify Suche eingegeben hat. Und fix begann das Suhlen in Selbstmitleid wieder. Nein, Spaß. Eigentlich war es mega schön, ein wenig in Nostalgie zu versinken. Und dieser Sound lebt seitdem auch mietfrei in meinem Ohr:


    https://www.tiktok.com/@lyricdiffusion/video/7171387998146252037?is_from_webapp=1&sender_device=pc&web_id=7118394760477967878

    Fehlt nur noch die passende Playlist

    Und so schließe ich also gähnend meinen Laptop sowie meinen Jahresrückblick und den Rest des Jahres ab und freue ich mich auf eine wohlverdiente Auszeit. Während dieser wird sicher auch meine passende Playlist rauf und runter laufen 😉 Meiner Meinung nach besser als jeder kitschiger Weihnachtsfilm-Soundtrack genau wie der Rückblick von 2021, aber ihr könnt selbst stillschweigend judgen.


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  • Zwischen Bedroompop und Großraumdisko: Lahos mit „Youth Pattern“

    Gestern hat der wahlberliner Produzent Lahos seine neue EP „Youth Pattern“ veröffentlicht. Fünf Tracks nehmen uns mit in die Jugend des Multiinstrumentalisten und öffnen für uns und für ihn Pforten in ganz neue Genres. Ich habe mir die neue EP angehört und mit Lahos über seine Entwicklung im letzten Jahr per Videocall gesprochen.

    Wer gerne und viel Radio hört, wird früher oder später auch über Lahos stolpern. Sagt euch nichts? Ich bin mir sicher, jede*r kennt mittlerweile die Trompetensoli in Felix Jaehns „Cheerleader“ oder in „Bad Ideas“ von Alle Farben. Das ist er: Lahos, der eigentlichen anders heißt, nämlich Leo. Er war als Kind schon ein Talent an der Trompete und kombiniert diese seit seiner Jugendzeit mit elektronischer Tanzmusik. Auch als Future-House Produzent ging es mit seiner Solokarriere dann gefühlt alles sehr schnell. Plattendeal beim Majorlabel, Soloshows auf den Mainstages der großen EDM-Festivals, tausende Streams bei Spotify und Co. Seit letztem Jahr macht Lahos jetzt aber wieder alles selbst – und das spürt man auch in seiner Musik auf „Youth Pattern“ sehr.


    „Am Ende hieß es immer, meine Sachen sind zu wenig kommerziell. Und da dachte ich mir, wenn ich’s jetzt alleine mache, kann es nicht schlechter laufen als mit dem Major. Das ist zwar traurig, aber für mich war’s das beste Zeichen.“


    Back to the roots

    Dass die Reise aus dem „Bubblegum-Pop“ hinaus führt, ist schon allein am Intro des ersten Songs „Golden Age“ zu erkennen. Hier spannt uns Lahos knapp anderthalb Minuten mit nach und nach übereinander geschichteten Gitarrenspuren auf die Folter. Gitarren? Und dann auch noch verzerrt? Das ist irgendwie so gar nicht das, was ich erwartet habe. Natürlich gibt es in diesem Song auch einen fetten Drop ins Vollinstrumentarium, aber einen herkömmlichen Songaufbau, wie heute in der kommerziellen Popmusik üblich, bleibt uns Lahos hier schuldig. Zum Glück. Denn die Klangwelt, die er hier erschafft, ist sehr interessant und erinnert auf der ganzen EP an Indietronic-Ikonen wie MGMT, Daft Punk, M83 oder auch Tame Impala – Bands, die ihn in seiner Jugend inspiriert haben.

    „Ich bin ja selber gar kein Gitarrist, aber ich hab mir im Lockdown eine Gitarre zugelegt und dann einfach alles auf einer Saite eingespielt und am Ende gelayert, bis es halt irgendwann geil klang.“


    Die Gitarrensounds sind auf „Youth Pattern“ tatsächlich das verbindene Element zwischen den Songs. Gitarrenmusik scheint gerade ja wieder arg modern zu werden, nachdem man diesem Instrument seit 10 Jahren die letzte Salbung verpassen wollte. Lahos möchte aber keine Gitarrensounds wie im Radiopop, er schafft sich seine eigenen. Auch die Gitarren in „End this Ride“ klingen durch den leichten „detune“ sehr unkonventionell. Wenn auch dieser Song uns Lahos‘ Genrevergangenheit sehr viel deutlicher entgegenbringt, als der Song zuvor. Mit poppigen und absolut makellosen Vocals von Sänger Mote shufflet uns der Song weiter durch die EP.


    Für die Cool Kids und die Atzen

    „Bright Eyes“ hat mir einen unfassbar langanhaltenden Ohrwurm verpasst und ich glaube, das ist einer dieser Songs, die man für so einen Ohrwurm auch nur einmal hören muss. Durch den raffinierten Chordchange im Zwischenteil hat mich das Stück, das ja offensichtlich ein astreiner Popsong ist, auch als Musiknerd neugierig werden lassen. Die Welt braucht mehr intelligente Popmusik wie diese, ich glaube das könnte ganze Völker vereinen! Naja, zumindest würden sie mich glücklicher machen.

    „Es soll halt für die Cool Kids sein, aber halt auch für die Atzen! Es soll für jede*n zugänglich sein, auch wenn es nicht everybody’s taste ist. ‚Don’t do it only for the purists, do it also for the tourists‘, sagte mal ein Künstler in den 20er Jahren.“


    Die Intention, die Lahos mit dieser EP hatte, wird wirklich unmissverständlich deutlich. Wir haben es hier mit tanzbaren Popsongs zu tun, allerdings mit twist. Und besonders daran ist die Mischung. Der Song „Dayslide“, der noch als Single auf dem Major erschien, ist gleichzeitig ein Relikt aus Lahos‘ langjähriger EDM-Erfahrung und ein Vorbote auf den Indiepop, den er jetzt macht. Die Vocals der Sängerin Thala sind hier wieder ins perfekte Licht gerückt und zeigen keine Ecken oder Kanten. Zwischenzeitlich fühle ich mich auch wieder stark zurück in die Großraumdisse zwei Dörfer weiter versetzt. Das mag der*dem ein oder anderen IndieliebhaberIn schon too much sein, holt aber mit Sicherheit die Fans von Lahos‚ früheren Projekten ab.


    Keine Zeit für Langeweile

    Völlig weird und absolut unexpected grätscht mich dann zum Schluss „Like That“ weg. Fast schon ein absoluter Anti-Song, der durch seine rockigen Gitarren und mit den bis in die Unkenntlichkeit verzerrten Vocals irgendwie echt catchy ist. Lahos hat hier übrigens das erste Mal auch selbst gesungen. Man kann sich an dieser Stelle wirklich fragen, ob die drei Tracks aus der Mitte von „Youth Pattern“ tatsächlich vom gleichen Künstler stammen, wie Intro und Outro. Aber ja, genau das ist das Rezept: Lahos bettet uns moderne und eingängige Popsongs in ein unkonventionelles Setting ein. Und das tut ihm und seiner Musik gut.

    „Ich möchte selber auf der Bühne nicht gelangweilt sein. Und dementsprechend eine mega hohe Diversität an Songs bieten können. Es ist einfach Entertainment.“


    Fazit

    Ich muss sagen, ich bin kein Fan von poppiger Tanzmusik, wie sie im Radio oft zu hören ist. Mir fehlt da einfach oft die künstlerische Substanz, das ist einfach nicht mein cypher. Und trotzdem hat es Lahos geschafft, dass mir seine „Youth Pattern“ EP wirklich gut gefällt. Sie ist kurzweilig und unterhaltend, sie überrascht mich und macht Spaß. Ob jetzt bewusst gehört oder auch nebenbei beim Joggen, Kochen, Abhängen. Man spürt in dieser EP den Anfang einer musikalischen Weiterentwicklung, und das finde ich spannend.

    „Was ich gemerkt habe war, dass es mir selber Spaß machen und authentisch sein muss. Als es nicht mehr hundert Prozent ehrlich mir selbst gegenüber war, hab ich gesagt: ne, ich mach das nicht mehr. Was viele Leute auch verärgert hat. Aber was bringt es mir, wenn ich da stehe und meine Musik nicht ernst nehmen kann?“

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    Fotocredit: Debora Brune