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  • Tom Taschenmesser und Krakus finden es „normal dass du angst hast“

    Tom Taschenmesser und Krakus finden es „normal dass du angst hast“


    Liebe Freund/innen der unbequem ehrlichen und schwer verdaulichen Musik, aufgepasst! Denn heute stellen wir euch die EP normal dass du angst hast von Tom Taschenmesser und Krakus vor. Den aufmerksamsten Leser/innen unter euch wird der Name Tom Taschenmesser etwas sagen können. Schon mit seiner EP verstehst du, nein gut konnte Tom das untoldency Team für sich gewinnen. Hier könnt ihr die ausführliche Review von Lukas zu dieser unendlich guten EP lesen und auch ich habe schon in meinem Jahresrückblick von Tom Taschenmesser geschwärmt. 

    Umso größer war die Freude, als ich gelesen habe, dass es endlich wieder neuen Stuff von ihm gibt. Diesmal hat er sich mit dem ebenfalls aus Wuppertal stammenden Multiinstrumentalisten Krakus zusammengetan. Was dabei schönes herausgekommen ist, könnt ihr jetzt hier lesen.  

    Man wird ja wohl noch träumen dürfen

    Die EP beginnt mit dem kurzen, aber harten Song Träume und mit den Worten:

    Das Taxometer läuft völlig ohne Gnade
    Du bist ja selber Schuld wenn du glaubst was ich so sage
    Rettung aus beengten Räumen
    Was wir nicht alles machen könnten
    Man darf ja wohl noch träumen
    Man wird ja wohl noch träumen dürfen

    Dieser 39 Sekunden kurze Track erinnert etwas an verzerrte Sirenen und löst direkt eine gewisse Beklommenheit beim Hörenden aus. Träume gibt einen ersten, herben Vorgeschmack auf das, was uns auf dem Album noch erwartet. 

    Wer ist als Nächstes dran? 

    Im Falle des EP-Verlaufes ist es zumindest Kommissar. Im Text des zweiten Liedes wird allerdings nicht die Trackliste ausgewählt, sondern wer als Nächstes dem Kommissar zum Opfer fällt.

    Albumcover

    Auf dem Song, welcher schon als Single zu hören war, dürfen wir zum ersten Mal Krakus’s sanfter und beunruhigend ruhiger Stimme lauschen. Dieser Sprechgesang ist so eindringlich, dass er easy den Soundtrack eines Horrorfilmes geben könnte. Der Sound geht ins Ohr, krallt sich fest in den Kopf und der kritische Text kratzt schmerzhaft an der Seele. 

    Durch die Nacht ein Hilfeschrei
    nur ein weiterer Einzelfall

    Kommissar

    Das meines Erachtens wichtigste Stück der Platte trägt den Namen Leere Stühle.  Irgendwo zwischen Müdigkeit und Wut unterscheidet Tom Taschenmesser zwischen Furcht und Panik. Eine unfassbare Ratlosigkeit und Frustration machen sich breit, Übelkeit setzt ihm zu. Musikalisch passt hier -wie auf der gesamten EP- wohl die Beschreibung Horror-Indie am besten. Schräge Synthies und verzogene Gitarrensounds werden von einem 808-Beat begleitet. 

    Die Mörder eurer Freunde sehen so aus wie ich
    Da stehen Namen an der Wand
    Die Mörder meiner Freunde 
    Um wen gehts hier eigentlich 
    Ach Gott was ist mir übel

    Leere Stühle
    normal dass du angst hast

    Weiter geht es mit dem ruhigsten Song von normal dass du angst hast. Menschen beginnt mit einem sanften Beat welcher mich an Wassertropfen denken lässt. Gefolgt von wackligen Synths besingt Krakus die gefühlte Aussichtslosigkeit der Menschheit und löst dabei Gefühle von Hilflosigkeit und Ohnmacht aus. 

    2,3 Brutto ist der nächste Track und hebt sich durch die Kürze, die Kraft und einem wütenden Tom Taschenmesser vom vorherigen Song ab. Beim Hören des Liedes kommt bei mir die Frage hoch, wie viel man arbeiten muss, um sich Müdigkeit und Schmerzen (welche von dieser Arbeit ausgelöst werden) leisten zu dürfen?  Eine ganz schön beschissene Vorstellung. Ob die Frage, die ich mir stelle, irgendwie Sinn ergibt, weiß ich auch noch nicht so ganz, aber was ich auf jeden Fall weiß ist, dass auch dieser Track ein absolut gelungenes Statement ist. 

    Schluchten ist ein weiterer, sehr düster klingender Track, welcher an schlimmste Szenarien erinnert. Tom fordert die Menschen auf, die Schluchten und deren Verstecke zu verlassen und sich der nicht unbegründeten Angst entgegenzustellen und diese zu akzeptieren und normalisieren. 

    Cool und normal dass du Angst hast
    Hier ist alles gepanzert
    Die Zuversicht wirkt zwanghaft
    Jeder Konsens ein Kampfakt

    Schluchten

    Auf dem kürzesten und vorletzten Track Reichste Viertel, betrinkt sich Tom Taschenmesser für 32 Sekunden auf den Spielplätzen der reichsten Viertel seiner Stadt, weil er dort niemanden stört. Dabei wird er von Sirenen artigen Synthies begleitet, welche vermuten lassen könnten, dass er gleich auf einem dieser Spielplätze von UFOs Besuch abgestattet bekommt.

    Hiermit sind wir am Ende der Horror-Indie EP angekommen. Mit der Heuchler findet normal dass du angst hast ein gebührenvolles Ende. Auch hier baut der Klang wieder auf verzerrte Synthies, Gitarren und einen elektronischen Beat. 

    Vielleicht ein schwacher Trost
    Doch ein ganz neuer Versuch
    Niemand wird der Held 
    Und sei ehrlich zu dir selbst

    Der Heuchler
    Fazit

    Mit normal dass du angst hast haben Tom Taschenmesser und Krakus eine intensive, schwer verdauliche EP veröffentlicht. Die Texte sind schmerzhaft und unbequem, aber genau das müssen sie bei den gewählten Themen eben auch sein. Die sanfte, tiefe Stimme von Krakus und Toms kratziger Sprechgesang ergänzen sich perfekt. Soundtechnisch hätte es gut auf unsere Halloweenplaylist gepasst, wobei die Texte alles andere als (Halloween-)Partytauglich sind.

    Übrigens: Das Geld, das die EP über Bandcamp einspielt geht die ersten vier Wochen komplett an @kop_berlin, welche Betroffene von rassistischer Polizeigewalt unterstützen. (!klick hier!)

    Ich empfehle ALLEN von Herzen in diese EP reinzuhören, da es wiedermal sehr zum Nachdenken anregt. Und wie wir alle (hoffentlich) wissen, schadet etwas Denken bekannter Weise nicht. Also hier, have fun:

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    Fotos: Lilli Thöne

    Tom Taschenmesser & Krakus – “normal dass du angst hast” EP (VÖ: 06.05.22 via die neue leichtigkeit)

  • die neue leichtigkeit präsentiert deutschsprachige Musik – Ausgabe 1

    die neue leichtigkeit präsentiert deutschsprachige Musik – Ausgabe 1

    Die Zeit der grandiosen Split-EPs scheint noch nicht vorbei zu sein, juhu! Wein & Haschisch, Der Frühling und Tom Taschenmesser machen uns ein ganz besonderes Geschenk in der Vorweihnachtszeit. Mit ihrem Kollektiv die neue leichtigkeit bringen sie schon morgen (!) ihre gemeinsame Schallplatte heraus, limitiert auf nur 300 Stück. Unter dem klangvollen Titel „die neue leichtigkeit präsentiert deutschsprachige Musik — Ausgabe 1“ fasst das Kollektiv erstmalig seine nestwarmen Veröffentlichungen zu einem spannenden Gemeinschaftswerk zusammen. Zu finden sind darauf neben der EP „Warten auf den Knall“ von Wein & Haschisch auch die EPs „verstehst du nein gut“ von Tom Taschenmesser und „Tamtam“ von Der Frühling. Über die letzten beiden berichteten wir bei untoldency bereits begeistert.

    Die Geschichte der Split-Veröffentlichungen geht weit zurück. Schon früh haben sich Bands die Spielzeit auf LPs oder Kassetten gerne geteilt, um zum Beispiel Produktionskosten zu sparen. In Anbetracht heutiger Debatten rund um den Klimaschutz, spart eine solche Split-LP aber natürlich nicht nur Kosten für die Bands, sondern auch Ressourcen für die Umwelt. Das Ganze ist also von vorn herein schon mal eine tolle Idee, mal ganz abgesehen von der schönen Geste der Wertschätzung, die sich die drei Protagonisten mit diesem gemeinsamen, gleichgestellten Release entgegen bringen. Und dann sieht die Platte auch noch so mega gut aus! Ich bin begeistert.

    Bevor ich euch jetzt den Mund wässrig schreibe, habt ihr JETZT die Möglichkeit, die Platte noch schnell vorzubestellen. KLICK HERE. Ihr könnt dann an dieser Stelle direkt weiterlesen, ich warte hier auf euch.


    Seite A: Wein & Haschisch — „Warten auf den Knall“

    Obwohl es der Bandname anders vermuten lässt, fallen die Songs auf dieser EP zwar noch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, viel fehlt da aber nicht! Sechs berauschende Tracks geben den Startschuss in eine wundervolle Indierockwelt, in der Indie auch Indie bedeutet. Wer auf dieser sanft-aufgekratzten Stimme von Isaak J. Winkeln nicht sofort hängen bleibt, ist wohl dazu verdammt auf ewig nüchtern zu bleiben. Irgendwo zwischen Jeff Buckley und Portugal. The Man, aber auf Deutsch und mit der Attitude eines young Christoph Daums, scheinen die guten Gene auch im ersten Song „Papa war ein Model“ in der Familie zu liegen. Treffsicher im sarkastischen Chorgesang skizziert Wein & Haschisch das Bild der Generation Y&Z und fragt sich, was da noch kommen muss, um uns Kids (lol) von heute bei der Stange zu halten.

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    „Warten auf den Knall“, zweiter Track, bringt wie kein anderer die öde, miese und langweilige Zeit des Wartens auf ein Krümelchen Veränderung aufs Band. Die Küchenuhr tickt, die Hand hast du in die Wange gestützt und dein schlechter Atem pustet dir die Haarsträhne aus den müden Äuglein. So oder so ähnlich gehen die Tage ja oft genug vorbei. Und dieser Song ist durch das allmählich sinkende Tempo der beste Soundtrack.

    „Ich mag rauchen warum“, ja ich ja auch, aber WARUM denn? Diese und andere essentielle Lebensfragen finden sich in der Hymne des gepflegten Begasens. Eine Antwort gibt es allerdings nicht. Das ist Hedonismus in seiner reinsten Konzentration. Richtig gutes Zeug. Und gleichzeitig die Erinnerung, lieber auch das halbleere Glas zu heben, als das halbvolle unterm Tisch zu verschütten. Einer der tollsten Tracks auf der EP, nicht zuletzt wegen des sehr einprägsamen Groovepatterns von Drums und Bass im Riff.

    Richtig deep wird’s dann mit Songs wie „Goldener Sturm“, wo ich nicht sicher sagen kann, ob der Protagonist:in seine:n Geliebte:n am Ende jetzt die Kerzen ausgeblasen hat? Da läuft mir dann kurz der Schauer über den Rücken, der lässt sich aber glücklicherweise durch die üppigen Synth-Landschaften und den heiteren 6/8 Takt des Songs wieder gut wegschunkeln. Die Vergänglichkeit der schönen Dinge und der Wunsch nach sozialem Aufstieg dann verwurschtelt im Surfrockgewand von „St. Tropez“. Toll, wie Wein & Haschisch immer wieder die Kurve zum Augenzwinkern kratzt und trotz teils saukitschiger Textzeilen die Coolness eines Antihelden niemals verliert.


    „Heut Abend bitt ich zum Rendezvous
    Auf meine Yacht an der Küste aus Azur
    Denn ich weiß, du hast auch genug
    Davon zu wenig zu schlafen

    Zu viel zu malochen
    Die Kippe hier kostet dich übrigens 20 Minuten deines Lebens
    Aber was willst du tun“


    „Warum quälst du dich mein Kind“ ist dann der gebührende Abschluss der Seite A und dieser ikonischen „Warten auf den Knall“-EP. Hier kann man noch mal die außergewöhnliche Vocalperformance bewundern, die an sich einfach schon ein Alleinstellungsmerkmal ist. In einem Pink Floyd-mäßigen Jam-Epos endet dieses Debüt rund um den Themenkomplex Apathie in unserer Gesellschaft, gespickt mit deftigen Portionen Nihilismus und Selbstironie. Schräg, mutig, spannend. Super EP.


    Seite B: Tom Taschenmesser — „verstehst du nein gut“
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    Das Debüt von Tom Taschenmesser hat mich seinerzeit ja schon komplett aus den Latschen gehauen. Ich muss sagen, dass sich dieser Effekt tatsächlich ständig wiederholt, wenn ich mir die EP von Zeit zu Zeit mal wieder anhöre. Und jetzt kann ich sie sogar auflegen, so richtig schön aufm Sofa mit nem Aperol und einer Zigarette. Hier sei übrigens erwähnt, dass euch nebst geschmackvoller Covergestaltung auch zwei schicke rottransparente Vinylscheiben erwarten, denn das Auge hört ja mit.

    Damals in meiner Review beschrieb ich die Songs als eine „alles in Grund und Boden rauschende EP voller Lofi-Sound und Wut im Bauch. Immer auf der Suche nach der Schönheit in ihrer hässlichsten Verkleidung, fließen Toms Texte und Songs wie in einem Bewusstseinsstrom flussabwärts.“ In diesem Bewusstseinsstrom finden wir zum Beispiel mit „Meine Schwestern“ einen heftigen Angriff aufs Patriarchat, der so laut, brutal und erbarmungslos auf all die toxischen Männer eindrischt, dass mir selbst beim Zuhören schon die Testikel wehtun.

    Aber Tom Taschenmesser ist kein Grobian, auch wenn er mit seiner Band schon heftig die Hütte abreißen kann. Die Balladen auf dieser EP haben es genau so in sich. So ist „Verzeih dir deine Schönheit“ für mich immer noch ein Paradebeispiel für einfühlsames Storytelling, bei dem ich jedes Wort begierig aufsauge — und jedes davon glaube. Auch ein halbes Jahr nach Veröffentlichung kommt mir immer wieder das Bild vom Apfelkuchen in der Krankenhauscafeteria in den Sinn, der uns allen so viel Trost spenden kann.


    „Wir schlendern zurück zu dieser Cafeteria
    Ich bestell uns beiden ein Apfelkuchen und sag
    Der soll hier wirklich sehr sehr sehr gut sein
    Sie sagt: manchmal da hasse ich dich Tom
    Und ich sag: ja ich weiß, jetzt halt dein Mund
    und beiß da rein“


    Tom Taschenmesser ist kurzgesagt ein moderner Geschichtenerzähler mit toller lyrischer Sprache („Niemand kann alle sein“) und derbem, unverblümtem Slang („Maury“). Diese beiden Stilmittel verknüpft er immer wieder einzigartig miteinander. Er erzählt uns in seinen Songs von all den Dingen, die alle anderen rausretuschiert hätten. Thematisch absolut aktuell und dennoch zeitlos, kickt diese EP von hinten in die Kniekehlen. “verstehst du nein gut” hinterlässt einen bleibenden Geschmack mit Suchtfaktor.


    Seite C: Der Frühling — „Tamtam“
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    Das grande final dieser Ansammlung außergewöhnlicher Musik ist dem Hannoverschen Multitalent Lukas Kurz alias Der Frühling vorbehalten, über dessen EP „Tamtam“ ich ebenfalls in vergangenen Tagen schon berichtete. Er scheint augenscheinlich auch eine Art Bindeglied bei die neue leichtigkeit darzustellen. So kann man dem der Schallplatte beigelegten Textheft entnehmen, dass ihm sowohl die Verantwortung als Drummer, als auch als Mixing Engineer aller drei EPs zu Teil wurde. An dieser Stelle sei ihm also gedankt für den durchweg eigenwilligen, aber sehr eingängigen Sound dieser Compliation.

    Auf „Tamtam“ führt uns Der Frühling wie einst Peter Pan zurück in eine Traumwelt, die wir hart arbeitenden Erwachsenen schon lange nicht mehr besucht haben. Dort zeigt er uns mit „Allein zu sein“ beispielsweise, wie himmlisch doch die Zeit mit sich selbst sein kann, lethargisch und gedankenleer. Generell ist von den drei hier vorgestellten EPs diese hier die introvertierteste; intim und ganz nah dran am Ohr. „Du hast das Träumen verlernt mein Schatz“, der wohl schönste Vorwurf dieses Jahr. „Das Dreamen“, ein Appell ans Lockermachen, Liegenbleiben und Treibenlassen im musikalischen Gewand einer Steely Dan-Ballade.

    Mit einem schönen Gruß der Hamburger Schule rocken „Bevor du aufstehst“ und „Warten & Starren“ weiter und tauschen die prägnanten Synthesizer der EP gegen E-Gitarren ein. Aber nur kurz, denn „Hauptsache zu spät“ kommt wieder im durchaus gutsitzenden Synthiedress um die Ecke, wenn auch von der Message nicht schwungvoll, sondern eher wie das Schulterzucken des Phlegmatikers in uns.


    „Ich werd’ niemals wieder richtig wach
    Meine Rauchsäule reicht bis unter’s Dach
    Und da bleibt sieh hängen
    Da hängt sie gut“


    Mit „Ich sag dir alles“ endet dann auch die letzte Seite der Platte. Hier werden wir erneut Zeuge von Der Frühlings Fähigkeit, knackige Aussagen verbrauchergerecht und prägnant in seine Texte zu verpacken. Also so, dass sie auch unbeschadet beim Empfänger ankommen. „Tamtam“ ist ziemlich gut darin, eine innere und verborgene Gefühlswelt behutsam nach außen zu stülpen. Aber scheint die Außenwelt dabei im Gegenzug auch mit jeder Faser aufzusaugen und zu verschlingen. Genauso wie ich diese EP. Ein gelungener Abschluss.


    Fazit

    Am Ende bleibt mir nur zu sagen, dass ihr euch dieses Werk auf jeden Fall zulegen solltet. Abgesehen von den vielen ungeahnten Bedürfnissen, die die Musik stillen kann, ist die Schallplatte auch einfach ein geiles Weihnachtsgeschenk. DIESE deutschsprachige Musik kennen eure Omas sicherlich noch nicht. Hier bekommt man noch Qualität, ob im Songwriting, in der Produktion oder im Design des Endprodukts. Wenn der physische Release eine Zukunft haben sollte, dann doch bitteschön genau so.

    „die neue leichtigkeit präsentiert deutschsprachige Musik Ausgabe 1“ — ich hoffe und freue mich sehr auf Ausgabe 2.

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  • Tom Taschenmesser mit Debüt-EP „Verstehst du nein gut“

    „RATATATA – Hört sich gut an. Es ist sehr laut, aber ist geil – Lass so“. Das sind die ersten eindrucksvollen Worte der jetzt erschienenen „Verstehst du nein gut“-EP des Wuppertaler Musikers Tom Taschenmesser. Eine alles in Grund und Boden rauschende EP voller Lofi-Sound und Wut im Bauch. Mit den drei Singles „Meine Schwestern“, „Maury“ und „Niemand kann alle sein“ hat sich im Vorfeld schon ein recht detailgetreues Stimmungsbild dieser EP ergeben, die zwei weiteren Songs ergänzen den verschrobenen Style in Perfektion. Immer auf der Suche nach der Schönheit in ihrer hässlichsten Verkleidung, fließen Toms Texte und Songs wie in einem Bewusstseinsstrom flussabwärts.


    Kampfansage

    „Meine Schwestern“ beeindruckt mich schon, bevor der Song überhaupt angefangen hat. Die absolut wache und irgendwie dauergereizte Stimme von Tom Taschenmesser führt in seinen Opener ein, der mir ab der ersten Sekunde eine Gänsehaut verpasst. Hier wird nicht um den heißen Brei geredet, denn es geht thematisch direkt zur Sache. Feministisches Empowerment ist zwar im Moment in aller Munde, aber bei „Meine Schwestern“ kriegen wir es alle noch mal gehörig auf die Fresse. Pardon, da ist es glatt mit mir durchgegangen. Mir steht dieser Stil vielleicht nicht so, aber Tom schafft es, zu singen wie er spricht. So scheint es zumindest.


    „Junge was weiß ich, Bruder was weißt du
    Von unerzogenen, räudigen Hunden
    Von ungezähmten, hungrigen Hyänen
    , von giftigen Insekten
    Die allesamt vergessen, dass sie sterben wenn sie stechen“


    Das Mitglied des Indiekollektivs die neue leichtigkeit ruft zum Kampf auf, gegen das Patriarchat, gegen toxische männliche Strukturen in unserer Gesellschaft und gegen die enorme Gewalt gegen Frauen. Solidarität, ohne Geheuchel und ohne Geltungssucht, so wie ich sie mir viel häufiger von Männern wünschen würde. Seine derbe und ungehobelte Sprache hinterlässt dabei Splitter im Gehörgang. Die Band tut es ihm gleich und fetzt ein dissonantes und schweres Brett raus. Und trotzdem, sein Stil ist nicht vulgär oder daneben. Man kann seinen Ekel in jedem Wort hören und er kotzt einfach nur aus, was ihn ankotzt.


    Von den Verlorenen und Vergessenen

    Die „Verstehst du nein gut“-EP besticht weiterhin mit gekonntem Storytelling. Als wäre man live dabei, erzählt uns Tom Taschenmesser im Song „Verzeih Dir deine Schönheit“ zum Beispiel von Besuchen in einer psychatrischen Klinik. Das bedrückende Gefühl der Ohnmacht, das man als Besucher verspürt, wenn man Freunde oder Bekannte in solchen Einrichtungen besucht, wird hier sehr eindringlich transportiert. Und es trifft – wieder einmal – den Nerv der Zeit, denn psychische Erkrankungen und vor allem deren Gewichtung sind so präsent wie nie zuvor. Trotz der doch irgendwie sehr traurigen Story des Songs, gelingt es Tom, mir am Ende doch noch ein Lächeln zu entlocken und mir wenigstens den Apfelkuchen in der Cafeteria des Krankenhauses schmackhaft zu machen. Hier ist wirklich jeden Wort an der richtigen Stelle.

    Tom Taschenmesser, verstehst du nein gut, EP, review, untoldency, untold music, indie, post punk, singer, songwriter,

    Ein Grund, warum ich dieser EP so gerne zuhöre, ist der Gesangsstil von Tom Taschenmesser. Von „Gesang“ im klassischen Sinne kann hier schon eigentlich keine Rede mehr sein, denn sein Stil ist sehr viel brutaler und dadurch ehrlicher im Vergleich zu anderen Singer/Songwritern. Er spuckt mir seine Worte vor die Füße und ich lese wirklich jedes gerne auf. Wie auch im Song „Maury“. Hier werden Lebenssequenzen eines „Wuppertaler Originals“ mit schnellen und präzisen Bildern erzählt. Durch den Sound der Band, der hierbei noch kräftiger und dreckiger ausfällt als zuvor, gestaltet er eine authentische Slow-Retro-Rock Kulisse für den „Tunichtgut und Taugenichts“ namens Maury.


    „Und wenn man ihn so sieht
    Wünschte man sich irgendetwas müsste doch mit ihm passieren
    Irgendetwas anderes als das hier“


    Jeder ist viele, aber niemand kann alle sein

    Wo man herkommt und in welchem sozialen Milieu man aufgewachsen ist bzw. lebt, beschäftigt den Song „Niemand kann alle sein“. Auf feinfühlige, lyrische Art verknüpft er hier Situationsminiaturen glaubwürdig und authentisch miteinander und stellt uns auf subtile Weise die Frage, welche Bedeutung das ganze überhaupt hat. Und ob wir uns selbst vorgaukeln können, etwas oder jemand anderes zu sein als die Summe unserer Lebensumstände. Das alles fast schon fotorealistisch, aber auf jeden Fall so, dass ich zu jeder Zeile instant ein konkretes Bild vor Augen habe. Musikalisch geht es hier gefühlt das erste Mal auf der EP ruhiger und gelassener zur Sache, als hätte die Wut in den vorherigen Tracks ihre Hörner abgestoßen.

    Tom Taschenmesser, verstehst du nein gut, EP, review, untoldency, untold music, indie, post punk, singer, songwriter, Credits Lea Dinger

    Die EP beendet Tom Taschenmesser mit einem schnulzigen Liebeslied. Nein, das ist natürlich Quatsch. Denn was er auch singen mag, es ist niemals kitschig oder pathetisch. Selbst wenn er aus „Rosen sind rot, Veilchen sind Blau“ einen Song machen würde. Oder einen über das Ende des Lebens, wie das letzte Stück „Brügge“. Hier schlägt er einen Bogen zum Film-Klassiker „Brügge sehen und sterben“. Dort wird die wunderschöne belgische Stadt Brügge als ein „must see before death“ glorifiziert. Falls ihr diesen Film noch nicht gesehen habt, hier nebenbei meine unbedingte Empfehlung. Ich dachte bei diesem Song ganz ehrlich kurz „Rio, bist du es?“, weil die Artikulation und die Attitüde in der Stimme von Tom mich so sehr an Ton Steine Scherben und Rio Reiser erinnert hat. Der Song fragt uns zum Ende der EP hin eine wirklich heikle Frage, nämlich die nach der Zufriedenheit im eigenen Leben. Aber wenn ich die jetzt für mich beantworten soll, lest ihr morgen noch. Deswegen lasse ich euch mit dieser schönen Frage und der schönen EP jetzt allein.


    Fazit

    Ja, was soll ich sagen!? Wir haben hier eine im besten Sinne laute, dissonante, instrumental chaotische Debüt-EP mit einem wirklich wirklich charismatischen Sänger und Songschreiber. Interessante Gitarrenriffs- und Voicings, brachiale Drums, schmetternde Basslines. Allerdings findet man auf „Verstehst du nein gut“ ebenso melancholische Balladen, bei denen man ein Tränchen verdrücken kann. Die Mischung macht’s! Und ja, das ist auf der Kürze der Strecke wirklich sehr gut gelungen. Tom Taschenmesser erzählt uns aus seiner Debüt-EP von all den Dingen, die alle anderen rausretuschiert hätten. Thematisch absolut aktuell und dennoch zeitlos, kickt uns diese EP von hinten in die Kniekehlen. „Verstehst du nein gut“ hinterlässt einen bleibenden Geschmack mit Suchtfaktor.


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    Fotocredits: Lea Dinger, Philipp Czampiel, Jonathan Ungemach (Layout)

  • Das Träumen verlernt: Der Frühling und die „Tamtam“-EP

    Meine sehr verehrten Damen und Herren, sehr verehrte Menschen,
    ich präsentiere euch: Der Frühling. Also jetzt nicht die Jahreszeit, denn die ist dieses Jahr irgendwie etwas seltsam und nicht besonders frühlingsmäßig wie im Bilderbuch. Ich meine das Musikprojekt von Lukas Kurz aka Der Frühling, Mitglied des Indiekollektivs die neue leichtigkeit. Und wenn wir am Rande schon so über die dieses Mal etwas faule Jahreszeit plaudern, könnte seine neue Debüt-EP „Tamtam“ eine echte Alternative für die Serotoninproduktion im Frühjahr sein.

    Der Frühling ist schon der zweite Streich, den mir das Kollektiv die neue leichtigkeit spielt. Nach der tollen (tollen!) EP von Tom Taschenmesser (Untoldency berichtete), folgt jetzt hier eine mindestens genau so tolle, aber komplett andersartige EP. Sechs Songs voller lässiger Grooves, schwurbelnden Synthesizern und vor allem: grandiosen Texten.

    Alone sein und dreamen

    Los geht’s direkt mit einem luftigen Indiepop-Beat und die Synthies flirren und schweben wie Pollen durch die Luft. Mac DeMarco hätte dieses Intro von „Allein Zu Sein“ wohl genau so, aber auf keinen Fall besser gemacht. Mit Überraschungseffekten muss man ja bekanntlich nicht sparsam sein, deswegen werden diese ersten luftigen Takte auch ziemlich direkt in einer ohrenbetäubenden Hallfahne erstickt. Und dann beginnt eigentlich erst der Song so richtig. Deutlich gechillter und in Halftime führt uns Der Frühling in seine EP ein.

    Ein lässig gespielter Basslauf begleitet dabei die lethargische Stimmung des Songs und bringt das Thema der Lyrics auf den Punkt: „Es ist schön allein zu sein„. Das ist sicherlich ein Statement, das mit der Pandemie im Rücken noch einmal ganz anders klingt, als vor März 2020. Aber stimmt es denn nicht immer noch? Ich für meinen Teil finde schon. Und es ist auch wieder Zeit, das offen zuzugeben! Pandemieende hin oder her, ich freue mich schon mit Songs wie diesem in meine Sommerdepression zu fallen und alleine zu prokrastinieren.

    Stimmungsmäßig bleiben wir in diesen Regionen auch noch ein bisschen, denn auch der zweite Song ist eher von melancholischer Natur. „Das Dreamen“ handelt von der abhandengekommenen Fähigkeit, sich in seinen Träumen zu verlieren. Und ganz verträumt klingt auch der Song. Ein geschmackvoll abgemischtes Vintage E-Piano und trockene, intime Drums rollen einen flauschig weichen Teppich aus, der zum verweilen einlädt. Und so gehen wir gemeinsam mit Der Frühling auch ein wenig auf Erkundungstour durch den eigenen Körper; da machen wir nicht nur im Traumzentrum unseres Gehirns, sondern auch beim angeknacksten Herzen und beim angstgeplagten Zwerchfell Halt. Und wenn wir das Träumen tatsächlich mittlerweile verlernt haben sollten, dann hilft uns die Bridge des Songs auf jeden Fall, wieder langsam damit anzufangen. In den Sound der Stimme und in diese wunderbaren Zeilen möchte ich mich einfach voll und ganz hineinwerfen:

    „Der Schnee auf den Dächern von Graz
    Liegt viel zu perfekt
    Der Schnee auf den Dächern von Graz
    Reflektiert nicht meinen Dreck“

    Wie lange wollen wir noch warten?

    Hach ja, der Frühling! Also die Jahreszeit meine ich jetzt. Endlich wieder ein bisschen Sonne, es sprießt und gedeiht überall, es keucht und fleucht und die Eisdielen machen wieder auf. Und auch unsereins, der Mensch, schält sich aus der Couchlandschaft und traut sich wieder vor die Tür. Die verbleibenen Zweidrittel der EP scheinen auch mit ähnlicher Motivation ausgestattet worden zu sein, denn „Bevor Du Aufstehst“ staubt die Gitarren ab und tauscht sie gegen die Synthesizer der ersten beiden Songs ein. Hier geben sich The Smiths und Tocotronic die Hand, der Rhythmus ist treibend und die Bassline keeps on running. Richtig gut! Wenn ich ein Cabrio hätte, würde ich diesen Song jetzt pumpen und das lichte Haar im Wind wehen lassen.

    Der Song ist ein Appell, der uns alle mal kräftig wachrütteln soll. „Sag mir, wie lange du noch warten willst, bevor du aufstehst und sprichst“ — das klingt nach Protest und Empowerment. Und in diesem Licht wirkt das Stück dann auch irgendwie politisch, denn was bringt es Missstände nur zu benennen und lange darüber zu sinnieren, wenn dann am Ende doch nichts passiert? Ein Anfang ist auf jeden Fall, einen Song darüber zu schreiben, auch wenn es der Kürzeste dieser EP ist.

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    Mit „Warten Und Starren“ gibt es auch noch was zum Abshaken kurz vor Schluss. Und während der Song so in meinen Kopfhörern abrockt, frage ich mich wirklich ernstlich, wo dieses Kollektiv ihren unfassbar guten Sound herholt. Wie auch schon Tom Taschenmessers „verstehst du nein gut“-EP ist die „Tamtam“-EP super produziert und stellt zu jeder Zeit die richtigen Dinge in den Fokus. Und auch der subtile DIY-Charakter macht diesen Sound mehr als sympathisch. Nach kurzer Recherche wird mir klar: der Hannoveraner Lukas Kurz ist nicht nur Multiinstrumentalist, nein, er ist auch Produzent und Mixing-Engineer zugleich. Das erklärt dann natürlich einiges.

    In den Lyrics von „Warten Und Starren“ findet man die abstraktesten Textzeilen der EP. Eine leicht dystopische Note zieht sich hier einmal quer durch und die Zukunft wird hier als bittersüße Königin ohne Reich gelobt und gepriesen. Königin ohne Reich? Klingt kryptisch. Hab auch lange gegrübelt, aber wenn mit „Reich“ zum Beispiel „Macht“ oder „Untertanen“ gemeint ist, schließt sich für mich der Kreis. Die Zukunft ist unantastbar und majestätisch, hat aber keine Gefolgschaft, weil sie ja keiner kennt. Oder so ähnlich. Da kann man sicher noch einige Repeats drüber nachdenken.

    Ich bin wirklich froh, dass ich auch diesen Frühling keine Pollenallergie bekommen habe (soll ja manchmal noch kommen, im Alter!), aber die Augen schwellen mir bei der „Tamtam“-EP auch ohne an. Einfach allein schon vor Rührung und diesem Gefühl, dass da jemand so tickt wie ich. Ich denke, da bin ich auch nicht alleine mit, denn die Kunst in den Lyrics von Der Frühling liegt definitiv im Herunterbrechen von komplexen Gefühlen und Empfindungen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. So, dass es viele Menschen verstehen können, wenn sie denn wollen. Das ist ein glasklarer Popindikator und ich finde auch, Pop ist am Schönsten, wenn er gar keiner sein will.

    Viel Tamtam um alles

    Wir haben ja schon Mitte/Ende Mai, Frühling ist eigentlich fast schon vorbei und so kratzt auch die „Tamtam“-EP vom Timing her gerade noch so die Kurve, sonst hätte sich Lukas Kurz vielleicht „Der Sommer“ nennen müssen. Höhö. Witzig, dass dann auch ein Song „Hauptsache Zu Spät“ heißt, als wäre das alles berechnetes Kalkül. Auch passend, dass uns Der Frühling uns hier im Riff mit seinen „Ha Ha Has“ ein bisschen auszulachen scheint und ziemlich schadenfroh folgende Zeilen singt:

    „Wenn der Teufel morgen kommt
    Und dich nach Hause holt
    Dann schau ich zu und freu mich drauf
    Wie du dann zittern wirst“

    Kann es sein, dass da jemand ziemlich pissed ist? Wir erfahren nicht so richtig, was genau vorgefallen ist. Für mich kommen da irgendwie so ein paar „Hab ich dir doch gesagt“-Vibes rüber (aber nicht die nervigen, sondern die, die recht haben). Der Sound des Songs ist eigentlich ein ziemlich guter Mix der gesamten EP, wir finden hier wieder oszillierende Synthesizerflächen, melodische Bassläufe und langsamere, groovige Drums. Ein Best Of Der Frühling quasi.

    Da „Tamtam“ ja leider nur eine EP ist, kommen wir mit „Ich sag dir alles“ auch schon zum letzten Song dieses Debüts. Hier werden wir noch mal Zeuge von Der Frühlings Fähigkeit, knackige Aussagen verbrauchergerecht und prägnant in seine Texte zu verpacken. Also so, dass sie auch unbeschadet beim Empfänger ankommen. Außerdem erinnert er uns daran, dass wir manchmal wahnsinnig schnell darin sind, uns einer Person anzuvertrauen. Und es offensichtlich nicht immer notwendig ist, das alles auch zu verstehen, was man da so von sich gibt. Was wissen wir denn eigentlich über uns selbst, bevor wir unser Inneres nach außen stülpen? Ich bleibe jedenfalls zu großen Teilen im Ungewissen, aber bin mir ziemlich sicher: Der Frühling hat hier abgeliefert. Die „Tamtam“-EP hat mir richtig Spaß gemacht und sollte gut für alle taugen, die in letzter Zeit auch das Träumen ein bisschen verlernt haben.

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    Fotocredit: Patrick Slesiona, Anna Niedermeier