Das Gefühl der Entfremdung
Einsamkeit, Anonymität, ein Eremit sein – „Helgoland“ zeigt was der Individualismus, das Leistungsstreben unserer Zeit auch bedeuten kann. „Eremit“ ein Wort, dass ich erst seit der Recherche zu Trixi Linden kenne, denn die Band hat bereits drei äußerst empfehlenswerte Songs auf Youtube geteilt. Die Videocollagen zu den Songs sollte man auf jeden Fall anschauen.
„Helgoland„- ein Indie Album, dessen mechanische und sanfte Songs eine tranceartige Wirkung haben. Die Band erreicht das durch viele Wiederholungen und den Minimalismus ihrer Instrumentals.
Wer ist Trixi Linden? Wozu haben ihre Eltern geknutscht?
Trixi Linden – die Band – stehen für deutschsprachigen Indie-Synthie-Gitarrenpop mit analoger Wärme, elektronischer Klarheit und einer unaufgeregten Stimme. Trixis Eltern tanzten zu „New Order“ und knutschten zu „Human League„. Spielt die Band live, übersetzen sie ihre Songs in Versionen, zu denen man gut dancen kann. Trixi Lindens ist auch begründet durch die vielen Begegnungen in dem Bandgeflecht Hannovers. Sie endet damit, dass Sandra und Mathias eine Indieband namens Phono gründeten. Nils remixte dann einen Ihrer Songs und wumm das war dann quasi – wie Djo sagen würde- the End of Beginning . Und a better love story than – ihr wisst schon…

Ausflug in das innere eines Computers
„Videostar“ klingt nach einem Ausflug in den Computer. Vor meinen Augen entstehen grüne Ziffern, die über den Bildschirm rasen, während ich zuhöre. Beendet man das Autoplay nach dem Song, hallt immer noch nach:
„Dann erkennt man dich auf den Monitor, sie erkennen dich“ – Videostar, Trixi Linden
David Bowies „Space Oddity“ auf Deutsch: Welten, der zweite Track des Albums, lässt uns schwerelos im Raum irren.
Leichtigkeit versprüht der Song „was ich will„. Er erzählt von der Freiheit, die man sich im erwachsenem Leben gewünscht hat, und auch von den Alltagslasten, die man tragen muss. Den Titel könnte man quasi als Abkürzung von „ich mach alles, was ich will, und dann noch das, was ich muss“ verstehen.
Der Wunsch nach Ruhe und Stillstand
„Helgoland„, der titelgebende Track des Albums, grenzt sich klanglich stark von Stücken wie „Welten„, „Dimensionen“ oder „GPT“ ab. Die Gitarre und der Beat rutschen im Laufe des Songs in die Ferne. Zusammen mit der halligen Stimme fühlt sich die Ruhe, der Stillstand, der auf „Helgoland“ herrscht, nur wie ein Traum an. Es gibt einen Kontrast zwischen dem Großstadtleben, das stark durch Technik und dem Gefühl von Entfremdung geprägt ist, und der Entschleunigung auf Helgoland.
Schwerelos im Loop
In „Dimensionen“ wirren wir schwerelos in einem Loop. Die Sehnsucht nach Navigation ist spürbar, aber wir sind nach Trixi Linden nicht in der Entscheidungsposition, sondern auf „Autopilot im treibendem Raum“ und „noch so weit entfernt“ – „wir haben verlernt zu sehen“. Vielleicht kann euch ja „Helgoland“ kurz die Sonnenbrille aus “ They live!“ aufsetzen.
Mehr von Trixi Linden..
Live sehen und genießen kann man Trixi Linden am…:
17.04. Coverfestival Bei Chez Heinz, Hannover
20.06. Spandau Projekt, Hannover
14./15.08. Obernair
und direkt von Zuhause hören kann man sie hier.
